Donnerstag, 3. September 2026

BONJOUR · GUTEN TAG ...

... und herz­lich will­kom­men! Mein Na­me ist Ca­ro­li­ne Eli­as, lang­jäh­rig er­fah­re­ne Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin für Deutsch und Fran­zö­sisch in Ber­lin.

Sie su­chen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­fis fürs Dol­met­schen oder für schrift­li­che Ar­bei­ten? Dann sind sie hier rich­tig! Seit mehr als 20 Jah­ren ar­bei­te ich in Deutsch­land, Frank­reich und an­de­ren Län­dern Eu­ro­pas als Dol­met­sche­rin und Über­set­ze­rin, meist mit Fran­zö­sisch und Deutsch als Ar­beits- und Ziel­spra­chen. 

Grüne Jalousien, Treppe, Pflanzen
Bienvenue !

Als Teil ei­nes Netz­werks kann ich Ih­nen auch bei der Su­che nach pro­fes­sio­nel­ler Un­ter­stüt­zung in an­de­ren Spra­chen hel­fen.

Nach vie­len Jah­ren in Frank­reich und ei­nem ein­schlä­gi­gen aka­de­mi­schen Stu­dium ar­bei­te ich vor al­lem als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin für fran­zö­sisch­spra­chi­ge Ver­an­stal­tun­gen und De­le­ga­tio­nen. Schrift­lich ar­bei­te ich ins Deut­sche, auch aus dem Eng­li­schen.

Al­lein oder im Team be­glei­te ich De­le­ga­tio­nen und dol­met­sche auf Kon­fe­ren­zen, in Mi­nis­te­rien, Bot­schaf­ten und Un­ter­neh­men so­wie am Film­set. Ich ar­bei­te für Po­li­tik und Di­plo­ma­tie, Wirt­schaft und In­dus­trie, Kul­tur und Me­dien und für Pri­vat­kun­den.

Schwer­punk­te: Ak­tu­el­les, Po­li­tik, Di­plo­ma­tie, In­dus­trie und Wirt­schaft, Kul­tur, Film und Me­dien, Ag­rar­wirt­schaft und Land­wirt­schaft, Krea­ti­ves, Ur­ba­nis­mus und Ar­chi­tek­tur, Bau, Ener­gie und Nach­hal­tig­keit.

Im ers­ten Be­rufs­le­ben war ich Jour­na­lis­tin. Des­halb bie­te ich auch Text­ar­beit, Re­dak­ti­on und Re­cher­che an — mit gro­ßem Ver­gnü­gen.

Dol­met­sch­leis­tun­gen: Si­mul­tan­dol­met­schen, Kon­se­ku­tiv­dol­met­schen, Flüs­ter­dol­met­schen und Be­gleit­dol­met­schen, De­le­ga­ti­ons­be­glei­tung, Büh­nen­dol­met­schen und Spre­ch­ein­sät­ze für Ton­auf­nah­men. Hin­zu kom­men Dia­log­Coa­ching für Film und Büh­ne so­wie Fern­dol­met­schen.

Über­set­zung und Text­ar­beit: Über­set­zun­gen ins Deut­sche, un­ter an­de­rem von Dreh­bü­chern, Expo­sés, Pro­duk­ti­ons­dos­siers, Pres­se­hef­ten, Web­sei­ten und Pro­jekt­tex­ten. Auch Re­dak­ti­on, Re­cher­che und sprach­li­che Be­ar­bei­tung ge­hö­ren zu mei­nem An­ge­bot.

Dol­met­schen lebt von Fach­kom­pe­tenz, Hin­ter­grund­wis­sen und Er­fah­rung. Ge­rne bin ich Ih­re Brü­cke zwi­schen der deutsch- und fran­zö­sisch­spra­chi­gen Welt — fle­xi­bel und punkt­ge­nau. Vor Ort oder on­line: Ich sor­ge da­für, dass In­hal­te, Zu­sam­men­hän­ge und Sprech­ab­sich­ten ver­ständ­lich und prä­zi­se an­kom­men.

Doch ge­nau­so gern un­ter­stüt­ze ich klei­ne­re In­itia­ti­ven, per­sön­li­che Be­geg­nun­gen oder punk­tu­el­le Ein­sät­ze. Auch hier sind Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, gu­te Vor­be­rei­tung und ei­ne aus­ge­bil­de­te Stim­me ge­fragt.

Jetzt pla­nen — Er­folg si­chern!
Dol­met­schen ist mehr als Spra­che: Prä­zi­si­on, Kon­text, Wis­sen um Sprech­ab­sich­ten, Hin­ter­grund, Takt­ge­fühl und Er­fah­rung. Si­chern Sie sich mei­ne oder un­se­re pro­fes­sio­nel­le Un­ter­stüt­zung.

Mit ei­ner ers­ten Kon­takt­mail an caroline@adazylla.de kön­nen Sie ei­nen te­le­fo­ni­schen Be­ra­tungs­ter­min ver­ein­ba­ren, um Ih­ren Be­darf ab­zu­klä­ren. Ich ant­wor­te in­ner­halb von we­ni­gen Stun­den, ma­xi­mal zwölf.

Herz­li­che Grü­ße,
Ca­ro­li­ne Eli­as

P.S.: Wir sind nicht nur Sprach­ar­bei­te­rin­nen und Sprach­ar­bei­ter, son­dern be­ob­ach­ten auch die Welt. Hier dür­fen Sie in mei­nem Ar­beits­ta­ge­buch mit­le­sen. Die­se Sei­te ist für das Web­la­y­out op­ti­miert, sonst dro­hen Text­pas­sa­gen hin­ter den Fo­tos zu ver­schwin­den.

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Fo­to: C.E.

Unsittliches Angebot

Was Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­scher ma­chen, ist hier im 20. Jahr Ge­gen­stand. Mit Deutsch als Mut­ter­spra­che ar­bei­te ich als Si­mul­tan­dol­met­sche­rin über­wie­gend mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch. Die Bü­ro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che. Hier ein schnel­ler Kom­men­tar zu ei­ner Mail, die nach gründ­li­cher Prü­fung lei­der kein Scam ist.

