Mittwoch, 29. Juli 2026

Bonjour

... und herz­lich will­kom­men! Als erfahrene Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin („se­nior in­ter­pr­eter“) und Über­set­ze­rin bin ich seit 20 Jah­ren in Deutsch­land, Frank­reich und in an­de­ren Län­dern Eu­ro­pas tä­tig — meist mit Fran­zö­sisch und Deutsch als Ar­beits- und Ziel­spra­che. Als Teil ei­nes Netz­werks kann ich Ih­nen auch bei der Su­che nach Un­ter­stüt­zung in an­de­ren Spra­chen hel­fen.

Grüne Jalousien, Treppe, Pflanzen
Alte Jalousien
Sie su­chen Kom­mu­ni­ka­tions­pro­fis fürs Dol­met­schen oder für Schrif­tl­iches? Nach vie­len Jah­ren in Frank­reich und dem ein­schlä­gi­gen aka­de­mi­schen Stu­dium sitze ich in der Fran­zö­sisch­ka­bi­ne. Schrift­lich ar­bei­te ich ins Deut­sche, auch aus dem Eng­li­schen.

Allein oder im Team be­glei­te ich De­le­ga­tio­nen, dol­met­sche auf Kon­fe­ren­zen, in Mi­nis­te­rien, Bot­schaf­ten oder am Film­set ... für Po­li­tik, Un­ter­neh­men und Pri­vat­leu­te.

Schwer­punk­te: Ak­tu­el­les, In­dus­trie, Wirt­schaft, Kul­tur, Ag­rar, Krea­ti­ves, Ur­ba­nis­mus und Bau, Ener­gie, Me­dien so­wie Ki­no: Ex­po­sé, Dreh­buch, Pro­duk­tions­dos­sier, Pres­se­heft. Im ers­ten Be­rufs­le­ben war ich Jour­na­lis­tin, bie­te auch Text­ar­beit an­, und zwar mit dem größ­ten Ver­gnü­gen.

Mit ei­ner ers­ten Kon­takt­mail an caroline@adazylla.de kön­nen Sie ei­nen te­le­fo­ni­schen Be­ra­tungs­ter­min ver­ein­ba­ren, um Ih­ren Be­darf ab­zu­klä­ren. (Ich ant­wor­te in­ner­halb von we­ni­gen Stun­den, ma­xi­mal zwölf.)

Ich bie­te an: Si­mul­tan- (fast zeit­gleich), Kon­se­ku­tiv- (zeit­ver­setzt), Flüs­ter- und Be­gleit­dol­met­schen, Büh­nen­dol­met­schen, Spre­ch­ein­sät­ze (Ton­auf­nah­men), Dia­log­Coa­ching für Film und Büh­ne, Fern­dol­met­schen.

Dol­met­schen lebt von Fach­kom­pe­tenz, Hin­ter­grund­wis­sen und Er­fah­rung. Ger­ne bin ich Ih­re Brü­cke zwi­schen der deutsch- und fran­zö­sisch­spra­chi­gen Welt — fle­xi­bel und punkt­ge­nau! Vor Ort oder mit On­line-Ex­per­ti­se: Mein Ein­satz ga­ran­tiert Ih­nen Ver­ständ­lich­keit oh­ne Miss­ver­ständ­nis­se.

Doch ge­na­u­so gern un­ter­stüt­ze ich klei­ne­re In­iti­a­ti­ven, per­sön­li­che Be­geg­nun­gen oder punk­tu­el­le Ein­sät­ze, denn auch bei die­sen sind Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, gu­te Vor­be­rei­tung und ei­ne aus­ge­bil­de­te Stim­me ge­fragt.

Jetzt pla­nen — Er­folg si­chern!
Dol­met­schen ist mehr als Spra­che: Prä­zi­si­on, Kon­text, Wis­sen um Sprech­ab­sich­ten, Hin­ter­grund, Takt­ge­fühl und Er­fah­rung. Si­chern Sie sich mei­ne oder un­se­re pro­fes­sio­nel­le Un­ter­stüt­zung!

