Freitag, 24. Juli 2026

Bonjour

... und herz­lich will­kom­men! Als erfahrene Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin („se­nior in­ter­pr­eter“) und Über­set­ze­rin bin ich seit 20 Jah­ren in Deutsch­land, Frank­reich und in an­de­ren Län­dern Eu­ro­pas tä­tig — meist mit Fran­zö­sisch und Deutsch als Ar­beits- und Ziel­spra­che. Als Teil ei­nes Netz­werks kann ich Ih­nen auch bei der Su­che nach Un­ter­stüt­zung in an­de­ren Spra­chen hel­fen.

Grüne Jalousien, Treppe, Pflanzen
Alte Jalousien
Sie su­chen Kom­mu­ni­ka­tions­pro­fis fürs Dol­met­schen oder für Schrif­tl­iches? Nach vie­len Jah­ren in Frank­reich und dem ein­schlä­gi­gen aka­de­mi­schen Stu­dium sitze ich in der Fran­zö­sisch­ka­bi­ne. Schrift­lich ar­bei­te ich ins Deut­sche, auch aus dem Eng­li­schen.

Allein oder im Team be­glei­te ich De­le­ga­tio­nen, dol­met­sche auf Kon­fe­ren­zen, in Mi­nis­te­rien, Bot­schaf­ten oder am Film­set ... für Po­li­tik, Un­ter­neh­men und Pri­vat­leu­te.

Schwer­punk­te: Ak­tu­el­les, In­dus­trie, Wirt­schaft, Kul­tur, Ag­rar, Krea­ti­ves, Ur­ba­nis­mus und Bau, Ener­gie, Me­dien so­wie Ki­no: Ex­po­sé, Dreh­buch, Pro­duk­tions­dos­sier, Pres­se­heft. Im ers­ten Be­rufs­le­ben war ich Jour­na­lis­tin, bie­te auch Text­ar­beit an­, und zwar mit dem größ­ten Ver­gnü­gen.

Mit ei­ner ers­ten Kon­takt­mail an caroline@adazylla.de kön­nen Sie ei­nen te­le­fo­ni­schen Be­ra­tungs­ter­min ver­ein­ba­ren, um Ih­ren Be­darf ab­zu­klä­ren. (Ich ant­wor­te in­ner­halb von we­ni­gen Stun­den, ma­xi­mal zwölf.)

Ich bie­te an: Si­mul­tan- (fast zeit­gleich), Kon­se­ku­tiv- (zeit­ver­setzt), Flüs­ter- und Be­gleit­dol­met­schen, Büh­nen­dol­met­schen, Spre­ch­ein­sät­ze (Ton­auf­nah­men), Dia­log­Coa­ching für Film und Büh­ne, Fern­dol­met­schen.

Dol­met­schen lebt von Fach­kom­pe­tenz, Hin­ter­grund­wis­sen und Er­fah­rung. Ger­ne bin ich Ih­re Brü­cke zwi­schen der deutsch- und fran­zö­sisch­spra­chi­gen Welt — fle­xi­bel und punkt­ge­nau! Vor Ort oder mit On­line-Ex­per­ti­se: Mein Ein­satz ga­ran­tiert Ih­nen Ver­ständ­lich­keit oh­ne Miss­ver­ständ­nis­se.

Doch ge­na­u­so gern un­ter­stüt­ze ich klei­ne­re In­iti­a­ti­ven, per­sön­li­che Be­geg­nun­gen oder punk­tu­el­le Ein­sät­ze, denn auch bei die­sen sind Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, gu­te Vor­be­rei­tung und ei­ne aus­ge­bil­de­te Stim­me ge­fragt.

Jetzt pla­nen — Er­folg si­chern!
Dol­met­schen ist mehr als Spra­che: Prä­zi­si­on, Kon­text, Wis­sen um Sprech­ab­sich­ten, Hin­ter­grund, Takt­ge­fühl und Er­fah­rung. Si­chern Sie sich mei­ne oder un­se­re pro­fes­sio­nel­le Un­ter­stüt­zung!

