Donnerstag, 24. November 2022

Bonjour ...

... und herz­lich will­kom­men auf mei­ner Blog­sei­te! Was Dol­met­scher und Dol­met­scherinnen beschäftigt, können Sie hier seit 2007 mitlesen. Derzeit finden aller­dings co­ro­na­be­dingt wenig Prä­senz­ver­an­staltungen statt. Die Arbeit ändert sich.

Solidaritaet ist mehr als Haendewaschen (Plakat)
Am Maybachufer in Berlin

Auch Herbst 2022 finden pan­de­mie­be­dingt we­ni­ger Kon­fe­ren­zen und De­le­ga­tions­rei­sen statt als vor Co­ro­na, aber es gibt im­mer­hin sol­che Events. Als Team von Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­schern, mehr­fach ge­impft oder/und ge­ne­sen, hel­fen wir Ihnen gerne bei Pla­nung und Um­set­zung, vor Ort, dig­ital aus dem Dol­metsch­stu­dio heraus, aus dem Hub oder im Hy­brid­for­mat.

Bei Bedarf stehen wir Ihnen auch bei ad­mi­nis­tra­ti­ven Vor­gängen zur Seite, sind im Kran­ken­haus tä­tig, bei Werks­be­sich­ti­gun­gen und Hin­ter­grund­ge­sprä­chen sowie in An­walts­kan­zleien.

Auch in der kom­men­den käl­te­ren Jah­res­zeit fin­den wir ge­mein­sam mit Ihnen die pas­sen­de Lö­sung fürs Ferndol­met­schen via In­ter­net: kon­se­ku­tiv (in Sprech­pau­sen hi­nein) oder si­mul­tan (na­he­zu zeit­gleich). Weil diese Über­tra­gungs­art für alle an­stren­gen­der ist, klei­ne Mo­ni­tor­bil­der, ge­stauch­te und damit un­na­tür­liche Stim­men, Rau­schen oder Echos, sind die­se Ein­heiten meis­tens kür­zer als nor­ma­le Ein­sätze.

Wir bieten keine Bü­ro­sprech­stun­den an, kön­nen uns aber für Kurz­be­spre­chun­gen in den Hof­gar­ten setzen. Wir freuen uns auf Ihre An­fra­ge!

Da wir nicht nur Spra­char­bei­terinnen und Sprach­ar­beiter sind, son­dern auch Men­schen, die beobach­ten und die Zeit do­ku­men­tieren, in der wir leben, finden Sie auf den fol­gen­den Seiten mein mitunter sub­jek­tiv ge­präg­tes Ar­beits­ta­ge­buch.
Stay ne­gative, be positive!

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Foto: C.E.

Samstag, 5. November 2022

Zum Piepen aber auch!

Hallo, hier bloggt seit 2007 eine Über­set­ze­rin und Dol­met­sche­rin. Die Kon­gress­sai­son neigt sich dem Ende zu. Es ist hohe Zeit für mehr Ruhe.

Bild aus dem Büro: Ein Metallvögelchen sitzt auf Perückekopf
Einen Vogel haben
Ende einer Chaoswoche mit Bu­chun­gen, dubiosen Anfragen, Absagen, Doch-Zusagen, von Agen­tu­ren entnervten Kun­den, sowas gab's noch nie. Mal se­hen, ob ich es schaffe, etwas dazu nachzutragen.

Bei all­dem hab ich als jemand, die im frü­he­ren Be­rufs­le­ben  Jour­na­lis­tin war und auch län­ger an der Uni(*), im­mer ein Auge auf die Me­dien­land­schaft. 

Der reichs­te Mann der Welt hat sich ein Social media als Hobby ge­kauft, das (leider) für die politische Mei­nungs­bil­dung ziem­lich wesent­lich ist, und plant, fee speech ein­zu­füh­ren, frü­her war es free speech. Die Hälf­te der Mit­ar­bei­ter:innen der Seite wird mög­li­cher­wei­se ge­ra­de ent­lassen. Von ihnen ha­ben viele als Mo­de­ra­tor:in­nen dort ge­wirkt, also ge­löscht, was zu ex­trem war. Also im Rah­men der Re­gu­la­rien, die jetzt auf dem Prüf­stand stehen.

In der Zwischenzeit flie­hen die Nutzer:innen, und die Wer­be­kun­den üben sich in Zu­rück­hal­tung. Kurz: Jene, die ver­kauft wur­den, zei­gen dem Käu­fer den Vogel. 

