Absichtlich oder zufällig haben Sie meinen Blog angesteuert. Hier schreibe ich regelmäßig über meinen Berufsalltag als Dolmetscherin und Übersetzerin, aber auch ganz allgemein über die Arbeit von Sprachmittlern.
Wir Dolmetscher arbeiten immer dort, wo wir gebraucht werden. Das ist mit Anfahrtswegen verbunden. Bei Konferenztagen in Berlin und Potsdam sind diese Fahrtzeiten in der Regel mit dem Tageshonorar abgegolten. Bei Einsätzen außerhalb des Berliner Großraums kann es vorkommen, dass ich untätig verbrachte Zeit berechnen muss.
Zum Beispiel in der Regel dann, wenn ich für einen Tageseinsatz ganze zwei Tage unterwegs bin, denn in der Reisezeit kann ich ja keine anderen Aufträge annehmen.
Manchmal arbeite ich an längeren Übersetzungen und kann diese allerdings unterwegs fortführen. Dadurch reduziert die untätig verbrachte Zeit entsprechend, ich berechne sie dann auch nicht. Das — sowie der Umweltaspekt — ist ein Grund dafür, warum ich für viele Strecken, zum Beispiel nach Köln, lieber den Zug nehme als das Flugzeug. Hier kann ich ununterbrochen arbeiten, sitze gerne im Speisewagen und freue mich, nicht ständig Schlange stehen und Koffer, Tasche etc. durchleuchten lassen zu müssen.
Denn wenn ich (wie es öfter mal vorkommt) mit einem Koffer voller Dolmetschtechnik reise, darf ich ihre Funktionsweise schön regelmäßig den Zoll- und Sicherheitsbeamten vorführen, was das erste Dutzend Mal noch lustig war.
Und keine Regel ohne Ausnahme: Für Kulturvereine, deren Mitglied ich bin, für etliche NGOs und kleine, aber spannende Projekte, die zum Beispiel gerade der Filmhochschule entwachsen sind, reise ich immer wieder auch ohne, dass ich dabei auf die Uhr sehe. Da sind dann natürlich auch die Honorare andere, als für Industrie- und Medienkunden.
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Foto: C.E. (Archiv)
Was ich anbiete
Dienstag, 10. Juni 2014
Sonntag, 8. Juni 2014
Abendstimmung
Willkommen beim ersten Blog Deutschlands, der in der Dolmetscherkabine entsteht. Hier denke ich (an manchen Tagen auch vom Übersetzerschreibtisch aus) über unseren Alltag als Sprachmittler nach. Sonntags werde ich privat.
Der Berliner Stadtteil Kreuzberg hat seine beschaulichen Seiten, seine Bewohner und Gäste gehen regelmäßig im Freien schönen Abendbeschäftigungen nach.
Dazu hier meine Sonntagsbilder.
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Fotos: C.E. (Die Collage lässt sich, in ein zweites
Fenster geladen, durch Doppelklick vergrößern.)
Der Berliner Stadtteil Kreuzberg hat seine beschaulichen Seiten, seine Bewohner und Gäste gehen regelmäßig im Freien schönen Abendbeschäftigungen nach.
Dazu hier meine Sonntagsbilder.
Fotos: C.E. (Die Collage lässt sich, in ein zweites
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Kategorien:
Sonntagsbilder
Freitag, 6. Juni 2014
Heute mach ich blau ...
Hallo! Sie haben zufällig oder absichtlich eine Seite meines digitalen Arbeitstagebuchs aufgeschlagen. Ich bin Dolmetscherin und Übersetzerin für Politik, Wirtschaft, Medien, Soziales und Kultur. Jeden Tag denke ich über meine Sprachen nach, auch freitags nach eins.
Heute mach' ich blau. Ach nein, ich mach' grün. Die Redensarten in diversen Fremdsprachen, die von Farben handeln, finde ich besonders liebenswert. Wer blaumacht, bleibt dem Arbeitsplatz fern. Wer blau ist, hat zuviel Alkohol genossen. Wenn beides zusammentrifft und die Geschichte auffliegt, kann er oder sie sich am Ende grün und blau ärgern.
Oder aber sie ärgern sie sich schwarz. A propos schwarz wie die Nacht, wenn Franzosen einmal nachts partout nicht schlafen konnten, war diese une nuit blanche, eine weiße Nacht, selbst wenn man sich im dunklen Schlafzimmer wie eine Turbine im Bett gedreht hat. Wer aus den USA stammt und eine white lie vorbringt, eine weiße Lüge, der hat eine Notlüge verwendet, die niemandem wirklich wehtut. Wer eine rosarote Brille trägt, die oder der trällert in Frankreich la vie en rose. Das ist das Gegenteil von schwarz sehen, auf Französisch broyer du noir, nur Schwarzes vermahlen.
Dass ich heute blaumache is not a white lie, ich verlege nur später den Arbeitsplatz nach außerhalb des Arbeitszimmers, je vais me mettre au vert, ich begebe mich ins Grüne.
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Foto: C.E.
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| Lauschiges Plätzchen im Grünen |
Oder aber sie ärgern sie sich schwarz. A propos schwarz wie die Nacht, wenn Franzosen einmal nachts partout nicht schlafen konnten, war diese une nuit blanche, eine weiße Nacht, selbst wenn man sich im dunklen Schlafzimmer wie eine Turbine im Bett gedreht hat. Wer aus den USA stammt und eine white lie vorbringt, eine weiße Lüge, der hat eine Notlüge verwendet, die niemandem wirklich wehtut. Wer eine rosarote Brille trägt, die oder der trällert in Frankreich la vie en rose. Das ist das Gegenteil von schwarz sehen, auf Französisch broyer du noir, nur Schwarzes vermahlen.
Dass ich heute blaumache is not a white lie, ich verlege nur später den Arbeitsplatz nach außerhalb des Arbeitszimmers, je vais me mettre au vert, ich begebe mich ins Grüne.
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Foto: C.E.
Kategorien:
Arbeitsplätze,
Sprachschatz
Donnerstag, 5. Juni 2014
Mal wieder: Faktor Zeit
Willkommen, bienvenue & hello beim ersten deutschen Weblog aus dem Inneren der Dolmetscherkabine. Hier denke ich über unsere Arbeit nach.
"Wie machen Sie das nur? Sie wussten ja, was ich sagen wollte, noch ehe ich fertiggesprochen hatte?" Das war der Eindruck eines meiner Kunden vorgestern. Diesen Satz kennen wir in allen Variationen. Wir freuen uns jedes Mal sehr.
Mit uns freut sich derjenige, für den wir dolmetschen. Ich sollte ihn vielleicht nicht "Kunde" nennen, sondern Klient, um das andere Wort frei zu haben. Hier der Versuch der Ausdifferenzierung: Der Klient ist jener, mit dem ich die meiste Zeit verbringe, der Kunde derjenige, der am Ende zahlt. (Das Gleiche gilt natürlich für die Klientin, die Kundin usw., der einfacheren Lesbarkeit wegen variiere ich sparsam.)
Oft weiß der Kunde nicht, was im Raum mit dem Klienten stattfindet. Das ist schade. So kommt es zu Anfragen wie dieser, die ich gerade auf dem Schreibtisch liegen habe. Dolmetschen soll ich ein längeres Interview, das ein Journalist im Auftrag eines renommierten Verlags führen wird. Der Verlag steht sehr gut im Geschäft, die Publikation ist erfolgreich.
