Freitag, 26. Juni 2026

Bonjour

... und herz­lich will­kom­men! Als erfahrene Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin („se­nior in­ter­pr­eter“) und Über­set­ze­rin bin ich seit 20 Jah­ren in Deutsch­land, Frank­reich und in an­de­ren Län­dern Eu­ro­pas tä­tig — meist mit Fran­zö­sisch und Deutsch als Ar­beits- und Ziel­spra­che. Als Teil ei­nes Netz­werks kann ich Ih­nen auch bei der Su­che nach Un­ter­stüt­zung in an­de­ren Spra­chen hel­fen.

Win­ter­lich im Win­ter­licht: Treppe, Jalousien, Fenster, Garten
Blau­er Him­mel unter grü­nen Ja­lou­sien!
Sie su­chen Kom­mu­ni­ka­tions­pro­fis fürs Dol­met­schen oder für Schrif­tl­iches? Nach vie­len Jah­ren in Frank­reich und dem ein­schlä­gi­gen aka­de­mi­schen Stu­dium sitze ich in der Fran­zö­sisch­ka­bi­ne. Schrift­lich ar­bei­te ich ins Deut­sche, auch aus dem Eng­li­schen.
Allein oder im Team be­glei­te ich De­le­ga­tio­nen, dol­met­sche auf Kon­fe­ren­zen, in Mi­nis­te­rien, Bot­schaf­ten oder am Film­set ... für Po­li­tik, Un­ter­neh­men und Pri­vat­leu­te.

Schwer­punk­te: Ak­tu­el­les, In­dus­trie, Wirt­schaft, Kul­tur, Ag­rar, Krea­ti­ves, Ur­ba­nis­mus und Bau, Ener­gie, Me­dien so­wie Ki­no: Ex­po­sé, Dreh­buch, Pro­duk­tions­dos­sier, Pres­se­heft. Im ers­ten Be­rufs­le­ben war ich Jour­na­lis­tin, bie­te auch Text­ar­beit an­, und zwar mit dem größ­ten Ver­gnü­gen.

Mit ei­ner ers­ten Kon­takt­mail an caroline@adazylla.de kön­nen Sie ei­nen te­le­fo­ni­schen Be­ra­tungs­ter­min ver­ein­ba­ren, um Ih­ren Be­darf ab­zu­klä­ren. (Ich ant­wor­te in­ner­halb von we­ni­gen Stun­den, ma­xi­mal zwölf.)

Ich bie­te an: Si­mul­tan- (fast zeit­gleich), Kon­se­ku­tiv- (zeit­ver­setzt), Flüs­ter- und Be­gleit­dol­met­schen, Büh­nen­dol­met­schen, Spre­ch­ein­sät­ze (Ton­auf­nah­men), Dia­log­Coa­ching für Film und Büh­ne, Fern­dol­met­schen.

Dol­met­schen lebt von Fach­kom­pe­tenz, Hin­ter­grund­wis­sen und Er­fah­rung. Ger­ne bin ich Ih­re Brü­cke zwi­schen der deutsch- und fran­zö­sisch­spra­chi­gen Welt — fle­xi­bel und punkt­ge­nau! Vor Ort oder mit On­line-Ex­per­ti­se: Mein Ein­satz ga­ran­tiert Ih­nen Ver­ständ­lich­keit oh­ne Miss­ver­ständ­nis­se.

Doch ge­na­u­so gern un­ter­stüt­ze ich klei­ne­re In­iti­a­ti­ven, per­sön­li­che Be­geg­nun­gen oder punk­tu­el­le Ein­sät­ze, denn auch bei die­sen sind Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, gu­te Vor­be­rei­tung und ei­ne aus­ge­bil­de­te Stim­me ge­fragt.

Jetzt pla­nen — Er­folg si­chern!
Dol­met­schen ist mehr als Spra­che: Prä­zi­si­on, Kon­text, Wis­sen um Sprech­ab­sich­ten, Hin­ter­grund, Takt­ge­fühl und Er­fah­rung. Si­chern Sie sich mei­ne oder un­se­re pro­fes­sio­nel­le Un­ter­stüt­zung!

Herz­li­che Grü­ße,
Ca­ro­li­ne Eli­as

P.S.: Wir sind nicht nur Sprach­ar­bei­te­rin­nen und Sprach­ar­bei­ter, son­dern be­ob­ach­ten auch die Welt. Hier dür­fen Sie in mei­nem Ar­beits­ta­ge­buch mit­le­sen. Die­se Sei­te ist für das Web­la­y­out op­ti­miert, sonst dro­hen Text­pas­sa­gen hin­ter den Fo­tos zu ver­schwin­den.

