Montag, 6. Juli 2026

Bonjour

... und herz­lich will­kom­men! Als erfahrene Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin („se­nior in­ter­pr­eter“) und Über­set­ze­rin bin ich seit 20 Jah­ren in Deutsch­land, Frank­reich und in an­de­ren Län­dern Eu­ro­pas tä­tig — meist mit Fran­zö­sisch und Deutsch als Ar­beits- und Ziel­spra­che. Als Teil ei­nes Netz­werks kann ich Ih­nen auch bei der Su­che nach Un­ter­stüt­zung in an­de­ren Spra­chen hel­fen.

Win­ter­lich im Win­ter­licht: Treppe, Jalousien, Fenster, Garten
Blau­er Him­mel unter grü­nen Ja­lou­sien!
Sie su­chen Kom­mu­ni­ka­tions­pro­fis fürs Dol­met­schen oder für Schrif­tl­iches? Nach vie­len Jah­ren in Frank­reich und dem ein­schlä­gi­gen aka­de­mi­schen Stu­dium sitze ich in der Fran­zö­sisch­ka­bi­ne. Schrift­lich ar­bei­te ich ins Deut­sche, auch aus dem Eng­li­schen.
Allein oder im Team be­glei­te ich De­le­ga­tio­nen, dol­met­sche auf Kon­fe­ren­zen, in Mi­nis­te­rien, Bot­schaf­ten oder am Film­set ... für Po­li­tik, Un­ter­neh­men und Pri­vat­leu­te.

Schwer­punk­te: Ak­tu­el­les, In­dus­trie, Wirt­schaft, Kul­tur, Ag­rar, Krea­ti­ves, Ur­ba­nis­mus und Bau, Ener­gie, Me­dien so­wie Ki­no: Ex­po­sé, Dreh­buch, Pro­duk­tions­dos­sier, Pres­se­heft. Im ers­ten Be­rufs­le­ben war ich Jour­na­lis­tin, bie­te auch Text­ar­beit an­, und zwar mit dem größ­ten Ver­gnü­gen.

Mit ei­ner ers­ten Kon­takt­mail an caroline@adazylla.de kön­nen Sie ei­nen te­le­fo­ni­schen Be­ra­tungs­ter­min ver­ein­ba­ren, um Ih­ren Be­darf ab­zu­klä­ren. (Ich ant­wor­te in­ner­halb von we­ni­gen Stun­den, ma­xi­mal zwölf.)

Ich bie­te an: Si­mul­tan- (fast zeit­gleich), Kon­se­ku­tiv- (zeit­ver­setzt), Flüs­ter- und Be­gleit­dol­met­schen, Büh­nen­dol­met­schen, Spre­ch­ein­sät­ze (Ton­auf­nah­men), Dia­log­Coa­ching für Film und Büh­ne, Fern­dol­met­schen.

Dol­met­schen lebt von Fach­kom­pe­tenz, Hin­ter­grund­wis­sen und Er­fah­rung. Ger­ne bin ich Ih­re Brü­cke zwi­schen der deutsch- und fran­zö­sisch­spra­chi­gen Welt — fle­xi­bel und punkt­ge­nau! Vor Ort oder mit On­line-Ex­per­ti­se: Mein Ein­satz ga­ran­tiert Ih­nen Ver­ständ­lich­keit oh­ne Miss­ver­ständ­nis­se.

Doch ge­na­u­so gern un­ter­stüt­ze ich klei­ne­re In­iti­a­ti­ven, per­sön­li­che Be­geg­nun­gen oder punk­tu­el­le Ein­sät­ze, denn auch bei die­sen sind Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, gu­te Vor­be­rei­tung und ei­ne aus­ge­bil­de­te Stim­me ge­fragt.

Jetzt pla­nen — Er­folg si­chern!
Dol­met­schen ist mehr als Spra­che: Prä­zi­si­on, Kon­text, Wis­sen um Sprech­ab­sich­ten, Hin­ter­grund, Takt­ge­fühl und Er­fah­rung. Si­chern Sie sich mei­ne oder un­se­re pro­fes­sio­nel­le Un­ter­stüt­zung!

Herz­li­che Grü­ße,
Ca­ro­li­ne Eli­as

P.S.: Wir sind nicht nur Sprach­ar­bei­te­rin­nen und Sprach­ar­bei­ter, son­dern be­ob­ach­ten auch die Welt. Hier dür­fen Sie in mei­nem Ar­beits­ta­ge­buch mit­le­sen. Die­se Sei­te ist für das Web­la­y­out op­ti­miert, sonst dro­hen Text­pas­sa­gen hin­ter den Fo­tos zu ver­schwin­den.

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Fo­to: C.E.

Montagsschreibtisch (147)

In das Be­rufs­le­ben von Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­schern, Über­set­zern und Über­set­ze­rin­nen er­halten Sie auf die­sen Sei­ten klei­ne Ein­blicke. Mei­ne Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich ar­bei­te mit FR, DE und EN als Aus­gangs­spra­che; die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che. Hier be­rich­te ich über die Ar­beit in den Be­rei­chen Po­li­tik, Kom­mu­ni­ka­ti­on, Kul­tur, Me­dien und in­ter­na­tio­na­ler Aus­tausch.

