Freitag, 22. Juli 2016

Bonjour

... und will­kom­men! Als Dol­met­scher­in und Über­setz­er­in mit den Schwer­punkten Wirt­schaft, Po­li­tik, Kultur und Soziales arbeite ich in Berlin, Paris und dort, wo Sie mich brauchen. Hier schreibe ich (ver­all­ge­mei­nert) über den Be­rufs­all­tag.

caroline@adazylla.de, derzeit am besten 
unter +49(0)172 499 8902 erreichbar!
Ich biete Ihnen:
mehr als 15 Jahre Erfahrung
DOLMETSCHEN DE ⇆ FR und aus dem Englischen mit den Schwerpunkten Poli­tik, Kul­tur, Wirtschaft und Handel, Medien, Bildung und Soziales, EU-Se­mi­na­re, Kino-, Film- und Kul­tur­­wirt­­schaft, Luxusgüter, deutsch-fran­zö­si­sche Be­zie­hun­gen und Lan­des­kun­de, Ur­ba­nis­mus, (In­nen-)Ar­chi­tek­­tur, Li­te­ra­tur, Ge­schich­te Berlins und DDR, Afrika (Wirt­schaft/Soziales)
ÜBERSETZEN ins Deutsche (schrift­lich die stär­ke­re Sprache), z.B. Dreh­buch, Film­auf­nah­men, Webseite, Projekt, För­der­an­trag
— bei Konferenz, Filmdreh, Verhandlung usw.
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ZUSAMMENSTELLUNG von Kollegenteams

Ich berate persönlich per Telefon oder Mail, denn jeder Einsatz ist anders, jedes Thema besonders, kurz: Ihre Gäste und Kunden haben den besten Service verdient für das von Ihnen gezahlte Honorar, das bei uns Freiberuflern fast ausschließlich in die Arbeit fließt (da wir Marketing, Verwaltung und Management selbst machen und die Grundkosten gering halten).

Außerdem bin ich versiert in den Bereichen:

— Synchronbücher für Dokumentarfilm, Exposés (Rewriting), Untertitel, Übertitel (Theater)
— Audio­des­krip­tion für Sehbehinderte bzw. Untertitel für Hör­­geschädigt­e, Er­stel­lung und Lek­to­rat, in Zusammenarbeit mit einer langjährigen Regieassistentin
 — Texten, Rewriting und Recherche (Themen auf Anfrage). Als Autorin/Koautorin war ich bislang namentlich an vier Büchern beteiligt. 


Hier, zu welchen Inhalten ich 2015 und 2014 aktiv war sowie einige Referenzen.
Gerne erstelle ich ein kostenfreies Angebot! Über caroline[at]adazylla.de und mobil können Sie mich erreichen. Unabhängige Dolmetscher, keine Makler oder Agentur! Réseau d'interprètes indépendants, pas d'agence ! Paris, Berlin, Französisch, Deutsch, simultan, Konferenz, VIPs, Untertitel, Begleitdolmetschen, simultan, synchron, konsekutiv, conférence, français, allemand, Hambourg, Cologne, Munich, Paris, interprète de conférence et d'accompagnement, chuchotage, Drehbuchübersetzung, traduction de scénario.
(*) und selbstverständlich jeweils auch die -innen! +491724998902, 01724998902, +0049172 4998902
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Foto: Dr. des. Friederike Elias

Gurgel-Übersetzung

Bon­jour und herz­lich will­kom­men auf den Sei­ten des 1. Blog Deutschlands, der im Inneren der Dolmetscherkabine entsteht — oder am Übersetzerschreibtisch. Ich arbeite mit den Sprachen Fran­zö­sisch (aktiv und passiv) und Englisch (passiv).
Ich bin diesen Sommer im Berliner Büro.


Bei den Scammern scheint sich die Qualität von des ditalen Datenwasserspeiers "Gargyole" rumzusprechen, der uns Übersetzern und Dolmetschern an die Gurgel will, weshalb er gerne auch mal als "Dr. Gurgel" apostrophiert wird.