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Fo­to: C.E.

Donnerstag, 25. Juni 2026

Rasanter Einsatz

Bon­jour & he­llo! Her­z­lich will­kom­men beim ers­ten deut­schen Dol­met­scher­web­log aus dem In­ne­ren der Dol­met­sch­ka­bi­ne. Ich bin Dol­met­scher­in für die fran­zö­si­sche Spra­che, und ich über­set­ze auch (auch aus dem Eng­li­schen und meis­tens ins Deut­sche). Auf die­sen Sei­ten be­rich­te ich über die­se der­zeit von der KI er­schwer­te Ar­beit im Be­reich Kom­mu­ni­ka­ti­on, Kul­tur und in­ter­na­tio­na­ler Aus­tausch. Heute: Rück­blick!

Hier hät­te ich all­zu ger­ne ei­nen al­ten Bei­trag ver­linkt, aber die Blog­soft­ware spinnt bzw. ich ha­be sie über­for­dert: Fast 20 Jah­re Blog­ging, das konn­te ja nie­mand ah­nen! 

An die­sen Ein­satz vor elf Jah­ren er­in­ne­re ich mich noch sehr gut: Es ging um das Si­cher­heits­trai­ning für die Wa­gen ei­nes be­kann­ten deut­schen Au­to­her­stel­lers. 

Lenkrad, Straße, Aufs und Abs
Be­ein­dru­cken­de Stre­cke
Die Teil­neh­men­den ka­men aus dem fran­zö­si­schen Sprach­raum. Nach der Mit­tags­pau­se kam die Renn­stre­cke dran. „Im­mer in den Ho­ri­zont se­hen! “, ha­ben sie ge­sagt. Ja, nur manch­mal muss­te ich auf dem Zet­tel auf mei­nem Schoß doch noch ei­nen Be­griff ab­le­sen.

Die Au­tos mit den Trai­nees fuh­ren hin­ter uns, ich saß vor­ne im 1. Wa­gen. Der Fah­rer ne­ben mir war Au­to­ren­nen ge­fah­ren und er­zähl­te mir auf der Stre­cke et­was vom Nür­burg­ring.

Ich schlug mich wacker.

Am En­de muss­te ich lei­der dann doch sa­gen (und nicht dol­met­schen): „Vor­sicht, wir fah­ren kurz rechts ran, die Dol­met­scher­in muss kot­zen!“

Und so ge­schah es auch. Ach, das schö­ne Mit­tag­es­sen! 

Aber ei­ne Spur vom Ein­satz fand sich doch an: klick!

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Col­la­ge:
C.E. / Dis­clai­mer: Kein Geld ist da­für
ge­flos­sen, dass das Her­stel­ler­sym­bol zu se­hen ist.

Mittwoch, 24. Juni 2026

KI vs. Klima

Bon­jour, ich hei­ße Ca­ro­li­ne Eli­as und bin Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin. Seit fast 20 Jah­ren ge­be ich auf die­sem Blog ei­nen Ein­blick in mei­nen Ar­beits­all­tag. Mei­ne Mut­ter­spra­che ist Deutsch. Ich dol­met­sche über­wie­gend ins Fran­zö­si­sche und aus dem Eng­li­schen. Au­ßer­dem über­set­ze ich Tex­te. KI-Mitt­woch.

Lex Coors, der Chef der wich­tigs­ten eu­ro­päi­schen Lob­by­or­ga­ni­sa­ti­on für Re­chen­zen­tren, hat der EU na­he­ge­legt, ihre Kli­ma­zie­le her­un­ter­zu­fah­ren, weil sie der Ent­wick­lung der KI im We­ge stün­den.

KI und Ur­he­ber­recht


Über­all wer­den neue Re­chen­zen­tren aus dem Bo­den ge­stampft. Was sich „Künst­li­che In­tel­li­genz“ nennt, kurz KI, wur­de vom Eng­li­schen AI ab­ge­lei­tet, ar­ti­fi­cial in­tel­li­gence, wo­bei das Wort in­tel­li­gence ne­ben Klug­heit auch Da­ten­ver­ar­bei­tung und Spi­o­na­ge be­deu­tet. 

