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| Der schnelle Einblick in meinen Berufsalltag |
Mein Blick wandert zum oberen Ende des Schreibtischs, während ich nach Wörtern suche. Die Vorbereitung von Terminen ist oft zeitintensiv. Dabei sitze ich im Büro, stehe am Stehpult, oder aber ich gehe, wenn das Büro mit einer Schlussredaktion durch die Übersetzerkollegin belegt ist, zum kleinen Sekretär im Schlafzimmer, den ich sehr liebe, ein altes Möbel, wie das meiste hier.
Es gibt seit Jahren den Trend, alte Möbel anzustreichen. Beliebt sind Grau, Weiß oder Bonbonfarben. Ich bin eigentlich vehement dagegen. Angefangen hat das wie vieles in den USA. Dort gibt es nur wenige echte Antiquitäten, Importe, ja, und die Shaker-Möbel, die nur Kenner haben. Denen dürfte nichts passieren.
Echte alte Möbel aus Nordamerika sind die Chimney cupboards, die oft schon bemalt waren. Die dort üblichen häufigen Wohnortwechsel haben viel altes Mobiliar vernichtet.
Dann ging es in Europa los: Echte Schätze aus echtem Holz bekamen, wie es bereits einmal in den 1970ern Mode war, eine Plastikhaut. Mir tut sowas weh.
Dass manchen Menschen dunkle Möbel zu alt vorkommen, geschenkt. Das ist eine Frage der Prägung. Dass andere keine Lust auf ins Orange vergilbte Möbel (oder Holzböden) haben, kann ich sogar verstehen in Zeiten, in denen durch internationalen Einfluss die Farbe Orange nicht gerade den besten Ruf hat.
Jetzt kommt die Güterabwägung. Wenn die Umgestaltung alte Möbel vor dem Müll rettet, sollen sie lieber umgestaltet werden, vor allem, weil die Alternative oft das skandinavische Möbelhaus ist. Denn das ist ein Umweltzerstörer ohnegleichen.
(Wegen Allergien haben wir von dort nur wenig. Massengefertigtes ist oft nicht aus massivem Holz. Restholz wird zermalmt, mit Klebstoffen zu neuen Platten verarbeitet. Diese gasen aus. Ich habe Migräneodyseen erlebt bis zur Diagnose.)
Der weltweit agierende Möbelhersteller verarbeitet nicht nur Holz, sondern seit einigen Jahren auch Papierfasern, die mit Klebstoff versehen und mit Plastikfolie beklebt werden. Und jetzt kommt die Nachricht, dass jenes Möbelhaus trotzdem weiter irrational viele Wälder abholzen lässt.
Waldboden ist nach Kahlschlägen oft tot und braucht lange, bis er sich renaturiert. Die heutigen Wälder Europas sind meistens keine natürlichen Wälder mehr, sondern Plantagen (was Brände nicht stoppt, siehe die Katastrophen in Frankreich).
Aber nämliches Möbelunternehmen greift auch nach ökologisch wertvollsten, echten Wäldern, und das seit Jahren. Das sind alte, gewachsene Ökosysteme, seltene Refugien für die Biodiversität. Diese müssten eigentlich ALLE unter strengem Schutz stehen. Oft fehlen Gesetze. Manchmal mangelt es nur an Behörden, die überwachen, was passiert oder ob die Angaben in den Papieren stimmen.
Es ist ein Drama, dass ständig Natur auf dem Altar des Neoliberalismus geopfert wird. Nein, das Wort reicht nicht aus. Es ist ein Menschheitsverbrechen.
Diese Tage findet die 17. Weltnaturkonferenz (CBD COP17) statt, und zwar in Armenien. Da sind solche Themen Gegenstand. Dort, bei Jerewan, soll der Bibel zufolge dermaleinst die Arche Noah gestrandet sein. Was für eine Ironie der Geschichte!
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Grafik: KI (OpenAI)

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