ÜBERSETZEN IST HANDWERK, DOLMETSCHEN IST MUNDWERK
Caroline Elias, Dolmetscherin für Deutsch und Französisch in Berlin · Konferenzen · Politik und Wirtschaft · Wissenschaft · Medien · Delegationsreisen ·
Bonjour und hello und guten Tag! Was Dolmetscher und Übersetzer so alles erleben, können Sie hier mitlesen. Die Umwelt geht uns alle an. Täglich. Hier meine Sonntagsbilder.
Kochen entspannt
CO2-sparende, vegane und trotzdem nahrhafte Mahlzeiten sind so einfach aufzutischen! Und im Handumdrehen zubereitet. Ich kaufe meine Spiralnudeln dreifarbig (mit Spinat- und Tomatenextrakten gefärbt) im Unverpacktladen, dort kommen sie als "Bulkware" ins Geschäft. Ich gehe direkt mit meinen eigenen Vorratsgefäßen einkaufen. Die sind auch noch lebensmittelmottensicher.
Dann auf dem Markt vier Hände voll Wildkräuter aus der Region holen, in Papier verpackt, diese waschen, grob hacken, mit etwas Zitronensaft beträufeln. Auch das: Einen Schwung Zedernüsse (LKW-Ware aus Sibirien) in der Pfanne etwas anrösten, zusammen mit den Kräutern weiterhacken. Dazu Olivenöl (kaltgepresst) und Gemüsebrühe (ohne Hefe, mit dem Puderzuckersieb locker darüber verteilt), Pfeffer, Kräutersalz, Muskatnuss, alles schnell mischen und ohne Zeitverzug servieren.
Ja, die Mengenangaben sind ungenau, das ist Küchenalltag. Ich nehme vier Hände Wildkräuter für zwei Personen. Das Rezept werde ich bei Gelegenheit mal nachwiegen und Details nachliefern.
Gutes Essen ist für uns geistige Hochleistungsarbeiter von großer Bedeutung: Regional, saisonal und traditionell, z.B. Leinöl, liefert die besten Inhaltsstoffe. Ich kaufe meistens Bioqualität. Dabei lebe ich nicht nur vegan. Tierische Eiweiße kommen vor, Fisch und Fleisch selten. (Zitronen und Zedernüsse, LKW- und Flugware, sind ein Eingeständnis an die Ernährungsvielfalt. Ab und zu. Hohen Vitamin-C-Gehalt hat auch Scharbockskraut.)
Seit mehr als zwölf Jahren beschreibe ich hier meinen sprachbetonten Alltag. Ich bin Konferenzdolmetscherin und Übersetzerin, arbeite mit der französischen Sprache ... und mit Englisch als Ausgangssprache. Meistens jedenfalls.
"Fresse!" habe ich gesagt — zu mir selbst. Eine so direkte Ansprache ist sonst nicht meine Art. Dolmetscher sind ohnehin eher zwei Spuren höflicher als andere Zeitgenossen. Diesmal aber war alles anders.
Neulich habe ich ins Englische und aus dem Englischen gedolmetscht. Das war sehr interessant und eher lustig. Nur tief in mir drin gab es eine Stimme, die fand das irgendwie überhaupt nicht gut.
Dazu muss ich erwähnen, dass wir Dolmetscher Sprachen alphabetisch sortieren. "A" steht für die Muttersprache (Deutsch), "B" für die Hauptarbeitssprache (Ziel- und Ausgangssprache, bei mir Französisch) und "C" ist die sogenannte passive Sprache, die Ausgangssprache, in meinem Falle Englisch. Hier habe ich Fragen ins Englische gedolmetscht und die Antworten zurück ins Deutsche.
Da vorne bin ich irgendwo :-)
Das Unterbewusstsein wollte aber nicht Ruhe geben. Es hat sich immer lauter geäußert. Hat sich beschwert: "Was machst du denn da? Du kannst doch gar kein Englisch!" Mein Bewusstsein: "Hör doch hin, das klappt erstaunlich gut!" Das Unterbewusstsein: "Du bist 'ne Hochstaplerin." Mein Bewusstsein: "Fresse!"
Die Zeit, die es braucht, um anderthalb Antworten zu dolmetschen, war ich verunsichert.
Das Ganze geschah mitten auf der Bühne des 29. Filmkunstfests Schwerin. Aber ich habe mich schnell wieder gefangen. Ich liebe es, in echten Arbeitssituationen die C-Sprache trainieren zu dürfen. Dieses Trainingsmoment war eher diskret; für das Publikum habe ich die meiste Zeit ins Deutsche gedolmetscht. Dieses Jahr war Irland das Gastland. Es gab viel Besuch. Es hat sich angefühlt, als wären sie alle nur für mich von der grünen Insel angereist. So schön! Ich liebe meinen Beruf. Trotz solcher inneren Dialoge.
