Samstag, 17. April 2021

Ein kurzes Vorwort

Bonjour und herz­lich will­kom­men auf meinen Webs­eiten! Was Dolmetscher und Dolmetscherinnen umtreibt und beschäftigt, können Sie hier seit 2007 mitlesen. Derzeit finden allerdings coronabedingt wenig Präsenzveranstaltungen statt. Die Arbeit ändert sich.

Solidaritaet ist mehr als Haendewaschen (Plakat)
Am Maybachufer in Berlin
In Coronazeiten sind wir der­zeit nie mit vielen Kun­den im selben Raum, in Kon­gress­zen­trum oder Ta­gung­shaus oder unterwegs auf De­le­ga­tions­reise, das fällt gerade kom­plett aus. Trotz­dem sind wir wei­ter­hin für unsere Kun­den da. Wir dol­met­schen beim Stan­desa­mt oder im Kran­ken­haus, bei Werks­be­sich­ti­gun­gen, Fortbil­dun­gen und Hin­ter­grund­ge­sprä­chen.

Alles, was in kleinen Formaten mit nur wenig Gästen und unter Berücksichtigung aller Hygienevorschriften stattfindet, ist möglich. Immer öf­ter wird On­line­dol­met­schen nach­ge­fragt, konsekutiv (in Sprechpausen hinein) oder simultan. Weil diese Art der Übertragung für alle an­stren­gen­der ist, kleiner Bildschirm, gestauch­te und damit un­na­tür­liche Tonebene, Rauschen, Echos oder Zeit­ver­zö­ge­run­gen, dauern diese Einheiten meistens nicht so lang.

Wir bieten keine Bü­ro­sprech­stun­den an, haben allerdings neulich, als es ein­mal un­um­gänglich war sich zu treffen, mal eben eine Kurzbesprechung mit ex­ter­nen Gäs­ten in den Hofgarten ver­legt. Wie dem auch sei: Wir freuen uns auf Ihre An­fra­ge!

Und da wir nicht nur Spracharbeiterinnen und Spracharbeiter sind, sondern auch Menschen, die beobachten und ihre Zeit dokumentieren, in der wir leben, finden Sie auf den folgenden Seiten mein COVIDiary.

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Foto: C.E.

Freitag, 16. April 2021

COVIDiary (291)

Herz­lich will­kom­men! Hier bloggt ei­ne Dol­met­sche­rin. Meine Sprachkenntnisse (Französisch, Englisch) trainiere ich täglich, auch an Tagen, an denen ich (wie in den Corona-Jahren) nur wenige Einsätze habe. 

Der Himmel ist wie frischgeschrubbt, die Nachbarn erkennt mein Gehör auf der Treppe am Gang, eine Nachbarin links am Niesen (ich rufe "Gesundheit!" durch die Wand), die unten am Musikgeschmack, und für rechts backe ich nachher einen Ku­chen mit.

Im 14. Monat sitze ich nun im eigenen Arbeitszimmer, dolmetsche und lerne von hier aus, Gänge zur Bibliothek sind rar, waren zwischendurch immer wieder mög­lich. Die Selbstversorgungsquote mit Mittagessen ging durch die Decke, die Anzahl der zu Fuß zurückgelegten Kilometer bleibt hoch, nichts Neues von 3. Coronawelle aus Berlin.

Meine sechs Monate Schlappitude (auch Fatigue ge­nannt) nach der bö­sen Vi­rus­er­kran­kung habe ich letztes Jahr einigermaßen gut weggesteckt, zum Glück kenne ich den Hirn­nebel nur nach langen Dolmetsch­ein­sätzen und keinen Post-Covid-brain fog.

Dieser Tage leidet meine Stimme unter neuerdings wieder längeren Ein­sätzen. Ich ha­be in letzter Zeit viel übersetzt und die Über­setzungen dabei nicht selten dik­­tiert. Derzeit gibt es Sitzungen zu verdol­metschen, Bie­ter­ge­sprä­che, Planungs­treffen, Seminare. Ich spreche mit Kol­le­gin­nen der Berufsverbände über die Zu­kunft, mit anderen über eigene Projekte. Und Bäng!, ich bin mal wieder heiser.


Heute ist der Welttag der Stimme. Was mache ich für eine gute Stimme? Ich trinke Salbeitee mit Honig in kleinen Schlucken, den ich aus ganzen Blät­tern braue, mei­ne eigene Ernte reicht immer den halben Winter. Eine Freundin empfiehlt mir als Tee Odermen­ningkraut, das gibt es in der Apotheke, und davon einen ziemlich hochpro­zentigen Aufguss. Wichtig ist an solchen Tagen: Schweigen. Und Emser Salz lutschen, isländische Mooskraut­pastillen oder Gelo­Revoice. Mein leises Gekrächze wird dadurch besser.

