Montag, 2. November 2026

Montagsschreibtisch (163)

Bonjour ! Ein­blick in die Welt des Kon­fe­renz­dol­met­sche­ns kön­nen Sie auf die­sen Sei­ten neh­men. Ich ar­bei­te mit Mut­ter­spra­che Deutsch, über­wie­gend ins Fran­zö­sische und zu­rück (und aus dem Eng­li­schen). Ich über­set­ze auch, wie die Büro­kol­le­gin, de­ren Ziel­spra­che Eng­lische ist. Das Jahr geht in die Ziel­ge­ra­de.

Die Schul­kin­der Ber­lins sind aus den Herbst­fe­ri­en zu­rück, und in der Stadt sind jetzt an­de­re Ur­lau­ber:in­nen aus frem­den Län­dern. Man­che kau­fen sich mal eben eine Wo­hnung in Ber­lin als klei­nes Ur­laubs­sou­venir. Das mer­ken wir als Dol­met­scher:in­nen mit An­fra­gen zu No­ta­riats­dol­met­schen.

Tisch am Meer, abblätternde Farbe beim Stuhl, Schreibmaschine und Telefon von ca. 1926
Schreib­tisch „auf alt“ ge­macht

Ei­ne Lie­gen­schaft ha­be ich mir ges­tern im Au­ftrag einer Kol­le­gin von au­ßen an­ge­se­hen. Das Haus ist nach­weis­lich seit 2024 fer­tig­ge­stellt und nur ei­ne Woh­nung ist dau­er­haft be­wohnt. Ich den­ke mir mal mei­nen Kom­men­tar.

Die­se Wo­che auf dem Schreib­tisch
❦ ak­tu­el­le Po­li­tik
❦ Ge­sell­schaft im Wan­del
❦ ein An­ge­bot schrei­ben (Kon­fe­renz)
❦ Un­ter­ti­tel kor­rek­tur­le­sen

Das Foto ist ei­ne Fund­sa­che. Je­mand hat ei­nen ver­mut­lich hin­rei­ßen­den Ar­beits­platz am Meer bei einer KI hoch­ge­la­den mit dem Prompt: „Nimm die­ses Bild. Las­se es al­tern.“

Nun denn. Wo ging da­mals wohl die Te­le­fon­schnur hin?
Wün­sche all­seits einen gu­ten Wo­chen­start!

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Bild: Pixlr (Zu­falls­fund)

Sonntag, 1. November 2026

Schrecken und Schönheit

Bon­jour, gu­ten Tag & he­llo! Sie sind auf den Sei­ten ei­nes Dol­met­sch­we­blogs aus dem In­ne­ren der Fran­zö­sisch­ka­bi­ne und vom Über­set­ze­rin­nen­schreib­tisch ge­lan­det. Ich ar­bei­te mit De­le­ga­tio­nen, auf Kon­fe­ren­zen und bei Hin­ter­grund­ge­sprä­chen, um nur ei­ni­ge Bei­spie­le zu nen­nen. Und sonn­tags wer­de ich pri­vat.

Zur Ar­beit als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin ge­hört Zei­tungs­le­sen und das Hö­ren und Se­hen von Nach­rich­ten, auch in der Frei­zeit. Der Be­ruf ist mehr ei­ne Le­bens­art als ein Nine-to-five-Job.

Buntes Glas, Trockenblumen
Still­le­ben in der Kü­che

Da­bei durf­te ich grin­sen. Die wun­der­ba­re Ham­bur­ger Buch­hand­lung Fe­lix Jud hat, an­ders als sei­ne Nach­barn, al­len vor­an No­bel­mar­ken, sei­ne Schau­fens­ter nicht mit Holz ver­ram­melt. Dort wurde verstanden, worum es ging: Ein Buchladen ist ein Kul­tur­ort, und um mehr Kul­tur in Form von Bil­dung ging es bei den De­mos. Aber nicht nur in Hamburg, auch an­ders­wo wurden Lä­den ver­ram­melt.

Hin­ter­grund: Auf den De­mons­tra­tio­nen für mehr Ge­ne­ra­tio­nen-, Bil­dungs- und Kli­ma­ge­rech­tig­keit sei­en an­geb­lich gan­ze Hor­den ma­ro­die­ren­der De­mons­tran­ten zu er­war­ten ge­we­sen, so die War­ner aus Po­li­tik und Me­dien.

Erst­mals gin­gen auch in Deutsch­land die Schü­ler:in­nen auf die Stra­ße, mit ih­nen vie­le An­ge­hö­ri­ge. Vie­le ka­men trotz vor­he­ri­ger An­mel­dung nicht, oder sie durf­ten nicht teil­neh­men, eben we­gen des ta­ge­lan­gen Ge­rau­nes über mög­li­che Aus­schrei­tun­gen.