Ich be­kom­me Mail­post von ei­nem re­nom­mier­ten Ver­lag. Ich darf Pres­se­ar­ti­kel schrei­ben. Ju­bel. Da er­kennt mich je­mand: Ich schrei­be ger­ne, hab's ge­lernt, hät­te auch et­was mit­zu­tei­len.

Abgerissener Klebezettel: "... Zeiten ... "
Zeiten sind das!?
Le­se dann wei­ter: „Die Zu­sam­men­ar­beit ist für bei­de Sei­ten kos­ten­frei ... Mit Ih­rer fach­li­chen Ex­per­ti­se pro­fi­tie­ren Sie von der Reich­wei­te un­se­rer Me­di­en­mar­ke und von un­se­rer ho­hen Sicht­bar­keit! Ih­re Bei­trä­ge sind selbst­re­dend mit Ih­rem Na­men ge­kenn­zeich­net. Durch die Zu­sam­men­ar­beit kön­nen Ih­re ei­ge­nen An­ge­bo­te ei­ne bes­se­re Auf­find­bar­keit in Such­ma­schi­nen und bei So­cial Me­dia er­hal­ten.“

Die Mail ha­be ich hier aufs We­sent­li­che zu­sam­men­ge­metz­gert. Zu vie­le Re­dun­dan­zen, wie sie sich im Aus­gangs­text fin­den, le­sen sich sonst nur noch nach KI. Da­bei zi­tie­re ich doch nur.

Ich glaub's hackt!

Ich weiß nicht, wie vie­le „Ex­per­ten“ ge­ra­de sol­che Mails be­kom­men. Es sind ei­ni­ge. Das be­wusst nicht na­ment­lich ge­nann­te Print­me­di­um fin­det sich je­de Wo­che neu am Kiosk. Pres­se­or­ga­ne, die für lau ih­re Blät­ter fül­len und Au­tor:in­nen, die auf sol­che Bauch­pin­se­lei­en rein­fal­len und zu­gleich den Jour­na­lis­mus zer­stö­ren, so­was ist wirk­lich un­fass­bar.

(Un)lie­bes Me­di­um, wa­rum geht Ihr nicht gleich den ul­ti­ma­ti­ven Schritt? Au­tor:in­nen wür­den si­cher sehr ger­ne für ih­re Zu­ar­beit noch Geld zah­len! Ver­gesst das mit der Vier­ten Ge­walt im Staa­te, den Me­di­en, lasst Euch doch ein­fach kom­plett kau­fen. Dann habt Ihr noch mehr! Und ihr zer­stört wei­ter mun­ter die De­mo­kra­tie ...

Ganz gro­ßes Ki­no!

Nein.

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Bild: C.E. (Ar­chiv)

Mittwoch, 2. September 2026

Diese KI ... kann's so nie!

Kon­fe­renz­dol­met­schen ist hier im 20. Jahr Ge­gen­stand. Als Deutsch-Mut­ter­spra­chlerin ar­bei­te ich als Si­mul­tan­dol­met­sche­rin über­wie­gend ins Fran­zö­sische und aus dem Eng­lischen. Mei­ne Büro­kol­le­gin schenkt Ges­chrie­be­nem ihr wun­der­vol­les Eng­lisch. Heu­te aus ak­tu­el­lem An­lass: KI-War­nung.

AI im Muster
The ar­ti­fi­ci­alin­tel­li­gence...
... oder KI auf Deutsch ist in al­ler Mun­de. Eine Kun­din er­wägt, die Künst­li­che In­tel­li­genz (KI) auf ei­ner Kon­fe­renz in ver­schie­de­ne Spra­chen ar­bei­ten zu las­sen. Ach ja! Die KI kann man­ches: Da­ten wie­der­fin­den, Fo­tos vor­sor­tie­ren, Vo­ka­beln raus­su­chen, für die Ter­mi­no­lo­gie­ar­beit frü­he und be­son­de­re Nut­zun­gen von Be­grif­fen nach­wei­sen.
Die KI hilft in der wis­sen­schaft­li­chen For­schung und in der me­di­zi­ni­schen Diag­nos­tik.
Aber sie HILFT nur. Sie lie­fert In­fos, bei der viel falsch ist. Pro­fis ent­schei­den dann.

War­nung vor ei­nem schlech­ten Ka­lau­er: Die Künst­li­che In­tel­li­genz ist kei­ne Si­mul­tan­dol­met­sche­rin, son­dern ma­xi­mal ei­ne Si­mu­lant­dol­met­sche­rin. Da­bei klingt die Vi­si­on der Tech-Kon­zer­ne doch so ver­lo­ckend: ein Klick, ein Al­go­rith­mus im Ohr, und schon ver­stän­di­gen sich Men­schen über Sprach­gren­zen hin­weg flie­ßend, feh­ler­frei und ver­meint­lich kos­ten­güns­tig.

Denn die Tech-Nerds ver­lan­gen ca. 50 Pro­zent des­sen, was wir so ver­an­schla­gen. Da­für schnei­det die KI laut ei­ner WHO-Stu­die er­nüch­ternd ab: Je nach Spra­che er­reich­ten die ma­schi­nel­len Ver­dol­met­schun­gen Qua­li­täts­wer­te zwi­schen nur 5 und 83 Pro­zent. Die hö­he­re Zahl klingt nicht schlecht, aber oft stim­mte die Rei­hen­fol­ge der Be­grif­fe, die Zu­ord­nung der In­hal­te nicht. 

Der Ge­samt­durch­schnitt der „Dol­met­sch­leis­tun­gen“ der KI lag bei 46 Prozent; von 90 ge­tes­te­ten KI-„Ver­dol­met­schun­gen“ be­stand ge­ra­de mal ei­ne ein­zi­ge den Test. Kei­ne war frei von Be­grif­fen und Aus­sa­gen mit Re­pu­ta­ti­ons­ri­si­ko. Hier der Link zur Stu­die (über die AIIC: klick).