Flüstern ist dabei zu vermeiden, denn darunter leiden die Stimmbänder, werden nur noch mehr strapaziert. Und was ich auch vermeide, denn es verschleimt die Stimme: Milch- und Käse­produkte, Lein­samen und Nüsse im Müsli, Fruchtsäfte.

Als Profisprecherin werde ich mir auch bald wieder eine Auffrischungsphase bei der Sprech­er­zieherin schenken, der Artiku­lation, Atmung und Stimm­band­pflege wegen. Also sobald es wieder möglich ist.

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Foto:
folgt

Donnerstag, 15. April 2021

COVIDiary (290)

Herzlich will­kom­men! Hier bloggt ei­ne Dol­met­sche­rin. Wie Konferenzdolmetscher und Übersetzer arbeiten und leben, auch die jeweiligen -innen, der Beruf ist über­wie­gend weiblich, ist hier seit 2007 re­gel­mä­ßig Thema. Au­ßer­dem denke ich über die Sprach nach. Der Corona­virus hat aus dem Arbeits­ta­ge­buch ein subjekti­ves COVIDiary gemacht. 

Pandemien und föderale Landesstrukturen passen nicht gut zusammen.

Derzeit steigen die Zahlen, von täglich 30.000 Neuinfektionen und 300 Toten sind wir nicht weit entfernt. Und worüber debattiert das Land? Über Lockerungen und Urlaubsplanung. Vor einem Jahr gab es 300 Neuinfektionen täglich und den harten Lockdown.

Auch Onlinefatigue genannt

Eine Pandemie und förderale Strukturen, die Menschen aus betroffenen Branchen auffangen sollten, (Volks-)Hochschulen, Kunst, Büh­ne, Tourismus, Mes­se- und Kon­gress­­wesen etc., war keine gute Idee, weil nach der ersten Schock­reak­tion die Entscheider anfingen zu warten, zu den Nach­barn und der Su­pra­struk­tur schielten, ob und wie diese aktiv wurden.

Dieses Warten, Beobachten und Nach-oben-Schielen haben wir jetzt im Bereich der Pandemiebekämpfung. Dazu die gesamtpolitische Lage, die Neigung vieler, sich zu profilieren: Pandemie und eine förderale Landesstruktur im Su­per­wahl­jahr passen nicht zusammen. Denn Gesundheits­politik ist aktuell Ländersache und ohne die sich reibenden Regionalfürsten nicht durch­setzbar.

Aber die Woh­nungs­po­litik muss offenbar Bundes­sache sein! (Ironie aus.) Und die Bil­dungs­po­li­tik darf es wiederum nicht. (Ironie aus.) Rück­sprung: Mit 14 Jah­ren habe ich aufgrund eines simplen inner­deut­schen Umzugs ein Schuljahr ver­loren, denn der baden-württembergische Gymnasial­direktor hat bei meinem hes­si­schen Ge­samt­schu­lzeugnis ein­fach jede Note um den Faktor eins verschoben, die Einsen wurden Zweien, die Mathe-Vier zur Mathe-Fünf und ... plötzlich fehlte "mindestens eine Eins" zum Aus­gleich. In seinen Augen war ich sitzengeblieben, er durfte das so entscheiden, weil je­des Bundesland seine eigene Bildungspolitik betreibt.

Damals waren in Baden-Württemberg Legasthenie und Dyskalkulie noch nicht be­kannt, Menschen wie ich fielen in der Regel durch die Raster. (Geblieben von den Einschrän­kungen ist fast nichts, Wörter wie Legasthenie schaue ich alle paar Mo­na­te nach, weil mir im Kopf das H immer wieder verrutscht, das ist alles.)

Andere Fächer habe ich ohne Mühen "aufgesogen", Bio zum Beispiel, und Logik hat mir auch gelegen, ich weiß, was eine exponentielle Kurve ist — und warum asia­ti­sche Länder so eindeutig sind in ihrer Seuchen­bekämpfung. Damit sind wir wie­der im Hier und Heute. Die halbherzigen Maßnahmen, die das Ganze in die Länge zie­hen, nerven nur noch.

Eine Pandemie passt nicht zu Phasen der Meinungs­bildung, der Abstimmung auf ver­schie­de­nen Ebenen, zur demokra­tischen Beschlussfassung unter Be­rück­­sich­­ti­­gung aller divergierenden Interessen. Mit der Schwerkraft verhan­deln wir ja auch nicht.

