Sonntag, 22. Januar 2017

Bonjour

... und will­kom­men! Als Dol­met­scher­in und Über­setz­er­in mit den Schwer­punkten Wirt­schaft, Po­li­tik, Kultur und Soziales arbeite ich in Berlin, Paris und dort, wo Sie mich brauchen. Hier schreibe ich (stets ver­all­ge­mei­nernd) über den Be­ruf.

Caroline Elias, +49(0)172 499 8902
caroline@adazylla.de
Ich biete Ihnen:
mehr als 15 Jahre Erfahrung
DOLMETSCHEN DE ⇆ FR und aus dem Englischen mit den Schwerpunkten Poli­tik, Kul­tur, Wirtschaft und Handel, Medien, Bildung und Soziales, EU-Se­mi­na­re, Kino-, Film- und Kul­tur­­wirt­­schaft, Luxusgüter, deutsch-fran­zö­si­sche Be­zie­hun­gen, Lan­des­kun­de, Ur­ba­nis­mus, (In­nen-)Ar­chi­tek­­tur, Li­te­ra­tur, Ge­schich­te Ber­lins und der DDR, Afrika (Wirt­schaft/Soziales)
ÜBERSETZEN ins Deutsche (schrift­lich die stär­ke­re Sprache), z.B. Dreh­buch, Film­auf­nah­men, Webseite, Projekt, För­der­an­trag
— bei Konferenz, Filmdreh, Verhandlung usw.
— für Politiker (*), Wissenschaftler, Fir­men- und Pri­vat­kun­den, Filmmitarbeiter usw.
ZUSAMMENSTELLUNG von Kollegenteams

Ich berate persönlich per Telefon oder Mail, denn jeder Einsatz ist anders, jedes Thema besonders, kurz: Ihre Gäste und Kunden haben den besten Service verdient für das von Ihnen gezahlte Honorar, das bei uns Freiberuflern fast ausschließlich in die Arbeit fließt (da wir Marketing, Verwaltung und Management selbst machen und die Grundkosten gering halten).

Außerdem bin ich versiert in den Bereichen:

— Synchronbücher für Dokumentarfilm, Exposés (Rewriting), Untertitel, Übertitel (Theater)
— Audio­des­krip­tion für Sehbehinderte bzw. Untertitel für Hör­­geschädigt­e, Er­stel­lung und Lek­to­rat, in Zusammenarbeit mit einer langjährigen Regieassistentin
 — Texten, Rewriting und Recherche (Themen auf Anfrage). Als Autorin/Koautorin war ich bislang namentlich an vier Büchern beteiligt. 


Hier, zu welchen Inhalten ich 2015 und 2014 aktiv war sowie einige Referenzen.
Gerne erstelle ich ein kostenfreies Angebot! Über caroline[at]adazylla.de und mobil können Sie mich erreichen. Unabhängige Dolmetscher, keine Makler oder Agentur! Réseau d'interprètes indépendants, pas d'agence ! Paris, Berlin, Französisch, Deutsch, simultan, Konferenz, VIPs, Untertitel, Begleitdolmetschen, simultan, synchron, konsekutiv, conférence, français, allemand, Hambourg, Cologne, Munich, Paris, interprète de conférence et d'accompagnement, chuchotage, Drehbuchübersetzung, traduction de scénario.
(*) und selbstverständlich jeweils auch die -innen! +491724998902, 01724998902, +0049172 4998902
______________________________
Foto: Dr. des. Friederike Elias

Freitag, 20. Januar 2017

Kleiner Brehm

Bon­jour, hello, guten Tag! Hier bloggt ei­ne Fran­zö­sisch­dol­met­sche­rin und -über­set­ze­rin über ihren Alltag (Ich übersetze auch aus dem Englischen). Ich arbeite in Berlin, Paris, Köln, Lyon, Saarbrücken und dort, wo Sie mich brauchen.

Dreierkabinen und Zustelltisch
Am Messegelände
Wenn in Berlin recht zuverlässig Schnee liegt, also in den weißen Wochen, ver­an­stal­tet die Messe Berlin die "Grünen Wo­chen", das Großevent des Jahres in Sachen Landwirtschaft, Tierzucht und ähnliches. Wir graben unsere Lexiken in Sachen Milch­bau­ern und Wasser wieder raus.