Wer die Rea­li­tät auf Mes­sen und Märk­ten, in­ter­na­tio­na­len Kon­fe­ren­zen, po­li­ti­schen Gip­feln oder bei hoch­ran­gi­gen Ver­hand­lun­gen kennt, durch­schaut die Il­lu­si­on schnell. Die Aus­wür­fe der KI fol­gen der Wahr­schein­lich­keits­rech­nung. Sie re­pro­du­ziert aus dem Be­stand, was ein­fach ist. Das Sen­si­ble, das Be­son­de­re und Neue, die Aus­nah­men, um die es beim Dol­met­schen meis­tens geht, fal­len da hin­ten rü­ber.

An­de­re, die sich we­ni­ger gut aus­ken­nen, schauen ver­wun­dert auf eine Ma­schi­ne, die mit atem­be­rau­ben­der Ge­schwin­dig­keit gram­ma­ti­ka­lisch glatt wir­ken­de Sät­ze aus­spuckt.

Aber da die Te­chnik selbst we­der in­tel­li­genz- noch ver­nunft­be­gabt ist, ihr Na­me lei­tet be­wusst in die Ir­re, hat sie da­bei kein ein­zi­ges Wort in­halt­lich ver­stan­den und wirk­lich ver­ar­bei­tet. Und rich­tig kri­tisch wird es im­mer dann, wenn Auf­trag­ge­ber nicht über aus­rei­chen­de Sprach­kennt­nisse ver­fü­gen, um die Qua­li­tät des KI-Aus­wurfs selbst ein­schät­zen zu kön­nen.

Die KI ar­bei­tet an der Ober­flä­che. Sie ist ein gi­gan­ti­sches Auto­com­plete-Pro­gramm. Der Un­ter­schied zwi­schen mensch­li­cher Ex­zel­lenz und ma­schi­nel­ler Wahr­schein­lich­keits­rech­nung lässt sich an et­li­chen Punk­ten fest­ma­chen.

1. Sta­tis­tik statt Ver­ste­hen

Gro­ße Sprach­mo­del­le (LLMs) be­sit­zen kein Be­wusst­sein, kein Welt­wis­sen und kei­ne kog­ni­ti­ve Em­pa­thie. Sie ana­ly­sie­ren rie­si­ge Da­ten­men­gen und be­rech­nen ma­the­ma­tisch, wel­ches Wort mit der höchs­ten Wahr­schein­lich­keit auf das vor­he­ri­ge folgt.

Mensch­li­ches Dol­met­schen ist da­ge­gen ein hoch­kom­ple­xer neu­ro­kog­ni­ti­ver Pro­zess: Wir er­fas­sen In­ten­tio­nen und Nu­an­cen, Iro­nie und Brüche, kul­tu­rel­le Sub­tex­te und an­ge­deu­te­te Zwi­schen­tö­ne in kür­zes­ter Zeit. Wir über­tra­gen Be­deu­tungen, nicht Wort­hül­len. Da­rin sind wir un­schlag­bar. Die KI merkt nicht, wenn sie lo­gi­schen Un­fug pro­du­ziert, so­lan­ge die Syn­tax stimmt.

2. Starr und oh­ne Kon­tex­t

Ein Red­ner auf ei­ner Fach­kon­fe­renz weicht vom Skript ab, nutzt ei­ne lo­ka­le Re­de­wen­dung oder macht ei­nen sub­ti­len Witz, um die Stim­mung auf­zu­lo­ckern. Ei­ne pro­fes­sio­nel­le Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin adap­tiert die­se Bot­schaft blitz­schnell für das Ziel­pub­li­kum.

Die KI schei­tert an sol­chen kul­tu­rel­len Trans­fer­leis­tun­gen. Oh­ne Kon­text­wis­sen über­trägt sie Me­ta­phern flach oder ver­liert bei schnel­len Spre­cher­wech­seln und Dia­lek­ten völ­lig den Fa­den. Was als prä­zi­ser Dis­kurs ge­dacht war, ver­kommt im di­gi­ta­len Äther zu ei­ner le­bens­lo­sen, me­cha­ni­schen Wort­wüs­te.

3. Hal­lu­zi­na­ti­onen

Wenn ei­ne KI im Un­kla­ren über den ex­ak­ten Kon­text ist, rät sie ein­fach. Wir Men­schen wür­den nach­fra­gen, und zwar vor der Ver­anst­al­tung, näm­lich dann, wenn das Vor­be­rei­tungs­ma­te­rial un­klar ist. Wir ha­ben schon man­che(n) Red­ner:in da­vor be­wahrt, bei Vor­trä­gen über ei­ge­ne Tipp­feh­ler zu stol­pern.

KI-Kri­ti­ker nen­nen die Fan­ta­sie­pro­duk­te der Ma­schi­nen be­schö­ni­gend „Hal­lu­zi­na­ti­onen“. Auf Kon­fe­renzen, in Be­hör­den oder bei Ge­richt ist der­lei schlicht ein Feh­ler mit mög­li­cher­wei­se fa­ta­len Fol­gen.

4. Haf­tung

Ge­nau die­ses blin­de Ver­trau­en in die schein­bar un­fehl­ba­re KI-Ge­ne­rie­rung hat im Früh­som­mer ein weg­wei­sen­des ju­ris­ti­sches Nach­spiel ge­habt. Mit dem Ur­teil vom 28. Mai 2026 (Az. 26 O 869/26) hat das Land­ge­richt Mün­chen I ent­schie­den, dass Google un­mit­tel­bar als Stö­rer für un­wah­re Be­haup­tun­gen haf­tet, die durch des­sen KI-Funk­ti­on („AI Over­views“) ge­ne­riert wur­den.

Das Ge­richt stell­te un­miss­ver­ständ­lich klar: Wer ei­gen­stän­dig for­mu­lier­te KI-In­hal­te als fer­ti­ge, ab­ge­schlos­se­ne Aus­sa­gen prä­sen­tiert, kann sich nicht auf das Pri­vi­leg rei­ner, haf­tungs­be­frei­ter Such­ver­mitt­lung be­ru­fen.

Kern­aus­sa­ge: Die KI er­zeugt ei­ne ei­ge­ne Ant­wort, die dem An­bie­ter recht­lich voll zu­ge­rech­net wird.