[Und ja, auch mit Jahrzehnten Berufspraxis auf dem Buckel, das Wort darf inzwischen ins Plural, kennen wir gelegentlich noch Lampenfieber, Selbstzweifel und Stressgedanken, die die Routine torpedieren. Adrenalin hilft uns, so hochgradig und dauerhaft aufmerksam zu sein, wie wir es müssen. Außerdem ähnelt ja auch die Art unseres Arbeitens immer wieder Prüfungssituationen früherer Zeiten.]
Was Französischübersetzer und -dolmetscher beschäftigt, können Sie hier mitlesen, zumindest aus meiner Perspektive. Heute beginnt eine neue Reihe mit der oft unfreiwilligen Poesie (oder Komik) automatischer Übersetzung. Einsendungen herzlich willkommen!
Ein Internetnutzer schrieb, um ein Pflegeetikett zu kommentieren: "Hier ist London. Franzosen sprechen zu Franzosen. Doch vorab einige private Nachrichten!"
Unfreiwillig poetisch
Franzosen haben jetzt das Rauschen von Mittelwellensendern der frühen 1940-er Jahre im Ohr und "Bumm-Bumm-Bumm-Bomm".
Dann folgen skurrile Geheimbotschaften, die damals nur die Empfänger entschlüsseln konnten, darunter geheimnisvolle Sätze wie: "Gabriel bleibt anonym". "Das Gespenst ist nicht geizig" oder "Der Abt ist nervös."
Bei der Abbildung oben links handelt es sich allerdings um einen Kassiber direkt aus den berüchtigten Sweatshops der asiatischen Textilindustrie, verstärkt durch die Hölle digitaler zum Zwecke der Übersetzung versklavter Bits und Bytes.
Wascheinleitung
Die Ausgangsfassung, die englische Variante ist schon arg gestammelt, vor allem in der Interpunktion: Machine wash cold / separateley. / Tumble dry low. / Only non-chlorine bleach. / when needed. / Do not iron over design. / Do not dry clean.
Oben steht deutsche Übersetzung dieser französischen Variante: La machine lave le rhume / séparément. / Tomber sec bas. / Seulement le décolorant de / non-chlore,quand eu besoin de. / Ne faire pas le fer par-dessus / la conception. / Ne pas sécher propre. / Fait dans Chine.
Wir Spracharbeiter und -arbeiterinnen verteidigen stets unsere Einzigartigkeit in Sachen Verständnis und Analyse.
Diese setzt auf die Kenntnis von Zusammenhängen. Diese Zusammenhänge werden gerade programmiert bzw. die Industrie baut auf Machine learning, automatisches Erkennen der Wortfelder, Wiedergabe von Zusammenhängen.
Hätte die Maschine hier schon auf ein Wortfeld zurückgreifen können, wie es die nächste Generation von Übersetzungsmotoren machen soll, wäre die Sache möglicherweise noch schicker falsch gewesen. Hier wurde ja tumble dry only zu tomber sec bas, tumble wie "schleudern" oder eben "stolpern", eine Bewegung von oben nach unten. Bei Tieren heißt gebären auf Französisch mettre bas, das mettre ist wie das Englische to put, bas wie "runter", "unten". Mettre bas wird bei Tieren in Zusammenhang mit der Geburt verwendet, wir kennen das aus dem Deutschen, wo das Wort "Niederkunft" allerdings nur für Menschen zur Verwendung kommt.
Was ich sagen will: Im Hinblick auf ein anderes Wort, denn das englische design wurde hier als conception wiedergegeben, was auch "Zeugung" heißt, wäre diese Übelsetzung vom Wortfeld ausgehend auch so möglich gewesen:
"Die Maschine wäscht den Schnupfen / getrennt. / Trockene Geburt. / Nur das Bleichmittel von / chlorfrei, wenn nötig ist. / Nicht mit dem Eisen überbügeln. / die Zeugung. / Nicht trocken sauber. / Hergestellt in China"
Solchen Humbug bei der Auswahl aus Wortlisten können denkende Menschen (mit Vorwissen) vermeiden. Die Wortwiederholung von "trocken" auch. Maschinen nicht. Sie haben keinen blassen Schimmer von dem, worum es geht. Der in diesem Kontext übrigens ein chlorgebleichter Schimmer sein müsste.
Hintergrundwissen ist auch nötig, um kulturelle Anspielungen zu erkennen. Auch das ist zutiefst menschlich. Siehe oben. Hier zum Reinhören:
Aufnahme um 1943/44
______________________________ Illustration/Film: Netzfund, ArchivesRadio, Caroline Elias
Wie Konferenzdolmetscher und Übersetzer arbeiten, können Sie hier mitlesen. Im 13. Jahr beschreibe ich hier meinen sprachbetonten Alltag. Manche Selbsterkenntnis folgt spät.
