Sonntag, 21. Dezember 2008

Tipp: Vokabellernen im Alltag

Und hier noch ein Tipp zum Vokabellernen im Alltag. Mein Kopf ist so trainiert, dass er sich immer wieder fragt, wenn ein Wort in meinem Kopf ml ohne sein fremdsprachiges Echo da steht, wie das Betreffende denn wohl in der jeweils anderen Sprache heißen möge. Das kann mir aufgrund meiner Biographie in beide Richtungen passieren; bei anderen Dolmetschern, die mit noch mehr als zwei Sprachen arbeiten, wird es noch "lauter" zugehen.

Ich schlage also oft Vokabeln nach - und bringe sie dann im Tagesablauf unauffällig unter, so, wie auf dem Foto erkennbar.

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Foto: C.E.

Samstag, 20. Dezember 2008

Standpunkt

Über meinen Dolmetscherstandpunkt habe ich hier wiederholt geschrieben: Im Übertragenen nehme ich immer den Platz meines Kunden ein, "vertone" seine Worte, mache mir seine Erzählperspektive zu eigen. Für Medienleute ist diese Frage nicht uninteressant, denn die Frage der Perspektive(n) ist zentral, was Filmerzählungen angeht; und Journalisten fragen nach dem "angle", dem Winkel, aus dem man eine "story" betrachtet, dem Blickwinkel also.

Interessanterweise erkennen in meiner Arbeit viele Kunden genau ihr Gewerk wieder: Marcus Luchsinger, einst Leiter von spielzeit'europa, sah in mir, was ich auch sehe, wenn ich für ihn dolmetsche: Die Darstellerin einer Dolmetscherin, jemand, der in eine Rolle schlüpft, sie spielt. Ein anderer Kunde, Ethnologe von Beruf, schreibt, "in die Haut der anderen zu schlüpfen ist das, was idealerweise Ethnologen machen. Das nennt man Empathie: Empathie ist zugleich Ziel und Ende ethnologischer Arbeit (wenn man sagt "ich denke wie sie", ist der Augenblick erreicht, an dem man verstanden hat oder zu verstehen glaubt, und dieses Verständnis setzt den Schlusspunkt, ist das Ende der Recherche, dann muss der Ethnologe gehen, um Identifikation zu vermeiden, und zu schreiben anfangen)." Ein Psychologe, der mich mal beim Dolmetschen eines Fernsehinterviews beobachtete, sah in der Arbeit den gleichen Respekt und die gleiche Wertschätzung, die er für seine Klienten hat. Außerdem meinte er, dass das Aufgenommen- und Verdolmetschtwerden für Zeugen der Zeitgeschichte eine kathartische Wirkung habe, der Befragte könne das Erfahrene nun teilen, vielleicht sogar abgeben.

Mir haben die Bemerkungen alle gefallen. Es könnte sein, dass es sich bis zu einem gewissen Grad um einen mimetischen Effekt handelt, dass ich mich meinem Umfeld anpasse. Ganz sicher ist aber auch viel Spiegelung dabei: Als Sprachdienstleisterin bin ich ganz Ohr, habe Zeit für mein Gegenüber, gebe das Gesagte wieder, arbeite mit der größtmöglichen Genauigkeit, zu der ich fähig bin - und es ist nur folgerichtig, wenn genau dies gesehen wird.

Wenn ich hier schreibe, habe ich nochmal einen anderen Standpunkt. Der Blog entstand aus beruflichen und persönlichen Gründen. Und doch ist das "ich", das hier erzählt, ein Künstliches. Es ist die Dolmetscherin, die mit auf der Bühne steht, die Dolmetscherin, die nach der Berlinale im Café erkannt wird - und dann doch oft mit der Schwester der Freundin vom Arbeitskollegen von der letzten Party verwechselt wird. Durch meinen Beruf kommen mir die Menschen vermeintlich oft nahe, stehe ich vermeintlich im Rampenlicht. Dazu habe ich mir ein Mediendouble erschaffen, eine "Persona", ein "Alias" Elias gewissermaßen. Es ist das gleiche "Ich", das hier spricht. Es ist nicht Fiktion, aber auch nicht 100 % Realität, denn viele der Erlebnisse muss ich hier ja auch verfremden, um meine Kunden zu schützen. Es ist ein Web 2.0-Ich, ein artifizielles Konstrukt, das natürlich viele Gemeinsamkeiten mit mir aufweist.

So, persönlicher werde ich heute nicht. Das Jahr im Blog endet hier, es werden nur noch automatisch ein paar Texte aus dem "Stehsatz" gepostet, also Fertiges, das auf den letzten Schliff gewartet hat.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich für Ihr Interesse bedanken, für Zuschriften, Fragen und Anregungen. Allen Stamm- und Zufallslesern wünsche ich ruhige Tage zum Jahresende - und einen wunderbaren Start ins neue Jahr!

Übersetzen in der Kunst

Letztens war ich bei einem Videokünstler im Atelier zu Besuch, dem Kanadier Don Ritter, der in Berlin lebt. Er bereitet seine Installation "Vox populi" zur Aufführung im Ausland vor. In dieser Installation findet sich der Zuschauer in einem dunklen Raum vor einem Rednerpult wieder, an der Längsseite des Raums sieht er eine Menschenmenge als Video, das so programmiert es, dass es auf den Gast antwortet. Dieser hat einen Teleprompter vor sich, von dem er Redetexte ablesen kann ... und je nachdem, wie er oder sie spricht, "antwortet" die Menschenmasse im Video.

Im Atelier läuft das Ganze zur Probe - an kleinen Monitoren. Zwischendurch hatte sich die Frage gestellt, ob die Reden übersetzt werden sollten, aber da Übersetzungen immer eine andere Länge haben als Originaltexte, wurde der Gedanke verworfen, denn die Installation hätte in Teilen umprogrammiert werden müssen.

So verdanke ich meinem Besuch ein Zitat aus John F. Kennedys berühmter Berlin-Rede. Ich wusste nicht, wie es nach dem berühmten Satz weiterging ...

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Quelle für das Bildzitat: http://www.jfklibrary.org/

Freitag, 19. Dezember 2008

Außen und innen

Die Dolmetscherkabine steht als kleines Gehäuse im Konferenzraum. Innen ist sie schallisoliert, mit dickem Teppichboden sind die Wände ausstaffiert. Das Räumchen ist mini und für zwei Leute, die sich nicht mögen, zu klein. Man suche sich also sorgsam seine Kollegin/seinen Kollegen aus ... Eine Lüftung bewahrt uns vor dem sicheren Erstickungstod, lärmt aber phasenweise vor sich hin.

Diese Kabine hier hat eine Metallleiste mit Mangneten als Besonderheit zu bieten. Daran lassen sich Dinge anhängen, die sonst rumliegen, Armbanduhren, Brillenputztücher, das Etui des Fernglases. Schreibgeräte habe ich immer mehrfach dabei, meine geliebten Füller, denn ich nehme mir schneller das Zweitgerät, als eine Tintenpatrone auszuwechseln. Gerade schreibe ich mit dem Cannes-Füller von Laure und Guillaume (coucou!)

Die Kabine ist der sichere Innenraum. Hierhin ziehen wir uns zurück, wenn wir alles um uns herum vergessen, nur noch auf Sprache konzentriert sind. Manche sitzt in sich versunken da, andere aufrecht und stolz wie der Pilot eines Dampfers, freie Sicht voraus, die ich mir gerne mit dem Fernglas verschaffe. Hier ist es dunkel, wenn wir die Zusatzlampen auslassen, kuschlig, ein Schutzraum.

Draußen gleißendes Licht, dort spielt die Musik, dort läuft das Programm ab, dem wir folgen. Draußen sind wir hörbar, ohne, dass wir selbst je diese Erfahrung mit dem Publikum würden teilen können. Das Publikum weiß, dass wir da sind, ist aber auf die Inhalte konzentriert. Und vergisst im Eifer des Gefechts, dass dahinten in der Dolmetscherkabine Menschen sitzen. Worte fliegen hin- und her, das Umständliche des Mikrophonanschaltens unterbleibt. Wir sitzen dann im Off, hinter der teppichisolierten Wand, können nicht mehr folgen. Oder aber jemand vergisst völlig, dass übersetzt wird, spricht immer schneller oder liest im Affentempo seinen bis zum letzten Moment im Manuskript gefeilten Vortrag herunter. Das passiert uns Dolmetschern immer wieder, darin trifft die Redner keine Schuld, denn sie haben ja nicht gelernt, die Bedürfnisse der Dolmetscher mitzudenken.

In diesem Augenblick säßen (glaube ich) die meisten Dolmetscher am liebsten selbst mit im Raum anstatt in der Kabine - auf dass der Redner eine Ahnung davon erhalte, wie wir uns durch die Wortfluten und Inhaltsmeere kämpfen.

Verschmelzen

Willkommen auf den Seiten einer bloggenden Konferenzdolmetscherin. Hier notiere ich, was diesen Sprachberuf ausmacht ... und was er mit uns anstellt.

Heute schreib ich was politisch Unkorrektes. Ich kann nicht anders. Denn mir ist gerade etwas schlagartig klar geworden.