Das Ur­teil lässt sich aufs Dol­metschen über­tra­gen: Wer Ver­ant­wor­tung für hoch­ka­rä­ti­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on trägt, kann die Haf­tung für Fehl­er nicht an ei­ne Soft­ware de­le­gie­ren, die in ih­ren Nut­zungs­be­din­gun­gen jeg­li­che Haf­tung aus­schließt.

5. Fa­zit

Die KI mag für ein­fa­che Stan­dard-Tex­te à la Web­shop mit ähn­li­cher Wa­re und für den ra­schen Über­blick prak­tisch sein. Mit ech­tem Si­mul­tan­dol­met­schen oder kul­tur­sen­si­blem Über­set­zen hat das aber herz­lich we­nig zu tun.

Bei In­hal­ten, auf die es an­kommt, ge­schrie­be­nen oder ge­spro­che­nen, bei de­nen es um Re­pu­ta­ti­on, Mil­lio­nen­ver­trä­ge, di­plo­ma­ti­sche Nu­an­cen und recht­li­che Si­cher­heit geht, blei­ben wir Men­schen un­er­setz­lich. Ver­trau­en Sie lie­ber ei­ner ech­ten Dol­met­sche­rin als ei­ner pro­gram­mier­ten Si­mu­lan­tin.

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Gra­fik: pixlr.com (Zu­falls­fund)

Dienstag, 1. September 2026

Auf ein Neues!

Bon­jour, hel­lo, gu­ten Tag! Hier schreibt ei­ne Fran­zö­sisch­dol­met­sche­rin und Über­set­ze­rin mit für die fran­zö­si­sche Spra­che mehr als 20 Jah­ren Be­rufs­er­fah­rung. Als Teil ei­nes Netz­werks bin ich eu­ro­pa­weit tä­tig zu Wirt­schafts- und Kul­tur­the­men, Kli­ma und Land­wirt­schaft, um nur vier Bei­spie­le zu nen­nen.

Heute ist der 1. Sep­tem­ber. In Frank­reich ist heu­te nicht ein­fach der Mon­tag ei­nes Mo­nats mit „R“ da­rin. Heu­te ist la ren­trée. Da­rü­ber ha­be ich schon frü­her ge­schrie­ben: klick.

Mädchen mit Schultüte, Text: Mein erster Schulgang
Das Wort Schulgang ist heute vergessen

Und jähr­lich grüßt das Mur­mel­tier. Der fran­zö­si­sche Jah­res­lauf ist stär­ker durch­ge­tak­tet als dies hier­zu­lan­de der Fall ist. Denn mit die­sem Ers­ten be­ginnt in Frank­reich das neue Jahr.

In Deutsch­land be­ginnt das Jahr am 1. Ja­nu­ar und auch nur ein einziges Mal. Der Herbst be­ginnt, wenn die Son­ne über dem Äqua­tor steht. Und die Schu­le be­ginnt, wenn die Som­mer­fe­ri­en vor­bei sind.

Frank­reich hat da eine ei­ge­ne Ord­nung. La ren­trée heißt wört­lich erst ein­mal „Rück­kehr“. Das Wort be­zeich­net aber längst nicht nur die Rück­kehr der Kin­der in die Schu­le. Das Centre na­tio­nal de res­sources tex­tuelles et le­xi­ca­les nennt auch die Wie­der­auf­nah­me der Ak­ti­vi­tät ei­ner In­sti­tu­ti­on oder des ge­sell­schaft­li­chen Le­bens nach ei­ner Pau­se.

So kommt la ren­trée nicht im Sin­gu­lar, son­dern liefert uns gleich für die kom­men­den Wo­chen eine Vo­ka­bel­lis­te.
La ren­trée sco­laire: Der Schul­an­fang
La ren­trée uni­ver­si­taire: Der Se­mes­ter­be­ginn
La ren­trée po­li­tique: Das En­de der po­li­ti­schen Som­mer­pau­se
La ren­trée so­ci­ale: Die Ge­sell­schaft, die Ge­werk­schaf­ten, die Ver­bän­de und ihre Kon­flik­te mel­den sich zu­rück
La ren­trée théâ­trale: Der Be­ginn der The­a­ter­sai­son
La ren­trée lit­té­raire: Der Bü­cher­herbst mit Neu­er­schei­nun­gen und Buch­mes­se

Der Bü­cher­herbst ist in Frank­reich be­son­ders aus­ge­prägt. Zwi­schen Mit­te Au­gust und Ok­to­ber kom­men 2026, so­weit ver­mel­det, 461 Ro­ma­ne auf den fran­zö­si­schen Buch­markt, dar­un­ter 68 ers­te Ro­ma­ne, au­ßer­dem ist es die Sai­son der Li­te­ra­tur­prei­se.

Die ren­trée ist al­so kein Über­set­zungs­the­ma, sondern ein echtes Kul­tur­phä­no­men.

Für uns ist der Sep­tem­ber­an­fang ei­ne his­to­ri­sche Er­in­ne­rung und der Herbst­an­fang für Sta­tis­ti­ker. Durch die­sen Trick be­kommt die­se Jah­res­zeit ih­re kom­plet­ten Ka­len­der­mo­na­te, so las­sen sich Mo­nats­mit­tel, Nie­der­schlags­sum­men und an­de­re Kli­ma­da­ten sau­ber ver­glei­chen.

Ei­gent­lich hät­ten die Sta­tis­ti­ker ei­ni­ge Wo­chen war­ten kön­nen, wenn es schon or­dent­lich zu­ge­hen soll, und den 1. Ok­to­ber zum me­te­o­ro­lo­gi­schen Herbst­an­fang er­klä­ren, also den ers­ten vol­len Ka­len­der­mo­nat nach dem ech­ten Herbst­an­fang. Nun denn.

Auch in der Ukra­i­ne be­ginnt heu­te das neue Schul­jahr. Der 1. Sep­tem­ber ist dort der Den zna­nj, der „Tag des Wis­sens“. Schule und Schul­ein­gangs­fei­er bei Luft­alarm ma­chen den heu­ti­gen 1. Sep­tem­ber grö­ßer, und dies zum fünf­ten Mal.