Das Gute an uns Dolmetschern: Weil die Arbeit so schwer ist, haben wir eine größere Achtung vor der Leistung der anderen und auch der eigenen. Wir sind zupackend, pragmatisch, organisiert. Wir arbeiten ganz konkret in der Vorbereitung und in der Kabine als Team und müssen aber auch die anderen Kabinen im Blick haben und für sie mitdenken. Der Job steht im Mittelpunkt, nicht das eigene Befinden. Wir erkennen uns am "Stallgeruch", an den Gewohnheiten, an der intellektuellen Aufgeschlossenheit, dem hohen Grad an Empathie.
Kurz: Wir sind keine Diven.
Sicher auch keine Diva
Ich glaube heute noch, dass diese Beschreibung für die meisten von uns gilt.
Bis ich dann leider doch auf divenhafte Dolmetscherkollegen traf, männliche und weibliche. Das war nicht einfach. Ich halte dieses Verhalten für einigermaßen inkompatibel mit dem Beruf und hielt mich fern, ohne, dass ich mein Unwohlsein hätte benennen können.
Und dann hatte ich ein Erlebnis, das wie die Probe in der Mathematik war. Ich begegnete einer echten Diva! Sie ist Musikerin, eine wunderbare Künstlerin, sprüht vor Charme. Glamour! Im Hauptberuf ist sie Dolmetscherin. Und klack!, kaum ging's um die Spracharbeit, war die Dolmetscherin da, klar, pragmatisch, solidarisch. Wunderbar.
Den subjektiven Arbeitsalltag in der Dolmetscherkabine beschreibe ich hier im 13. Jahr. Was uns als Französischdolmetscher und -übersetzer beschäftigt, geht oft über unseren eigenen Berufsbereich hinaus. Link der Woche!
Nachwuchskunst
Nächste Woche feiern wir den Tag der Arbeit. An diesem Wochenende steigt in Berlin mal wieder das Gallery Weekend, leider ohne mich, da ich vergrippt bin.
Meine Aufmerksamkeit gilt einem Hörfunkfeature über die prekäre Lebenslage von Künstlern und über die Frage:" Was ist unserer Gesellschaft die Kunst überhaupt wert?"
Spannend ist der kontrastierte Bericht der Lebenssituation einer jungen Künstlerin und eines alten Künstlers, der das einstige Berlin beschreibt. Als Spracharbeiterinnen betrifft uns das Thema. Künstler und Kunstprojekte sind potentielle Auftraggeber. Wir spüren an den Honorarvorschlägen, dass die Mittel an der breiten Basis kaum noch ankommen.
Über den Arbeitsalltag einer Dolmetscherin können Sie hier einiges lesen. Wenn ich nicht Konferenzen vertone, sitze ich am Übersetzerschreibtisch. Manches Kopfzerbrechen dort ist umsonst.
Row, row, row your boat!, singe ich heute vor mich hin. Das hat seinen Grund.
Rücksprung: Im Kindergarten hatte ich Frühenglisch. Geliebt habe ich die Kinderlieder, die wir dort gelernt haben, darunter eben dieses Lied, das wir im Vorschulunterricht allerdings nicht im Kanon gesungen haben.
Und warum die plötzliche Erinnerung? Eine Übersprungshandlung. Eben war ich noch hochkonzentriert und sah den Feierabend in weiter Ferne. Dann kommt der magische Augenblick, in dem sich sich sämtliche Probleme einer Vertragsübersetzung für ein Segelschiff in Luft auflösen.
Dass sich möglicherweise ein entstellender Rechtschreibfehler durch alle Dokumente hindurchzieht und ich nicht weiß, wie ich mit dem "Vorvertrag/promesse de vente"-Dingen umgehen soll, in Frankreich gibt es Vorverträge, die durch konkludentes Handeln zu Verträgen werden, in Deutschland nicht, alles das ist plötzlich nicht mehr wichtig, weil sich herausstellt, dass der Käufer der die Übersetzung beauftragende Anwalt selbst ist und er "nur" eine deutsche Fassung zur Orientierung braucht.
Also Übersetzung mit Fußnoten statt rechtlich bindendes, hundertfach geprüftes Zeugs, hach.
______________________________ Illustration: YouTube/Fairfield County
Children's Choir und C.E.
Bonjour, hello, guten Tag. Hier bloggt im 13. Jahr eine Dolmetscherin, üblicherweise mehrmals die Woche. Die Winterpause ist zuende, die Frühjahrssaison hat noch nicht richtig begonnen. Aber ...