Diese Woche im französischen Radio (ich glaube am Dienstag, in der Mor­­gen­sen­dung von France Culture, kurz nach sieben): Das französische Hotel- und Gast­stät­ten­ge­werbe rechnet damit, nicht vor März 2022 wieder einigermaßen normal ar­bei­ten zu können. Als Geschäftsreisende in Sachen Sprache übertrage ich das schon beim Hören auf meine Branche. Derzeit haben wir pro Kollgen­duo hier eine, zwei Kon­fe­renz­an­frage(n) für kurze Veranstal­tungen im Quartal statt vor­co­ro­na­tisch einer bis zwei pro Woche. Online-Events kompensieren nicht im Ansatz, was weggefallen ist, was sicher auch an der Onlinefatigue liegt, die sich im Land aus­breitet.

Und in der Zwischenzeit nehmen manche Abgeordnete und Funktionsträger Vor­tei­le aus ihrer Amtsausübung wahr, die eigentlich nicht mit der Amtsaus­übung wahr­genommen werden dürfen, kassieren Geld, Stichwort Masken­affäre(n), sogar der designierte CDU-Kanzlerkandidat hat seine, oder schustern anderen Gewinne in ei­ner Art und Weise zu, die nur noch als schamlos etikettiert werden kann, was natürlich die Wut der Machtlosen, Ausge­grenzten, Berufs­un­tä­tigen und Long-Covid-Berufs­un­­fä­­hi­­gen sowie der Schwurbler aller Couleur weiter erhöht. Da braucht sich ein Cocktail zu­sam­men, der mir Sorgen bereitet.

Heute hat das Bundesverfassungsgericht den Berliner Mietendeckel gekippt. Ich darf mich da gleich einlesen (für einen Journalisten). Wir haben weiterhin Spät­win­ter­wetter, der schwächelnde Golfstrom sorgt für eine gleichbleibende Lage, was angesichts voll­laufender Intensiv­stationen zur Abwechslung mal eine gute Koinzidenz ist.

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Foto: Netzfund, leicht verändert

Donnerstag, 25. Februar 2021

COVIDiary (268)

Will­kom­men bei mei­nem Blog aus der Ar­beit­swelt. Wie wir Dol­metscher*innen und Über­set­zer*innen ar­beiten, ist oft nicht gut be­kannt. Seit die Pan­demie aus­ge­brochen ist, fin­den kaum noch Konferenzen statt (normalerweise arbeite ich mit den Sprachen Französisch und Englisch). Mir fehlen die Konferenzräume dieser Welt.  

Offene Balkontür, dahinter blauer Himmel
Vorfrühling mit ersten Blättchen
Seit vorgestern lebe ich spätestens ab der Mittagszeit mit offenen Fenstern und weit geöffneter Balkontür. Ende Februar habe ich sowas noch nicht erlebt. Und vor nicht einmal zwei Wochen waren es nachts bis zu minus 16 Grad Celsius kalt. Die Kli­ma­ka­tas­tro­phe ist nicht mehr zu über­se­hen, auch wenn ihre Ausprägungen hier derzeit eher schön ist (wie­wohl ers­chreckend).

In die Nachbarwohnung ist eine englische Muttersprachlerin mit ihrer Tochter ein­ge­zo­gen, die natürlich auch zu Hause lernt. Corona­be­dingt sind die Schu­len geschlos­sen. Leider ist die Wand zu meinem Ar­beits­zim­mer sehr dünn. Das ist OK wenn ich lese und übersetze, ich mag die bei­den sehr.

Am Abend sitze ich dort und dolmetsche konsekutiv Französisch ins Deutsche. Neben mir höre ich plötzlich Gemurmel auf Englisch. Es ist fast wie in einer echten Dolmetscherkabine. Was für eine Überraschung, der Coronavirus kann die Batterie von Dolmetscherkabinen am rückwärtigen Ende eines Konferenzraums simulieren!

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Fotos:

Mittwoch, 24. Februar 2021

COVIDiary (267)

Herzlich will­kom­men! Hier bloggt ei­ne Dol­met­sche­rin. Was Kon­fe­renz­dol­metscher und Übersetzer machen, wie sie arbeiten, wie sie leben, ist hier seit 2007 re­gel­mä­ßig Thema. Außerdem denke ich über die Sprach nach. Der Corona­virus hat aus dem Arbeits­ta­ge­buch ein subjekti­ves COVIDiary gemacht.

