Freitag, 17. Juli 2026

Bonjour

... und herz­lich will­kom­men! Als erfahrene Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin („se­nior in­ter­pr­eter“) und Über­set­ze­rin bin ich seit 20 Jah­ren in Deutsch­land, Frank­reich und in an­de­ren Län­dern Eu­ro­pas tä­tig — meist mit Fran­zö­sisch und Deutsch als Ar­beits- und Ziel­spra­che. Als Teil ei­nes Netz­werks kann ich Ih­nen auch bei der Su­che nach Un­ter­stüt­zung in an­de­ren Spra­chen hel­fen.

Grüne Jalousien, Treppe, Pflanzen
Alte Jalousien
Sie su­chen Kom­mu­ni­ka­tions­pro­fis fürs Dol­met­schen oder für Schrif­tl­iches? Nach vie­len Jah­ren in Frank­reich und dem ein­schlä­gi­gen aka­de­mi­schen Stu­dium sitze ich in der Fran­zö­sisch­ka­bi­ne. Schrift­lich ar­bei­te ich ins Deut­sche, auch aus dem Eng­li­schen.

Allein oder im Team be­glei­te ich De­le­ga­tio­nen, dol­met­sche auf Kon­fe­ren­zen, in Mi­nis­te­rien, Bot­schaf­ten oder am Film­set ... für Po­li­tik, Un­ter­neh­men und Pri­vat­leu­te.

Schwer­punk­te: Ak­tu­el­les, In­dus­trie, Wirt­schaft, Kul­tur, Ag­rar, Krea­ti­ves, Ur­ba­nis­mus und Bau, Ener­gie, Me­dien so­wie Ki­no: Ex­po­sé, Dreh­buch, Pro­duk­tions­dos­sier, Pres­se­heft. Im ers­ten Be­rufs­le­ben war ich Jour­na­lis­tin, bie­te auch Text­ar­beit an­, und zwar mit dem größ­ten Ver­gnü­gen.

Mit ei­ner ers­ten Kon­takt­mail an caroline@adazylla.de kön­nen Sie ei­nen te­le­fo­ni­schen Be­ra­tungs­ter­min ver­ein­ba­ren, um Ih­ren Be­darf ab­zu­klä­ren. (Ich ant­wor­te in­ner­halb von we­ni­gen Stun­den, ma­xi­mal zwölf.)

Ich bie­te an: Si­mul­tan- (fast zeit­gleich), Kon­se­ku­tiv- (zeit­ver­setzt), Flüs­ter- und Be­gleit­dol­met­schen, Büh­nen­dol­met­schen, Spre­ch­ein­sät­ze (Ton­auf­nah­men), Dia­log­Coa­ching für Film und Büh­ne, Fern­dol­met­schen.

Dol­met­schen lebt von Fach­kom­pe­tenz, Hin­ter­grund­wis­sen und Er­fah­rung. Ger­ne bin ich Ih­re Brü­cke zwi­schen der deutsch- und fran­zö­sisch­spra­chi­gen Welt — fle­xi­bel und punkt­ge­nau! Vor Ort oder mit On­line-Ex­per­ti­se: Mein Ein­satz ga­ran­tiert Ih­nen Ver­ständ­lich­keit oh­ne Miss­ver­ständ­nis­se.

Doch ge­na­u­so gern un­ter­stüt­ze ich klei­ne­re In­iti­a­ti­ven, per­sön­li­che Be­geg­nun­gen oder punk­tu­el­le Ein­sät­ze, denn auch bei die­sen sind Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, gu­te Vor­be­rei­tung und ei­ne aus­ge­bil­de­te Stim­me ge­fragt.

Jetzt pla­nen — Er­folg si­chern!
Dol­met­schen ist mehr als Spra­che: Prä­zi­si­on, Kon­text, Wis­sen um Sprech­ab­sich­ten, Hin­ter­grund, Takt­ge­fühl und Er­fah­rung. Si­chern Sie sich mei­ne oder un­se­re pro­fes­sio­nel­le Un­ter­stüt­zung!

Herz­li­che Grü­ße,
Ca­ro­li­ne Eli­as

P.S.: Wir sind nicht nur Sprach­ar­bei­te­rin­nen und Sprach­ar­bei­ter, son­dern be­ob­ach­ten auch die Welt. Hier dür­fen Sie in mei­nem Ar­beits­ta­ge­buch mit­le­sen. Die­se Sei­te ist für das Web­la­y­out op­ti­miert, sonst dro­hen Text­pas­sa­gen hin­ter den Fo­tos zu ver­schwin­den.