Wün­schen wir den Men­schen dort ein bal­di­ges Kriegs­en­de. Und der Mensch­heit 265 Ta­ge des Wis­sens jähr­lich und eine Ab­kehr von sek­ten­ähn­li­chen, wis­sen­schafts­feind­li­chen Ge­dan­ken, die es der Po­li­tik in vie­len Ländern über­haupt erst er­mög­licht, we­sent­li­che Ent­schei­dun­gen zu Energie, Wirt­schaft und sozialer Ge­rech­tig­keit wei­ter zu ver­ta­gen.

Vive la ren­trée !

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Foto: Ar­chiv Eli­as Los­sow

Montag, 31. August 2026

Montagsschreibtisch (155)

Bonjour & hello! Den All­tag ei­ner Dol­met­scherin fin­den Sie auf den Sei­ten die­ses di­gi­ta­len Ar­beits­ta­ge­buchs skiz­ziert. Mit Deutsch als Mut­ter­spra­che, ar­bei­te ich vor al­lem als Si­mul­tan­dol­met­sche­rin für fran­zö­sisch­spra­chi­ge Kon­fe­renzen und De­le­ga­tions­rei­sen, in der Po­li­tik und bei pri­va­ten An­läs­sen; au­ßer­dem aus dem Eng­li­schen, der Ziel­spra­che mei­ner Büro­kol­le­gin, die Tex­te über­trägt.

Ver­wal­tungs­ar­beit ist klein­tei­lig
Zwei­mal tief durch­ge­at­met und schon geht der Som­mer zu­ende! Wie mei­ne Be­kann­te Hé­lène Kohl neu­lich ge­sagt hat, kann­te der Som­mer die­ses Jahr kein Som­mer­loch, was die Nach­rich­ten­la­ge an­ging.

Auch sonst war der Pau­sen­cha­rak­ter in die­ser Jah­res­zeit auch be­grenzt, was ei­ne Fol­ge de häu­fi­gen Ex­trem­wet­ter­la­gen war.

Die Herbst­sai­son kün­digt sich bis­lang nur ver­hal­ten an. Das ist seit Co­ro­na so. Ei­ner­seits schrei­ben wir hier stän­dig sehr aus­führ­li­che Kos­ten­vor­an­schlä­ge.

An­der­er­seits sind die Rück­läu­fe lei­der, an­ders als frü­her, eher be­schei­den. Seit der Pan­de­mie plant die Kund­schaft nicht mehr so lang­fris­tig wie früher. Auch se­hen wir, dass die Ver­wal­tung im­mer mehr aus­ge­la­gert wird. Wei­te­re Ver­lus­te lie­gen nach­weis­lich an der un­lau­te­ren KI-Kon­kur­renz. Die KI ist kein Dol­met­scher, auch wenn man­che Tech-Nerds das be­haup­ten. Oder wird die Bun­des­po­li­tik noch selbst­be­zo­ge­ner?

Die­se Wo­che auf dem Schreib­tisch:

We­ge aus der Kri­se
Kol­le­ge/n für ei­nen Ehe­schlie­ßungs­ter­min fin­den
Kos­ten­vor­an­schlä­ge
Viel­leicht Ihr Vor­ha­ben?

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Fo­to: Ar­chiv Elias Los­sow

Freitag, 28. August 2026

Moment mal! (6)

Bon­jour, hel­lo gu­ten Tag! Im 20. Jahr be­schrei­be ich, Ca­ro­li­ne Eli­as, hier mein Le­ben als frei­be­ruf­li­che Kon­fe­renz­dol­met­scherin für Fran­zö­sisch, Deutsch (und aus der eng­li­schen Spra­che) in Ber­lin. Ge­mein­sam mit an­de­ren aus dem Dol­metsch­team be­glei­te ich De­le­ga­ti­ons­rei­sen, Fach­ge­sprä­che und in­ter­na­tio­na­le Be­geg­nun­gen, sit­ze da­bei sehr oft ir­gend­wo in Kon­fe­renz­dol­metsch­ka­bi­nen. Und ich rei­se oft mit der Bahn.

Der schnel­le Ein­blick
in mei­nen Be­rufs­all­tag
Ein Kind hört im Zug, wie ich auf Fran­zö­sisch te­le­fo­nie­re. Das Ge­spräch ist zu­en­de. Der klei­ne Mann, noch nicht im Grund­schul­al­ter, fragt: „Was für ei­ne Spra­che war denn das?“

Ich: „Das war Fran­zö­sisch.“ (... so ein biss­chen wie der Kom­men­tar aus der „Sen­dung mit der Maus“ ge­spro­chen).

Der Jun­ge: „Kannst du auch Deutsch?“

„Na, hörs­te doch ge­ra­de.“

„Ja. Und Ame­ri­ka­nisch?“

„Ame­ri­ka­ni­sches Eng­lisch we­ni­ger, aber Eng­lisch, ja.“

Pau­se.

„Ach so. Dann kannst du ja al­les sa­gen.“

„Nein.“

„Wa­rum nicht?“

„Weil ich nicht al­les weiß.“

Das Kind denkt kurz nach.

„Aber wenn du al­les weißt, kannst du al­les sa­gen, oder?“

(Ja, klingt lo­gisch. Ach, wenn die Welt doch nur so ein­fach wä­re.)


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Gra­fik:
KI (OpenAI)

Donnerstag, 27. August 2026

Herbstfarben

Hal­lo, hier kön­nen Sie im 20. Jahr Epi­so­den aus dem Ar­beits­all­tag ei­ner Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin mit Mut­ter­spra­che Deutsch le­sen. Meis­tens ar­bei­te ich als Fran­zö­sisch­dol­met­sche­rin, aber auch aus dem Eng­li­schen ins Fran­zö­si­sche und schrift­lich ins Deut­sche. Die Ar­beit ist an­stren­gend. Um­so wich­ti­ger ist gu­te Er­ho­lung: Nicht­stun ... oder et­was kom­plett an­de­res!