Zugverspätung: Tafel mit der gestrichenen Verbindung
Weit nach Mit­ter­nacht be­ka­men wir Taxi­gut­scheine
Ich bin nur ab und zu bei den Zwit­sche­rern (mit dem Pseu­do­nym "film­dol­met­scher"). Dort sind ei­ni­ge ge­schät­zte Kol­le­g:in­nen aktiv, mein Blog hier wurde dort lan­ge zu­sam­men mit an­de­ren Blogs aus der Sprach­bran­che ver­linkt. Oder wenn ich im Zug sitze und Twit­ter mehr weiß als die Zug­be­gleiter ... (bei der Rei­se, die hier als Il­lus­tra­tion dient, wa­ren wir knapp fünf Stun­den spä­ter am Ziel als ge­plant).

So richtig knuf­fig war das, was dort statt­fand, für mich nie. Ich glaub', ich hab's nie ver­stan­den. Dort éven­tu­el­le­ment or even­tual­ly weg­zuge­hen, wäre also kei­ne große Ein­buße für mich.

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Fotos: C.E.
(*) Langzeitstudentin, Langzeitdozentin,
daneben immer ein Bein in der Berufswelt

Sonntag, 30. Oktober 2022

CQFD

Bon­jour & hel­lo! Sie sind auf den Sei­ten eines digitalen Ta­ge­buchs aus der Welt der Spra­chen ge­lan­det, das es seit 15 Jahren gibt. Heute ganz be­son­de­re Sonn­tags­bil­der.

CQFD sagen die Fran­zo­sen, wenn sie WSBW meinen. What? Naja, quod erat de­mons­tran­dum oder QED aus der Mathe­ma­tik kennen viel­leicht nicht nur die La­tei­ner.

Für mich war nach einem Schul­wer­degang auf Deutsch im Studium in Frank­reich alles mögliche zu lernen, sogar ce qu’il fallait dé­montrer aus dem Ma­the­un­ter­richt. Damit war mein Frank­reich­studium unter Fran­zosen ein wenig intensi­ver als ein Auslands­semester per Eras­mus-Sti­pendium. Solche Programme finde ich super, sie bieten aber leider wohl zu viele Mög­lich­keiten für mehr­mona­tiges Party­leben unter inter­ntionalen Stipendiaten while spea­king simpli­fied English (womit dann andere als die ge­setzten Lernziele er­füllt werden.)

Der Tages­spiegel hat einen oft sehr amü­santen News­let­ter, "Check­point" ge­nannt, zu dem mir nur CQFD ein­fiel. Letzte Notiz übers Wet­ter für dieses Jahr, ich schwöre, nur übers Kli­ma schrei­be ich dann noch. Hier also der TSP:
Fühlen auch Sie sich vom Wetter in die Irre geführt, fragen sich, was das denn nun für eine Jahreszeit sein soll, die sich zugleich mit den Innsignien eines goldenen Herbstes, sommerlichem Grün und frühlingshaften Temperaturen schmückt? Was auch immer das ist, es ist jedenfalls Wochenende. Und war auf ein 47 Stunden verkürztes — wir haben nämlich Zeitumstellung.
Versuchen wir's nochmal mit dem Merk­satz: Im Frühjahr werden die Ter­ras­sen­tische und -stühle vor die Tür gestellt, im Herbst zurück. Auf Eng­lisch viel ele­gan­ter: Spring forward, fall back (denn auf US-amerika­ni­schem Englisch heißt Herbst the fall). Als "Raus­schmeißer" noch einen wei­te­ren Beleg für die Grenzen des sonst span­nen­den Wer­kzeugs "DeepL" das be­kannt­lich nicht selbst denkt, we­der Si­tu­a­tio­nen ein­zu­schät­zen ver­mag noch Wort­witz oder Um-die-Ecke-Den­ken kennt. Hier hat­te die KI maxi­mal die deut­sche Klima­po­li­tik in der pu­tin­schen Erpres­sungs­la­ge im Blick.

Die Maschine übelsetzt: spring forward, fall back mit "vorwärts springen, zurückfallen"
https://www.deepl.com

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Illustrationen: Tagesspiegel und DeepL
(modifiziert: gestaucht und das Mittelblaue)

Samstag, 29. Oktober 2022

Heimat

Will­kom­men im digi­talen Arbeits­ta­ge­buch aus der Spra­chen­welt. Sams­tags brin­ge ich hier, wenn ich es schaf­fe, mei­nen aktu­el­len Lieb-Link.