Herz­li­che Grü­ße,
Ca­ro­li­ne Eli­as

P.S.: Wir sind nicht nur Sprach­ar­bei­te­rin­nen und Sprach­ar­bei­ter, son­dern be­ob­ach­ten auch die Welt. Hier dür­fen Sie in mei­nem Ar­beits­ta­ge­buch mit­le­sen. Die­se Sei­te ist für das Web­la­y­out op­ti­miert, sonst dro­hen Text­pas­sa­gen hin­ter den Fo­tos zu ver­schwin­den.

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Fo­to: C.E.

Dienstag, 21. Juli 2026

Sprechen und hören

Bon­jour, bien­ve­nue, wel­come! Hier bloggt eine Über­set­zer­in und Dol­met­scher­in für Französisch (und aus dem Englischen). Die Spra­chen sind nur die hal­be Mie­te. Das äußer­liche Auf­tre­ten hilft bei der Selbst­über­zeu­gung.

Letz­ter Ein­satz des Jah­res, hoch­ka­rä­tig be­setzt, vor aus­ver­kauf­ten Rän­gen und live ge­streamt: Der Puls steigt. Einen sol­chen Ein­satz hat­te ich lange nicht mehr ... wegen An­ge­hö­ri­gen­pfle­ge I, Co­ro­na­zeit, Long Co­vid, Uk­rai­ne­kri­se, An­ge­hö­ri­gen­pfle­ge II und Um­satz­ein­bruch we­gen der KI (die nicht dol­met­schen kann).

Also stellt sich un­nö­ti­ger­wei­se mal wie­der Lam­pen­fie­ber ein.

Ich weiß, dass mir Ad­re­na­lin hilft, so­lan­ge es im Rah­men bleibt. Als wäre Schlap­pi­tu­de ein An­ta­go­nist, bin ich müde, denn ei­ne abend­li­che Ge­burt­stags­par­ty in der Nach­bar­schaft ist ges­tern Abend aus­ge­u­fert, auch ha­ben wir un­nö­ti­ger­wei­se einen Nacht­club im Nach­bar­haus, also stan­den Men­schen­trau­ben vor dem Haus, bis es lang­sam wie­der hell wur­de.

Und ganz gleich, auf wel­cher Sei­te der Woh­nung ich ver­sucht ha­be, mein La­ger auf­zu­schla­gen, ich fand kaum Schlaf, erst am frü­hen Mor­gen, in Sum­me zu we­nig. Oder ha­be ich Lam­pen­fie­ber, WEIL ich mü­de bin?

Egal. In Sum­me hat es ge­klappt. Ich hö­re mir selbst zu und fin­de mich: ent­spannt, sou­ve­rän, wort­reich, sehr nah an den Aus­gangs­wor­ten, dem Duk­tus, dem Stil.

Ich be­ru­hi­ge mich also schnell wie­der. Ge­las­sen­heit in der Dol­met­scher­ka­bi­ne ha­be ich trai­niert, so wie ein ge­wis­ser Herr Paw­low sei­ne be­rühm­ten Hun­de kon­di­ti­o­niert hat. Das ist nicht un­wich­tig, denn lan­ge ha­be ich un­ter dem Hoch­stap­ler­syn­drom ge­lit­ten.

Es gibt das be­rühm­te Zi­tat fake it until you make it, wo­zu auch ge­hört, sich den äu­ßer­li­chen Er­war­tun­gen an das Auf­tre­ten ei­ner Dol­met­scher­in an­zu­pas­sen. Ich schlüp­fe mal wie­der gründ­lich in die­se Haut. Den Vor­gang ha­be ich ein­mal Da­men­wer­dung ge­nannt. Mei­ne Freun­din Bi­ne nennt es „Auf­rü­schen“, und es ist nicht oh­ne: Fri­sör, Ma­ni­kü­re, Pe­di­kü­re, An­zug, leich­tes Make-up, Per­len­ket­te, Sei­den­schal, the full mon­ty.)