Mir wird für das zweistündige Gespräch ein Honorar von 100 Euro angeboten. Der Ort, an dem das Gespräch stattfinden soll, ist ein kleines, feines Luxushotel im Grunewald. Für eine Strecke dorthin gibt mir die digitale BVG-Anfrage eine durchschnittliche Reisezeit von 68 Minuten an. Mit dem üblichen Puffer auf dem Hinweg rechne ich 30+136, also knapp drei Stunden Fahrtzeit. Ich rechne weiter: Vorgespräch mit dem Interviewer (so erbeten): 15-20 Minuten, plus anderthalb Stunden Interview, ich bin jetzt bei 273,50 Minuten.
Dazu kommt noch das Buch, um das es gehen soll, das mir der Verlag kostenfrei zuschicken wird. Konservativ geschätzt brauche ich 15 Stunden, um es zu lesen und zu verarbeiten. Zum Glück kenne ich frühere Werke der zu interviewenden Persönlichkeit. Trotzdem würde ich vorher noch das eine oder andere kurz zur Hand nehmen, also sagen wir mal 2,5 Stunden lang.
Ich lande bei einem Gesamtaufwand 22,06 Stunden. Rechne ich großzügig 100 Euro durch 20 Stunden, dann komme ich auf grandiose 4,42 Euro pro Stunde. Fürstlich. Logisch, das Luxushotel im Südwesten der Stadt will ja auch bezahlt sein. Und im Grunde arbeite ich ohnehin nur zum Zwecke meiner Allgemeinbildung, warum soll dafür ein Großverlag aufkommen?
Ach so, noch ein O-Ton des Kunden: "Sie müssen das Buch doch nicht lesen, Durchblättern reicht völlig." Ob das der Klient weiß? Hm, vielleicht ist die Differenzierung Klient/Kunde auch nicht sinnvoll, die Begriffe sind zu nah, können zu rasch verwechselt werden und derlei Differenzierung kennen Anwälte und Psychologen nicht. Der Text hier ist ein Versuchsballon, vielleicht fällt ja einer Leserin oder einem Leser ein besserer Begriff ein. Die Diskussion ist eröffnet.
Und für alle, denen die Pointe noch unklar ist: Dolmetschen lebt von Vorbereitung. Die Zeiten, in denen wir sichtbar sind, können wie hier einen Bruchteil des Gesamtaufwandes darstellen. Und ich bin natürlich nicht in den Grunewald gefahren. Stattdessen habe ich mein Abo bei besagtem Periodikum gekündigt. Ich lese es lieber in der Beiz um die Ecke, da hat wenigstens auch die heimische Wirtschaft was davon.
P.S.: Mein Kostenvoranschlag sähe anders aus. Ich würde alles zu 100 % rechnen, auch die Fahrtzeiten, aber die Lesezeit nur zur Hälfte, denn ich kann Lesearbeit einschieben, wenn ich sonst Leerlauf habe, es blockiert keine gutbezahlten Kabinentage. So komme ich auf einen Gesamtaufwand von 12,56 Stunden.
Da wir als Konferenzdolmetscherinnen in der Regel sechs Stunden pro Tag dolmetschen, komme ich hier auf zwei Tage. Einen "Mengenrabatt" kann ich für gute Kunden schon ab dem zweiten Tag geben, so dass ich mit 1400 Euro zu verhandeln anfangen und nicht unter 1200 gehen würde, denn mein Output ist ja zur Veröffentlichung bestimmt, im Grunde müsste ich eine Urhebervergütung von mindestens 25 % aufs Honorar draufschlagen. (Notiz an mich: Das so als Rechnung mit einem höheren Grundrabatt auszuweisen, ist sicher psychologisch kein schlechtes Argument.) Korrekturlesen vor Drucklegung würde ich mit 75 Euro die Stunde berechnen. Das sind realistische Preise, die im oberen Mittelfeld des Marktes liegen.
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Foto: C.E. (Hotelbibliothek in Schwerin)
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| Leseidylle |
Mit uns freut sich derjenige, für den wir dolmetschen. Ich sollte ihn vielleicht nicht "Kunde" nennen, sondern Klient, um das andere Wort frei zu haben. Hier der Versuch der Ausdifferenzierung: Der Klient ist jener, mit dem ich die meiste Zeit verbringe, der Kunde derjenige, der am Ende zahlt. (Das Gleiche gilt natürlich für die Klientin, die Kundin usw., der einfacheren Lesbarkeit wegen variiere ich sparsam.)
Oft weiß der Kunde nicht, was im Raum mit dem Klienten stattfindet. Das ist schade. So kommt es zu Anfragen wie dieser, die ich gerade auf dem Schreibtisch liegen habe. Dolmetschen soll ich ein längeres Interview, das ein Journalist im Auftrag eines renommierten Verlags führen wird. Der Verlag steht sehr gut im Geschäft, die Publikation ist erfolgreich.
Mir wird für das zweistündige Gespräch ein Honorar von 100 Euro angeboten. Der Ort, an dem das Gespräch stattfinden soll, ist ein kleines, feines Luxushotel im Grunewald. Für eine Strecke dorthin gibt mir die digitale BVG-Anfrage eine durchschnittliche Reisezeit von 68 Minuten an. Mit dem üblichen Puffer auf dem Hinweg rechne ich 30+136, also knapp drei Stunden Fahrtzeit. Ich rechne weiter: Vorgespräch mit dem Interviewer (so erbeten): 15-20 Minuten, plus anderthalb Stunden Interview, ich bin jetzt bei 273,50 Minuten.
Dazu kommt noch das Buch, um das es gehen soll, das mir der Verlag kostenfrei zuschicken wird. Konservativ geschätzt brauche ich 15 Stunden, um es zu lesen und zu verarbeiten. Zum Glück kenne ich frühere Werke der zu interviewenden Persönlichkeit. Trotzdem würde ich vorher noch das eine oder andere kurz zur Hand nehmen, also sagen wir mal 2,5 Stunden lang.
Ich lande bei einem Gesamtaufwand 22,06 Stunden. Rechne ich großzügig 100 Euro durch 20 Stunden, dann komme ich auf grandiose 4,42 Euro pro Stunde. Fürstlich. Logisch, das Luxushotel im Südwesten der Stadt will ja auch bezahlt sein. Und im Grunde arbeite ich ohnehin nur zum Zwecke meiner Allgemeinbildung, warum soll dafür ein Großverlag aufkommen?
Ach so, noch ein O-Ton des Kunden: "Sie müssen das Buch doch nicht lesen, Durchblättern reicht völlig." Ob das der Klient weiß? Hm, vielleicht ist die Differenzierung Klient/Kunde auch nicht sinnvoll, die Begriffe sind zu nah, können zu rasch verwechselt werden und derlei Differenzierung kennen Anwälte und Psychologen nicht. Der Text hier ist ein Versuchsballon, vielleicht fällt ja einer Leserin oder einem Leser ein besserer Begriff ein. Die Diskussion ist eröffnet.
Und für alle, denen die Pointe noch unklar ist: Dolmetschen lebt von Vorbereitung. Die Zeiten, in denen wir sichtbar sind, können wie hier einen Bruchteil des Gesamtaufwandes darstellen. Und ich bin natürlich nicht in den Grunewald gefahren. Stattdessen habe ich mein Abo bei besagtem Periodikum gekündigt. Ich lese es lieber in der Beiz um die Ecke, da hat wenigstens auch die heimische Wirtschaft was davon.
P.S.: Mein Kostenvoranschlag sähe anders aus. Ich würde alles zu 100 % rechnen, auch die Fahrtzeiten, aber die Lesezeit nur zur Hälfte, denn ich kann Lesearbeit einschieben, wenn ich sonst Leerlauf habe, es blockiert keine gutbezahlten Kabinentage. So komme ich auf einen Gesamtaufwand von 12,56 Stunden.