Herz­li­che Grü­ße,
Ca­ro­li­ne Eli­as

P.S.: Wir sind nicht nur Sprach­ar­bei­te­rin­nen und Sprach­ar­bei­ter, son­dern be­ob­ach­ten auch die Welt. Hier dür­fen Sie in mei­nem Ar­beits­ta­ge­buch mit­le­sen. Die­se Sei­te ist für das Web­la­y­out op­ti­miert, sonst dro­hen Text­pas­sa­gen hin­ter den Fo­tos zu ver­schwin­den.

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Fo­to: C.E.

Die große Illusion (2)

Bon­jour & hel­lo! Hier er­hal­ten Sie Ein­blick in mei­nen All­tag aus der Spra­chen­welt. Ich über­set­ze ins Deut­sche und dol­met­sche Fran­zö­sisch ⇄ Deutsch und aus dem Eng­li­schen. Der KI-Mitt­woch ist heu­te kurz.

Das schlimms­te Vi­deo, das ich die­ser Tage ge­se­hen habe, war ein hu­ma­noi­der Ro­bo­ter, der ein Klein­kind be­treut, mit ihm mit Bau­klöt­zen spielt, ihm ein Ge­schenk bringt. Das Kind strahlt — und schaut in ei­ne ab­ge­run­de­te Me­tall­plat­te in Ge­sichts­form.

Frau im Nebel
Pers­pek­ti­ven im Ne­bel
Falls hier je­mand die Fall­hö­he nicht ver­stehen sollte: Wir Le­be­we­sen ler­nen durch Ge­füh­le, durch Kör­per- und Haut­kon­takt, durch Nach- und Mit­ma­chen, Üben und Feh­ler und mensch­li­che Rück­mel­dun­gen; das gilt für Klei­ne wie für Gro­ße, auch wenn sich die Lern­ty­pen spä­ter aus­dif­fe­ren­zie­ren.

Die­se Ro­bo­ter, so ist zu hö­ren und zu le­sen, wür­den uns künf­tig die Haus­halts­auf­ga­ben ab­neh­men, aber auch Oma, Baby und den Fa­mi­li­en­hund be­treu­en, wäh­rend wir ... bit­te was? Wir hät­ten dann Zeit, um mehr zu ar­bei­ten. Zu­gleich ra­bu­liert so man­cher der Tech-Gran­den, dass 90 Pro­zent der Ar­beits­plät­ze auf­grund der KI ver­schwin­den wür­den.
Ja, was denn nun?

Vie­le Län­der er­le­ben der­zeit dra­ma­ti­sche Tage: Feu­er gi­gan­ti­schen Aus­ma­ßes ver­zeh­ren Wäl­der und Ort­schaf­ten. Jetzt grei­fen sie nach Groß­städ­ten. Ret­ter ster­ben, Flo­ra und Fau­na wer­den ver­nich­tet. Die Bil­der sind apo­ka­lyp­tisch.

Das Kli­ma­sys­tem, in und von dem wir le­ben, wa­ckelt und bricht vor un­se­ren Au­gen teilweise zu­sam­men. Diese Ka­ta­stro­phen tre­ten frü­her ein, als von der Wis­sen­schaft be­rech­net. Es wä­ren So­fort­maß­nah­men nö­tig, welt­weit, nein: es SIND.

Die Fol­gen des Ver­bren­nens fos­si­ler Stof­fe wur­den schon pa­ral­lel zur In­du­stria­li­sie­rung be­nannt. In den 1840er-Jah­ren grün­de­ten sich in Eng­land er­ste Ver­ei­ne ge­gen den Ruß und die Luft­ver­schmut­zung in In­du­strie­städ­ten wie Man­ches­ter. Und Svan­te Arr­he­nius, ein schwe­di­scher Wis­sen­schaft­ler, leg­te im Jahr 1896 eine Stu­die vor, in der er be­schrieb, dass das Ver­bren­nens fos­si­ler En­er­gie­trä­ger zu ei­ner glo­ba­len Er­wär­mung füh­ren wird (all­er­dings oh­ne die Ge­fah­ren im Blick zu ha­ben).