Letztens in der Kabine. Draußen hält ein Mann einen Vortrag, es geht um recht individuelle Dinge. Er hat kein Redemanuskript, sondern spricht frei. Ich nehme mir das Fernglas und hole ihn mir nah ran. Er spricht, sagt "moi, je", ich sage wenig später "ich". Nur die Sprache ist eine andere, die erste Person Singular bleibt. Er macht weiter, ich folge, merke, wie ich nicht mehr nur inhaltlich folge, sondern wie sich mein Duktus seinem annähert, seine Bewegungen des Sprechens zu meinen werden. Wir atmen jetzt im gleichen Takt, sprechen und antworten, setzen im Wechsel unsere Pausen. Ich habe ihn mir mit dem Fernglas ganz nah rangeholt, lese das, was in meinem eigenen Sprechen untergeht, von den Lippen ab. Wir denken im gleichen Rhythmus, ich weiß, welche Satzbewegung er gleich machen wird, kenne die Worte, die kommen werden, spreche mit ihm, antworte nicht nur, sondern werde immer synchroner, bin immer näher an den Aus­gangs­wor­ten dran, vergesse meine Umgebung, vergesse, was ich da mache, bin nur noch Teil dieses Hin und Her. Wir verschmelzen. Dann wird es still.

Ein Schulterklopfen von Vincent, "meiner Ko-Kabine", holt mich aus der geistigen Erschöpfung. Die Zuhörer sammeln sich, applaudieren. Wir sind auf einer wis­sen­schaft­li­chen Fachtagung und ich hatte gerade eine Erfahrung, die ich so bewusst noch nie erlebt habe. Jetzt habe ich einen neuen Wortsinn für 'brain fuck'.

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Mentales Geschwätz beenden

Nach dem Dolmetschereinsatz hört der Kopf manchmal nicht auf zu sprechen, selbst dann noch, wenn ich den Mund halte. Das Phänomen heißt 'mentales Geschwätz', es zu stoppen ist nicht immer einfach.

Einst, als ich im Radio als Nachwuchsjournalistin anfing, hab ich regelmäßig die Tonmeister gefragt, die unsere Beiträge schnitten, was sie gegen einen Ohrwurm machen, denn dieser Berufsstand kennt das auf seine Art auch. "Einen anderen Ohrwurm entgegensetzen!", war einmal die Antwort, und eine Tonmeisterin legte gleich die Tubes der 60er und 70er auf, die damals noch "Hits" hießen und als Schallplatten verfügbar waren.
Das klingt jetzt wie aus grauer Vorzeit, ist aber gerade mal 20 Jahre her - ich hatte das Glück, sehr jung schon als Praktikantin das Berufsleben kennenzulernen.

Ich setze heute auch andere Ohrwürmer entgegen, verbale Ohrwürmer zum Beispiel, indem ich im Internet BBC höre oder mir Vorlesungen zu spannenden Themen auf Englisch suche. Dank Lautsprechern kann ich mir den Ton ins Schlafzimmer holen und den Rechner dann auf eigenständiges Ausschalten programmieren.

Eine andere Möglichkeit: Starke Musik. Meine historischen Tubes sind Choräle des Mittelalters, die sind zwar sprachgebunden, aber historisches Französisch, fast noch Latein. Oder Chromatisches von Bach, gern Orgel, aber nicht nur. Hier gilt: Je schwieriger, desto besser. Ich habe dann das Gefühl, mein Gehirn weite sich innerlich aus und dort entstünden komplexe, dreidimensionale Räume, in die ich mich fallenlassen kann.

Im Sommer pflege ich dann noch meinen Balkon, im Winter gehe ich meinem Interesse für Design und Innenarchitektur nach - oder sortiere die Sommerfotos.

Grundsätzlich ist es wichtig zu akzeptieren, dass nach abendlichem Dolmetschen der Adrenalinspiegel noch so hoch ist, dass ich erst spät in der Nacht einschlafe und mir selbst einige Tage gönnen muss, um wieder in der mitteleuropäischen Zeitzone anzukommen. Bis dahin lebe ich mit Zeitverschiebung, im Jet lag durch die Arbeit, mit der inneren Ortszeit von Montevideo.

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Foto: Im Wörlitzer Park

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Die Reden der anderen

Ein halbstündiges Hörfunkfeature über freiberufliche Übersetzer, "Die Reden der anderen", brachte letztens der NDR. Es geht los mit einer Kollegin, die eine Übersetzung für das Einsprechen eines Kinderfilms anfertigt. So wird Stephanie Schöberl vorgestellt, die auch wie ich viele Jahre aktiv in der Filmbranche gearbeitet hat und heute mit Schwerpunkt Film übersetzt. Die Reihe der Kolleginnen schließt ein Mann ab: Harry Rowohlt.

Im 2. Teil der Sendung werden auch finanzielle Aspekte des Berufs besprochen, Zitat: "Wer sagt, er könne vom Übersetzen leben, lügt oder schludert", denn Übersetzer sind oft unterbezahlt - und weiblich.

Auf NDR-Info, bitte anklicken, Sendung vom 29.11.2008, eine Sendung von Gisela Jaschick.

Aber leider sehe ich an der Ankündigung, dass offenbar die Programmredaktion nicht weiß, was Übersetzer von Dolmetschern unterscheidet ... (denn nur in den letzten Minuten werden Dolmetscher kurz erwähnt).

... etwas über Dolmetscher dolmetschen

Neulich in der Kabine: Vor dem Einsatz hat der Redner sein Manuskript hereingereicht. In der zweiten Hälfte der Pause bereite ich den Text vor. Dabei sehe ich, dass der Anfang leicht ist, danach wird's komplexer, da durch eine Metapher ein mir nicht so vertrautes Wortfeld eingeführt wird. Also denke ich den Rest der Pause über Fußball, Mannschaften, fair play und Trikotfarben nach.
Dann geht die Rede los. Und plötzlich merke ich, dass ich ja über mich selbst spreche - als Dolmetscherin erlebe ich das bei Konferenzen allenfalls bei der abschließenden Danksagung an alle Beteiligten.

Schön fand ich, dass der Redner auf Französisch anfing und auch aufhörte. Da war schnelles Schalten auf den anderen Kanal gefordert - und Pausen lassen, damit die Zuhörer Zeit haben, ihre Kopfhörer aufzusetzen ...
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Foto: Redemanuskript eines hohen Staatsbeamten

Gehirnmuskelkater

Nach einem Tag in der Dolmetscherkabine wird es oft in meinem Kopf nur so hell wie heute draußen, an diesem typischen grauen Berliner Wintertag: bereits am späten Vormittag sieht es nach Abendgrauen aus. Meine unterbelichtete Gehirnmasse schlummert dann wie so viele Berliner, denen der Lichtmangel aufs Gemüt schlägt. Nach dem gestrigen Hochleistungstag der kleinen grauen Zellen - Kabine von 9.30 bis 17.30 Uhr abzüglich einer Stunde Mittagspause - spüre ich im Kopf so etwas wie Muskelkater.

Er fühlt sich dumpf, flau und drückend an. Ich sehe nicht nur ungenauer hin, ich interessiere mich auch weniger für das, was mich umgibt, reagiere zugleich ausgeprägter auf Farben, Bewegungen, Lautstärke. Der Gehirnmuskel tut nicht weh, ist aber träge, und es geht von ihm eine Art von Schwere aus, die größere Willensanstrengungen nötig macht, wollte ich mich zu irgendwelchen halbwegs wesentlichen Handlungen motivieren. Ich gehe kurz zu mir auf Distanz und betrachte das Phänomen von außen - es scheint eine Mischung aus körperlicher Reaktion und Selbstschutz vor "Überlastspannung" zu sein.

Über das Stichwort "Gehirnmuskelkater" werde ich weiter nachdenken und -lesen. Ich fand dazu bislang vor allem einen Hinweis auf Migränepatienten: Der ärztliche Direktor der Schmerzklinik Kiel, Prof. Hartmut Göbel, beschreibt Migränepatienten als Schnelldenker - "und diese schnelle Gedanken-Aktivität führt zu einer Art Muskelkater im Gehirn".

Mein Kopf macht kein "Kopffeuerwerk", so beschrieb meine Schwester Friederike mal ihre Migräne, sondern das Gegenteil: Runterschalten. So laufe ich heute auf halber Energie nach einem Tag Kabinenhochleistungssport, an dem ich alles gab, weil ich wusste, es ist nur noch einer. Bei mehrtägigien Veranstaltungen lege ich mehr Pausen ein, schone mich bewusst auch schon im Vorfeld, bereite mich geistig und körperlich drauf vor. Ausdauer und Elastizität werden gefordert, und durch regelmäßiges, moderates Training lässt sich Muskelkater in Grenzen halten.

Sonntag, 14. Dezember 2008

Babüs mit Handies in Oldtimern

Deutsch ist ein ziemliches Sprachengewirr. Oft wissen wir nicht mehr, wo welches Wort wirklich zu uns hergewandert ist, mit der Zeit wird die Schreibweise angepasst, das "bureau" wird zum "Büro". Oder es wird vereinfacht ... zum Beispiel die Mehrzahl von Party und Baby. Auf Englisch ist das einwandfrei "Parties" und "Babies", so habe ich es in der Schule für die deutsche Schreibung auch gelernt.