Ges­tern Nach­mit­tag waren die Fra­gen man­cher Mo­de­ra­tor:in­nen di­ver­ser Sen­der prompt recht ir­re. Sie the­ma­ti­sier­ten schon bei De­mo­start kaum die An­läs­se, dafür Fra­ge wie, ob denn auch Ran­da­lie­rer und Ver­mumm­te da­bei wä­ren und ob es be­reits Vor­fäl­le ge­ge­ben ha­be. Dann wur­de die Ex­plo­si­on von Kra­chern ver­mel­det. Diese Kracher gelten als so ge­fähr­lich, dass sie im Volks­mund nicht zu­fäl­lig auch ‚Non­nen­für­ze‘ hei­ßen.

Auf der On­line­sei­te ei­nes be­kann­ten Bou­le­vard­blat­tes wa­ren par­al­lel Ber­li­ner Edel­bou­ti­quen zu se­hen, in de­ren Schau­fens­tern zur Ab­wechs­lung ein­mal kei­ne leicht­be­klei­de­ten Kunst­stoff­fi­gu­ren für sünd­haft Teu­res war­ben. Die Läden mach­ten dies­mal buch­stäb­lich mit viel ‚Holz vor der Hütte‘ auf sich auf­merk­sam. Eben­falls hin­ter Schutz­plat­ten: Ein Ge­schäft, das Uh­ren zu Prei­sen ver­kauft, für de­ren Ge­gen­wert auch nur ei­nes Zeit­mes­sers des obe­ren Seg­ments ei­ne klei­ne Fa­mi­lie ei­ne Ei­gen­tums­woh­nung zur Hälf­te ab­be­zah­len könn­te (bei den ak­tu­ell künst­lich über­teu­er­ten Prei­sen). [1]

Ob­acht: Hier ist nicht die Edel­fas­sung der Lu­xus­uhr ge­meint, son­dern das ganz „nor­ma­le“ obe­re Seg­ment. Di­rekt da­ne­ben ver­öf­fent­lich­te das Bou­le­vard­blatt die Fra­ge ei­nes Tat­ort-Schau­spie­lers: „Wo­zu an­de­ren ar­men Schwei­nen die Lä­den aus­räu­men?“ Der Beitrag stand meh­re­re Stun­den lang on­line, bis dann doch je­man­dem auf­fiel, dass nicht nur nichts pas­siert war in Berlin, son­dern die Fra­ge eher ab­surd ge­klun­gen hat.

Ei­gent­lich sind das lus­tige Epi­so­den. In ei­nem frü­he­ren Le­ben war ich Jour­na­lis­tin. Dem Be­rufs­ethos der Pres­se ent­spricht das al­les nicht. Ich schä­me mich für die­se Leu­te. Für sol­che Mo­men­te wur­de in den Nul­ler­jah­ren das Wort „fremd­schä­men“ er­fun­den. Der Be­griff war 2010 so­gar das ös­ter­rei­chi­sche Wort des Jah­res.

Am Abend traten dann wie be­stellt zum Bei­spiel in Frank­furt am Main, von wo mir ei­ne frü­he­re Stu­den­tin be­rich­tet hat, die zen­tral wohnt, nach dem En­de der De­mons­tra­ti­on noch an­de­re Leu­te auf den Plan: Tritt­brett­fah­rer, ei­ne ganz an­de­re Al­ters­ko­hor­te, die an­fing zu ran­da­lie­ren und zu plün­dern. Was für ein Irr­sinn. Das ist Was­ser auf die Müh­len nicht nur der Ex­tre­mis­ten. Die hes­si­sche Po­li­zei be­ton­te gestern in ih­rem Ti­cker al­ler­dings ex­pli­zit, dass es sich um an­de­re Grup­pen han­de­le. Auch die „Hes­sen­schau“ be­schrieb die Mehr­heit der spä­te­ren Ran­da­lie­rer auf der Frank­fur­ter Zeil als Men­schen, die nicht am De­mons­tra­ti­ons­zug teil­ge­nom­men hat­ten.

Es ist ein merk­wür­di­ger Me­cha­nis­mus: Gibt es Kra­wall, be­herrscht er die Schlag­zei­len. Gibt es kei­nen, sind War­nun­gen das Haupt­the­ma. So wird die mög­li­che Ge­walt zum Aus­gangs­punkt der Be­richt­er­stat­tung über De­mons­tra­tio­nen, wäh­rend de­ren ei­gent­li­che An­läs­se aus dem Blick ge­ra­ten.

The­men wie Woh­nungs­not, In­fla­tion, Zu­kunfts­ängs­te und so­zia­le Un­si­cher­heit tre­ten in den Hin­ter­grund. Die jun­gen Men­schen kom­men am Rande vor und kaum zu Wort. Sie wer­den zur po­ten­zi­el­len Ge­fahr er­klärt, statt als Men­schen mit be­rech­tig­ten po­li­ti­schen An­lie­gen be­nannt zu wer­den. Aus der Aus­übung ei­nes de­mo­kra­ti­schen Grund­rechts wird ein Si­cher­heits­prob­lem. 