Die­se leicht iro­ni­sche Dis­tan­zie­rung von mir selbst hilft, und sie ver­hilft mir zu ei­nem kla­ren Blick. (Die­ses „fake it until you make it“ klappt in mei­nem Be­ruf nur dann, wenn et­was Ta­lent, aus­rei­chend viel Wis­sen, ei­ne Men­ge Fleiß und jah­re­lan­ges Lern­po­ten­ti­al vor­han­den sind.)

Am En­de der Ver­an­stal­tung folgt ein Emp­fang mit Cham­pa­gner und Pe­tits fours. In den Haupt­stadt­krei­sen fol­gen Mut­ma­ßun­gen und Kom­men­ta­re über die Welt­la­ge und so. Wir ste­cken mit­ten in ver­schie­de­nen Kri­sen. Die Mut­ter al­ler Kri­sen scheint mir ei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Glau­b­wür­dig­keits­kri­se zu sein.

Wäh­rend ich al­so beim Emp­fang über Per­so­na­li­en nach­den­ke, drängt sich mir ein Zi­tat auf, mit dem ich schlie­ßen möch­te, es ist von In­ge­borg Bach­mann.

Die Geschichte lehrt andauernd, aber sie findet keine Schüler
Ge­se­hen in Ber­lin-Kreuz­berg



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Fo­to:
C.E.

Montag, 20. Juli 2026

Montagsschreibtisch (149)

Herz­lich will­kom­men, lie­be Le­se­rin, lie­ber Le­ser, beim ers­ten deut­schen Dol­metsch­web­log aus dem In­ne­ren der Dol­metsch­ka­bi­ne. Was uns Dol­met­scher­in­nen und Über­set­zer­in­nen (und die Her­ren im Be­ruf) tag­ein, tag­aus be­schäf­tigt, wie wir ar­bei­ten, be­schrei­be ich hier in mei­nem di­gi­ta­len Ar­beits­ta­ge­buch. Heu­te folgt die Wo­chen­über­sicht. 

Time waits for no one  and it won't wait for me

Auch die Schul­kin­der Ber­lins ha­ben jetzt Som­mer­fe­ri­en. Erst war die Stadt kurz deut­lich lee­rer, jetzt ist es wie zu­vor, aber die Ur­lau­ber:in­nen aus frem­den Län­dern er­ken­nen wir am Auf­tre­ten, der Klei­dung und den Fra­gen. Trotz­dem gibt es Ter­mi­ne.

Auf dem Schreib­tisch

❦ Kurz­ein­satz Mit­tel­stand
❦ Kos­ten­vor­an­schlä­ge für Sep­tem­ber und Ok­to­ber
❦ Vor­be­rei­tung Min­der­hei­ten an­ge­sichts der er­star­ken­den Rechts­ex­tre­men
❦ Nach­be­rei­tung


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Based in Ber­lin, I am avail­able as an in­ter­pre­ter for your va­ri­ous needs, for ex­am­ple doc­tor's ap­point­ments, city and his­to­ri­cal tours, meet­ings with law­yers, vi­sits to pub­lic au­tho­ri­ties or po­li­ce ap­point­ments (and ma­ny oth­er oc­ca­sions).

Ba­sée à Ber­lin, je peux vous ac­com­pa­gner en qua­li­té d'in­ter­prè­te pour vos dif­fé­rents be­soins, par exem­ple lors de con­sul­ta­tions mé­di­ca­les, de vi­si­tes de la vil­le ou à ca­rac­tè­re his­to­ri­que, de ren­dez-vous chez un avo­cat, au­près des au­to­ri­tés ou de la po­li­ce (et dans bien d'au­tres si­tua­tions).
 