Und wenn ich heute die Zeitung aufschlage, graust es mich, "Babys" steht da neben "Partys". So richtig gruselig wird es, wenn jemandem dann doch noch einfällt, dass Plurale von Worten auf -y eigentlich anders gebildet werden, dann aber versehentlich eine Vokabel erwischt, die Pseudo-Englisch ist. Beispiel gefällig: Das Handy - auf Englisch ist es das "cell phone" oder das "mobile phone". So werden die vermeintlich 'korrekt' geschriebenen mehreren transportablen Telefonapparate zu "Handies".

Mit vermeintlich anglophoner Weltläufigkeit schmücken sich auch "Showmaster“ (auf Englisch: „host“), die im „Oldtimer“ („vintage car" oder "classic car“) fahren, und dazu gerne einen „Pullunder“ aus englischem Garn tragen (auf Englisch: „sweater vest“), wenn sie nicht gerade im "Smoking" ("dinner jacket" oder "tuxedo") zur Gala fahren - natürlich mit mindestens zwei Handies, dafür ohne Babys.

Samstag, 13. Dezember 2008

Von Mamsellen ... Teil II

Heute ein Gastbeitrag von Dr. Otto-Heinrich Elias.

Quelle: Deutsches Fremdwörterbuch, begonnen von Hans Schulz, fortgeführt von Otto Basler, Bd. 2 Berlin 1942:

„Mamsell und Demoiselle, im 17. Jh. als ehrende Bezeichnung bürgerlicher junger Mädchen entlehnt und im 18. Jh. allgemein geläufig. Demoiselle galt zunächst dem adligen Fräulein. Daneben aber war Mamsell der Titel der französischen Sprachlehrerinnen und Gouvernanten, die in vielen deutschen Häusern als „Französinnen“ Stellung hatten und ging von diesen auch auf die anderen Dienstboten über. So wurde die fremde Anredeform allmählich für den allgemeinen Gebrauch unmöglich und für Anfang des 19. Jh. wieder durch das (bisher nur in Adelskreisen übliche) Fräulein ersetzt.“ „In Norddeutschland heute für die Leiterin des Milch- und Hauswesens auf großen Gütern.“

Weitere Belege: Schneidermamsell 1847, Putzmamsell 1863. „Sie ist eine Mamsell, bedeutet in der Schweiz ungefähr soviel als: sie hat aufgehört eine Jungfrau zu sein, ohne sich zu verheiraten.“ 1794. „In Frankreich auch derjenigen Weibspersonen Benahmung, die mittelmäßigen Stands sind.“ 1727.

Henning von Wistinghausen hat die „Französin“ als Berufsbezeichnung auf baltischen Gütern ausfindig gemacht.

Wenn eine Mamsell = Französin berufsmäßig mit der Vermittlung der französischen Sprache befaßt ist, dann bist Du auch so eine.


Schönen Sonntag noch,
Dein Heiner
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... und ich fand noch "Mamsell Übermut" als Backfischliteratur von kurz vor dem ersten Weltkrieg. So nannten also auch Hochwohlgeborene ironischerweise ihre Töchter, die dazu aber etwas blaustrumpfig und rauchend geraten sein mussten. Rückgruß, Caroline

Freitag, 12. Dezember 2008

Von Wollmäusen und Windwürsten

Es gibt Vokabeln, die lernt man nur im wirklichen Leben - oder man erfindet sie selbst. Zum Beispiel Sätze wie: "Die Wollmaus, das Haustier des alleinstehenden Mannes", das Wort ist hübsch, der Satz ist passé, weil diese possierlichen Staubtiere auch bei vielen Single-Frauen Einzug gehalten haben (und vermutlich immer hatten).

Andere Worte wiederum sind vom Aussterben bedroht. Der "möblierte Herr" beispielsweise, das ist eben schon erwähnter alleinstehende Mann, der ohne Ameublemang bei einer älteren, alleinstehenden Dame mit zu viel Wohnraum eingezogen ist und dem vermutlich am Ende des Tags dann ein typisch deutsches kaltes Abendbrot gereicht wird. Zu den achtzimmrigen Wohnungen Wilmersdorfer Offizierswitwen gehört auch das Wort "kalte Mamsell". Als ich das Wort das erste Mal hörte, dachte ich an "kalter Hund", was ein Kinderkuchen aus Keksen und Schokoglasur ist, denn das Wort fiel aus Gründen, an die ich mich nicht mehr erinnern kann, beim Bäcker. Das Wort passt indes zur Offizierswohnung: eine solche Mamsell kommt ins Haus, delegiert vom Feinkostgeschäft, und richtet das kalte Buffet für den erwarteten Besuch. Danke an Heiner, der Bestätigung ausgerechnet in dem DDR-Nachschlagewerk "Wörter und Wendungen" fand, Untertitel: Wörterbuch zum täglichen Sprachgebrauch, Hg. Erhard Agricola u.a., VEB Bibliographisches Institut Leipzig. 14. Auflage 1990: die kalte Mamsell (umg.; Köchin für die kalte Küche).

Wie ich auf derlei Wortmöbel aus vergangenen Zeiten komme? Nein, ich habe keine weitläufige Offizierswitwenwohnung geerbt, die ich nun untervermieten müsste, leider. Der "short cut" (auf nicht ganz so modern: die 'Assoziation') war "Wohnung" in Verbindung mit "kalt".

Was bei mir im Flur an der Tür liegt, um die Zugluft von der Treppe einzudämmen sowie das Ballett der Wollmäuse, ist ein "Dings". So hieß es bis vor kurzem. In einen Postsack hüllte ich alte Frotteetücher, die Fahrradgepäckschlaufen akkurat zusammenhalten.

Dieses Dings nun heißt, so befand zumindest ein französischer Gast unlängst, auf Französisch ein "boudin", Blutwurst also. Und ich kenne etliche Franzosen, die bei der Blutwurst recht schnell "Deutschland" assoziieren, wenn man sie lässt. Weil diese samt dem Sauerkraut angeblich von den "krauts" käme (wie die Engländer sagen), was aber mangelnde interkulturelle Kenntnis der französischen Regionalsprachen und -kulturen verrät. Das Elsass nämlich schreibt sich das Sauerkraut auf ihre Fahnen ... äh, nein, so nun doch nicht. (Und ich hielt die Blutwurst immer für englisch.)

Kurz: Mein Türdings ist eindeutig französisch, was das Bild beweist. Und heißt ab jetzt nicht mehr "Dings" oder gar "Windwurst", sondern "Postwurst".


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Donnerstag, 11. Dezember 2008

Projektmanagement

Dolmetscher und Übersetzer sind regelmäßig auch Projektmanager. Wir beraten unsere Kunden in Fragen der passenden Technik, wir verhandeln für sie Preise, planen Fahrten, Mitarbeiter und Termine. Und Abläufe, wenn die Projekte größer sind. Gerade haben wir ein periodisch erscheinendes Druckwerk übersetzt.

In Zeiten epidemisch sich verbreitender grippaler Infekte durften wir mit neuen Kräften jonglieren ("die Kräfte" stehen hier für "die Mitarbeiter"; sorry, I know, Ihr seid keine Leichtgewichter!) Es gilt also, ihre Fähigkeiten und Arbeitszeiten ebenso im Auge zu haben wie den Auftrag. Und wir kämpfen gegen diverses "unterwegs" erlittene Ungemach an: Ein Kollege hat sich einen anderen Virus zugezogen, einen Computervirus; bei der anderen hängt der Haussegen schief; die dritte hat einen neuen Rechner, und plötzlich sind die Funktionstasten anders belegt.

Da heißt es, ruhig Blut bewahren, die dead line fest im Blick. Der große Loop ist jetzt zu Ende (siehe Montag). Schwierig war, dass wegen der Feiertage der Arbeitsmonat so kurz war und die zu bearbeitenden Texte oft recht spät kamen. Der eine kam sogar nach Abgabetermin - irgendwann fiel mir auf, dass eine (falsch geschriebene) Fotounterschrift, die längst bearbeitet war, doch auch ihren Haupttext haben müsse. Dieser hätte längst angekommen sein sollen, war es aber nicht. Und da die Summe der maximalen Anschläge der Zeitschrift nicht nur längst erreicht, sondern weit überschritten war, schien ganz offensichtlich nichts zu fehlen.

Den Überblick über den Fortgang der Arbeit verschaffte ich mir mit farbig markierten Dateien - rot ist "stop" (= aufgepasst!), grün steht für "go", ganz einfach. Die Software vermerkt die Zeiten der letzten Arbeitsschritte, das hilft ebenso wie die Namen der Dokumente, die wir am Ende so markieren, dass alles auf einen Blick ersichtlich ist: Zielsprache, Initialen der Übersetzer und der Korrektoren. Also Weblog_FraCEKorrJCP.doc. Oder Weblog_DEU_OK.doc - der Text ist bereits verschickt.

Am Ende standen im virtuellen Ordner nebst "Style Sheet" und "Übersicht" weitere 152 Dateien, denn viele Texte wurde zwei Mal Korrektur gelesen. Hintergrund: ein weiterer (nicht geplanter) Zwischenschritt bestand im Runterkürzen der fertig übersetzten Beiträge. Französische Texte sind oft länger als deutsche, bis zu 20 %, und bei der internationalen Publikation wird überall das gleiche Layout verwendet - was wir aber erst spät erfuhren.

