Freitag, 2. Oktober 2026

Moment mal! (11)

Bon­jour auf den Blog­sei­ten ei­ner Kon­fe­renz­dol­met­scher­in für Fran­zö­sisch, Deutsch und Eng­lisch in Ber­lin. Ge­mein­sam mit Netz­werk­kol­leg:in­nen be­glei­te ich Kon­fe­ren­zen, De­le­ga­ti­ons­rei­sen, Fach­ge­sprä­che und in­ter­na­tio­na­le Be­geg­nun­gen. Manch­mal möch­te ich mich zwei­tei­len.

Der schnel­le Ein­blick
in mei­nen Be­rufs­all­tag

Ich dol­met­sche ge­ra­de ei­ne län­ge­re Pas­sa­ge. Dann sagt der Red­ner: „So, und da­mit kom­me ich zum Schluss.“ Ich ver­dol­met­sche das. Er spricht wei­ter. Ich schaue auf die Uhr. Wir sind in fünf Minuten durch. Aus­nahms­wei­se sit­ze ich al­lei­ne in der Box, denn das En­de der Ver­an­stal­tung steht fest. Al­le sol­len an­schlie­ßend die Bus­se neh­men und zu ei­nem Emp­fang ins Rat­haus fah­ren. 

Die Dol­met­schkol­le­gin, die ein klei­nes Kind hat, ha­be ich fünf Mi­nu­ten zu­vor ge­hen las­sen, da­mit sie ih­ren Re­gio­nal­zug er­wi­scht.

Er spricht und spricht und spricht. Wir sind jetzt zehn Mi­nu­ten über die Zeit. Ir­gend­wann sagt er: „Und da­mit kom­me ich nun wirk­lich zum Schluss. Ih­re Fra­gen he­ben Sie sich bit­te auf für mor­gen.“

Jetzt über­set­ze ich vor­sichts­hal­ber et­was we­ni­ger end­gül­tig. Es fol­gen wei­te­re Wor­te ... Die Mo­de­ra­to­rin der Ver­an­stal­tung ver­lässt im Sau­se­schritt den Saal. Viel­leicht war drin­gend ei­ne Bio­pau­se nö­tig.

Dann sieht mich der Red­ner plötz­lich di­rekt an, lä­chelt und winkt in mei­ne Rich­tung. Kurz den­ke ich: Der freut sich über mei­ne Ver­olmet­schung. Dann mer­ke ich: Er war­tet auf die nächs­te Fo­lie, nie­mand mehr da von der Ver­an­stal­tungs­or­ga­ni­sa­tion, die oder der die Power­point an­kli­cken könn­te. Er ist noch im­mer nicht fer­tig.

______________________________
Gra­fik:
KI (OpenAI)

Keine Kommentare: