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Sonntag, 1. August 2021

COVIDiary (349)

Ein­blicke in das Le­ben einer Sprach­ar­bei­terin können Sie hier ­ erhalten. Ich bin Dol­met­scherin für die fran­zö­sische Sprache, und ich übersetze auch aus dem En­gli­schen. Am siebenten Tag der Woche poste ich private Sonn­tagsbilder.

Ein nass­kalter August wird vorher­gesagt, daher findet das erste August­wo­chen­ende über­wie­gend draußen statt: Touristen spielen in einer der Heimat­städte. Berlin kenne ich seit 1987 gut, ich darf die Stadt als Hei­mat ver­bu­chen.

Wolken, alte une neue Bäume, Himmel und Hölle (Hüpfekästchchen), Pflanzen, Partyluftballon, Fotografierende, ein Paar an der Spree am Humboldt Forum (Preußenschloss) ... ...
Berliner Mix

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Fotos:
C.E.

Sonntag, 2. August 2020

COVIDiary (118)

Bon­jour auf mei­nen Blog­seiten! Ich ar­bei­te seit 2005 in Pa­ris und Ber­lin als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin, früher auch oft als Über­set­ze­rin. (Für den Unterschied: siehe die Unter­zeile oben.) Sonntags zeige ich hier meine Sonntagsbilder.

Fast ein normales Wochen­ende war das: Auf dem Floh­markt bummeln mit Maske und Abstand, im Regen unter einem Baum sitzen und heiße Schoko­lade schlürfen, dabei auf Franzö­sisch über die Weltlage nach­denken. Dabei haben wir, als der Re­gen noch auf sich warten lies, das da gesehen:

Menschen im Gespräch vor gelber Wand. Ein Hund langweilt sich dabei
Gelb oder: Der Hund langweilt sich
Außerdem durfte ich im Gärtchen arbeiten, eine Rede schreiben, Falafel essen, neue Erklär­­stäbchen für das Grün­­zeug schnitzen. Denn bald bekommen wir hohen Be­such in Haus und Hof.

Regentropfen auf Blättern
Grün oder: Schön, dass es regnet
Last but not least konn­te ich nicht nur im Gar­ten ackern, son­dern auch das eine und an­de­re  Wort­­fel­d be­­ar­­bei­ten. Das machen wir ja ständig, wir Sprach­­ar­bei­te­rin­nen und Sprach­arbeiter.

Mein All­tags­fran­zö­sisch war übri­gens ein klei­nes biss­chen ein­ge­ros­tet. Seit Mo­na­ten spre­che ich nur bei den sel­te­nen On­line-Dol­metscheinsätzen diese Sprache, oder ein we­nig bei den digitalen Fort­bil­dun­gen.

Das hat sich un­ge­wohnt wie lan­ge nicht an­­ge­­fühlt.

Der stille Leser in­mit­ten des Floh­markt­tru­bels hat uns gefallen. Das Bild habe ich stark mit Fotoshop bearbeitet, Farbe von Kappe, Schuhen und Jacke ebenso ver­än­dert wie die Gesichtszüge, um seine Per­sön­lich­keits­rechte zu wahren.

Konzentrierter Leser auf einem Flohmarkt
Bunt oder: Kopfreisen gehen von überall her

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Fotos: C.E.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Kollaboration

Das Bild unten ist nicht von mir. Es stammt aus einem Presseheft. 

Manchmal kommen wir Dolmetscher ins Trudeln, und zwar genau dann, wenn es um das Wort "Zusammenarbeit" geht. Dieses Trudeln hängt stets vom Alter derjenigen ab, für die wir arbeiten, und von der Situation, in der wir das tun. Der Hintergrund ist rasch erklärt, die französische Vokabel für "Zusammenarbeit" ist nämlich stark besetzt: sie lautet bis heute la collaboration, womit auch die französische Mitwirkung an der Besetzung Frankreichs, an Unterdrückung, Verschleppung und Ermordung von Minderheiten im einst von den Deutschen besetzten Teil Frankreichs bezeichnet wird.

Wie französische Behörden, Polizisten und Miliz Schuld und Mitschuld auf sich geladen haben, war im Heimatland von liberté, égalité, fraternité lange ein offenes Geheimnis. Dieser Tage kommen gleich zwei Filme in die deutschen Kinos, die diese Zeit thematisieren: Sarahs Schlüssel von Gilles Paquet-Brenner und Der Krieg der Knöpfe von Christophe Barratier. Beide Filme habe ich gesehen, meine Kritik des ersten Films hier, zum zweiten Text geht's da. Den Kinderfilm "Krieg der Knöpfe" haben wir übrigens zu dritt besprochen, je ein Filmkritiker aus der Kinder-, Eltern- und Großelterngeneration.