Der Rest ist Kommunikation: Wer macht was, die Übersichtstabelle auf Excel, wie viele Anschläge, wie viel Zeit, wie gut sind Übersetzung und Korrektorat, was haben wir über-, was unterschätzt. Unterschätzt sicher wieder das Formulieren knackiger Überschrifen. In der Redaktion machen das die Chefs ganz am Schluss, da kennt der- oder diejenige dann, sofern es eine gibt, die Pointe.

Hier ist meine dieses Jobs: Der irgendwie verlorene Artikel, der dann als allerletztes übersetzt wurde, ist einem Big Band-Leader gewidmet, sein Familienname: Last.

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Noch ein Tipp: Dokumente, die an verschiedenen Tagen zu verschiedenen Projekten entstehen, werden bei uns am Anfang des Dokumentnamens amerikanisch datiert, damit sortieren sie sich automatisch, z.B. hieße dieser Text hier: 081212_Projektmanagement.doc
Unterschiedliche Fassungen lassen sich dann wieder durch Endungen unterscheiden.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

T(r)ick: Bestes Arbeitsgerät

Was Dol­met­scher und Über­setzer um­treibt (hier: eine Dol­met­sche­rin­ und Über­set­ze­rin­), be­schrei­be ich seit 2007 an die­ser Stel­le. Heute: Basics!

Gerne werde ich nach Tricks gefragt. Meine Tricks sind fast Ticks, das fiel mir neulich erst auf. "Konsek" war dran, also ein Gespräch in Gesprächspausen hinein zu dolmetschen. Die Abschnitte wurden länger, ich machte mir immer mehr Notizen. Kämpfte erst mit dem Papier, dann mit dem Stift. Hatte das falsche Arbeitsgerät dabei, neues, noch nicht eingeschriebenes, das mir ohnehin beim Kauf merkwürdig schwer vorgekommen war.

Kurz: Ich durfte plötzlich lernen, wie viel Energie in diese belanglosen, zentralen Dinge wie Papier und Stift ging. Merke: wichtig sind Streichelzarte, möglichst holzferne Papiere und dazu ein leichter Füller mit gut greifbarem Gehäuse, feinster Feder und schöner, dunkler, satt fließender Tinte! Ja, dazu stehe ich. Ist Luxus, weiß ich, ist teuer, ja, weiß ich auch, aber damit arbeitet es sich einfach ganz anders.
Mein Lieblingsfüller mit 17 Gramm

So, jetzt zum Angstmachen, wie der halbe Tag ausging: Als Arbeitsunfall, der richtig wehtat. Kurz: es ist Blut geflossen, und die Tage danach schrieb ich nur noch mit dem Rechner. Beim Einsatz aber schob mir einer der Auftraggeber, begleitet von mitleidigen Blicken, seinen Werbekuli hin ... 
Der Neukauf mit 42 Gramm



Aber der war länger als für ein paar Minuten auch keine Alternative. Zweites Ende des Tages: Das abendliche Nachwiegen der Arbeitsgeräte auf der Kuchenbackwage, und siehe da, der neue Füller ist 2,5 Mal so schwer wie das angestammte Werkzeug, weshalb er jetzt in das Geschäft zurückwandert. Voilà !

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Fotos: C.E., die Füller sind vom gleichen
Hersteller, aber andere Serien

Diplomatie

Eine eherne Regel unseres Gewerbes: Sei diplomatisch, schimpfe nicht, auch wenn es Deine Kunden tun. Wir sind die geborenen Weichsprecher, Sprachsofties und Aufhübscher.

Einst, bei Hofe, wurden die Überbringer schlechter Nachrichten geköpft. Es ist, als sei dies unsereinem in einer Art und Weise erinnerlich, dass wir bis in die letzte Faser von Freundlichkeit durchdrungen sind. Mosern? Schreien? Oder gar wüten? Allenfalls privat und wenn, dann in homoöpathischen Dosen. Sorry, sich mit uns fetzen kann schwer werden, weil der Habitus des Berufs (ach, ja!) doch sehr abfärbt.

So wird denn jede Invektive (Beleidigung) im Verdolmetschungsprozess mindestens "eins rauf" gehievt, ein Sprachniveau netter, weniger bedrohlich. Denn unsere Köpfe sind zwar nicht mehr bedroht, aber der Job. Denn so wie einst die Potentaten nur zwei Möglichkeiten hatten: sich vertragen oder sich bekriegen, so ist es heute oft auch. Also: Man geht auseinander oder findet einen Schuldigen. Vielleicht hat der Dolmetscher nicht gut übersetzt, vermutlich ist das nicht auszuschließen, das ist ganz sicher!

Laut lachen musste ich, als mir eine Leserin diese Ausmalvorlage zu unserem Beruf zuschickte, wie sie von einer Lehrerseite heruntergeladen werden kann. Die Zwangslage ist ganz gut getroffen. Aber ob derlei für unseren Berufsstand wirbt?

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... verkleinert lassen sich die Schulbilder sicher auch für Vokabelkärtchen verwenden ... (Der Link zur Seite ist auf das Wort Schulbilder gesetzt.)

Dienstag, 9. Dezember 2008

Weihnachtsgrüße auf Amharisch

In den Wochen vor den Weihnachtstagen hat der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) freundlicherweise ein Serviceangebot hochgeladen, das als Weihnachtsdatenbank online firmiert: Hier ist der Gruß "Frohe Weihnachten" in mehr als 60 Sprachen veröffentlicht, und zwar nicht nur auf Englisch, Spanisch und Französisch, sondern auch in seltenen Sprachen wie „Amharisch“ oder „Twi“. Amharisch ist die Sprache Äthiopiens, während Twi in Ghana gesprochen wird.

Für Sprachen mit eigenen Zeichen sind die Übersetzungen in Form einer Grafikdatei zu finden. Das Herunterladen der internationalen Weihnachtsgrüße ist kostenfrei.

Liebe Kolleginnen und Kollegen vom BDÜ, fürs nächste Jahr wünsche ich mir Neujahresgrüße, und zwar schon etwas früher im Jahr, damit alle Konfessionen und auch die Atheisten etwas davon haben.
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Link und Quelle für die Information: BDÜ

Lernhilfe

Nächsten Freitag dolmetsche ich ein Gespräch zweier potentieller Geschäftspartner. Dazu habe ich schon letzte Woche darum gebeten, mir im Voraus alle Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Außerdem bat ich um weiteres Material zu dem Thema des Tages, sogenannte "Paralleltexte" und "Referenzmaterial“. Aus diesen Arbeitsgrundlagen erstelle ich dann eigene Terminologielisten, die ich in eigenen Datenbanken verwalte. Die Begriffe wandern je nach Schwere ins Vokabelheftchen, auf Karteikarten, damit in mein kleines Reisegepäck für den Tag, ans Kopfende des Bettes, auf den Coffee table am Sofa. Denn ich habe es schon erlebt, dass eine einstündige Pressekonferenz mich einen bis mehrere Tage Vorbereitung gekostet hat.

Dazu verwende ich Karteikarten — in beide Richtungen. Es ist ganz einfach: Beim Durchsehen wandert nach hinten, was ich kann, und wieder nach vorn, was doch noch nicht saß. Damit kann ich gezielt die Worte wiederholen, die ich noch nicht sicher beherrsche. Am Ende drehe ich die Vokabeln um, die andere "Richtung" ist dran. Die so zweimal durchlaufenen Begriffe werden am Ende wieder nach Themen sortiert, zu kleinen Päckchen verschnürt und sie wandern bis zur "Wiedervorlage" in einen wunderschön beklebten Karton, der oben auf dem Flurregal thront.

Inzwischen habe ich auch eine Quelle für Umgangsenglisch aufgetan, ein Internetanbieter verkauft Broschüren mit Lerntexten und anderem Material, dazu gibt es Vokabelkarteien, das Ganze in Ergänzung eines wunderbaren Programms, mit dem ich mir ein englisches Wort jeden Tag zumailen lasse. Das hilft, sofern ich Gelegenheiten schaffe, die Begriffe anzuwenden. Die eigenen Kärtchen lerne ich aber schneller, das Selbstschreiben ist Teil des Lernprogramms. Und Sprachschüler können sich mit Fotos und Zeichnungen (z.B. aus Zeitschriften) ihre eigenen Vokabelkarten basteln.

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Englische Lernkarten: von Paul Smith/OWAD

Rascheln

Heute Nachmittag darf ich eine Drehbuchübersetzung einschätzen. Sie klingt wie zu rasch übersetzt. Ich sage das einer französischen Nachwuchskollegin, die mit anderen Sprachen als Deutsch arbeitet. Sie darauf: "Das letzte Mal hast Du gesagt, es raschelt!"

Und sie fragt mich, ob "es raschelt" von "rasch" käme. Eine sehr schöne Frage. Aber leider muss ich sie enttäuschen, rasch bedeutet schnell, während "rascheln" für das Geräusch steht, das beim Umblättern von Papier oder beim schlurigen Gang durch Herbstlaub entsteht, es raschelt dann. In Büchern, die nach Übersetzung klingen, lösen sich die Dialoge auch beim Sprechen nicht von dem Papier, auf dem sie stehen, und alles liest sich wie zu stark konstruiert, birgt kaum Überraschungen. Die Franzosen sagen an der Stelle: "C'est téléphoné !", das klingt, wie per Telefon durchgegeben, es ist vorhersehbar, schlecht übertragen ...