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Fo­to: C.E.

Moment mal! (2)

Bon­jour, hel­lo, gu­ten Tag! Den Ar­beits­all­tag einer Dol­met­scherin finden Sie auf diesen Sei­ten skiz­ziert. Meine Mut­ter­spra­che ist DE, ich arbei­te über­wie­gend als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin mit FR und EN und zwar in Ber­lin, Pa­ris, Stutt­gart und dort, wo Sie mich brau­chen! Nun heißt es am letz­ten Werk­tag: Mo­ment mal!, ein kur­zer Ein­blick in mei­nen Be­rufs­all­tag.


Innenansicht Dolmetscherkabine, das Headset liegt auf dem Tisch
Ein Blick, ein Wort, eine Frage
Oft wer­de ich ge­fragt, ob ich nach zwan­zig Jah­ren als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin nicht schon al­les ein­mal ge­hört und ob ich nicht auch ein­mal zu­en­de ge­lernt hät­te.

Das Ge­gen­teil ist rich­tig.

Viel­leicht ist das das schöns­te Ge­schenk die­ses Be­rufs: Je­de Wo­che öff­net sich ei­ne neue Welt. 

Mal geht es um Land­wirt­schaft, mal um Eu­ro­pa­po­li­tik, um Kli­ma, Ge­sund­heit, Bil­dung oder Wirt­schaft. Oft ha­be ich mich ta­ge­lang in ein The­ma ein­ge­le­sen, von dem ich we­ni­ge Wo­chen zu­vor kaum et­was wuss­te. In an­de­ren Wo­chen fri­sche ich The­men auf, fühle mich in ih­nen schon recht zu­hau­se.

Mit je­dem Ein­satz kom­men neue Be­grif­fe hin­zu, neue Men­schen und neue Per­spek­ti­ven. Manch­mal auch neue Fra­gen, auf die nie­mand ei­ne schnel­le Ant­wort hat. Ich liebe es, mich in The­men zu ver­sen­ken, in den Flow zu kom­men.

Ich glau­be, ge­nau das hält mich neu­gie­rig. Ich darf im­mer wie­der über den Tel­ler­rand schau­en, oh­ne mei­nen Be­ruf zu wech­seln.

Na­tür­lich gibt es an­stren­gen­de und auch sehr an­stren­gen­de Ta­ge, umfangreiche Vor­be­rei­tung unter Zeit­druck, weil zu viel erst fünf vor Event im Mail­post­fach war, mit lan­gen Sit­zun­gen oder frü­hen Ab­fahr­ten. Aber selbst dann gibt es oft ei­nen Mo­ment, in dem ich den­ke: Wie span­nend, dass ich das heu­te ler­nen durf­te.

Ich fin­de, Neu­gier ist ei­ne wun­der­ba­re Be­glei­te­rin. Sie macht den Ar­beits­all­tag bun­ter und hilft, auch nach vie­len Jah­ren noch mit of­fe­nen Au­gen durch die Welt zu ge­hen.

Und viel­leicht ist das gar nicht nur beim Dol­met­schen so.


P.S.: Meis­tens hilft eine Sies­ta aus dem Tief, kann auch im Bus oder im Zug pas­sie­ren. Oder aber ich geh­e für ei­ne, zwei Stun­den raus in die Na­tur.

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Gra­fik:
OpenAI

Montag, 13. Juli 2026

Montagsschreibtisch (148)

Was Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­scher ma­chen, kön­nen Sie auf die­sen Sei­ten mit­le­sen. Meine Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich arbei­te über­wie­gend mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che.

Die kon­tem­pla­ti­ve Katze
Ei­ne mei­ner Spe­zia­li­sie­run­gen ist Film: Dreh­buch, Pro­duk­tion, Her­stel­lung, Mar­ke­ting, Fes­ti­val.