Kristin Scott Thomas spielt Journalistin Julia
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Foto: (c) Camino Filmverleih

Sonntag, 11. Dezember 2011

Ein Tag im Leben ...

... einer Dolmetscherin.
Bienvenue auf der Seite einer Dolmetscherin und Übersetzerin. Französisch ist meine zweite Arbeitssprache, und hier gebe ich Einblicke in den Berufsalltag in Berlin, Paris und anderswo. Hier denke ich nach über das, was unsere Arbeit ausmacht, aber auch über Rhythmen, in denen wir leben, wenn wir Politikern, Künstlern und Normalmenschen die Sprache leihen.
Regelmäßig erhalte ich Anfragen, wie denn mein typischer Arbeitstag aussieht. Um's kurz zu machen: Es gibt ihn nicht. Auf Tagen in der Kabine folgen Tage, an denen ich mich vor- oder nachbereite, dann gibt es reine Übersetzerzeiten und es gibt Festivalwochen.

Letzte Woche ging in Berlin die Französische Filmwoche zuende. Ich war als Dolmetscherin mit von der Partie — und habe 100 % der Termine mit Publikumsgästen in Neukölln verdolmetscht. Hier also, wie ein solcher Tag aussieht. 

8.30 Uhr, spätes Aufstehen, weil ich am Vorabend im Kino war. Nach dem Frühstück sitze ich ab 9.30 Uhr am Schreibtisch und wiederhole Vokabeln für einen Einsatz der nächsten Tage. Die Texte zum Film, dem ich mich heute Abend widmen werde, habe ich in den letzten Tagen schon gelesen, ich überfliege nochmal die Notizen.
  
11.00-11.30 Uhr dolmetsche ich am Rande der Filmwoche ein Interview. 13.00 Uhr Vorgespräch und eigenes Interview mit den Stars des Abends. 14.00 Uhr Mittagspause. 15.00-18.00 Uhr arbeite ich weiter am Schreibtisch.
20.00 Uhr komme ich im Kino an.
  
Unten: Mit Verleiher Justus Peter von pandastorm pictures (Mitte) wählen wir kurz darauf aus dem Menu des benachbarten Restaurants aus (links: Dominique Abel, rechts: Fiona Gordon). Gleich geht's ins Café Rix, einen wunderschönen Saal mit angrenzender Bühne.












20.30 Uhr sind wir im Kino, dann moderieren wir den Film an, kurz darauf geht der Film los. Wir verfolgen den Vorspann und die ersten Bilder, denn Dominique möchte noch den Ton einstellen. (Den Film habe ich gestern gesehen, und die Macher kennen ihn natürlich auch.)



21.00 Uhr sitzen wir am Tisch und warten aufs Essen. (Es wird uns hervorragend schmecken.)





 

Nach 22.00 Uhr sehen wir noch die letzten Filmminuten im Kino mit an. Dann folgt das Publikumsgespräch.
Was hier (natürlich!) nicht abgebildet ist: Der Umtrunk nach dem Film und der Absacker im Bistrot de Paris, zusammen mit anderen Gästen der Filmwoche.












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Fotos: C.E. und privat

Dienstag, 7. Juni 2011

Reinhauen

Heute kam wieder ein Drehbuch mit zerschossener Formatierung rein. Abgegeben werden soll aber ein sauberes Final Draft-Dokument.

Put on some appropriate music. Bite down hard. Get it done.
Das zu reparieren, bevor ich Korrektur lesen kann, kostet mich so viel Zeit, als müsste ich ein Dokument von Celtx auf Final Draft umformatieren. Und da fällt mir immer der Abschnitt dazu aus dem CeltxWiki ein: Leg' passende Musik auf. Hau' in die Tasten. Bring's hinter dich!

Vokabelheft immer dabei
Diese Trias hat hier Sprichwortcharakter. Und genau das werde ich jetzt auch tun. Obwohl ich ja der Meinung bin, dass 90 Minuten (siehe oben) nicht ausreichen. Und das Ganze für eine Arbeit, bei der ich zwar hochgradig wach, aber nicht hochgradig studiert sein muss. Naja, läuft übers Konto der "in Naturalien" gezahlten Korrekturarbeiten, also im Tauschverfahren.

Die "passende Musik" ist heute übrigens argentinischer Tango (das wechselt). Später geht's weiter mit Ablagesortieren, in der Krisenzeit blieb manches liegen, aber die ist jetzt hier überwunden, juhu!

