Mittwoch, 5. August 2026

Bonjour

... und herz­lich will­kom­men! Als erfahrene Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin („se­nior in­ter­pr­eter“) und Über­set­ze­rin bin ich seit 20 Jah­ren in Deutsch­land, Frank­reich und in an­de­ren Län­dern Eu­ro­pas tä­tig — meist mit Fran­zö­sisch und Deutsch als Ar­beits- und Ziel­spra­che. Als Teil ei­nes Netz­werks kann ich Ih­nen auch bei der Su­che nach Un­ter­stüt­zung in an­de­ren Spra­chen hel­fen.

Grüne Jalousien, Treppe, Pflanzen
Alte Jalousien
Sie su­chen Kom­mu­ni­ka­tions­pro­fis fürs Dol­met­schen oder für Schrif­tl­iches? Nach vie­len Jah­ren in Frank­reich und dem ein­schlä­gi­gen aka­de­mi­schen Stu­dium sitze ich in der Fran­zö­sisch­ka­bi­ne. Schrift­lich ar­bei­te ich ins Deut­sche, auch aus dem Eng­li­schen.

Allein oder im Team be­glei­te ich De­le­ga­tio­nen, dol­met­sche auf Kon­fe­ren­zen, in Mi­nis­te­rien, Bot­schaf­ten oder am Film­set ... für Po­li­tik, Un­ter­neh­men und Pri­vat­leu­te.

Schwer­punk­te: Ak­tu­el­les, In­dus­trie, Wirt­schaft, Kul­tur, Ag­rar, Krea­ti­ves, Ur­ba­nis­mus und Bau, Ener­gie, Me­dien so­wie Ki­no: Ex­po­sé, Dreh­buch, Pro­duk­tions­dos­sier, Pres­se­heft. Im ers­ten Be­rufs­le­ben war ich Jour­na­lis­tin, bie­te auch Text­ar­beit an­, und zwar mit dem größ­ten Ver­gnü­gen.

Mit ei­ner ers­ten Kon­takt­mail an caroline@adazylla.de kön­nen Sie ei­nen te­le­fo­ni­schen Be­ra­tungs­ter­min ver­ein­ba­ren, um Ih­ren Be­darf ab­zu­klä­ren. (Ich ant­wor­te in­ner­halb von we­ni­gen Stun­den, ma­xi­mal zwölf.)

Ich bie­te an: Si­mul­tan- (fast zeit­gleich), Kon­se­ku­tiv- (zeit­ver­setzt), Flüs­ter- und Be­gleit­dol­met­schen, Büh­nen­dol­met­schen, Spre­ch­ein­sät­ze (Ton­auf­nah­men), Dia­log­Coa­ching für Film und Büh­ne, Fern­dol­met­schen.

Dol­met­schen lebt von Fach­kom­pe­tenz, Hin­ter­grund­wis­sen und Er­fah­rung. Ger­ne bin ich Ih­re Brü­cke zwi­schen der deutsch- und fran­zö­sisch­spra­chi­gen Welt — fle­xi­bel und punkt­ge­nau! Vor Ort oder mit On­line-Ex­per­ti­se: Mein Ein­satz ga­ran­tiert Ih­nen Ver­ständ­lich­keit oh­ne Miss­ver­ständ­nis­se.

Doch ge­na­u­so gern un­ter­stüt­ze ich klei­ne­re In­iti­a­ti­ven, per­sön­li­che Be­geg­nun­gen oder punk­tu­el­le Ein­sät­ze, denn auch bei die­sen sind Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, gu­te Vor­be­rei­tung und ei­ne aus­ge­bil­de­te Stim­me ge­fragt.

Jetzt pla­nen — Er­folg si­chern!
Dol­met­schen ist mehr als Spra­che: Prä­zi­si­on, Kon­text, Wis­sen um Sprech­ab­sich­ten, Hin­ter­grund, Takt­ge­fühl und Er­fah­rung. Si­chern Sie sich mei­ne oder un­se­re pro­fes­sio­nel­le Un­ter­stüt­zung!

Herz­li­che Grü­ße,
Ca­ro­li­ne Eli­as

P.S.: Wir sind nicht nur Sprach­ar­bei­te­rin­nen und Sprach­ar­bei­ter, son­dern be­ob­ach­ten auch die Welt. Hier dür­fen Sie in mei­nem Ar­beits­ta­ge­buch mit­le­sen. Die­se Sei­te ist für das Web­la­y­out op­ti­miert, sonst dro­hen Text­pas­sa­gen hin­ter den Fo­tos zu ver­schwin­den.

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Fo­to: C.E.

KI: fehlerhalft, teuer

Gu­ten Tag, lie­be Kol­le­gin­nen, Kol­le­gen und ge­schätz­te Mit­le­sen­de aus Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und Di­plo­ma­tie! Hier bloggt im 20. Jahr eine Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin und Über­set­ze­rin mit den Sprachen DE, FR und EN. Heu­te: Wer für die hei­ße Luft be­zahlt, war­um KI-Hal­lu­zi­na­tio­nen beim Dol­met­schen rich­tig teuer wer­den. KI-Mitt­woch!

