Mittwoch, 28. Oktober 2020

Ein kurzes Vorwort

Bonjour und herz­­lich will­­kom­men auf meinen Webs­eiten! Was Dolmetscher und Dolmetscherinnen umtreibt und beschäftigt, können Sie hier seit 2007 mitlesen. Derzeit finden allerdings coronabedingt wenig Präsenzveranstaltungen statt. Die Arbeit ändert sich.

Solidaritaet ist mehr als Haendewaschen (Plakat)
Am Maybachufer in Berlin
In Coronazeiten sind wir der­zeit nie mit vielen Kun­den im selben Raum, in Kon­gress­zen­trum oder Ta­gung­shaus oder unterwegs auf De­le­ga­tions­reise, das fällt gerade kom­plett aus. Trotz­dem sind wir wei­ter­hin für unsere Kun­den da. Wir dol­met­schen beim Stan­desa­mt oder im Kran­ken­haus, bei Werks­be­sich­ti­gun­gen, Fortbil­dun­gen und Hin­ter­grund­ge­sprä­chen.

Alles, was in kleinen Formaten mit nur wenig Gästen und unter Berücksichtigung aller Hygienevorschriften stattfindet, ist möglich. Immer öf­ter wird On­line­dol­met­schen nach­ge­fragt, konsekutiv (in Sprechpausen hinein) oder simultan. Weil diese Art der Übertragung für alle an­stren­gen­der ist, kleiner Bildschirm, gestauch­te und damit un­na­tür­liche Tonebene, Rauschen, Echos oder Zeit­ver­zö­ge­run­gen, dauern diese Einheiten meistens nicht so lang.

Wir bieten keine Bü­ro­sprech­stun­den an, haben allerdings neulich, als es ein­mal un­um­gänglich war sich zu treffen, mal eben eine Kurzbesprechung mit ex­ter­nen Gäs­ten in den Hofgarten ver­legt. Wie dem auch sei: Wir freuen uns auf Ihre An­fra­ge!

Und da wir nicht nur Spracharbeiterinnen und Spracharbeiter sind, sondern auch Menschen, die beobachten und ihre Zeit dokumentieren, in der wir leben, finden Sie auf den folgenden Seiten mein COVIDiary.

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Foto: C.E.

Sonntag, 4. Oktober 2020

COVIDiary (172)

Herzlich will­kom­men! Hier bloggt ei­ne Dol­met­sche­rin. Meine Sprachkenntnisse (Französisch, Englisch) trainiere ich täglich. Sonst wird das heute ein typischer Coronasonntag: Vormittags an die Luft, nachmittags, wenn die Wege voll sind, Lesen und Textarbeit. Daher ist mein Sonntagsbild heute unspektakulär.

Heute Früh in den Medien (DLF): Die Ständige Impfkommission (STIKO) rechnet damit, dass die ak­tu­el­le Kri­se noch 1,5 bis zwei Jah­re andauern wird, denn selbst wenn es eines Tages einen Impfstoff geben sollte, wird Zeit ins Land gehen, bis genügend Dosen produziert und Menschen geimpft sein werden.

Mutation oder Übergangsphase?

Das habe ich schon mal gehört. Mein Vater ging davon aus, dass die Überwindung der sa­ni­tä­ren Krise zwei Jahre dauern, und wei­tere zwei Jahre, bis sich wieder Alltag eingestellt haben werde. Für ihn war klar, dass  dieser anders sein müsse als zuvor, nach­hal­ti­ger und von einem Pa­ra­dig­men­wech­sel in Richtung einer so­zia­len, bil­dungs­op­ti­mis­ti­schen Ge­mein­wohl­öko­no­mie geprägt sein müsse.

Darüber haben wir oft gesprochen. Mein Interesse für Zu­kunfts­tech­no­lo­gien, die im Land­wirt­schafts­bereich oft bei dem ansetzen, was traditionell gemacht wurde, hat er geteilt. Nun ist jetzt schon fast drei Monate tot.

Andere Me­dien­nach­richt: In der Schweiz wurden nach ei­ner län­ge­ren Pau­se wie­der Wild­schwei­ne auf Ra­dio­ak­ti­vi­tät getestet, Ergebnis: 40 Prozent der Tiere sind über­mäßig verstrahlt. Tschernobyl liegt jetzt 34 Jahre zurück und das radioaktive Caesium-137 ist erst zur Hälfte zerfallen. 

Gibt es eigentlich Forschungen, was Ra­dio­ak­ti­vi­tät mit Knochendichte anstellt? Mein Vater hatte Osteo­po­rose, er wohnte jahrelang über einer Arztpraxis mit ei­nem Rönt­gen­gerät, ver­brachte Kriegs­nächte im Kel­ler in einem Gebiet mit viel Radon, und er war begeisterter Wildesser. (Sonst sind keine Os­teo­po­ro­se­fälle in der Familie bekannt.)

Im Garten haben wir Zwiebeln von Frühlingsblühern vergraben, darunter auch Kugel­köp­fi­gen Lauch. Das hätte unseren Vater gefreut. 

Und was ist mit dem Efeu los? Ich habe einen Steck­ling heran­gezogen von hellem Efeu, der al­ler­dings dunkel nachwächst. Mist, kann Papa nicht mehr fragen.

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Foto:
C.E.