Wer hat die nur informiert? Vielleicht sollten wir diese Person bitten, auch mal bei etlichen potentiellen Kunden anzurufen, die uns immer wieder mal angeblich über­setz­te Dateien mit der Bitte um Korrektur senden. Diese Absender können durch­aus auch "Agenturen" seien, darunter viele in Werbung und Medien höchst­prä­sen­te Firmen und Startups, allesamt nur Makler, die sich allerdings 50 bis 75 % von Ho­no­rar und Nebenkosten für Telefondienste genehmigen und dann selbst nur wei­ter "gurgeln", bis sie ein Opfer haben ...(das müssen dann z.T. keine Profis sein).

Und ja, es soll auch gute Agenturen geben. Ich kenne leider keine.

Sorry für mein schlechtes Google Übersetzer Ich vertrete eine Investition Interesse von Dubai ; und interessiert sich für Investitionen in Übersee Erholung große Menge von Mitteln bei vi suchen Ihre Teilnahme als Auslandsvertreter zwei InvG . Antwort -mail unten auf E , wenn interessiert. Grüße, E - mail: MrDubaiinvest@...com
Heute im Mailbriefkasten
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Foto: Netzfund

Donnerstag, 21. Juli 2016

Sommer!

Bonjour, hier liest, denkt und schreibt eine Dolmetscherin und Übersetzerin. Ich ar­bei­te in Paris, Berlin, Cannes, War­ne­mün­de und dort, wo Sie mich brau­chen.

Diese Woche ver­ab­schie­den sich die Berliner Kinder in die Schul­ferien. Unser Ur­laub geht schon wieder zu Ende, wir halten die­sen Som­mer die Stellung im Büro in Berlin!

Ich wünsche meinen Kunden, Kol­legen und auch al­len an­de­ren Le­se­rin­nen und Le­sern einen schö­nen Sommer, trotz der oft be­drücken­den Welt­lage.


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Foto: privat

Mittwoch, 20. Juli 2016

Wer rastet, der ...

Welcome, bienvenue, gu­ten Tag! Was Dol­met­scher und Über­setzer machen, kön­nen Sie hier lesen. Meine Sprachen sind Französisch (als Ausgangs- und Ziel­spra­che) und Englisch (Ausgangssprache). Ich arbeite in Paris, Rennes, München, Berlin und dort, wo Sie mich brauchen.

Dann kommt noch die Frage einer Kollegin rein: Wie ließe sich "wer rastet, der ros­tet" ins Französische übertragen?  Ich denke ein wenig nach ... rosten heißt rouil­ler auf Französisch, rasten faire une halte (hier steckt das deutsche "Halt" drin), se reposer, faire la pause usw. Die wörtliche Übertragung wäre also Qui se repose, rouille.

Das liegt nicht weit entfernt von Se reposer, c'est se rouiller (sich ausruhen be­deu­tet rosten), sogar mit Reimschema, aber irgendwie klingt's übersetzt oder ähnlich phan­ta­sie­los wie S'arrêter, c'est reculer ("stehenbleiben bedeutet zu­rück­schrei­ten"). Hier wird einfach nur darauf gesetzt, dass ein Großteil der französischen Verben auf -er endet. Diese Lösungen wirkt nicht so elegant wie das deutsche Sprich­wort, das in seiner Kür­ze nicht zu überbieten ist.

Ich stehe kurz vor der eigenen Pause. Nein, nur Mittagspause, im Urlaub war ich die­sen Sommer schon, reingequetscht zwischen Dolmetschtermine, trotzdem schön. Jetzt hab ich Stallwache in Berlin und darf auch gleich spannende Themen be­ackern, etliches außerhalb jeglicher Konferenzschemata, weil Dolmetscher und Übersetzer eben auch soziale Berufe sind. Auf dem Tisch liegen:

⊗ Homosexualität und Religionen, gleich im Plural
⊗ Produktionsbegleitende Texte zu einem Weihnachtsfilm
⊗ Abnahme einer Untertitelung
⊗ Arbeits- und Lebenssituation kreativer Freiberufler
⊗ Bodengesundheit

An der Übersetzungsfrage puzzle ich zwei Minuten lang rum, eigentlich fast ziel- und absichtslos, und finde eine mögliche Lösung: Qui trop se repose, risque la sclérose, "Wer sich zu viel ausruht, riskiert die Verkalkung" ... mit Endreim na­tür­lich!