Kabinen, so groß wie Luxuslimousinen: Allerdings sind wir nur zu zweit; zu dritt wären wir bei allem, was netto über acht Stunden liegt. Wir richten uns ein.
Die Spanischkollegin stöhnt: 47 Folien einer PowerPointPräsentation für zehn Redeminuten! Sie sitzt noch allein am hinzugestellten Platz. Der S-Bahn-Verkehr ist unregelmäßig.

Ein anderer Redner bringt kurz drauf Brehms Tierleben ins Spiel: "Da beißt die Maus keinen Faden ab: Die Katze ist jetzt aus dem Sack. Und wie Sie wissen, ist die Kuh noch lange nicht vom Eis!"

Super, sowas zu dolmetschen. Der zweite Spanischkollege ist zum Glück auch eingetroffen.

______________________________
Foto: C.E.

Donnerstag, 19. Januar 2017

Auf dem Schreibtisch XXXIIX

Guten Tag oder guten Abend! Sie sind mit­ten in ein Ar­beits­ta­ge­buch hinein­ge­ra­ten, in dem sich al­les um Spra­che, Dol­met­schen, Über­setzen und Kult­uren dreht. Als frei­be­ruf­li­che Sprach­mitt­lerin ar­bei­te ich in Pa­ris, Berlin, Marseille, Hei­del­berg und dort, wo man mich braucht. Heute wieder: Blick auf den Schreibtisch.

Sekretär, Rechner, Kalender, Bücher, Wörterbuch, Vokabelkarten im Carton
Vokalbellern- und Planungstisch
... und dort liegen zur Bearbeitung oder für das Angebot oder die Mit­tel­frist­pla­nung:

⊗ Filmherstellung + -ästhetik (die Ber­li­na­le steht vor der Tür)
⊗ Wasser, Trinkwasser und Landwirtschaft (Grüne Woche)
⊗ Umstellung von Industrie auf öko­lo­gi­sches Wirtschaften
⊗ Marokko
⊗ Drehbuch

Diese Woche wurden die Termine für den Frühherbst 2017 gebucht. Es gibt aber auch noch freie Termine bei der Berlinale.


______________________________
Foto: C.E. (Archiv)

Dienstag, 17. Januar 2017

Jahresückblick

Hallo! Sie haben die Seiten eines Berliner Blogs angesteuert (oder die Postings abonniert). Hier schreibt eine Dolmetscherin ... über Sprachen und Arbeits­all­tag. Wir Simultandolmetscher arbeiten auf Konferenzen, aber nicht nur. Rückblick auf 2016.

Bräutigam neben Bräutigam
Im Standesamt Neukölln
Der lustigste Einsatz. Vor dem Hoch­zeits­zim­mer dominiert Schwarz, eine mus­li­mi­sche Hoch­zeits­ge­sell­schaft geht als erste rein. Ich warte, dann kommt der Bräu­ti­gam des nächsten Termins, dann fröhliche Menschen in Regen­bo­gen­farben, dann noch ein Bräutigam. Spä­ter begegnen die Gästegruppen ein­an­der auf dem Flur. 

Der emotionalste Einsatz. Die Mutter eines Frühchens bei der OP-Besprechung zur Öso­pha­gus­­atresie: Die Liste mög­li­cher Folgeschäden, routinierte Ärzte, weinende Mutter. Ich dolmetsche, jongliere die Wör­ter­liste auf den Knien, reiche Ta­schen­tü­cher an, halte am Ende die Hand.

Der vertrauteste Einsatz. Im Kino nach dem Film. Das Publikumsgespräch mit Re­gis­seur ist intensiv. Am Ende die Zu­schaue­rin: "Praktisch, dass Sie Ihrem Mann mit der Sprache so gut helfen kön­nen!" Dabei hatte ich den Regisseur eben erst im Kino­foyer kennengelernt.
 
Der traurigste Einsatz. Dolmet­schen einer Trauerrede. Es regnet, die Trau­er­ge­mein­de besteht fast nur aus Alten. Die kleinen En­kel­chen der Verstor­benen sind völlig ent­spannt: "Tschüss Oma, gute Reise!" Ein Kind wirft Selbstgemaltes in die Grube.

Der intensivste Einsatz. Die zahl­reichen Klausur­tagungen nach dem Trump-Wahl­schock. Derlei findet gerne am Wochenende statt, wir kurven quer durch Europa, der November wird zu einem einzigen, langen Ein­satz (Grippeinfallstor).