Gehirn mit Hitze, Ideen, Wasser
Her­aus­for­dernd!
Es ist vor al­lem ei­ne rie­si­ge Men­ge ge­kop­pel­ter Rech­ner, die Un­men­gen auch ge­stoh­le­ner Da­ten ver­ar­bei­ten.

Wenn ich als Blog­ge­rin frem­de Fotos nut­zen würde, hät­te ich rasch eine Ab­mah­nung auf dem Tisch, Stich­wort: Ur­he­ber­recht. Gleich­zei­tig wer­den im gro­ßen Maß­stab di­gi­ta­le In­hal­te aus öf­fent­lich zu­gäng­li­chen oder li­zen­zier­ten Quel­len für das Trai­ning von KI-Sys­te­men ver­wen­det, ohne dass da­für in je­dem Fall in­di­vi­du­el­le Ver­gü­tungs­mo­del­le be­ste­hen, eine po­li­tisch und recht­lich un­ge­klärte Schief­la­ge.

KI als Um­satz­dieb

Noch eine Schief­la­ge: Als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin ver­lie­re ich seit etwa zwei Jah­ren spür­bar Um­satz durch KI-ge­stütz­te Sprach­sys­te­me. Die Tech­no­lo­gie kann zwar nicht dol­met­schen, sie si­mu­liert un­se­re Ar­beit nur, lässt viel weg, er­fin­det Neu­es hin­zu, hat aber gut fi­nan­zier­te Mar­ke­ting­fir­men. Bis alle mei­ne Kun­den ein­, zwei­, drei­mal auf die Nase ge­flo­gen sind, wird es dau­ern.

Wie mir, nur schlim­mer, geht es Bü­ro­men­schen, die di­gi­ta­li­sier­ba­re Rou­ti­ne­ar­beit leis­ten. Die Staa­ten ver­lie­ren Steu­er­ein­nah­men, müs­sen mehr Men­schen in der Zeit be­ruf­li­cher Neu­ori­en­tie­rung oder vor der Rente ali­men­tie­ren. Rente ist das Stichwort: Die­ser Ta­ge ver­han­delt die deut­sche Re­gie­rung über ei­ne Ren­ten­re­form, ohne dass die­se The­men auch nur an­satz­wei­se an­ge­spro­chen wür­den. In we­ni­gen Jah­ren dürf­te die Re­form schon Ma­ku­la­tur sein.

KI als Ver­stär­ker der Kri­se(n) 

Als wür­de das nicht rei­chen, muss nicht nur Deutschland künf­tig viel mehr Geld in die Kli­ma­fol­gen­an­pas­sung und den Aus­bau der er­neu­er­ba­ren Ener­gi­enn (EE) in­ves­tie­ren, wäh­rend der Kontinent An­fang Ju­ni zum zwei­ten Mal die­ses Jah­res un­ter einer Hit­ze­glo­cke fest­steckt, die sämt­li­che Re­kor­de bricht.

Zu­gleich wird das Was­ser knapp. Laut den Ver­ein­ten Na­tio­nen könnte der KI-be­ding­te Was­ser­ver­brauch bis En­de des Jahr­zehnts dem Jah­res­be­darf von 1,3 Mil­li­ar­den Men­schen ent­spre­chen. Al­lein Google ver­brauch­te 2023 mehr als 19 Mil­li­ar­den Li­ter Was­ser in sei­nen Re­chen­zen­tren.

Da­bei wer­den die Kos­ten ver­teilt, die Ge­win­ne kon­zen­triert.

KI und Lobby­ar­beit

Genau jetzt ma­cht Lob­by­is­t Lex Coors Druck und sa­gt, dass mo­men­tan nur CO₂-emit­tie­ren­de Gas­kraft­wer­ke zu­ver­läs­sig ge­nug sei­en, um die KI-Zie­le der EU um­zu­set­zen. Die EE und Spei­cher, im öf­fent­li­chen Dis­kurs lei­der auch Atom­kraft, ge­kop­pelt mit leis­tungs­star­ken Strom­net­zen, rei­chten für den ge­plan­ten (und noch nicht fi­nan­zier­ten) Auf­wuchs der Tech­nik nicht aus.