Solche kleinen Verschiebungen sind uralte Übersetzertricks. Eine andere Ver­schie­bung ist diese hier: Grouille avant que ça rouille !, wörtlich: "Mach hinne, bevor Rost ansetzt!"... die aus dem Netz gefischte Lösung ist auch schön, aber anderes Sprachniveau. Aber es ist schon klasse, so viel Auswahl zu haben. Und die fran­zö­si­sche Entsprechung ohnehin: L'oisiveté est mère de tous les vices, "Müßiggang ist aller Laster Anfang" (auf Französisch: "die Mutter aller Laster"), und völlig rostfrei noch dazu.

Avid-Schnittplatz
Schnitt mit zwei Monitoren

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Foto: Sylvain Coutandin

Dienstag, 12. Juli 2016

Vermischtes

Hallo! Sie lesen im 1. Blog Deutschlands aus der Inneren der Dolmetscherkabine. Ich bin Französischdolmetscherin und übersetze derzeit in Berlin, allerdings keine beglaubigten Urkunden.

Bienen und Blüten
Bee Berlin
Auf dem Schreibtisch: Ge­schich­te, allgemeine Politik und Texte zur Vorbereitung von Dreharbeiten. Ach, und Untertitel erstellen darf ich auch bzw. her­aus­fin­den, wel­ches Un­ter­ti­tel­text­for­mat für eine neue Version des Schnitt­pro­gramms mit Namen Avid tauglich ist, wobei ich mich in die ent­spre­chen­de Software erst wieder einarbeiten muss. Das braucht Zeit.

Der Hauptrechner ist derzeit in der Werkstatt, also nutze ich die Gelegenheit, um auch den Reiserechner aufzuräumen. Und den Hofgarten und den Balkon zu be­ackern. Il faut cultiver notre jardin, wusste schon Voltaire, "wir müssen unseren Garten pfle­gen".

Zwischendurch lese ich in dicken Wälzern. Und wo ich gerade mitten in der Welt­ge­schich­te stecke, dort halte ich mich ich in Vorbereitung des übernächsten Ar­beits­ein­sat­zes auf, folgt hier noch ein Sichtungs- und Medientipp. Einer der Pro­du­zen­ten, für die ich regelmäßig arbeite, Felix Moeller, hat einen Film über den Um­gang mit dem Filmerbe des Dritten Reiches gedreht, der neulich zu nächt­li­cher Stunde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen lief.

Noch ist er in der Mediathek des SWR zu sehen, wie lange noch, darüber gibt die Webseite leider keine Auskunft, ich schätze bis einschließlich 14. Juli, dass hier die Wochenregel greift. Also rasch hin zu "Verbotene Filme - Das Erbe der Nazi-Kinos".

Und wer sich über die Programmstruktur ärgert, in dem die besten Sachen zu nacht­schla­fe­ner Zeit laufen und die Tatsache, das wir Tagwachen nur Catch up-TV (wörtlich:Aufhol-TV) in den Mediatheken angeboten bekommen, solange wir keine on­line­fä­hi­ge Glotze kaufen, und wen zudem noch stört, dass die Sender das Geld aus Sicht vieler falsch verwenden, der lese, was Claudius Seidl schon 2014 in der FAZ über den Götzen Quote publiziert hat: Die große Quoten-Lüge.

Diese ach so fremde Quote scheint kalt lächelnd über allem zu thronen und noch den letzten geschmacklichen Fehlgriff zu rechtfertigen. "Der Zuschauer da drau­ßen" dürfe nicht über­for­dert werden, hat es schon in meinem ersten Berufsleben geheißen, vor mehr als 20 Jahren, als ich TV-Redakteurin war. Dabei sehen immer weniger Menschen fern.