Zum Troste noch eine Runde Geheimrat:

"Denn was man auch von der Unzulänglichkeit des Übersetzens sagen mag, so ist und bleibt es doch eines der wichtigsten und würdigsten Geschäfte in dem allgemeinen Weltverkehr.“
Johann Wolfgang von Goethe

Selbst und ständig

Wieder was Unübersetzbares: Freiberufler arbeiten selbst und ständig, deshalb heißt es auch "selbstständig". Wenn Sie die schillernd bunten Dateien von heute Morgen genauer ansehen, merken Sie, dass wir auch am Sonntag arbeiten. Manchmal ist das so - selbst in den Ferien.

Denn Dolmetscher sind immer im Einsatz. Neulich auf dem Flughafen in Lyon: Die Baustelle, auf der wir halten, hat neben Rollfeld noch ein paar Hinweisschilder zu bieten und irgendwo soll, so geht zumindest die Kunde, auch eine Anschlussflughalle sein. Inmitten des Platzes, zwischen Zementhaufen, Absperrungen und lauttönenden Gerätschaften, ein Busbahnhof ohne Fahrpläne, daneben Schilder, die in alle Richtungen gleichzeitig weisen. Und da steht ebenso einzeln wie einsam ein Busfahrer. Er versteht nichtmal "Bahnhof", als die deutschen Flugreisenden immer lauter werden, weil sie sich nicht vorstellen können, dass am Flughafen von Lyon der Busfahrer eines öffentlichen Verkehrsnetzes steht und kein Englisch kann.

Hier hab ich flugs Verkehrsströme geregelt und Reisende auf die Busse zu den verschiedenen Fernbahnhöfen verteilt. (Sans crier gare, je me suis rendue utile, mais là encore, c'est intraduisible !)

"Sie können das aber gut!", sagt da ein Reisender. "Kein Wunder", darauf ich, "bin von Berufs wegen Dolmetscherin!" Da zuckt der gute Mann kurz zusammen und fragt ängstlich: "Müssen wir jetzt was zahlen?"

Aber eine Dolmetscherin dolmetscht eben auch mal so nebenbei, wenn sie auf der Fahrt in den Herbsturlaub ist.

Montag, 8. Dezember 2008

Schlusslektorat

Gerade hängen wir in der Korrekturschleife. Der Loop ist riesig, das Ende bislang nur erahnbar. Da heißt es Nerven bewahren und mit den Energien bewusst umgehen: Das Ganze hat etwas von Marathonlauf.

In der Dolmetscherkabine kenne ich das Gefühl zu Genüge. Meine Tricks: viel Wasser trinken hält das Gehirn in Schwung, zwischendurch Kurzzeit-Tiefentspannung (der Schnelldurchlauf vom als Kind schon geübten Autogenen Training), und, sehr wichtig, gute Laune bewahren.

Sonntag, 7. Dezember 2008

Kopfunter

Das Deutsche bietet schöne Worte. Kopfunter ist so eins: als Kind hab ich gern kopfunter von der Schaukel gehangen und mir die Welt verkehrt herum angesehen. Das fiel mir letztens ein, als ich am Samstag frei hatte und Freundin Sandra dringend mit mir im Laden Klamotten anprobieren wollte. Das ließ ich sie alleine machen. Denn im Laden gab's einen sehr großen Gymnastikball und ich hab mich draufgelegt, wo doch an einem halbwegs hellen Samstagnachmittag außer der Verkäuferin, Sandra und mir niemand im Geschäft war, den Rücken entspannt und mir kopfunter die Welt betrachtet.

Nach drei Wochen mit vielen Dolmetschereinsätzen bin ich auch tags irgendwie kopfunter. Der Kopf trielt vor sich hin und sieht alles, aber irgendwie ähnlich wie beim ersten und zweiten Farbauftrag eines Aquarells: alles ist da, aber unscharf. Ich sehe den Raum, focussiere kein einzelnes Detail, sondern nehme die Einzelheiten fast gleichwertig wahr - und mich mitten im Raum. Der zweite Laden, in den wir reingehen, ist ein Buchladen. Da greife ich mir zielsicher ein Buch zum "Open Focus" und zu Alpha-Wellen, denn die scheinen in meinem Gehirn grad fröhliche Urständ' zu feiern.

Es ist wie beim Dolmetschen, ich muss aufs Ganze hören, völlig entspannt, ungerichtet, nicht im Stress, und zugleich gespannt genug, dass ich nicht nur die Details richtig höre, richtig bewerte und übersetze, sondern eben auch den Kontext. Open Focus. Gerne würde ich in dem Zustand mich mal in einen Magnetresonanztomographen legen, Sie wissen schon, diese Röhre zum Reingucken in den Kopf.

Jetzt muss mein Kopf erstmal wieder auftauchen, dann lese ich das Buch und erzähl' hier mehr davon. Versprochen.

Und was bedeutet "kopfüber"? Und "Hals über Kopf"? Ich sag's auf Neudeutsch: *kopfkratz*

Samstag, 6. Dezember 2008

Arbeitsbedingungen

Gu­ten Tag oder gu­ten Abend! Sie sind mit­ten in ein Ar­beits­ta­ge­buch hin­ein­ge­ra­ten, in dem sich al­les um Spra­che, Dol­met­schen, Über­set­zen und Kul­tu­ren dreht. Als frei­be­ruf­li­che Sprach­mitt­le­rin ar­bei­te ich in Pa­ris, Ber­lin, Mar­burg und dort, wo ich ge­braucht wer­de. Heu­te wie­der: Me­dien­dol­met­schen.

Zwischen Dolmetsch­ein­sät­zen beim Press Junket habe ich manch­mal eine kurze Pau­se, wenn in Ber­lin le­ben­de Fran­zo­sen zum In­ter­view kom­men. Oder 'hal­be Pausen', denn über­ra­schend vie­le Me­dien­leu­te in Ber­lin spre­chen oder ver­ste­hen zu­min­dest die fran­zö­si­sche Spra­che. 

Dann ziehe ich es vor, da­bei­zu­sit­zen, zu­zu­hö­ren und mir Mus­ter­über­set­zun­gen für spä­ter ein­fal­len zu las­sen, denn die Fra­gen wie­der­ho­len sich, die Ant­wor­ten auch. Zwi­schen­durch souff­lie­re ich ger­ne das ei­ne oder an­de­re dann doch auf Sei­te des/der Fra­gen­den feh­len­de Wort.

Da­bei habe ich manch­mal Zeit, über Ar­beits­be­din­gun­gen nach­zu­den­ken. Lie­be Be­trei­ber von Grand Ho­tels, be­ach­ten Sie bit­te Fol­gen­des: Stüh­le, auf de­nen die Stars mög­li­cher­wei­se sit­zen wer­den, dür­fen bei Be­we­gun­gen de­rer­sel­ben kei­ne stö­ren­den "Ab­luft­ge­räu­sche" ma­chen, die schlimm­sten­falls an­de­ren Quel­len zu­ge­schrie­ben wer­den. Kli­ma­an­la­gen müs­sen lei­se lau­fen und dür­fen sich auch nicht aus­wir­ken wie ein Fön. 
 
Lau­rent Can­tet beim In­ter­view
Zu­al­ler­erst aku­stisch nicht, das gilt aber grund­sätz­lich (war letz­tens in in Ham­burg lei­der an­ders!), und auch raum­kli­ma­tisch nicht. Nun dach­te ich im­mer, der­lei ver­stün­de sich ir­gend­wie von selbst. In­des, vor ziem­lich ge­nau drei Jah­ren saß ich mit Ma­de­moi­selle Na­tha­lie Baye in ei­nem Zim­mer am Pots­da­mer Platz und wir ka­men uns den lie­ben In­ter­view­tag lang wie ele­gan­te Ka­ros­se­ri­en vor, die auf ih­re Wind­schnitt­ig­keit hin ge­tes­tet wer­den soll­ten.
Ge­gen das Ge­blä­se im Strö­mungs­ka­nal hal­fen nicht ein­mal die flugs her­bei­ge­brach­ten Schals und hei­ßen Tee­kan­nen. Bes­ser wäre es ge­we­sen, das her­bei­ge­ru­fe­ne Per­so­nal hät­te die Wind­ma­schi­ne zur Räs­on ge­bracht. 

Am En­de des Ta­ges bzw. neun Mit­ar­bei­ter spä­ter, die al­le nicht wei­ter­wuss­ten, wa­ren wir bei­de fer­tig und halb krank. Seit­her ist mir die­se "Lu­xus­her­ber­ge" zum Glück er­spart ge­blie­ben.

Al­les das kann In­ter­view­leis­tung der Schau­spie­ler und Re­gis­seu­re ver­rin­gern, aber auch die Kon­zen­tra­tion von Dol­metsch­ern un­ter­mi­nie­ren. Die­ses letz­ten Mal ist aber außer leicht un­schick­lich tö­nen­dem Stuhl und fein quiet­schen­der Tür nichts zu ver­mel­den.

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Fo­to: C.E.; der Re­gis­seur kor­ri­giert das Mi­kro

Freitag, 5. Dezember 2008

Laurent Cantet in Berlin

Viele Dolmetschkunden betreue ich über Jahre. Zum Beispiel Regisseur Laurent Cantet, den Gewinner der diesjährigen "Goldenen Palme" von Cannes. Er war um das Jahr 2000 zum ersten Mal mit einem Film in Berlin. Schon damals dolmetschte ich ihn, als er im "Cinéma Paris" die Arte-Koproduktion "Ressources humaines" (wörtlich: Personalabteilung) vorstellte.