Stof­fe in leuch­ten­den und ge­deck­ten Far­ben, Klei­der
Erste Ideen
Nach Ta­gen mit in­tel­lek­tu­el­len Her­aus­for­de­run­gen er­ho­le ich mich mit Up­cy­cling. Bei der Haus­halts­auf­lö­sung der Mut­ter ei­ner Freun­din fie­len zwei Klei­der für mich ab. Sie sind mir zu groß, die Far­ben pas­sen nicht, aber sie sind aus gu­ter, nicht zu schwe­re Baum­wol­le.

Die Aus­gangs­schnit­te ha­ben Po­ten­zi­al. Zum Glück durf­te ich in der Schu­le Nä­hen ler­nen.

Bei­de Klei­der wer­de ich fär­ben. Ich lie­be be­son­ders Na­turtöne, zum Bei­spiel ein dunk­les, war­mes Oli­v­grün, pas­send zu mei­nem Teint. Ich mag auch die Mo­de der Twen­ties.
Ei­nes der Klei­der hat prompt ei­ne sehr tie­fe „Taille“.

Pro Kleid wer­de ich ver­mut­lich nur vier bis sechs Näh­te än­dern müs­sen, in ei­nem Fall Ta­schen weg­neh­men, die Ta­schen­klap­pen aber ste­hen­las­sen, au­ßer­dem neue Knöp­fe dran­nä­hen. Für die Knöp­fe wer­de ich auf Na­tur­ma­te­ri­ali­en zu­rück­grei­fen, auf we­nig Auf­fäl­li­ges, und mich bei der Fir­ma Paul Knopf be­ra­ten las­sen.

Ei­ne Freun­din, Kos­tüm­bild­ne­rin beim Film, hilft beim Up­cy­cling-Pro­jekt. Zu­nächst lie­fert sie „Vi­su­als“. Das hilft schon mal wei­ter. Wir mes­sen al­les Mög­li­che aus, Wei­te, Län­ge, sie steckt ab, ich nä­he. Fürs Um­fär­ben erwägen wir Dun­kel­grün, Tan­nen­grün, Oliv­grün oder Rost­rot, um die zu grel­len Farb­tö­ne zu über­fär­ben und ein span­nen­des Ge­samt­er­geb­nis zu be­kom­men. Wir über­le­gen, was wie aus­se­hen wird und möch­ten am En­de nur ei­nen Fär­be­gang ma­chen. Die fi­na­le Ent­schei­dung steht noch aus. Es wird spät­som­mer­lich bis herbst­lich wer­den.

Das ei­ne Kleid hat ei­nen zeit­lo­sen Schnitt, das an­de­re soll ein Ta­ges­kleid im Stil der 1920er wer­den. In der Kern­zeit der Twen­ties, ca. 1922–1928, lag der Saum et­wa ei­ne Hand­breit un­ter dem Knie. Das be­kom­men wir mit dem vor­han­de­nen Stoff nur knapp hin. In bei­den Fäl­len fehlt Stoff für Är­mel. Auch wenn wir in der Wei­te et­li­che Zen­ti­me­ter her­aus­neh­men, so kann ich ma­xi­mal Gür­tel dar­aus nä­hen.

Ich wer­de ei­ne Art „Jum­per Dress“ (Trä­ger­kleid) dar­aus ma­chen, bei küh­ler Wit­te­rung ein Shirt oder ei­ne Blu­se drun­ter­zie­hen und es so schnei­den, dass ich es im Hoch­som­mer auch kurz­ärmlig tra­gen kann. Das Kleid mit Hemd­blu­sen­cha­rak­ter be­kommt ei­nen au­ßer­ge­wöhn­li­chen Aus­schnitt ver­passt.

Es wird span­nend.

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Gra­fik: Adeline (en­co­re mer­ci beau­coup !)

Mittwoch, 26. August 2026

Die nette Apo­ka­lypse

Bon­jour & he­llo! Her­zlich will­kom­men beim ers­ten deut­schen Dol­met­scher­web­log aus dem In­ne­ren der Dol­metsch­ka­bi­ne. Ich bin Dol­met­scher­in für die fran­zö­si­sche Spra­che, und ich über­set­ze auch (auch aus dem Eng­li­schen und meis­tens ins Deut­sche). Auf die­sen Sei­ten be­rich­te ich über die­se Ar­beit im Be­reich Kom­mu­ni­ka­ti­on, Kul­tur und in­ter­na­tio­na­ler Aus­tausch. Heu­te: KI-Mitt­woch.

Die KI-Gran­den spre­chen mit er­staun­li­cher Ge­las­sen­heit da­von, mit wel­cher Wahr­schein­lich­keit ihre Er­fin­dung die Mensch­heit aus­lö­schen oder sie dauer­haft ent­mach­ten wird. Sie schät­zen die Ge­fahr auf et­was zwi­schen 25 und 50 Pro­zent ein.

Nie­mand wür­de in ein Flug­zeug ein­stei­gen, das mit der Wahr­schein­lich­keit von 25 bis 50 Pro­zent ab­stür­zen wird. Hier aber lau­tet der Re­frain: „Kein Grund zur Pa­nik! Fas­ten seat­belt! Auf zur nächs­ten Run­de!“

... und (fast) al­le se­hen das Prob­lem!
Die Ge­men­ge­la­ge er­weist sich als fast nied­lich, wenn wir be­denk­en, WER hier am Werk ist: Die mehr als 3.000 Mil­li­ar­dä­re der Welt besit­zen inzwi­schen 18,3 Bil­lio­nen Dol­lar, wäh­rend die ärmere Hälf­te der Mensch­heit weni­ger besitzt als die zwölf reichs­ten Män­ner zusam­men. In der Spit­zen­grup­pe der Überreichen fin­den sich Tech-Män­ner — und nicht eine Frau.