Haus Simon (Drehort)
In meiner Jugend gab es Begrif­fe, die ver­brannt waren und die es im Grun­de bis heute sind. "Na­tio­nal" ist so einer. Da echo­­te noch zu stark nach, was ei­nige Jahr­zehnte zuvor Leid, Tod und Zer­störung über Eu­ro­pa ge­bracht hatte. Noch heute übertrage ich die solution na­tio­nale als "frank­reich­weit gül­ti­ge Lösung". Ist län­ger, ja, aber klappt.

Natürlich ist es ziemlich blöd, wenn bestimmte Gruppen mit ihren Ver­schwörungs­er­zäh­lungen Begriffe beschmutzen und für lange Zeit un­brauchbar machen. Heute ist das die "Alternative", was schon ziemlich heftig ist, waren "die Alter­na­tiven" doch jahr­zehn­te­lang die juteta­schen­tra­genden Ge­sund­heits­schuh­ler:innen. Oder das Wort "querdenken". Bäh.

Auch "Heimat" war lange so be­schmutzt, klang es doch noch nach "BluBo" (Blut und Boden), nach Nar­zis­sen (Nazi-Frau­en) und "Heimat­schutz", wo Kinder und Opas dem Höllen­feuer des zu Ende ge­hen­den Krie­ges in den Schlund gewor­fen wurden. 

Dann kam Edgar Reitz. Der große Edgar Reitz. Er schenkte uns in den 1980-er und früh­en 90-er Jahren seine Heimat­trilogie. Wir alle wohn­ten damals in Schab­bach und waren in Schnüss­chen verlie­bt, auch wir Fra­uen. (Und Helmut Kohls dialek­tale Einfärbung war plöt­zlich we­ni­ger pein­lich. Ohne "Heimat" und Mauer­fall wäre er En­de der 1990-er abge­wählt wor­den!)

Jetzt (und den ganzen Novem­ber über) ist der erste Teil der Groß­serie (be­ste­hend aus drei Zyklen) auf 3Sat zu sehen. Für die Deutschlerndenden hier: Ich hoffe,  dass ohne Geolokalisierung gesendet wird. Sonst etwas dazwischenschalten, was Euren Standort verwirbelt, ihr wisst schon. Denn Ihr braucht natürlich kulturelles Hin­ter­grund­wis­sen für Eure künf­ti­ge Ar­beit. Und wir hoffen dann auf die nächsten Folgen der Chronik der deutschen Geschichte aus der Perspektive der kleinen Leu­te, liebes 3Sat!

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Foto: Totina, Bauernhaus mit Schmiede
in Gehlweiler
, Wikicommons

Freitag, 28. Oktober 2022

Auf dem Schreibtisch (LXVIII)

Über den Ar­beits­all­tag einer Dol­met­scherin können Sie auf diesen Seiten einiges er­fah­ren. Meine Mut­ter­sprache ist Deutsch, ich arbei­te über­wie­gend mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch. Wenn es wie derzeit wie­der kaum Kon­fe­ren­zen vor Ort gibt, f*uck C-19, sit­ze ich am Schreib­tisch.

Am Wochenende darf ich den Schreib­tisch auf dem Bal­kon ver­le­gen. Ich hatte die Som­mer­pols­ter (wie die Sommer­klei­dung) schon ein­ge­mot­tet.

Was liegt gerade auf meinem Schreibtisch?

Perückenkopf als Platzhalter
⊗ Buch­über­set­zung
⊗ Ethi­scher Le­bens­mit­tel­ei­nkauf
⊗ Sahel-Kon­fe­renz, noch eine, die­ses Mal auf Ver­eins­ebene
⊗ EBR-Sit­zung (Redak­tion von Sta­tu­ten, nur einige Stun­den online)
⊗ Was­ser­ma­nage­ment, Schwamm­stadt und andere In­ves­ti­tio­nen für mehr Klima­re­si­lienz

Der klei­ne Nachbar­junge: "Das sollen jetzt die Herbst­fe­rien sein? Das ist doch Som­mer­wet­ter!" Recht hat er, das ist nicht mal mehr Herbst­lings­wet­ter.
Fürs Pro­to­koll: 8 bis 12 Grad überm Durch­schnitt wer­den's heu­te in Deutsch­land.