Schreibtisch, Bücherwand, Lesesessel
Ar­beits­platz mit Re­gal­blick
Nach­dem wir in die­sem Jahr schon zwei län­ger an­dau­ern­de Hit­ze­wel­len mit Mehr­fach­re­kor­den hat­ten, hän­gen jetzt, als wä­ren sie im Him­mel fest­ ve­rtäut, dic­ke Wol­ken üb­er so man­chem Land­strich, die uns küh­les Nie­sel­wet­ter und völ­lig un­zeit­ge­mäß ein Vor­ge­fühl auf den Herbst brin­gen, da vie­le Bäu­me schon die Blät­ter ab­wer­fen we­gen der lan­gen Hit­ze.

Ir­gen­dwie ist's nie recht. Die Schnitt­men­ge der Tem­pe­ra­turen die­ser Wo­chen mit Land­re­gen nachts, also das wär's ge­we­sen!

Aber es ist ba­nal, über das Wet­ter zu mo­sern. Spre­chen wir lie­ber über das Kli­ma und die seit Jahr­zehn­ten an­dau­ern­de Ver­wei­ge­rung der Po­li­tik, das zu ma­chen, was wir da­mals mit Ozon in den Kühl­schrän­ken ma­chen konn­ten: ver­bie­ten und Neu­es auf­le­gen!

Für die­se Woche ist ge­plant:
❦ Kos­ten­vor­an­schlä­ge
❦ Ter­min­pla­nung
❦ Macht­kon­zen­tra­tion in den Be­rei­chen Verlags­we­sen und Me­dien
❦ Markt­ver­hält­nis­se in der Sprach­bran­che 

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Gra­fik:
Netz­fund

Mittwoch, 1. Juli 2026

Die große Illusion (1)

Hal­lo! Sie sind in mei­nem vir­tu­el­len Ar­beits­ta­ge­buch ge­lan­det. Ich bin Si­mul­tan­dol­met­sche­rin für Fran­zö­si­sch auf Kon­fe­ren­zen und bei Ver­hand­lun­gen, Mes­sen, De­le­ga­ti­ons­rei­sen und anderen öf­fent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen. Mit der Mut­ter­spra­che Deutsch dol­met­sche ich auch mit Eng­lisch als Aus­gangs­spra­che.

Mein Be­rufs­stand wird ge­ra­de von der KI in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen, die nicht wirk­lich in ech­ten Si­tu­a­ti­o­nen live dol­met­schen kann. Jetzt hel­fen uns Ju­ris­ten.

Eine Stadt, an der jeder vereinzelt am Eine Stadt, an der jeder vereinzelt am Handy hängt; auf großen Monitoren und in Vitrinen blaue Homunkuli
Sie se­hen al­les, sie le­sen al­les
Es ist Diens­tag­mor­gen, das Te­le­fon klingt, am an­de­ren En­de ein Stamm­kun­de, ein Pro­fi in der Event­or­ga­ni­sa­ti­on, aber die Stim­me klingt ein we­nig ver­le­gen: „Frau Elias, wir pla­nen da die­se Auf­sichts­rats­sit­zung. Und, tja, der Ein­kauf zwingt uns, ver­gleichend auch An­ge­bo­te für KI-Dol­met­schen ein­zu­ho­len. Die Ver­trieb­ler der Groß­agen­tu­ren ver­spre­chen uns un­fass­bar leis­tungs­star­ke Sys­te­me. Was mei­nen Sie?“
Ich at­me kurz durch, be­wah­re die di­plo­ma­ti­sche Form. Das habe ich in Jahr­zehnten der Ar­beit ge­lernt.

In­ner­lich aber schüt­te­le ich mit dem Kopf über die­se wun­der­li­che Blau­äu­gig­keit, mit der Un­ter­neh­men ge­ra­de se­hen­den Au­ges in ein recht­li­ches Mi­nen­feld steu­ern.

Klar­text

Lie­be Ver­an­stal­ter:in­nen, dürf­te ich bit­te mal oh­ne mei­ne sonst üb­li­che höf­li­che Zu­rück­hal­tung spre­chen? Auf der ei­nen Sei­te ha­ben Sie ein glat­tes Mar­ke­ting­ver­spre­chen ge­hört. Ich kann Ih­nen sa­gen: Die Ma­schi­ne lie­fert nur im La­bor halb­wegs zu­frie­den­stel­len­de Leis­tun­gen, aber nicht bei al­lem, was Neu, Be­son­ders, Über­ra­schend ist und wor­auf es Rück­fra­gen ge­ben kön­nen — das al­les ist im Grun­de ex­akt die De­fi­ni­ti­on des­sen, was Kon­fe­ren­zen, Vor­trä­ge und Ver­hand­lun­gen aus­ma­chen.