Der Mon­tag nach der letz­ten vol­le­ren Ar­beits­wo­che ist der Verwal­tung ge­wid­met. Sonst auf dem Schreib­tisch für die­se Wo­che:

✗ Vo­ka­bel­lis­ten über­ar­bei­ten
✗ Zu­sam­men­fas­sung schrei­ben
✗ Stra­te­gie­über­le­gun­gen
✗ Kos­ten­vor­an­schlag
✗ Vor­be­rei­tung der kom­men­den Wo­che

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Foto: C.E. (Ar­chiv)


Sonntag, 12. Juli 2026

Ausgleich

Bon­jour & he­llo! Her­z­lich will­kom­men beim ers­ten deut­schen Dol­met­scher­web­log aus dem In­ne­ren der Dol­met­sch­ka­bi­ne und vom Über­set­ze­rin­nen­schreib­tisch. Ich bin Dol­met­scher­in für die fran­zö­si­sche Spra­che, und ich über­set­ze aus dem Fran­zö­si­schen und Eng­li­schen, meis­tens ins Deut­sche. Hier be­rich­te ich über die­ Ar­beit im Be­reich Kom­mu­ni­ka­ti­on, Kul­tur und in­ter­na­tio­na­ler Aus­tausch. Heu­te werde ich pri­vat!

Work hard, par­ty hard, das ist ei­ne Bin­se. Wir las­sen auch das Fei­ern ru­hig an­ge­hen. Ber­li­ner Som­mer sind schön, vor al­lem dank der Gär­ten und des Was­sers!

Laue Som­mer­näch­te

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Col­la­ge:
C.E.

Freitag, 10. Juli 2026

Moment mal! (1)

Bon­jour & hel­lo! Sie le­sen in einem di­gi­ta­len Ta­ge­buch aus der Spra­chen­welt. Ich über­set­ze ins Deut­sche und dol­met­sche Fran­zö­sisch ⇄ Deutsch so­wie aus dem Eng­li­schen. Neue Ru­brik, glei­cher Blog: Hier hal­te ich künf­tig die­se win­zi­gen Au­gen­blic­ke fest, in de­nen beim Dol­met­schen für ei­nen Atem­zug die Zeit still­zu­steh­en scheint: Mo­ment mal!

Innenansicht Dolmetscherkabine, das Headset liegt auf dem Tisch
Ein Blick, ein Wort, eine Frage
Der Mo­ment, um den es hier geht, ist im­mer der glei­che und nie der­sel­be: die­ser eine Wim­pern­schlag zwi­schen den Wör­tern, der ge­ra­de für je­ne sicht­bar wird, die wis­sen, des ei­ne sel­te­ne Fach­be­griff, der im Ohr an­kommt oder der Satz, der rasch aus dem Mund her­aus­schlüp­fen will.
Et­was, das vie­le gar nicht wahr­ne­hmen.

Da­zwi­schen manch­mal ein win­zi­ges Loch, ein Ein­ras­ten, ein Klick im Kopf, der Au­gen­blick der Selbst­re­fle­xi­on mit­ten im Satz, den nie­mand im Saal be­merkt, au­ßer wir Dol­met­sche­r:in­nen selbst.

Ge­nau die­se Se­kun­den samm­le ich hier ab jetzt. Kei­ne gro­ße Drama­tur­gie, kein Blitz, kein Knall, nur der Mo­ment, der sonst spur­los durch die Ka­bi­ne rauscht.

Klei­ne Ab­gren­zung, weil’s mich als Sprach­frau juckt: Der Mo­ment ist der Au­gen­blick, das kur­ze Jetzt, ge­nau das, was die­se Ru­brik meint. Das Mo­ment da­ge­gen ist et­was ganz an­de­res: ein Fak­tor, ein Um­stand, ein Be­stand­teil ei­ner grö­ße­ren Sa­che, "das ent­schei­den­de Mo­ment ei­ner Ver­hand­lung" zum Bei­spiel. Und schließ­lich gibt es noch das Mo­men­tum, das aus der Phy­sik und zu­neh­mend auch aus dem Ma­nage­ment-Sprech her­über­schwappt: Schwung, Wucht, die Kraft ei­ner Be­we­gung, die (noch) trägt.

Drei Wör­ter, die sich äh­neln, die aber nichts mit­ein­an­der zu tun ha­ben, au­ßer viel­leicht, dass ein gu­ter Mo­ment manch­mal das Mo­men­tum ei­nes gan­zen Ge­sprächs kip­pen kann.