Der nächste Mit­mensch wieder, unbezahl­bar: Heute kom­men­tierte er meine Arbeit als "physische oder psychische Präsenz".

Wir unter­scheiden derzeit Dolmet­schen vor Ort oder Dolmetschen remote, aus der Ferne, via Inter­net, wie auch immer wir das bezeich­nen möchten.

Auf Fran­zö­sisch kennen wir solche Begrifflichkeiten aus der Bil­dung. Unter for­ma­tion à distance würde zum Beispiel ein Fernstudium fallen versus vor Ort, sur place. Die hässlichen Neologismen aus der Coronazeit dazu sind distanciel und présentiel.

Früher hieß ein Fern­stu­dium übrigens "per Post" oder "per Brief" oder sowas in der Preis­lage, études par cor­res­pon­dance, wurde dann schon in der 2. Hälfte der 1980er Jahre in études à distance umge­ändert, was ich genau weiß, da ich einige Scheine im Fern­stu­dium absolviert habe.

Phy­si­sche Prä­senz versus psychischer, recht hat der Mann. Bei den bis vor Corona üb­lichen Einsätzen war ich aus dem Haus, unter­wegs, voller Energie und Ar­beits­the­men im Kopf. Jetzt bin ich hier, voller Energie, verliere keine Kraft und Zeit mehr fürs Rei­sen und hab immer noch alle Arbeits­the­men im Kopf. Was der al­ler­nächs­te Mit­mensch jetzt mit­be­kommt. Weil es mich anders umtreibt als früher ... physische oder psychische Präsenz halt.

Schön, dass sich das Wetter in diesem Fast-schon-Früh­jahr 2021 wenigs­tens Mühe gibt. Da werde ich bald viele überschüssige Ener­gien ins Gärtnern investieren kön­nen. Oder mal wieder ans Ufer setzen und einfach nur lesen.

Lesende am Ufer, Mitte Februar (2014 und 2021)

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Fotos:
C.E.

Samstag, 23. Januar 2021

COVIDiary (251)

Im Blog aus der Welt der Spra­chen folgt heu­te der Link der Wo­che, dieses Mal ein Hinweis von meiner Kollegin Jacqueline Breuer aus Hameln. Danke, Jackie!

Ein Lob der komplexen deut­schen Mut­ter­spra­che konnten wir in der Mo­nats­mit­te in der Wochen­zei­tung DIE ZEIT lesen — und dankenswerterweise jetzt auch online: Lob der Mut­ter­spra­che. Warum wir uns nicht von der "Angli­sierung über­rol­len lassen" sollten, so der Untertitel des Beitrags, schildert Wolfram Kinzig hier eindrucksvoll an Bei­spielen seines Faches. Die letzten beiden Sätze seines Bei­trags bilden eine Art Zusam­menfassung und damit ein Plai­doyer für sprachliche Vielfalt: "Eine andere Sprache ist eine andere Welt­sicht. Wir sollten weiter­hin aus mög­lichst vielen Rich­tungen auf die Welt blicken."

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Ilustration:
DIE ZEIT

Freitag, 22. Januar 2021

COVIDiary (250)

Will­kom­men im digi­talen Arbeits­ta­ge­buch aus der Welt der Über­setzer und Dol­met­scher. Täglich arbeite ich meine Spra­chen, lese, schreibe, höre, denke auf Deutsch, Franzö­sisch und Englisch. Der Coronavirus hat mir eine Reise durch die eigene Wohnung beschert.

Salzseife etc. auf Jakobsmuscheln
37 Kilo Plastikmüll im Jahr "produziert jede(r) Deutsche im Jahr. Mir war das schon lange zu viel. Sehr oft kaufe ich ver­packungsfrei ein, liebe meine Märkte und die ent­spre­chen­den Ge­schäf­te. Na­tür­lich war auch das alles ursprüng­lich mal ver­packt, aber in großen Gebin­den mit Mate­rial, das erst wie­der­ver­wen­det und dann mit einer bes­se­ren Quote als die "gelbe Tonne" recycelt wird.

In Küche und Bad klappt das bei mir besonders gut, darüber habe ich hier schon 2014 berichtet. Von Jakobsmuscheln kannte ich bis vor kurzem nur das Unterteil, in meiner Muschel liegen Ringe. Die Oberteile, die ich im Novem­ber beim Trödler fand, sind ideale Seifen­halter mit Rillen "ab Werk", eine mini­male Wölbung lässt das Wasser ablaufen, auf der rauen Ober­­fläche liegen nasse Seifen rutschfest. 