Noch ein Lesetipp, hochgradig aktuell: Die Süddeutsche Zeitung widmet der Schwie­rig­keit, über die Polizeigewalt in den USA zu berichten, einen Artikel. Im Kern stünden dabei Übersetzungsprobleme. Unter dem Titel "Warum Gewalttaten in USA sich schwer übersetzen lassen" schreibt Jörg Häntzschel: "Mit "Schießerei" lässt sich ein shooting wie das von Dallas jedenfalls nicht übersetzen. Schießerei, das klingt nach Clint Eastwood, wiehernden Pferden und splitternden Whis­key­fla­schen ..."

Ein anderes Wort sei police shootings. Hier stellen wir uns ein Aufschaukeln zwi­schen einer verschanzten Mafia und Polizisten in Mannschaftsstärke vor. Das Pro­blem sei hier allerdings, dass man es in den USA oft gerade nicht mit Es­ka­la­tio­nen zu tun habe, in der es zu letalen Einsätzen durch die Polizei kommen könne. Weitere Begriffe: shooter, mass killings bzw. mass shootings, wo­bei das mass hier schlicht "Masse" be­deu­tet.
 
Der Hintergrund der übersetzerischen Klemme, das weiß jeder Übersetzer aus dem Effeff, liegt in den anderen Verhältnissen hierzulande. Nur für school shootings gibt es hierzulande schon einen verwendeten Begriff, auch wenn das Wort "Schule" rausfällt und damit der ganze so­zial­po­li­tische Hintergrund: Amoklauf.

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Foto: C.E.

Montag, 11. Juli 2016

Krossang

Guten Tag oder Abend, interessieren Sie sich für Dolmetschen und Übersetzen? Dann sind Sie hier auf meinen digitalen Tagebuchseiten goldrichtig.

Cappuchinokunstwerk
Goldrichtig, nein, goldfar­ben ist auch das croissant au beurre, das mit Fug und Recht un croissant genannt werden darf und nicht, wie einst in der schwäbischen Pampa, "Krossang" genannt werden muss, weil es so deutsch ist. Das Wort Krossang geht auf unseren fran­zö­si­schen Nachbarn von einst zurück, Louis R., der genau mit dieser Begründung mit mir Fran­zö­sisch­schü­le­rin seine bö­sen Scher­ze trieb.

Endlich wieder länger zuhause, und so habe ich gleich blumen- und hum­mel­näh­ren­de Pflan­zen auf dem Bal­kon und im Gar­ten aus­ge­säht, die hoffentlich bis Ende Au­gust blühen, Berge Wäsche gewaschen und dann Berliner Morgenroutine erprobt.

Erst am Ufer joggen gehen, dann mit Café-Croissant im Nachbarhaus frühstücken, beim besten Croissantbäcker Berlins (... das Brot ist auch nicht schlecht). Berlin ist schon in Ferienlaune. Die Hauptstädter sind gelassener, an jeder Straßenecke wer­den diverse Sprachen gesprochen und ständig Fotoapparate gezückt.

Oft bleibe ich morgens aber beim selbstgeschrotenen Früchtemüsli. Das hält länger vor. Das ist wichtig. Ich muss mir nur ein Kochbuch kaufen und habe schon zu­ge­nom­men, die Entbehrungen meiner Vorfahren im Krieg haben bei mir genetisch voll durchgeschlagen. Naja, positiv gewendet: Gute Futterwerter dürfen mehr Bü­cher kaufen.


Die Croissants und diverse Brotsorten gibt's hier: The Bread Station, Maybachufer 16, 12047 Berlin, aus unterschiedlichen Bio-Mehlen, die vor Ort gemahlen werden.
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Fotos: C.E.

Sonntag, 10. Juli 2016

Dorfleben

Ob absichtlich oder geplant, Sie lesen auf den Blogseiten einer Dolmetscherin und Übersetzerin, die in Paris, Berlin und überall dort arbeitet, wo Sie meine Dienste brauchen. Sonntags werde ich hier privat.
 