Wer die­sen Blog re­gel­mä­ßig liest, weiß: Ich se­he Spra­che nicht als blo­ße An­ein­an­der­rei­hung von Wör­tern, son­dern als Hand­werk, als kom­ple­xes Be­zie­hungs­ge­flecht und — vor al­lem — als Ver­ant­wor­tung. Ma­schi­nen kön­nen das nicht. Wenn in der Di­plo­ma­tie oder bei ei­ner Auf­sichts­rats­sitz­ung Wör­ter falsch ge­wählt wer­den, wird es brenz­lig.

Bis­lang hieß es von den Tech-Evan­ge­lis­ten zu sol­chen Si­tua­tio­nen, die von der KI aus­ge­löst wur­den, nur ge­lang­weilt bis über­cool: „Na und? Dann hal­lu­zi­niert die KI eben ein biss­chen. Ist doch nur Tech­nik, ver­sen­det sich, ist egal.“ Die­ses „Egal“ war ei­ne Chiff­re für ‚Haf­tet ja kei­ner da­für‘. Falsch ge­dacht.

Die Schon­frist für Al­go­pfusch ist end­gül­tig vor­bei.

Die Ge­rich­te ha­ben eine glas­kla­re Li­nie ge­zo­gen. Und das hat mas­si­ve Aus­wir­kun­gen dar­auf, wie Un­ter­neh­men, Messen, Medien und di­plo­ma­ti­scher Dienst künf­tig mit dem The­ma Dol­met­schen um­ge­hen müs­sen. Das Land­ge­richt Mün­chen I hat ge­ur­teilt (Az. 26 O 869/26), dass Goog­le di­rekt für feh­ler­haf­te Ant­wor­ten sei­ner KI-Zu­sam­men­fas­sun­gen haf­tet. Die Rich­ter ar­gu­men­tier­ten: Wer KI-Tex­te ge­ne­riert und als fer­ti­ges Er­geb­nis prä­sen­tiert, macht sich die­se In­hal­te zu ei­gen. Die­ses Prin­zip lässt sich eins zu eins auf das KI-Dol­met­schen über­tra­gen.

Ein Live-„Über­set­zungs“­tool spuckt nicht bloß Wör­ter aus ei­nem Wör­ter­buch aus, es ge­ne­riert ei­gen­stän­dig Sät­ze. Wenn die­ses Tool in ei­ner Ver­hand­lung gro­be Feh­ler macht oder, wie es so schön eu­phe­mis­tisch heißt, „hal­lu­zi­niert“, steht der Be­trei­ber oder das ein­set­zen­de Un­ter­neh­men voll in der Ver­ant­wor­tung. Da­zu kommt die EU-Pro­dukt­haf­tungs­richt­li­nie. KI-Sys­te­me gel­ten recht­lich als „Pro­duk­te“. Be­deu­tet: Der Her­stel­ler haf­tet bei Feh­lern ver­schul­dens­un­ab­hän­gig und un­be­grenzt.

Beim un­kon­trol­lier­ten Ein­satz von KI-Sys­te­men im Pro­fi-Be­reich re­den wir nicht über klei­ne Tipp­feh­ler. Wir re­den über hand­fes­te Ri­si­ken. In der Wirt­schaft kann eine falsch ge­dol­met­sch­te Klau­sel bei ei­ner Über­nah­me oder ein miss­ver­stan­de­nes De­tail in ei­ner Pa­tent­ver­hand­lung den Deal kom­plett zum Ein­sturz brin­gen. Das mün­det in Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen, die in die Mil­lio­nen ge­hen. In der Di­plo­ma­tie kann ein Nu­an­cen-Feh­ler bei ei­nem Hin­ter­grund­ge­spräch in­ter­na­tio­na­le Ver­stim­mun­gen aus­lö­sen.

Ein Staat kann sich bei di­plo­ma­ti­schen Kri­sen nicht dar­auf be­ru­fen, dass „der Bot ei­nen schlech­ten Tag hat­te“. Bes­ser wis­sen müss­ten es ei­gent­lich die­je­ni­gen, die sol­che Tools ver­kau­fen.

Mo­der­ne Tech-An­bie­ter und Ver­triebs­leu­te ver­spr­echen das Blaue vom Him­mel, um ihre Soft­ware als vol­lwer­ti­gen Er­satz für mensch­liche Dol­met­scher zu po­si­tio­nie­ren. Sie ig­no­rie­ren da­bei be­wusst, dass die Tech­no­lo­gie ei­ner qua­li­fi­zier­ten Fach­kraft frap­pier­end un­ter­le­gen ist.