In den 1970er Jah­ren gab dann die Öl­in­du­strie ei­ge­ne For­schungs­ar­bei­ten in Auf­trag, sie warn­ten ein­deu­tig vor den Ri­si­ken. Die Pro­gno­sen von Ex­xon­Mo­bil aus den Jah­ren 1977 bis 2003 wa­ren, so eine Stu­die von Har­vard, „er­schre­ckend“ ge­nau. Die­se Stu­di­en wan­der­ten in den Gift­schrank, ent­war­nen­de Pa­pers wur­den ver­öf­fent­licht. Die Men­schen wähn­ten sich in Si­cher­heit. Shame on you, Wis­sen­schaft­ler, dass hier nie­mand als whis­tle blo­wer laut wur­de.

Wir ken­nen die­ses Vor­ge­hen von der Ta­bak­in­du­strie. Es hat Jahr­zehn­te ge­braucht, bis die se­ri­ö­sen wis­sen­schaft­li­chen Stim­men sich ge­gen ge­fälsch­te Stu­di­en durch­ge­setzt ha­ben, von de­nen ei­ni­ge so­gar die ge­sund­heit­li­chen Vor­tei­le des Rau­chens rühm­ten.

Und die­ser Tage tau­chen wun­der­ba­re Zi­ta­te der Her­ren der KI im Netz auf: In zehn Jah­ren wer­de Geld prak­tisch kei­ne Be­deu­tung mehr ha­ben, al­les kön­ne es im Über­fluss ge­ben, für jede und je­den, ich pa­ra­phra­sie­re. Ge­sagt hat das ex­akt je­ner, der als Auf­räu­mer des mäch­tigs­ten Prä­si­den­ten in Über­see die Ge­sund­heits- und Not­hil­fen für Kran­ke und Hun­gern­de in ar­men Län­dern, aber auch in ar­men Re­gio­nen des ei­ge­nen Lan­des zer­schla­gen und da­mit schon jetzt für Mil­lio­nen von To­ten ge­sorgt hat. Kei­ne Na­men, ich will nicht den Al­go­rith­mus füt­tern. Wir wis­sen al­le, wer ge­meint ist.

Die­ser Zy­ni­ker hat Blut an den Hän­den. Sei­ne Kon­sor­ten sind nicht bes­ser.

Was das Über­maß an KI im Über­maß braucht: En­er­gie, Was­ser, Flä­che. Al­so al­les, was knapp und teu­er ist und in Zei­ten der Knap­pheit die Bio­di­ver­si­tät be­droht.

Und jetzt habe ich noch nicht von ei­ner kom­plett frei­lau­fen­den KI und Ro­bo­ti­sie­rung von In­du­strie und Wirt­schaft ge­spro­chen. Die Tech-Gran­den träu­men da­von, über­all den Mehr­wert und die Ein­kom­men ab­zu­schöp­fen und am lieb­sten auch noch fort­ge­setzt kaum bis kei­ne Steu­ern zu zah­len.

Je­de(r), der ein we­nig nach­den­ken kann, sieht die Sack­gas­se.

Wir dür­fen nicht auf­ge­ben. Nicht, was das Kli­ma an­geht, die Um­welt­ver­schmut­zung und auch nicht dar­in, eth­i­sche Ge­set­ze zur KI zu for­dern, die Men­schen, ihre bio­lo­gi­schen und öko­no­mi­schen Grund­la­gen schüt­zen und die größ­ten Ver­mö­gen end­lich wie­der an den Aus­ga­ben un­se­rer Ge­sell­schaf­ten zu be­tei­li­gen.


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Fo­to: pixlr.com (Zu­falls­fund)

Montag, 27. Juli 2026

Montagsschreibtisch (150)

Hal­lo, hier fin­den Sie im 20. Jahr den Ar­beits­all­tag einer Dol­met­scherin skiz­ziert. Meine Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich arbei­te über­wie­gend mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­lische Spra­che. Som­mer ist Sau­re­gur­ken­zeit. Es gibt noch vie­le freie Ter­mi­ne!

Schreib­tisch am Was­ser
Urlaubs­zeit ist bei vielen Dol­met­sche­r:in­nen aty­pisch, bei mir dop­pelt als in Teil­zeit pfle­gen­de An­ge­hö­ri­ge.