Da wir als Konferenzdolmetscherinnen in der Regel sechs Stunden pro Tag dolmetschen, komme ich hier auf zwei Tage. Einen "Mengenrabatt" kann ich für gute Kunden schon ab dem zweiten Tag geben, so dass ich mit 1400 Euro zu verhandeln anfangen und nicht unter 1200 gehen würde, denn mein Output ist ja zur Veröffentlichung bestimmt, im Grunde müsste ich eine Urhebervergütung von mindestens 25 % aufs Honorar draufschlagen. (Notiz an mich: Das so als Rechnung mit einem höheren Grundrabatt auszuweisen, ist sicher psychologisch kein schlechtes Argument.) Korrekturlesen vor Drucklegung würde ich mit 75 Euro die Stunde berechnen. Das sind realistische Preise, die im oberen Mittelfeld des Marktes liegen.
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Foto: C.E. (Hotelbibliothek in Schwerin)
Mittwoch, 4. Juni 2014
Weiter im Text
Bonjour! Sie haben eine Seite meines digitalen Arbeitstagebuchs
angesteuert. Als Dolmetscherin und Übersetzerin bin ich in Berlin, Paris
und (fast) überall dort tätig, wo meine Kunden mich hinschicken. Wir
blicken gleich noch einmal auf meinen Schreibtisch.— Zwei Kostenangebote schreiben.
— Fremdsprachige Korrespondenz und weiterführende Recherche zu einem Dokumentarfilm, der für Arte entsteht.— Korrekturlesen der Übersetzung einer Kollegin (PPT für einen Kongress).
— Nachbereitung des langen Wochenendes, das ich mit Architekten in Berlin verbracht habe.
—
Lesen zu Fragen des Wahlrechts. Gewisse Persönlichkeiten mit
Doppelwohnsitz in Europa haben mehrfach gewählt, man spricht von 8000
Stimmen, die Wahl könnte angefochten werden.— Wiedervorlage: Sozialpoolitik.
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Fotos: C.E. (Archiv)
Kategorien:
Arbeitsplätze
Morgenroutine
Bienvenue auf meinen Blogseiten. Hier schreibe ich als Übersetzerin und Dolmetscherin über meinen oft sehr bunten Alltag und gewähre Einblicke in die Arbeitsfelder und -weisen.Dolmetscher lesen viel. Bei mir geht's los mit Radio, oft sogar schon im Bett.
Mein englischer Lieblingssender ist BBC 4. Ich höre oft noch im Halbschlaf, so sauge ich am besten neue Vokabeln auf. Wirtschaftssendungen und Hörspiele speichere ich auf meinem MP3-Player und höre sie beim Joggen oder in der U-Bahn. Beim zweiten Anhören notiere ich Vokabeln und weiterführende Literatur (bei den Themensendungen).
I'm a content-driven girl, Inhalte interessieren mich sehr. Vor vielen Jahren hätte ich eher abgebrochen mir anzuhören, was auf Deutsch ein "Feature" genannt wird, eine umfangreichere Reportage, als das, was auf Englisch ein feature heißt, ein dramaturgisch bearbeitetes Stück. Heute ist es andersherum. Auf dem mobilen Gerät habe ich die Auswahl auch aus vielen französischsprachigen Sendungen zu meinen Fachgebieten. Die Morgenroutine geht dann nach dem Frühstück mit dem Aufschreiben von Vokabeln und dem Nachschlagen eines grammatikalischen Problems weiter.
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| Arbeitet immer mit dem Schutz |
Heute habe ich das Wort 'Sumpf' gelernt. Mich hat folgende Redewendung erfreut: draining the swamp, not beating the crocodiles.
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Illustrationen: BBC / C.E.
Dienstag, 3. Juni 2014
Fast schon Rewriting
Was Dolmetscher und Übersetzer machen, ist der breiten Öffentlichkeit oft nicht genau bekannt. Hier schreibe ich darüber. Heute: Blick auf den Schreibtisch.
Mit Kollegen tausche ich Korrekturlesen, denn vier Augen sehen mehr als zwei. Manchmal kommen auch kurze Texte rein, die verbessert werden dürfen, hier: das Mietminderungsschreiben eines Buchladens.
Entwurf: Wie Sie wissen besteht seit einem halben Jahr auf dem Grundstück ...straße ... eine Baustelle.
Aufgrund der daraus folgenden ständigen Staubentwickvlung, Lärmbelästigung, die dazu führen, einerseits die Kunden abzuschrecken und andererseits normale Beratungs- und Geschäftsgespräche zu führen, sowie der eingeschränkten Möglichkeiten unseren Laden zu finden bzw. zu erreichen und der dementsprechenden Reduzierung der Laufkundschaft und der daraus folgenden Umsatzeinbüßen, die wir erleiden, möchten wir Sie davon in Kenntnis setzen, dass wir ab dem ... bis zum Ende der Belästigung die Miete um 25% mindern werden.
Ich musste sehr lachen, als ich das las. Ich sah vor meinem inneren Auge eine Baustelle, in der die Luft so staubbelastet ist, dass die Kunden den Eingang nicht finden — und sogar die Buchhändler das nur mit Mühe schaffen. Die Sache ist tragisch und ernst für den Laden. Meine Kollegin meinte trocken, dort sähe es aus wie auf dem Filmset, Motiv: Berlin, am Morgen nach dem Bombeneinschlag. Zum Glück war ich kurz zuvor zufällig dort vorbeigelaufen und hatte eine vage Vorstellung vom Desaster.
Ergebnis: Wie Sie wissen, wird seit einem halben Jahr auf dem Grundstück neben unserem Ladengeschäft ein Neubau errichtet.
Diese Baustelle ist nicht nur sehr laut, sie ist auch mit hoher Staubentwicklung verbunden. Das beeinträchtigt den Geschäftsverkehr zweifach: Gelingt es mal wieder einem Kunden, unsere Buchhandlung am Rande der Baustelle (und hinter Baustellenfahrzeugen und Materiallager) zu finden und trotz sie aller Widrigkeiten auch heilen Fußes zu erreichen, erschwert bis verhindert der Lärm jedes normale Beratungs- und Geschäftsgespräch. Die Laufkundschaft ist entsprechend zurückgegangen. Ab dem ... werden wir deshalb bis zum Ende der Behelligung die Bruttokaltmiete um 25% mindern.
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Foto: Jeremy Lynch
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| What rules the world |
Entwurf: Wie Sie wissen besteht seit einem halben Jahr auf dem Grundstück ...straße ... eine Baustelle.
Aufgrund der daraus folgenden ständigen Staubentwickvlung, Lärmbelästigung, die dazu führen, einerseits die Kunden abzuschrecken und andererseits normale Beratungs- und Geschäftsgespräche zu führen, sowie der eingeschränkten Möglichkeiten unseren Laden zu finden bzw. zu erreichen und der dementsprechenden Reduzierung der Laufkundschaft und der daraus folgenden Umsatzeinbüßen, die wir erleiden, möchten wir Sie davon in Kenntnis setzen, dass wir ab dem ... bis zum Ende der Belästigung die Miete um 25% mindern werden.
Ich musste sehr lachen, als ich das las. Ich sah vor meinem inneren Auge eine Baustelle, in der die Luft so staubbelastet ist, dass die Kunden den Eingang nicht finden — und sogar die Buchhändler das nur mit Mühe schaffen. Die Sache ist tragisch und ernst für den Laden. Meine Kollegin meinte trocken, dort sähe es aus wie auf dem Filmset, Motiv: Berlin, am Morgen nach dem Bombeneinschlag. Zum Glück war ich kurz zuvor zufällig dort vorbeigelaufen und hatte eine vage Vorstellung vom Desaster.
Ergebnis: Wie Sie wissen, wird seit einem halben Jahr auf dem Grundstück neben unserem Ladengeschäft ein Neubau errichtet.
