Mittwoch, 29. Juli 2026

Bonjour

... und herz­lich will­kom­men! Als erfahrene Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin („se­nior in­ter­pr­eter“) und Über­set­ze­rin bin ich seit 20 Jah­ren in Deutsch­land, Frank­reich und in an­de­ren Län­dern Eu­ro­pas tä­tig — meist mit Fran­zö­sisch und Deutsch als Ar­beits- und Ziel­spra­che. Als Teil ei­nes Netz­werks kann ich Ih­nen auch bei der Su­che nach Un­ter­stüt­zung in an­de­ren Spra­chen hel­fen.

Grüne Jalousien, Treppe, Pflanzen
Alte Jalousien
Sie su­chen Kom­mu­ni­ka­tions­pro­fis fürs Dol­met­schen oder für Schrif­tl­iches? Nach vie­len Jah­ren in Frank­reich und dem ein­schlä­gi­gen aka­de­mi­schen Stu­dium sitze ich in der Fran­zö­sisch­ka­bi­ne. Schrift­lich ar­bei­te ich ins Deut­sche, auch aus dem Eng­li­schen.

Allein oder im Team be­glei­te ich De­le­ga­tio­nen, dol­met­sche auf Kon­fe­ren­zen, in Mi­nis­te­rien, Bot­schaf­ten oder am Film­set ... für Po­li­tik, Un­ter­neh­men und Pri­vat­leu­te.

Schwer­punk­te: Ak­tu­el­les, In­dus­trie, Wirt­schaft, Kul­tur, Ag­rar, Krea­ti­ves, Ur­ba­nis­mus und Bau, Ener­gie, Me­dien so­wie Ki­no: Ex­po­sé, Dreh­buch, Pro­duk­tions­dos­sier, Pres­se­heft. Im ers­ten Be­rufs­le­ben war ich Jour­na­lis­tin, bie­te auch Text­ar­beit an­, und zwar mit dem größ­ten Ver­gnü­gen.

Mit ei­ner ers­ten Kon­takt­mail an caroline@adazylla.de kön­nen Sie ei­nen te­le­fo­ni­schen Be­ra­tungs­ter­min ver­ein­ba­ren, um Ih­ren Be­darf ab­zu­klä­ren. (Ich ant­wor­te in­ner­halb von we­ni­gen Stun­den, ma­xi­mal zwölf.)

Ich bie­te an: Si­mul­tan- (fast zeit­gleich), Kon­se­ku­tiv- (zeit­ver­setzt), Flüs­ter- und Be­gleit­dol­met­schen, Büh­nen­dol­met­schen, Spre­ch­ein­sät­ze (Ton­auf­nah­men), Dia­log­Coa­ching für Film und Büh­ne, Fern­dol­met­schen.

Dol­met­schen lebt von Fach­kom­pe­tenz, Hin­ter­grund­wis­sen und Er­fah­rung. Ger­ne bin ich Ih­re Brü­cke zwi­schen der deutsch- und fran­zö­sisch­spra­chi­gen Welt — fle­xi­bel und punkt­ge­nau! Vor Ort oder mit On­line-Ex­per­ti­se: Mein Ein­satz ga­ran­tiert Ih­nen Ver­ständ­lich­keit oh­ne Miss­ver­ständ­nis­se.

Doch ge­na­u­so gern un­ter­stüt­ze ich klei­ne­re In­iti­a­ti­ven, per­sön­li­che Be­geg­nun­gen oder punk­tu­el­le Ein­sät­ze, denn auch bei die­sen sind Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, gu­te Vor­be­rei­tung und ei­ne aus­ge­bil­de­te Stim­me ge­fragt.

Jetzt pla­nen — Er­folg si­chern!
Dol­met­schen ist mehr als Spra­che: Prä­zi­si­on, Kon­text, Wis­sen um Sprech­ab­sich­ten, Hin­ter­grund, Takt­ge­fühl und Er­fah­rung. Si­chern Sie sich mei­ne oder un­se­re pro­fes­sio­nel­le Un­ter­stüt­zung!

Herz­li­che Grü­ße,
Ca­ro­li­ne Eli­as

P.S.: Wir sind nicht nur Sprach­ar­bei­te­rin­nen und Sprach­ar­bei­ter, son­dern be­ob­ach­ten auch die Welt. Hier dür­fen Sie in mei­nem Ar­beits­ta­ge­buch mit­le­sen. Die­se Sei­te ist für das Web­la­y­out op­ti­miert, sonst dro­hen Text­pas­sa­gen hin­ter den Fo­tos zu ver­schwin­den.

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Fo­to: C.E.

Die große Illusion (2)

Bon­jour & hel­lo! Hier er­hal­ten Sie Ein­blick in mei­nen All­tag aus der Spra­chen­welt. Ich über­set­ze ins Deut­sche und dol­met­sche Fran­zö­sisch ⇄ Deutsch und aus dem Eng­li­schen. Der KI-Mitt­woch ist heu­te kurz.

Das schlimms­te Vi­deo, das ich die­ser Tage ge­se­hen habe, war ein hu­ma­noi­der Ro­bo­ter, der ein Klein­kind be­treut, mit ihm mit Bau­klöt­zen spielt, ihm ein Ge­schenk bringt. Das Kind strahlt — und schaut in ei­ne ab­ge­run­de­te Me­tall­plat­te in Ge­sichts­form.

Frau im Nebel
Pers­pek­ti­ven im Ne­bel
Falls hier je­mand die Fall­hö­he nicht ver­stehen sollte: Wir Le­be­we­sen ler­nen durch Ge­füh­le, durch Kör­per- und Haut­kon­takt, durch Nach- und Mit­ma­chen, Üben und Feh­ler und mensch­li­che Rück­mel­dun­gen; das gilt für Klei­ne wie für Gro­ße, auch wenn sich die Lern­ty­pen spä­ter aus­dif­fe­ren­zie­ren.

Die­se Ro­bo­ter, so ist zu hö­ren und zu le­sen, wür­den uns künf­tig die Haus­halts­auf­ga­ben ab­neh­men, aber auch Oma, Baby und den Fa­mi­li­en­hund be­treu­en, wäh­rend wir ... bit­te was? Wir hät­ten dann Zeit, um mehr zu ar­bei­ten. Zu­gleich ra­bu­liert so man­cher der Tech-Gran­den, dass 90 Pro­zent der Ar­beits­plät­ze auf­grund der KI ver­schwin­den wür­den.
Ja, was denn nun?

Vie­le Län­der er­le­ben der­zeit dra­ma­ti­sche Tage: Feu­er gi­gan­ti­schen Aus­ma­ßes ver­zeh­ren Wäl­der und Ort­schaf­ten. Jetzt grei­fen sie nach Groß­städ­ten. Ret­ter ster­ben, Flo­ra und Fau­na wer­den ver­nich­tet. Die Bil­der sind apo­ka­lyp­tisch.

Das Kli­ma­sys­tem, in und von dem wir le­ben, wa­ckelt und bricht vor un­se­ren Au­gen teilweise zu­sam­men. Diese Ka­ta­stro­phen tre­ten frü­her ein, als von der Wis­sen­schaft be­rech­net. Es wä­ren So­fort­maß­nah­men nö­tig, welt­weit, nein: es SIND.

Die Fol­gen des Ver­bren­nens fos­si­ler Stof­fe wur­den schon pa­ral­lel zur In­du­stria­li­sie­rung be­nannt. In den 1840er-Jah­ren grün­de­ten sich in Eng­land er­ste Ver­ei­ne ge­gen den Ruß und die Luft­ver­schmut­zung in In­du­strie­städ­ten wie Man­ches­ter. Und Svan­te Arr­he­nius, ein schwe­di­scher Wis­sen­schaft­ler, leg­te im Jahr 1896 eine Stu­die vor, in der er be­schrieb, dass das Ver­bren­nens fos­si­ler En­er­gie­trä­ger zu ei­ner glo­ba­len Er­wär­mung füh­ren wird (all­er­dings oh­ne die Ge­fah­ren im Blick zu ha­ben).

In den 1970er Jah­ren gab dann die Öl­in­du­strie ei­ge­ne For­schungs­ar­bei­ten in Auf­trag, sie warn­ten ein­deu­tig vor den Ri­si­ken. Die Pro­gno­sen von Ex­xon­Mo­bil aus den Jah­ren 1977 bis 2003 wa­ren, so eine Stu­die von Har­vard, „er­schre­ckend“ ge­nau. Die­se Stu­di­en wan­der­ten in den Gift­schrank, ent­war­nen­de Pa­pers wur­den ver­öf­fent­licht. Die Men­schen wähn­ten sich in Si­cher­heit. Shame on you, Wis­sen­schaft­ler, dass hier nie­mand als whis­tle blo­wer laut wur­de.

Wir ken­nen die­ses Vor­ge­hen von der Ta­bak­in­du­strie. Es hat Jahr­zehn­te ge­braucht, bis die se­ri­ö­sen wis­sen­schaft­li­chen Stim­men sich ge­gen ge­fälsch­te Stu­di­en durch­ge­setzt ha­ben, von de­nen ei­ni­ge so­gar die ge­sund­heit­li­chen Vor­tei­le des Rau­chens rühm­ten.