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Foto: C. Elias, Textillu: CeltxWiki

Donnerstag, 7. April 2011

Dolmetschen im Kiez

Wir schreiten voran wie vier Cowboys auf dem Gang über den Dorfplatz, wir zwei Dolmetscherinnen, eingerahmt von zwei Polizisten in Zivil, die im Kiez aber wohlbekannt sind. Ort: Berlin-Neukölln, Situation: Tagung und Begegnung mit Leuten aus der Sozialen Arbeit zwischen Neukölln und Clichy-sous-Bois. Hinter uns gehen die Gäste aus Frankreich und ihre deutschen Kollegen.
Schon 2008 begleiteten wir diese spannende Begegnung, die seither alle zwei Jahre in Berlin, zwischendurch in Frankreich, genauer, einem Pariser Vorort stattfindet. Und während der Polizist erklärt, dolmetschen Kerstin und ich im Wechsel. Zwischendurch legen wir auch Strecken ohne Erläuterungen zurück.

Dann erzählt der Leiter des Nachbarschaftsheimes aus dem Kiez etwas über eben diese Gegend, ich schnappe ihn mir, lasse ihn wiederholen und vertone. (Meine Vergangenheit als Radiojournalistin kommt mir da zugute.)
Einen solchen Spaziergang durch einen Stadtteil, in dem oder in dessen Nähe ich lebe, begleite ich mindestens ein Mal im Jahr.
Für die Zuhörer ist es ein Angebot, etwas über den Ort zu erfahren; sie folgen uns mit den Empfängern und den Kopfhörern auf den Lauschern. Wer sich "à propos und was ich schon lange mal sagen wollte" mit dem Nachbarn verplaudert, dreht einfach den Ton ab. Mit dabei sind Lehrer, Erzieher, Ehrenamtliche, Juristen, Abgeordnete und Verwaltungsleute aus den Kommunen.
Und etliche haben Fragen, die sie auch uns Dolmetschern stellen ... Unsere Vertonung der Gespräche wird zu einer Mischung aus einer Radiosendung und "Amélie von Montmartre", die einem Blinden den Kiez erklärt, nur ruhiger.
Auf unserem Gang zur besten samstäglichen Nachmittagszeit begegnen uns kaum Erwachsene, aber viele Kids.
Von denen hatten wir einige am Vortag schon in verschiedenen Einrichtungen gesehen; sie sind munter, neugierig, offen. Es macht Spaß zu sehen, wie alles, was gesagt wird, begierig aufgenommen wird. Kurz zuvor waren wir einer anderen Gruppe begegnet: Eine französische Staatssekretärin wollte sich das Projekt ansehen und wurde von Journalisten interviewt.
Kerstin, die grad dran ist, schieben diese das Mikro unter die Nase und kommen meiner Dolmetschkollegin dabei auch selbst von Frage zu Frage näher. Sie findet das anstrengend, denn keiner hatte sie darauf vorbereitet. Die Nichteinhaltung des eigenen Luftraums, das Brechen ungeschriebener Distanzregeln in einem abgegrenzten Interaktionsraum, empfinden Menschen auch so schon als bedrohlich; beim Dolmetschen, wo die Konzentration stark von der Sprache absorbiert wird, erleben wir körperliche Dinge, Grimassen oder Gelächter wie durch ein Vergrößerungsglas. Dann ist Beate an der Reihe, die dritte Dolmetscherin, die vorher schon die Staatssekretärin begleitet hatte ...

Die Tage vergehen wie im Fluge: Begegnungen in sozialen Einrichtungen, im Tagungs- und im Rathaus, bei Arbeitsgruppen, gemeinsamen Mahlzeiten, Plenarsitzungen, einer Theateraufführung, es wird nicht langweilig. Auch viele neue Begriffe halten uns auf Trab.

das dfjw förderte diese Begegnung
Am letzten Tag sagte einer der Polizisten, mit dem wir durch den Rollbergkiez gegangen waren, dass er ja gar nicht wisse, wie er die nächsten Tage ohne die freundlichen Stimmen auskommen solle, die immer alles synchronisierten. Merci, Monsieur und Danke auch an alle anderen! Diesmal bekamen wir sogar anerkennende Worte von den Veranstaltern, die zwangsläufig auch mal reinhörten in unsere Verdolmetschungen.


Dazu ein Hörfunktipp.
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Fotos (zum Vergrößern anklicken): C. Elias

Mittwoch, 23. März 2011

meubler le silence ...

Technikkisten als Stehhilfen
... nennen es die Franzosen, wenn Stille (le silence) zu füllen ist. Sie haben richtig gelesen, sie wird "möbliert".

Als Dolmetscherin beim Dreh eines Dokumentarfilms wie diesen März für ein französisches Arte-Team ist auch das oft mein Job. Eine Stunde vor dem P.A.T. komme ich an. P.A.T. bedeutet prêt à tourner, drehfertig, im Printbereich bedeutet es prêt à tirer, druckfertig, im Radio P.A.D., also prêt à diffuser, sendefertig.