Auf der an­de­ren Sei­te geht es bei der Fra­ge nicht nur um Qua­li­täts­un­ter­schie­de. Es geht um knall­har­te Haft­ung und Da­ten­schutz. Auch dar­über spricht nie­mand von den Ver­käu­fer:in­nen, die üb­ri­gens kei­ne Lin­guist:in­nen sind.

Fir­men­ge­heim­nis­se auf Welt­rei­se

Vie­le die­ser cloud­ba­sier­ten KI-Dol­metsch-APIs, die von ver­meint­li­chen Tech-Agen­tu­ren ver­kauft wer­den, ha­ben ein klei­nes, schmut­zi­ges Ge­heim­nis: Sie schi­cken die Live-Ton­spur oh­ne recht­li­che Ab­si­che­rung über US-ame­ri­ka­ni­sche Ser­ver. Über­le­gen Sie mal kurz, was das be­deu­tet: Hoch­sen­si­ble Stra­te­gie­plä­ne, un­ver­öf­fent­lich­te Dreh­bü­cher oder Ver­trau­ens­fra­gen aus der Po­li­tik lan­den als Trai­nings­da­ten im Si­li­con Val­ley.

Das ist ein mas­si­ver Bruch der di­gi­ta­len Grund­ver­ord­nung (DSG­VO) und steht auch im Wi­der­spruch zu den meis­ten in­ter­nen Com­pli­an­ce-Re­geln. Ein Com­pli­an­ce-De­ba­kel droht, das am En­de sehr teu­er wer­den kann, po­li­tisch, di­plo­ma­tisch und öko­no­misch.

AI-Act der Eu­ro­pä­i­schen Uni­on

Als wür­de das nicht rei­chen, greift ab Au­gust 2026 der EU AI-Act voll­stän­dig mit sei­nen schar­fen Trans­pa­renz­pflich­ten. Wer jetzt in­trans­pa­ren­te, un­si­che­re KI-Sys­te­me auf B2B-Events ein­setzt, haf­tet als Un­ter­neh­men emp­find­lich.

Mei­ne Ant­wort am Te­le­fon hat viel­leicht ganz kess ge­klun­gen, aber sie ist un­an­fecht­bar: Wir mensch­li­chen Dol­met­scher:in­nen un­ter­lie­gen dem Be­rufs­ge­heim­nis. Das ist ähn­lich wie der Schwur, den Me­di­zi­ner:in­nen leis­ten. Wir Dol­met­scher:in­nen ar­bei­ten lo­kal, vor Ort und off­line. In Mi­nis­te­ri­en ge­ben wir oft un­se­re Mo­bil­te­le­fo­ne am Ein­gang ab. Wir wer­den ab­so­lut ver­trau­lich tä­tig. Un­se­re Ge­hir­ne spei­chern kei­ne Da­ten für das Trai­ning aus­län­di­scher Ser­ver.

Wer haf­tet bei Hal­lu­zi­na­ti­o­nen?

Bei uns Men­schen droht auch kein Da­ten­leck, aus de­nen noch ganz an­de­re De­tails zu Pa­ten­ten oder über Fir­men­zah­len ab­flie­ßen kön­nen. Es wird kein Ma­te­ri­al ge­ne­riert, das im Dark­net zur Wa­re oder ge­gen Sie als Kom­pro­mat ver­wen­det wer­den könn­te.

Sen­sib­le In­for­ma­ti­o­nen und Ana­ly­sen blei­ben im ge­schlos­se­nen Raum. Be­son­ders re­le­vant ist es dann, wenn die Ge­sprä­che mit Part­nern aus dem Aus­land ge­führt wer­den, in de­nen kei­ne lu­pen­rei­nen De­mo­kra­ti­en herr­schen. Die­se Grup­pe ist oft vor dem Hin­ter­grund per­sön­li­cher Be­dro­hun­gen zu­recht sehr zu­rück­hal­tend. Sie ah­nen viel­leicht jetzt aus die­sen Zei­len, dass ich weiß, wo­von ich spre­che. Mehr als ei­ne An­deu­tung be­kom­men Sie nicht.

Haf­tung für KI-Murks

Vor ei­ni­gen Wo­chen dann der Knall aus Mün­chen: ein Ge­richt hat ein­deu­tig die Ver­ant­wort­lich­keit be­nannt. Das Land­ge­richt Mün­chen I in sei­nem weg­wei­sen­den Ur­teil: Google haf­tet un­mit­tel­bar für Falsch­aus­sa­gen und Per­sön­lich­keits­rechts­ver­let­zun­gen in sei­nen KI-ge­ne­rier­ten Such­über­sich­ten.

Wer jetzt noch glaubt, sie oder er kön­ne sich als Ver­an­stal­ter ja dar­auf be­ru­fen, dass die „Tech­nik ja nur ge­miet­et“ sei und nie­mand so recht für die Feh­ler der Ma­schi­ne et­was kön­ne, soll­te sich schleu­nigst mit der ak­tu­el­len Recht­spre­chung be­fas­sen.