Soll­te Eu­ro­pa nicht eins, zwei, fix die be­ste­hen­den Re­gu­lie­run­gen ent­schär­fen, wür­den wir kom­plett in die Ab­hän­gig­keit von Chi­na (oder den USA) ge­ra­ten. So ar­gu­men­tiert Coors, der Prä­si­dent der Eu­ro­pean Da­ta Centre As­so­cia­ti­on, eines Lob­by­is­ten­ver­eins im Auf­trag der GAFAM, so nen­nen die Fran­zo­sen die "Big Five", ein Akro­nym aus den Ini­tia­len von Google, Apple, Face­book, Ama­zon und Micro­soft.

KI und Eu­ro­pa

Die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on plant laut Ak­ti­ons­plan „AI Con­ti­nent“, die Ka­pa­zi­tät der Re­chen­zen­tren auf dem Kon­ti­nent zu ver­drei­fa­chen, al­ler­dings bis 2032. Coors er­klär­te, dass der Aus­bau der EE zu lang­sam ge­sche­he. Das Wachs­tum der KI-Bran­che sei wich­ti­ger als Um­welt- und Kli­ma­zie­le.

Auf Fran­zö­sisch hier zu Coors: Re­por­ter­re, die nach­hal­ti­ge Nach­rich­ten­agen­tur Frank­reichs.

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Gra­fik: pixrl.com (Zu­falls­fund)

Montag, 22. Juni 2026

Montagsschreibtisch (145)

Den Ar­beits­all­tag einer Dol­met­scherin finden Sie auf diesen Sei­ten skiz­ziert. Meine Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich arbei­te über­wie­gend als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che. Ich ar­bei­te in Ber­lin, Pa­ris, Stutt­gart und dort, wo Sie mich brau­chen!

Tisch, Kaffee, Notizen und Papier vom Tagungshaus mit dem Slogan „mehr, weniger, anders“
Mehr, we­ni­ger, an­ders: ein groß­ar­ti­ges Motto!

Wir stec­ken in der zwei­ten Hit­ze­wel­le des Jah­res von der Sorte, wie wir sie frü­her (mit ge­rin­ge­ren Gra­den) am En­de des Som­mers hat­ten: die be­rühm­ten Hunds­ta­ge, la ca­ni­cule, der Be­weis für den ei­gent­li­chen Zeit­punkt ist der Him­mel selbst. (Hier schrieb ich da­rü­ber: Klick!)

Im Na­hen Os­ten gibt es noch im­mer kei­ne wirk­li­che Ru­he. Tei­le der Welt wer­den von al­ten Män­nern re­giert, die Krie­ge an­zet­teln, um ih­re Macht zu ret­ten, weil sie oh­ne den Schutz, der das Amt bie­tet, so­fort vor dem Rich­ter stün­den.
Die­se Krie­ge, aber auch Ent­schei­dun­gen in Sa­chen Tech­nik, die den Mo­del­len des letz­ten Jahr­hun­derts ver­bun­den sind, schüt­ten Öl ins Feu­er der Erd­er­wär­mung.

Die­se Wo­che liegt der Fo­kus auf:
❦ Ren­te
❦ Ge­werk­schafts­ar­beit
❦ ... viel­leicht Ih­rem Auf­trag?

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Fo­to: C.E. (Ar­chiv)

Sonntag, 21. Juni 2026

Der Sommerrock

Bon­jour & hel­lo! Sie le­sen in einem di­gi­ta­len Ta­ge­buch aus der Spra­chen­welt. Ich über­set­ze ins Deut­sche und dol­met­sche Fran­zö­sisch ⇄ Deutsch und aus dem Eng­li­schen. Sonn­tags wer­de ich hier pri­vat.

Beim Nä­hen muss­te ich die gan­ze Zeit ki­chern, denn ich ar­bei­te an ei­nem tex­ti­len Witz. Mei­ne An­ge­hö­ri­ge, die lei­der de­ment ist, hat mich lau­fend ge­fragt, was ich ma­che. [Die Er­zie­he­rin­nen im Kin­der­gar­ten ha­ben am Montag auch ge­lacht.]

Vom Apfel­rock zum Zi­tat
Es war ein­mal ein Som­mer­rock, lie­be­voll ma­schi­nen- und hand­ge­näht, Stoff aus den Sieb­zi­gern. Der soll­te ein klei­nes Mäd­chen fei­ner ma­chen.