Maskenbildnerin im Werk
Wenn ich am Set aufschlage, bauen die anderen meist schon seit einer Stunde auf. Ich richte mich schnell ein und bespreche mit Interviewerin und Redakteurin die Themen des anstehenden Interviews. Währenddessen wird eingeleuchtet.

Kurz darauf bekommen die Diskutanten ihre Ohrstecker (une oreillette) 'eingebaut', ich spreche dann Probe. Manchmal dauert es, bis die Leitung steht. Ich muss trotzdem weitersprechen. Nach freundlichen Grußworten suche ich nach Themen.

Es gilt also Stille zu füllen ... Das fällt mir meistens leicht, aber nicht immer. Als Dolmetscherin bin ich darauf spezialisiert, der gedanklichen Spur der anderen zu folgen. Ad hoc eigene Themen zu finden, die zu den Gesprächspartnern passen, ist knifflig, zumal ich mitunter wirklich lieber mein Vorbereitungsmaterial des jeweiligen Interviews nochmal durchgehen würde ...

Dolmetscherarbeitsplatz mit Wasserhahn ...
Passt, ich spreche ja fließend Französisch!
Bei Julia Franck, wir drehen in einer fast leeren Wohnung, fange ich an Steckdosen zu zählen, während die Funkstrecke aufgebaut wird, denn mein Arbeitsplatz wurde in einer nahezu leeren Küche aufgebaut. Ich komme auf elf Stück und höre dabei dem Echo zu, das sich an den Wänden bricht.

Dann darf ich nochmal kurz unter die Leute. Die Gesprächspartner haben immer viele Fragen über den Ablauf, ich antworte, so gut es geht; manchmal kommt die Maskenbildnerin erneut vorbei. Oft bin ich die einzige neben dem deutschen Aufnahmeleiter/Fahrer, die perfekt Deutsch spricht. Ich halte also den Interviewpartner nach Kräften bei Laune.

Küchendolmetschen
mit
Rückkanal (weißes Kabel)
Das führe ich fort, sollte wenig später die Warterei am Set wegen irgendeines Problems andauern. Meubler le silence wie gesagt, dabei hock ich wieder in meinem wie auch immer gearteten Kabuff.

Gerne reiße ich Witze, was indes nicht mit jedem Gesprächspartner geht. Ich muss stets schnell erspüren, was zum jeweiligen Gegenüber passt. Bei den Literaten, die wir diese Woche drehen, ist das meist kein Problem, ich hab mich ja zuvor wochenlang in ihre Literatur vertieft. Aber ich will auch nicht stets und in allen Situationen meinen esprit beweisen müssen.

la feuille de présence/de route - die Tagesdispo(-sition)
Kurz vor dem Dreh gibt's noch ein Tonproblem auf dem französischen Kanal, ich mach mir's einfach: Je reconte les prises de courant de la cuisine: une, deux, trois, quatre, cinq ... (Wie gesagt, elf Steckdosen in der neuen Küche von Frau Franck.)

In anderen Momenten genießen alle gemeinsam die Stille. Dann hören wir:

—  Moteur !
— Tourne !

Los geht's! Und kaum ist das Interview im Kasten, eilen wir weiter ....

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Foto: C. Elias
(Fotos zum Vergrößern bitte anklicken.)

Dienstag, 22. März 2011

Rückkanal *Aktualisiert*

Merci beaucoup, Hyacinthe, für diese Anordnung!
Hier mein Arbeitsplatz, wie er optimiert aussieht, zum Beispiel letzten Freitag im Schwimmbad. (Der Monitor ist gerade noch fürs Einleuchten am Set. Auf ihm sehe ich das Mundbild des Interviewten, was mir beim Dolmetschen hilft.) Am Mittwoch im Café, es war das Interview von Christoph Hein, hatte ich Mühen, mir selbst beim Sprechen zuzuhören, denn der Ort war zu laut.

Aber ich muss mir selbst zuhören können, auf Logik und Verständlichkeit meines Outputs achten und darauf, ob ich am Ende des Satzes wirklich mit der Stimme runtergehe.

Arbeit noch ohne Rückkanal
Tonmann Hyacinthe, dem ich nach einem Testlauf (Foto rechts) von meinen Schwierigkeiten vom Hein-Interview berichtete, baute mir gleich einen Rückkanal ein. Mit meinem Mikro lieferte ich ja Input für den "Knopf im Ohr", den die Interviewpartner und die Redakteurin tragen. Zum Glück hatte der Tonmann noch so ein Empfangsgerät in petto, so dass ich jetzt mit einem Ohr das Interview und im anderen Ohr meinen Output hören kann.