Zehn knall­har­te Grün­de, war­um KI-Sys­te­me das rich­ti­ge Dol­met­schen schlicht­weg gar nicht be­herr­schen kön­nen:
🛑 Lückenfantasie: KI er­fin­det bei Un­klar­hei­ten plötz­lich kom­plett ei­ge­ne In­hal­te da­zu, die Hal­lu­zi­na­tio­nen.
🛑 Kon­text­blind­heit: Ge­sell­schaft­li­che An­spie­lun­gen oder Kul­tur-Kon­tex­te wer­den nicht er­fasst.
🛑 Lärmkol­laps: Hin­ter­grund­ge­räu­sche oder Ne­ben­ge­sprä­che brin­gen das Sys­tem zum Ab­sturz.
🛑 Dia­lekt­schwä­che: Star­kes Nu­scheln oder lo­ka­le Ak­zen­te ver­zerr­en das Re­sul­tat voll­stän­dig.
🛑 Wortchaos: Wenn Men­schen dur­ch­ein­an­der­re­den, ver­liert der Al­go­rith­mus den Fa­den.
🛑 Kör­per­ig­no­ranz: Ge­stik und Mi­mik wer­den nicht ‚gesehen‘, ob­wohl sie die Be­deu­tung steu­ern.
🛑 Feh­ler­ket­ten: Ver­spricht sich der Red­ner, über­setzt die KI den Ab­bruch un­kor­ri­giert mit.
🛑 Wort­spiel­ab­sen­ce: Kom­ple­xe Me­ta­phern er­ge­ben nach der KI-Über­tra­gung oft kei­nen Sinn.
🛑 Iro­nie­taub­heit: Zwi­schen­tö­ne wie Sar­kas­mus ver­steht die Ma­schi­ne meis­tens wort­wört­lich.
🛑 Em­pa­thie­fer­ne­: KI kann un­höf­li­che Spit­zen in Ver­hand­lun­gen nicht de­es­ka­lie­rend glät­ten.

Ein Tool hat kein Un­rechts­be­wusst­sein. Ei­ne Soft­ware spürt kein Scham­ge­fühl, wenn sie ein Un­ter­neh­men in den Ru­in treibt, und man kann sie nicht vor Ge­richt zer­ren. Wir mensch­li­chen Dol­met­scher­in­nen und Dol­met­scher bie­ten et­was, das keine KI der Welt re­pli­zie­ren kann: Be­rufs­ethos und Haf­tung. Wir ste­hen mit un­se­rem Na­men, un­se­rem Ver­stand und, ganz prag­ma­tisch, mit un­se­rer Be­rufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung für die ab­so­lu­te Prä­zi­si­on un­se­rer Ar­beit ge­ra­de.

Dolmetschpult, Mikro, Kopfhörer, Kaffeetasse
Ar­beits­platz Dol­metsch­ka­bi­ne
Wir fil­tern das Nu­scheln, wir ver­ste­hen die Iro­nie, wir glät­ten die Wo­gen und wir le­sen zwi­schen den Zei­len, um das We­sent­li­che zu trans­por­tier­en. Wer am Dol­metsch­bud­get spart und auf die ver­meint­lich „güns­ti­ge“ KI setzt, spart am fal­schen Ende. Die Church of AI führt ihre Glau­ben­den aufs Glatt­eis. Denn „gut ge­nug“ kann ver­dammt teuer kom­men, wenn's schief geht. Und es geht schief, sie­he oben.

Wie se­hen Sie das? Ha­ben Sie in Ih­rem ge­schäft­li­chen All­tag schon er­lebt, dass KI-Über­set­zun­gen zu ech­ten Miss­ver­ständ­nis­sen ge­führt ha­ben? Schrei­ben Sie's mir gern in den Kom­men­ta­ren!

Herz­li­che Grü­ße aus der Ka­bi­ne (Som­mer­uni­ver­si­tät),
Ihre
Ca­ro­li­ne Eli­as

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Fo­to: C.E. (Ar­chiv)

Dienstag, 4. August 2026

Museum der Wörter (49)

Bon­jour & hel­lo! Hier er­hal­ten Sie Ein­blick in mei­nen All­tag aus der Spra­chen­welt. Ich über­set­ze ins Deut­sche und dol­met­sche Fran­zö­sisch ⇄ Deutsch und aus dem Eng­li­schen. Heu­te: Sprach­schatz.

Jus de chaussettes, wört­lich: So­cken­saft, wird auf Fran­zö­sisch to­tal dün­ner Kaf­fee ge­nannt. Beurk, würg, igit­ti­gitt.

Vie­le Kon­fe­ren­zen, Text- oder auch Buch­über­set­zun­gen sind nur mit Un­ter­stüt­zung die­ses Ge­tränks mög­lich.

Auf Deutsch wäre das ei­ne „dün­ne Plör­re“. Für bild­li­che Aus­drü­cke muss ich in mein Va­ter­land Sach­sen schau­en: „Blüm­chen­kaf­fee“, al­so so dünn, dass of­fen­sicht­lich statt Boh­nen nur Blüm­chen mit hei­ßem Was­ser über­gos­sen wor­den sind ... oder a­ber das Blu­men­de­kor in der Tas­se (oder au­ßen) sicht­bar wird. (In säch­si­schem O-Ton klingt das so ähn­lich wie Bliem­chen­gof­fee.)

Auch schön:

              
             
Schwer­ter­kaf­fee

Ist er noch dün­ner, wird er „Doppel­schwer­ter­kaf­fee“ ge­nannt.