Al­ler­dings ist nicht je­des klei­ne Mäd­chen auch ein fei­nes Mäd­chen. Ich er­in­ne­re mich an den Satz Ho­sen, dun­kel­grün, dun­kel­blau, dun­kel­bor­deaux und fei­ner Cord, der noch in der Wo­che, in der sie an­ge­schafft wur­den, zu kur­zen Ho­sen wur­de (na­tür­lich zur hel­len Freu­de mei­ner Mum).
Ich se­he einen Rock mit Äp­feln, den ein klei­nes Mäd­chen trägt, wäh­rend es mit­ten im Obst­baum sitzt, Ap­fel, Pflau­me oder Kir­schen, und auf­passt, dass der Rock ja kei­nen Fle­cken be­kommt. 

Aber beim Run­ter­klet­tern kommt ein Riss hin­ein. 

Ein Gür­tel hät­te das Malheur ka­schie­ren kön­nen. Die Idee kommt nicht auf, der Rock in ei­ne Tü­te auf den Dach­bo­den.

Zeit­sprung: Ta­ta Li­ne (ich) sucht auf dem Ber­li­ner May­bach­ufer­markt nach ei­nem ge­stick­ten Fli­cken mit Kir­sche, Schmetterling, Ap­fel, Blatt oder Ähn­li­chem und wird erst im Netz fün­dig.

Und nun al­so „die klei­ne Rau­pe Nim­mer­satt“, pas­send zum De­sign des Rocks, denn das Kin­der­buch des deutsch-ame­ri­ka­ni­schen Kin­der­buch­au­tors und -il­lus­tra­tors Eric Car­le wur­de schon 1969 ver­öf­fent­licht. Ver­mut­lich ist es DAS Buch, das al­le Ge­ne­ra­tio­nen eint, so ähn­lich wie frü­her die Grimm'schen Mär­chen.

Der Rock ist leider schon ein My zu eng für das gro­ße Fräu­lein, hier hat die Tan­te ge­schla­fen. Aber er ist per­fekt für die Lüt­te. Das gro­ße Fräu­lein, ein we­nig un­di­plo­ma­tisch: „Das ist per­fekt, die isst ja so gern und auch viel! Ist ja selbst ei­ne Rau­pe Nim­mer­satt!“

Zum Glück hat die Be­trof­fe­ne sehr viel Hu­mor. Wir ha­ben uns schief­ge­lacht, wir drei.

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Fo­tos: C.E.

Samstag, 20. Juni 2026

KI, Troll & Co. KG

Bon­jour, gu­ten Tag und hel­lo! Sie le­sen in einem di­gi­ta­len Tage­buch aus der Spra­chen­welt. Ich über­setze ins Deut­sche und dol­met­sche FR ⇄ DE und aus dem Eng­li­schen. Der­zeit macht mir die po­li­ti­sche Mei­nungs­bil­dung in Deutsch­land größ­te Sor­gen.

In­te­res­sens­grup­pen be­zah­len di­gi­ta­le Troll­ar­meen, durch die öf­fent­li­che De­bat­ten ver­zerrt wer­den, in­dem sie Hass, Frau­en- und Frem­den­feind­lich­keit, Falsch­in­for­ma­tio­nen und so­gar Lü­gen plötz­lich wie „Mei­nun­gen“ aus­se­hen las­sen. Die­sen Nar­ra­ti­ven möch­ten vor al­lem Men­schen, die sich im Le­ben al­lein­ge­las­sen füh­len, nur al­lzu ger­ne Glau­ben schen­ken. Es ist wie vor 100 Jah­ren. Die Lü­gen­ge­bil­de ge­hen ein­her mit der „Auf­wer­tung“ der Ziel­grup­pe, die sich in der neu­en Ge­mein­schaft plötz­lich we­ni­ger al­lein füh­len.

Um­ge­kehrt be­kom­men sol­che Leu­te auch viele di­gi­tal er­zeug­te Klicks für abs­tru­se „Ide­en“ über ei­ne Um­welt, die ver­meint­lich doch nicht un­ter den Kli­ma­fol­gen und der Bio­di­ver­si­täts­kri­se lei­den wür­de. Die Soft­wa­re die­ser Fo­ren lie­fern meis­tens die Tech-Bros aus den USA, die den MAGA-Gran­den nach dem Wort re­den, von KI-Soft­ware wei­ter ver­stärkt. Si­cher­heits­fach­leu­te spre­chen von Me­tho­den di­gi­ta­ler Kriegs­füh­rung. Vie­le dieser Trol­le sit­zen in Straf­la­gern, die zu Klickfa­br­iken um­ge­baut wur­den.