⊗ Behördengang und Korrespondenz zur Erlangung einer Niederlassungserlaubnis
⊗ Diskussion zum Thema "Sexualität", Berliner Religionsgespräche in der Berliner Akademie der Wissenschaften (eine Rednerin bat kurzfristig um sprachliche Hilfe)
⊗ Schulmensen in Berlin und im Elsass
⊗ Kaufvertragsübersetzung "Segelschiff"
Komisches Karma, sag ich da nur. Vielleicht sollte ich öfter schreiben, dass ich Zeit habe. Ab der Woche vom 6. Mai wären dann wieder einige Termine frei.
Bonjour, hello, guten Tag! Französischdolmetscher und -übersetzer haben vermutlich einen eigenen Blick auf die Welt, und meiner ist nochmal anders. Ich schreibe hier mein subjektives Arbeitstagebuch und sonntags folgt (manchmal) das Sonntagsfoto ... Das ging schnell.
Der Titel ist geklaut, nein, entliehen. Ein nicht gekennzeichnetes Zitat. Es bekennt sich schuldig: Spracharbeiterin Caroline Elias, Teil der Berliner Französischdolmetscher und -übersetzerszene, die regelmäßig auch zu ökologischen Themen arbeitet. Heute: Link der Woche.
Einsam müht sich ein Bäumchen
Hier ein Testparcours für Wanderschuhe im Outdoorladen, also Steine, Geröll, ein kleiner Felsbrocken, ein Miniaturgebirge, auf ewig vom Eise befreit, dort eine vielseitige Aufpflasterung wie aus dem Musterbuch zur Verkehrsberuhigung des Bauamts oder eines Fachbetriebs, so sehen heutzutage zum Entsetzen der Naturschützer nicht wenige Vorgärten aus.
Ulf Soltau sammelt solche "Gärten des Grauens", die er im Internet vorstellt. Sie sind das überaufgeräumte Gegenkonzept zu wilden Gärten Kompost, ins Kraut schießenden, gelegentlich mal beschnittenen Gewächsen, Hochbeeten oder Grünpflanzen im Sommerquartier. (Hier ein Hörlink: SWR.)
Schottergärten gehen so: Alles abräumen, Plastikplane drauf, Steine drauf. Das biologische Leben unter der Plane ist zwar reduziert, trotzdem bricht sich die Natur immer wieder ihre Bahn. Da helfen dann Glyphosat und andere Vernichtungsmittel weiter.
Hässlich ist es obendrein. Auch hässlich sind Zäune, wie sie sonst um Kläranlagen und Parkplätze herumstehen: Gitter oder Abschirmwände anstelle einer Hecke, die anderswo Vögeln einen Lebensräume bietet.
Oft werden Gärten des Grauens so verteidigt: Das sei japanisch inspiriert, zudem höchst pflegeleicht, man schaffe den Garten nicht mehr. Hinweis: Zu beschäftigte oder ältere Herrschaften, die so etwas sagen, mögen bitte an ihre Kinder/Enkel oder an den Nachwuchs von Freunden denken. Sollte kein Geld für professionelle Gartenpflege vorhanden sein, hier gibt es niederschwellige Lösungen mit Menschen aus der Nachbarschaft. So könnte der Garten zur Bearbeitung auch Zeitgenossen angeboten werden, die sich einfach nur freuen, sich im Grünen austoben zu dürfen.
Zäune des Grauens
Jede und jeder von uns hat es mit in der Hand. Nach der Abschaffung der Blühstreifen an den meisten Feldrändern bedrohen auch solche Gärten die Existenzgrundlage der heimischen Biodiversität. Mit Einsicht scheint hier niemand weiterzukommen.
Guten Tag! Sie sind mitten in ein Arbeitstagebuch reingeraten, in dem sich alles um Sprache, Dolmetschen, Übersetzen und Kulturen dreht.Als freiberufliche Sprachmittlerin arbeite ich in Paris, Berlin, Brüssel und gerne dort, wo Sie mich brauchen! Heute ein anderer Blick auf den Schreibtisch.
Diese Wochen waren für ein Filmfestival reserviert und für Übersetzungen, die mit einem größeren Kulturprojekt in Zusammenhang stehen, Webseite, Antragsunterlagen, Gesprächstermine, erstes gedrehtes Material der Videodokumentation, Schnitt und Untertitel sowie weiteres, über das ich vertragsgemäß noch nicht sprechen darf.
Das Festival hat stattgefunden und viel Spaß gemacht. Festivalmoderationen sind ein Teil dessen, was ich buchstäblich seit Jahrzehnten anbiete (also seit zwei). In den kongressfreien Zeiten, im Februar und um Ostern herum, kann ich mir ein gutes Bild über den Stand des deutschen und internationalen Filmschaffens machen.
Das Kulturprojekt musste jetzt leider aus gesundheitlichen Gründen eines der Kreativen auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Damit habe ich Kapazitäten frei für Übersetzungen aus den Bereichen Kultur, Kunst, Wirtschaft und Soziales, Agrarwende, Gärten, Urbanismus, Architektur ...