Diese Baustelle ist nicht nur sehr laut, sie ist auch mit hoher Staubentwicklung verbunden. Das beeinträchtigt den Geschäftsverkehr zweifach: Gelingt es mal wieder einem Kunden, unsere Buchhandlung am Rande der Baustelle (und hinter Baustellenfahrzeugen und Materiallager) zu finden und trotz sie aller Widrigkeiten auch heilen Fußes zu erreichen, erschwert bis verhindert der Lärm jedes normale Beratungs- und Geschäftsgespräch. Die Laufkundschaft ist entsprechend zurückgegangen. Ab dem ... werden wir deshalb bis zum Ende der Behelligung die Bruttokaltmiete um 25% mindern.
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Foto: Jeremy Lynch
Kategorien:
Am Wegesrand aufgelesen,
Werkstatt
Montag, 2. Juni 2014
Architekturfranzösisch
Absichtlich oder zufällig haben Sie meinen Blog angesteuert. Hier schreibe ich regelmäßig über meinen Berufsalltag als Dolmetscherin und Übersetzerin, aber auch ganz allgemein über die Arbeit von Sprachmittlern. Ich kehre gerade von einer Studienreise zurück, ihr Ziel war ... mein derzeitiger Wohnort Berlin!
"Die französische Sprache ist poetischer, die deutsche konkreter, technischer", sagt Tankred, ein junger Architekt aus Deutschland, der in Frankreich lebt, "so ist es mit den Übersetzungen nicht immer einfach." Ich nicke und flüstere Regina, einer zweiten deutschen Architektin, die in Frankreich lebt, rasch zu, was Holzpellets auf Französisch heißt, les granulés de bois, denn sie sucht nach der Vokabel, bevor sie mit einem Teil der französischen Gruppe einen Heizkeller besichtigt.
Sonst bin ich diejenige, die ständig Vokabeln nachfragt, denn ich bin ein verlängertes Wochenende lang mit Architekten, Ingenieuren und anderen Baufachleuten auf Erkundungstour. Mal dominieren Fragen der Technik, es geht um Wände aus Leichtbeton (béton allégé) oder in Lehmbauweise (le pisé) gebaut, ein andermal liegt der Fokus auf Renovierung und Umbau, wir besichtigen die Hufeisensiedlung und ein ehemaliges Krankenhaus ("Am Urban").
Immer wieder wird bei der Art des gemeinschaftlichen Zusammenlebens nachgehakt. Wir denken über genossenschaftliches Wohnen ebenso nach wie über individuelle Situationen und Baugemeinschaftsprojekte, Baugruppen genannt, die anschließend eine mehr oder weniger intensive Form gemeinschaftlichen Zusammenlebens anstreben.
Begriffliche Abgrenzungen beschäftigen uns bis in die Mittagspausen hinein. Gemeinsam mit einer Pariser Journalistin loten wir diese unterschiedlich intensiven Formen sprachlich aus und stellen fest, dass der bislang verwendete Begriff habitat groupé, Gemeinschaftswohnen, allenfalls als Überbegriff taugt. Hier ist noch viel terminologische Arbeit zu leisten.
Ein schönes Beispiel gemeinschaftlichen Bauens und Wohnens in seiner "vollen Ausprägung" besichtigen wir dann in Johannisthal: Hier wird nicht nur gemeinsam Wärme produziert, auch die Autos und den Garten mitsamt Festsaal nutzen alle. Und einige ältere Menschen, die schon im Ruhestand sind, kümmern sich als Wahlverwandte mit um die Kinder der Berufstätigen.
Dann wenden wir uns wieder Fragen der Wärmedämmung zu. Meine Kritik der Wärmedämmverbundsysteme mit Styropor (im Baubereich: polystyrène expansé) trifft auf Zustimmung. Ich kenne jetzt Alternativen.
Weiter geht's im Text. Heute bereite ich weiter ein Arte-Projekt vor. In den kommenden Wochen folgt täglich eine Stunde lang die Nachbereitung dieser Bildungstour. Ziel ist die Erstellung einer Fachwörterliste sowie einer Sammlung von Texten und Links für die Kolleginnen. Die nächste Konferenz oder Studienreise zum Thema kommt bestimmt.
Vokabelnotizen
Das deutsche Wort Farbe ist nicht immer leicht zu übertragen.
die Farbe (Material) — la peinture
die Farbe (Farbton) — la couleur
Für Geländer gibt es auf Französisch Begriffe mit fließenden Abgrenzungen.
das Geländer — le garde-corps
das Geländer — la balustrade
die Brüstung — la rambarde
der Handlauf — la main courante
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Collage: C.E. (Merci beaucoup à bâtir sain)
"Die französische Sprache ist poetischer, die deutsche konkreter, technischer", sagt Tankred, ein junger Architekt aus Deutschland, der in Frankreich lebt, "so ist es mit den Übersetzungen nicht immer einfach." Ich nicke und flüstere Regina, einer zweiten deutschen Architektin, die in Frankreich lebt, rasch zu, was Holzpellets auf Französisch heißt, les granulés de bois, denn sie sucht nach der Vokabel, bevor sie mit einem Teil der französischen Gruppe einen Heizkeller besichtigt.
Sonst bin ich diejenige, die ständig Vokabeln nachfragt, denn ich bin ein verlängertes Wochenende lang mit Architekten, Ingenieuren und anderen Baufachleuten auf Erkundungstour. Mal dominieren Fragen der Technik, es geht um Wände aus Leichtbeton (béton allégé) oder in Lehmbauweise (le pisé) gebaut, ein andermal liegt der Fokus auf Renovierung und Umbau, wir besichtigen die Hufeisensiedlung und ein ehemaliges Krankenhaus ("Am Urban").
Immer wieder wird bei der Art des gemeinschaftlichen Zusammenlebens nachgehakt. Wir denken über genossenschaftliches Wohnen ebenso nach wie über individuelle Situationen und Baugemeinschaftsprojekte, Baugruppen genannt, die anschließend eine mehr oder weniger intensive Form gemeinschaftlichen Zusammenlebens anstreben.Begriffliche Abgrenzungen beschäftigen uns bis in die Mittagspausen hinein. Gemeinsam mit einer Pariser Journalistin loten wir diese unterschiedlich intensiven Formen sprachlich aus und stellen fest, dass der bislang verwendete Begriff habitat groupé, Gemeinschaftswohnen, allenfalls als Überbegriff taugt. Hier ist noch viel terminologische Arbeit zu leisten.
Ein schönes Beispiel gemeinschaftlichen Bauens und Wohnens in seiner "vollen Ausprägung" besichtigen wir dann in Johannisthal: Hier wird nicht nur gemeinsam Wärme produziert, auch die Autos und den Garten mitsamt Festsaal nutzen alle. Und einige ältere Menschen, die schon im Ruhestand sind, kümmern sich als Wahlverwandte mit um die Kinder der Berufstätigen.
Dann wenden wir uns wieder Fragen der Wärmedämmung zu. Meine Kritik der Wärmedämmverbundsysteme mit Styropor (im Baubereich: polystyrène expansé) trifft auf Zustimmung. Ich kenne jetzt Alternativen.
Weiter geht's im Text. Heute bereite ich weiter ein Arte-Projekt vor. In den kommenden Wochen folgt täglich eine Stunde lang die Nachbereitung dieser Bildungstour. Ziel ist die Erstellung einer Fachwörterliste sowie einer Sammlung von Texten und Links für die Kolleginnen. Die nächste Konferenz oder Studienreise zum Thema kommt bestimmt.