Das Ge­richt stell­te klar: Die KI reicht ein­fach nicht nur frem­de Links durch, die Tech­nik ver­knüpft und ver­dich­tet In­for­ma­ti­o­nen zu ei­nem neu­en, ei­gen­stän­di­gen In­halt. Google gilt hier als Stö­rer und trägt die volle Ver­ant­wor­tung (Link)

Auch bei Events

Über­tra­gen wir die­sen Ent­scheid auf un­se­re Bran­che, wird es für Event­or­ga­ni­sa­to­ren un­ge­müt­lich: Wenn ein KI-Sys­tem im Live-Be­trieb „hal­lu­zi­niert“, weil der Red­ner viel­leicht ge­nu­schelt oder den Kopf vom Mi­kro weg­ge­dreht hat, und dar­aus ei­ne ge­schäfts­schä­di­gen­de Falsch­aus­sa­ge oder ei­ne fal­sche Pro­dukt­haf­tung zu­sam­men­klöp­pelt, ist das kein „dum­mer Com­pu­ter­feh­ler“ mehr. Es ist ein recht­li­cher Haf­tungs­fall.

Und der Ein­kauf, der das bil­li­ge KI-To­ken-Pa­ket durch­ge­drückt hat, steht plötz­lich oh­ne Aus­re­de da.

Die KI-Il­lu­si­on im Ein­satz

Noch­mal, weil es of­fen­sicht­lich noch nicht zu al­len durch­ge­drun­gen ist: Die Ma­schi­nen be­rech­nen sta­tis­ti­sche Wahr­schein­lich­kei­ten und ori­en­tie­ren so ih­re Aus­wür­fe im­mer an dem aus, was be­reits pu­bli­ziert wor­den ist. Bei Dol­metsch­an­läs­sen geht es aber im­mer um das Neu­e. Hier­an schei­tert die KI zu­ver­läs­sig. Bei zu gro­ßen „Lü­cken“ im Vor­la­ge­ma­te­ri­al über­springt die KI We­sent­li­ches oder er­fin­det die KI neu­e In­hal­te, in­halt­li­cher Ver­lust oder Fehl­in­for­ma­ti­o­nen dro­hen.

Mein Fa­zit

Ja, je­de(r) kann sich für ein güns­ti­ges KI-Ex­pe­ri­ment ent­schei­den, wenn es dar­um geht, sich ei­ne gro­be Über­sicht zu ver­schaf­fen. In der Ar­beits­si­tu­a­ti­on darf das so­gar je­der oder je­de ma­chen, die oder der das Ri­si­ko liebt. Wer aber Ver­ant­wor­tung für Gäs­te, In­hal­te und die recht­li­che Com­pli­an­ce über­neh­men will und muss, soll­te ein ein­ge­spiel­tes Team aus Sprach­pro­fis bu­chen, al­so Men­schen.

Konkrete Lö­sung

Ich ha­be dem Kun­den ge­ra­ten, dem Ein­kauf schlicht die Ak­ten­zei­chen des Münch­ner Ur­teils und den EU AI Act auf den Tisch zu le­gen. Beim spä­ter er­folg­ten Rück­ruf war das In­te­res­se an der ma­schi­nel­len Bil­lig-Bil­lig-Lö­sung wie weg­ge­bla­sen.

Falls Sie auch ge­ra­de vor der Fra­ge ste­hen, ob Sie Ih­re kom­ple­xe Live-Kom­mu­ni­ka­ti­on ei­nem Al­go­rith­mus an­ver­trau­en wol­len: Ru­fen Sie mich an. Ich be­ra­te Sie ger­ne. Und das di­plo­ma­tisch und mit kla­rer Kan­te.

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Gra­fik: KI (Zu­falls­fund)

Dienstag, 30. Juni 2026

Die Brückenbauer-Falle

Den Ar­beits­all­tag einer Dol­met­scherin für die fran­zö­si­sche Spra­che (Mut­ter­spra­che DE) fin­den Sie auf diesen Sei­ten skiz­ziert. Ich arbei­te über­wie­gend als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che. Ich ar­bei­te in Ber­lin, Pa­ris, Stutt­gart und dort, wo Sie mich brau­chen! Es ist ak­tuell schwie­rig zu er­klä­ren, was Qua­li­tät ist.

Wäh­rend in Deutsch­land die In­fra­struk­tur zer­brö­selt, Brü­cken und öf­fent­li­che Ver­kehrs­mit­tel ge­sperrt wer­den, nicht erst seit der Hit­ze, kom­men aus­län­di­sche Ver­la­ge auf Men­schen zu und er­nen­nen die­se zu Brü­cken­bau­ern. 

read books not memes
Bü­cher­wer­bung!

Ob­acht, hier droht eine Bau­ern­fän­ger­fal­le!