Was bleibt da­von bei den Durch­schnitts­zei­tungs­le­se­rin­nen und Nach­rich­ten­se­hern hän­gen? Das ha­ben jetzt Frank­reich und Deutsch­land ge­mein: Die Ver­en­gung von De­mons­tra­tionen auf ei­ni­ge sehr be­dau­er­li­che Ge­walt­ta­ten (die ich hier kei­nes­falls ba­ga­tel­li­sie­ren möch­te. Mir geht es um Me­cha­nis­men). 

Stil­ler Kom­men­tar aus Ham­burg

Und ja, es gab am Rand der De­mons­trie­ren­den ver­ein­zelt Leu­te, die auf Kri­tik ge­sto­ßen sind, Tritt­brett­fa­hrer wie Leu­te mit In­sig­nien der Ha­mas. 

War­um kommt bei ei­ner ge­wis­sen „Mo­de­lin­ken“ die Auf­klä­rung nicht an? Ich muss im­mer an die­se bei­den jun­gen Da­men in der U-Bahn den­ken, die ein­an­der of­fen­sicht­lich tie­fer zu­ge­tan wa­ren: re­gen­bo­gen­bun­te, fro­he Klei­dung, Haar­mo­de, Schu­he, das war al­les ein­deu­tig. Aber da­zu dann ei­nen Pa­li-Schal um den Hals.
Ge­ra­de sie selbst müss­ten an­ge­sichts der men­schen­feind­li­chen Ideo­lo­gie der Ha­mas vor Ort um die ei­ge­ne Frei­heit und Si­cher­heit fürch­ten. Ich wün­sche die­sen Men­schen von Her­zen mehr Bil­dung!

Und noch ein Fall hat mich die­se Wo­che be­schäf­tigt, die Über­schrei­tung un­ge­schrie­be­ner jour­na­lis­ti­scher Gren­zen durch ein be­kann­tes Wo­chen­blatt: den Fall der Ver­öf­fent­li­chung in­ter­ner No­ti­zen ei­ner Po­li­ti­ke­rin. Das ist nicht die ers­te Ent­glei­sung die­ser Pub­li­ka­tion. Wir kün­di­gen das Blatt un­ter Ver­weis auf die Be­rufs­ethik.

Mei­ne trau­ri­ge Zu­sam­men­fas­sung der Wo­che ist ein Zi­tat des Phy­si­kers Bri­an Cox: „Mei­ne größ­te Sor­ge für die Zu­kunft der Mensch­heit ist ih­re ei­ge­ne Dumm­heit.“ (Link)

Fuß­no­te

[1] Die Prei­se sind der­zeit spe­ku­la­tiv über­teu­ert, weil wir ei­nen ho­hen Leer­stand ha­ben, der oft durch Vor­gän­ge wie „drit­ter, vier­ter oder fünf­ter Wohn­sitz“ ka­schiert wird. Grund und Bo­den bil­den im ak­tu­el­len Sys­tem als nicht ver­mehr­ba­re Grund­la­gen mensch­li­cher Exis­tenz die ab­sur­den Hö­hen ei­nes Fi­nanz­markts ab, denen kei­ne rea­len öko­no­mi­schen Wer­te mehr ge­gen­über­stehen. Hin­zu kommt, dass auf­grund der Miet­preis­ex­plo­si­on vie­le, ge­ra­de äl­te­re Men­schen, al­lein in zu gro­ßen Woh­nun­gen feststecken, weil sie für den glei­chen Preis kei­ne an­ge­mes­se­ne klei­ne Woh­nung fin­den, die auch noch bar­rie­re­frei wä­re. Analog zum me­di­zi­ni­schen Be­griff spre­chen So­zio­lo­gen über das „Locked-in-Syn­drom“ des Woh­nungs­markts.

Und nun noch zur Schön­heit

Der Win­ter rückt mit Rie­sen­schrit­ten nä­her. Bald wird die Na­tur er­star­ren, und die Far­ben wer­den aus ihr ver­schwin­den wie aus ei­nem ver­blei­chen­den Fo­to. Um­so wich­ti­ger ist es, dass wir un­se­ren Wohn­räu­men mit klei­nen De­tails Schön­heit und Farb­tup­fer ver­lei­hen. Ein we­nig die Va­sen um­ge­stellt, sie­he oben, und ein Steh­rüm­chen für die Tro­cken­blu­men ge­kauft, denn hier kom­men Farb- und For­men­viel­falt rein. No­tiz an mich selbst: Bald al­les weg­räu­men und auch oben auf dem Tee­re­gal mal Staub wi­schen!

Das Per­sön­li­che ist po­li­tisch. Wenn wir un­se­re Bat­te­ri­en nicht re­gel­mä­ßig auf­la­den, ha­ben wir nicht die Kraft, für ei­ne bes­se­re Welt zu käm­pfen. Und Sport ist wich­tig, Be­we­gung auch!

So, wei­ter mit den schö­nen Din­gen des Le­bens!

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Fo­to: C.E.