Vokabelnotizen
Das deutsche Wort Farbe ist nicht immer leicht zu übertragen.
die Farbe (Material) — la peinture
die Farbe (Farbton) — la couleur
Für Geländer gibt es auf Französisch Begriffe mit fließenden Abgrenzungen.
das Geländer — le garde-corps
das Geländer — la balustrade
die Brüstung — la rambarde
der Handlauf — la main courante
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Collage: C.E. (Merci beaucoup à bâtir sain)
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Arbeitsplätze,
Sprachschatz
Sonntag, 1. Juni 2014
Bunker
Herzlich willkommen beim Dolmetschweblog. Hier berichte ich von meiner Arbeit als Dolmetscherin und Übersetzerin für Kunden aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Bildung. Sonntags ist hier immer Platz für das Sonntagsbild, gerne auch im Plural.
In Berlin und Brandenburg gibt es viele Ecken, die Bände über die Geschichte erzählen. Der Zweite Weltkrieg hat besonders Berlin gezeichnet. Und auch noch nach vielen Jahres des Lebens in der deutschen Hauptstadt stolpere ich hier über Überbleibsel, von denen ich nicht einmal geahnt habe. Heute: Der Vatikanische Bunker. Den Eingang schmückt ein Tympanon, mir kam das doch reichlich obszön vor.
Wer weiß, an welcher Adresse dieser Bunker noch heute zu finden ist? Das Wort "finden" ist hier wörtlich zu nehmen; er liegt sehr versteckt.
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Foto: C.E. (Merci beaucoup à bâtir sain)
In Berlin und Brandenburg gibt es viele Ecken, die Bände über die Geschichte erzählen. Der Zweite Weltkrieg hat besonders Berlin gezeichnet. Und auch noch nach vielen Jahres des Lebens in der deutschen Hauptstadt stolpere ich hier über Überbleibsel, von denen ich nicht einmal geahnt habe. Heute: Der Vatikanische Bunker. Den Eingang schmückt ein Tympanon, mir kam das doch reichlich obszön vor.
Wer weiß, an welcher Adresse dieser Bunker noch heute zu finden ist? Das Wort "finden" ist hier wörtlich zu nehmen; er liegt sehr versteckt.
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Foto: C.E. (Merci beaucoup à bâtir sain)
Donnerstag, 29. Mai 2014
Museum der Wörter 5
Hallo, hier bloggt eine Spracharbeiterin. Ab und zu erinnere ich
an Begriffe, die wir den jüngeren Generationen heute erklären müssen, heute speziell zum "Herrentag".
Idee: H.F.
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Herrenausstatter, Bartbinde, möblierter Herr.
Idee: H.F.
Kategorien:
Museum der Wörter
Dienstag, 27. Mai 2014
Schreibpausen
Guten Tag oder guten Abend! Sie lesen auf den Seiten des ersten deutschen Weblogs aus dem Inneren der Dolmetscherkabine. Oft stehen wir aber auf dem Podium direkt neben jenen, die wir vertonen. Hier ein Alltagsmoment aus dem konsekutiven, also zeitversetzten Dolmetschen.
Der Mann links neben mir spricht ohne Punkt und Komma. Er ist sichtlich erbost über das, was er zu sagen hat. Er sieht nur das Thema, sein Publikum, vielleicht gerade noch die Wasserflasche vor sich. Mich aber sieht er nicht. Ich mache mir Notizen.
Immer, wenn er gedanklich ein Ende anstrebt, hoffe ich, jetzt auch mal dran zu sein.
Er wird langsamer, jetzt weist der Moderator rechts von mir auf mich, die Dolmetscherin in ihrer Mitte. Der Gast aus dem Ausland schaut in meine Richtung, aber er nimmt mich nicht wahr. Daher sieht er auch nicht, dass ich heftig nicke, ihn ansehe und noch den letzten Gedanken aufschreibe.
Und während eine kleine Pause entsteht und ich noch zwei Stichworte notiere, damit ich meinen Einsatz nicht gleich versemmele, holt links von mir der Mann (der auch eine Frau sein kann) tief Luft und beginnt erneut zu sprechen.
Erst als das Publikum unruhig wird, komme auch ich zu Wort. Die Beiträge, die ich heute Abend übertragen darf, werden alle sehr lang sein. Jetzt bekomme ich aber erst mal Szenenapplaus. Der Verdolmetschte begreift, was los war. Er strahlt mich an, beglückwünscht mich, bittet um Entschuldigung, fängt wieder an zu sprechen.
Und während der Moderator sein Amt offenbar schon aufgegeben hat, redet der andere neben mir weiter, ohne Punkt und Komma, sichtlich enerviert vom Thema. Er nimmt nicht wahr, was um ihn herum geschieht. Auch mich hat er wieder aus den Augen verloren.
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Foto: C.E.
Der Mann links neben mir spricht ohne Punkt und Komma. Er ist sichtlich erbost über das, was er zu sagen hat. Er sieht nur das Thema, sein Publikum, vielleicht gerade noch die Wasserflasche vor sich. Mich aber sieht er nicht. Ich mache mir Notizen.Immer, wenn er gedanklich ein Ende anstrebt, hoffe ich, jetzt auch mal dran zu sein.
Er wird langsamer, jetzt weist der Moderator rechts von mir auf mich, die Dolmetscherin in ihrer Mitte. Der Gast aus dem Ausland schaut in meine Richtung, aber er nimmt mich nicht wahr. Daher sieht er auch nicht, dass ich heftig nicke, ihn ansehe und noch den letzten Gedanken aufschreibe.
Und während eine kleine Pause entsteht und ich noch zwei Stichworte notiere, damit ich meinen Einsatz nicht gleich versemmele, holt links von mir der Mann (der auch eine Frau sein kann) tief Luft und beginnt erneut zu sprechen.
Erst als das Publikum unruhig wird, komme auch ich zu Wort. Die Beiträge, die ich heute Abend übertragen darf, werden alle sehr lang sein. Jetzt bekomme ich aber erst mal Szenenapplaus. Der Verdolmetschte begreift, was los war. Er strahlt mich an, beglückwünscht mich, bittet um Entschuldigung, fängt wieder an zu sprechen.
Und während der Moderator sein Amt offenbar schon aufgegeben hat, redet der andere neben mir weiter, ohne Punkt und Komma, sichtlich enerviert vom Thema. Er nimmt nicht wahr, was um ihn herum geschieht. Auch mich hat er wieder aus den Augen verloren.
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Foto: C.E.
Kategorien:
Arbeitsplätze,
Kopfeinsichten
Montag, 26. Mai 2014
Auf dem Schreibtisch
Bienvenue und willkommen! Sie lesen hier Notizen aus dem Sprachmittlerberufsalltag. Als Dolmetscherin und Übersetzerin arbeite ich in Paris, Berlin, Toulouse, Köln und überall dort, wo ich gebraucht werde. Meine Arbeitssprachen sind Französisch, Deutsch und Englisch (hier nur als Ausgangssprache).
Draußen ist das Wetter noch schön, aber einfach so rausgehen und genießen ist nicht, denn der Schreibtisch ist voll. Mich beschäftigt:
— Schlussredaktion einer Untertitelung zu einem digitalen Medienthema;
— Kollegenanfrage und Erstellung eines Kostenvoranschlags zu einem Dolmetscheinsatz Anfang Juli;
— Recherche zu einem Dokumentarfilmdreh in Paris: Ich suche über französische Journalisten die Adressen verzogener Interviewpartner;
— Lesen der Berichterstattung zur Europawahl; Ergänzen der eigenen Lexik und Textsammlung;
— Nachbereitung des Pro bono-Einsatzes zum Thema Entwicklungshilfe vom Wochenende, ehe Stichworte und Erkenntnisse verblassen.
Ab morgen soll es wieder schlechter werden, prompt wird dann der Tisch etwas leerer sein. So viel zum Thema: "Ihr Freiberufler könnt Euch aussuchen, wann ihr arbeitet!"