In Mei­ßen liegt ei­ne Por­zel­lan­ma­nu­fak­tur, de­ren Sym­bol die ge­kreuz­ten Klin­gen von Schwer­tern (mit­samt den Grif­fen) sind. Sie sind auf dem Un­ter­bo­den von Tas­se und Un­ter­tas­se auf­ge­bracht. Hier hat dün­ne Plör­re Zau­ber­kräf­te und macht das wei­ße Gold so­gar in der zwei­ten E­be­ne trans­pa­rent.

Bild­bei­spiel für die Ma­gie (mit Pixrl.com rea­li­siert)
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Col­la­ge: C.E.

Montag, 3. August 2026

Montagsschreibtisch (151)

Bonjour & hello! Hier erfahren Sie, wie der Ar­beits­all­tag ei­ner Konferenz­dol­met­scher­in aussieht, die auch als Über­set­ze­rin arbeitet. Als Deutsch-Mut­ter­spra­ch­le­rin ar­bei­te ich mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch. Die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che. Jetzt, im Som­mer, läuft al­les lang­sa­mer.

PAUSE
Som­mer, Pau­se und doch im Be­reit­schafts­dienst
In der Sai­son be­ar­bei­ten wir von Zeit zu Zeit im Team in grö­ße­rem Um­fang ge­mein­sam Tex­te. Jetzt aber sind die meis­ten Kund:in­nen im Ur­laub und auch wir ha­ben Som­mer­pau­se, sind aber vor Ort und unter­stüt­zen Sie zwischen­durch mit dem größ­ten Ver­gnü­gen bei Ihren Ter­mi­nen beim Amt oder beim No­tar, in der Kli­nik oder bei Shop­ping- und Städ­te­tou­ren!

Kurz gesagt, liegt nicht viel auf dem Mon­tags­schreib­tisch:
❦ Ter­mi­no­lo­gie­lis­te des letz­ten Ein­sat­zes nach­be­rei­ten
❦ Mahn­we­sen
❦ Fort­bil­dung
❦ Ter­mi­ne mit Blei­stift in den neu­en Ka­len­der schrei­ben

„Rein­ge­blei­stif­te­te Ter­mi­ne“ sind Ter­mi­ne, zu de­nen wir Kos­ten­vor­an­schlä­ge ge­schrie­ben ha­ben. Die­se Ter­mi­ne re­ser­vie­ren wir erst­mal un­ter Vor­be­halt. Frü­her be­ka­men wir zu je­dem drit­ten Kos­ten­vor­an­schlag ei­ne Zu­sa­ge, heu­te ist es eher je­des 15. An­ge­bot. Wir müs­sen al­so oft das Ra­dier­gum­mi be­nutz­en.

In der Po­li­tik wird immer häufiger Glo­bish ge­spro­chen, bis die Re­fe­rent:innen und Mit­ar­bei­ter:innen der Spra­chen­diens­te zu viel re­pa­rie­ren müs­sen und es ei­nen Rück­lauf gibt. Da­ne­ben ver­schau­keln so man­che Inter­net-„Agen­tu­ren“ die Kund­schaft, das sind Fir­men, die oft unter Ein­be­hal­tung von 50 Pro­zent un­se­rer Ho­no­ra­re die Auf­trä­ge an jene wei­ter­ge­ben, die das bö­se Spiel mit­ma­chen. Ich per­sön­lich hal­te fünf bis 15 Pro­zent für ver­tret­bar, da­nach wird es kri­tisch.

Die drit­ten Par­tei­en, die der­zeit zum Fut­ter­trog strö­men, sind Tech­nik­fir­men, die „KI-Dol­met­schen“ ver­kau­fen. Da­bei wis­sen wir jetzt, dass die KI es nicht kann. Ihr fehlt die Aus­bil­dung, die Er­fah­rung, der Über­blick und die Ge­wis­sen­haf­tig­keit, die wir Men­schen an den Tag le­gen, da­zu ein Be­wusst­sein für das, was Kom­mu­ni­ka­tion aus­macht, und aus­rei­chend Vor­wis­sen, die End­kund­schaft rich­tig ein­zu­schät­zen, sich auf sie ein­zu­stel­len, bei Ver­ständ­nis­pro­ble­men di­rekt nach­zu­schär­fen und auch Dis­kre­tion wal­ten zu las­sen.

Mal se­hen, wel­cher „Auf­räum­job“ mich im Som­mer noch er­eilt. Meis­tens sind es KI-Über­tra­gun­gen von Tex­ten in an­de­re Spra­chen, wo Feh­ler, Fehl­stel­lun­gen und Hal­lu­zi­na­ti­o­nen das Er­geb­nis zur Unt­kennt­lich­keit ent­stel­len. Denn was nüt­zen In­for­ma­ti­o­nen, die zu ca. 20 Pro­zent (Tex­te) oder knapp zur Hälf­te (münd­li­che Über­tra­gun­gen) falsch sind?