Und die­ser Tage tau­chen wun­der­ba­re Zi­ta­te der Her­ren der KI im Netz auf: In zehn Jah­ren wer­de Geld prak­tisch kei­ne Be­deu­tung mehr ha­ben, al­les kön­ne es im Über­fluss ge­ben, für jede und je­den, ich pa­ra­phra­sie­re. Ge­sagt hat das ex­akt je­ner, der als Auf­räu­mer des mäch­tigs­ten Prä­si­den­ten in Über­see die Ge­sund­heits- und Not­hil­fen für Kran­ke und Hun­gern­de in ar­men Län­dern, aber auch in ar­men Re­gio­nen des ei­ge­nen Lan­des zer­schla­gen und da­mit schon jetzt für Mil­lio­nen von To­ten ge­sorgt hat. Kei­ne Na­men, ich will nicht den Al­go­rith­mus füt­tern. Wir wis­sen al­le, wer ge­meint ist.

Die­ser Zy­ni­ker hat Blut an den Hän­den. Sei­ne Kon­sor­ten sind nicht bes­ser.

Was das Über­maß an KI im Über­maß braucht: En­er­gie, Was­ser, Flä­che. Al­so al­les, was knapp und teu­er ist und in Zei­ten der Knap­pheit die Bio­di­ver­si­tät be­droht.

Und jetzt habe ich noch nicht von ei­ner kom­plett frei­lau­fen­den KI und Ro­bo­ti­sie­rung von In­du­strie und Wirt­schaft ge­spro­chen. Die Tech-Gran­den träu­men da­von, über­all den Mehr­wert und die Ein­kom­men ab­zu­schöp­fen und am lieb­sten auch noch fort­ge­setzt kaum bis kei­ne Steu­ern zu zah­len.

Je­de(r), der ein we­nig nach­den­ken kann, sieht die Sack­gas­se.

Wir dür­fen nicht auf­ge­ben. Nicht, was das Kli­ma an­geht, die Um­welt­ver­schmut­zung und auch nicht dar­in, eth­i­sche Ge­set­ze zur KI zu for­dern, die Men­schen, ihre bio­lo­gi­schen und öko­no­mi­schen Grund­la­gen schüt­zen und die größ­ten Ver­mö­gen end­lich wie­der an den Aus­ga­ben un­se­rer Ge­sell­schaf­ten zu be­tei­li­gen.


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Fo­to: pixlr.com (Zu­falls­fund)

Montag, 27. Juli 2026

Montagsschreibtisch (150)

Hal­lo, hier fin­den Sie im 20. Jahr den Ar­beits­all­tag einer Dol­met­scherin skiz­ziert. Meine Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich arbei­te über­wie­gend mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­lische Spra­che. Som­mer ist Sau­re­gur­ken­zeit. Es gibt noch vie­le freie Ter­mi­ne!

Schreib­tisch am Was­ser
Urlaubs­zeit ist bei vielen Dol­met­sche­r:in­nen aty­pisch, bei mir dop­pelt als in Teil­zeit pfle­gen­de An­ge­hö­ri­ge.

So bin ich nicht weit ent­fernt vom Ufer­bü­ro und bei Be­darf un­ter­stüt­ze ich Sie gern.

Auf dem Mon­tags­schreib­tisch:
⊗ Kor­rek­tur­le­sen von Trans­krip­ten fürs TV
⊗ Kos­ten­vor­an­schlä­ge
⊗ Ihr Pro­jekt?

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Illu­stra­ti­on: Dal­l:e (2023), „im Stil
von Ma­tis­se“

Dienstag, 21. Juli 2026

Sprechen und hören

Bon­jour, bien­ve­nue, wel­come! Hier bloggt eine Über­set­zer­in und Dol­met­scher­in für Französisch (und aus dem Englischen). Die Spra­chen sind nur die hal­be Mie­te. Das äußer­liche Auf­tre­ten hilft bei der Selbst­über­zeu­gung.

Letz­ter Ein­satz des Jah­res, hoch­ka­rä­tig be­setzt, vor aus­ver­kauf­ten Rän­gen und live ge­streamt: Der Puls steigt. Einen sol­chen Ein­satz hat­te ich lange nicht mehr ... wegen An­ge­hö­ri­gen­pfle­ge I, Co­ro­na­zeit, Long Co­vid, Uk­rai­ne­kri­se, An­ge­hö­ri­gen­pfle­ge II und Um­satz­ein­bruch we­gen der KI (die nicht dol­met­schen kann).

Also stellt sich un­nö­ti­ger­wei­se mal wie­der Lam­pen­fie­ber ein.

Ich weiß, dass mir Ad­re­na­lin hilft, so­lan­ge es im Rah­men bleibt. Als wäre Schlap­pi­tu­de ein An­ta­go­nist, bin ich müde, denn ei­ne abend­li­che Ge­burt­stags­par­ty in der Nach­bar­schaft ist ges­tern Abend aus­ge­u­fert, auch ha­ben wir un­nö­ti­ger­wei­se einen Nacht­club im Nach­bar­haus, also stan­den Men­schen­trau­ben vor dem Haus, bis es lang­sam wie­der hell wur­de.

Und ganz gleich, auf wel­cher Sei­te der Woh­nung ich ver­sucht ha­be, mein La­ger auf­zu­schla­gen, ich fand kaum Schlaf, erst am frü­hen Mor­gen, in Sum­me zu we­nig. Oder ha­be ich Lam­pen­fie­ber, WEIL ich mü­de bin?

Egal. In Sum­me hat es ge­klappt. Ich hö­re mir selbst zu und fin­de mich: ent­spannt, sou­ve­rän, wort­reich, sehr nah an den Aus­gangs­wor­ten, dem Duk­tus, dem Stil.

Ich be­ru­hi­ge mich also schnell wie­der. Ge­las­sen­heit in der Dol­met­scher­ka­bi­ne ha­be ich trai­niert, so wie ein ge­wis­ser Herr Paw­low sei­ne be­rühm­ten Hun­de kon­di­ti­o­niert hat. Das ist nicht un­wich­tig, denn lan­ge ha­be ich un­ter dem Hoch­stap­ler­syn­drom ge­lit­ten.

Es gibt das be­rühm­te Zi­tat fake it until you make it, wo­zu auch ge­hört, sich den äu­ßer­li­chen Er­war­tun­gen an das Auf­tre­ten ei­ner Dol­met­scher­in an­zu­pas­sen. Ich schlüp­fe mal wie­der gründ­lich in die­se Haut. Den Vor­gang ha­be ich ein­mal Da­men­wer­dung ge­nannt. Mei­ne Freun­din Bi­ne nennt es „Auf­rü­schen“, und es ist nicht oh­ne: Fri­sör, Ma­ni­kü­re, Pe­di­kü­re, An­zug, leich­tes Make-up, Per­len­ket­te, Sei­den­schal, the full mon­ty.)

Die­se leicht iro­ni­sche Dis­tan­zie­rung von mir selbst hilft, und sie ver­hilft mir zu ei­nem kla­ren Blick. (Die­ses „fake it until you make it“ klappt in mei­nem Be­ruf nur dann, wenn et­was Ta­lent, aus­rei­chend viel Wis­sen, ei­ne Men­ge Fleiß und jah­re­lan­ges Lern­po­ten­ti­al vor­han­den sind.)

Am En­de der Ver­an­stal­tung folgt ein Emp­fang mit Cham­pa­gner und Pe­tits fours. In den Haupt­stadt­krei­sen fol­gen Mut­ma­ßun­gen und Kom­men­ta­re über die Welt­la­ge und so. Wir ste­cken mit­ten in ver­schie­de­nen Kri­sen. Die Mut­ter al­ler Kri­sen scheint mir ei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Glau­b­wür­dig­keits­kri­se zu sein.

Wäh­rend ich al­so beim Emp­fang über Per­so­na­li­en nach­den­ke, drängt sich mir ein Zi­tat auf, mit dem ich schlie­ßen möch­te, es ist von In­ge­borg Bach­mann.

Die Geschichte lehrt andauernd, aber sie findet keine Schüler
Ge­se­hen in Ber­lin-Kreuz­berg



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Fo­to:
C.E.

Montag, 20. Juli 2026

Montagsschreibtisch (149)

Herz­lich will­kom­men, lie­be Le­se­rin, lie­ber Le­ser, beim ers­ten deut­schen Dol­metsch­web­log aus dem In­ne­ren der Dol­metsch­ka­bi­ne. Was uns Dol­met­scher­in­nen und Über­set­zer­in­nen (und die Her­ren im Be­ruf) tag­ein, tag­aus be­schäf­tigt, wie wir ar­bei­ten, be­schrei­be ich hier in mei­nem di­gi­ta­len Ar­beits­ta­ge­buch. Heu­te folgt die Wo­chen­über­sicht. 

Time waits for no one  and it won't wait for me

Auch die Schul­kin­der Ber­lins ha­ben jetzt Som­mer­fe­ri­en. Erst war die Stadt kurz deut­lich lee­rer, jetzt ist es wie zu­vor, aber die Ur­lau­ber:in­nen aus frem­den Län­dern er­ken­nen wir am Auf­tre­ten, der Klei­dung und den Fra­gen. Trotz­dem gibt es Ter­mi­ne.

Auf dem Schreib­tisch

❦ Kurz­ein­satz Mit­tel­stand
❦ Kos­ten­vor­an­schlä­ge für Sep­tem­ber und Ok­to­ber
❦ Vor­be­rei­tung Min­der­hei­ten an­ge­sichts der er­star­ken­den Rechts­ex­tre­men
❦ Nach­be­rei­tung


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Based in Ber­lin, I am avail­able as an in­ter­pre­ter for your va­ri­ous needs, for ex­am­ple doc­tor's ap­point­ments, city and his­to­ri­cal tours, meet­ings with law­yers, vi­sits to pub­lic au­tho­ri­ties or po­li­ce ap­point­ments (and ma­ny oth­er oc­ca­sions).