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Bild: C.E., Zi­tat: Rol­ling Stones

Freitag, 17. Juli 2026

Moment mal! (2)

Bon­jour, hel­lo, gu­ten Tag! Den Ar­beits­all­tag einer Dol­met­scherin finden Sie auf diesen Sei­ten skiz­ziert. Meine Mut­ter­spra­che ist DE, ich arbei­te über­wie­gend als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin mit FR und EN und zwar in Ber­lin, Pa­ris, Stutt­gart und dort, wo Sie mich brau­chen! Nun heißt es am letz­ten Werk­tag: Mo­ment mal!, ein kur­zer Ein­blick in mei­nen Be­rufs­all­tag.


Innenansicht Dolmetscherkabine, das Headset liegt auf dem Tisch
Ein Blick, ein Wort, eine Frage
Oft wer­de ich ge­fragt, ob ich nach zwan­zig Jah­ren als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin nicht schon al­les ein­mal ge­hört und ob ich nicht auch ein­mal zu­en­de ge­lernt hät­te.

Das Ge­gen­teil ist rich­tig.

Viel­leicht ist das das schöns­te Ge­schenk die­ses Be­rufs: Je­de Wo­che öff­net sich ei­ne neue Welt. 

Mal geht es um Land­wirt­schaft, mal um Eu­ro­pa­po­li­tik, um Kli­ma, Ge­sund­heit, Bil­dung oder Wirt­schaft. Oft ha­be ich mich ta­ge­lang in ein The­ma ein­ge­le­sen, von dem ich we­ni­ge Wo­chen zu­vor kaum et­was wuss­te. In an­de­ren Wo­chen fri­sche ich The­men auf, fühle mich in ih­nen schon recht zu­hau­se.

Mit je­dem Ein­satz kom­men neue Be­grif­fe hin­zu, neue Men­schen und neue Per­spek­ti­ven. Manch­mal auch neue Fra­gen, auf die nie­mand ei­ne schnel­le Ant­wort hat. Ich liebe es, mich in The­men zu ver­sen­ken, in den Flow zu kom­men.

Ich glau­be, ge­nau das hält mich neu­gie­rig. Ich darf im­mer wie­der über den Tel­ler­rand schau­en, oh­ne mei­nen Be­ruf zu wech­seln.

Na­tür­lich gibt es an­stren­gen­de und auch sehr an­stren­gen­de Ta­ge, umfangreiche Vor­be­rei­tung unter Zeit­druck, weil zu viel erst fünf vor Event im Mail­post­fach war, mit lan­gen Sit­zun­gen oder frü­hen Ab­fahr­ten. Aber selbst dann gibt es oft ei­nen Mo­ment, in dem ich den­ke: Wie span­nend, dass ich das heu­te ler­nen durf­te.

Ich fin­de, Neu­gier ist ei­ne wun­der­ba­re Be­glei­te­rin. Sie macht den Ar­beits­all­tag bun­ter und hilft, auch nach vie­len Jah­ren noch mit of­fe­nen Au­gen durch die Welt zu ge­hen.

Und viel­leicht ist das gar nicht nur beim Dol­met­schen so.


P.S.: Meis­tens hilft eine Sies­ta aus dem Tief, kann auch im Bus oder im Zug pas­sie­ren. Oder aber ich geh­e für ei­ne, zwei Stun­den raus in die Na­tur.

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Gra­fik:
OpenAI

Montag, 13. Juli 2026

Montagsschreibtisch (148)

Was Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­scher ma­chen, kön­nen Sie auf die­sen Sei­ten mit­le­sen. Meine Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich arbei­te über­wie­gend mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che.

Die kon­tem­pla­ti­ve Katze
Ei­ne mei­ner Spe­zia­li­sie­run­gen ist Film: Dreh­buch, Pro­duk­tion, Her­stel­lung, Mar­ke­ting, Fes­ti­val.