Zwischen beiden Filmen liegen vier andere Streifen, für die ich zum Teil auch tätig wurde. Und letzten Sommer war Laurents Film der Eröffnungsfilm des Münchener Filmfests, und ich durfte für ihn in den Süden reisen.

Gestern sahen wir uns in Berlin wieder zu Presseinterviews - nach dem Tag in München der zweite deutsche PR-Tag für den Film, der hierzulande im Januar startet. Seit dem Sommer war Laurent fast ohne Pausen auf Promo-Tour für den Film unterwegs, der in 60 Länder verkauft wurde. Vor dem Dolmetscheinsatz habe ich die Notizen aus dem Sommer nochmal überflogen und konnte sehr viele Partien rekonstruieren, so evident war das Gesagte, so klar hörte ich seine Stimme noch in meinem inneren Ohr.

Dieses Mal bricht mir gleich bei der ersten Interviewrunde der kalte Schweiß aus. Ich versuche für die Radiokollegen so wortgetreu wie möglich zu übersetzen, gebe auch Wiederholungsschleifen wieder, manchmal nur angedeutet, damit sie sich im Tonmaterial später leichter orientieren können, zeichne Laurents Pausen in die Notizen, versuche, auch diese mitzusprechen. Aber in den letzten Monaten hat der Regisseur so häufig über seinen Film gesprochen, dass seine Sätze wie Brühwürfel wirken: hoch konzentriert und fertig für den Aufguss, derart voller Andeutungen und Nebenlinien ... Oder liegt es daran, dass ich viel weiß über den Film nach der intensiven Beschäftigung mit ihm letzten Sommer, so dass sich mit jedem Nebensatz für mich eine neue Bedeutungsebene auftut? Den Sommereinsatz hatte ich ja auch noch jeweils einen Tag lang vor- und nachbereitet (was die Vorbereitung dieses Mal gewaltig minimierte, siehe oben).

Kurz: Es ging alles gut, aber war enorm anstrengend und richtig harte Arbeit. Ich sehe das an der Handschrift, die eckiger ist als sonst. Außerdem fehlt mein angestammter Füller, und das Ersatzwerkzeug erweist sich als ungenügend. Da ich viel notiere, ist das ein wichtiger Aspekt. Schlechtes Arbeitsgerät kann mich immer wieder sekundenlang "rausbringen".

Erst, als der Füller per reitendem Boten nachkommt und sich die Routine wieder einstellt, finde ich zu meiner gewohnten Leichtigkeit zurück. Mein Umfeld hat übrigens nichts von all'dem mitbekommen, derlei spürt nur, wer mit mir über viele Tage nacheinander zusammenarbeitet. Dabei ist Laurent sehr aufmerksam, aber selbst auch in den eigenen Gewohnheiten verfangen: Wenn er lange Passagen am Stück spricht, muss ich auch lange dolmetschen, bis zu drei Seiten Notizen "abarbeiten". Das will er mir ersparen und versucht, seinen Gedankenfluss zwischendurch kurz zu unterbrechen - aber er hat Mühen, den Einsatz wieder zu finden, selbst, als ich Stichworte gebe. Das Problem ist dabei am Ende nicht er, sondern die Interviewsituation mit mehreren ungeduldigen Journalisten: Jeder möchte seine Fragen loswerden und freut sich immer, seine rasch auch noch stellen zu können, wenn ein Aspekt erledigt scheint ...
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Foto: Ines Kappert von der taz kam mit Fotograf

Merci beaucoup III

Hier der O-Ton von Menschen, die mich als Dolmetscherin erlebt haben. Heute Kai Röger, Redakteur der Zitty, für den ich vorhin ein Presseinterview konsekutiv übertrug.
"Sie können großartig übersetzen, so richtig großartig!"

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Gegen den Text stellen

Auch bei Sprachdienstleistungen greift es um sich - das Übel der modernen Zeit. Nein, ich schreibe hier nicht über automatische Übersetzung, der ich die Überschrift verdanke — ich nahm die Zeile "Warnung vor dem Text" und schickte sie via "babelfish" einmal ins Französische und zurück (Zwischenschritt: "mettre contre le texte".)

Ich möchte ein paar Zeilen über das Praktikantenunwesen loswerden. Sprache ist empfindliches Gut, derlei lässt sich nicht sicher von einem in den anderen Sprachraum bringen, ohne, dass der Transporteur erfahren ist. Das "Medium" ist da weniger wichtig, also ob gedolmetscht oder übersetzt wird, es kommt stets auf Erfahrung und Sorgfalt an. Oder erwarten Sie von ihrem Anwalt, dass statt seiner der Praktikant die Schriftsätze verfasst? Wohl kaum.

Einige Blüten möchten wir Ihnen zum Unterstreichen des Gesagten dennoch nicht vorenthalten:

— "les filles marchaient le long du trait" für "die Mädchen gingen auf den Strich", also "die Mädchen gingen eine Linie entlang" statt: "sie prostituierten sich"

— "Blutsbande" wurde mit "pansement pour l'enfance" "übersetzt" ("Verband für die Kindheit"? Ich verstehe nicht mal, was auf Französisch gemeint sein soll, auf Deutsch geht es um Blutsverwandtschaft)

— "Depuis Tourneur et Tonnelier, les Français ne se sont plus intéressés au cinéma allemand" - "Seit Wenders und Fassbinder haben sich die Franzosen nicht mehr für das deutsche Kino interessiert"

Das erste Beispiel stammt aus einem Film. Die ganze 'Übertragung' des Films hat eine Kollegin zwei Tage und Nächte lang Nerven in einer Rettungsaktion gekostet. Das zweite Beispiel stammt aus einem Festivalkatalog und wurde leider vor kurzem genau so abgedruckt. Das dritte Beispiel stammt vom gleichen Festival, wurde aber, als nämliches Festival vor einigen Jahren noch professioneller seine Abläufe kontrollierte, vor Drucklegung 'entdeckt'.

Manchmal denke ich, wir Profis sollten "die Chose" einfach mal "sausen lassen", wenn allenthalben (und vor allem in sogenannten "Kulturbetrieben") die Praktis derart missbraucht werden. Denn diese tun sich selbst keinen Gefallen, machen sie sich doch den Anschlussjob selbst kaputt. Und wir mit Erfahrung zahlen mit Nachtschichten drauf und schlechter Laune, weil die Aufräumarbeit in keinem Verhältnis zum Honorar steht. Da müssen wir uns ganz einfach "gegen den Text stellen" bzw. gegen die Unkultur der Praktikantenausbeutung - auf dass unsere Arbeit wieder anerkannt werde.

Aber dazu brauchen wir uns fast nicht zu verabreden, siehe zweites Beispiel. Die hoch subventionierten Kultureinrichtungen, die "sparen" müssen, demontierten sich mit derlei Dilettantismus ja bereits selbst.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Lesen, lesen, lesen

Wir drehen ein biografisches Interview. Der Gesprächspartner zögert bei einer Zahl, hält inne, schaut mich fragend an. Ich antworte wie aus der Pistole geschossen, nenne das richtige Jahr. Er nickt, kratzt sich kurz am Kopf, beginnt noch ein Mal.

Beim Dolmetschen von Interviews ist Vorbereitung mehr als die halbe Miete. Und sicher, alles kann (und will) ich nicht wissen, aber die relevanten Daten hab ich im Kopf, Ereignisse, Fakten, Ver- und Entwicklungen. Mein Einsatz wirkt leicht, einfach, spielerisch, doch hängt viel Lesearbeit dahinter. Dieses Mal waren es sicher 200 Seiten, dazu habe ich noch zwei Filme (wieder)gesehen. Ich bin ruhig, sicher in meiner Verdolmetschung, fühle mich zu 100 % an meinem Platz. (Und weniger erfahrenen Interviewpartnern vermag ich, wenn wir Glück haben und "die Chemie stimmt", durch diese Ruhe sogar etwas vom Stress des Gefilmtwerdens zu nehmen.)

Hier sprechen wir " d'un même souffle " (wie mit einer Stimme), so nannte Drehbuchautor Jean-Claude Carrière die gemeinsame Erfahrung einst. So soll es sein. Solche Arbeitsstunden bedeuten einfach nur - Glück.

Sonntag, 30. November 2008

Fachjargon

Ist le CA Teil eines KVA? Bedeuten HUs auf Französisch les frais généraux ? Jeder Beruf hat seine Fachtermini, und die stehen meist in keinem Wörterbuch.

Wenn also ein Termin ansteht, zum Beispiel eine Sitzung über den Versuch, die Abrechenbarkeit von Ausgaben für Dreharbeiten bei staatlichen Stellen in Deutschland und Frankreich einander anzunähern und damit Koproduktionen gerechter zu machen, sind Fachdolmetscher für Film und Medien gefragt. Das ist nur ein Beispiel - unsere Einsatzmöglichkeiten sind gar vielfältig.