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Fotos: C.E. (Untertitelung, Subs Factory)
— Schlussredaktion einer Untertitelung zu einem digitalen Medienthema;— Kollegenanfrage und Erstellung eines Kostenvoranschlags zu einem Dolmetscheinsatz Anfang Juli;
— Recherche zu einem Dokumentarfilmdreh in Paris: Ich suche über französische Journalisten die Adressen verzogener Interviewpartner;
— Lesen der Berichterstattung zur Europawahl; Ergänzen der eigenen Lexik und Textsammlung;— Nachbereitung des Pro bono-Einsatzes zum Thema Entwicklungshilfe vom Wochenende, ehe Stichworte und Erkenntnisse verblassen.
Ab morgen soll es wieder schlechter werden, prompt wird dann der Tisch etwas leerer sein. So viel zum Thema: "Ihr Freiberufler könnt Euch aussuchen, wann ihr arbeitet!"
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Fotos: C.E. (Untertitelung, Subs Factory)
Kategorien:
Arbeitsplätze
Sonntag, 25. Mai 2014
Bilder einer Ausstellung
Willkommen beim einzigen Blog Deutschlands, das in der Dolmetscherkabine entsteht. Hier denke ich (an manchen Tagen auch vom Übersetzerschreibtisch aus) über unseren Alltag als Sprachmittler nach. Sonntags werde ich privat.
Vor 18 Jahren durfte ich Gisèle Freund bei einem Arte-Interview dolmetschen. Es war bereits das 2. Mal, denn als Studentin hatte ich bereits einmal das Glück, damals war ich als Journalistin für den Sender Freies Berlin tätig.
Auf meine Frage, wie ob sie im damaligen Berlin die Stadt von einst wiedererkennen würde, sagte sie mir in etwa das Folgende: Es gibt drei Momente, da weiß ich genau, wo ich bin. Wenn ich in der Nähe der Gedächtniskirche bin und die Augen schließe, klingt es doch sehr ähnlich. Ich finde Berlin auch in der U- und S-Bahn wieder. Letztes Moment: Berlin im Regen riecht so, wie keine andere Stadt riecht.
Damals fuhren noch alte Wagen im Untergrund, und in meinen ersten Berufsjahren bin ich in der Holzklasse mit der S-Bahn nach Babelsberg gereist. Sounds und Regengeruch sind geblieben.
Hinweis: Ausstellung "Gisèle Freund. Fotografische Szenen und Porträts", 23. Mai bis So, 10. August 2014, Hanseatenweg 10, dienstags bis sonntags 11 – 19 Uhr, hier noch der Link zum Flyer.
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Fotocollage: C.E.
Vor 18 Jahren durfte ich Gisèle Freund bei einem Arte-Interview dolmetschen. Es war bereits das 2. Mal, denn als Studentin hatte ich bereits einmal das Glück, damals war ich als Journalistin für den Sender Freies Berlin tätig.
Auf meine Frage, wie ob sie im damaligen Berlin die Stadt von einst wiedererkennen würde, sagte sie mir in etwa das Folgende: Es gibt drei Momente, da weiß ich genau, wo ich bin. Wenn ich in der Nähe der Gedächtniskirche bin und die Augen schließe, klingt es doch sehr ähnlich. Ich finde Berlin auch in der U- und S-Bahn wieder. Letztes Moment: Berlin im Regen riecht so, wie keine andere Stadt riecht.
Damals fuhren noch alte Wagen im Untergrund, und in meinen ersten Berufsjahren bin ich in der Holzklasse mit der S-Bahn nach Babelsberg gereist. Sounds und Regengeruch sind geblieben.
Hinweis: Ausstellung "Gisèle Freund. Fotografische Szenen und Porträts", 23. Mai bis So, 10. August 2014, Hanseatenweg 10, dienstags bis sonntags 11 – 19 Uhr, hier noch der Link zum Flyer.
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Fotocollage: C.E.
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Samstag, 24. Mai 2014
Glossare im Netz
Hallo beim 1. Weblog Deutschlands aus dem Inneren der Dolmetscherkabine. Heute folgt mein "Link der Woche", dieses Mal gleich im Plural.
Nein, ich will mir nicht vorstellen, wie unsereiner in Zeiten vor dem Internet gearbeitet hat. Oder andersrum: Als es mit dem Netz losging, war ich noch Journalistin und habe parallel zum Studium ordentlich das Recherchehandwerk gelernt. Das hilft mir noch heute. Und daneben durfte ich einmal für eine Studienkollegin eine Unfallschadensmeldung übersetzen. Das technische Wörterbuch in der Unibibliothek war bald erschöpft, also ging ich in eine KFZ-Werkstatt. Die Herren dort, die ich mit meinen Fragen vom Arbeiten abhielt, fanden das lustig, vor allem aber, weil ich von Technik so gar keine Ahnung habe. Die Sache ging gut aus, Glück gehabt.
Heute gibt es viele Glossare im Netz, auch einsprachige, die auch sehr nützlich sind.
Hier eine kleine, höchst subjektive Auswahl.
Passend zu den aktuellen Wahlen beginne ich mit einer französischsprachigen Vokabelliste zur Europäischen Union, die letztes Jahr von Le monde diplomatique veröffentlicht wurde.
Bauingenieur Wilfried Kunze aus Wiesbaden bietet eine Liste von Fachbegriffen aus der Baubranche an. Zu den Wörtern werden, wenn es passt, kleine Geschichten erzählt, so gefällt mir das, hier werde ich auch ohne konkreten Auftrag ab und zu mal vorbeischauen. Beispiel: Der Waalweg. Der Autor geht bei der Bezeichnung für Bewässerungsrinnen bis ins Jahr 1333 zurück und argumentiert auch mit geografischen Kenntnissen. Einige Wörter kannte ich schon lange, die Spundwand gehört dazu, oder die Kommunwand (Gebäudetrennwand zwischen Doppel- oder Reihenhäusern).
Ein besonderes Glossar besteht aus Lernkarten, mit denen sich eine Lernwörterkartei simulieren lässt. Hier: Gerichtsvokabular Englisch. Nur die Aussprache, die aufgerufen werden kann, klingt oft reichlich künstlich.
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Foto: C.E.
Danke für die Hinweise, Mesdames,
merci beaucoup à Giselle, Lise et Daniela!
Nein, ich will mir nicht vorstellen, wie unsereiner in Zeiten vor dem Internet gearbeitet hat. Oder andersrum: Als es mit dem Netz losging, war ich noch Journalistin und habe parallel zum Studium ordentlich das Recherchehandwerk gelernt. Das hilft mir noch heute. Und daneben durfte ich einmal für eine Studienkollegin eine Unfallschadensmeldung übersetzen. Das technische Wörterbuch in der Unibibliothek war bald erschöpft, also ging ich in eine KFZ-Werkstatt. Die Herren dort, die ich mit meinen Fragen vom Arbeiten abhielt, fanden das lustig, vor allem aber, weil ich von Technik so gar keine Ahnung habe. Die Sache ging gut aus, Glück gehabt.
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| Der Handapparat wird weiter täglich genutzt |
Hier eine kleine, höchst subjektive Auswahl.
Passend zu den aktuellen Wahlen beginne ich mit einer französischsprachigen Vokabelliste zur Europäischen Union, die letztes Jahr von Le monde diplomatique veröffentlicht wurde.
Bauingenieur Wilfried Kunze aus Wiesbaden bietet eine Liste von Fachbegriffen aus der Baubranche an. Zu den Wörtern werden, wenn es passt, kleine Geschichten erzählt, so gefällt mir das, hier werde ich auch ohne konkreten Auftrag ab und zu mal vorbeischauen. Beispiel: Der Waalweg. Der Autor geht bei der Bezeichnung für Bewässerungsrinnen bis ins Jahr 1333 zurück und argumentiert auch mit geografischen Kenntnissen. Einige Wörter kannte ich schon lange, die Spundwand gehört dazu, oder die Kommunwand (Gebäudetrennwand zwischen Doppel- oder Reihenhäusern).