Sie sind für bis zu 90 Pro­zent ge­fälsch­ter „Kom­men­tare“, „Likes“ und Pos­tings ver­ant­wort­lich zu ma­chen. Hin­ter ih­nen stec­ken hand­fes­te, frem­de In­ter­es­sen. Und die Idio­ten nut­zen oft das la­chen­de Smi­ley und ha­ben es als Hohn­ge­läch­ter um­ge­deu­tet. Sie ha­ben uns das Lach­sym­bol ge­stoh­len.

Ré­su­mé: Hier ver­stär­ken sich die Echo­kam­mern der Men­schen- und Wis­sen­schafts­feind­schaft. Wie kön­nen wir da­mit um­ge­hen, au­ßer sol­che Bil­der zu ver­brei­ten? Das hier un­ten ist er­neut ein Netz­fund.

Hinter vielen Stimmen stecken ein Bot oder eine Klickfabrik, Menschen bei der "Arbeit" und das Ergebnis: eine aufgwühlte Meute
„KIn­dus­tri­ell“ her­ge­stellt­e Ge­fahr!

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Bild: pixlr.com

Freitag, 19. Juni 2026

AI in the loop?

Über wel­che Such­ma­schi­ne auch im­mer: Sie sind auf den Sei­ten des ers­ten deut­schen Dol­met­scher­web­logs aus dem In­ne­ren der Dol­metsch­ka­bi­ne ge­lan­det. Ich bin Dol­met­scher­in für die fran­zö­si­sche Spra­che, und ich über­set­ze auch (auch aus dem Eng­li­schen und meis­tens ins Deut­sche). Hier be­rich­te ich über die­se der­zeit von der KI er­schwer­te Ar­beit im Be­reich Kom­mu­ni­ka­ti­on, Kul­tur und in­ter­na­tio­na­ler Aus­tausch.

Mann packt strahlende Technik in eine Kiste, umgeben von Kisten, Förderbändern etc.
Verführerische Technik
Eben mel­dete sich ein po­ten­ti­el­ler Kun­de auf der Su­che nach einer Dol­met­sche­rin bei mir. So weit, so ge­wöhn­lich. Ich sei ihm em­pfoh­len wor­den, von ei­ner Part­ner­fir­ma. Das ist schön!

We­ni­ger ge­wöhn­lich war sei­ne Nach­fra­ge in­fol­ge ei­ner Aus­kunft, die er on­line be­kom­men hat­te.

Eine KI ha­be ihm vor­ge­schla­gen, über eine Platt­form zu bu­chen. Nicht etwa, weil dort die bes­te Dol­met­sche­rin ar­bei­ten wür­de, son­dern weil die Wahl der rich­ti­gen KI wich­ti­ger sei als die Wahl der Dol­met­sche­rin, die die KI dann für ihn ein­set­zen wür­de.

WHAT?! 
Das Wor­ding der Tech-Fir­men scheint sich ge­ra­de lei­se zu ver­schie­ben. Vor ei­nem Jahr hieß es noch, die KI wür­de Dol­met­scher er­set­zen. Heu­te liest man im­mer häu­fi­ger von „Hu­man in the loop“.

Mit an­de­ren Wor­ten: Wir Men­schen sind plötz­lich wie­der da. Al­ler­dings nur noch als Zu­be­hör zur Ma­schi­ne. Denn der Kun­de frag­te mich dann, mit wel­cher KI ich ar­bei­te.

Ich ant­wor­te­te, dass ich mich beim Dol­met­schen über­wie­gend auf mei­nen Kopf ver­las­se. Der hat sich in den letz­ten zwei Jahr­zehn­ten als er­staun­lich zu­ver­läs­sig er­wie­sen.

Ja, ich nut­ze KI ge­le­gent­lich für die Vor­be­rei­tung. Wenn kurz­fris­tig noch ein an­gren­zen­des Fach­ge­biet hin­zu­kommt und kei­ne ver­trau­li­chen In­hal­te be­trof­fen sind, kann sie beim Sam­meln von Vo­ka­beln hel­fen. Aber sie bleibt da­bei noch im­mer weit un­ter­halb mei­ner Mög­lich­kei­ten, auch nach Trai­ning.