______________________________
Foto: C.E.

Montag, 16. Januar 2017

Mild

Bonjour, hier liest, denkt und schreibt eine Dolmetscherin und Übersetzerin. Langsam, sehr langsam beginnt das neue Arbeitsjahr.

Shampoo mit "mildernden Eigenschaften"
Ergebnis maschineller Übersetzung?
Eine fiese Virusgrippe mit Be­gleit­er­schei­nun­gen hat mir über Wochen Jahresende, -wech­sel und -anfang getrübt. Ich müsse mich in Geduld üben, hatte die Ärztin gleich zu Anfang gesagt.

Meine Nackenhaare haben sich prompt aufgestellt. Ich fühlte mich getroffen. Geduld kann ich nicht gut, stimmt, muss ich noch üben.

Ausgebremstwerden ärgert mich. Nicht die dicken Wälzer lesen zu können, die für genau diesen Moment auf dem Nachttisch bereitliegen, weil nicht nur die Lungen zur Kurzatmigkeit neigen, sondern auch der Geist, ist ein weiteres Ärgernis. (Meine Rettung sind Hörbücher in meinen Arbeitssprachen, die ich wiederholt lau­fen las­se; am Ende habe ich hoffentlich alles mitbekommen.)

Ich möge milder mit mir sein, bekam ich als Ratschlag aus dem Umfeld. Ein kurzer Griff in den "Kulturbeutel" ... und siehe da, was von der letzten Parisreise noch drin war ...

______________________________  
Foto: C.E.

Sonntag, 15. Januar 2017

Brandwände

Bon­jour, hello, guten Tag! Hier bloggt ei­ne Fran­zö­sisch­dol­met­sche­rin und -über­set­ze­rin. (Ich übersetze auch aus dem Englischen.) Der Sonntag gehört dem Sonntagsfoto.

Diese Woche habe ich viel über Brand­wände nach­ge­dacht, nicht über Mauern. Wie lässt sich der Feuer­über­schlag eindämmen in Zeiten, wo unsere Demokratien viel­fach bedroht sind? Dazu passt prompt ein Bild mit schönen Formen und Farben ... Berliner Ne­ben­stra­ßen- und Hinter­hof­idylle.


______________________________  
Foto: C.E.

Freitag, 13. Januar 2017

Technikwandel

Ob ab­sicht­lich oder zu­fäl­lig, Sie sind auf die Web­sei­te einer Dol­met­sche­rin und Über­set­ze­rin gelangt. Hier schreibe ich im zehnten Jahr über meinen Be­rufs­all­tag, über Sprach- und Kulturthemen. Es ist Freitagnacht auf Samstag, ich komme gerade aus dem Kino.

"Du, hoschema, du kannst den Regisseur schon um sechs un­ten im Café treffen!" So klingt es, wenn Chris aus "Bäm­bel­town", seit 40 Jahren in Kreuz­berg ansässig und pro­gramm­(mit)lei­ten­de Vorführerin in einem meiner Hauskinos am Nachmittag zum Telefonhörer greift und ich in Neukölln, 200 Meter Luftlinie bzw. 750 Meter Fußweg entfernt, drangehe.

Als im nordhessischen Marburg Geborene bekomme ich Heimatgefühle. Chris, obwohl auch sie die grassierende Grippe erwischt hat, veranstaltet vom Krankenlager aus ihr Programm.
Gut, dass wir deshalb zwei Stunden vor der Vorstellung da ankommen. Die Untertitel auf der DVD, die der Regisseur im Gepäck hat, haben nämlich am Tag selbst noch eine Verbesserung erfahren, sie kommen als .srt-Datei per Mail, und die hochauflösende Variante des Films bringt er per Datenstic mit. Der Film wird also von einem Laptop "gefahren", der VLC-Player, ein Programm im Rechner, verbindet beides mit einigen Mausklicks.

Dann müssen wir nur noch die Funktion "zweiten Bildschirm aufmachen" finden und betätigen und dessen Bild probehalber über den Beamer in den Kinosaal schicken. Ist die Lautstärke gut? Wie viele Menschen wer­den kommen? Sind mehr Körper im Raum, wird der Ton stärker verschluckt. Je nach Zuschauerzuspruch werden wir hoch- und runterregeln müssen. Das habe ich in der Berlinale einige Jahre gemacht. Dort habe ich im Jahr 2000 als Kinoleiterin an­ge­fan­gen.
Ich schreibe das so ausführlich, weil das Abspiel einer fremdsprachigen Fassung in dieser Einfachheit vor 20 Jahren noch un­denk­bar war. 