Ba­sée à Ber­lin, je peux vous ac­com­pa­gner en qua­li­té d'in­ter­prè­te pour vos dif­fé­rents be­soins, par exem­ple lors de con­sul­ta­tions mé­di­ca­les, de vi­si­tes de la vil­le ou à ca­rac­tè­re his­to­ri­que, de ren­dez-vous chez un avo­cat, au­près des au­to­ri­tés ou de la po­li­ce (et dans bien d'au­tres si­tua­tions).
 

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Bild: C.E., Zi­tat: Rol­ling Stones

Freitag, 17. Juli 2026

Moment mal! (2)

Bon­jour, hel­lo, gu­ten Tag! Den Ar­beits­all­tag einer Dol­met­scherin finden Sie auf diesen Sei­ten skiz­ziert. Meine Mut­ter­spra­che ist DE, ich arbei­te über­wie­gend als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin mit FR und EN und zwar in Ber­lin, Pa­ris, Stutt­gart und dort, wo Sie mich brau­chen! Nun heißt es am letz­ten Werk­tag: Mo­ment mal!, ein kur­zer Ein­blick in mei­nen Be­rufs­all­tag.


Innenansicht Dolmetscherkabine, das Headset liegt auf dem Tisch
Ein Blick, ein Wort, eine Frage
Oft wer­de ich ge­fragt, ob ich nach zwan­zig Jah­ren als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin nicht schon al­les ein­mal ge­hört und ob ich nicht auch ein­mal zu­en­de ge­lernt hät­te.

Das Ge­gen­teil ist rich­tig.

Viel­leicht ist das das schöns­te Ge­schenk die­ses Be­rufs: Je­de Wo­che öff­net sich ei­ne neue Welt. 

Mal geht es um Land­wirt­schaft, mal um Eu­ro­pa­po­li­tik, um Kli­ma, Ge­sund­heit, Bil­dung oder Wirt­schaft. Oft ha­be ich mich ta­ge­lang in ein The­ma ein­ge­le­sen, von dem ich we­ni­ge Wo­chen zu­vor kaum et­was wuss­te. In an­de­ren Wo­chen fri­sche ich The­men auf, fühle mich in ih­nen schon recht zu­hau­se.

Mit je­dem Ein­satz kom­men neue Be­grif­fe hin­zu, neue Men­schen und neue Per­spek­ti­ven. Manch­mal auch neue Fra­gen, auf die nie­mand ei­ne schnel­le Ant­wort hat. Ich liebe es, mich in The­men zu ver­sen­ken, in den Flow zu kom­men.

Ich glau­be, ge­nau das hält mich neu­gie­rig. Ich darf im­mer wie­der über den Tel­ler­rand schau­en, oh­ne mei­nen Be­ruf zu wech­seln.

Na­tür­lich gibt es an­stren­gen­de und auch sehr an­stren­gen­de Ta­ge, umfangreiche Vor­be­rei­tung unter Zeit­druck, weil zu viel erst fünf vor Event im Mail­post­fach war, mit lan­gen Sit­zun­gen oder frü­hen Ab­fahr­ten. Aber selbst dann gibt es oft ei­nen Mo­ment, in dem ich den­ke: Wie span­nend, dass ich das heu­te ler­nen durf­te.

Ich fin­de, Neu­gier ist ei­ne wun­der­ba­re Be­glei­te­rin. Sie macht den Ar­beits­all­tag bun­ter und hilft, auch nach vie­len Jah­ren noch mit of­fe­nen Au­gen durch die Welt zu ge­hen.

Und viel­leicht ist das gar nicht nur beim Dol­met­schen so.


P.S.: Meis­tens hilft eine Sies­ta aus dem Tief, kann auch im Bus oder im Zug pas­sie­ren. Oder aber ich geh­e für ei­ne, zwei Stun­den raus in die Na­tur.

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Gra­fik:
OpenAI

Montag, 13. Juli 2026

Montagsschreibtisch (148)

Was Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­scher ma­chen, kön­nen Sie auf die­sen Sei­ten mit­le­sen. Meine Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich arbei­te über­wie­gend mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che.

Die kon­tem­pla­ti­ve Katze
Ei­ne mei­ner Spe­zia­li­sie­run­gen ist Film: Dreh­buch, Pro­duk­tion, Her­stel­lung, Mar­ke­ting, Fes­ti­val.

Der Mon­tag nach der letz­ten vol­le­ren Ar­beits­wo­che ist der Verwal­tung ge­wid­met. Sonst auf dem Schreib­tisch für die­se Wo­che:

✗ Vo­ka­bel­lis­ten über­ar­bei­ten
✗ Zu­sam­men­fas­sung schrei­ben
✗ Stra­te­gie­über­le­gun­gen
✗ Kos­ten­vor­an­schlag
✗ Vor­be­rei­tung der kom­men­den Wo­che

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Foto: C.E. (Ar­chiv)


Sonntag, 12. Juli 2026

Ausgleich

Bon­jour & he­llo! Her­z­lich will­kom­men beim ers­ten deut­schen Dol­met­scher­web­log aus dem In­ne­ren der Dol­met­sch­ka­bi­ne und vom Über­set­ze­rin­nen­schreib­tisch. Ich bin Dol­met­scher­in für die fran­zö­si­sche Spra­che, und ich über­set­ze aus dem Fran­zö­si­schen und Eng­li­schen, meis­tens ins Deut­sche. Hier be­rich­te ich über die­ Ar­beit im Be­reich Kom­mu­ni­ka­ti­on, Kul­tur und in­ter­na­tio­na­ler Aus­tausch. Heu­te werde ich pri­vat!

Work hard, par­ty hard, das ist ei­ne Bin­se. Wir las­sen auch das Fei­ern ru­hig an­ge­hen. Ber­li­ner Som­mer sind schön, vor al­lem dank der Gär­ten und des Was­sers!

Laue Som­mer­näch­te

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Col­la­ge:
C.E.

Freitag, 10. Juli 2026

Moment mal! (1)

Bon­jour & hel­lo! Sie le­sen in einem di­gi­ta­len Ta­ge­buch aus der Spra­chen­welt. Ich über­set­ze ins Deut­sche und dol­met­sche Fran­zö­sisch ⇄ Deutsch so­wie aus dem Eng­li­schen. Neue Ru­brik, glei­cher Blog: Hier hal­te ich künf­tig die­se win­zi­gen Au­gen­blic­ke fest, in de­nen beim Dol­met­schen für ei­nen Atem­zug die Zeit still­zu­steh­en scheint: Mo­ment mal!

Innenansicht Dolmetscherkabine, das Headset liegt auf dem Tisch
Ein Blick, ein Wort, eine Frage
Der Mo­ment, um den es hier geht, ist im­mer der glei­che und nie der­sel­be: die­ser eine Wim­pern­schlag zwi­schen den Wör­tern, der ge­ra­de für je­ne sicht­bar wird, die wis­sen, des ei­ne sel­te­ne Fach­be­griff, der im Ohr an­kommt oder der Satz, der rasch aus dem Mund her­aus­schlüp­fen will.
Et­was, das vie­le gar nicht wahr­ne­hmen.

Da­zwi­schen manch­mal ein win­zi­ges Loch, ein Ein­ras­ten, ein Klick im Kopf, der Au­gen­blick der Selbst­re­fle­xi­on mit­ten im Satz, den nie­mand im Saal be­merkt, au­ßer wir Dol­met­sche­r:in­nen selbst.

Ge­nau die­se Se­kun­den samm­le ich hier ab jetzt. Kei­ne gro­ße Drama­tur­gie, kein Blitz, kein Knall, nur der Mo­ment, der sonst spur­los durch die Ka­bi­ne rauscht.

Klei­ne Ab­gren­zung, weil’s mich als Sprach­frau juckt: Der Mo­ment ist der Au­gen­blick, das kur­ze Jetzt, ge­nau das, was die­se Ru­brik meint. Das Mo­ment da­ge­gen ist et­was ganz an­de­res: ein Fak­tor, ein Um­stand, ein Be­stand­teil ei­ner grö­ße­ren Sa­che, "das ent­schei­den­de Mo­ment ei­ner Ver­hand­lung" zum Bei­spiel. Und schließ­lich gibt es noch das Mo­men­tum, das aus der Phy­sik und zu­neh­mend auch aus dem Ma­nage­ment-Sprech her­über­schwappt: Schwung, Wucht, die Kraft ei­ner Be­we­gung, die (noch) trägt.

Drei Wör­ter, die sich äh­neln, die aber nichts mit­ein­an­der zu tun ha­ben, au­ßer viel­leicht, dass ein gu­ter Mo­ment manch­mal das Mo­men­tum ei­nes gan­zen Ge­sprächs kip­pen kann.

Am Frei­tag, dem meist­ge­buch­ten Tag der Wo­che, wird die­se Ru­brik lan­den, mein klei­ner Auf­ruf zum In­ne­hal­ten. Nicht, weil dann schon das Wo­chen­end­ru­he aus­bre­chen wür­de, son­dern weil ge­ra­de dann, mit­ten im dich­tes­ten Pro­gramm, sich die­ser Mo­ment am häu­figs­ten ein­stellt.

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Gra­fik:
OpenAI

Donnerstag, 9. Juli 2026

Museum der Wörter (48)

Will­kom­men bei mei­nem Blog aus der Ar­beits­welt der Spra­chen. Wie Dol­met­scher und Über­set­zer ar­beiten (und auch wir Frauen im Beruf, die wir in der Mehrzahl sind), ist oft nicht so ge­nau be­kannt. Zum Be­ruf gehört auch, dass wir uns stän­dig Ge­dan­ken über die Ar­beits­mit­tel machen, über Tech­nik, na­tür­lich, aber auch über die Wör­ter.