Der Mon­tag nach der letz­ten vol­le­ren Ar­beits­wo­che ist der Verwal­tung ge­wid­met. Sonst auf dem Schreib­tisch für die­se Wo­che:

✗ Vo­ka­bel­lis­ten über­ar­bei­ten
✗ Zu­sam­men­fas­sung schrei­ben
✗ Stra­te­gie­über­le­gun­gen
✗ Kos­ten­vor­an­schlag
✗ Vor­be­rei­tung der kom­men­den Wo­che

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Foto: C.E. (Ar­chiv)


Sonntag, 12. Juli 2026

Ausgleich

Bon­jour & he­llo! Her­z­lich will­kom­men beim ers­ten deut­schen Dol­met­scher­web­log aus dem In­ne­ren der Dol­met­sch­ka­bi­ne und vom Über­set­ze­rin­nen­schreib­tisch. Ich bin Dol­met­scher­in für die fran­zö­si­sche Spra­che, und ich über­set­ze aus dem Fran­zö­si­schen und Eng­li­schen, meis­tens ins Deut­sche. Hier be­rich­te ich über die­ Ar­beit im Be­reich Kom­mu­ni­ka­ti­on, Kul­tur und in­ter­na­tio­na­ler Aus­tausch. Heu­te werde ich pri­vat!

Work hard, par­ty hard, das ist ei­ne Bin­se. Wir las­sen auch das Fei­ern ru­hig an­ge­hen. Ber­li­ner Som­mer sind schön, vor al­lem dank der Gär­ten und des Was­sers!

Laue Som­mer­näch­te

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Col­la­ge:
C.E.

Freitag, 10. Juli 2026

Moment mal! (1)

Bon­jour & hel­lo! Sie le­sen in einem di­gi­ta­len Ta­ge­buch aus der Spra­chen­welt. Ich über­set­ze ins Deut­sche und dol­met­sche Fran­zö­sisch ⇄ Deutsch so­wie aus dem Eng­li­schen. Neue Ru­brik, glei­cher Blog: Hier hal­te ich künf­tig die­se win­zi­gen Au­gen­blic­ke fest, in de­nen beim Dol­met­schen für ei­nen Atem­zug die Zeit still­zu­steh­en scheint: Mo­ment mal!

Innenansicht Dolmetscherkabine, das Headset liegt auf dem Tisch
Ein Blick, ein Wort, eine Frage
Der Mo­ment, um den es hier geht, ist im­mer der glei­che und nie der­sel­be: die­ser eine Wim­pern­schlag zwi­schen den Wör­tern, der ge­ra­de für je­ne sicht­bar wird, die wis­sen, des ei­ne sel­te­ne Fach­be­griff, der im Ohr an­kommt oder der Satz, der rasch aus dem Mund her­aus­schlüp­fen will.
Et­was, das vie­le gar nicht wahr­ne­hmen.

Da­zwi­schen manch­mal ein win­zi­ges Loch, ein Ein­ras­ten, ein Klick im Kopf, der Au­gen­blick der Selbst­re­fle­xi­on mit­ten im Satz, den nie­mand im Saal be­merkt, au­ßer wir Dol­met­sche­r:in­nen selbst.

Ge­nau die­se Se­kun­den samm­le ich hier ab jetzt. Kei­ne gro­ße Drama­tur­gie, kein Blitz, kein Knall, nur der Mo­ment, der sonst spur­los durch die Ka­bi­ne rauscht.

Klei­ne Ab­gren­zung, weil’s mich als Sprach­frau juckt: Der Mo­ment ist der Au­gen­blick, das kur­ze Jetzt, ge­nau das, was die­se Ru­brik meint. Das Mo­ment da­ge­gen ist et­was ganz an­de­res: ein Fak­tor, ein Um­stand, ein Be­stand­teil ei­ner grö­ße­ren Sa­che, "das ent­schei­den­de Mo­ment ei­ner Ver­hand­lung" zum Bei­spiel. Und schließ­lich gibt es noch das Mo­men­tum, das aus der Phy­sik und zu­neh­mend auch aus dem Ma­nage­ment-Sprech her­über­schwappt: Schwung, Wucht, die Kraft ei­ner Be­we­gung, die (noch) trägt.