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Gra­fik: C.E. mit pixlr.com + Let­ter­set

Sonntag, 2. August 2026

Namenstag

Hal­lo! Hier er­hal­ten Sie Ein­blick in mei­nen All­tag aus der Spra­chen­welt. Ich über­set­ze ins Deut­sche und dol­met­sche Fran­zö­sisch ⇄ Deutsch und aus dem Eng­li­schen. Ich ar­beite oft in den Be­rei­chen Öko­land­bau, nach­hal­ti­ger Ur­ba­nis­mus, ge­sun­des Bau­en, Ener­gie­wen­de, Na­tur- und Um­welt­schutz. An Sonn­ta­gen wer­de ich hier pri­vat.

Das in­ter­kul­tu­rel­le Le­ben be­rei­chert mich und uns sehr. Ei­ne An­ge­hö­ri­ge in Hei­del­berg lebt mit ei­ner Da­me aus der Re­pu­blik Mol­dau zu­sam­men. Dort wird heu­te, am 2. Au­gust, des Hei­li­gen Eli­as' ge­dacht, Sfântul Ilie. Er ist ein or­tho­do­xer Fei­er­tag nach dem al­ten ju­lia­ni­schen Ka­len­der.

Da­her ist der Tag ar­beits­frei, ab­hän­gig von in­di­vi­du­el­len Ab­spra­chen; Äm­ter und Ge­schäf­te ha­ben aber ge­öff­net.

Der Pro­phet Eli­as gilt im Volks­glau­ben als Be­schüt­zer der Ern­te und Be­herr­scher von Re­gen, Don­ner und Blitz. Ne­ben Got­tes­diens­ten wer­den die ers­te Ho­nig­ern­te, Äp­fel und Gar­ten­früch­te ge­seg­net. Wer Ilie heißt, fei­ert sei­nen Na­mens­tag, es wer­den auch Dorf­fes­te ver­an­stal­tet. Zu sei­ner Eh­re wird Gur­ke ge­ges­sen, die mit Ho­nig be­stri­chen ist.

Aus der glei­chen Quel­le weiß ich, dass es dort im Au­gust sehr vie­le Fei­er­ta­ge gibt. Un­ser Va­ter, der His­to­ri­ker Dr. Ot­to-Hein­rich Eli­as, hät­te das so ana­ly­siert: Sol­che se­ri­el­len Fei­er­ta­ge sind im­mer zum Schutz der ar­bei­ten­den Be­völ­ke­rung. 

Ackerweg, gesäumt von Bäumen und Hecken
Der Weg in die Zu­kunft geht al­le an
Als Ur­en­ke­lin ei­nes Groß­bau­ern in Ost­preu­ßen weiß ich, dass die Ern­te­zeit oft sehr lan­ge Ar­beits­ta­ge be­deu­tet. Nur, wenn Kir­che oder Tra­di­ti­on Un­ter­bre­chun­gen ein­for­dern, re­spek­tiert das die Herr­schaft. Ei­ne Ana­lo­gie da­zu sind die Rau­näch­te „zwi­schen den Jah­ren“ und zu Jah­res­an­fang — nach den An­stren­gun­gen des Jah­res­en­des und den da­mit zu­sam­men­hän­gen­den Fes­ti­vi­tä­ten.

Wenn ich mich für die Na­tur, für Kom­post, Hu­mus­auf­bau, na­tur­na­he Ar­chi­tek­tur und den Er­halt der Um­welt ein­set­ze, ma­che ich nur, was mein Fa­mi­li­en­na­me mir vor­gibt.
Au­ßer­dem ist es mensch­lich lo­gisch, sich für den Er­halt der Le­bens­grund­la­gen zu en­ga­gie­ren. Wie die Phy­sik kennt auch die Öko­lo­gie kein Par­tei­buch.

Wir, de­nen die Welt auch für die nach­fol­gen­den Ge­ne­ra­tio­nen des Ho­mo Sa­piens wich­tig ist, sind die wah­ren Kon­ser­va­ti­ven. 

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Fo­to:
C.E. (Ar­chiv)

Donnerstag, 30. Juli 2026

Stille Post

Bon­jour & Guten Tag! Sie le­sen ei­ne Sei­te aus mei­nem elek­tro­ni­schen Ar­beits­ta­ge­buch über mei­nen All­tag als Dol­met­sche­rin. Es ist Urlaubs­zeit, ich schaue ein we­nig zu­rück. Throw­back thurs­day!

Pa­ri­ser Miets­haus
Das Spiel, das wir auf Deutsch „stil­le Post“ nen­nen, heißt auf Fran­zö­sisch le té­lé­phone ar­a­be, das ar­a­bi­sche Te­le­fon. Manch­mal kommt mir die­ses Spiel in den Sinn, wenn ich se­he, was aus Spra­che wer­den kann, wenn zu vie­le Men­schen (oder Ma­schi­nen) da­zwi­schen­ge­schal­tet sind.

­Vor gut elf Jah­ren be­kam ich ei­nen An­ruf von ei­nem Kun­den, es ging um die Kor­rek­tur deut­scher Un­ter­ti­tel.

Die­se wa­ren auf der Grund­la­ge ei­ner Si­mul­tan­verdol­met­schung vom Fran­zö­si­schen ins Eng­li­sche ent­stan­den. Und da war ei­ni­ges schief­ge­gan­gen. Es wa­ren auch kei­ne Pro­fis am Werk ge­we­sen, wie der Kun­de zä­hne­knir­schend ein­räum­te.