Diese Her­ren ser­vie­ren uns ein Ar­gu­ment, das ich eine Beru­hi­gungs­pil­le nen­ne: Sie be­haup­ten, dass Ar­beit künf­tig optio­nal wer­den kön­ne, da Maschi­nen für uns ar­bei­ten wür­den. Und da­mit nie­mand in Pa­nik ver­fällt, wird hin­ter­her­ge­scho­ben, dass jed­er Mensch ein üppi­ges Grund­ein­kom­men be­kom­men wer­de.

Ach, wie über­aus beru­hi­gend!

Nur: Wenn die­se Her­ren wirk­lich so sehr am Wohl­er­ge­hen der Mensch­heit inter­es­siert wä­ren, wa­rum ma­chen sie nicht heu­te schon et­was? Sie könn­ten längst einen be­trächt­li­chen Teil ih­res Ver­mö­gens und ih­res poli­ti­schen Ein­flus­ses ge­zielt da­für ein­set­zen, Hun­ger, ver­meid­ba­re Krank­hei­ten und extre­me Armut zu bekämp­fen und die Struk­tu­ren dau­er­haft zu ver­än­dern, die die­se Un­gleich­hei­ten seit Jahr­hun­der­ten pro­du­zie­ren. Das Geld da­für ha­ben sie, den Ein­fluss auch, die Tech­nik erst recht.

Statt­des­sen bau­en sie Rechen­zen­tren, die ex­trem viel Strom, Was­ser, Land und Infra­struk­tur bean­spru­chen, für de­ren Be­trieb neue Gas­kraft­wer­ke ent­ste­hen sol­len. Kurz: Die KI ist ein ast­rei­ner CO₂-Trei­ber. Ers­ter Wi­der­stand regt sich vie­ler­orts; man­che Gemein­den ver­hin­dern oder brem­sen die Pla­nung aus. (Wohl dem Land, des­sen de­mo­kra­ti­sche Struk­tu­ren funk­tio­nie­ren!) Die In­ter­na­tio­na­le Energie­agen­tur (IEA) erwar­tet, dass sich der welt­wei­te Strom­ver­brauch von Rechen­zen­tren bis 2030 etwa ver­dop­pelt.

Und auch die öko­lo­gi­schen Neben­wir­kun­gen wer­den unter­sucht: Lärm, Licht, elek­tro­ma­gne­ti­sche Fel­der, Was­ser­ver­brauch sowie die Fra­ge, was sol­che Anla­gen mit den Öko­sys­te­men ma­chen, in die sie ge­stellt wer­den. Bei Bie­nen gibt es bereits Hin­wei­se auf Beein­träch­ti­gun­gen der wert­vol­len Ar­beit der Be­stäu­ber durch Re­chen­zen­tren; der direk­te Nach­weis steht aller­dings noch aus.

Die ei­gent­li­che Zu­kunfts­vi­sion muss eine an­de­re sein: nicht Ma­schi­nen­herr­schaft mit Grund­ein­kom­men, son­dern Men­schen­herr­schaft über die Ma­schi­nen. Denn wir sind die Mehr­heit, wir ha­ben Stimm­recht, wir kön­nen NEIN sa­gen, wenn unse­re Land­schaf­ten, unser Was­ser, unser Strom und un­se­re Le­bens­zeit für die nächs­te Bil­lio­närs­phan­ta­sie drauf­ge­hen sol­len.

Wir müs­sen nicht bei den dys­to­pi­schen Bil­dern und den lee­ren Ver­spre­chen der Tech-Bros ste­hen blei­ben. Es gibt vie­le po­si­ti­ve Bil­der ei­ner le­bens­wer­ten Zu­kunft, die wir ent­wic­keln und ver­brei­ten dür­fen. Das mit der Ver­brei­tung ist ei­ne Fra­ge der Kom­mu­ni­ka­tion. Die mensch­li­che Psy­che zieht lei­der Ne­ga­tiv­mel­dun­gen vor. Wir sind eine Spe­zies, de­ren Psy­che noch auf dem Stand der Höh­len­be­woh­ner funk­tio­niert. Da­mals war es über­le­bens­wich­tig, Ge­fah­ren schnell zu er­ken­nen.

Chan­cen ha­ben es schwe­rer. Da­bei gibt es star­ke Bil­der ei­ner an­de­ren Zu­kunft: Schwamm­städ­te, Agro­forst­wirt­schaft, re­gio­nal an­ge­pass­tes Saat­gut, Markt­gärt­ne­rei­en, Hu­mus­auf­bau, na­tür­li­che Wäl­der, Was­ser­land­schaf­ten, ge­sun­de Bö­den und Le­bens­mit­tel. Ge­nos­sen­schaft­li­ches Bau­en, Holz, Lehm und ge­sun­de Bau­stof­fe, Mit­be­stim­mung, De­mo­kra­tie und Bil­dung mit Kopf, Hän­den und dem Bo­den un­ter den Fü­ßen.

High­tech wird da­zu­ge­hö­ren, wenn sie uns hilft, Zu­sam­men­hän­ge zu ver­ste­hen, statt sie zu zer­stö­ren, wenn sie beim Mes­sen und Ana­ly­sie­ren und In­for­mie­ren hilft.

Die Na­tur ist kom­ple­xer, als wir den­ken; sie ist so kom­plex, dass wir sie noch nicht ver­ste­hen. Auf dem Mars ist der Bo­den tot. Hier ist al­les mit al­lem ver­bun­den und wir sind ihre Schü­ler. Wir wis­sen viel, aber längst nicht ge­nug. Wir sind al­le Lehr­lin­ge. Nur eins ist klar: Wir Men­schen sind Teil der Na­tur. Au­ßer­halb ei­ner ge­sun­den Na­tur kön­nen wir nicht über­le­ben.

Die Welt ge­hört uns nicht, wir ge­hö­ren zu ihr. Uto­pie statt Apo­ka­lyp­se, lau­tet die Pa­ro­le. In­ner­halb der nächs­ten Ta­ge folgt da­zu mehr.


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Gra­fik: C.E. (mit al­ten Mit­teln plus Pho­to­shop)

Montag, 24. August 2026

Montagsschreibtisch (154)

Was Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­scher ma­chen, kön­nen Sie auf die­sen Sei­ten mit­le­sen. Meine Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich arbei­te als Si­mul­tan­dol­met­sche­rin über­wie­gend mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che. Mon­tags schau­en wir auf mei­nen Schreib­tisch.