Ein besonderes Glossar besteht aus Lernkarten, mit denen sich eine Lernwörterkartei simulieren lässt. Hier: Gerichtsvokabular Englisch. Nur die Aussprache, die aufgerufen werden kann, klingt oft reichlich künstlich.
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Foto: C.E.
Danke für die Hinweise, Mesdames,
merci beaucoup à Giselle, Lise et Daniela!
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Donnerstag, 22. Mai 2014
Weiterbildung
Auf den Seiten meines Blogs begrüße ich Sie herzlich. Hier schreibe ich regelmäßig über meinen Berufsalltag als Dolmetscherin und Übersetzerin, aber auch ganz allgemein darüber, was die Arbeit von Sprachmittlern auszeichnet.
Langsam trudeln die ersten Aufträge für die freigehaltene Zeit rein. Rückblende für die Nicht-Stammleserinnen und -leser: Eigentlich sollte ich gerade in Frankreich am Filmset dolmetschen und einen deutschen Schauspieler in Aussprachefragen beraten. Leider wurde alles wegen höherer Gewalt verschoben. Daher stehe ich jetzt mit leeren Auftragsbüchern da.
Denn im Vorfeld der geplanten siebenwöchigen Abwesenheit hatte ich alle Buchungsanfragen weitergereicht. In meiner Büroarbeit fühle ich mich dieser Tage bei meinen Rückmeldetelefonaten wie eine Berufsanfängerin. Ich trete auch mit Altkunden wieder in Kontakt und freue mich über schöne Gespräche und von Wertschätzung geprägtes Mitdenken.
Also: Demnächst bin ich einen halben Tag in einer Botschaft, es geht um aufenthaltsrechtliche Dinge, werde nächsten Monat einige Tage mit einem Dokumentarfilmteam in Paris unterwegs sein und Texte im Rahmen einer dramaturgischen Beratung, die zwischen Deutschland und Frankreich hin- und hergehen sollen, sind auch avisiert.
Dann heißt es, die Nase in aktuelle Themen zu stecken. TTIP und was das Freihandelsabkommen für die Kultur bedeutet, war Dienstag Thema in der Akademie der Künste am Pariser Platz. Die dort geführte Diskussion wird bald vom Radio gesendet. Die Links zu den Terminen folgen, sobald ich sie habe.
Gestern habe ich nachgelesen, was an Hinweisen zitiert worden ist, Begriffe für eine Lexik notiert, Beispieltexte zum Thema herausgesucht. Damit befand ich mitten im von mir regelmäßig beackerten juristischen Feld Urheberrecht.
Vor zwei Wochen habe ich beim filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern moderiert; den 2. Teil meines Schwerin-Rückblicks wollte ich dieser Tage bringen, da warte ich noch auf einige Fotos. Andere Zeitvertreibe sind das Schreiben von Kostenvoranschlägen oder das Löschen von Spams, darunter Massenmails anonymer Agenturen, denen unsereiner gerade mal ein Taschengeld wert ist.
Beispiel: Wer für 10 Stunden Arbeit an einem Eilauftrag schlappe 100 Euro zahlen möchten, den betrachte ich als Spam. Derlei "Agenturen" werden in Übersetzerkreisen "Umtüter" genannt. Sie versuchen, Arbeit billig einzukaufen und mit 100, 200 oder mehr Prozent Aufschlag weiterzuverkaufen, haben selbst von den jeweiligen Sprachen und Themen kaum eine Ahnung, sitzen gerne in Asien, oder aber die Makler sind unter jungen, frechen Computernerds zu finden.
Sollten Sie Übersetzer oder Dolmetscher suchen: Wenden Sie sich an hochqualifizierte Einzelkämpfer. Wir stecken fast alle in Netzwerken von Fachleuten, die mit gleich hohen Qualitätsansprüchen arbeiten. Wer Qualität liefert, bildet sich regelmäßig fort. Daher galt der Mittwochabend mal wieder dem Thema Filmwirtschaft bzw. Filmverleih.
Wir saßen in einem geschlossenen Raum, während draußen der Sommer 2014 eine erste Generalprobe gab. Mehr noch: Natürlich bezahlt unsereiner sein Wissen nicht nur mit Freizeit, sondern auch mit Geld, denn seit Jahren bin ich in einigen Vereinen und Verbänden stilles oder engagiertes Mitglied. So, jetzt geht's an die Nachbereitung.
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Fotos: C.E.
(*) Auch Hans-Jürgen Urban spricht gestenreich
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| Im Plenarsaal der Akademie (*) |
Denn im Vorfeld der geplanten siebenwöchigen Abwesenheit hatte ich alle Buchungsanfragen weitergereicht. In meiner Büroarbeit fühle ich mich dieser Tage bei meinen Rückmeldetelefonaten wie eine Berufsanfängerin. Ich trete auch mit Altkunden wieder in Kontakt und freue mich über schöne Gespräche und von Wertschätzung geprägtes Mitdenken.
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| Sonnenuntergang am Pariser Platz |
Dann heißt es, die Nase in aktuelle Themen zu stecken. TTIP und was das Freihandelsabkommen für die Kultur bedeutet, war Dienstag Thema in der Akademie der Künste am Pariser Platz. Die dort geführte Diskussion wird bald vom Radio gesendet. Die Links zu den Terminen folgen, sobald ich sie habe.
Gestern habe ich nachgelesen, was an Hinweisen zitiert worden ist, Begriffe für eine Lexik notiert, Beispieltexte zum Thema herausgesucht. Damit befand ich mitten im von mir regelmäßig beackerten juristischen Feld Urheberrecht.
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| Schattenmänner im Gespräch |
Beispiel: Wer für 10 Stunden Arbeit an einem Eilauftrag schlappe 100 Euro zahlen möchten, den betrachte ich als Spam. Derlei "Agenturen" werden in Übersetzerkreisen "Umtüter" genannt. Sie versuchen, Arbeit billig einzukaufen und mit 100, 200 oder mehr Prozent Aufschlag weiterzuverkaufen, haben selbst von den jeweiligen Sprachen und Themen kaum eine Ahnung, sitzen gerne in Asien, oder aber die Makler sind unter jungen, frechen Computernerds zu finden.
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| Raimund Franken — rmc medien consult |
Wir saßen in einem geschlossenen Raum, während draußen der Sommer 2014 eine erste Generalprobe gab. Mehr noch: Natürlich bezahlt unsereiner sein Wissen nicht nur mit Freizeit, sondern auch mit Geld, denn seit Jahren bin ich in einigen Vereinen und Verbänden stilles oder engagiertes Mitglied. So, jetzt geht's an die Nachbereitung.
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Fotos: C.E.
(*) Auch Hans-Jürgen Urban spricht gestenreich
Montag, 19. Mai 2014
Pech zum Quadrat
Bonjour, bonsoir, guten Tag oder guten Abend auf den Seiten meines digitalen Logbuchs. Hier schreibe ich als Übersetzerin und Dolmetscherin für die französische Sprache (sowie aus dem Englischen) über meinen Berufsalltag, der oft sehr hektisch ist. Erstens kommt es anders,
... zweitens als man denkt. Die abgelaufene Woche war für mich eine Schaltwoche. Nach dem Filmfest ist vor dem Filmfest, schoss es mir durch den Kopf, als mich vor drei Wochen eine Hiobsbotschaft erreichte: Ein ab dem 16. Mai geplanter größerer Dreh wurde wegen der Erkrankung eines der Hauptdarsteller um unbekannte Zeit verschoben.