Der Piep­matz­ra­batz im Hof­gar­ten des heu­ti­gen Tages ist Krä­hen­krä­hen. Mut­ter­krä­he und Va­ter­krä­he rufen alle drei bis 20 Se­kun­den ihre Klei­nen, die am Pflanz­tisch unter einem Baum und am Kom­post­hau­fen am Boden hocken. Das Wort des Tages ist des­halb:

              
             
Äst­ling

Sprung: Am Morgen in die Uni­ver­si­tät eilen, wis­sen­schaft­li­cher Aus­tausch. An­schlie­ßend rette ich mich in den Hof der alten Staats­bi­bli­o­thek, will meine täg­li­che Stunde Buch­lek­tü­re hier ab­sol­vie­ren, aber der Wind ist gar­stig und kalt. Schnell nach­hau­se und in unseren wun­der­schö­nen Hof­gar­ten am May­bach­ufer wech­seln.

Dort sitze ich, höre die Kräh­lein, ab und zu stürzt eine der gro­ßen Kräh­en vom Him­mel, die Klei­nen be­grü­ßen es ru­fend, eins be­kommt ei­nen Re­gen­wurm in den Schna­bel ge­stopft, das Klein­krä­hen­krä­hen wird zum Klein­krä­hen­kräh­ge­gur­gel, es gurgelt den Gür­tel­wurm runter, wäh­rend sich der El­tern­vo­gel wieder in si­che­re Höhen auf­schwingt. Die Flug­ver­su­che der Mi­nis hat trotz län­ge­ren An­sit­zens aus re­spekt­vol­ler Ent­fer­nung nie­mand von uns ge­se­hen.

Hinterhofzoo

Und dann kommt die Text­nach­richt, die aus die­sem Pos­ting einen Bei­trag im Mu­se­um der Wör­ter macht. Danke, An­na!

Es ha­ben be­stimmt schon ei­ni­ge mit­be­kom­men, dass wir zwei Äst­lin­ge im Hof ha­ben. Nur zur Info: Die brauchen un­ge­fähr eine Woche, bis sie flie­gen kön­nen, bis da­hin le­ben sie am Bo­den und wer­den von den Eltern ge­füt­tert und be­schützt.

Bitte nicht an­fas­sen, und nehmt die Hund­e an die Lei­ne und ver­scheucht die Kat­zen, falls die doch mal rü­ber­kom­men. Und vor allen Dingen er­schreckt Euch nicht, wenn die Elt­ern die Äst­lin­ge ver­tei­di­gen.
Das könn­te sich sonst auf Eu­re Fri­sur aus­wir­ken. :)

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Fo­tos: C.E.

Mittwoch, 8. Juli 2026

Hinter den Kulissen ... (1)

... muss es nicht schick aus­sehen.

Bon­jour & hel­lo! Hier er­hal­ten Sie Ein­blick in mei­nen All­tag aus der Spra­chen­welt. Ich über­set­ze ins Deut­sche und dol­met­sche Fran­zö­sisch ⇄ Deutsch und aus dem Eng­li­schen. Der Ein­blick ist heute höchst wört­lich zu neh­men.

Haupt­sa­che funk­tio­nal!
Wir sit­zen ne­ben dem Stuhl­la­ger, neben Tisch­bö­cken, einer Trans­port­kis­te und einem rie­si­gen Elek­tro­schrank, ein­mal knarrt da ein Zahn­räd­chen hör­bar, der Strom­zäh­ler mit 'ner neu­en Zahl vor dem Kom­ma. An der an­de­ren Wand eine Kü­chen­zei­le, an der Fens­ter­front wird das Buf­fet auf­ge­tra­gen. 
Wäh­rend der Ver­an­stal­tung sind nur wir hier, die Dol­met­sche­rin­nen.

Wir lie­fern den Ton der zwei­ten Spra­che für den Ver­an­stal­tungs­raum hin­ter der vier­ten Wand, hin­ter der mit vie­len Türen, aber pa­ral­lel auch für die Men­schen drau­ßen, die on­line teil­neh­men. Seit der Pan­de­mie ha­ben wir es immer öfter mit hy­bri­den Events zu tun. Prak­tisch für die Ver­an­stal­ter:in­nen, die sich die Mie­te für eine Dol­metsch­ka­bi­ne spa­ren. (Für uns geht es nicht im­mer auf, weil wir gerne durch­ge­hend die Per­son se­hen möch­ten, die spricht.)

Schön­heit ist bei die­sem Set­ting nicht wich­tig [auch nicht un­se­re ;-)]. Wir be­kom­men zu un­se­rem Head­set für den di­gi­ta­len Raum auch noch ein Hand­held-Mi­kro­fon für die Gäste vor Ort, also eines zum Jon­glie­ren für die Hand. Dabei ar­bei­ten wir ger­ne pa­ral­lel mit den Hän­den, schrei­ben Be­grif­fe auf, su­chen rasch was im Rech­ner. Ein Sta­tiv wird ge­holt, die Sys­te­me pas­sen nicht recht zu­sam­men, und Gaf­fa­band hilft im­mer. Ach, schön.

Und nach­dem wir den Ter­min zur gro­ßen Freu­de al­er sou­ve­rän jon­gliert ha­ben, kommt beim Emp­fang wie­der die­ser Satz, der ger­ne mit ei­ner Spur Her­ab­las­sung ge­spro­chen wird: „Ach, Sie sind ja si­cher bald ar­beits­los, jetzt, wo die KI alles über­nimmt!“

Lau­ter Leu­te, die nicht ge­merkt ha­ben, was bei­na­he schief­ge­gan­gen wä­re auf der zwei­ten Ton­spur, wenn wir nicht ge­we­sen wären. Leu­te, die auch nicht ge­hört ha­ben, dass wir bei den manch­mal recht kom­ple­xen Ver­schach­te­lun­gen ei­nes an­sons­ten glas­klar ar­gu­men­tie­ren­den Pro­fes­sors die Satz­tei­le auch schon mal ent­schach­telt ha­ben. Und Leu­te, die nicht mit­be­kom­men ha­ben, dass wir die fran­zö­si­schen Kür­zel CNC und CNL er­klä­rend ver­dol­metscht ha­ben, eben­so das Film­för­der­tool avance sur re­cet­te, dass wir trotz sehr un­ter­schied­li­cher Sprach­dich­te und -ge­schwin­dig­keit im­mer ru­hig und ver­ständ­lich ... und voll­stän­dig ... und ohne Hal­lu­zi­na­tio­nen ...

Ich mag es gar nicht mehr er­klä­ren müs­sen. Mein Mund ist mü­de, und nach dem Ein­satz ist es auch das Ge­hirn. Seit zwei Jah­ren er­klä­re ich un­be­zahlt, was die KI nicht kann und was wir leis­ten. Mir ist lang­wei­lig. Die Me­di­en de­cken den Hoax der „KI“-„Dol­met­scher“ nicht auf, weil es ge­fühlt an allen Ecken brennt, End­kund:in­nen wer­den stän­dig ge­leimt, haben das Nach­se­hen, zah­len die teu­ren Fol­ge­kos­ten für Miss­ver­ständ­nis­se oder feh­len­de In­fos.

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Fo­to: C.E.

Dienstag, 7. Juli 2026

Hand vs. Tastatur

Was auch im­mer Sie oder Dich her­führt: Hier schreibt ei­ne Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin für die fran­zö­si­sche Spra­che. Die­ses vir­tu­el­le Ar­beits­ta­ge­buch gibt es seit 2007. Si­mul­tan­dol­met­schen ist an­spruchs­voll, es bleibt ei­ne mensch­li­che Auf­ga­be. Auch in der Vor­be­rei­tung kann uns die KI nur am Ran­de un­ter­stüt­zen.

Mein Ge­re­de: Von Hand zu schrei­ben bringt die bes­ten Lern­er­geb­nis­se, das be­stä­tigt ei­ne ak­tu­el­le Stu­die. Als Dol­met­sche­rin bin ich Lern­pro­fi, und ich mag gu­tes, glat­tes Pa­pier und mei­nen al­ten Fül­ler da­bei nicht mis­sen.

Mehr Hirn­re­gio­nen sind hier be­tei­ligt
Doch der Rei­he nach. In mei­nem Be­ruf bringt es mir er­staun­lich we­nig, wenn ei­ne KI mir ei­ne Vo­ka­bel­lis­te baut. Ich las­se mir manch­mal ei­ne bau­en, um zu prü­fen, was mir even­tu­ell noch fehlt. „Copy, pas­te und wei­ter im Text“ funk­tio­niert beim Ler­nen nicht. Da würde zu viel durch­rut­schen.

Vo­ka­bel­no­ti­zen per Hand sind das Ge­heim­nis. Al­les, was ich als Lis­te zum Ter­min mit­neh­me, um­fasst viel­leicht zwei Blatt Pa­pi­er, je­weils zwei­sei­tig aus­ge­druckt. Am En­de drucke ich im­mer vie­le Leer­zei­len mit aus. 

Wäh­rend des Ein­sat­zes fül­le ich die dann auf, ma­che No­ti­zen in der Blatt­mit­te zwi­schen den Be­grif­fen, wenn es sein muss, un­ten und oben. Von Hand zu schrei­ben ist der Kern der Ar­beit.

In­dus­tri­el­le KI-Effi­zi­enz geht an­ders

Ich sor­tie­re vor dem Ein­satz auch die lo­sen Wort­no­ti­zen, die ich mir beim Le­sen ge­macht ha­be. Beim Le­sen no­tie­re ich Be­grif­fe im Kon­text. Beim Wie­der­le­sen denkt der Kopf die­sen Kon­text mit. Am En­de, wenn ich die Be­grif­fe in ei­ne Ta­bel­le ein­tra­ge, al­so di­gi­ta­li­siert ha­be, drü­cke ich auf „al­pha­be­tisch sor­tie­ren, aufsteigend“. Da­mit fin­de ich Wör­ter im Be­darfs­fall rasch wie­der.