Fenster, Tisch, Laptop mit Erhöhung
Am Schreib­tisch quer durchs Land
Mein Ar­beits­platz ist an die­sem Wo­chen­an­fang wie­der in Be­we­gung! Ich sit­ze re­gel­mä­ßig im Zug, für die Ar­beit und für An­ge­hö­ri­gen­pfle­ge, die mich zur Pend­le­rin macht.

Die­se Wo­che auf dem Schreib­tisch
(wie­der in Ber­lin):
❦ ein An­ge­bot schrei­ben (Kon­fe­renz)
❦ Un­ter­ti­tel kor­rek­tur­le­sen
❦ Al­te Le­xi­ken ab­hef­ten
❦ Kom­men­de Ter­mi­ne in den Ka­len­der ein­tra­gen
❦ Ihr Ter­min viel­leicht?

Da­mit ich über­all er­go­no­misch ar­bei­ten kann, habe ich ein Hilfs­mit­tel. Es ist eben­so so ge­ni­al wie ein­fach.

Im De­tail: Es ist leicht, prak­tisch, rei­se­taug­lich und ich nut­ze es re­gel­mä­ßig. Eben­so re­gel­mä­ßig spre­chen mich Mit­rei­sen­de im Zug auf mei­ne Bü­ro­tech­nik an.

Das Ac­ces­soire ist low tech im wahr­sten Sin­ne des Wor­tes, beim Ge­wicht an­ge­fan­gen: Laut mei­ner et­was gröb­lich mes­sen­den al­ten Kü­chen­waa­ge wiegt das Teil 150 Gramm. Die­se Com­pu­ter­er­hö­hung be­schert mit eins, zwei, fix eine gute Ar­beits­hö­he für die Tas­ta­tur so­wie die Min­dest­hö­he für den aus­ge­klapp­ten Mo­ni­tor, in­dem sie den Lap­top um 15 Grad kippt. Das ist nicht nur im Zug prak­tisch, son­dern auch am ei­ge­nen Schreib­tisch oder in der Dol­metsch­ka­bi­ne auf Kon­fe­ren­zen.

Der Stän­der ist nach­hal­tig, weil aus eu­ro­päi­schem Bu­chen­holz ge­fer­tigt und mit ei­ner ein­fa­chen Kreuz­über­blat­tung (so heißt das wirk­lich!), die die­sen ra­schen Auf- und Ab­bau er­mög­licht. Sonst rei­sen die bei­den „Ar­me“ flach­ge­legt in der Com­pu­ter­ta­sche mit.

Im Som­mer noch da­zu ul­tra­prak­tisch: Der Rech­ner hängt in der Luft, die Lüf­tung setzt sel­te­ner ein, denn der Stän­der wirkt als Über­hit­zungs­schutz. Ein­mal hat im Zug ein Mann sei­nen Kaf­fee ver­schüt­tet, die Mit­rei­sen­den ris­sen pa­nisch ih­re Lap­tops hoch, ich konn­te ge­las­se­ner re­agie­ren, denn die Kaf­fee­pfüt­ze hat nur die Fü­ße des Stän­ders be­netzt.

Wenn mich Mit­rei­sen­de nach dem Teil fra­gen, sa­ge ich kurz: „Wer­be­pau­se!“, er­klä­re, dass jetzt kei­ne be­zahl­te Wer­bung folgt, und wo die­ses Teil zu be­kom­men ist. Auch das hier ist kei­ne be­zahl­te Wer­be­un­ter­bre­chung. Die Fir­ma stood.it ist ei­ne ber­li­nisch-ita­lie­ni­sche Ko­pro­duk­ti­on. Ent­deckt ha­be ich sie vor län­ge­rer Zeit auf dem Kunst­markt in Ber­lin-Mit­te.

Details: Laptop mit Erhöhung
Die Er­hö­hung von stood.it
In­zwi­schen las­sen sich die Stän­der (die es auch für kom­pak­te­re Klapp­rech­ner und an­de­re Ge­rät­schaf­ten gibt) be­quem im Netz be­stel­len: Link. Wer et­was aus Me­tall sucht, wird bei Cy­ber­port oder Kauf­land fün­dig. Letz­te­res ent­wi­ckelt sich üb­ri­gens zu ei­nem Ein­kaufs­por­tal, ähn­lich dem Gi­gan­ten mit dem gro­ßen A., den kri­ti­sche Men­schen in­zwi­schen so oft wie es geht ver­mei­den (weil er Ar­beits­schutz, Ge­werk­schaf­ten und Steu­er­zah­lun­gen ver­mei­det).

Die Her­stel­ler von stood.it ge­ben Men­gen­ra­bat­te bei Groß­be­stel­lun­gen mit Fir­men­lo­go­prä­gung. Ich emp­feh­le die­se Tei­le als Prä­sent zum Jah­res­en­de. In vier Mo­na­ten plus ei­ni­gen Ta­gen be­ginnt das neue Jahr!

Vo­ka­bel­no­tiz
Kreuz­über­blat­tung — en­tail­le en croix, en­four­che­ment/en­tail­le croi­sée, as­sem­bla­ge à mi-bois en croix
die Bu­che — le hêtre


Dis­clai­mer

Ein­mal hat sich bei uns ein Gast auf ei­nen der Stän­der drauf­ge­setzt, der vom So­fa­rü­cken auf die Sitz­flä­che und ir­gend­wie un­ter ein Kis­sen ge­rutscht war. „Krack!“, das war's. Bei stood.it nach­be­stellt, und da ich schon ei­ni­ge Tei­le zum Ver­schen­ken ge­kauft und mein Ma­leur be­rich­tet ha­be, war die Fir­ma me­ga­ku­lant und hat mir spon­tan ei­nen Stän­der gra­tis zu­ge­schickt. Da­zu er­neut vie­len Dank! Den ka­put­ten Stän­der­arm ha­ben wir tat­säch­lich kom­pos­tiert.

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Fo­tos: C.E.