Sie ha­ben rich­tig ge­le­sen, ich bin eine KI-kri­ti­sche Dol­met­sche­rin, und ich ar­bei­te mit der KI. Ich ver­wen­de sie maß­voll, nach län­ge­rem Nach­den­ken we­gen des ho­hen Strom- und Was­ser­ver­brauchs, den sie mit sich bringt. Sie hilft mir auch beim Blog­gen, wenn es um un­sicht­ba­re Trenn­zei­chen geht. Sie fin­det Tipp­feh­ler für mich, echte oder fal­sche, am Ende ent­schei­de ich. Sie schlägt mir manch­mal vor, wie ich einen Ge­dan­ken stil­vol­ler fer­tig­schrei­ben könn­te. That's it.

Dol­met­schen bleibt un­se­re Ar­beit!

Viel­leicht ist das die ei­gent­li­che Nach­richt die­ser neu­en Wer­be­spra­che: Je mehr von „Hu­man in the loop“ die Re­de ist, des­to deut­li­cher wird, dass ir­gend­je­mand die Feh­ler kor­ri­gie­ren muss. Der­zeit kommt ein be­trächt­li­cher Teil mei­ner Ar­beit von Kun­den, die ge­nau die­se Er­fah­rung ge­macht ha­ben.

Die KI war ja be­reits in der Schlei­fe, nein, sie war die Schlei­fe. Es gab Plei­ten, Pech und Pan­nen mit der KI oh­ne jeg­li­che Kon­trol­le. Die KI ist kein Dol­met­scher (Link), wenn es um ech­te, viel­fäl­ti­ge, un­ko­or­di­nier­te, feh­ler­be­haf­te­te Si­tua­tio­nen geht. Die KI schei­tert meis­tens schon an den Rück­fra­gen (Spre­cher­wech­sel, un­be­kann­te Per­son).

Da­bei muss­ten et­li­che teu­res Leh­rgeld be­zah­len. Die Prob­le­me, die durch feh­ler­haf­te Über­tra­gung und Lüc­ken bei den Kon­fe­renz­gäs­ten ent­ste­hen, über­stei­gen oft um ein Viel­fa­ches die Er­spar­nis­se auf Ver­an­stal­ter­sei­te.

Um sinn­voll dol­met­schen zu kön­nen, muss ich sehr viel mehr sein als ei­ne au­to­ma­ti­sche Sil­ben­ver­voll­stän­di­gungs­ma­schi­ne, die nach den Ge­set­zen der Wahr­schein­lich­keits­rech­nung „ar­bei­tet“. Wir Men­schen lie­fern 95 Pro­zent der aus­ge­spro­che­nen Wör­ter, manch­mal mehr, und Kon­text und das Ge­mein­te sind im­mer da­bei.

(Für mich gilt noch die­se Aus­nah­me: Wenn ei­ne An­spie­lung zu sehr auf der Ebe­ne der Pop­kul­tur an­ge­sie­delt ist, hab ich Prob­le­me. Um die zu ken­nen, fehlt mir die Zeit, denn mei­ner Ar­beit geht ein stän­di­ges Selbst­stu­dium vor­aus. Aber in der Ka­bi­ne sind wir zu zweit, da über­nimmt dann die Kol­le­gin!)

Bei mir ris­kie­ren sie vor al­lem auch kei­nen Pro­zess aus Haf­tungs­grün­den.

Ha­ben Sie die ak­tu­el­le Rechts­spre­chung auf dem Schirm? Hier ent­lang zu ei­nem äl­te­ren Text: Urteil gegen die „Künstliche Intelligenz“!

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Gra­fik: pixlr.com (Zu­falls­fund)

Donnerstag, 18. Juni 2026

Vorsorgeprinzip adé?

Bon­jour, hel­lo, herz­lich will­kom­men! Mein Na­me ist Ca­ro­li­ne Eli­as, ich bin Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin, sit­ze meis­tens in der Fran­zö­sisch­ka­bi­ne, wenn ich kei­ne De­le­ga­tio­nen oder auch Kund­schaft in­di­vi­du­ell be­glei­te. Heu­te eine Kurz­no­tiz zum All­tag in Eu­ro­pa.

Par­kin­son ist fast eine Volks­krank­heit un­ter al­ten Men­schen, be­son­ders auf dem Land. Der Nach­satz war ein Hin­weis für die For­schung, die ein­deu­tig be­le­gen kann, dass so­ge­nann­ten Pflan­zen­schutz­mit­tel die Ge­sund­heit von Men­schen in der Land­wirt­schaft und An­rai­nern be­drohen. Das ist jetzt vor­sich­tig for­mu­liert. Ich bin Dol­met­sche­rin.