Es ging um die his­to­ri­sche Stadt­ent­wick­lung von Pa­ris. Auf Fran­zö­sisch war von ei­nem im­meu­ble de rap­port die Re­de, al­so von ei­nem Haus, das ver­mie­tet wird, das et­was ein­bringt (rap­por­ter), kurz: ein Miets­haus. Beim Dol­met­schen am Set wur­de dar­aus ein bro­thel, ein Bor­dell. Der Feh­ler ent­stand da­durch, dass les rap­ports se­xuels sexu­el­le Kon­tak­te sind. Of­fen­bar hat­te der Kon­text ei­ner bun­ten Stadt ei­ne ent­spre­chen­de As­so­zi­a­ti­on aus­ge­löst.

Aus dem Bor­dell wur­de in der nächs­ten Sta­ti­on ein whore­house. Und als die­ses dann für die deut­schen Un­ter­ti­tel über­setzt wur­de, wur­de aus dem Bor­dell ein Wa­ren­haus (auf Eng­lisch ei­gent­lich ein de­part­ment store).

Das ei­gent­li­che Pro­blem war nicht ein ein­zel­ner Feh­ler. Das Pro­blem war die Ket­te. Je­de Über­tra­gung ent­fernt sich wei­ter vom Aus­gangs­text, je­de Per­son in der Ket­te ar­bei­tet mit dem, was sie vor­fin­det, und am En­de steht ei­ne Fas­sung, die mit dem ur­sprüng­li­chen Satz nur noch we­nig zu tun hat.

Na­tür­lich ent­sprach das al­les nicht pro­fes­sio­nel­len Stan­dards. Da wa­ren Men­schen, die sich ver­mut­lich Mü­he ge­ge­ben ha­ben. Aber Sprach­kennt­nis­se al­lein ma­chen noch kei­ne Dol­met­sche­rin oder kei­nen Über­set­zer aus.

Lei­der hät­te man den ge­sam­ten Vor­gang neu ma­chen müs­sen. Ich konn­te an die­ser Stel­le nur Re­pa­ra­tur­ar­bei­ten an­bie­ten ... und ließ mich gut be­zah­len da­für. An­de­res war schon in Um­lauf.

Das ist elf Jah­re her. In­zwi­schen kön­nen wir sol­che Feh­ler ge­trost den Ma­schi­nen über­las­sen. Sie ar­bei­ten schnel­ler, kos­ten we­ni­ger und das Ent­ste­hen der Wort­ket­te im­meu­ble de rap­port → Bor­dell → Wa­ren­haus ist ein My we­ni­ger wahr­schein­lich. Da­für hat die KI ihre ei­ge­nen, an­de­ren Hal­lu­zi­na­tio­nen, die oft nicht min­der aben­teu­er­lich sind.

Ich weiß nicht, was schlim­mer ist: der Murks un­ter­be­zahl­ter Nicht­pro­fis oder die Aus­wür­fe ei­ner KI, die nicht ver­steht, wo­rum es geht.


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Gra­fik: al­tes Wör­ter­buch

Mittwoch, 29. Juli 2026

Die große Illusion (2)

Bon­jour & hel­lo! Hier er­hal­ten Sie Ein­blick in mei­nen All­tag aus der Spra­chen­welt. Ich über­set­ze ins Deut­sche und dol­met­sche Fran­zö­sisch ⇄ Deutsch und aus dem Eng­li­schen. Der KI-Mitt­woch ist heu­te kurz.

Das schlimms­te Vi­deo, das ich die­ser Tage ge­se­hen habe, war ein hu­ma­noi­der Ro­bo­ter, der ein Klein­kind be­treut, mit ihm mit Bau­klöt­zen spielt, ihm ein Ge­schenk bringt. Das Kind strahlt — und schaut in ei­ne ab­ge­run­de­te Me­tall­plat­te in Ge­sichts­form.

Frau im Nebel
Pers­pek­ti­ven im Ne­bel
Falls hier je­mand die Fall­hö­he nicht ver­stehen sollte: Wir Le­be­we­sen ler­nen durch Ge­füh­le, durch Kör­per- und Haut­kon­takt, durch Nach- und Mit­ma­chen, Üben und Feh­ler und mensch­li­che Rück­mel­dun­gen; das gilt für Klei­ne wie für Gro­ße, auch wenn sich die Lern­ty­pen spä­ter aus­dif­fe­ren­zie­ren.

Die­se Ro­bo­ter, so ist zu hö­ren und zu le­sen, wür­den uns künf­tig die Haus­halts­auf­ga­ben ab­neh­men, aber auch Oma, Baby und den Fa­mi­li­en­hund be­treu­en, wäh­rend wir ... bit­te was? Wir hät­ten dann Zeit, um mehr zu ar­bei­ten. Zu­gleich ra­bu­liert so man­cher der Tech-Gran­den, dass 90 Pro­zent der Ar­beits­plät­ze auf­grund der KI ver­schwin­den wür­den.
Ja, was denn nun?

