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| Der schnelle Einblick in meinen Berufsalltag |
Ich dolmetsche gerade eine längere Passage. Dann sagt der Redner: „So, und damit komme ich zum Schluss.“ Ich verdolmetsche das. Er spricht weiter. Ich schaue auf die Uhr. Wir sind in fünf Minuten durch. Ausnahmsweise sitze ich alleine in der Box, denn das Ende der Veranstaltung steht fest. Alle sollen anschließend die Busse nehmen und zu einem Empfang ins Rathaus fahren.
Die Dolmetschkollegin, die ein kleines Kind hat, habe ich fünf Minuten zuvor gehen lassen, damit sie ihren Regionalzug erwischt.
Er spricht und spricht und spricht. Wir sind jetzt zehn Minuten über die Zeit. Irgendwann sagt er: „Und damit komme ich nun wirklich zum Schluss. Ihre Fragen heben Sie sich bitte auf für morgen.“
Jetzt übersetze ich vorsichtshalber etwas weniger endgültig. Es folgen weitere Worte ... Die Moderatorin der Veranstaltung verlässt im Sauseschritt den Saal. Vielleicht war dringend eine Biopause nötig.
Dann sieht mich der Redner plötzlich direkt an, lächelt und winkt in meine Richtung. Kurz denke ich: Der freut sich über meine Verolmetschung. Dann merke ich: Er wartet auf die nächste Folie, niemand mehr da von der Veranstaltungsorganisation, die oder der die Powerpoint anklicken könnte. Er ist noch immer nicht fertig.
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Grafik: KI (OpenAI)

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