So dolmetscht es sich viel bequemer, vor allem an lärmigen Plätzen!

Von sechs Intervieworten war übrigens nur einer optimal, also ohne erhebliche Einschränkungen wie Lärm oder Kälte.


P.S.: Ich merke gerade, ich war bei meiner Benamsung der Gerätschaften leider nicht so streng, wie ich hätte sein müssen. Also: Empfangsgerät (ist fast) = Endgerät. Die Logik dahinter: Das Endgerät ist für den Endverbraucher, der Empfang der Töne findet im Arbeitsprozess statt ;-) Also ein (nahezu) baugleiches technisches Teil mit zwei Funktionen, denn auf meinem könnte ich noch mehr verstellen. Alles klar ? — oder hab ich jetzt endgültig alle verwirrt? Und der "Kanalumschalter" hat sicher auch offiziell einen anderen Namen ... Judith, hilf!
(Zu pädagogischen Zwecken darf das Bild in kleiner Seminarauflagengröße vervielfältigt werden, jedoch nur nach schriftlicher Genehmigung.)
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Fotos: Caroline Elias, Hyacinthe Lapin
(zum Vergrößern anklicken)

Donnerstag, 17. März 2011

Kalt!

Beim Film dolmetschen bedeutet, das Leben der Filmcrew zu teilen, meistens jedenfalls. Und zwar auch dann, wenn nach einigen Tagen mit 15 bis 17 ° Celsius die Außenwerte wieder in den unteren einstelligen Bereich rutschen, Nieselregen inbegriffen.

Außerdem drehen wir an Orten, die sich nicht immer heizen lassen. Also sitze ich beim Interview von Ingo Schulze im Nebengelass umgeben von Wein- und Gläserkisten, kalter Heizung, Feuerlöscher, gelber Postkiste und Stapelstühlen. Dafür ist die Aussicht grandios: Mit einem derart schönen Blick auf die Französische Botschaft habe ich noch nie gedolmetscht.

Oder aber ich sitze in einer Halle, in der Kunstobjekte ausgestellt werden. Das Team hat sich in den etwas wärmeren Gang verschanzt mit seinen Graffiti und einem unangenehmen Muff; ich aber sitze unweit eines riesigen Fensters und bibbere. Letzter Ort: Ein Räumchen zwischen Bademeisterkabuff und Personalklo mit gelb flimmerndem Neonlicht. Meine Stimme bricht sich an den engen Kachelwänden. Als ich ankam, sah ich beim Ausatmen die berühmten kleinen Wölkchen vor dem Mund.

Nur gut, dass ich die Felljacke noch nicht in die Reinigung gegeben habe! Auch die vier Schichten Kopfbedeckungen helfen sehr: Fleece, Luft, Wolle, Kopfhörer. Nur Handschuhe kann ich keine anziehen, ich muss ja immer die Kanäle hin- und herschalten und auch die Lautstärke dessen pegeln, was ich höre. Feridun Zaimoglu (im Tacheles interviewt) bewegt sich manchmal in unerwarteter Weise, dann raschelt sein Mikrophon und ich muss Vokabeln raten bzw. pegle den Ton entsprechend rauf und runter. Dafür spricht er mir aus dem Herzen. Sein Schreiben sei eine Art Übersetzen, er hätte Bilder vor Augen, und mithilfe der Sprache übertrüge er diese nur.

Reinhard Jirgl (im Stadtbad Wedding befragt) meint am Ende, er habe während des Gesprächs die Kälte gar nicht gespürt. Ging uns fast genauso.

Nachmittags bin ich immer richtig fertig: Ich 'habe drehfertig' und bin müde von der Arbeit und der Kälte. Schnell noch die Dispo eingesackt — ich fange immer als letzte an zu arbeiten — und super!, manchmal darf ich sogar ausschlafen. Die anderen müssen noch Stadtbilder einfangen und einmal sogar Nachtleben. Da bin ich doch froh, nicht immer den ganzen Tag mit der Filmcrew teilen zu müssen!


P.S.: Am Sonntag bringe ich hier noch ein paar Seteindrücke in der Rubrik "Sonntagsfotos".
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Fotos: C.E.

Geräuschkulisse

Wir drehen in einem Café: Französisches Team, deutscher Gesprächspartner, Dolmetscherin. Das Hinterzimmer dieser Lokalität ist den ganzen Vormittag für uns reserviert. Zwei Stunden vor Drehbeginn geht's mit dem Aufbau los — immer wieder erstaunlich, wie viel Unordnung zehn Erwachsene in kurzer Zeit anrichten können.

Dann kommt Christoph Hein, der gleich interviewt wird. Mein Arbeitsplatz wird im Vorraum aufgebaut, damit die Gesprächsbestandteile ohne reinquasselnde Dolmetscherin aufgenommen werden können.