Es ist lei­der eine be­kann­te Ent­wick­lung un­se­rer Zeit, dass echte Qua­li­tät im All­tag im­mer sel­te­ner wird. Ich schlage ei­ne Zei­tung auf und stol­pere über un­zäh­li­ge Tipp­feh­ler. Das TV-Pro­gramm strotzt vor holp­ri­gen Schnit­ten, auch auf Pay-Sen­dern schmerz­haf­te Un­ter­ti­tel. Al­so weg mit dem Abo der nord­ame­ri­ka­ni­schen Film­kra­ke.

Le­sen ist toll. Ich lie­be Bü­cher. 

Da fühlt es sich erst­mal gut an, wenn plötz­lich je­mand per E-Mail nach der ei­ge­nen qua­li­fi­zier­ten Mei­nung fragt. Es geht um ein ver­meint­lich hoch­karä­ti­ges Buch­pro­jekt zur deutsch-fran­zö­si­schen Zu­sam­men­ar­beit.

Und, ta­daaaa: ich soll hier ei­nen ex­klu­si­ven Platz für ei­nen Text samt Kurz­bio­gra­fie und Foto er­hal­ten. Oha.

Als Krö­nung ver­spre­chen die Ab­sen­der ein of­fi­zi­el­les Zer­ti­fi­kat als „Bridge Bu­il­der be­twe­en na­ti­ons“. So ein Quatsch! Wollt Ihr mich be­lei­di­gen? Von Kos­ten ist üb­ri­gens nicht die Re­de. Nun, ich hab schon Pfer­de kot­zen ge­se­hen, und war an Tre­sen von Apo­the­ken.

Kurz ge­prüft, fix als War­nung wei­ter­ge­lei­tet, rasch ge­löscht: Das Ganze ist Phi­shing. Es gibt so­gar ei­nen Be­griff da­für, die Va­ni­ty-Pu­blis­hing-Fal­le. Hin­ter kryp­ti­schen Web­adres­sen wie bi­la­te­ral­nav­in­sights.pro ste­cken kei­ne re­nom­mier­ten Kul­tur­ver­la­ge, son­dern bes­tens or­ga­ni­sier­te Spam-Netz­wer­ke.

Die Ma­sche setzt be­wusst auf Schmeiche­lei, um ein ge­kränk­tes Be­dürf­nis nach Wert­schät­zung aus­zu­nut­zen. So­bald der an­ge­for­der­te Text ein­ge­reicht ist, schnappt die Kos­ten­fal­le zu. Dann wer­den, in Fo­ren ge­fun­de­nen Bei­spie­len zu­fol­ge, ho­he Ge­büh­ren für Kor­rek­to­rat, Druck und Ver­sand fäl­lig. Noch bes­ser: Die Tä­ter be­kom­men au­ßer­dem auch noch wert­vol­le per­sön­li­che Da­ten für spä­te­ren Iden­ti­täts­dieb­stahl.

Ein ge­druck­tes Buch, soll­te es denn über­haupt pro­du­ziert wer­den, dient hier le­dig­lich als se­ri­ö­se Fas­sa­de für eine mie­se Ab­zocke. Sol­che Bü­cher braucht kein Mensch. Wir brau­chen Kon­sul­ta­tio­nen an an­de­rer Stel­le!

Sol­che Mails bit­te mel­den an:
phi­shing(at)ver­brau­cher­zen­tra­le.nrw
tro­ja­ner(at)po­li­zei­la­bor.de

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Gra­fik: pixlr. (Zu­falls­fund)

Montag, 29. Juni 2026

Montagsschreibtisch (146)

Einen Ein­blick in das Be­rufs­le­ben ei­ner Dol­met­sche­rin kön­nen Sie auf die­sen Sei­ten er­hal­ten. Mei­ne Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich ar­bei­te über­wie­gend mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che. Von Zeit zu Zeit be­ar­bei­ten wir im Team in grö­ße­rem Um­fang ge­mein­sam Tex­te.

Computer, angeschnitten, Vokabellisten, Gäste (Beine)
Be­ra­tun­gen Ener­gie
Sprach­ar­beit er­for­dert gro­ße geis­ti­ge und kör­per­li­che Fle­xi­bi­li­tät, die in den letz­ten Ta­gen bei der Hit­ze ver­lang­samt war. Das Wo­chen­pro­gramm ist bunt. 

Auf dem Schreib­tisch lie­gen:

❦ zwei An­ge­bo­te schrei­ben (Kon­fe­ren­zen)
❦ Nach­le­se Kli­ma­kri­se
❦ Stra­te­gie­über­le­gun­gen
❦ Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit
❦ Ter­mi­no­lo­gie­lis­te auf­ar­bei­ten (Ener­gie)
❦ Rei­se­pla­nung


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Fo­to:
C.E.