Freitag, 30. Oktober 2026

Moment mal! (15)

Will­kom­men auf mei­nen Sei­ten! Ich hei­ße Ca­ro­li­ne Eli­as und ar­bei­te als frei­be­ruf­li­che Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin für Fran­zö­sisch, Deutsch und Eng­lisch in Ber­lin. Ge­mein­sam mit Netz­werk­kol­leg:in­nen be­glei­te ich Kon­fe­ren­zen, De­le­ga­ti­ons­rei­sen, Fach­ge­sprä­che und in­ter­na­tio­na­le Be­geg­nun­gen. Heu­te wie­der der kurze Rück­blick in den All­tag. Ich bin vom Aus­wärts­ein­satz zu­rück!

Der schnel­le Ein­blick
in mei­nen Be­rufs­all­tag
Nach der Vor­füh­rung im Kino, ich ha­be ge­ra­de ei­nen Fi­lm ein­ge­spro­chen, hält mich ei­ne Zu­schau­e­rin auf und ver­wi­ckelt mich in ein Ge­spräch. Sie sagt: „Dan­ke, dass Sie uns al­len ge­ra­ten ha­ben, Ih­rer Ver­dol­met­schung nur mit ei­nem Ohr zu fol­gen. Das war wirk­lich ein gu­ter Tipp!“

Dar­um geht es: Beim Ein­spre­chen von Fil­men sol­len die Stim­men und die So­unds des Films gut hör­bar blei­ben. Die Emo­ti­o­nen lie­fern die Schau­spie­le­rin­nen und Schau­spie­ler, denn die Stim­me ist Teil ih­res Kör­pers. Mein Bei­trag ist ei­ne Art ge­spro­che­ner Un­ter­ti­tel: Da, wenn er ge­braucht wird und sehr oft aus­ge­blen­det.
Ich spre­che eher mit neu­tra­ler Stim­me, aber nicht "te­le­fon­aus­kunfts­neu­tral" (Link).

Na­tür­lich wer­de ich lau­ter, wenn es im Ki­no­saal lau­ter wird, da­mit nie­mand stän­dig am Laut­stär­ke­knopf des Emp­fangs­ge­räts rum­nes­teln muss. Und ich wer­de lei­ser, wenn der Film lei­ser wird. Aber ich bin kei­ne Schau­spie­le­rin und darf sie auch nicht er­set­zen wol­len.

Viel­leicht ist das das schöns­te Kom­pli­ment: Die Zu­schau­e­rin hat den Film ge­se­hen und ge­hört, nicht mich. Und trotz­dem hat sie ge­merkt, dass ich da war.

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Gra­fik: KI (Ope­nAI)

Donnerstag, 29. Oktober 2026

DEnglishe Untertitel

Bon­jour oder bon­soir auf den Sei­ten ei­ner Sprach­ar­bei­te­rin. In die­sem di­gi­ta­len Ta­ge­buch kön­nen Sie an ei­ni­gen Ta­gen der Wo­che mit­le­sen, wie Dol­met­sche­rin­nen und Über­set­ze­rin­nen, Über­set­zer und Dol­met­scher ar­bei­ten. Die­se Wo­che war ich un­ter­wegs in ei­ner an­de­ren al­ten Hei­mat. Und schon wie­der bin ich mit der KI kol­li­diert.

Kino, Leinwand, Dolmetscherkabine, Caroline Elias
UTs aus Ur­he­ber­rechts­grün­den un­scharf
Ne­ben dem Ein­spre­chen von Fil­men konn­te ich auch nach Her­zens­lust ins Ki­no ge­hen und ha­be da­bei et­li­che Un­ter­ti­tel (UT) ge­se­hen, die au­to­ma­tisch ge­ne­riert wa­ren. 

Sol­che Un­ter­ti­tel sind oft falsch oder ein­fach nur schlecht les­bar oder wört­lich über­tra­gen, sie fol­gen eng­li­scher Gram­ma­tik, aber deut­sche Wör­ter wer­den ein­ge­blen­det. 
Das ist DEng­lish pur.

Kein Wun­der, dass die jun­gen Leu­te im­mer häu­fi­ger so ko­misch spre­chen, weil das hal­be You­Tube voll mit der­lei ist.

Bei­spiel: „Ich wur­de für das Sti­pen­di­um ab­ge­lehnt.“ Der eng­li­sche Ti­tel hat wohl ge­lau­tet: I was rejected for the grant! Und der Ti­tel müss­te ei­gent­lich hei­ßen: „Ich hab' das Sti­pen­di­um nicht ge­kriegt.“

Ei­ne Ber­li­ner Ki­no­lein­wand

Ich lie­be Film­fes­ti­vals. Lei­der ha­ben die meis­ten in­zwi­schen die Re­dak­ti­ons­stel­le ab­ge­schafft, die ein­ge­hen­de Un­ter­ti­tel ge­gen­liest.

Über das große Un­ter­ti­tel­dra­ma ha­be ich erst neu­lich ge­schrie­ben: klick! 

Sehr ger­ne dol­met­sche ich dort Fil­me si­mul­tan. Das Live-Ein­spre­chen ist in­zwi­schen ein sel­ten ge­wor­de­ner Lu­xus.