Am Ufer des Landwehrkanals
Wohn- und Le­bens­ge­wohn­hei­ten, räum­li­che Mus­ter, sind si­cher ei­ne Fol­ge der Welt­wahr­neh­mung und der Ge­wohn­hei­ten. Wenn ich mich be­ob­ach­te, kann ich sa­gen, dass die Struk­tu­ren im­mer gleich ge­blie­ben sind. Ge­nau­er ge­sagt: In Pa­ris und Ber­lin le­be ich sehr ähn­lich, in mei­nem je­wei­li­gen Dorf näm­lich, die Eck­punk­te mar­kieren Bib­lio­the­ken, Kul­tur­ins­ti­tu­te, Hoch­schu­len, Ki­nos, Buch­lä­den, Mu­seen und na­tür­lich Woh­nun­gen von Freun­den so­wie schö­ne Ecken der Stadt.

In Berlin kommt noch der per Rad erreichbare Badesee hinzu.

Dabei ist immer der Kiez wichtig, le quartier, das Wohnviertel: Die morgendliche Joggingstrecke, die Kiezkinos, die Abendpromenaden, der Schnack mit den Ein­zel­händ­lern und ihren Mitarbeitern.

In unserem Berliner Haus kennen die Mitbewohner einander; wir wis­sen oft sogar, wer die Nachbarn im Ge­bäu­de nebenan sind, und etliche aus dem Haus und dem Kiez kümmern sich gemeinsam um Gärtchen und öffentliches Grün, das ist ganz wunderbar. In Paris leben alle zu­rück­ge­zo­ge­ner, was an der hohen Be­völ­ke­rungs­dich­te liegt, naja, auch. Aber komisch ist es schon. Meis­tens wünschen sich in Paris die Men­schen auf der Trep­pe nicht spontan "Guten Tag", sondern sie ent­schul­di­gen sich auf engen Stiegen mit "Par­don!" für ihre An­we­sen­heit und den mög­lichen Stör­fak­tor. Der Dorf­bewohner möch­te ein­sam sein. Na­tür­lich über­treibe ich, aber nur leicht.

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Foto: C.E.

Freitag, 8. Juli 2016

Footballistique

Ob in Paris, Ber­lin, Mün­chen, Mar­seille, Schwe­rin oder Ar­ca­chon, als Dol­met­sche­rin für die fran­zö­si­sche Spra­che werde ich auf Kon­fe­ren­zen, Schu­lun­gen, Fes­ti­vals, bei Dreh­ar­beiten und Euro-Be­triebs­rat­ssit­zun­gen so­wie für Pri­vat­per­so­nen tätig. Hier können Sie meine Randnotizen mitlesen.

Knapp mehr als die Hälfte
"Footballistique" würden die Nachrichten, meint der Spre­cher der französischen Haupt­abend­nach­rich­ten, der das Programm am Frei­tag­abend mit einem Spiel auf­macht, das schon fast 24 Stunden zu­rück­liegt. Er denkt bei dem Wort natürlich an das von der Équipe gewonnenen Match.

Angesichts der News, die in Deutschland "auf der Eins" sind, macht mein sprach­do­mi­nier­tes Hirn gleich was anderes draus, es denkt an "Ballistik" und die Scharf­schüt­zen von Dallas. In meinem Kopf verschmelzen die Nachrichten.

Die deutsche Tagesschau hat nicht nur damit aufgemacht, sondern dem Ge­walt­the­ma auch noch einen "Brennpunkt" gewidmet. Keinen Unterschied in der Schreibung gibt es zwischen meinen beiden Wörtern, wohl aber einen bedeu­ten­den in der Aus­spra­che, [futbOlistik], das football  auf englische Art, versus [futbAlistik]. Beide Begriffe stehen übrigens in keinem Wörterbuch.