Ge­lernt sind die meis­ten da­von längst. Die Lis­te wird nö­tig, wenn ich mü­de wer­de, wenn in der Hek­tik kaum noch Neu­ro­nen zum Wie­der­fin­den von so­eben Ge­lern­tem da sind.

Ich ha­be oft noch ei­ne Zwi­schen­pha­se beim Ler­nen: bau­m­ar­ti­ge Struk­tu­ren aus den Be­grif­fen zeich­nen, Ab­hän­gig­kei­ten und Zu­sam­men­ge­hö­rig­keit kar­tie­ren. Hier bin ich schon beim Be­griff „Mind Map“.

Neu­e For­schungser­geb­nis­se

Mich be­stä­tigt Au­drey van der Meer in Trond­heim; die Neu­ro­wis­sen­schaft­le­rin hat die Vor­tei­le des Mit-der-Hand-Schrei­bens mit Sen­so­ren, Elek­tro­den, Ver­suchs­per­so­nen und Wör­tern auf Bild­schir­men ge­tes­tet. Es wur­den zwei Grup­pen ge­gen­ein­an­der an­tre­ten ge­las­sen: die mit der Hand und je­ne mit der Com­pu­ter­tas­ta­tur als „Ge­rät“.

Beim Hand­schrei­ben wird es ma­gisch: Vie­le Hirn­re­gio­nen sind gleich­zei­tig ak­tiv, der Kör­per sieht, er misst Be­we­gung, spürt den Raum, ak­tiviert das Ge­dächt­nis, al­les zu­gleich, pa­ral­lel und kreuz und quer. Ein neu­ro­lo­gi­sches Netz­werk wird ge­baut oder ge­stärkt.

Die Er­kennt­nis ist nicht neu

Die neue For­schung be­stä­tigt übri­gens, was die Wis­sen­schaft­ler Muel­ler und Op­pen­hei­mer in Prin­ce­ton schon vor ei­nem Jahr­zehnt be­ob­ach­tet ha­ben. Auch wenn die Lap­top-Grup­pe schnel­ler und voll­stän­di­ger war, hat die Hand­schrift-Grup­pe ge­won­nen.

Wer mit der Hand schreibt, ar­bei­tet lang­sa­mer. Wer nicht al­les mit­schrei­ben kann, muss ent­schei­den. Das Tref­fen der Aus­wahl ist der Knack­punkt. Der Kopf denkt al­les durch, hie­rar­chi­siert und sor­tiert, ver­knüpft und merkt es sich. Hier fin­det Ler­nen statt.

Wer wie ich su­per schnell tippt, pro­to­kol­liert eher Wort­laut. Die Ana­ly­se­ebe­ne tritt da eher zu­rück. Am En­de habe ich mehr Text, aber we­ni­ger die In­hal­te durch­drun­gen.

Fazit

Mehr Ma­te­ri­al kann sich nach mehr Ler­nen an­füh­len, ist es aber nicht zwin­gend. Beim selbst­stän­di­gen Le­sen, An­strei­chen, Mit­schrei­ben von No­ti­zen, Ver­schlag­wor­ten und Sor­tie­ren fin­det die wirk­li­che Ar­beit statt.

We­ni­ger ist oft mehr. Der un­be­que­me, lang­sa­me Weg führt schnel­ler zum Ziel.


Wei­ter­füh­ren­de Links

— Stu­die „The Pen Is Mightier Than the Key­board“ (2014) (https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0956797614524581)

— Hand­schrift vs Tip­pen — EEG-Kon­nek­ti­vi­tät / van der Meer & van der Weel (2024) (https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2023.1219945/full)

— Au­drey van der Meer — For­schung zu Hand­schrift und Ge­hirn­ak­ti­vi­tät (2024) (https://www.frontiersin.org/search?query=audrey%20van%20der%20meer%20handwriting)


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Gra­fik: pixlr.com (Zu­falls­fund)

Montag, 6. Juli 2026

Montagsschreibtisch (147)

In das Be­rufs­le­ben von Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­schern, Über­set­zern und Über­set­ze­rin­nen er­halten Sie auf die­sen Sei­ten klei­ne Ein­blicke. Mei­ne Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich ar­bei­te mit FR, DE und EN als Aus­gangs­spra­che; die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che. Hier be­rich­te ich über die Ar­beit in den Be­rei­chen Po­li­tik, Kom­mu­ni­ka­ti­on, Kul­tur, Me­dien und in­ter­na­tio­na­ler Aus­tausch.

Schreibtisch, Bücherwand, Lesesessel
Ar­beits­platz mit Re­gal­blick
Nach­dem wir in die­sem Jahr schon zwei län­ger an­dau­ern­de Hit­ze­wel­len mit Mehr­fach­re­kor­den hat­ten, hän­gen jetzt, als wä­ren sie im Him­mel fest­ ve­rtäut, dic­ke Wol­ken üb­er so man­chem Land­strich, die uns küh­les Nie­sel­wet­ter und völ­lig un­zeit­ge­mäß ein Vor­ge­fühl auf den Herbst brin­gen, da vie­le Bäu­me schon die Blät­ter ab­wer­fen we­gen der lan­gen Hit­ze.

Ir­gen­dwie ist's nie recht. Die Schnitt­men­ge der Tem­pe­ra­turen die­ser Wo­chen mit Land­re­gen nachts, also das wär's ge­we­sen!

Aber es ist ba­nal, über das Wet­ter zu mo­sern. Spre­chen wir lie­ber über das Kli­ma und die seit Jahr­zehn­ten an­dau­ern­de Ver­wei­ge­rung der Po­li­tik, das zu ma­chen, was wir da­mals mit Ozon in den Kühl­schrän­ken ma­chen konn­ten: ver­bie­ten und Neu­es auf­le­gen!

Für die­se Woche ist ge­plant:
❦ Kos­ten­vor­an­schlä­ge
❦ Ter­min­pla­nung
❦ Macht­kon­zen­tra­tion in den Be­rei­chen Verlags­we­sen und Me­dien
❦ Markt­ver­hält­nis­se in der Sprach­bran­che 

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Gra­fik:
Netz­fund

Mittwoch, 1. Juli 2026

Die große Illusion (1)

Hal­lo! Sie sind in mei­nem vir­tu­el­len Ar­beits­ta­ge­buch ge­lan­det. Ich bin Si­mul­tan­dol­met­sche­rin für Fran­zö­si­sch auf Kon­fe­ren­zen und bei Ver­hand­lun­gen, Mes­sen, De­le­ga­ti­ons­rei­sen und anderen öf­fent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen. Mit der Mut­ter­spra­che Deutsch dol­met­sche ich auch mit Eng­lisch als Aus­gangs­spra­che.

Mein Be­rufs­stand wird ge­ra­de von der KI in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen, die nicht wirk­lich in ech­ten Si­tu­a­ti­o­nen live dol­met­schen kann. Jetzt hel­fen uns Ju­ris­ten.

Eine Stadt, an der jeder vereinzelt am Eine Stadt, an der jeder vereinzelt am Handy hängt; auf großen Monitoren und in Vitrinen blaue Homunkuli
Sie se­hen al­les, sie le­sen al­les
Es ist Diens­tag­mor­gen, das Te­le­fon klingt, am an­de­ren En­de ein Stamm­kun­de, ein Pro­fi in der Event­or­ga­ni­sa­ti­on, aber die Stim­me klingt ein we­nig ver­le­gen: „Frau Elias, wir pla­nen da die­se Auf­sichts­rats­sit­zung. Und, tja, der Ein­kauf zwingt uns, ver­gleichend auch An­ge­bo­te für KI-Dol­met­schen ein­zu­ho­len. Die Ver­trieb­ler der Groß­agen­tu­ren ver­spre­chen uns un­fass­bar leis­tungs­star­ke Sys­te­me. Was mei­nen Sie?“
Ich at­me kurz durch, be­wah­re die di­plo­ma­ti­sche Form. Das habe ich in Jahr­zehnten der Ar­beit ge­lernt.

In­ner­lich aber schüt­te­le ich mit dem Kopf über die­se wun­der­li­che Blau­äu­gig­keit, mit der Un­ter­neh­men ge­ra­de se­hen­den Au­ges in ein recht­li­ches Mi­nen­feld steu­ern.

Klar­text

Lie­be Ver­an­stal­ter:in­nen, dürf­te ich bit­te mal oh­ne mei­ne sonst üb­li­che höf­li­che Zu­rück­hal­tung spre­chen? Auf der ei­nen Sei­te ha­ben Sie ein glat­tes Mar­ke­ting­ver­spre­chen ge­hört. Ich kann Ih­nen sa­gen: Die Ma­schi­ne lie­fert nur im La­bor halb­wegs zu­frie­den­stel­len­de Leis­tun­gen, aber nicht bei al­lem, was Neu, Be­son­ders, Über­ra­schend ist und wor­auf es Rück­fra­gen ge­ben kön­nen — das al­les ist im Grun­de ex­akt die De­fi­ni­ti­on des­sen, was Kon­fe­ren­zen, Vor­trä­ge und Ver­hand­lun­gen aus­ma­chen.

Auf der an­de­ren Sei­te geht es bei der Fra­ge nicht nur um Qua­li­täts­un­ter­schie­de. Es geht um knall­har­te Haft­ung und Da­ten­schutz. Auch dar­über spricht nie­mand von den Ver­käu­fer:in­nen, die üb­ri­gens kei­ne Lin­guist:in­nen sind.