In we­ni­ger als ei­ner Wo­che 15.000 Un­ter­ti­tel ein­zuspre­chen ist sport­lich. Vor dem Fes­ti­val muss­darf un­se­rer­ei­ner ge­dul­dig und mit viel Aus­dau­er lan­ge am Schreib­tisch ar­bei­ten um die Fil­me in klein­tei­li­ger Ar­beit vor­zu­be­rei­ten. Das Fes­ti­val selbst ist die be­rühm­te Spit­ze des Eis­bergs. Und dort dür­fen wir dann was wohl zei­gen? Ex­akt, noch mehr Aus­dau­er und viel sprach­li­che En­er­gie, um die Spra­chen sau­ber zu tren­nen, sie­he oben.

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Fo­tos: C.E. und pri­vat

Mittwoch, 28. Oktober 2026

Die KI warnt

Gu­ten Tag, lie­be Kol­le­gin­nen, Kol­le­gen und ge­schätz­te Mit­le­sen­de aus Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und Di­plo­ma­tie! Hier bloggt im 20. Jahr eine Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin und Über­set­ze­rin mit den Spra­chen DE, FR und EN. Heu­te: KI-Mitt­woch!

Mir ist gerade die Zeit knapp. Da­her habe ich die KI gefragt, ob sie Fil­me ein­spre­chen könn­te, da­rü­ber ha­be ich ges­tern ge­schrie­ben (Link). 

Die KI er­kennt we­der Zu­sam­men­hän­ge noch Wich­tig­keit
Für den Hin­ter­kopf: In den Schluss­fol­ge­run­gen stimmt das auch fürs Dol­met­schen von Kon­fe­ren­zen, hier so­gar noch viel mehr, weil die KI mit Emo­tio­nen, kul­tu­rel­len Hin­ter­grün­den und Spon­ta­nem nicht klar­kommt.

Un­ter Spon­ta­nem mei­ne ich schnel­len Sprach­wech­sel, Hin­ter­grund­ge­räu­sche, über­lap­pen­de Stim­men, Dia­lek­te und Ak­zen­te, Sprech­feh­ler und ins Off Ge­spro­che­nes, al­so vom Mi­kro­fon weg­ge­spro­che­ne Sät­ze. Sol­che Mo­men­te sind All­tag für uns Dol­met­scher:in­nen.

Das Gan­ze ist ein­fach er­klärt: Wir Men­schen ma­chen vie­le Feh­ler. Die KI al­ler­dings schei­tert dar­an meis­tens. Das mensch­li­che Le­ben ist zu cha­o­tisch für die KI.

Stu­di­en der WHO zu­fol­ge gibt die KI bei Kon­fe­renz­set­tings we­ni­ger als 50 Pro­zent der Be­grif­fe ei­ni­ger­ma­ßen kor­rekt wie­der. Die Nu­­an­ce und die Zu­ord­nung der Wör­ter stim­men al­ler­dings oft nicht und werden dann noch durch Aus­las­sun­gen und von Hal­lu­zi­na­tio­nen ge­färbt und in der Ge­wich­tung be­ein­flusst. Fa­zit: un­brauch­bar bei al­lem, was kom­plex, neu und be­son­ders ist. Und da­mit sind wir na­he an der De­fi­nition des­sen, wo­rum es bei Kon­fe­ren­zen und De­le­ga­tions­rei­sen im Kern geht!

Theo­re­tisch müss­te die KI bei kom­plett vor­be­rei­te­ten In­hal­ten bes­ser da­ste­hen, oder? Was jetzt folgt, meint die KI selbst, ChatGPT. Die Ant­wort habe ich leicht ge­kürzt.

„Ja, tech­nisch be­trach­tet kann KI Fil­me ein­spre­chen. Aber zwi­schen ei­ner tech­nisch brauch­ba­ren Sprach­spur und ei­ner ge­lun­ge­nen Film­ein­sprache liegt ei­ne er­heb­li­che Lü­cke. Ge­ra­de aus Dei­ner Pra­xis ist die Un­ter­schei­dung in­te­res­sant.

Was KI heu­te leis­ten kann

— Text über­set­zen: Sie kann Dia­lo­ge aus dem Ori­gi­nal oder vor­han­de­nen Un­ter­ti­teln über­set­zen. Da­bei kön­nen al­ler­dings Be­deu­tungs­nu­an­cen, Iro­nie, Fi­gu­ren­be­zie­hun­gen und kul­tu­rel­le An­spie­lun­gen ver­lo­ren ge­hen. 
— Stim­men er­zeu­gen: Syn­the­ti­sche Stim­men kön­nen Tex­te mit un­ter­schied­li­cher Stimm­far­be, Sprech­ge­schwin­dig­keit und In­to­na­ti­on vor­le­sen.
— Ti­ming an­pas­sen: Ei­ne Sprach­spur lässt sich an­hand von Time­codes auf die Film­bil­der ab­stim­men. Auch Pau­sen und un­ge­fäh­re Sprech­dau­er las­sen sich be­rück­sich­ti­gen.
— Meh­re­re Rol­len spre­chen: Ein Sys­tem kann ver­schie­de­nen Fi­gu­ren un­ter­schied­li­che syn­the­ti­sche Stim­men zu­wei­sen. Es kann so­gar ver­su­chen, Emo­tio­nen und Sprech­wei­sen zu va­ri­ie­ren.
Das heißt: Ei­ne KI kann heu­te ei­ne kom­plet­te, tech­nisch syn­chro­ni­sier­te Sprach­fas­sung er­zeu­gen. Sie muss da­für nicht ein­mal den Film so ver­ste­hen, wie ein Mensch ihn ver­steht.