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Foto: C.E.
 

Donnerstag, 27. Oktober 2022

Buchpreise

Aus dem Arbeits­alltag einer Dol­met­scherin können Sie auf diesen Seiten einiges er­fah­ren. Meine Mutter­sprache ist Deutsch, ich arbei­te über­wie­gend mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch. Heute geht es kurz um Buch­preise und nein, litera­rische Aus­zeich­nun­gen sind nicht ge­meint.

Wenn die Dolmet­scherin beim Ko­chen und Ge­schirr­spül­ma­schi­nen­aus­räumen statt Radio einer wis­sen­schaf­tli­chen Konfe­renz lauscht, fal­len Zi­ta­te wie das fol­gende ab:
Die schwere Wirt­schafts­kri­se, von der Deutsch­land er­schüt­tert wird und de­ren Pers­pek­ti­ven den Win­ter verdun­keln, hat auch die Bü­cher­pro­duk­tion in einem früher auch nicht an­nä­hernd er­reich­ten Maße in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen. Zwar wa­ren auch bis­her schon die Bücher­preise er­heb­lich gestie­gen, aber ihre Steige­rung blieb immer noch be­trächt­lich zurück hin­ter der der übr­igen Erzeug­nisse. Jetzt zum ers­ten Male schei­nen sich auch die Bü­cher­prei­se dem Dol­lar­stan­de an­pas­sen zu wol­len, und die Folgen sind für das deut­sche Pub­likum ein­fach ka­tas­tro­phal. Die stetig fort­schrei­ten­de Markt­ent­wer­tung hat den deutschen Buch­handel zu einer neuen Preisre­gu­lierung ge­zwun­gen [….], aber der Kon­su­ment kann nicht mit. […] Die unheil­vollen Folgen und Rück­wir­kun­gen die­ser Ver­hält­nis­se auf das geis­tige Ge­biet brau­chen nicht ange­führt zu wer­den.
Quelle: Ernst Robert Cur­tius in der „Lu­xem­bur­ger Zei­tung" vom 26.11.1922

Wegen des blöden C-19 gibt's weiterhin viel online und per Zoom. Schön wäre es, wenn das als eine Option beibehalten werden könnte!
Internationale Tagung Denkkulturen - Kognitive Ordnungen und kulturelle Paradigmen in der europäischen Verflechtung, 27.-28. Oktober 2022, am Centre Ernst Robert Curtius (CERC) der Universität Bonn. Die CERC-Jahrestagung wird durch die Deutsch-Französische Hochschule gefördert. Sie ist Teil des Programms der INTERNATIONAL DAYS 2022 der Universität Bonn und Auftaktveranstaltung zum universitären Frankreichjahr "BONN*E FÊTE – 60 Jahre Elysée-Vertrag".
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Illustration: CERC, Bonn

Dienstag, 25. Oktober 2022

Jahresvorausblick (2): Delegationsreise

Ob zu­fäl­lig oder ge­plant: Sie sind hier auf Sei­ten eines digi­talen Tage­buchs aus der Ar­beits­welt gelan­det. Ich bin (mit Deutsch als Muttersprache) Dol­met­scherin für die fran­zösische Spra­che (und aus dem Eng­li­schen). Teil zwei mei­nes Jah­res­rück­blicks, der ein Vor­aus­blick ist.

Wir sind mitten im Frühbst, erste Knos­pen gehen auf. Das ist schockierend und zeigt, wie sehr wir Men­schen das Klima schon durch­ein­an­der­ge­bracht haben. Auf der anderen Seite müs­sen wir so weniger heizen. Immerhin das.

In der Mittags­zeit wandere ich durch die Nachbarschaft in Pulli, Woll­strick­jacke und mit Puls­wär­mern, was bei über 19 Grad (gestern Mit­tag, heute etwas küh­ler) angenehm ist.

Zwi­schen­durch schreibe ich ein Angebot, das "post­wen­dend" bestätigt wird. Im November darf ich end­lich wieder fürs Aus­wär­tige Amt arbeiten. Es geht um eine For­schungs­grup­pe, die zum Thema Was­ser­rein­hal­tung und zu anderen Fragen des technischen Umwelt­schut­zes und der Klima­re­si­lienz nach Deutsch­land kommt. 