Fir­men­ge­heim­nis­se auf Welt­rei­se

Vie­le die­ser cloud­ba­sier­ten KI-Dol­metsch-APIs, die von ver­meint­li­chen Tech-Agen­tu­ren ver­kauft wer­den, ha­ben ein klei­nes, schmut­zi­ges Ge­heim­nis: Sie schi­cken die Live-Ton­spur oh­ne recht­li­che Ab­si­che­rung über US-ame­ri­ka­ni­sche Ser­ver. Über­le­gen Sie mal kurz, was das be­deu­tet: Hoch­sen­si­ble Stra­te­gie­plä­ne, un­ver­öf­fent­lich­te Dreh­bü­cher oder Ver­trau­ens­fra­gen aus der Po­li­tik lan­den als Trai­nings­da­ten im Si­li­con Val­ley.

Das ist ein mas­si­ver Bruch der di­gi­ta­len Grund­ver­ord­nung (DSG­VO) und steht auch im Wi­der­spruch zu den meis­ten in­ter­nen Com­pli­an­ce-Re­geln. Ein Com­pli­an­ce-De­ba­kel droht, das am En­de sehr teu­er wer­den kann, po­li­tisch, di­plo­ma­tisch und öko­no­misch.

AI-Act der Eu­ro­pä­i­schen Uni­on

Als wür­de das nicht rei­chen, greift ab Au­gust 2026 der EU AI-Act voll­stän­dig mit sei­nen schar­fen Trans­pa­renz­pflich­ten. Wer jetzt in­trans­pa­ren­te, un­si­che­re KI-Sys­te­me auf B2B-Events ein­setzt, haf­tet als Un­ter­neh­men emp­find­lich.

Mei­ne Ant­wort am Te­le­fon hat viel­leicht ganz kess ge­klun­gen, aber sie ist un­an­fecht­bar: Wir mensch­li­chen Dol­met­scher:in­nen un­ter­lie­gen dem Be­rufs­ge­heim­nis. Das ist ähn­lich wie der Schwur, den Me­di­zi­ner:in­nen leis­ten. Wir Dol­met­scher:in­nen ar­bei­ten lo­kal, vor Ort und off­line. In Mi­nis­te­ri­en ge­ben wir oft un­se­re Mo­bil­te­le­fo­ne am Ein­gang ab. Wir wer­den ab­so­lut ver­trau­lich tä­tig. Un­se­re Ge­hir­ne spei­chern kei­ne Da­ten für das Trai­ning aus­län­di­scher Ser­ver.

Wer ist für Hal­lu­zi­na­ti­o­nen zu­stän­rdig?

Bei uns Men­schen droht auch kein Da­ten­leck, aus de­nen noch ganz an­de­re De­tails zu Pa­ten­ten oder über Fir­men­zah­len ab­flie­ßen kön­nen. Es wird kein Ma­te­ri­al ge­ne­riert, das im Dark­net zur Wa­re oder ge­gen Sie als Kom­pro­mat ver­wen­det wer­den könn­te.

Sen­sib­le In­for­ma­ti­o­nen und Ana­ly­sen blei­ben im ge­schlos­se­nen Raum. Be­son­ders re­le­vant ist es dann, wenn die Ge­sprä­che mit Part­nern aus dem Aus­land ge­führt wer­den, in de­nen kei­ne lu­pen­rei­nen De­mo­kra­ti­en herr­schen. Die­se Grup­pe ist oft vor dem Hin­ter­grund per­sön­li­cher Be­dro­hun­gen zu­recht sehr zu­rück­hal­tend. Sie ah­nen viel­leicht jetzt aus die­sen Zei­len, dass ich weiß, wo­von ich spre­che. Mehr als ei­ne An­deu­tung be­kom­men Sie nicht.

Haf­tung für KI-Murks

Vor ei­ni­gen Wo­chen dann der Knall aus Mün­chen: ein Ge­richt hat ein­deu­tig die Ver­ant­wort­lich­keit be­nannt. Das Land­ge­richt Mün­chen I in sei­nem weg­wei­sen­den Ur­teil: Google haf­tet un­mit­tel­bar für Falsch­aus­sa­gen und Per­sön­lich­keits­rechts­ver­let­zun­gen in sei­nen KI-ge­ne­rier­ten Such­über­sich­ten.

Wer jetzt noch glaubt, sie oder er kön­ne sich als Ver­an­stal­ter ja dar­auf be­ru­fen, dass die „Tech­nik ja nur ge­miet­et“ sei und nie­mand so recht für die Feh­ler der Ma­schi­ne et­was kön­ne, soll­te sich schleu­nigst mit der ak­tu­el­len Recht­spre­chung be­fas­sen.

Das Ge­richt stell­te klar: Die KI reicht ein­fach nicht nur frem­de Links durch, die Tech­nik ver­knüpft und ver­dich­tet In­for­ma­ti­o­nen zu ei­nem neu­en, ei­gen­stän­di­gen In­halt. Google gilt hier als Stö­rer und trägt die volle Ver­ant­wor­tung (Link)

Auch bei Events

Über­tra­gen wir die­sen Ent­scheid auf un­se­re Bran­che, wird es für Event­or­ga­ni­sa­to­ren un­ge­müt­lich: Wenn ein KI-Sys­tem im Live-Be­trieb „hal­lu­zi­niert“, weil der Red­ner viel­leicht ge­nu­schelt oder den Kopf vom Mi­kro weg­ge­dreht hat, und dar­aus ei­ne ge­schäfts­schä­di­gen­de Falsch­aus­sa­ge oder ei­ne fal­sche Pro­dukt­haf­tung zu­sam­men­klöp­pelt, ist das kein „dum­mer Com­pu­ter­feh­ler“ mehr. Es ist ein recht­li­cher Haf­tungs­fall.

Und der Ein­kauf, der das bil­li­ge KI-To­ken-Pa­ket durch­ge­drückt hat, steht plötz­lich oh­ne Aus­re­de da.

Die KI-Il­lu­si­on im Ein­satz

Noch­mal, weil es of­fen­sicht­lich noch nicht zu al­len durch­ge­drun­gen ist: Die Ma­schi­nen be­rech­nen sta­tis­ti­sche Wahr­schein­lich­kei­ten und ori­en­tie­ren so ih­re Aus­wür­fe im­mer an dem aus, was be­reits pu­bli­ziert wor­den ist. Bei Dol­metsch­an­läs­sen geht es aber im­mer um das Neu­e. Hier­an schei­tert die KI zu­ver­läs­sig. Bei zu gro­ßen „Lü­cken“ im Vor­la­ge­ma­te­ri­al über­springt die KI We­sent­li­ches oder er­fin­det die KI neu­e In­hal­te, in­halt­li­cher Ver­lust oder Fehl­in­for­ma­ti­o­nen dro­hen.

Mein Fa­zit

Ja, je­de(r) kann sich für ein güns­ti­ges KI-Ex­pe­ri­ment ent­schei­den, wenn es dar­um geht, sich ei­ne gro­be Über­sicht zu ver­schaf­fen. In der Ar­beits­si­tu­a­ti­on darf das so­gar je­der oder je­de ma­chen, die oder der das Ri­si­ko liebt. Wer aber Ver­ant­wor­tung für Gäs­te, In­hal­te und die recht­li­che Com­pli­an­ce über­neh­men will und muss, soll­te ein ein­ge­spiel­tes Team aus Sprach­pro­fis bu­chen, al­so Men­schen.

Konkrete Lö­sung

Ich ha­be dem Kun­den ge­ra­ten, dem Ein­kauf schlicht die Ak­ten­zei­chen des Münch­ner Ur­teils und den EU AI Act auf den Tisch zu le­gen. Beim spä­ter er­folg­ten Rück­ruf war das In­te­res­se an der ma­schi­nel­len Bil­lig-Bil­lig-Lö­sung wie weg­ge­bla­sen.

Falls Sie auch ge­ra­de vor der Fra­ge ste­hen, ob Sie Ih­re kom­ple­xe Live-Kom­mu­ni­ka­ti­on ei­nem Al­go­rith­mus an­ver­trau­en wol­len: Ru­fen Sie mich an. Ich be­ra­te Sie ger­ne. Und das di­plo­ma­tisch und mit kla­rer Kan­te.

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Gra­fik: KI (Zu­falls­fund)

Dienstag, 30. Juni 2026

Die Brückenbauer-Falle

Den Ar­beits­all­tag einer Dol­met­scherin für die fran­zö­si­sche Spra­che (Mut­ter­spra­che DE) fin­den Sie auf diesen Sei­ten skiz­ziert. Ich arbei­te über­wie­gend als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che. Ich ar­bei­te in Ber­lin, Pa­ris, Stutt­gart und dort, wo Sie mich brau­chen! Es ist ak­tuell schwie­rig zu er­klä­ren, was Qua­li­tät ist.

Wäh­rend in Deutsch­land die In­fra­struk­tur zer­brö­selt, Brü­cken und öf­fent­li­che Ver­kehrs­mit­tel ge­sperrt wer­den, nicht erst seit der Hit­ze, kom­men aus­län­di­sche Ver­la­ge auf Men­schen zu und er­nen­nen die­se zu Brü­cken­bau­ern. 

read books not memes
Bü­cher­wer­bung!

Ob­acht, hier droht eine Bau­ern­fän­ger­fal­le!

Es ist lei­der eine be­kann­te Ent­wick­lung un­se­rer Zeit, dass echte Qua­li­tät im All­tag im­mer sel­te­ner wird. Ich schlage ei­ne Zei­tung auf und stol­pere über un­zäh­li­ge Tipp­feh­ler. Das TV-Pro­gramm strotzt vor holp­ri­gen Schnit­ten, auch auf Pay-Sen­dern schmerz­haf­te Un­ter­ti­tel. Al­so weg mit dem Abo der nord­ame­ri­ka­ni­schen Film­kra­ke.