So bin ich nicht weit ent­fernt vom Ufer­bü­ro und bei Be­darf un­ter­stüt­ze ich Sie gern.

Auf dem Mon­tags­schreib­tisch:
⊗ Kor­rek­tur­le­sen von Trans­krip­ten fürs TV
⊗ Kos­ten­vor­an­schlä­ge
⊗ Ihr Pro­jekt?

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Illu­stra­ti­on: Dal­l:e (2023), „im Stil
von Ma­tis­se“

Dienstag, 21. Juli 2026

Sprechen und hören

Bon­jour, bien­ve­nue, wel­come! Hier bloggt eine Über­set­zer­in und Dol­met­scher­in für Französisch (und aus dem Englischen). Die Spra­chen sind nur die hal­be Mie­te. Das äußer­liche Auf­tre­ten hilft bei der Selbst­über­zeu­gung.

Letz­ter Ein­satz des Jah­res, hoch­ka­rä­tig be­setzt, vor aus­ver­kauf­ten Rän­gen und live ge­streamt: Der Puls steigt. Einen sol­chen Ein­satz hat­te ich lange nicht mehr ... wegen An­ge­hö­ri­gen­pfle­ge I, Co­ro­na­zeit, Long Co­vid, Uk­rai­ne­kri­se, An­ge­hö­ri­gen­pfle­ge II und Um­satz­ein­bruch we­gen der KI (die nicht dol­met­schen kann).

Also stellt sich un­nö­ti­ger­wei­se mal wie­der Lam­pen­fie­ber ein.

Ich weiß, dass mir Ad­re­na­lin hilft, so­lan­ge es im Rah­men bleibt. Als wäre Schlap­pi­tu­de ein An­ta­go­nist, bin ich müde, denn ei­ne abend­li­che Ge­burt­stags­par­ty in der Nach­bar­schaft ist ges­tern Abend aus­ge­u­fert, auch ha­ben wir un­nö­ti­ger­wei­se einen Nacht­club im Nach­bar­haus, also stan­den Men­schen­trau­ben vor dem Haus, bis es lang­sam wie­der hell wur­de.

Und ganz gleich, auf wel­cher Sei­te der Woh­nung ich ver­sucht ha­be, mein La­ger auf­zu­schla­gen, ich fand kaum Schlaf, erst am frü­hen Mor­gen, in Sum­me zu we­nig. Oder ha­be ich Lam­pen­fie­ber, WEIL ich mü­de bin?

Egal. In Sum­me hat es ge­klappt. Ich hö­re mir selbst zu und fin­de mich: ent­spannt, sou­ve­rän, wort­reich, sehr nah an den Aus­gangs­wor­ten, dem Duk­tus, dem Stil.

Ich be­ru­hi­ge mich also schnell wie­der. Ge­las­sen­heit in der Dol­met­scher­ka­bi­ne ha­be ich trai­niert, so wie ein ge­wis­ser Herr Paw­low sei­ne be­rühm­ten Hun­de kon­di­ti­o­niert hat. Das ist nicht un­wich­tig, denn lan­ge ha­be ich un­ter dem Hoch­stap­ler­syn­drom ge­lit­ten.

Es gibt das be­rühm­te Zi­tat fake it until you make it, wo­zu auch ge­hört, sich den äu­ßer­li­chen Er­war­tun­gen an das Auf­tre­ten ei­ner Dol­met­scher­in an­zu­pas­sen. Ich schlüp­fe mal wie­der gründ­lich in die­se Haut. Den Vor­gang ha­be ich ein­mal Da­men­wer­dung ge­nannt. Mei­ne Freun­din Bi­ne nennt es „Auf­rü­schen“, und es ist nicht oh­ne: Fri­sör, Ma­ni­kü­re, Pe­di­kü­re, An­zug, leich­tes Make-up, Per­len­ket­te, Sei­den­schal, the full mon­ty.)