Die laufenden Projekte sind abgeschlossen oder haben späte Zieldaten. Nun bin ich mal gespannt, was als nächster Termin reinkommt. Die Buchungen laufen weiter wie geplant, sogar der erste Termin für November 2019 ist reserviert, veranschlagt und unterschrieben.
Guten Tag oder guten Abend! Wie Dolmetscher für Französisch und Englisch leben und arbeiten, können Sie hier mitverfolgen. Ich arbeite für Menschen aus Politik, Kultur und Wirtschaft. Und ich bin natürlich an das Berufsgeheimnis gebunden und darf nur allgemeine Beobachtungen berichten.
Das war ein höchst wunderlicher Augenblick: Als eine große Rechtsanwaltskanzlei anrief und um eine Übersetzung bat und dies mit der Frage verband, wer ein Gutachten erstellen könne.
Ein offenes Geheimnis
Ich frage nach und erfahre, dass sich zwei Anwälte, einer in den 1950-er Jahren geboren, ein anderer in den 1970-er Jahren, im Schriftverkehr auf maschinelle Übersetzungen verlassen und deswegen eine Frist verpasst hatten. Die zweite Frist war noch nicht verpasst. Nur hier konnte ich helfen.
Die Angelegenheit ist schon etwas her.
Ich wollte erst den Ausgang erfahren, bevor ich hier anonymisiert darüber schreibe. Ein Gutachten habe es durchaus gegeben, heißt es, allerdings habe die Richterin die Antragsteller knapp abgefertigt: Das wisse doch jedes Kind, dass man sich auf maschinelle Übersetzung aus dem Internet nicht verlassen könne.
Guten Morgen, Mittag oder guten Abend! Hier bloggt eine Konferenzdolmetscherin und Übersetzerin. Dabei arbeite ich (aktiv und passiv) mit Deutsch und Französisch sowie (nur passiv, also als Ausgangssprache) mit Englisch. Dort, wo mich meine Kunden brauchen, bin ich dann meistens auch tätig: Köln, Berlin, München, Lyon, Straßburg, Paris ... um nur einige Beispiele zu nennen.
Die Natur zieht den Vorhang zu
Heute wieder den Blick auf den Schreibtisch. Derzeit beschäftigen mich folgende Themen:
⊗ Ökologische Wende in der Wirtschaft
⊗ Kostengünstiger, nachhaltiger Wohnbau
⊗ Schlafmangel als Gesellschaftsproblem
⊗ Migration aus Afrika (Vorbereitung eines Filmgesprächs)
⊗ Nachbereitung Filmherstellung + -ästhetik auf Englisch
Im 13. Jahr beschreibe ich hier meinen sprachbetonten Alltag. Ich bin Konferenzdolmetscherin und Übersetzerin, arbeite mit der französischen Sprache (und aus dem Englischen). Sonntags werde ich privat.
Diese Frühlingstage bringen winterliche Kälte mit sich. Eigentlich sind die Wollsachen längst frischgewaschen im "Mottensafe" verstaut, die ersten Kleidermotten wurden schon gesichtet, doch immer wieder muss ich mir etwas aus den luftdichten Kisten holen. Die Kälte ist feucht, das Wetter aber nicht so regennass, wie es sein müsste in einem üppigen Frühjahr.
Morgens machen die Vögel wunderbar Rabatz, weder bei den Eltern auf dem Dorf noch in der Stadt am Kanal und in Parknähe ist es ein stummer Frühling. Bunt ist er auch hier und da. Die Klivie blüht versteckt Richtung Arbeitszimmerfenster; nur nicht umstellen, das mögen Clivien nicht. Die künftigen Balkontomätchen und die Bienen- und Vogelweidepflanzen im Miniformat scheinen allerdings im Wachstum zu pausieren.
Frühling zuhause
Und während das zarte Laub der Straßenbäume wie in Zeitlupe den Vorhang zur anderen Uferseite zuzieht, habe ich das seltene Gefühl angehaltener Zeit. Das Frühjahr scheint zu pausieren. Sonntagsruhe. Am Abend moderiere ich zwei Festivalprogramme, die ich schon einmal moderiert habe, ich muss also nichts vorbereiten. Im Haus ist es still.
Da erfahre ich vom Tod eines Bekannten, eines Lektors und sprachmächtigen, zurückhaltenden Mannes aus dem Osten der Republik. Und trotz aller Trauer und der Wut über diese Natur, die zwei kleinen Kindern den späten Vater genommen hat, haben die Zeilen eines Verlags anlässlich dieses plötzlichen Herztodes etwas tröstliches. Es klingt nach dem Beginn von Einsicht, wenn ein Nachruf so endet: "Wir nehmen uns seinen Tod zur Mahnung, freien Mitarbeitern nicht zeitliche Versäumnisse des Verlages überzuhelfen, sondern ihnen die Zeit zu lassen, die sie für eine gründliche Arbeit brauchen."