Am Frei­tag, dem meist­ge­buch­ten Tag der Wo­che, wird die­se Ru­brik lan­den, mein klei­ner Auf­ruf zum In­ne­hal­ten. Nicht, weil dann schon das Wo­chen­end­ru­he aus­bre­chen wür­de, son­dern weil ge­ra­de dann, mit­ten im dich­tes­ten Pro­gramm, sich die­ser Mo­ment am häu­figs­ten ein­stellt.

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Gra­fik:
OpenAI

Donnerstag, 9. Juli 2026

Museum der Wörter (48)

Will­kom­men bei mei­nem Blog aus der Ar­beits­welt der Spra­chen. Wie Dol­met­scher und Über­set­zer ar­beiten (und auch wir Frauen im Beruf, die wir in der Mehrzahl sind), ist oft nicht so ge­nau be­kannt. Zum Be­ruf gehört auch, dass wir uns stän­dig Ge­dan­ken über die Ar­beits­mit­tel machen, über Tech­nik, na­tür­lich, aber auch über die Wör­ter.

Der Piep­matz­ra­batz im Hof­gar­ten des heu­ti­gen Tages ist Krä­hen­krä­hen. Mut­ter­krä­he und Va­ter­krä­he rufen alle drei bis 20 Se­kun­den ihre Klei­nen, die am Pflanz­tisch unter einem Baum und am Kom­post­hau­fen am Boden hocken. Das Wort des Tages ist des­halb:

              
             
Äst­ling

Sprung: Am Morgen in die Uni­ver­si­tät eilen, wis­sen­schaft­li­cher Aus­tausch. An­schlie­ßend rette ich mich in den Hof der alten Staats­bi­bli­o­thek, will meine täg­li­che Stunde Buch­lek­tü­re hier ab­sol­vie­ren, aber der Wind ist gar­stig und kalt. Schnell nach­hau­se und in unseren wun­der­schö­nen Hof­gar­ten am May­bach­ufer wech­seln.

Dort sitze ich, höre die Kräh­lein, ab und zu stürzt eine der gro­ßen Kräh­en vom Him­mel, die Klei­nen be­grü­ßen es ru­fend, eins be­kommt ei­nen Re­gen­wurm in den Schna­bel ge­stopft, das Klein­krä­hen­krä­hen wird zum Klein­krä­hen­kräh­ge­gur­gel, es gurgelt den Gür­tel­wurm runter, wäh­rend sich der El­tern­vo­gel wieder in si­che­re Höhen auf­schwingt. Die Flug­ver­su­che der Mi­nis hat trotz län­ge­ren An­sit­zens aus re­spekt­vol­ler Ent­fer­nung nie­mand von uns ge­se­hen.

Hinterhofzoo

Und dann kommt die Text­nach­richt, die aus die­sem Pos­ting einen Bei­trag im Mu­se­um der Wör­ter macht. Danke, An­na!

Es ha­ben be­stimmt schon ei­ni­ge mit­be­kom­men, dass wir zwei Äst­lin­ge im Hof ha­ben. Nur zur Info: Die brauchen un­ge­fähr eine Woche, bis sie flie­gen kön­nen, bis da­hin le­ben sie am Bo­den und wer­den von den Eltern ge­füt­tert und be­schützt.

Bitte nicht an­fas­sen, und nehmt die Hund­e an die Lei­ne und ver­scheucht die Kat­zen, falls die doch mal rü­ber­kom­men. Und vor allen Dingen er­schreckt Euch nicht, wenn die Elt­ern die Äst­lin­ge ver­tei­di­gen.
Das könn­te sich sonst auf Eu­re Fri­sur aus­wir­ken. :)

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Fo­tos: C.E.

Mittwoch, 8. Juli 2026

Hinter den Kulissen ... (1)

... muss es nicht schick aus­sehen.

Bon­jour & hel­lo! Hier er­hal­ten Sie Ein­blick in mei­nen All­tag aus der Spra­chen­welt. Ich über­set­ze ins Deut­sche und dol­met­sche Fran­zö­sisch ⇄ Deutsch und aus dem Eng­li­schen. Der Ein­blick ist heute höchst wört­lich zu neh­men.