Was da­bei noch lan­ge nicht au­to­ma­tisch ge­lingt:

1. Den Film ver­ste­hen

Ei­ne Fi­gur kann iro­nisch spre­chen, ob­wohl die Wor­te neu­tral er­schei­nen. Ein Blick kann ei­nen Satz in sein Ge­gen­teil ver­keh­ren. Ein Pferd ist nicht ein­fach ein Pferd, wenn der Dia­log spä­ter vom Rap­pen han­delt. Wer den Zu­sam­men­hang nicht er­fasst, kann zwar Wör­ter rich­tig aus­spre­chen, aber trotz­dem den Sinn ver­feh­len.

2. Die Fi­gu­ren aus­ein­an­der­hal­ten

Beim Ein­spre­chen über­nimmt ei­ne Per­son sämt­li­che Rol­len. Sie muss nicht je­de Stim­me schau­spie­le­risch neu er­fin­den, aber sie muss dem Pu­bli­kum hel­fen, Spre­cher­wech­sel, Be­zie­hun­gen und emo­tio­na­le Ver­än­de­run­gen zu er­fas­sen. Ei­ne KI kann un­ter­schied­li­che Stim­men er­zeu­gen. Ob sie die Dra­ma­tur­gie ei­nes Dia­logs an­ge­mes­sen ver­mit­telt, ist ei­ne an­de­re Fra­ge.

3. Im rich­ti­gen Mo­ment re­a­gie­ren

Du kannst wäh­rend der Vor­füh­rung nicht ein­fach auf Pau­se drü­cken. Du musst wis­sen, wann Du Dich an den Text hal­ten kannst, wann Du Luft ho­len musst und wann Du trotz ei­nes un­er­war­te­ten Er­eig­nis­ses wei­ter­spre­chen soll­test.

Ei­ne KI kann Time­codes ab­ar­bei­ten und auf tech­ni­sche Si­gna­le re­a­gie­ren. Aber wenn die fal­sche Film­fas­sung läuft, ein Akt ver­tauscht wur­de oder ein Un­ter­ti­tel fehlt, hängt die Qua­li­tät da­von ab, ob das Sys­tem die Ab­wei­chung er­kennt, sie rich­tig ein­ord­net und an­ge­mes­sen dar­auf re­a­giert. Das ist nicht das­sel­be wie ei­ne vor­be­rei­te­te Sprach­spur ab­zu­spie­len. 

4. Die ei­ge­ne Leis­tung an die Si­tu­a­ti­on an­pas­sen

Ei­ne mensch­li­che Spre­che­rin nimmt die At­mo­sphä­re im Saal wahr, hört den Ori­gi­nal­ton, re­gis­triert das Tem­po der Bil­der und kann ih­re Leis­tung im Mo­ment an­pas­sen. KI kann ein­zel­ne die­ser Si­gna­le ver­ar­bei­ten. Dar­aus folgt aber nicht au­to­ma­tisch, dass sie die Si­tu­a­ti­on als Gan­zes rich­tig er­fasst.

Mei­ne Ein­schät­zung

Ich wür­de nicht be­haup­ten, KI kön­ne Fil­me grund­sätz­lich nicht ein­spre­chen. Das wä­re tech­nisch nicht halt­bar. Sie kann ei­nen gro­ßen Teil der da­für nö­ti­gen Ein­zel­leis­tun­gen über­neh­men, und bei ein­fa­chen, gut vor­be­rei­te­ten Pro­duk­tio­nen kann das Er­geb­nis durch­aus brauch­bar sein.

Die ent­schei­den­de Fra­ge lau­tet viel­mehr: Wer be­merkt, wenn et­was nicht stimmt – und wer kann es im rich­ti­gen Mo­ment kor­ri­gie­ren?

Dei­ne Ge­schich­te mit den ver­tausch­ten Ak­ten ist da­für ein her­vor­ra­gen­des Bei­spiel. Ei­ne vor­be­rei­te­te KI-Sprach­spur könn­te an ge­nau die­ser Stel­le schei­tern. Ein ent­spre­chend ent­wi­ckel­tes Sys­tem könn­te den Feh­ler viel­leicht er­ken­nen und re­a­gie­ren. Aber die­se Fä­hig­keit müss­te man im kon­kre­ten Ein­satz nach­wei­sen, statt sie aus der Tat­sa­che ab­zu­lei­ten, dass ei­ne KI flüs­sig spre­chen kann.