Mein Shampoo ist eine Haarseife aus schwarzem Kreuz­küm­melöl von Subhany Öle, als Deo nutze ich einen Klumpen mit Natron, in Frankreich gekauft, für Hand und Körper schwöre ich gerade auf Salzseife von Maisoap, der Manu­faktur aus dem Nach­bar­bezirk Friedrichs­hain, die para­doxer­weise bei trockener Haut hilft. Ferner verwende ich kompos­tierbare Zahnseide im Glasspender, der Nachfüll­pack kommt in Papier, die gibt's im oben über den Link bereits erwähnten Unverpacktladen, der auch mini­mal Ver­packtes be­reit­hält.

Deo und Haarwaschmittel
Meine Zahnputztabletten fülle ich dort selbst im Glasfläschchen ab, Kokosöl für den Körper gibt's fertig im Glas, im Tonköcher sowie einem Lederetui in der Tasche habe ich meine handgesägten Kämme aus Horn und Holz und eine Bürste mit Holzstiftchen, das alles schont übrigens die Haare, die so weniger zu Spliss neigen.

Zero Waste heißt die Bewegung, die dahinter steht, und der Slogan dazu heißt: Lieber unperfekt starten als perfekt zu warten. Bewährt hat sich, hier erstmal mit einer oder zwei Sachen anzufangen. Auch hier kam nicht alle über Nacht und etliches kann auch ich noch verbessern.

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Fotos:
C.E.

Donnerstag, 21. Januar 2021

COVIDiary (249)

Bon­jour & hel­lo! Aus dem Ar­beits­le­ben der Über­set­zer und Dol­met­scher können Sie hier einiges erfahren. Ich arbeite mit den Sprachen Französisch, Deutsch und Englisch. Durch Corona reise ich räumlich derzeit weniger durch Deutschland und Europa, dafür durch die Zeit und die Kulturen, außerdem durch die privaten Räume. Ein Foto als Rückblick.

In Vor-Coronazeiten hätte ich diese Woche mit der Grünen Woche zu tun, au­ßer­dem würde ich mich auf die Ber­linale vorbereiten. Stattdessen gibt es in meinem Dolmetsch- und Über­setzungs­bü­ro viel Zeit fürs Selbst­studium und eigene Pro­jek­te, darunter auch kreativer Art.

Kuh, Stall, Weide und die entsprechenden Vokabeln
Viele Kühe machen Mühe
Dabei fiel mir ein Zitat von Co­luche wieder in die Hände, der in etwa gesagt haben soll: "Die Film­welt ist ab­surd. Du musst Er­folg haben, da­mit man Dir eine Chance gibt, um Er­folg zu haben." (Le milieu du cinéma est absurde. Il faut avoir du succès pour qu'on te donne une chance d'avoir du succès.) 

Mal sehen, ob ich mit mei­nen krea­ti­ven Sa­chen noch eine Chance bekomme.

Was ich machen kann und mache: Während der Pan­demie dekoriere ich die Woh­nung um, Cocoo­ning in der Coro­nazeit, also Corooning, davon hab ich ja bereits im März gesprochen. Vor Jahren hatte ich mir mal in einem Baumarkt ein Passe­par­tout für mein Kuhlexik bestellt, Größe: A4-Blatt. Der Angstellte im Laden und ich haben das Teil sorg­fältig ausgemessen. Die Bestel­lung ging los. Kam zu­rück. 

Zuhause dann die Überraschung: Der Zu­schneider hat die Ma­ße ei­gen­mäch­tig ver­än­dert, grrrrr, um einige Millimeter Platz zu lassen, damit das Blatt nirgendwo rausschaut. Ja, ich weiß, ich hätte und werde den Bogen mit säurefreiem Pa­pier­kleb­stoff ein winziges bisschen vergrößern müs­sen, aber das, genau das, hätte der Zuschneider echt meine Sorge sein lassen sollen.

Nach dem Shutdown wird das eine der ersten Sachen sein: Neubestellen und dieses Passe­partout hier nachmessen, dann beim nächsten Lernbild auf ein kleineres For­mat achten und außerdem rasch einen weiteren Rahmen nach­kaufen, solange Rah­men dieser Bau­art noch produziert werden, damit ich eine Serie hängen kann.

Was heute auf dem Schreibtisch lag: Soli-Übersetzung eines Arztbriefs, weiter mit den Ablagen, Rechnung Nr. 2 des Jahres geschrieben, Texte auf EN über die Lage der USA gelesen (Fortbildung) und eine neue Übersetzung angefangen.

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Foto:
C.E.