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| Der schnelle Einblick in meinen Berufsalltag |
Lesen gehört bei mir zum Berufsalltag, jeden Tag. Als Konferenzdolmetscherin muss ich auf dem Laufenden sein. Um ein wenig die vergangenen Wochen nachzuholen und weil ich das Onlinelesen als sehr ermüdend empfinde, habe ich mir zum digitalen Abo mancher Zeitungen hinzu jetzt Papierausgaben besorgt.
Diese Woche stellt die Wochenzeitung „Die Zeit“ in Heft und Magazin in diesem literarischen Herbst 100 Bücher vor. Zuerst habe ich mich sehr gefreut. Bis ich beim Blättern zunehmend irritiert feststellen musste, dass die Auswahl vor allem deutsche Veröffentlichungen berücksichtigt und dazu noch einige aus dem Westen. Der Osten Europas ist kaum vertreten.
Dieses Jahr ist die Tschechische Republik das Gastland der Frankfurter Buchmesse. In der Zeitung wird ein einziger lebender Autor vorgestellt ... und an Kafka erinnert. Das fühlt sich irgendwie nach geistiger Abschottung an, nach Bauchnabelschau.
Ich beobachte derlei auch anderswo. Das scheint leider ein Trend zu sein in Deutschland. Wir empfangen seltener Delegationsreisen und erleben weniger internationale Begegnungen auf diversen politischen Ebenen (was wir als Dolmetscher:innen an gesunkenen Anfragezahlen ablesen können).
Denn die KI kann's nicht, darüber habe ich hier geschrieben. Sie liefert das mathematisch Wahrscheinliche, ist ein riesiger Hoax, dieses Autocomplete, denn beim Austausch geht es doch immer um das Besondere, das Neue, das Zukünftige.
Was machen Gesellschaften, die sich nicht miteinander auf die Zukunft vorbereiten? Und wir bauen an Europa! Warum, liebe „Zeit“, lasst Ihr uns nicht den Blick weiten, um einander besser kennenzulernen?
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Grafik: KI (OpenAI)

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