Donnerstag, 25. Juni 2026

Rasanter Einsatz

Bon­jour & he­llo! Her­z­lich will­kom­men beim ers­ten deut­schen Dol­met­scher­web­log aus dem In­ne­ren der Dol­met­sch­ka­bi­ne. Ich bin Dol­met­scher­in für die fran­zö­si­sche Spra­che, und ich über­set­ze auch (auch aus dem Eng­li­schen und meis­tens ins Deut­sche). Auf die­sen Sei­ten be­rich­te ich über die­se der­zeit von der KI er­schwer­te Ar­beit im Be­reich Kom­mu­ni­ka­ti­on, Kul­tur und in­ter­na­tio­na­ler Aus­tausch. Heute: Rück­blick!

Hier hät­te ich all­zu ger­ne ei­nen al­ten Bei­trag ver­linkt, aber die Blog­soft­ware spinnt bzw. ich ha­be sie über­for­dert: Fast 20 Jah­re Blog­ging, das konn­te ja nie­mand ah­nen! 

An die­sen Ein­satz vor elf Jah­ren er­in­ne­re ich mich noch sehr gut: Es ging um das Si­cher­heits­trai­ning für die Wa­gen ei­nes be­kann­ten deut­schen Au­to­her­stel­lers. 

Lenkrad, Straße, Aufs und Abs
Be­ein­dru­cken­de Stre­cke
Die Teil­neh­men­den ka­men aus dem fran­zö­si­schen Sprach­raum. Nach der Mit­tags­pau­se kam die Renn­stre­cke dran. „Im­mer in den Ho­ri­zont se­hen! “, ha­ben sie ge­sagt. Ja, nur manch­mal muss­te ich auf dem Zet­tel auf mei­nem Schoß doch noch ei­nen Be­griff ab­le­sen.

Die Au­tos mit den Trai­nees fuh­ren hin­ter uns, ich saß vor­ne im 1. Wa­gen. Der Fah­rer ne­ben mir war Au­to­ren­nen ge­fah­ren und er­zähl­te mir auf der Stre­cke et­was vom Nür­burg­ring.

Ich schlug mich wacker.

Am En­de muss­te ich lei­der dann doch sa­gen (und nicht dol­met­schen): „Vor­sicht, wir fah­ren kurz rechts ran, die Dol­met­scher­in muss kot­zen!“

Und so ge­schah es auch. Ach, das schö­ne Mit­tag­es­sen! 

Aber ei­ne Spur vom Ein­satz fand sich doch an: klick!

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Col­la­ge:
C.E. / Dis­clai­mer: Kein Geld ist da­für
ge­flos­sen, dass das Her­stel­ler­sym­bol zu se­hen ist.

Mittwoch, 24. Juni 2026

KI vs. Klima

Bon­jour, ich hei­ße Ca­ro­li­ne Eli­as und bin Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin. Seit fast 20 Jah­ren ge­be ich auf die­sem Blog ei­nen Ein­blick in mei­nen Ar­beits­all­tag. Mei­ne Mut­ter­spra­che ist Deutsch. Ich dol­met­sche über­wie­gend ins Fran­zö­si­sche und aus dem Eng­li­schen. Au­ßer­dem über­set­ze ich Tex­te. KI-Mitt­woch.

Lex Coors, der Chef der wich­tigs­ten eu­ro­päi­schen Lob­by­or­ga­ni­sa­ti­on für Re­chen­zen­tren, hat der EU na­he­ge­legt, ihre Kli­ma­zie­le her­un­ter­zu­fah­ren, weil sie der Ent­wick­lung der KI im We­ge stün­den.

KI und Ur­he­ber­recht


Über­all wer­den neue Re­chen­zen­tren aus dem Bo­den ge­stampft. Was sich „Künst­li­che In­tel­li­genz“ nennt, kurz KI, wur­de vom Eng­li­schen AI ab­ge­lei­tet, ar­ti­fi­cial in­tel­li­gence, wo­bei das Wort in­tel­li­gence ne­ben Klug­heit auch Da­ten­ver­ar­bei­tung und Spi­o­na­ge be­deu­tet. 

Gehirn mit Hitze, Ideen, Wasser
Her­aus­for­dernd!
Es ist vor al­lem ei­ne rie­si­ge Men­ge ge­kop­pel­ter Rech­ner, die Un­men­gen auch ge­stoh­le­ner Da­ten ver­ar­bei­ten.

Wenn ich als Blog­ge­rin frem­de Fotos nut­zen würde, hät­te ich rasch eine Ab­mah­nung auf dem Tisch, Stich­wort: Ur­he­ber­recht. Gleich­zei­tig wer­den im gro­ßen Maß­stab di­gi­ta­le In­hal­te aus öf­fent­lich zu­gäng­li­chen oder li­zen­zier­ten Quel­len für das Trai­ning von KI-Sys­te­men ver­wen­det, ohne dass da­für in je­dem Fall in­di­vi­du­el­le Ver­gü­tungs­mo­del­le be­ste­hen, eine po­li­tisch und recht­lich un­ge­klärte Schief­la­ge.