Möge sich diese Erkenntnis auch anderswo in der Kultur verbreiten. Und weil Zeit immer gleich auch Geld bedeutet: Möge gründlich erledigte Geistesarbeit endlich wieder allen Beteiligten gute, auskömmliche Honorare und Gehälter wert sein. Hier meine ich jetzt nicht einen bestimmten Verlag, sondern die ganze Kulturbranche und Kunden wie Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen: Würden sich nicht so viele unter Wert verkaufen, die Preise wären andere.
Seit mehr als zwölf Jahren beschreibe ich hier meinen sprachbetonten Alltag. Ich bin Konferenzdolmetscherin und Übersetzerin, arbeite mit der französischen Sprache (und aus dem Englischen). Heute ist der x-te No-Brexit-Tag und gefühlt zum 20. Mal wurde der Eröffnungstermin für den neuen Berliner „Fluchhafen“ verschoben.
Ein echtes Dolmetscherproblem bringt heute die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Zitat:
Nach der Ankunft in Brüssel hat Macron zunächst gesagt, nichts sei garantiert, erst recht nicht ein langer Aufschub. Aus französischen Diplomatenkreisen hieß es, er habe sein Statement damit begonnen, er könne seiner Hausmeisterin („Concierge“) nur schwer erklären, warum die 27 EU-Partner sich auf eine befristete Verlängerung festgelegt hätten, diese jetzt aber ohne erkennbare Veränderung in London verlängern wollten. Juncker soll sarkastisch erwidert haben, er habe keine „Concierge“, daher müsse er ihr auch nichts erklären. Tusk, dem bei der Verdolmetschung „Concierge“ offenbar durch „Putzfrau“ übersetzt wurde, soll gesagt haben, er putze zu Hause selbst.
Wie übersetze ich den Begriff für etwas, das es in anderen Ländern so nicht gibt. Ich wähle Artverwandtes und hoffe auf minimale Inhaltsverschiebung und darauf, dass der Begriff nicht in den Focus des Gesprächs gelangt.
Ich nehme mal an, dass es das Wort Concierge nicht auf Polnisch gibt. Vermutlich hätte ich „Hausmeister“ gewählt, den gibt es mindestens in Fabriken und Büros. Im Englischen kommt das Wort im Kontext luxuriöser Wohnanlagen vor, da ist es ein gehobener Empfang (in gehobenen Wohnhäusern), der Gäste abwimmelt, Taxis ruft und die Abholung von Wäschereiwäsche veranlasst. Ähnliche Aufgaben übernehmen in Deutschland Concierges in Hotels.
In Frankreich ist die meist weibliche Concierge der Zerberus im Erdgeschoss, sie überwacht die Tür, übernimmt die Post und Schlüssel für Handwerker, nimmt Post und manchmal auch das eine oder andere Kind entgegen. Sie wischt Treppen, Eingang und Hof, stellt die Mülltonne raus und weiß im Haus bescheid.
Bonjour und willkommen! Als Dolmetscherin und Übersetzerin mit den Schwerpunkten Wirtschaft, Politik, Kultur und Soziales arbeite ich in Berlin, Paris und dort, wo Sie mich brauchen. Hier schreibe ich (stets verallgemeinernd) über den Beruf.
Freitagvormittag, die Tagesdispo flattert in den Mailpostkasten. Das klingt nach Film, "die Dispo", the call sheet, la feuille de présence. Es ist mein Tagesplan für heute. In einer Spalte steht das da:
Also nicht ganz so, der Text stammt aus der Dispo, die Illustration von pixlr.com. Ja, kann man machen. Die hier berichtende Dolmetscherin und Moderatorin sagt indes: Alkohol erst nach der Arbeit. Alkohol bei der Arbeit: Nie.
Soweit es mich angeht jedenfalls. Aus Gründen des Geradeaussprechens. Mehr ist zu dem Thema nicht zu sagen. Damit habe ich das Thema für diesen Blogpost erschöpfend bearbeitet.
______________________________ Illustration: Festival und C.E.
Bonjour und hello und guten Tag! Was Dolmetscher und Übersetzer so alles erleben, können Sie hier mitlesen. Manchmal braucht ein Kompliment etwas, bis es bei mir ankommt.
Die Kundin, die 25 Jahre jünger ist als ich: "Sie sprechen wie meine Mutter!" Ich muss darauf vor Schrecken die Augenbrauen sehr zusammen gezogen haben. Wie sprechen Mütter? Oft wissen sie die Dinge besser (oder meinen das zumindest). Aber ich hab doch gar nichts kommentiert, hinterfragt oder vorsichtig Hinweise gegeben?