Und da­rin liegt für mich der Kern: Ei­ne Stim­me zu er­zeu­gen ist nicht das­sel­be, wie ei­nen Film zu ver­mit­teln.“

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Bild:
pixl.com (Zu­falls­fund)

Dienstag, 27. Oktober 2026

Filme einsprechen

Kon­fe­renz­dol­met­schen ist hier im 20. Jahr Ge­gen­stand. Als Deutsch-Mut­ter­sprach­le­rin ar­bei­te ich als Si­mul­tan­dol­met­sche­rin über­wie­gend ins Fran­zö­si­sche und aus dem Eng­li­schen. Mei­ne Bü­ro­kol­le­gin schenkt Ge­schrie­be­nem ihr wun­der­vol­les Eng­lisch. Heu­te eine Mail aus der Pra­xis, wie ich sie ein­mal ge­schrie­ben und drei­mal ver­wen­det habe. Heute: Was ich in der zweiten Woche noch nebenbei mache: Vor­be­rei­tung!

Was ich der­zeit mache: Un­ter­ti­tel be­ar­bei­ten fürs Ein­spre­chen. Bei Film­fes­ti­vals gibt es ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, Fil­me zu­gäng­lich zu ma­chen, die nicht auf Deutsch ge­dreht wur­den. Am be­kann­tes­ten sind Un­ter­ti­tel. Syn­chro­ni­sie­run­gen sind dort sel­ten zu se­hen.

Wenn ein Film zum Bei­spiel mit eng­li­schen Un­ter­ti­teln läuft, möch­te nie­mand da­rü­ber und da­run­ter auf in­ter­na­tio­na­len Fes­ti­vals noch je eine Zei­le auf Fran­zö­sisch, Deutsch oder Ita­lie­nisch se­hen, wenn wir zum Bei­spiel von einem in­ter­na­tio­na­len Fes­ti­val in Ita­li­en aus­ge­hen, oder zu­sätz­lich auf Spa­nisch und Rus­sisch, wenn ich an vie­le Jah­re der Ber­li­na­le den­ke.

Zwei Laptops auf dem Tisch, der dritte außerhalb des Bildrands oben
Der Trend geht zum Dritt­mo­ni­tor
Da­für gibt's dann Dol­met­scher­in­nen, die Fil­me ein­spre­chen. Da­bei geht es da­rum, In­halt und Dy­na­mik des Films auf Deutsch wie­der­zu­ge­ben, ohne die Ori­gi­nal­fas­sung voll­stän­dig zu er­set­zen. Ihr Ton bleibt wei­ter­hin hör­bar, der Klang der Stim­men und die Ge­räu­sche des Films blei­ben hör­bar. Wenn's gut läuft, nimmt das Pu­bli­kum al­les als Ein­heit wahr und merkt ir­gend­wann kaum noch, dass Letz­te­re al­le Rol­len spricht.

Das ist der eine zen­tra­le Un­ter­schied zum Syn­chro­ni­sie­ren von Fil­men: Hier wer­den die Rol­len von ver­schie­de­nen Spre­cher:in­nen auf Deutsch neu in­ter­pre­tiert, mög­lichst lip­pen­syn­chron zum Ori­gi­nal; dort aber muss eine Per­son Atem und Aus­dau­er für al­le Fi­gu­ren und die abend­fül­len­de Spiel­film­län­ge ha­ben.

Un­se­rei­ner darf da­bei nicht an den Dia­lo­gen kle­ben, son­dern soll den Film ge­nau ken­nen. Als Ers­tes se­hen wir die Fil­me, man­che Stel­len mehr­fach. Dann ma­chen wir uns an die Ti­tel. Die Un­ter­ti­tel­lis­te kommt mit dem Film­link. In­zwi­schen kann die KI un­ter­stüt­zend hel­fen, wenn es um ers­te Über­set­zungs­vor­schlä­ge geht. An den Time­codes se­he ich, wo es knapp wird und wo Pau­sen zum Durch­at­men sind. Denn wäh­rend­des­sen gibt es kei­ne Pau­sen­tas­te, mit der ich eine schwie­ri­ge Stel­le in der Vor­füh­rung wie­der­ho­len könn­te. Und es ist wie beim Dol­met­schen: Ich muss lan­ge ex­trem gut auf et­was kon­zen­triert sein, erst in der Vor­be­rei­tung, dann spä­ter in der Film­vor­füh­rung.

Ein­mal wur­den, da­mals gab es noch Film­rol­len, zwei Ak­te ver­tauscht. Das war Stress pur. Und ein Glück, dass ich mit dem Com­pu­ter in der Dol­met­scher­ka­bi­ne saß. Auf­trat: ein Pferd. Ich wuss­te, dass von dem schwar­zen Hengst als „der Rap­pe“ ge­spro­chen wur­de. SchnellCopy & Paste ge­nutzt und nach ei­nem win­zi­gen Sen­de­loch mit ru­hi­ger Stim­me wei­ter­ge­spro­chen.