Haupt­sa­che funk­tio­nal!
Wir sit­zen ne­ben dem Stuhl­la­ger, neben Tisch­bö­cken, einer Trans­port­kis­te und einem rie­si­gen Elek­tro­schrank, ein­mal knarrt da ein Zahn­räd­chen hör­bar, der Strom­zäh­ler mit 'ner neu­en Zahl vor dem Kom­ma. An der an­de­ren Wand eine Kü­chen­zei­le, an der Fens­ter­front wird das Buf­fet auf­ge­tra­gen. 
Wäh­rend der Ver­an­stal­tung sind nur wir hier, die Dol­met­sche­rin­nen.

Wir lie­fern den Ton der zwei­ten Spra­che für den Ver­an­stal­tungs­raum hin­ter der vier­ten Wand, hin­ter der mit vie­len Türen, aber pa­ral­lel auch für die Men­schen drau­ßen, die on­line teil­neh­men. Seit der Pan­de­mie ha­ben wir es immer öfter mit hy­bri­den Events zu tun. Prak­tisch für die Ver­an­stal­ter:in­nen, die sich die Mie­te für eine Dol­metsch­ka­bi­ne spa­ren. (Für uns geht es nicht im­mer auf, weil wir gerne durch­ge­hend die Per­son se­hen möch­ten, die spricht.)

Schön­heit ist bei die­sem Set­ting nicht wich­tig [auch nicht un­se­re ;-)]. Wir be­kom­men zu un­se­rem Head­set für den di­gi­ta­len Raum auch noch ein Hand­held-Mi­kro­fon für die Gäste vor Ort, also eines zum Jon­glie­ren für die Hand. Dabei ar­bei­ten wir ger­ne pa­ral­lel mit den Hän­den, schrei­ben Be­grif­fe auf, su­chen rasch was im Rech­ner. Ein Sta­tiv wird ge­holt, die Sys­te­me pas­sen nicht recht zu­sam­men, und Gaf­fa­band hilft im­mer. Ach, schön.

Und nach­dem wir den Ter­min zur gro­ßen Freu­de al­er sou­ve­rän jon­gliert ha­ben, kommt beim Emp­fang wie­der die­ser Satz, der ger­ne mit ei­ner Spur Her­ab­las­sung ge­spro­chen wird: „Ach, Sie sind ja si­cher bald ar­beits­los, jetzt, wo die KI alles über­nimmt!“

Lau­ter Leu­te, die nicht ge­merkt ha­ben, was bei­na­he schief­ge­gan­gen wä­re auf der zwei­ten Ton­spur, wenn wir nicht ge­we­sen wären. Leu­te, die auch nicht ge­hört ha­ben, dass wir bei den manch­mal recht kom­ple­xen Ver­schach­te­lun­gen ei­nes an­sons­ten glas­klar ar­gu­men­tie­ren­den Pro­fes­sors die Satz­tei­le auch schon mal ent­schach­telt ha­ben. Und Leu­te, die nicht mit­be­kom­men ha­ben, dass wir die fran­zö­si­schen Kür­zel CNC und CNL er­klä­rend ver­dol­metscht ha­ben, eben­so das Film­för­der­tool avance sur re­cet­te, dass wir trotz sehr un­ter­schied­li­cher Sprach­dich­te und -ge­schwin­dig­keit im­mer ru­hig und ver­ständ­lich ... und voll­stän­dig ... und ohne Hal­lu­zi­na­tio­nen ...

Ich mag es gar nicht mehr er­klä­ren müs­sen. Mein Mund ist mü­de, und nach dem Ein­satz ist es auch das Ge­hirn. Seit zwei Jah­ren er­klä­re ich un­be­zahlt, was die KI nicht kann und was wir leis­ten. Mir ist lang­wei­lig. Die Me­di­en de­cken den Hoax der „KI“-„Dol­met­scher“ nicht auf, weil es ge­fühlt an allen Ecken brennt, End­kund:in­nen wer­den stän­dig ge­leimt, haben das Nach­se­hen, zah­len die teu­ren Fol­ge­kos­ten für Miss­ver­ständ­nis­se oder feh­len­de In­fos.

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Fo­to: C.E.

Dienstag, 7. Juli 2026

Hand vs. Tastatur

Was auch im­mer Sie oder Dich her­führt: Hier schreibt ei­ne Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin für die fran­zö­si­sche Spra­che. Die­ses vir­tu­el­le Ar­beits­ta­ge­buch gibt es seit 2007. Si­mul­tan­dol­met­schen ist an­spruchs­voll, es bleibt ei­ne mensch­li­che Auf­ga­be. Auch in der Vor­be­rei­tung kann uns die KI nur am Ran­de un­ter­stüt­zen.