Die­se leicht iro­ni­sche Dis­tan­zie­rung von mir selbst hilft, und sie ver­hilft mir zu ei­nem kla­ren Blick. (Die­ses „fake it until you make it“ klappt in mei­nem Be­ruf nur dann, wenn et­was Ta­lent, aus­rei­chend viel Wis­sen, ei­ne Men­ge Fleiß und jah­re­lan­ges Lern­po­ten­ti­al vor­han­den sind.)

Am En­de der Ver­an­stal­tung folgt ein Emp­fang mit Cham­pa­gner und Pe­tits fours. In den Haupt­stadt­krei­sen fol­gen Mut­ma­ßun­gen und Kom­men­ta­re über die Welt­la­ge und so. Wir ste­cken mit­ten in ver­schie­de­nen Kri­sen. Die Mut­ter al­ler Kri­sen scheint mir ei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Glau­b­wür­dig­keits­kri­se zu sein.

Wäh­rend ich al­so beim Emp­fang über Per­so­na­li­en nach­den­ke, drängt sich mir ein Zi­tat auf, mit dem ich schlie­ßen möch­te, es ist von In­ge­borg Bach­mann.

Die Geschichte lehrt andauernd, aber sie findet keine Schüler
Ge­se­hen in Ber­lin-Kreuz­berg



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Fo­to:
C.E.

Montag, 20. Juli 2026

Montagsschreibtisch (149)

Herz­lich will­kom­men, lie­be Le­se­rin, lie­ber Le­ser, beim ers­ten deut­schen Dol­metsch­web­log aus dem In­ne­ren der Dol­metsch­ka­bi­ne. Was uns Dol­met­scher­in­nen und Über­set­zer­in­nen (und die Her­ren im Be­ruf) tag­ein, tag­aus be­schäf­tigt, wie wir ar­bei­ten, be­schrei­be ich hier in mei­nem di­gi­ta­len Ar­beits­ta­ge­buch. Heu­te folgt die Wo­chen­über­sicht. 

Time waits for no one  and it won't wait for me

Auch die Schul­kin­der Ber­lins ha­ben jetzt Som­mer­fe­ri­en. Erst war die Stadt kurz deut­lich lee­rer, jetzt ist es wie zu­vor, aber die Ur­lau­ber:in­nen aus frem­den Län­dern er­ken­nen wir am Auf­tre­ten, der Klei­dung und den Fra­gen. Trotz­dem gibt es Ter­mi­ne.

Auf dem Schreib­tisch

❦ Kurz­ein­satz Mit­tel­stand
❦ Kos­ten­vor­an­schlä­ge für Sep­tem­ber und Ok­to­ber
❦ Vor­be­rei­tung Min­der­hei­ten an­ge­sichts der er­star­ken­den Rechts­ex­tre­men
❦ Nach­be­rei­tung


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Based in Ber­lin, I am avail­able as an in­ter­pre­ter for your va­ri­ous needs, for ex­am­ple doc­tor's ap­point­ments, city and his­to­ri­cal tours, meet­ings with law­yers, vi­sits to pub­lic au­tho­ri­ties or po­li­ce ap­point­ments (and ma­ny oth­er oc­ca­sions).

Ba­sée à Ber­lin, je peux vous ac­com­pa­gner en qua­li­té d'in­ter­prè­te pour vos dif­fé­rents be­soins, par exem­ple lors de con­sul­ta­tions mé­di­ca­les, de vi­si­tes de la vil­le ou à ca­rac­tè­re his­to­ri­que, de ren­dez-vous chez un avo­cat, au­près des au­to­ri­tés ou de la po­li­ce (et dans bien d'au­tres si­tua­tions).
 

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Bild: C.E., Zi­tat: Rol­ling Stones

Freitag, 17. Juli 2026

Moment mal! (2)

Bon­jour, hel­lo, gu­ten Tag! Den Ar­beits­all­tag einer Dol­met­scherin finden Sie auf diesen Sei­ten skiz­ziert. Meine Mut­ter­spra­che ist DE, ich arbei­te über­wie­gend als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin mit FR und EN und zwar in Ber­lin, Pa­ris, Stutt­gart und dort, wo Sie mich brau­chen! Nun heißt es am letz­ten Werk­tag: Mo­ment mal!, ein kur­zer Ein­blick in mei­nen Be­rufs­all­tag.