In Fran­kreich ist Par­kin­son schon seit 2012 als Be­rufs­krank­heit an­er­kannt. 

Sa­lat in ei­nem Sieb
Wild­kräu­ter­sa­lat (Bio­wa­re)
In Deutsch­land schei­tert das bis­lang, da die Fol­ge­kos­ten für die Be­rufs­ge­nos­sen­schaf­ten sehr hoch wä­ren. Die Be­trof­fe­nen sind al­lein­ge­las­sen. Auch das führt zu De­mo­kra­tie­fer­ne, wie ich bei vie­len Ein­sät­zen fest­stel­len muss­te.

Im Eu­ro­päi­schen Par­la­ment wur­den ges­tern ei­ni­ge Ent­schei­dun­gen ge­fällt, wo­bei es die Brand­mau­er zur ex­tre­men Rech­ten nicht mehr zu ge­ben scheint.

Rechts und ex­trem Rechts haben ge­mein­sam für die Rück­kehr der GVO ge­stimmt, das sind gen­tech­nisch ver­än­der­te Or­ga­nis­men (GVO), auch gen­tech­nisch mo­di­fi­zier­te Or­ga­nis­men und auf EN ge­ne­ti­cal­ly mo­di­fied or­ga­nism (GMO) ge­nannt. Mehr da­zu bei der Bun­des­zen­tra­le für Po­li­ti­sche Bil­dung: Link zur bpb.de: GVO.

Mir be­rei­tet das Bauch­schmer­zen. Wir Kon­su­ment:in­nen sol­len künf­tig nicht er­fah­ren, ob un­ser Ge­trei­de, Obst oder Ge­mü­se GVO ent­hält. Ei­ne Aus­zeich­nungs­pflicht auf den Eti­ket­ten ist aus­drück­lich nicht er­wünscht. Fun fact: Um­fra­gen zu­fol­ge wünscht die Be­völ­ke­rung in et­li­chen Eu­ro­pä­ischen Län­dern ge­nau ei­ne sol­che Kenn­zeich­nung (bzw. we­ni­ger Ge­fahr­stof­fe im All­tag).

Es gab und gibt ei­ni­ge „Ge­sund­heits­flops“ in Zu­sam­men­hang mit Mas­sen­pro­duk­ti­on: As­best, et­li­che „Pflan­zen­schutz­mit­tel“, sie­he oben, die Mi­kro­plas­tik­seu­che. Wo bleibt das sonst in Eu­ro­pa üb­li­che Vor­sor­ge­prin­zip? 

Es war auch lan­ge vom mün­di­gen Ver­brau­cher, von der mün­di­gen Ver­brau­che­rin die Re­de. Im­mer stär­ker wur­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf Wahl­frei­heit ge­setzt. Nun al­so die Rol­le rück­wärts.

Wenn wir nicht mehr wis­sen, ob un­ser Es­sen GVO ent­hält, be­deu­tet das für mich: Ich zah­le mit mei­nen Steu­ern ei­ne zer­stö­re­ri­sche Land­wirt­schaft mit und in­di­rekt auch aus­wärts bei der Ar­beit an­ge­bo­te­nes Es­sen, auf das ich ver­zich­ten soll­te, denn auch oh­ne die Sor­gen um schlum­mern­de neue Ge­fah­ren ha­be ich schon jetzt vie­le Al­ler­gien, viel­leicht eben auch, weil ich als Ju­gend­li­che ne­ben Äckern auf­ge­wach­sen bin.

Das be­deu­tet auch, dass wir we­ni­ger ins Res­tau­rant ge­hen wer­den. Durch die Al­ler­gien kam ich üb­ri­gens zu ei­nem mei­ner Fach­ge­bie­te: Land­wirt­schaft, be­son­ders Öko-Land­bau, Bo­den­re­ge­ne­ra­ti­on, Hu­mus­auf­bau, Bio­di­ver­si­tät.

Auch in der Po­li­tik brau­chen wir ein Vor­sor­ge­prin­zip. Mich treibt um, dass das Wis­sen um die Ge­schich­te des 20. Jahr­hun­derts, die Macht­er­grei­fung der Na­zis, so we­nig ver­brei­tet scheint.


Vo­ka­bel­no­tiz

die Brand­mau­er — le cor­don sa­ni­tai­re

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Fo­to: C.E. (Ar­chiv)