Drei Wör­ter, die sich äh­neln, die aber nichts mit­ein­an­der zu tun ha­ben, au­ßer viel­leicht, dass ein gu­ter Mo­ment manch­mal das Mo­men­tum ei­nes gan­zen Ge­sprächs kip­pen kann.

Am Frei­tag, dem meist­ge­buch­ten Tag der Wo­che, wird die­se Ru­brik lan­den, mein klei­ner Auf­ruf zum In­ne­hal­ten. Nicht, weil dann schon das Wo­chen­end­ru­he aus­bre­chen wür­de, son­dern weil ge­ra­de dann, mit­ten im dich­tes­ten Pro­gramm, sich die­ser Mo­ment am häu­figs­ten ein­stellt.

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Gra­fik:
OpenAI

Donnerstag, 9. Juli 2026

Museum der Wörter (48)

Will­kom­men bei mei­nem Blog aus der Ar­beits­welt der Spra­chen. Wie Dol­met­scher und Über­set­zer ar­beiten (und auch wir Frauen im Beruf, die wir in der Mehrzahl sind), ist oft nicht so ge­nau be­kannt. Zum Be­ruf gehört auch, dass wir uns stän­dig Ge­dan­ken über die Ar­beits­mit­tel machen, über Tech­nik, na­tür­lich, aber auch über die Wör­ter.

Der Piep­matz­ra­batz im Hof­gar­ten des heu­ti­gen Tages ist Krä­hen­krä­hen. Mut­ter­krä­he und Va­ter­krä­he rufen alle drei bis 20 Se­kun­den ihre Klei­nen, die am Pflanz­tisch unter einem Baum und am Kom­post­hau­fen am Boden hocken. Das Wort des Tages ist des­halb:

              
             
Äst­ling

Sprung: Am Morgen in die Uni­ver­si­tät eilen, wis­sen­schaft­li­cher Aus­tausch. An­schlie­ßend rette ich mich in den Hof der alten Staats­bi­bli­o­thek, will meine täg­li­che Stunde Buch­lek­tü­re hier ab­sol­vie­ren, aber der Wind ist gar­stig und kalt. Schnell nach­hau­se und in unseren wun­der­schö­nen Hof­gar­ten am May­bach­ufer wech­seln.

Dort sitze ich, höre die Kräh­lein, ab und zu stürzt eine der gro­ßen Kräh­en vom Him­mel, die Klei­nen be­grü­ßen es ru­fend, eins be­kommt ei­nen Re­gen­wurm in den Schna­bel ge­stopft, das Klein­krä­hen­krä­hen wird zum Klein­krä­hen­kräh­ge­gur­gel, es gurgelt den Gür­tel­wurm runter, wäh­rend sich der El­tern­vo­gel wieder in si­che­re Höhen auf­schwingt. Die Flug­ver­su­che der Mi­nis hat trotz län­ge­ren An­sit­zens aus re­spekt­vol­ler Ent­fer­nung nie­mand von uns ge­se­hen.

Hinterhofzoo

Und dann kommt die Text­nach­richt, die aus die­sem Pos­ting einen Bei­trag im Mu­se­um der Wör­ter macht. Danke, An­na!

Es ha­ben be­stimmt schon ei­ni­ge mit­be­kom­men, dass wir zwei Äst­lin­ge im Hof ha­ben. Nur zur Info: Die brauchen un­ge­fähr eine Woche, bis sie flie­gen kön­nen, bis da­hin le­ben sie am Bo­den und wer­den von den Eltern ge­füt­tert und be­schützt.

Bitte nicht an­fas­sen, und nehmt die Hund­e an die Lei­ne und ver­scheucht die Kat­zen, falls die doch mal rü­ber­kom­men. Und vor allen Dingen er­schreckt Euch nicht, wenn die Elt­ern die Äst­lin­ge ver­tei­di­gen.
Das könn­te sich sonst auf Eu­re Fri­sur aus­wir­ken. :)

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Fo­tos: C.E.