Vie­le Län­der er­le­ben der­zeit dra­ma­ti­sche Tage: Feu­er gi­gan­ti­schen Aus­ma­ßes ver­zeh­ren Wäl­der und Ort­schaf­ten. Jetzt grei­fen sie nach Groß­städ­ten. Ret­ter ster­ben, Flo­ra und Fau­na wer­den ver­nich­tet. Die Bil­der sind apo­ka­lyp­tisch.

Das Kli­ma­sys­tem, in und von dem wir le­ben, wa­ckelt und bricht vor un­se­ren Au­gen teilweise zu­sam­men. Diese Ka­ta­stro­phen tre­ten frü­her ein, als von der Wis­sen­schaft be­rech­net. Es wä­ren So­fort­maß­nah­men nö­tig, welt­weit, nein: es SIND.

Die Fol­gen des Ver­bren­nens fos­si­ler Stof­fe wur­den schon pa­ral­lel zur In­du­stria­li­sie­rung be­nannt. In den 1840er-Jah­ren grün­de­ten sich in Eng­land er­ste Ver­ei­ne ge­gen den Ruß und die Luft­ver­schmut­zung in In­du­strie­städ­ten wie Man­ches­ter. Und Svan­te Arr­he­nius, ein schwe­di­scher Wis­sen­schaft­ler, leg­te im Jahr 1896 eine Stu­die vor, in der er be­schrieb, dass das Ver­bren­nens fos­si­ler En­er­gie­trä­ger zu ei­ner glo­ba­len Er­wär­mung füh­ren wird (all­er­dings oh­ne die Ge­fah­ren im Blick zu ha­ben).

In den 1970er Jah­ren gab dann die Öl­in­du­strie ei­ge­ne For­schungs­ar­bei­ten in Auf­trag, sie warn­ten ein­deu­tig vor den Ri­si­ken. Die Pro­gno­sen von Ex­xon­Mo­bil aus den Jah­ren 1977 bis 2003 wa­ren, so eine Stu­die von Har­vard, „er­schre­ckend“ ge­nau. Die­se Stu­di­en wan­der­ten in den Gift­schrank, ent­war­nen­de Pa­pers wur­den ver­öf­fent­licht. Die Men­schen wähn­ten sich in Si­cher­heit. Shame on you, Wis­sen­schaft­ler, dass hier nie­mand als whis­tle blo­wer laut wur­de.

Wir ken­nen die­ses Vor­ge­hen von der Ta­bak­in­du­strie. Es hat Jahr­zehn­te ge­braucht, bis die se­ri­ö­sen wis­sen­schaft­li­chen Stim­men sich ge­gen ge­fälsch­te Stu­di­en durch­ge­setzt ha­ben, von de­nen ei­ni­ge so­gar die ge­sund­heit­li­chen Vor­tei­le des Rau­chens rühm­ten.

Und die­ser Tage tau­chen wun­der­ba­re Zi­ta­te der Her­ren der KI im Netz auf: In zehn Jah­ren wer­de Geld prak­tisch kei­ne Be­deu­tung mehr ha­ben, al­les kön­ne es im Über­fluss ge­ben, für jede und je­den, ich pa­ra­phra­sie­re. Ge­sagt hat das ex­akt je­ner, der als Auf­räu­mer des mäch­tigs­ten Prä­si­den­ten in Über­see die Ge­sund­heits- und Not­hil­fen für Kran­ke und Hun­gern­de in ar­men Län­dern, aber auch in ar­men Re­gio­nen des ei­ge­nen Lan­des zer­schla­gen und da­mit schon jetzt für Mil­lio­nen von To­ten ge­sorgt hat. Kei­ne Na­men, ich will nicht den Al­go­rith­mus füt­tern. Wir wis­sen al­le, wer ge­meint ist.

Die­ser Zy­ni­ker hat Blut an den Hän­den. Sei­ne Kon­sor­ten sind nicht bes­ser.

Was das Über­maß an KI im Über­maß braucht: En­er­gie, Was­ser, Flä­che. Al­so al­les, was knapp und teu­er ist und in Zei­ten der Knap­pheit die Bio­di­ver­si­tät be­droht.

Und jetzt habe ich noch nicht von ei­ner kom­plett frei­lau­fen­den KI und Ro­bo­ti­sie­rung von In­du­strie und Wirt­schaft ge­spro­chen. Die Tech-Gran­den träu­men da­von, über­all den Mehr­wert und die Ein­kom­men ab­zu­schöp­fen und am lieb­sten auch noch fort­ge­setzt kaum bis kei­ne Steu­ern zu zah­len.

Je­de(r), der ein we­nig nach­den­ken kann, sieht die Sack­gas­se.

Wir dür­fen nicht auf­ge­ben. Nicht, was das Kli­ma an­geht, die Um­welt­ver­schmut­zung und auch nicht dar­in, eth­i­sche Ge­set­ze zur KI zu for­dern, die Men­schen, ihre bio­lo­gi­schen und öko­no­mi­schen Grund­la­gen schüt­zen und die größ­ten Ver­mö­gen end­lich wie­der an den Aus­ga­ben un­se­rer Ge­sell­schaf­ten zu be­tei­li­gen.