Projekt Wasserreinigung mit Grafik ... und Wasserprobe
Projekt Wasser

Vor-Ort-Termine sind immer so etwas wie eine Kon­fe­renz auf Reisen. Die Er­schwe­rnis liegt im hohen fach­li­chen Niveau und dass ich als Kon­se­ku­tiv­dol­metsche­rin al­leine arbeiten werde. Dabei ist Dolmet­schen in der Regel Team­ar­beit fürs Be­griffe auf­schreiben, re­cher­chieren, souf­flieren ... ich muss mich hier an­ders be­hel­fen. Wie, werde ich später be­richten.

Kurz­reisen von For­schungs­grup­pen be­gleite ich be­son­ders gerne, denn hier ist mei­ne persön­liche Lern­kurve am steils­ten. Von der Verbraucherseite aus gesehen habe ich ja in Sachen Umwelt­technik ge­ra­de erst viel gelernt. Schön, wenn die Arbeits­fel­der so in­ein­an­der­grei­fen!

Nur dieser Herbst­ling macht mir Sorgen. Aber was ich an meinem be­schei­de­nen Platz machen kann, dafür dass die Mensch­heit mit mehr Wis­sen den Kar­ren aus dem Dreck zieht, das mache ich. So ist mein Beruf wieder sehr be­frie­di­gend.

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Foto: C.E. (Archiv)

Dienstag, 18. Oktober 2022

Rückblick 2022 (1): Industrie

Hel­lo, bon­jour, gu­ten Tag! Ich bin Dol­met­sche­rin für die fran­zö­si­sche Spra­che mit Deutsch als Mut­ter­spra­che und blogge hier seit 2007. Ich über­set­ze auch aus dem En­g­li­schen, die Bü­ro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Sprache. Hier Bilder aus meinem Be­rufs­all­tag.

Die Feinjustierung der Lüftung folgt
D
ie erste Rückschau des Jahres soll das heute werden, denn so viele Einsätze liegen nicht mehr vor uns.

Als ich vor vier Jahren einen Anruf aus der franzö­sischen Provinz erhielt, ahnte ich nichts. Ich wurde als Dolmetscherin zu den Beratungen über eine Mar­ke­ting­sta­te­gie hinzuge­zogen, allerdings in der Nähe der deutschen Haupt­stadt. Als ich am Morgen des Ter­mins ankam, war­te­ten be­reits an die 20 Leute im Raum. Es sollte erst in ei­ner guten halben Stun­de los­ge­hen.
Die Teil­neh­men­den un­ter­hiel­ten sich lei­se. Der Chef ser­vier­te mir höchst­per­sön­lich einen Kaf­fee, ließ mich an­kom­men, dann frag­te er mich mit der größ­ten Liebens­wür­dig­keit, ob es mir et­was aus­ma­chen würde, wenn wir frü­her an­fan­gen wür­den. "Dann sind wir am Nach­mit­tag schnel­ler durch!", schloss er lä­chelnd.

Alle schau­ten auf mich. Und so be­gann der bis­lang ein­zi­ge Ter­min in meiner bis­he­ri­gen Kar­riere, der eine halbe Stun­de Vorsprung hatte.

Küchenbegehung mit Gästen und Dolmetscherin
Im Nach­hinein be­mer­kens­wert: Alle wa­ren und sind so mo­ti­viert, dass sie frü­her bei Tref­fen an­kom­men. So habe ich diese deutsch-fran­zö­si­sche Fir­ma, die Kan­tinen baut, um­baut und be­treibt, ken­nen- und schät­zen­ge­lernt.

Vieles funk­tio­niert in der Fir­ma zwei­spra­chig. G­­le­gent­lich wird doch eine Dol­metscherin be­nö­tigt, und so übertrage ich Hin­ter­grund­infos zu ethi­schem Einkaufen und Re­zep­ten, dol­met­sche Mitar­bei­ter- und Bilanz­ge­spräche und habe als Kom­mu­ni­ka­tions­fach­frau beim Bau einer Kan­ti­nen­küche mit­ge­wirkt. Diese Kan­tine wur­de nun eröffnet.

Einiges ist noch zu tun, die Lüf­tungs­an­lage kann erst nach eini­gen Wo­chen Be­trieb jus­tiert werden. Dann folgen die Außenanlagen und die Fas­sa­den­be­grü­nung.
Ko­misch, die Kü­che jetzt fer­tig zu se­hen. Ich wünsche ihr und den vie­len Men­schen, die sie be­le­­ben, al­les er­denk­lich Gute!

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Fotos: privat