Mein Ge­re­de: Von Hand zu schrei­ben bringt die bes­ten Lern­er­geb­nis­se, das be­stä­tigt ei­ne ak­tu­el­le Stu­die. Als Dol­met­sche­rin bin ich Lern­pro­fi, und ich mag gu­tes, glat­tes Pa­pier und mei­nen al­ten Fül­ler da­bei nicht mis­sen.

Mehr Hirn­re­gio­nen sind hier be­tei­ligt
Doch der Rei­he nach. In mei­nem Be­ruf bringt es mir er­staun­lich we­nig, wenn ei­ne KI mir ei­ne Vo­ka­bel­lis­te baut. Ich las­se mir manch­mal ei­ne bau­en, um zu prü­fen, was mir even­tu­ell noch fehlt. „Copy, pas­te und wei­ter im Text“ funk­tio­niert beim Ler­nen nicht. Da würde zu viel durch­rut­schen.

Vo­ka­bel­no­ti­zen per Hand sind das Ge­heim­nis. Al­les, was ich als Lis­te zum Ter­min mit­neh­me, um­fasst viel­leicht zwei Blatt Pa­pi­er, je­weils zwei­sei­tig aus­ge­druckt. Am En­de drucke ich im­mer vie­le Leer­zei­len mit aus. 

Wäh­rend des Ein­sat­zes fül­le ich die dann auf, ma­che No­ti­zen in der Blatt­mit­te zwi­schen den Be­grif­fen, wenn es sein muss, un­ten und oben. Von Hand zu schrei­ben ist der Kern der Ar­beit.

In­dus­tri­el­le KI-Effi­zi­enz geht an­ders

Ich sor­tie­re vor dem Ein­satz auch die lo­sen Wort­no­ti­zen, die ich mir beim Le­sen ge­macht ha­be. Beim Le­sen no­tie­re ich Be­grif­fe im Kon­text. Beim Wie­der­le­sen denkt der Kopf die­sen Kon­text mit. Am En­de, wenn ich die Be­grif­fe in ei­ne Ta­bel­le ein­tra­ge, al­so di­gi­ta­li­siert ha­be, drü­cke ich auf „al­pha­be­tisch sor­tie­ren, aufsteigend“. Da­mit fin­de ich Wör­ter im Be­darfs­fall rasch wie­der.

Ge­lernt sind die meis­ten da­von längst. Die Lis­te wird nö­tig, wenn ich mü­de wer­de, wenn in der Hek­tik kaum noch Neu­ro­nen zum Wie­der­fin­den von so­eben Ge­lern­tem da sind.

Ich ha­be oft noch ei­ne Zwi­schen­pha­se beim Ler­nen: bau­m­ar­ti­ge Struk­tu­ren aus den Be­grif­fen zeich­nen, Ab­hän­gig­kei­ten und Zu­sam­men­ge­hö­rig­keit kar­tie­ren. Hier bin ich schon beim Be­griff „Mind Map“.

Neu­e For­schungser­geb­nis­se

Mich be­stä­tigt Au­drey van der Meer in Trond­heim; die Neu­ro­wis­sen­schaft­le­rin hat die Vor­tei­le des Mit-der-Hand-Schrei­bens mit Sen­so­ren, Elek­tro­den, Ver­suchs­per­so­nen und Wör­tern auf Bild­schir­men ge­tes­tet. Es wur­den zwei Grup­pen ge­gen­ein­an­der an­tre­ten ge­las­sen: die mit der Hand und je­ne mit der Com­pu­ter­tas­ta­tur als „Ge­rät“.

Beim Hand­schrei­ben wird es ma­gisch: Vie­le Hirn­re­gio­nen sind gleich­zei­tig ak­tiv, der Kör­per sieht, er misst Be­we­gung, spürt den Raum, ak­tiviert das Ge­dächt­nis, al­les zu­gleich, pa­ral­lel und kreuz und quer. Ein neu­ro­lo­gi­sches Netz­werk wird ge­baut oder ge­stärkt.