KI als Um­satz­dieb

Noch eine Schief­la­ge: Als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin ver­lie­re ich seit etwa zwei Jah­ren spür­bar Um­satz durch KI-ge­stütz­te Sprach­sys­te­me. Die Tech­no­lo­gie kann zwar nicht dol­met­schen, sie si­mu­liert un­se­re Ar­beit nur, lässt viel weg, er­fin­det Neu­es hin­zu, hat aber gut fi­nan­zier­te Mar­ke­ting­fir­men. Bis alle mei­ne Kun­den ein­, zwei­, drei­mal auf die Nase ge­flo­gen sind, wird es dau­ern.

Wie mir, nur schlim­mer, geht es Bü­ro­men­schen, die di­gi­ta­li­sier­ba­re Rou­ti­ne­ar­beit leis­ten. Die Staa­ten ver­lie­ren Steu­er­ein­nah­men, müs­sen mehr Men­schen in der Zeit be­ruf­li­cher Neu­ori­en­tie­rung oder vor der Rente ali­men­tie­ren. Rente ist das Stichwort: Die­ser Ta­ge ver­han­delt die deut­sche Re­gie­rung über ei­ne Ren­ten­re­form, ohne dass die­se The­men auch nur an­satz­wei­se an­ge­spro­chen wür­den. In we­ni­gen Jah­ren dürf­te die Re­form schon Ma­ku­la­tur sein.

KI als Ver­stär­ker der Kri­se(n) 

Als wür­de das nicht rei­chen, muss nicht nur Deutschland künf­tig viel mehr Geld in die Kli­ma­fol­gen­an­pas­sung und den Aus­bau der er­neu­er­ba­ren Ener­gi­enn (EE) in­ves­tie­ren, wäh­rend der Kontinent An­fang Ju­ni zum zwei­ten Mal die­ses Jah­res un­ter einer Hit­ze­glo­cke fest­steckt, die sämt­li­che Re­kor­de bricht.

Zu­gleich wird das Was­ser knapp. Laut den Ver­ein­ten Na­tio­nen könnte der KI-be­ding­te Was­ser­ver­brauch bis En­de des Jahr­zehnts dem Jah­res­be­darf von 1,3 Mil­li­ar­den Men­schen ent­spre­chen. Al­lein Google ver­brauch­te 2023 mehr als 19 Mil­li­ar­den Li­ter Was­ser in sei­nen Re­chen­zen­tren.

Da­bei wer­den die Kos­ten ver­teilt, die Ge­win­ne kon­zen­triert.

KI und Lobby­ar­beit

Genau jetzt ma­cht Lob­by­is­t Lex Coors Druck und sa­gt, dass mo­men­tan nur CO₂-emit­tie­ren­de Gas­kraft­wer­ke zu­ver­läs­sig ge­nug sei­en, um die KI-Zie­le der EU um­zu­set­zen. Die EE und Spei­cher, im öf­fent­li­chen Dis­kurs lei­der auch Atom­kraft, ge­kop­pelt mit leis­tungs­star­ken Strom­net­zen, rei­chten für den ge­plan­ten (und noch nicht fi­nan­zier­ten) Auf­wuchs der Tech­nik nicht aus.

Soll­te Eu­ro­pa nicht eins, zwei, fix die be­ste­hen­den Re­gu­lie­run­gen ent­schär­fen, wür­den wir kom­plett in die Ab­hän­gig­keit von Chi­na (oder den USA) ge­ra­ten. So ar­gu­men­tiert Coors, der Prä­si­dent der Eu­ro­pean Da­ta Centre As­so­cia­ti­on, eines Lob­by­is­ten­ver­eins im Auf­trag der GAFAM, so nen­nen die Fran­zo­sen die "Big Five", ein Akro­nym aus den Ini­tia­len von Google, Apple, Face­book, Ama­zon und Micro­soft.

KI und Eu­ro­pa

Die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on plant laut Ak­ti­ons­plan „AI Con­ti­nent“, die Ka­pa­zi­tät der Re­chen­zen­tren auf dem Kon­ti­nent zu ver­drei­fa­chen, al­ler­dings bis 2032. Coors er­klär­te, dass der Aus­bau der EE zu lang­sam ge­sche­he. Das Wachs­tum der KI-Bran­che sei wich­ti­ger als Um­welt- und Kli­ma­zie­le.

Auf Fran­zö­sisch hier zu Coors: Re­por­ter­re, die nach­hal­ti­ge Nach­rich­ten­agen­tur Frank­reichs.

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Gra­fik: pixrl.com (Zu­falls­fund)

Montag, 22. Juni 2026

Montagsschreibtisch (145)

Den Ar­beits­all­tag einer Dol­met­scherin finden Sie auf diesen Sei­ten skiz­ziert. Meine Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich arbei­te über­wie­gend als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che. Ich ar­bei­te in Ber­lin, Pa­ris, Stutt­gart und dort, wo Sie mich brau­chen!

Tisch, Kaffee, Notizen und Papier vom Tagungshaus mit dem Slogan „mehr, weniger, anders“
Mehr, we­ni­ger, an­ders: ein groß­ar­ti­ges Motto!