Damals waren Untertitel eine Sache für die Ewigkeit, und Fachspeditionen trans­por­tier­ten Filmrollen quer durchs Land. Es wäre auch undenkbar gewesen, einen Filmabend ohne Vorführer(in) zu ver­an­stal­ten.
Halb acht beginnen wir mit dem Einlass, viertel vor acht stellt der Thekenmann noch vier Stühle hinzu.

Die Vorführung wird mehr als ausverkauft sein; das Filmgespräch, das ich dol­met­sche, lebendig. — Gute Besserungswünsche an Chris, die Frankfurterin, die in­zwi­schen ein Kreuzberger Urgestein geworden ist!

______________________________  
Fotos: C.E.

Mittwoch, 11. Januar 2017

Der Designierte

Bon­jour, hello, guten Tag! Hier bloggt seit fast zehn Jah­ren eine Über­set­ze­rin und Dol­met­sche­rin. Jeden Tag sind Wortfelder die Grundlage unserer Arbeit.

Mittags bringt der Nachrichtensprecher eine Meldung über Amerika und sagt "der künftige US-Präsident". Das, was dann folgt, ein angebliches Goldwatergate, lässt mich an der Wortwahl zweifeln. Liebe Medienleute, für diesen Umstand gibt es das Wörtchen "designiert". Und noch ein Wort wird ge­ra­de wich­tig: kom­pro­mat. So heißt kom­pro­mit­tie­ren­des Ma­te­rial auf Rus­sisch. Der rus­si­sche Ge­heim­dienst hat na­tür­lich de­men­tiert, über der­lei zu ver­fü­gen.

Gewisse Begriffe und sexuelle Praktiken wollte ich gar nicht zur Kenntnis nehmen, wenn beim Austausch von Körperflüssigkeiten, der normalerweise dem re­pro­duk­ti­ven Geschäft oder der Lust dient, plötzlich andere Körperflüssigkeiten im Mit­tel­punkt stehen, wegen der Farbe gold water genannt. Interessanter sind die anderen Details der im Netz auffindbaren Intelligence Al­le­ga­tions, deren Echtheit nicht be­stä­tigt ist. Trotzdem fand ich sie spannend und wortschatzerweiternd, als ich am späten Vormittag in ihnen gelesen habe.

Stehpultaufsatz (Biedermeier)
Denn nach dem Übersetzen in den Mor­gen­stun­den steht Wei­­ter­bil­dung auf dem Pro­gramm. Diese findet bei Sprach­­ar­­bei­tern täglich statt. Wir neh­men die Zeitung nicht ohne Stift in der Hand zur Kennt­nis, ver­schlag­wor­ten z.B. Artikel und Hör­funk­bei­trä­ge fürs digitale Archiv, füttern Wör­ter­lis­ten ("Le­xi­ken") und schauen auch ältere Texte mal wieder an.

Es gilt, den Kopf zu füttern und ständig auf dem Lau­fen­den zu bleiben. So kommt es, dass wir Texte zu ein- und demselben Thema mitunter dreifach lesen ... in un­ter­schied­li­chen Sprachen eben.

Visitenkarten, Vokabelkarteien, Kladden, Federmäppchen, Aufnahmegerät, Ladegeräte/Kabel, Locher, Briefumschläge
Ich liebe meine verschiedenen Schreibtische
Weiter geht's auf Englisch, aber über Europa und Frank­reich. Unsereiner muss sich auch auf  verschiedene Ak­zen­te einhören.
Auf dem Programm steht, was ein fran­zö­si­scher Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat gestern beim Forum Constitutionis Europae in der Humboldt-Universität gesagt hat: Link ab der 36. Minute bzw. Macron ab der 47. Minute.

Später räume ich weiter das Arbeitszimmer auf bereite ich mich auf einen Abend­ein­satz vor, auch durch einen Mittagsschlaf. So unspektakulär verläuft ein normaler Lese- und Wörtersammeltag mit drei Stunden hochkonzentrierter Buchübersetzung als Auf­takt. Und zwischendurch verfolge ich die News zum Thema gewählter und de­sig­nier­ter Präsident.

Voc
to divest from his/her business interests — Vermögenswerte veräußern, sich von ihnen trennen, ↔ to invest

______________________________  
Fotos: C.E.
Gemälde: Detlev Baltrock