Die Er­kennt­nis ist nicht neu

Die neue For­schung be­stä­tigt übri­gens, was die Wis­sen­schaft­ler Muel­ler und Op­pen­hei­mer in Prin­ce­ton schon vor ei­nem Jahr­zehnt be­ob­ach­tet ha­ben. Auch wenn die Lap­top-Grup­pe schnel­ler und voll­stän­di­ger war, hat die Hand­schrift-Grup­pe ge­won­nen.

Wer mit der Hand schreibt, ar­bei­tet lang­sa­mer. Wer nicht al­les mit­schrei­ben kann, muss ent­schei­den. Das Tref­fen der Aus­wahl ist der Knack­punkt. Der Kopf denkt al­les durch, hie­rar­chi­siert und sor­tiert, ver­knüpft und merkt es sich. Hier fin­det Ler­nen statt.

Wer wie ich su­per schnell tippt, pro­to­kol­liert eher Wort­laut. Die Ana­ly­se­ebe­ne tritt da eher zu­rück. Am En­de habe ich mehr Text, aber we­ni­ger die In­hal­te durch­drun­gen.

Fazit

Mehr Ma­te­ri­al kann sich nach mehr Ler­nen an­füh­len, ist es aber nicht zwin­gend. Beim selbst­stän­di­gen Le­sen, An­strei­chen, Mit­schrei­ben von No­ti­zen, Ver­schlag­wor­ten und Sor­tie­ren fin­det die wirk­li­che Ar­beit statt.

We­ni­ger ist oft mehr. Der un­be­que­me, lang­sa­me Weg führt schnel­ler zum Ziel.


Wei­ter­füh­ren­de Links

— Stu­die „The Pen Is Mightier Than the Key­board“ (2014) (https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0956797614524581)

— Hand­schrift vs Tip­pen — EEG-Kon­nek­ti­vi­tät / van der Meer & van der Weel (2024) (https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2023.1219945/full)

— Au­drey van der Meer — For­schung zu Hand­schrift und Ge­hirn­ak­ti­vi­tät (2024) (https://www.frontiersin.org/search?query=audrey%20van%20der%20meer%20handwriting)


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Gra­fik: pixlr.com (Zu­falls­fund)

Montag, 6. Juli 2026

Montagsschreibtisch (147)

In das Be­rufs­le­ben von Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­schern, Über­set­zern und Über­set­ze­rin­nen er­halten Sie auf die­sen Sei­ten klei­ne Ein­blicke. Mei­ne Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich ar­bei­te mit FR, DE und EN als Aus­gangs­spra­che; die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che. Hier be­rich­te ich über die Ar­beit in den Be­rei­chen Po­li­tik, Kom­mu­ni­ka­ti­on, Kul­tur, Me­dien und in­ter­na­tio­na­ler Aus­tausch.

Schreibtisch, Bücherwand, Lesesessel
Ar­beits­platz mit Re­gal­blick
Nach­dem wir in die­sem Jahr schon zwei län­ger an­dau­ern­de Hit­ze­wel­len mit Mehr­fach­re­kor­den hat­ten, hän­gen jetzt, als wä­ren sie im Him­mel fest­ ve­rtäut, dic­ke Wol­ken üb­er so man­chem Land­strich, die uns küh­les Nie­sel­wet­ter und völ­lig un­zeit­ge­mäß ein Vor­ge­fühl auf den Herbst brin­gen, da vie­le Bäu­me schon die Blät­ter ab­wer­fen we­gen der lan­gen Hit­ze.

Ir­gen­dwie ist's nie recht. Die Schnitt­men­ge der Tem­pe­ra­turen die­ser Wo­chen mit Land­re­gen nachts, also das wär's ge­we­sen!

Aber es ist ba­nal, über das Wet­ter zu mo­sern. Spre­chen wir lie­ber über das Kli­ma und die seit Jahr­zehn­ten an­dau­ern­de Ver­wei­ge­rung der Po­li­tik, das zu ma­chen, was wir da­mals mit Ozon in den Kühl­schrän­ken ma­chen konn­ten: ver­bie­ten und Neu­es auf­le­gen!

Für die­se Woche ist ge­plant:
❦ Kos­ten­vor­an­schlä­ge
❦ Ter­min­pla­nung
❦ Macht­kon­zen­tra­tion in den Be­rei­chen Verlags­we­sen und Me­dien
❦ Markt­ver­hält­nis­se in der Sprach­bran­che 

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Gra­fik:
Netz­fund