Wir bereiten uns auf den Einsatz vor, indem wir auf Originaldokumente zurückgreifen, Fachleute anrufen, auch schon mal beim Kunden nachfragen. Diese Arbeit ist zeitintensiv, mit Spürnase suchen wir Begriffe aus Dokumenten heraus und lernen manchmal sogar erst beim Einsatz ihre anderssprachige Entsprechung. Daher führen wir Lexiken, unsere eigenen Wörterlisten, die vor dem nächsten Einsatz als Lernmaterial verwendet werden, dann wieder ergänzt, korrigiert, wo nötig, unter Kollegen ausgetauscht. Auch meine alten kleinen Vokabelheftchen mit Alltagsvokabeln ziehe ich regelmäßig wieder hervor. Nicht alle, aber die der letzten Jahre.

Die meisten Dolmetscher sind spezialisiert, nur wenige sind Allrounder. Daher ist es sinnvoll, den/die passenden Kollegen beizeiten zu buchen. Meine letzten Einsätze dieser Art wurden sechs bis sieben Monate im Voraus angemeldet. Und selbst dann hören wir im Dolmetscheinsatz noch neue Worte, ergänzen und greifen zunächst auf Umschreibungen zurück - mitunter von von Worten, die noch vor einem Jahr völlig eindeutig und daher nicht aufschreibenswert schienen.

Und die Fachinhalte zu kennen hilft, das in der deutschen Grammatik benachteiligte Verb zu erahnen - es steht ja am Ende. Und die Sätze zu den imprévus, der Überschreitungsreserve, sind schon sehr wichtig im deutsch-französischen Austausch, ist es doch das Ziel der Franzosen, diesen "finanziellen Puffer" möglichst nicht anzurühren und das Ziel der Deutschen, sie sinnvoll zu verwenden. Hintergrund dieser Unterschiede ist die Regelung, dass die Deutschen nicht verwendete Subventionen zurückerstatten müssen, die Franzosen aber nicht.

Das Wort "Lifelong learning" könnte also von einem Dolmetscher erfunden worden sein. Ich arbeite auch an Tagen ohne Einsatz. Neben den Fachgebieten müssen Dolmetscher auch in wirtschaftlichen und politischen Themen am Ball bleiben, denn wer weiß denn schon im Voraus, wohin sich eine Diskussion entwickelt ...

Chiffre d'affaires (CA) - der Umsatz
le devis - der Kostenvoranschlag (KVA) oder die Kakulation (Filmprojekt)
les frais généraux - die Handlungsunkosten ("die HUs")

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P.S. Hier schreibe ich nur über Kunden, wenn es sich um Momente ihres Lebens als Personen des öffentlichen Lebens handelt - oder zu Themen der öffentlichen Debatte. Grundsätzlich gilt das Gebot der Diskretion. Mein Vokalbellern-Schreibtisch ohne konkretes Projekt unterliegt diesem nicht.

Donnerstag, 27. November 2008

Dolmetschen beim Dreh

Guten Tag oder gu­ten Abend! Auf die­sen Sei­ten schrei­be ich über den All­tag aus Sprach­mittler­sicht. In der Welt der Über­setzer und Kon­fe­renz­dol­metscher ist ei­ni­ges anders als drau­ßen, sogar das Hö­ren oder das Sit­zen und das Träu­men!
Die Arbeit als Dol­met­sche­rin beim Dreh zeitigt Folgen. Seit Tagen sitze ich oft direkt neben der Kamera, denn als die­je­ni­ge, die meist auch die Vor­ge­sprä­che geführt hat, bin ich die zentrale Kon­takt­per­son der Ge­sprächs­par­tner. Säße ich abseits, der Blick ginge ver­mutl­ich zu häufig in meine Rich­tung, und das ist nicht das, war als "normale In­ter­view­si­tua­tion" zu den üblichen Ar­beits­wei­sen zählt (wenn der Befragte dann gewis­ser­maßen nach links oder rechts aus dem Fern­sehen "raus­schaut").



Direkt neben der Kamera muss ich meine Be­we­gun­gen re­du­zie­ren, darf nicht hus­ten, habe mein ei­ge­nes Mikro für die kon­se­ku­tiven Verdol­met­schun­gen. Daher werden die Inter­views länger dauern als einsprachige. Und regel­mäßig wird eine neue Kas­sette ein­ge­legt, wenn das Band voll ist.

Heute Morgen wache ich vom eigenen Lachen auf. Das passiert mir ein paar Mal im Jahr. Heute, weil ich geträumt habe, dass das Band zu Ende war. Ori­gi­nal­ton Traum: "Kurze Unter­bre­chung des Traums, wir müssen eine neue Kas­sette einlegen!"
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Fotos: Interviews werden eingerichtet. Mehr Fotos hier.

Paris, Paris

Heute im Kino: Der Film, der auf die "Kinder des Monsieur Matthieu" folgt, Sie erinnern sich vielleicht, es ging damals um ein Internat und Chorgesang. So "gepitcht" (wie Filmleute eine Kurzvorstellung nennen) klang der Film für mich nicht interssant. Das Ergebnis aber war spannend - und hat in Frankreich eine Chorwelle ausgelöst.

Nun hat also Regisseur Christophe Barratier "Faubourg 36" vorgelegt, der auf Deutsch "Paris, Paris - Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück" heißt. Hier war ich bereits im Oktober bei den Press Junkets als Dolmetscherin dabei, 'verarztete' Stars wie Pierre Richard, "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh", und Gérard Jugnot (Foto). Hier sind wir außerhalb der Dolmtscherkabine, meistens dolmetschen wir diese Anlässe konsekutiv, was bedeutet, dass ich mich nicht mit einer Kollegin abwechsle wie im Simultanen, sondern mit dem zu Dolmetschenden, was neben einem guten Gedächntnis gute Notizentechnik notwendig macht. Außerdem herrscht hoher Zeit- und Qualitätsdruck - die Journalisten haben ihre Aufnahmegeräte dabei, mein Output muss also "sitzen".

Wie der Film war? Fragen Sie mich das bitte nicht. Ich weiß es nicht. Wenn ich professionell dolmetsche, spreche ich in der 1. Person Singular, wenn mein Kunde gerade "ich" gesagt hat. Damit rücke ich ihm sprachlich "auf den Leib". In der Runde mit den Journalisten sitze ich neben den Stars, teile auch räumlich ihre Perspektive und sehe auf die Journalisten, versuche wie die Filmschaffenden, von den Gesichtern der Pressevertreter Reaktionen abzulesen.

Kurz: die kritische Distanz zum Film fehlt mir, wo es doch gerade sie ist, die gute Filmkritik ausmacht. Denn Filmjournalismus darf nicht einfach nur aus der Wiedergabe des Inhalts und dem Heraussuchen der Zitate bestehen. Wo wäre da die intellektuelle Arbeit? Zusammenfassungen liefert das Presseheft und den O-Ton (für "Originalton") zeichnet das Mikrophon auf. (So belästern auch manche Journalisten ihre unkritischen Kollegen als gut bezahlte Mikrophonständer.)

Allein die Tatsache, dass der Verleih an mich ein Honorar überweist, verbietet es mir, mich als Journalistin zu äußern, auch wenn dies mein erster gelernter Beruf ist.

Dass derlei dennoch oft vermischt wird, auch bei öffentlich-rechtlichen Sendern, spricht Bände über den Zustand der Medien.

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Foto: Gerard Jugnot interessiert sich für meinen Stenoblock. Danke, Herr Aust, für das Drücken des Auslösers! Und ein Dankeschön an die treuen Leser, dass Sie auch diese kleine inhaltliche Wiederholung zur Kenntnis genommen haben.

Mittwoch, 26. November 2008

Der Terminologe ruft an

Die Arbeit als Terminologe - in meinem Fall natürlich als Terminologin — ist oft genug Teil des Übersetzer- und Dolmetscherberufs. Manchmal gibt es die entsprechenden Begriffe in der anderen Sprache nicht oder noch nicht. Damit es sie künftig gibt, werden Terminologen tätig.

Hier ist wichtig, den Ausdruck bis in die letzte Verästelung zu erfassen und die oftmals mitschwingenden Bedeutungsebenen auch in der anderssprachigen Musterübersetzung anklingen zu lassen. Zum Beispiel das Wort "Filmbewertungsstelle" — das ist eine Behörde, in der Filme gesehen, Altersgrenzen für Filme definiert und Filme danach bewertet werden, außerdem werden hier sogenannte "Prädikate" vergeben (wertvoll/besonders wertvoll) — diese Qualitätsklassifizierungen bringen Bares mit sich, es ist eine Form der Filmförderung. Und so rief also die Terminologin bei der Filmbewertungsstelle an und stellte einige mögliche Musterübersetzungen vor mitsamt der jeweiligen Rückübertragung in die deutsche Sprache, aus der das Hinterland der betreffenden Worte hervorgeht. Weil eine "Stelle" eben nicht das gleiche ist wie eine "Behörde", ein "Büro", ein "Institut", ein "Amt" ...

Manchmal muss ich auch den historischen Kontext bedenken. Zum Beispiel 1990, als ich die ersten Texte auf Französisch über das Babelsberger Filmstudio schrieb. Hier gibt es eine Kathedrale des Films, das "Tonkreuz", das erste auf dem Kontinent zum Zwecke des Tonfilms erbaute Gebäude. Analog zum "Tonfilm" wurde das in der Form eines Kreuzes erbaute Gebäude "Tonkreuz" genannt. Und ich folgte diesem Begriff und machte aus dem "film parlant" dann "la croix du parlant" — das Kreuz des Ton(film)s, was weitaus eleganter und treffender ist, als es "la croix du son" wäre, wie "das Kreuz des Tons" wörtlich übersetzt lautet. Aber da es um Tonfilm geht, kein Hörfunkstudio gemeint ist und einst die Innovation Tonfilm im Wort "Tonkreuz" mitschwingt, entschied ich mich für den Begriff, den heute alle kennen.