"Ich mein' das positiv. Das ist ein ganz anderes Französisch!", sagt sie weiter. Die junge Frau hat ihr Studium gerade beendet, wofür sie auch länger im englischsprachigen Ausland war, und arbeitet jetzt als Unternehmensberaterin. "Sie verwenden Wörter und Begriffe, die meine Generation oft gar nicht mehr kennt. Also so richtig echtes Französisch. Wie im Radio oder im Theater."
Gesehen in Kreuzberg
Naja, dort habe ich gelernt und lerne täglich weiter, dort arbeite ich manchmal auch. Der Arbeitgeber der Kundin ist ein bekanntes international tätiges Unternehmen. Und die junge Frau kauft sich gerade eine Wohnung, die 6000 Euro pro Quadratmeter kostet, nicht klein, in Kudammnähe.
Vermutlich wird ihr am Ende meine bescheidene Kostennote zu teuer sein. Hatte ich neulich erst. Teure Oberschichthochzeit, und dann nachträglich in Viertelstundenhäppchen feilschen wollen. Dabei sind von jeder neuen Stunde bei mir die ersten 15 Minuten gratis. Eine weitere (volle) Stunde berechne ich erst ab der 16. Minute. Kulanz.
Ergänzung: Meine Befürchtungen waren zum Glück völlig unberechtigt. Die junge Französin hat ein zweites Mal überrascht, wie schön! Sie hat mich um Lesetips gebeten, um etwas für ihre Muttersprache zu tun.
Bonjour, welcome, guten Tag! Hier lesen Sie Notizen aus dem Alltag einer Konferenzdolmetscherin und Übersetzerin. Ich arbeite mit der französischen Sprache (und aus dem Englischen). Neben Wirtschaft, Politik und Kultur zählen Ökolandbau und Bodengesundheit zu meinen Fachgebieten.
Blumen stehen Spalier
"Schön muss es aussehen!", sagt der Ladeninhaber in der West-City, als er die Blümchen gießt, die in Reih und Glied vor seiner Tür stehen. Ich stolpere nach einem Dolmetscheinsatz gerade aus einem benachbarten Büro. Als Naturfreunde kommen wir ins Gespräch. Ich frage ihn, ob er von der Gefahr für die Bienen weiß, die von vielen Gewächshausblumen ausgehen. Seine knappe Antwort darauf ist leider typisch.
Er sagt: "Mir doch egal, Hauptsache, es sieht schön aus!" und geht rein, um neues Wasser zu holen. Ich schaffe es gerade noch, ein freundliches Wort des Abschieds zu sagen. Der Mann meint es ja nicht böse. Er steckt nur wie so viele andere im täglichen Überlebenskampf.
Andere Menschen suchen die Blühpflanzen für die Balkonkästen sorgfältig aus, um bewusst die Bienen zu füttern. Viele wissen nichts von den Kollateralschäden aus den Laboren. Dass sie die Bienen damit möglicherweise gefährden, wissen sie nicht. Gefahr droht aus den meisten gewerblichen Gärtnereien: 2014 waren mehr als 80% der in der Schweiz getesteten Blühpflanzen aus den Gartencentern mit Neonikotinoiden belastet; Agrargifte, die toxisch auf Bienen wirken. Heute (und außerhalb der Schweiz) dürfte es kaum besser geworden sein, der Verbrauch von Umweltgiften steigt.
Neues Misstrauen gegen Pflanzen von 2018
Der Direktor des "Papiliorama" im Berner Seeland (Schweiz), Biologe Caspar Bijleveld, erinnert regelmäßig daran, dass diese Pestizide für Insekten drei- bis siebentausend mal giftiger wirken als DDT, von dem sich bis heute Rückstände in den Böden finden.
Die Folgen sind bekannt: 2018 haben 30 Prozent der Bienenvölker Frankreichs den Winter nicht überlebt. (Normal wäre ein Verlust von etwa zehn Prozent.) Die Schmetterlings- und Libellenpopulationen nehmen genauso ab wie die Arten und Populationen der Vögel und der Fische. Neuen Studien zufolge könnten Reste von Neonikotinoiden in Pflanzen auch für Säugetiere gesundheitlich gefährlich sein.
Hofgarten mit Giersch (2018)
Damit bin auch ich wieder mitten im Gartenjahr. Frühling bedeutet, zunächst als Ausgleichssport zu Schreibtisch und Kabine im Hofgarten den Giersch zu entfernen. Giersch hat rhizomartige Wurzeln, die sehr einfach brechen. Es ist eine Aufgabe für künftige Zen-Meister. Und dann heißt es, sich um die eigenen Sämereien und Stecklinge zu kümmern. Ich verwende Biosaatgut aus ländlicher Produktion. Im Internet gibt es Quellen, mancher Biomarkt hat auch Sämereien im Angebot. Da viele Samenarten öffentlich oft nicht verkauft werden dürfen, ohne eine (teure) Lizenznummer zu haben, sind es oft Vereine, die sich des Saatguts annehmen, die Tauschringe organisieren und ihre Mitglieder versorgen.