Die bei einem kurzen Zusammenschnitt von "Vox pop" (vox populi) in Frankreich ein­ge­fan­ge­nen Zuschauerstimmen sind erhellend. Micro-trott' (microphone sur le trottoir, das Mikro auf dem Gehweg) nennen es die Franzosen. Hier habe man ja deut­sche Strenge sehen können, sagt eine be­frag­te Frau in Archachon, aber fran­zö­si­scher Schwung und Brillanz (rigueur ↔ fouge et flamboyance) hätten das Er­geb­nis gebracht.

Die Hauptabendnachrichten um 20.00 Uhr im Sender France 2 dauern insgesamt 36 Minuten und 21 Sekunden, die Fußballbeiträge scheinen einige Sekunden mehr als die Hälf­te der Sendezeit: 18'15". Tief saß die Schmach der Franzosen, seit Jahr­zehn­ten im Fußball Deutschland unterlegen zu sein. Dann kommt der Nato-Gip­fel in War­schau dran, aber auch nur unter einem Fußballgesichtspunkt. Und schon geht es weiter mit Fußball ... mit dem Ausblick auf Sonntag. Das zweite Thema beginnt erst in der 21. Minute!

So viel muss die Dolmetscherin vom Aktuellen mitbekommen, und das exzessiv be­han­del­te Fuß­ball­the­ma ist an­ge­sichts der Lage Frankreichs Anlass eher zur Sorge.

Fußball zählt, wenn ich nicht gerade in Begleitung des weltbesten Patensohns bin, nicht gerade zu mei­nen Hauptinteressen. Hätte ich heute eine Konferenz zu ver­dol­met­schen gehabt, ich hätte gestern zum Konferenzrelevanten noch etliche Begriffe wiederholt wie: Trainer, Stürmer, Torverteidiger, Ballwechsel, Straf- und Reservebank, Elfmeter, Ab­seits und dergleichen mehr. Denn sehr gerne nehmen Moderatoren auf aktuelle Themen Bezug, die einen Großteil der Gäste in­teres­sie­ren könnten.

Spoiler les buts à quelqu'un schnappe ich noch kurz auf. Manche haben in Frank­reich ein Kabelprogramm abonniert, das dann 20 Sekunden früher die Tore bringt. "Ein Filmende spoilern" oder "Spoileralarm" ist auf Deutsch auch seit einiger Zeit (gefühlt seit zwei Jahren) zu hören.

An einem Fahrzeug ist Spoiler ein Bauteil, dessen Eigenschaft es ist, die Fahr­zeug­um­strö­mung zu optimieren, was mit Erlkönigen in Windkanälen getestet wird. Auf Englisch heißt to spoil so viel wie "verderben", also hier das Verraten wesentlicher Handlungselemente von Filmen, Büchern oder sonstigen der Unterhaltung die­nen­den Werken.

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Illustration: France 2

Donnerstag, 7. Juli 2016

Glück wünschen

Wer als Sprach­mitt­ler wie ich sich zwi­schen zwei Kul­tu­ren und Spra­chen bewegt, hat na­tür­lich seine Lieb­linge. An diesem Don­ners­tag geht die Eu­ropa-Fuß­ball­meis­ter­schaft ins Halb­finale.

"Für wen biste denn heute Abend?", werde ich den ganzen Tag lang gefragt.
Ich ant­worte wie eine gute Mut­ter von zwei (oder mehr) Kindern: "Ich liebe jedes am meisten!"

Zum Glück hab ich genauso viele Hände, wie Länder im Endspiel stehen. Je croise les doigts pour l'équipe fran­çaise & ich drücke der deutschen Mannschaft die Dau­men. (Les allemands pressent le pouce, während die Franzosen Finger kre­uzen.)

So unterschiedlich geht das mit dem Glückwünschen in den Sprachräumen. Wer ge­nau hinsieht, bemerkt übrigens: Französisch kann ich mit links, und deutsch bin ich von Rechts wegen ... (Und egal, wie das Spiel ausgeht, ich gehöre zu den Ge­win­nern!)

Mittel- und Zeigefinger kreuzen
Croiser les doigts
Sieht aus wie eine Faust
Daumen drücken




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Fotos: C.E.