Der Vorraum ist der Übergang zwischen Café und Hinterzimmer.

Hier sitze ich an einer kleinen Bar. Ich schnuppere ... und räume erstmal den grünen Mülleimer aus dem Weg. Hier wird sonst offenbar geraucht.

Direkt daneben, hinter einer dünnen Wand (und ohne Tür): Kaffeemaschine, Milchschäumer und Abstellfläche fürs gebrauchte Geschirr.

Damit muss ich leben.

Während die Gesprächspartner mit dem berühmten Knopf im Ohr ausgestattet werden, durch den ich ihnen das Gesagte in der jeweils anderen Sprache zuflüstere, überlege ich, was ich mit meinen Beinen machen kann. Die Türen der Bar lassen sich öffnen, was die Bequemlichkeit immens steigert. Richtig gemütlich werden die folgenden 1,5 Stunden aber nicht.

Während des Interviews füllt sich der Hauptraum des Cafés. Die Kaffeemaschine wird oft benutzt. Irgendwann suchen Gäste auch Plätze im Nebenraum. Der Klassiker: Ich muss beim Sprechen böse dreinschauen und abwinken, damit ich nicht gleich weitere störende Geräuschquellen habe. Nur der Leser darf sich hinsetzen.

Ja, die akustische Situation beeinträchtigt meine Arbeit, aber das spüre vor allem ich. Die danach befragten Franzosen haben gar nichts mitbekommen.

Nur Christoph Hein guckt einmal komisch drein, als ich auf Deutsch kurz was sagen muss, um Gäste zu verscheuchen — ich war grad auf dem deutschen Kanal.

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Fotos: C.E. (zum Vergrößern anklicken)

Dienstag, 15. März 2011

Interview dolmetschen

Jetzt sitze ich also im Wintergarten der Wolfs. Drei Zimmer weiter hat das fran­zö­si­sche Team drei Kameras aufgebaut, die Maskenbildnerin geht ans Werk, let­zte Kabel werden versteckt. Noch nie habe ich bei einem Dokumentardreh mit so vielen Leuten gearbeitet. Rasch über­flie­ge ich zwanzig Seiten Notizen und Fragen.

Es ist das Material der Interviewerin, das mir die Leiterin der Arte-Reihe, die Au­to­ren verschiedener Länder vorstellt, zögerlich geliehen hat. Ich tippe Zitate ab, krame in den Hirnwindungen, Ab­tei­lung Abiturzeit: Was hat Thomas Mann nochmal über Talent gesagt?
(Ach, wenn ich dieses Papier 24 Stunden vorher bekommen hätte! Aber keine Zeit für Selbstmitleid.)

Eben noch hatte ich als Lichtdouble in Christa Wolfs Arbeitszimmer gesessen. Viel Aufwand für fünf Minuten, die am Ende übrigbleiben, befand denn auch augenzwinkernd die Grande Dame der deutschen Literatur. — Schnell wei­ter­le­sen, noch ein Originalbuchtitel raus­ge­sucht, mit den Zitaten ist das schon schwie­riger, dennoch: es lebe das In­ter­net! Dann geht's los.

Anderthalb Stunden Fragen und Ant­wor­ten ... leider sitze ich hier ohne Kol­le­gin, dafür ist es das einzige Interview des Tages. (Im Schnitt sind es drei In­ter­views täglich.) Zwi­schen­durch muss ich husten — und das Gerät zum Umschalten der Kanäle, übder das mich Autorin und Interviewerin hören, hat be­dau­er­li­cher­wei­se keine Räuspertaste.

Die Schriftstellerin bewegt sich ... und hinter ihr rutscht das Kabel vom "Knopf im Ohr" in den sichtbaren Bereich. Wie sag' ich's meinem Team? Und ist das nicht der Job der Kameraleute? Die sind ja so zahlreich ... Muss ich denn alles machen?, der Hinterkopf rödelt und ver­liert unnötig Energie. Ich halte erstmal die Klappe — in sehr beredter (dol­met­scher­ty­pischer) Weise.

Irgendwann merkt das Team die Sache mit dem verrutschten Kabel dann doch. Mit Gaffer-Band wird es Madame auf den Rücken geklebt.

Und noch am Abend soll ich die Fragen der nächsten Interviews zugemailt be­kom­men.
Geht doch.


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Fotos: C. Elias (zum Vergrößern Bilder anklicken)

Montag, 21. Februar 2011

Last minute

Bien­­ve­nue, wel­come! Sie lesen im ersten deutschen Weblog aus dem In­ne­ren der Dol­met­scher­ka­bine. Ich arbeite in Pa­ris, Ber­­lin, Mün­chen und an an­de­ren Orten, an denen ich gebraucht werde, vorzugsweise für die französische Sprache.