Erste Menschenpflicht ist daher heute: Aussähen, verschenken, tauschen und pflegen von gesunden, unbehandelten Blühpflanzen. Und wer keine Topfblumen mag oder vielleicht keinen Balkon hat, der kaufe eine mittelgroße Auswahl an Küchenkräutern im Bioladen seines Vertrauens, stelle sie auf die Fensterbank, sichere sie gegen Runterfallen bei starken Windböen ab, gieße gelegentlich ... und lasse sie dann fröhlich ins Kraut schießen!
Willkommen auf der Seite einer Französischdolmetscherin und -übersetzerin mit Hauptarbeitsort Berlin. Hier können Sie Einblicke nehmen in unseren Alltag, zu dem auch das Aufschreiben von Begriffen zählt. Bis sie am Tag X dann plötzlich gebraucht werden.
Wider seien Willen jemanden zu etwas verpflichten, das lässt sich in einem Verb zusammenfassen.
Der Begriff kommt aus dem Englischen, to shanghai someone: Jemanden zur Arbeit zu entführen. Der Begriff ist Seemannssprache. Der Legende nach wurden im chinesischen Shanghai Matrosen in Bars betrunken gemacht und dann auf Seelenverkäufer verschleppt, alte Schiffe, die dann abgelegt haben. Ausgenüchtert bekamen die Matrosen die angeblich von ihnen unterschriebenen Arbeitsverträge unter die Nase gehalten. Ein Rücktritt vom "Vertrag" war ohnehin nicht möglich, das Schiff bereits auf offener See.
Angeblich soll diese Art der gewalttätigen Anheuerung in der chinesischen Hafenstadt Schanghai besonders häufig vorgekommen sein, so das deutsche Wikipedia. Das englischsprachige Wikipedia schreibt: The shanghaied person would wake up and find himself at sea, often on a long trip like to Shanghai ... Dass das "Shanghaien" vom Zielhafen kommt, ist eine andere Lesart.
Was lernen wir daraus? Wikipedia ist eine Quelle unter anderen und eben nicht so sicher wie einst Meyers Konversations-Lexikon.
Schon lange wollte ich den Begriff mal in eine Übersetzung einbauen. Tschaka, diesen Punkt auf der Liste darf ich jetzt streichen. Es geht um Filmaufnahmen für ein aktuelles Portraitprojekt.
Als Excel-Spalten in ein docx-Dokument gesetzt (oder "Pages", die Apple-Variante)
Und noch eine Trouvaille in Sachen kritische Hinterfragung von Internetquellen. Albert Einstein: "Der erste April ist traditionell der einzige Tag im Jahr, an dem die Menschen die Dinge, die sie im Internet finden, kritisch hinterfragen, bevor sie sie als Wahrheit zur Kenntnis nehmen."
Im 13. Jahr blogge ich hier darüber, was Dolmetscher und Übersetzer machen und auch darüber, wie sie bzw. wir arbeiten. Bonjour, welcome, guten Tag auf meinen Blogseiten. Ich arbeite als Französischdolmetscherin und Französischübersetzerin in Berlin, Paris, München, Marseille und dort, wo meine Kunden mich brauchen.
Das Wort mot d'esprit heißt auf Deutsch ... ein "Bonmot". Die Herkunft des Begriffs dürfte klar sein. (In Frankreich ist le bonmot weiterhin bekannt. Das ist deshalb erwähnenswert, weil es pseudofranzösische Begriffe gibt, die in Frankkreich niemand kennt, z.B. das Wort "Friseur".)
Heute zitiere ich meinen früheren Kollegen, den Journalisten Pascal Thibaut:
Das war mein Beitrag zum 1. April, kein Aprilscherz, sondern der Aprilsprachwitz. Merci beaucoup, Pascal !
Seit 13 Jahren blogge ich hier auf Blogspot.com, das ist kein Aprilscherz. Im verflixten 13. Jahr gibt es jetzt sogar einen Direktlink zu mir.
Und aus Gründen der Vermeidung unerwünschter Zusendungen über den Umweg dieser Seite.
Derzeit aufgrund meiner Familiensituation überwiegend nicht per Mobiltelefon erreichbar, sondern über caroline@adazylla.de. Normalerweise am besten bin ich per Mail erreichbar, wenn's schnell gehen soll, natürlich per Mobiltelefon. Sollte ich nicht drangehen, bitte eine Textnachricht senden, ich rufe zurück!