Le­sen ist toll. Ich lie­be Bü­cher. 

Da fühlt es sich erst­mal gut an, wenn plötz­lich je­mand per E-Mail nach der ei­ge­nen qua­li­fi­zier­ten Mei­nung fragt. Es geht um ein ver­meint­lich hoch­karä­ti­ges Buch­pro­jekt zur deutsch-fran­zö­si­schen Zu­sam­men­ar­beit.

Und, ta­daaaa: ich soll hier ei­nen ex­klu­si­ven Platz für ei­nen Text samt Kurz­bio­gra­fie und Foto er­hal­ten. Oha.

Als Krö­nung ver­spre­chen die Ab­sen­der ein of­fi­zi­el­les Zer­ti­fi­kat als „Bridge Bu­il­der be­twe­en na­ti­ons“. So ein Quatsch! Wollt Ihr mich be­lei­di­gen? Von Kos­ten ist üb­ri­gens nicht die Re­de. Nun, ich hab schon Pfer­de kot­zen ge­se­hen, und war an Tre­sen von Apo­the­ken.

Kurz ge­prüft, fix als War­nung wei­ter­ge­lei­tet, rasch ge­löscht: Das Ganze ist Phi­shing. Es gibt so­gar ei­nen Be­griff da­für, die Va­ni­ty-Pu­blis­hing-Fal­le. Hin­ter kryp­ti­schen Web­adres­sen wie bi­la­te­ral­nav­in­sights.pro ste­cken kei­ne re­nom­mier­ten Kul­tur­ver­la­ge, son­dern bes­tens or­ga­ni­sier­te Spam-Netz­wer­ke.

Die Ma­sche setzt be­wusst auf Schmeiche­lei, um ein ge­kränk­tes Be­dürf­nis nach Wert­schät­zung aus­zu­nut­zen. So­bald der an­ge­for­der­te Text ein­ge­reicht ist, schnappt die Kos­ten­fal­le zu. Dann wer­den, in Fo­ren ge­fun­de­nen Bei­spie­len zu­fol­ge, ho­he Ge­büh­ren für Kor­rek­to­rat, Druck und Ver­sand fäl­lig. Noch bes­ser: Die Tä­ter be­kom­men au­ßer­dem auch noch wert­vol­le per­sön­li­che Da­ten für spä­te­ren Iden­ti­täts­dieb­stahl.

Ein ge­druck­tes Buch, soll­te es denn über­haupt pro­du­ziert wer­den, dient hier le­dig­lich als se­ri­ö­se Fas­sa­de für eine mie­se Ab­zocke. Sol­che Bü­cher braucht kein Mensch. Wir brau­chen Kon­sul­ta­tio­nen an an­de­rer Stel­le!

Sol­che Mails bit­te mel­den an:
phi­shing(at)ver­brau­cher­zen­tra­le.nrw
tro­ja­ner(at)po­li­zei­la­bor.de

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Gra­fik: pixlr. (Zu­falls­fund)

Montag, 29. Juni 2026

Montagsschreibtisch (146)

Einen Ein­blick in das Be­rufs­le­ben ei­ner Dol­met­sche­rin kön­nen Sie auf die­sen Sei­ten er­hal­ten. Mei­ne Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich ar­bei­te über­wie­gend mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che. Von Zeit zu Zeit be­ar­bei­ten wir im Team in grö­ße­rem Um­fang ge­mein­sam Tex­te.

Computer, angeschnitten, Vokabellisten, Gäste (Beine)
Be­ra­tun­gen Ener­gie
Sprach­ar­beit er­for­dert gro­ße geis­ti­ge und kör­per­li­che Fle­xi­bi­li­tät, die in den letz­ten Ta­gen bei der Hit­ze ver­lang­samt war. Das Wo­chen­pro­gramm ist bunt. 

Auf dem Schreib­tisch lie­gen:

❦ zwei An­ge­bo­te schrei­ben (Kon­fe­ren­zen)
❦ Nach­le­se Kli­ma­kri­se
❦ Stra­te­gie­über­le­gun­gen
❦ Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit
❦ Ter­mi­no­lo­gie­lis­te auf­ar­bei­ten (Ener­gie)
❦ Rei­se­pla­nung


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Fo­to:
C.E.

Donnerstag, 25. Juni 2026

Rasanter Einsatz

Bon­jour & he­llo! Her­z­lich will­kom­men beim ers­ten deut­schen Dol­met­scher­web­log aus dem In­ne­ren der Dol­met­sch­ka­bi­ne. Ich bin Dol­met­scher­in für die fran­zö­si­sche Spra­che, und ich über­set­ze auch (auch aus dem Eng­li­schen und meis­tens ins Deut­sche). Auf die­sen Sei­ten be­rich­te ich über die­se der­zeit von der KI er­schwer­te Ar­beit im Be­reich Kom­mu­ni­ka­ti­on, Kul­tur und in­ter­na­tio­na­ler Aus­tausch. Heute: Rück­blick!

Hier hät­te ich all­zu ger­ne ei­nen al­ten Bei­trag ver­linkt, aber die Blog­soft­ware spinnt bzw. ich ha­be sie über­for­dert: Fast 20 Jah­re Blog­ging, das konn­te ja nie­mand ah­nen! 

An die­sen Ein­satz vor elf Jah­ren er­in­ne­re ich mich noch sehr gut: Es ging um das Si­cher­heits­trai­ning für die Wa­gen ei­nes be­kann­ten deut­schen Au­to­her­stel­lers. 

Lenkrad, Straße, Aufs und Abs
Be­ein­dru­cken­de Stre­cke
Die Teil­neh­men­den ka­men aus dem fran­zö­si­schen Sprach­raum. Nach der Mit­tags­pau­se kam die Renn­stre­cke dran. „Im­mer in den Ho­ri­zont se­hen! “, ha­ben sie ge­sagt. Ja, nur manch­mal muss­te ich auf dem Zet­tel auf mei­nem Schoß doch noch ei­nen Be­griff ab­le­sen.

Die Au­tos mit den Trai­nees fuh­ren hin­ter uns, ich saß vor­ne im 1. Wa­gen. Der Fah­rer ne­ben mir war Au­to­ren­nen ge­fah­ren und er­zähl­te mir auf der Stre­cke et­was vom Nür­burg­ring.

Ich schlug mich wacker.

Am En­de muss­te ich lei­der dann doch sa­gen (und nicht dol­met­schen): „Vor­sicht, wir fah­ren kurz rechts ran, die Dol­met­scher­in muss kot­zen!“

Und so ge­schah es auch. Ach, das schö­ne Mit­tag­es­sen! 

Aber ei­ne Spur vom Ein­satz fand sich doch an: klick!

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Col­la­ge:
C.E. / Dis­clai­mer: Kein Geld ist da­für
ge­flos­sen, dass das Her­stel­ler­sym­bol zu se­hen ist.

Mittwoch, 24. Juni 2026

KI vs. Klima

Bon­jour, ich hei­ße Ca­ro­li­ne Eli­as und bin Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin. Seit fast 20 Jah­ren ge­be ich auf die­sem Blog ei­nen Ein­blick in mei­nen Ar­beits­all­tag. Mei­ne Mut­ter­spra­che ist Deutsch. Ich dol­met­sche über­wie­gend ins Fran­zö­si­sche und aus dem Eng­li­schen. Au­ßer­dem über­set­ze ich Tex­te. KI-Mitt­woch.

Lex Coors, der Chef der wich­tigs­ten eu­ro­päi­schen Lob­by­or­ga­ni­sa­ti­on für Re­chen­zen­tren, hat der EU na­he­ge­legt, ihre Kli­ma­zie­le her­un­ter­zu­fah­ren, weil sie der Ent­wick­lung der KI im We­ge stün­den.

KI und Ur­he­ber­recht


Über­all wer­den neue Re­chen­zen­tren aus dem Bo­den ge­stampft. Was sich „Künst­li­che In­tel­li­genz“ nennt, kurz KI, wur­de vom Eng­li­schen AI ab­ge­lei­tet, ar­ti­fi­cial in­tel­li­gence, wo­bei das Wort in­tel­li­gence ne­ben Klug­heit auch Da­ten­ver­ar­bei­tung und Spi­o­na­ge be­deu­tet. 

Gehirn mit Hitze, Ideen, Wasser
Her­aus­for­dernd!
Es ist vor al­lem ei­ne rie­si­ge Men­ge ge­kop­pel­ter Rech­ner, die Un­men­gen auch ge­stoh­le­ner Da­ten ver­ar­bei­ten.

Wenn ich als Blog­ge­rin frem­de Fotos nut­zen würde, hät­te ich rasch eine Ab­mah­nung auf dem Tisch, Stich­wort: Ur­he­ber­recht. Gleich­zei­tig wer­den im gro­ßen Maß­stab di­gi­ta­le In­hal­te aus öf­fent­lich zu­gäng­li­chen oder li­zen­zier­ten Quel­len für das Trai­ning von KI-Sys­te­men ver­wen­det, ohne dass da­für in je­dem Fall in­di­vi­du­el­le Ver­gü­tungs­mo­del­le be­ste­hen, eine po­li­tisch und recht­lich un­ge­klärte Schief­la­ge.

