Freitag, 9. Oktober 2026

Moment mal! (12)

Bon­jour auf den Blog­sei­ten ei­ner Kon­fe­renz­dol­met­scher­in für Fran­zö­sisch, Deutsch und Eng­lisch in Ber­lin. Ge­mein­sam mit Netz­werk­kol­leg:in­nen be­glei­te ich Kon­fe­ren­zen, De­le­ga­ti­ons­rei­sen, Fach­ge­sprä­che und in­ter­na­tio­na­le Be­geg­nun­gen. Heu­te be­gin­nen für mich ei­ni­ge ru­hi­ge Ta­ge.

Der schnel­le Ein­blick
in mei­nen Be­rufs­all­tag

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Le­sen ge­hört bei mir zum Be­rufs­all­tag, je­den Tag. Als Kon­fe­renz­dol­met­scher­in muss ich auf dem Lau­fen­den sein. Um ein we­nig die ver­gan­ge­nen Wo­chen nach­zu­ho­len und weil ich das On­line­le­sen als sehr er­mü­dend emp­fin­de, ha­be ich mir zum di­gi­ta­len Abo man­cher Zei­tun­gen hin­zu jetzt Pa­pier­aus­ga­ben be­sorgt.

Die­se Wo­che stellt die Wo­chen­zei­tung „Die Zeit“ in Heft und Ma­ga­zin in die­sem li­te­ra­ri­schen Herbst 100 Bü­cher vor. Zu­erst ha­be ich mich sehr ge­freut. Bis ich beim Blät­tern zu­neh­mend ir­ri­tiert fest­stel­len muss­te, dass die Aus­wahl vor al­lem deut­sche Ver­öf­fent­li­chun­gen be­rück­sich­tigt und da­zu noch ei­ni­ge aus dem Wes­ten. Der Os­ten Eu­ro­pas ist kaum ver­tre­ten.

Die­ses Jahr ist die Tsche­chi­sche Re­pu­blik das Gast­land der Frank­fur­ter Buch­mes­se. In der Zei­tung wird ein ein­zi­ger le­ben­der Au­tor vor­ge­stellt ... und an Kaf­ka er­in­nert. Das fühlt sich ir­gend­wie nach geis­ti­ger Ab­schot­tung an, nach Bauch­na­bel­schau.

Ich be­ob­ach­te der­lei auch an­ders­wo. Das scheint lei­der ein Trend zu sein in Deutsch­land. Wir emp­fan­gen seltener De­le­ga­ti­ons­rei­sen und er­le­ben we­ni­ger internationale Be­geg­nun­gen auf di­ver­sen po­li­ti­schen Ebe­nen (was wir als Dol­met­scher:in­nen an ge­sun­ke­nen An­fra­ge­zah­len ab­le­sen kön­nen).

Denn die KI kann's nicht, da­rü­ber ha­be ich hier ge­schrie­ben. Sie lie­fert das ma­the­ma­tisch Wahr­schein­li­che, ist ein rie­si­ger Hoax, die­ses Au­to­com­ple­te, denn beim Aus­tausch geht es doch im­mer um das Be­son­de­re, das Neue, das Zu­künf­ti­ge.

Was ma­chen Ge­sell­schaf­ten, die sich nicht mit­ein­an­der auf die Zu­kunft vor­be­rei­ten? Und wir bau­en an Eu­ro­pa! Wa­rum, lie­be „Zeit“, lasst Ihr uns nicht den Blick wei­ten, um ein­an­der bes­ser ken­nen­zu­ler­nen? 

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Gra­fik:
KI (OpenAI)

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