"Zehn Minuten brainstorming unter Kollegen sind manchmal mehr wert als eine Stunde einsames Suchen im Netz."

... sagte Tanja neulich vor der Pressekonferenz und sie hat recht. Kleiner Ber­li­nale-Nachtrag.

Manusikripte, kurz vor dem Einsatz aktualisiert
Die Hauptarbeit geschieht in der Vorbereitung. Und durch ein zielgerichtetes Kol­le­gen­ge­spräch vorab lassen sich Schnitzer reduzieren.

Die Deutschen neigen öfter dazu, unklare Begriffe eng­lisch auszusprechen. Die Dolmetscherin macht prompt aus dem zunächst auf Fran­zösisch wie­der­ge­ge­be­nen Titel Le grand Eden im deut­schen Satzgefüge ein "big IEDEN", wenn der Film in den Unterlagen mit einem englischen Titel verzeichnet steht. Sie hatte übersehen, dass der im Original ironisch anglifizierte Titel "The big Eden" sich auf den Berliner Nachtclubbesitzer und ewigen Playboy Rolf Eden be­zieht und nicht auf den 'Garten Eden' vor einem anglophonen Kontext.

Die "Motivsuche" ist ein feststehender Filmbegriff, und bedeutet nicht chercher des images, 'Bilder suchen'. Der Fachterminus dafür lautet repérage, ein Wort, das das Alltagsfranzösische im übrigen eher kennt als das Alltagsdeutsche die "Motivsuche". Und ein Drittjahresfilm an der Filmhochschule ist kein film trimestriel, der Film des 3. Teils eines (einst in Frankreich so organisierten) akademischen Jahres. Und so ist auch der film de fin d'études schlicht der "Abschlussfilm" und nicht der film pour terminer ses études (Film, um sein Studium abzuschließen).

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Foto: C. Elias

Samstag, 12. Februar 2011

Berlinaleflüstern

Während der Berlinale entfallen die Rubriken "Link der Woche" und "Sonntagsbilder".

Zwischen zwei Terminen sitze ich im Taxi. Mache die Augen zu. Atme tief durch.

Im Radio läuft Musik. Dann kommt Werbung ... mit Sprache! Der Körper schrickt kurz hoch. Ich lehne mich wieder zurück, übe mich weiter in Zwerchfellatmung. Und dann merke ich allmählich: Mein Kopf verdolmetscht die Werbedialoge und Slogans.

Ich deute an, was mir passiert ist. Die Taxifahrerin lacht. Sie macht das Radio aus. Wir kommen ins Gespräch. Sie fragt mich aus, ich bin wieder wach und der Kopf in die Welt der Einsprachigkeit zurückgekehrt.

Als ich aussteige, sagt sie mir: "Bis später! Ich werde Sie natürlich im Radio hören!"

Jetzt schnell ins Kino. Danach höre ich mir das auf Englisch geführte Pressegespräch an (der Film läuft in der Sektion Panorama, hier sind alle Filmgespräche auf Englisch, in der Sektion Internationales Forum des Jungen Films etwa die Hälfte). Ich höre mich ein in die Sprechweise der Regisseurin, selbst, wenn sie gerade eine Fremdsprache spricht, denke mich weiter in den Film hinein, überlege an einer wörtlichen Übersetzung des Filmtitels herum.

Flüsterdolmetscherin im Einsatz
Vieles ist auf dem Festival englisch. Auch die internationalen Festivaltitel. Der Film, zu dem ich später bei Knut Elstermann das Pressegespräch dolmetschen werde, heißt "Tomboy", auf Französisch garçon manqué. Ein Junge also, der ... hm ... manquer, verpassen, kann man einen Bus. Ein "verpasster Junge" ist ein Mädchen, an dem ein Junge verlorengegangen ist, das Deutsche braucht mehr Vokabeln.

Nach dem Film chille ich erst mal in der Lounge des Maxx-Kinos, denn die Sendung von Radio Eins ist aus der Bar hoch in den ersten Stock gewandert. Noch eine Stunde habe ich, in der ich die Namen der Figuren wiederhole und Papier auftreiben muss, denn ich hab meinen Stenoblock vergessen.

Gleich stehe ich neben der Regisseurin Céline Sciamma und leihe ihr meine Stimme.

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Foto: Peggy Lindner

Donnerstag, 10. Februar 2011

Bühnendolmetschen

Wir sind auch dieses Jahr wieder auf der Berlinale und erzählen das Festival aus Dolmetschersicht. Film ab! 