KI als Um­satz­dieb

Noch eine Schief­la­ge: Als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin ver­lie­re ich seit etwa zwei Jah­ren spür­bar Um­satz durch KI-ge­stütz­te Sprach­sys­te­me. Die Tech­no­lo­gie kann zwar nicht dol­met­schen, sie si­mu­liert un­se­re Ar­beit nur, lässt viel weg, er­fin­det Neu­es hin­zu, hat aber gut fi­nan­zier­te Mar­ke­ting­fir­men. Bis alle mei­ne Kun­den ein­, zwei­, drei­mal auf die Nase ge­flo­gen sind, wird es dau­ern.

Wie mir, nur schlim­mer, geht es Bü­ro­men­schen, die di­gi­ta­li­sier­ba­re Rou­ti­ne­ar­beit leis­ten. Die Staa­ten ver­lie­ren Steu­er­ein­nah­men, müs­sen mehr Men­schen in der Zeit be­ruf­li­cher Neu­ori­en­tie­rung oder vor der Rente ali­men­tie­ren. Rente ist das Stichwort: Die­ser Ta­ge ver­han­delt die deut­sche Re­gie­rung über ei­ne Ren­ten­re­form, ohne dass die­se The­men auch nur an­satz­wei­se an­ge­spro­chen wür­den. In we­ni­gen Jah­ren dürf­te die Re­form schon Ma­ku­la­tur sein.

KI als Ver­stär­ker der Kri­se(n) 

Als wür­de das nicht rei­chen, muss nicht nur Deutschland künf­tig viel mehr Geld in die Kli­ma­fol­gen­an­pas­sung und den Aus­bau der er­neu­er­ba­ren Ener­gi­enn (EE) in­ves­tie­ren, wäh­rend der Kontinent An­fang Ju­ni zum zwei­ten Mal die­ses Jah­res un­ter einer Hit­ze­glo­cke fest­steckt, die sämt­li­che Re­kor­de bricht.

Zu­gleich wird das Was­ser knapp. Laut den Ver­ein­ten Na­tio­nen könnte der KI-be­ding­te Was­ser­ver­brauch bis En­de des Jahr­zehnts dem Jah­res­be­darf von 1,3 Mil­li­ar­den Men­schen ent­spre­chen. Al­lein Google ver­brauch­te 2023 mehr als 19 Mil­li­ar­den Li­ter Was­ser in sei­nen Re­chen­zen­tren.

Da­bei wer­den die Kos­ten ver­teilt, die Ge­win­ne kon­zen­triert.

KI und Lobby­ar­beit

Genau jetzt ma­cht Lob­by­is­t Lex Coors Druck und sa­gt, dass mo­men­tan nur CO₂-emit­tie­ren­de Gas­kraft­wer­ke zu­ver­läs­sig ge­nug sei­en, um die KI-Zie­le der EU um­zu­set­zen. Die EE und Spei­cher, im öf­fent­li­chen Dis­kurs lei­der auch Atom­kraft, ge­kop­pelt mit leis­tungs­star­ken Strom­net­zen, rei­chten für den ge­plan­ten (und noch nicht fi­nan­zier­ten) Auf­wuchs der Tech­nik nicht aus.

Soll­te Eu­ro­pa nicht eins, zwei, fix die be­ste­hen­den Re­gu­lie­run­gen ent­schär­fen, wür­den wir kom­plett in die Ab­hän­gig­keit von Chi­na (oder den USA) ge­ra­ten. So ar­gu­men­tiert Coors, der Prä­si­dent der Eu­ro­pean Da­ta Centre As­so­cia­ti­on, eines Lob­by­is­ten­ver­eins im Auf­trag der GAFAM, so nen­nen die Fran­zo­sen die "Big Five", ein Akro­nym aus den Ini­tia­len von Google, Apple, Face­book, Ama­zon und Micro­soft.

KI und Eu­ro­pa

Die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on plant laut Ak­ti­ons­plan „AI Con­ti­nent“, die Ka­pa­zi­tät der Re­chen­zen­tren auf dem Kon­ti­nent zu ver­drei­fa­chen, al­ler­dings bis 2032. Coors er­klär­te, dass der Aus­bau der EE zu lang­sam ge­sche­he. Das Wachs­tum der KI-Bran­che sei wich­ti­ger als Um­welt- und Kli­ma­zie­le.

Auf Fran­zö­sisch hier zu Coors: Re­por­ter­re, die nach­hal­ti­ge Nach­rich­ten­agen­tur Frank­reichs.

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Gra­fik: pixrl.com (Zu­falls­fund)

Montag, 22. Juni 2026

Montagsschreibtisch (145)

Den Ar­beits­all­tag einer Dol­met­scherin finden Sie auf diesen Sei­ten skiz­ziert. Meine Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich arbei­te über­wie­gend als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che. Ich ar­bei­te in Ber­lin, Pa­ris, Stutt­gart und dort, wo Sie mich brau­chen!

Tisch, Kaffee, Notizen und Papier vom Tagungshaus mit dem Slogan „mehr, weniger, anders“
Mehr, we­ni­ger, an­ders: ein groß­ar­ti­ges Motto!

Wir stec­ken in der zwei­ten Hit­ze­wel­le des Jah­res von der Sorte, wie wir sie frü­her (mit ge­rin­ge­ren Gra­den) am En­de des Som­mers hat­ten: die be­rühm­ten Hunds­ta­ge, la ca­ni­cule, der Be­weis für den ei­gent­li­chen Zeit­punkt ist der Him­mel selbst. (Hier schrieb ich da­rü­ber: Klick!)

Im Na­hen Os­ten gibt es noch im­mer kei­ne wirk­li­che Ru­he. Tei­le der Welt wer­den von al­ten Män­nern re­giert, die Krie­ge an­zet­teln, um ih­re Macht zu ret­ten, weil sie oh­ne den Schutz, der das Amt bie­tet, so­fort vor dem Rich­ter stün­den.
Die­se Krie­ge, aber auch Ent­schei­dun­gen in Sa­chen Tech­nik, die den Mo­del­len des letz­ten Jahr­hun­derts ver­bun­den sind, schüt­ten Öl ins Feu­er der Erd­er­wär­mung.

Die­se Wo­che liegt der Fo­kus auf:
❦ Ren­te
❦ Ge­werk­schafts­ar­beit
❦ ... viel­leicht Ih­rem Auf­trag?

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Fo­to: C.E. (Ar­chiv)

Sonntag, 21. Juni 2026

Der Sommerrock

Bon­jour & hel­lo! Sie le­sen in einem di­gi­ta­len Ta­ge­buch aus der Spra­chen­welt. Ich über­set­ze ins Deut­sche und dol­met­sche Fran­zö­sisch ⇄ Deutsch und aus dem Eng­li­schen. Sonn­tags wer­de ich hier pri­vat.

Beim Nä­hen muss­te ich die gan­ze Zeit ki­chern, denn ich ar­bei­te an ei­nem tex­ti­len Witz. Mei­ne An­ge­hö­ri­ge, die lei­der de­ment ist, hat mich lau­fend ge­fragt, was ich ma­che. [Die Er­zie­he­rin­nen im Kin­der­gar­ten ha­ben am Montag auch ge­lacht.]

Vom Apfel­rock zum Zi­tat
Es war ein­mal ein Som­mer­rock, lie­be­voll ma­schi­nen- und hand­ge­näht, Stoff aus den Sieb­zi­gern. Der soll­te ein klei­nes Mäd­chen fei­ner ma­chen.

Al­ler­dings ist nicht je­des klei­ne Mäd­chen auch ein fei­nes Mäd­chen. Ich er­in­ne­re mich an den Satz Ho­sen, dun­kel­grün, dun­kel­blau, dun­kel­bor­deaux und fei­ner Cord, der noch in der Wo­che, in der sie an­ge­schafft wur­den, zu kur­zen Ho­sen wur­de (na­tür­lich zur hel­len Freu­de mei­ner Mum).
Ich se­he einen Rock mit Äp­feln, den ein klei­nes Mäd­chen trägt, wäh­rend es mit­ten im Obst­baum sitzt, Ap­fel, Pflau­me oder Kir­schen, und auf­passt, dass der Rock ja kei­nen Fle­cken be­kommt. 

Aber beim Run­ter­klet­tern kommt ein Riss hin­ein. 

Ein Gür­tel hät­te das Malheur ka­schie­ren kön­nen. Die Idee kommt nicht auf, der Rock in ei­ne Tü­te auf den Dach­bo­den.

Zeit­sprung: Ta­ta Li­ne (ich) sucht auf dem Ber­li­ner May­bach­ufer­markt nach ei­nem ge­stick­ten Fli­cken mit Kir­sche, Schmetterling, Ap­fel, Blatt oder Ähn­li­chem und wird erst im Netz fün­dig.

Und nun al­so „die klei­ne Rau­pe Nim­mer­satt“, pas­send zum De­sign des Rocks, denn das Kin­der­buch des deutsch-ame­ri­ka­ni­schen Kin­der­buch­au­tors und -il­lus­tra­tors Eric Car­le wur­de schon 1969 ver­öf­fent­licht. Ver­mut­lich ist es DAS Buch, das al­le Ge­ne­ra­tio­nen eint, so ähn­lich wie frü­her die Grimm'schen Mär­chen.

Der Rock ist leider schon ein My zu eng für das gro­ße Fräu­lein, hier hat die Tan­te ge­schla­fen. Aber er ist per­fekt für die Lüt­te. Das gro­ße Fräu­lein, ein we­nig un­di­plo­ma­tisch: „Das ist per­fekt, die isst ja so gern und auch viel! Ist ja selbst ei­ne Rau­pe Nim­mer­satt!“

Zum Glück hat die Be­trof­fe­ne sehr viel Hu­mor. Wir ha­ben uns schief­ge­lacht, wir drei.

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Fo­tos: C.E.