Innenansicht Dolmetscherkabine, das Headset liegt auf dem Tisch
Ein Blick, ein Wort, eine Frage
Oft wer­de ich ge­fragt, ob ich nach zwan­zig Jah­ren als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin nicht schon al­les ein­mal ge­hört und ob ich nicht auch ein­mal zu­en­de ge­lernt hät­te.

Das Ge­gen­teil ist rich­tig.

Viel­leicht ist das das schöns­te Ge­schenk die­ses Be­rufs: Je­de Wo­che öff­net sich ei­ne neue Welt. 

Mal geht es um Land­wirt­schaft, mal um Eu­ro­pa­po­li­tik, um Kli­ma, Ge­sund­heit, Bil­dung oder Wirt­schaft. Oft ha­be ich mich ta­ge­lang in ein The­ma ein­ge­le­sen, von dem ich we­ni­ge Wo­chen zu­vor kaum et­was wuss­te. In an­de­ren Wo­chen fri­sche ich The­men auf, fühle mich in ih­nen schon recht zu­hau­se.

Mit je­dem Ein­satz kom­men neue Be­grif­fe hin­zu, neue Men­schen und neue Per­spek­ti­ven. Manch­mal auch neue Fra­gen, auf die nie­mand ei­ne schnel­le Ant­wort hat. Ich liebe es, mich in The­men zu ver­sen­ken, in den Flow zu kom­men.

Ich glau­be, ge­nau das hält mich neu­gie­rig. Ich darf im­mer wie­der über den Tel­ler­rand schau­en, oh­ne mei­nen Be­ruf zu wech­seln.

Na­tür­lich gibt es an­stren­gen­de und auch sehr an­stren­gen­de Ta­ge, umfangreiche Vor­be­rei­tung unter Zeit­druck, weil zu viel erst fünf vor Event im Mail­post­fach war, mit lan­gen Sit­zun­gen oder frü­hen Ab­fahr­ten. Aber selbst dann gibt es oft ei­nen Mo­ment, in dem ich den­ke: Wie span­nend, dass ich das heu­te ler­nen durf­te.

Ich fin­de, Neu­gier ist ei­ne wun­der­ba­re Be­glei­te­rin. Sie macht den Ar­beits­all­tag bun­ter und hilft, auch nach vie­len Jah­ren noch mit of­fe­nen Au­gen durch die Welt zu ge­hen.

Und viel­leicht ist das gar nicht nur beim Dol­met­schen so.


P.S.: Meis­tens hilft eine Sies­ta aus dem Tief, kann auch im Bus oder im Zug pas­sie­ren. Oder aber ich geh­e für ei­ne, zwei Stun­den raus in die Na­tur.

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Gra­fik:
OpenAI

Montag, 13. Juli 2026

Montagsschreibtisch (148)

Was Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­scher ma­chen, kön­nen Sie auf die­sen Sei­ten mit­le­sen. Meine Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich arbei­te über­wie­gend mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che.

Die kon­tem­pla­ti­ve Katze
Ei­ne mei­ner Spe­zia­li­sie­run­gen ist Film: Dreh­buch, Pro­duk­tion, Her­stel­lung, Mar­ke­ting, Fes­ti­val.

Der Mon­tag nach der letz­ten vol­le­ren Ar­beits­wo­che ist der Verwal­tung ge­wid­met. Sonst auf dem Schreib­tisch für die­se Wo­che:

✗ Vo­ka­bel­lis­ten über­ar­bei­ten
✗ Zu­sam­men­fas­sung schrei­ben
✗ Stra­te­gie­über­le­gun­gen
✗ Kos­ten­vor­an­schlag
✗ Vor­be­rei­tung der kom­men­den Wo­che

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Foto: C.E. (Ar­chiv)


Sonntag, 12. Juli 2026

Ausgleich

Bon­jour & he­llo! Her­z­lich will­kom­men beim ers­ten deut­schen Dol­met­scher­web­log aus dem In­ne­ren der Dol­met­sch­ka­bi­ne und vom Über­set­ze­rin­nen­schreib­tisch. Ich bin Dol­met­scher­in für die fran­zö­si­sche Spra­che, und ich über­set­ze aus dem Fran­zö­si­schen und Eng­li­schen, meis­tens ins Deut­sche. Hier be­rich­te ich über die­ Ar­beit im Be­reich Kom­mu­ni­ka­ti­on, Kul­tur und in­ter­na­tio­na­ler Aus­tausch. Heu­te werde ich pri­vat!