Gestern hatte ich's von der Graumäusigkeit von Dolmetschern, vor allem Dol­met­scher­in­nen, die ein Theaterstück aufgegriffen hat. Dazu muss ich gleich etwas klarstellen. Denn wir sind nicht alle so! Es gibt durchaus Bühnendolmetscher, die auch in ihrer Art des Sprechens mit Moderatoren und Schauspielern mithalten können, denn sie haben ihre Dolmetscherkompetenz mit einer Sprechausbildung abgerundet.

Im Normalfall aber gilt: Dolmetscher haben hinter den Sprechenden zu ver­schwin­den, sie sind nur eine gemietete Stimme, das lebende, in die andere Sprache ver­wan­del­te Wort, demnach als Personen nicht existent. Das sieht bei vielen Kol­le­gin­nen am Ende so aus, dass sie sich auch im Dunkel der Kabinen wohler fühlen als in der Helligkeit des Rampenlichts, ja dass sie sogar grundsätzlich ungern in den Bereich des Sichtbaren geraten.

Am Abend vor der Berlinaleeröffnung stoßen wir mit grünem Tee aufs Filmfestival und die ersten Buchungen an    und erzählen uns Berlinaleschnacks. Eine meiner Lieblingsanekdote ist die von der Dolmetscherin, die mit der Vorhangfalte flirtet. Beim Erzählen stellen wir die Szene nach, dann kommen noch Marker auf die Din­ge, um die Rollen klar zu machen.

Eine berühmte Schauspielerin (Schnurlostelefon/gelb) steht vor dem Mikrofon (Salzstreuer/grün) und bedankt sich auf einer Festivalbühne für einen Preis. Das Licht der Rampe ist hell (Füller/silber). Hinter allem der rote Vorhang (Tee­beutel/rosa).

"establishing shot"




Einen halben Schritt hinter ihr steht die Dolmetscherin (Handy/orange). Die Schau­spielerin spricht, sie genießt das Rampenlicht. Die Dame hinter ihr ist nicht nur kleiner, sie wirkt auch kleiner, weil sie von der Rampe weiter entfernt steht.

Sehen wir genauer hin. Zunächst fällt auf, dass bei unserer Demonstration die Rampe und der Vorhang nicht parallel zueinander sind. Aber das ist nicht so wichtig.

Zurück ins Lichtspieltheater. Als der weib­liche Star fertig gesprochen hat (bzw. eine Pause einlegt), tritt die Dolmetscherin einen halben Schritt vor und übersetzt mit das Gesagte mitten in den Applaus hinein.

Leider betont sie kaum, lässt keine Pausen nach den Pointen; es sieht angestrengt aus, wie sie da ihren Stenoblock abarbeitet.

Ihre Worte gehen unter.
Sie hat sich nochmal kleiner gemacht, sich keinen Raum genommen.

Dann hebt der Star erneut an, und während sich die grande dame aus einem fran­zö­sisch­spra­chigen Land sehr ausführlich bedankt und Schnurren aus ihrem Leben erzählt, geht die Dolmetscherin (während sie sich Notizen macht) wieder einen Schritt nach hinten - und zur Sicherheit gleich noch einen, weil das Licht ja so hell ist.

Dieses Gehen beim Schreiben finde ich bemerkenswert. Hier geschieht alles aus dem tiefsten Inneren heraus, der Kopf arbeitet, wir sehen den reinen Impuls.
Der Star macht eine Pause    das Pu­bli­kum spendet begeistert Applaus!

Die Dolmetscherin geht wieder nach vorn, dolmetscht, spricht dabei in den Applaus hinein.

Dann geht sie wieder zurück.

Es sieht so aus, als würde würde sie sich am liebsten hinter dem breiten Kreuz des Stars verstecken, also bezieht sie, weiter schreibend, direkt hinter die Berühmtheit des Abends Aufstellung.

Das Ganze geht noch ein, zwei Mal so wei­ter.

Beim Zurücktreten kommt die Dol­met­scher­in dem Vorhang jedes Mal ein Stück näher (Teebeutel/rosa bzw. die anderen Schalen in Verlängerung der Linie).

Meine Schwester Friederike und ich sitzen in Reihe fünf oder so und beobachten beide irgendwann nur noch die Dolmetscherin, die sich ihrerseits wie hilfesuchend um­schaut.

Als die Veranstaltung zuende ist, bringt Friederike die Sache auf den Punkt: "Deine Kollegin hat ziemlich unglücklich aus­ge­sehen da oben. Als sich umgesehen hat und zurück in Richtung Vorhang schaute, wirkte das wie ein flehentlicher Blick auf die dunkle Falte ... als hoffte sie, diese Falte würde sich nun endlich ihrer erbarmen und sie verschlucken!"

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Fotos: C. Elias