Schade eigentlich, dass es keine Tantiemen auf Worte gibt :-)

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Foto: Tonkreuz, links davor die ehemalige Kantine,
dahinter: die "große Stumme".

Dienstag, 25. November 2008

[bɔrdɛl]

C'est le bordel ! Mehrere Tage Kongress an einem Ort und ein Tisch, der es erlaubt, sich auszubreiten, und schon breite ich mich aus.

C'est le bordel !
— Nein, nicht, was mehr oder weniger geneigte Leser hier von mir denken mögen. Es geht alles zu mit größtmöglicher Sittlichkeit im Alltag der Dolmetscherin.

Das Wort "bordel" zählt zu den [fozami] ausgesprochenen "faux amis", den "falschen Freunden" — Worte, die wir zu verstehen meinen, die aber zugleich (auch) etwas ganz anderes meinen. So weiß denn auch Langenscheidt: bordel [bɔrdɛl] m 1 pop Puff m; 2 fam désordre Durcheinander n

Noch etwas ist nicht ordentlich — beziehungsweise "geht eigentlich nicht in Ordnung". Wir sind auf einem Kongress, Redner A hat rechtzeitig seine Power Point Präsentation (PPT) gesendet, stellt sich in der Pause kurz vor, spricht den Rhythmus des Vortrags durch. Auf jeder Folie sind maximal zehn Zeilen, gut lesbar, das Ganze hat eine hervorragende Struktur. Redner B überrascht uns während des Vortrags mit seiner PPT, der Text auf den Folien ist zweispaltig gesetzt, die Buchstabengröße liegt bei gefühlten 6 Punkt, zwölf Zeilen sind beschrieben, aber in einem Layout, das spielend auch 25 zugelassen hätte.

Dazu kommt eine Präsentation im Geschwindmarsch, so dass ich mit dem Feldstecher, der mir immer zwei bis vier Worte zeigt, nicht mitkomme, weil die Möglichkeit zum kursiven Lesen fehlt. Der Redner hechtet durch die Präsentation, vertippt sich, springt vor, zurück, ich hintendrein, arbeite nur noch nach Ohr. Ich merke, dass ich aus der Puste komme, spreche jetzt bewusst langsamer, die Stimme geht runter, die tiefen Vibrationen wirken beruhigend aufs Zwerchfell ein. Ich muss mich entscheiden, und so kommt es, dass ich am Ende nur noch etwa jeden zweiten Satz dolmetsche ... hoffentlich sind es die richtigen!

C'est le bordel, quoi. 

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Fotos: C.E.

Montag, 24. November 2008

Schuss-Gegenschuss

Und schon wieder ziehen wir mit der Kamera durch die Stadt im Rahmen einer deutsch-französischen Koproduktion. Dabei fällt mir erneut auf, wie sehr das deutsche "Schuss/Gegenschuss" nach Gewalt klingt. Auf Französisch heißt das "plan/contre-plan", also Einstellung/Gegeneinstellung.

Das "Schießen" ist auch auf Englisch martialisch. "Was ist der Anlass Ihrer Einreise?", wurde eine Bekannte von mir, Filmschaffende aus Serbien, bei der Einreise in die USA gefragt. Das war irgendwann in den 90er Jahre. "Shooting!", war die Antwort ... Die Einreise hat ein wenig länger gedauert.

Hier unser heutiger Schuss/Gegenschuss. Ein schöner Kontrast zu den Anzügen aus feinem Tuche der Konferenz, die mich die letzten Tage beschäftigt hat: Dicke Pullis und Socken und Jeans, parallel zum Interview noch Termine und Kreditkartenmaximalauszahlsummen im Kopf haben, denn da das Projekt ein Geldproblem hat, werde ich flugs zur Koproduzentin (da ich aus der Filmproduktion komme, liegt das nahe).

Dann: welchen Interviewpartner müssen wir noch bestätigen, und wer ist noch anzurufen für diese oder jene Quelle?


Diese Dokumentarfilmerei ist komplexer, als sich ausschließlich um Inhalt und Sprache zu kümmern, und paradoxerweise im Vergleich zur Arbeit in der Kabine extrem unterfinanziert.

Mittags hab ich einen Hänger. I'm not amused.

Wortkarg.
Müde.

Gut, dass wir heute mit einem halben Arbeitstag anfangen.

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Fotos: Evelyn Schmidt und C.E.

Samstag, 22. November 2008

Überblick

Noch ein Nachtrag zum Hamburger Kongress: Das Hotelzimmer beim Dolmetscheinsatz dort passte zu meinem Gefühl, nicht Teil der Veranstaltung zu sein, sondern über allem zu schweben. Ich kann den Unterschied zur einfachen Kongressteilnahme gut nachspüren, saß ich doch in den letzten fünf Jahren immer im Publikum und schrieb mit, weil mich das Thema auch als Hochschullehrerin beschäftigt hat.

Nun also ein Schwebezustand. Kein Wunder, die Dolmetscherkabine war auf Höhe der Decke des Konferenzsaals eingebaut, wir hatten den totalen Überblick. Den habe ich auch, als ich am Abend mein Hotelzimmer betrete. Es liegt im 14. Stock eines Hochhauses am Hafen und die Wand besteht praktisch aus Glas. Ich erwäge kurz, mit Kontaktlinsen zu schlafen, um regelmäßig rauszusehen.

Da die Lüftung stundenlang surrt wie ein Fön auf kleinster Stufe, habe ich dann auch ausgiebig Gelegenheit, den Ausblick zu genießen (und ärgere mich, dass mir derlei vor anstrengenden Arbeitstagen passiert).
Am Morgen sieht Hamburg plötzlich aus wie New York. Da muss ich am Ende dann doch noch geschlafen haben und im Traum gereist sein.

Dolmetschen bei offiziellen Essen

Will­kom­men auf den Blog­sei­ten ei­ner Kon­fe­renz­dol­met­scherin für die fran­zö­si­sche Spra­che (und aus dem Eng­li­schen). Hier schrei­be ich in lo­ser Fol­ge über Epi­so­den aus dem Berufsalltag.

Dieser Tage arbeite ich in Hamburg, gestern dinierte der kleine Kongress nach getaner Arbeit im Rathaussaal. Diesen Abend habe ich sehr genossen, vor allem, weil ich zur Abwechslung mal nicht dol­met­schen musste. Denn nach Dol­metsch­ein­sätzen beim Essen weiß ich hinterher nie, was serviert wurde, offenbar reicht dann die Aufmerksamkeit nur für die Arbeit.

Heute gibt es wieder einen unter­hal­tenden Teil: Wir gehen aufs Boot und machen eine Hafenrundfahrt, verbunden mit einer typisch deutschen Mahlzeit. Es gibt "Kaffee und Kuchen".

Mir gefallen die vielen Schif­fe, aber ich sehe alles ge­fil­tert durch meine Arbeitsbril­le, die meinen Blick auf die Dinge verändert — ähnlich wie die Patina auf den histo­ri­schen Hafengemälden im Rathaus die alten Se­gel­schif­fe verändert oder die Spie­ge­lun­gen in der Fensterscheibe des Tou­risten­schiffs das mo­der­ne Con­tai­ner­schiff.

Noch an Bord zeigen meine Kollegin Jose Mély und ich unsere "Berufs­ver­bil­dung" (dé­for­ma­tion profes­sion­nel­le) und tau­schen rasch einige Vokabeln aus. Dann fällt lang­sam der Stress von mir ab ... leider bin ich kurz darauf krank bzw. der grippale In­fekt bricht noch bei der Ta­gung aus; das ist aber ein an­de­res Thema.
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Photos 1 und 2: CE
Photo 3: Julien Ezanno (Merci beaucoup !)

Donnerstag, 20. November 2008

Vorlagen

Dolmetscher dürfen keine Angst vor dem Rotlicht des Mikrophons zu haben. Dann brauchen wir, neben hervorragenden Sprachkenntnissen, auch sonst ein gutes Gedächtnis, wenn es gilt, Fachtermini zu lernen, die wir aus den Originaldokumenten raussuchen und bearbeiten.

Das Dolmetschen selbst können wir uns durch Hilfsmittel erleichtern. Die letzte Fassung des Vortrags kommt per mobilem Datenträger auf den Rechner, wo sie sich elektronisch mit der vorab gemailten Fassung vergleichen lässt; die Vokabelliste wird in der Sitzung länger und präziser; manches lässt sich noch rasch online finden.

Daher unsere Bitte: Senden Sie uns Ihre Vorlage rechtzeitig! Wenn Sie begleitende Texte haben, freuen wir uns auch über diese. Kommen Sie rechtzeitig, sprechen Sie uns an, bringen Sie uns doch auch die neue Fassung mit, so es eine gibt.

Und wenn Sie Veranstalter sind: Fragen Sie bitte für uns am Tagungsort nach dem W-Lan-Code.

Vorab vielen Dank!