Work hard, par­ty hard, das ist ei­ne Bin­se. Wir las­sen auch das Fei­ern ru­hig an­ge­hen. Ber­li­ner Som­mer sind schön, vor al­lem dank der Gär­ten und des Was­sers!

Laue Som­mer­näch­te

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Col­la­ge:
C.E.

Freitag, 10. Juli 2026

Moment mal! (1)

Bon­jour & hel­lo! Sie le­sen in einem di­gi­ta­len Ta­ge­buch aus der Spra­chen­welt. Ich über­set­ze ins Deut­sche und dol­met­sche Fran­zö­sisch ⇄ Deutsch so­wie aus dem Eng­li­schen. Neue Ru­brik, glei­cher Blog: Hier hal­te ich künf­tig die­se win­zi­gen Au­gen­blic­ke fest, in de­nen beim Dol­met­schen für ei­nen Atem­zug die Zeit still­zu­steh­en scheint: Mo­ment mal!

Innenansicht Dolmetscherkabine, das Headset liegt auf dem Tisch
Ein Blick, ein Wort, eine Frage
Der Mo­ment, um den es hier geht, ist im­mer der glei­che und nie der­sel­be: die­ser eine Wim­pern­schlag zwi­schen den Wör­tern, der ge­ra­de für je­ne sicht­bar wird, die wis­sen, des ei­ne sel­te­ne Fach­be­griff, der im Ohr an­kommt oder der Satz, der rasch aus dem Mund her­aus­schlüp­fen will.
Et­was, das vie­le gar nicht wahr­ne­hmen.

Da­zwi­schen manch­mal ein win­zi­ges Loch, ein Ein­ras­ten, ein Klick im Kopf, der Au­gen­blick der Selbst­re­fle­xi­on mit­ten im Satz, den nie­mand im Saal be­merkt, au­ßer wir Dol­met­sche­r:in­nen selbst.

Ge­nau die­se Se­kun­den samm­le ich hier ab jetzt. Kei­ne gro­ße Drama­tur­gie, kein Blitz, kein Knall, nur der Mo­ment, der sonst spur­los durch die Ka­bi­ne rauscht.

Klei­ne Ab­gren­zung, weil’s mich als Sprach­frau juckt: Der Mo­ment ist der Au­gen­blick, das kur­ze Jetzt, ge­nau das, was die­se Ru­brik meint. Das Mo­ment da­ge­gen ist et­was ganz an­de­res: ein Fak­tor, ein Um­stand, ein Be­stand­teil ei­ner grö­ße­ren Sa­che, "das ent­schei­den­de Mo­ment ei­ner Ver­hand­lung" zum Bei­spiel. Und schließ­lich gibt es noch das Mo­men­tum, das aus der Phy­sik und zu­neh­mend auch aus dem Ma­nage­ment-Sprech her­über­schwappt: Schwung, Wucht, die Kraft ei­ner Be­we­gung, die (noch) trägt.

Drei Wör­ter, die sich äh­neln, die aber nichts mit­ein­an­der zu tun ha­ben, au­ßer viel­leicht, dass ein gu­ter Mo­ment manch­mal das Mo­men­tum ei­nes gan­zen Ge­sprächs kip­pen kann.

Am Frei­tag, dem meist­ge­buch­ten Tag der Wo­che, wird die­se Ru­brik lan­den, mein klei­ner Auf­ruf zum In­ne­hal­ten. Nicht, weil dann schon das Wo­chen­end­ru­he aus­bre­chen wür­de, son­dern weil ge­ra­de dann, mit­ten im dich­tes­ten Pro­gramm, sich die­ser Mo­ment am häu­figs­ten ein­stellt.

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Gra­fik:
OpenAI