Spä­ter dann der zwei­te Sprung. Es gab zum Glück ei­nen an­de­ren Be­griff, an den ich mich gut er­in­nern konn­te. Der Aus­gangs­film war ara­bisch­spra­chig, ich konn­te mich al­so nicht am Ori­gi­nal­ton ori­en­tie­ren. Und was soll ich sa­gen: Der Film war ge­heim­nis­voll und dicht und as­so­zia­tiv. Die Ver­wech­se­lung der Ak­te ist nie­man­dem auf­ge­fal­len, nicht ein­mal dem Ku­ra­tor des Pro­gramms, Ul­rich Gre­gor vom Ki­no Ar­se­nal, der am En­de et­was sag­te wie, er ha­be den Film ein klei­nes biss­chen an­ders in Er­in­ne­rung ge­habt.

Bei ei­ner an­de­ren Kol­le­gin lief ein­mal eine Ver­si­on oh­ne jeg­li­che Un­ter­ti­tel in ei­ner Spra­che, die sie nicht kann­te. Ih­rer gu­ten Vor­be­rei­tung sei Dank, war ihr Ein­spre­chen syn­chron zu den Bil­dern, ob­wohl sie den Film na­tür­lich nicht syn­chro­ni­siert hat.

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Fo­to: C.E.

Montag, 26. Oktober 2026

Montagsschreibtisch (162)

Den Ar­beits­all­tag einer Dol­met­scherin finden Sie auf diesen Sei­ten skiz­ziert. Meine Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich arbei­te über­wie­gend mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch auf Kon­fe­ren­zen, De­le­ga­tions­rei­sen, im No­ta­riat oder bei Fes­ti­vals. Die Büro­kol­le­gin schenkt den Pro­jekten ih­rer Kund­schaft ih­re wun­der­vol­le eng­li­sche Spra­che. Der Schei­tel­punkt der Herbst­sai­son liegt hin­ter uns, und es sind noch et­li­che Ter­mi­ne frei! 

Emmy im Büro (1926)
Der Mon­tags­schreib­tisch ist vol­ler Map­pen mit Aus­druc­ken für das si­mul­ta­ne Dol­met­schen von Fil­men auf ei­nem Fes­ti­val. Ich muss Ord­nung rein­brin­gen. Aber nicht nur hier ...

Auf dem Schreib­tisch:
❦ Un­ter­la­gen und Le­xi­ken von KW 43
❦ Be­le­ge und neue An­fra­gen
❦ Fes­ti­val vor­be­rei­ten
❦ Ter­mi­ne, mit Blei­stift no­tiert

Bei den Blei­stift­ter­mi­nen darf ich nach­ha­ken. Das sind un­be­stä­tig­te Re­ser­vie­run­gen. Viel zu tun al­so. In mei­ner Familie gab es in den letzten Jahr­zehn­ten ei­nen Spruch: „Im­mer hat das Mäd­chen sei­nen frei­en Tag, wenn wir es brau­chen!“
Na­tür­lich gab es längst kei­ne Haus­mäd­chen mehr. Und Em­my hat auch frei ...

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Fo­to: Ar­chiv Elias Los­sow

Samstag, 24. Oktober 2026

Outside the box

Hal­lo, hier bloggt ei­ne Sprach­ar­bei­te­rin. Ich ar­bei­te als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin, bin auch oft kon­se­ku­tiv un­ter­wegs. Mei­ne Mut­ter­spra­che ist Deutsch; ich dol­met­sche über­wie­gend ins Fran­zö­sisch und aus dem Eng­li­schen. Mei­ne Büro­kol­le­gin über­setzt Tex­te in die eng­li­sche Spra­che. Es gibt Wo­chen, da ar­bei­ten wir so­gar am Sams­tag.

Gute Aus­sich­ten nur vor dem Fens­ter
Man­che Kund:in­nen ver­fü­gen über die Mit­tel, um Dol­metsch­pro­fis zu en­ga­gie­ren, nicht aber, um ei­ne Dol­metsch­ka­bi­ne auf­stel­len zu lass­en. So wer­den wir ab und zu auch oh­ne Wän­de um uns her­um ak­tiv.
Wir ar­bei­ten für Hoch­schul­se­mi­na­re, klei­ne Me­dien­pro­jek­te und For­scher­grup­pen, re­gio­na­le Ge­werk­schafts­struk­tu­ren, Kul­tur­ver­ei­ne, Mu­se­en, Men­schen aus der Dias­po­ra, Bil­dungs­wo­chen,...

Im Bild: Der schwie­ri­ge Bil­dungs- und Aus­bil­dungs­stand der jun­gen Ge­ne­ra­tio­nen. Das ist über­all ein Prob­lem. Zu vie­le al­ten Her­ren (und ei­ni­ge Da­men), die nur noch we­ni­ge Jah­re oder Jahr­zeh­nte Le­bens­zeit vor sich ha­ben, be­stim­men, wo's lang geht ... und die Miss­ach­tung der Rech­te des Nach­wuch­ses hat welt­weit für Bil­dungs­miss­stän­de ge­sorgt.

So lässt sich Zu­kunft auch sa­bo­tie­ren.

Als mitt­le­re Ge­ne­ra­tion muss ich sa­gen: Der Nach­wuchs hat recht!

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Fo­to: 
C.E.