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Fo­to: pixlr.com (Zu­falls­fund)

Montag, 27. Juli 2026

Montagsschreibtisch (150)

Hal­lo, hier fin­den Sie im 20. Jahr den Ar­beits­all­tag einer Dol­met­scherin skiz­ziert. Meine Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich arbei­te über­wie­gend mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­lische Spra­che. Som­mer ist Sau­re­gur­ken­zeit. Es gibt noch vie­le freie Ter­mi­ne!

Schreib­tisch am Was­ser
Urlaubs­zeit ist bei vielen Dol­met­sche­r:in­nen aty­pisch, bei mir dop­pelt als in Teil­zeit pfle­gen­de An­ge­hö­ri­ge.

So bin ich nicht weit ent­fernt vom Ufer­bü­ro und bei Be­darf un­ter­stüt­ze ich Sie gern.

Auf dem Mon­tags­schreib­tisch:
⊗ Kor­rek­tur­le­sen von Trans­krip­ten fürs TV
⊗ Kos­ten­vor­an­schlä­ge
⊗ Ihr Pro­jekt?

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Illu­stra­ti­on: Dal­l:e (2023), „im Stil
von Ma­tis­se“

Samstag, 25. Juli 2026

Hybrides Arbeiten

Will­kom­men bei mei­nem Blog aus der Ar­beits­welt der Spra­chen. Wie Dol­met­scher und Über­set­zer ar­bei­ten (und auch wir Frau­en im Be­ruf, die wir in der Mehr­zahl sind), ist oft nicht so ge­nau be­kannt. Zum Be­ruf ge­hört auch, dass wir uns auch dort ehren­amt­lich en­ga­gie­ren, wo wir ge­braucht wer­den.

Sams­tags­ar­beit in der Fort­bil­dung: Wir ha­ben Glück bei die­sem trans­kon­ti­nen­ta­len Event, der seit bald zehn Jah­ren im Ka­len­der steht. Es ist ei­ne Art Som­mer­uni­ver­si­tät, und es geht um Bil­dungs­ar­beit. Je­mand von ei­nem Hör­funk­sen­der ist auch da­bei.


Dol­met­schen vor ro­ter Wand
Ein hy­bri­der Stu­di­en­tag: Ein Teil der Be­leg­schaft sitzt in Deutsch­land, ein an­de­rer Teil ist über die Welt ver­streut, wir Dol­met­scher­in­nen sind im Ne­ben­raum und an ei­nem an­de­ren Ort. Sol­che Ta­ge sind seit der Pan­de­mie nicht mehr weg­zu­den­ken, wo die Kon­fe­renz­tech­nik hier­für ei­nen gro­ßen Sprung nach vor­ne ge­macht hat. Frü­her war die Akus­tik aber oft grenz­wer­tig. Auch die Net­ze bra­chen oft zu­sam­men. Al­le Be­tei­lig­ten ha­ben ge­lernt. In Afri­ka sit­zen in ei­ni­gen Städ­ten die Teil­neh­men­den in Ho­tels und tei­len sich ei­ne zen­tra­le Lei­tung.

Und jetzt die Über­ra­schung: Der Sound ist erst­mals auch dann gut, wenn die Bei­tra­gen­den im glo­ba­len Sü­den sit­zen. Nur sel­ten gibt es gro­be Ton­aus­set­zer.

Al­ler­dings sind leich­te Ver­zer­run­gen nicht zu über­hö­ren. Ei­ne Teil­neh­me­rin ver­lie­ren wir ganz, da ist un­klar, was pas­siert ist.

Grund­sätz­lich: Bit­te in die­se Rich­tung wei­ter­for­schen und wei­ter­ent­wi­ckeln, es ist noch Luft nach oben, und die­se Art der Tech­nik ist für den wich­ti­gen Aus­tausch sehr wert­voll! So wert­voll, dass im­mer mehr Mit­ar­bei­ten­de aus den Fach­mi­nis­te­ri­en so­gar in der Frei­zeit an den Mee­tings teil­neh­men, als ge­neig­te Zu­hö­rer­schaft, die mit Fra­gen wei­ter­hilft.

Zu­rück zum Sound. Der ein­zi­ge "Knall" ent­stand kurz im Ne­ben­raum.

Leu­te! Aufs Mi­kro­fon klop­fen, um zu "prü­fen", ob es funk­tio­niert, das ist Vor-Co­ro­na-Ver­hal­ten (und war auch bis 2020 nicht OK). Es fühlt sich im­mer an wie ein An­griff auf un­se­re Ge­sund­heit (was es un­be­ab­sich­tigt auch ist).

Am En­de der krö­nen­de Ab­schluss. Zwei Teil­neh­men­de sind als Ur­he­ber:in­nen von Bü­chern be­kannt ge­wor­den, sie fas­sen das Event zu­sam­men, al­so Mon­sieur, bzw. liest ei­nen neu­en Text, das war der Part von Ma­da­me. Be­geis­te­rungs­stür­me bre­chen los, wie wir sie noch nie er­lebt ha­ben. Ja, dur­ften wir denn ein Pop­event dol­met­schen?

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Fo­to:
C.E. (Ar­chiv, Sym­bol­bild)