Wir stec­ken in der zwei­ten Hit­ze­wel­le des Jah­res von der Sorte, wie wir sie frü­her (mit ge­rin­ge­ren Gra­den) am En­de des Som­mers hat­ten: die be­rühm­ten Hunds­ta­ge, la ca­ni­cule, der Be­weis für den ei­gent­li­chen Zeit­punkt ist der Him­mel selbst. (Hier schrieb ich da­rü­ber: Klick!)

Im Na­hen Os­ten gibt es noch im­mer kei­ne wirk­li­che Ru­he. Tei­le der Welt wer­den von al­ten Män­nern re­giert, die Krie­ge an­zet­teln, um ih­re Macht zu ret­ten, weil sie oh­ne den Schutz, der das Amt bie­tet, so­fort vor dem Rich­ter stün­den.
Die­se Krie­ge, aber auch Ent­schei­dun­gen in Sa­chen Tech­nik, die den Mo­del­len des letz­ten Jahr­hun­derts ver­bun­den sind, schüt­ten Öl ins Feu­er der Erd­er­wär­mung.

Die­se Wo­che liegt der Fo­kus auf:
❦ Ren­te
❦ Ge­werk­schafts­ar­beit
❦ ... viel­leicht Ih­rem Auf­trag?

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Fo­to: C.E. (Ar­chiv)

Sonntag, 21. Juni 2026

Der Sommerrock

Bon­jour & hel­lo! Sie le­sen in einem di­gi­ta­len Ta­ge­buch aus der Spra­chen­welt. Ich über­set­ze ins Deut­sche und dol­met­sche Fran­zö­sisch ⇄ Deutsch und aus dem Eng­li­schen. Sonn­tags wer­de ich hier pri­vat.

Beim Nä­hen muss­te ich die gan­ze Zeit ki­chern, denn ich ar­bei­te an ei­nem tex­ti­len Witz. Mei­ne An­ge­hö­ri­ge, die lei­der de­ment ist, hat mich lau­fend ge­fragt, was ich ma­che. [Die Er­zie­he­rin­nen im Kin­der­gar­ten ha­ben am Montag auch ge­lacht.]

Vom Apfel­rock zum Zi­tat
Es war ein­mal ein Som­mer­rock, lie­be­voll ma­schi­nen- und hand­ge­näht, Stoff aus den Sieb­zi­gern. Der soll­te ein klei­nes Mäd­chen fei­ner ma­chen.

Al­ler­dings ist nicht je­des klei­ne Mäd­chen auch ein fei­nes Mäd­chen. Ich er­in­ne­re mich an den Satz Ho­sen, dun­kel­grün, dun­kel­blau, dun­kel­bor­deaux und fei­ner Cord, der noch in der Wo­che, in der sie an­ge­schafft wur­den, zu kur­zen Ho­sen wur­de (na­tür­lich zur hel­len Freu­de mei­ner Mum).
Ich se­he einen Rock mit Äp­feln, den ein klei­nes Mäd­chen trägt, wäh­rend es mit­ten im Obst­baum sitzt, Ap­fel, Pflau­me oder Kir­schen, und auf­passt, dass der Rock ja kei­nen Fle­cken be­kommt. 

Aber beim Run­ter­klet­tern kommt ein Riss hin­ein. 

Ein Gür­tel hät­te das Malheur ka­schie­ren kön­nen. Die Idee kommt nicht auf, der Rock in ei­ne Tü­te auf den Dach­bo­den.

Zeit­sprung: Ta­ta Li­ne (ich) sucht auf dem Ber­li­ner May­bach­ufer­markt nach ei­nem ge­stick­ten Fli­cken mit Kir­sche, Schmetterling, Ap­fel, Blatt oder Ähn­li­chem und wird erst im Netz fün­dig.

Und nun al­so „die klei­ne Rau­pe Nim­mer­satt“, pas­send zum De­sign des Rocks, denn das Kin­der­buch des deutsch-ame­ri­ka­ni­schen Kin­der­buch­au­tors und -il­lus­tra­tors Eric Car­le wur­de schon 1969 ver­öf­fent­licht. Ver­mut­lich ist es DAS Buch, das al­le Ge­ne­ra­tio­nen eint, so ähn­lich wie frü­her die Grimm'schen Mär­chen.

Der Rock ist leider schon ein My zu eng für das gro­ße Fräu­lein, hier hat die Tan­te ge­schla­fen. Aber er ist per­fekt für die Lüt­te. Das gro­ße Fräu­lein, ein we­nig un­di­plo­ma­tisch: „Das ist per­fekt, die isst ja so gern und auch viel! Ist ja selbst ei­ne Rau­pe Nim­mer­satt!“

Zum Glück hat die Be­trof­fe­ne sehr viel Hu­mor. Wir ha­ben uns schief­ge­lacht, wir drei.

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Fo­tos: C.E.