So hatte ich kurz mit dem Gedanken gespielt, nun doch noch zum südfranzösischen Großereignis der Filmwirtschaft zu reisen. Bei den verschobenen Filmdreharbeiten hätte ich bis Ende Juni als Set-Dolmetscherin einen deutschen Schauspieler in Frankreich coachen und für ihn dolmetschen sollen, die Optionszeit (für eventuelle Nachdrehs) reichte bis in die erste Juliwoche.
Solche Filmaufnahmen werden lange im Voraus geplant, also hatte ich meine Cannes-Akkreditierung nicht groß betrieben, aber auch nicht eindeutig abgesagt, on ne sait jamais, you just never know! Ich hätte also noch kurzfristig zusagen können, denn zwei der von mir in den letzten Jahren sprachlich betreuten Filme laufen auf dem A-Festival.
Dann schien sich alles zu fügen: In der Ferienwohnung von Freunden in Cannes war plötzlich ein Kämmerlein frei geworden. (Hotels sind dort in der Zeit des Filmfestivals unbezahlbar und Spontaneität ist das Gegenteil der südfranzösischen Stadt.) Sogar eine Mitfahrt bot sich über Kollegen an, Zufälle gibt es, zwei Teilstrecken mit Boxenstopp und Job. Denn ein Job zwischendurch ist besser, als keinen offiziellen Job am Zielort zu haben.
In Cannes gibt es schon lange keine Verdolmetschungen ins Deutsche mehr, bis vor einigen Jahren wurden auch dort die Filme simultan verdolmetscht. Leider laufen dort seit langem auch keine deutschen Filme mehr im Wettbewerb (höchstens Streifen, die mit deutschem Geld entstanden sind). Bei meinen letzten Cannes-Aufenthalten war denn auch das spontane Dolmetschen von Koproduktionsgesprächen die Hauptaufgabe. (Die Interviewverdolmetschung übernimmt seit Jahren meistens ein öffentlich-rechtlicher Journalist als Koppelungsgeschäft.)
Am Ende kam alles nochmal anders — eine Magen-Darm-Grippe schlug zu, daher auch die kleine Sendepause, die hier eintrat. Das ist Pech zum Quadrat, wie meine kleine Großmutter gesagt hätte, die ihrer körperlichen Erscheinung wegen den Spitznamen Omaus trug. (Wer den nur erfunden hat!? Ich weiß es nicht mehr. Das war nicht abschätzig gemeint, sondern die größtmögliche Liebesbezeugung zu einer von zwei weltbesten Großmüttern!)
Diese Omaus hat mich auch für die Krankheitsphasen gestärkt. Als Kind hatte ich oft Bronchitis, Grippe oder was Dr. Spocks "Handbuch der Säuglings- und Kinderpflege" so hergab. Aus dieser Zeit weiß ich, wie wichtig es ist, immer selbstgekochte (Bio-)Hühnerbrühe im Tiefkühlfach zu haben. Dazu kommen viel Wasser und viel Schlaf, auch diese Fähigkeit habe ich mir von Kindertagen erhalten: Ich drehe mich zur Seite und spätestens nach einer Woche sieht die Welt wieder besser aus.
Das waren stille Tage. Als der Kopf wieder länger wach wurde, wandte ich mich Hörbüchern zu, Klassikern, die von wunderbar sonoren Stimmen vorgelesen wurden. 100 % Kopfkino ist weniger anstrengend als Filme zu sehen. Die Zeit wird angehalten.
Ab Donnerstag geht's hier normal weiter.
Aktuelle Lesetipps zum Thema Dolmetschen
— Link: "Fehlerlesen", Zeit-Magazin (Online-Beitrag datiert auf den 13. Mai 2014)
— Analog (oder hinter der Paywall): "Richtig gehört? Was politische Dolmetscher erleben" von Norbert Heikamp, "Die Zeit" N° 21 vom 15.05.14.
Der Artikel bezieht sich auf die Glosse Lost in Translation, "Die Zeit" N° 19/2014. (Die Pointe, die sich erst durch Heikamps Antwort erschließt: Hier war je Sprache nur jeweils ein Dolmetscher verpflichtet worden.)
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Archivbilder: C.E., Interview dolmetschen
(oben links: Laurent Cantet)
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| Dolmetschen beim TV-Interview |
So hatte ich kurz mit dem Gedanken gespielt, nun doch noch zum südfranzösischen Großereignis der Filmwirtschaft zu reisen. Bei den verschobenen Filmdreharbeiten hätte ich bis Ende Juni als Set-Dolmetscherin einen deutschen Schauspieler in Frankreich coachen und für ihn dolmetschen sollen, die Optionszeit (für eventuelle Nachdrehs) reichte bis in die erste Juliwoche.
Solche Filmaufnahmen werden lange im Voraus geplant, also hatte ich meine Cannes-Akkreditierung nicht groß betrieben, aber auch nicht eindeutig abgesagt, on ne sait jamais, you just never know! Ich hätte also noch kurzfristig zusagen können, denn zwei der von mir in den letzten Jahren sprachlich betreuten Filme laufen auf dem A-Festival.
Dann schien sich alles zu fügen: In der Ferienwohnung von Freunden in Cannes war plötzlich ein Kämmerlein frei geworden. (Hotels sind dort in der Zeit des Filmfestivals unbezahlbar und Spontaneität ist das Gegenteil der südfranzösischen Stadt.) Sogar eine Mitfahrt bot sich über Kollegen an, Zufälle gibt es, zwei Teilstrecken mit Boxenstopp und Job. Denn ein Job zwischendurch ist besser, als keinen offiziellen Job am Zielort zu haben.
In Cannes gibt es schon lange keine Verdolmetschungen ins Deutsche mehr, bis vor einigen Jahren wurden auch dort die Filme simultan verdolmetscht. Leider laufen dort seit langem auch keine deutschen Filme mehr im Wettbewerb (höchstens Streifen, die mit deutschem Geld entstanden sind). Bei meinen letzten Cannes-Aufenthalten war denn auch das spontane Dolmetschen von Koproduktionsgesprächen die Hauptaufgabe. (Die Interviewverdolmetschung übernimmt seit Jahren meistens ein öffentlich-rechtlicher Journalist als Koppelungsgeschäft.)
Am Ende kam alles nochmal anders — eine Magen-Darm-Grippe schlug zu, daher auch die kleine Sendepause, die hier eintrat. Das ist Pech zum Quadrat, wie meine kleine Großmutter gesagt hätte, die ihrer körperlichen Erscheinung wegen den Spitznamen Omaus trug. (Wer den nur erfunden hat!? Ich weiß es nicht mehr. Das war nicht abschätzig gemeint, sondern die größtmögliche Liebesbezeugung zu einer von zwei weltbesten Großmüttern!)
Diese Omaus hat mich auch für die Krankheitsphasen gestärkt. Als Kind hatte ich oft Bronchitis, Grippe oder was Dr. Spocks "Handbuch der Säuglings- und Kinderpflege" so hergab. Aus dieser Zeit weiß ich, wie wichtig es ist, immer selbstgekochte (Bio-)Hühnerbrühe im Tiefkühlfach zu haben. Dazu kommen viel Wasser und viel Schlaf, auch diese Fähigkeit habe ich mir von Kindertagen erhalten: Ich drehe mich zur Seite und spätestens nach einer Woche sieht die Welt wieder besser aus.
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| Am Set |
Ab Donnerstag geht's hier normal weiter.
Aktuelle Lesetipps zum Thema Dolmetschen
— Link: "Fehlerlesen", Zeit-Magazin (Online-Beitrag datiert auf den 13. Mai 2014)
— Analog (oder hinter der Paywall): "Richtig gehört? Was politische Dolmetscher erleben" von Norbert Heikamp, "Die Zeit" N° 21 vom 15.05.14.
Der Artikel bezieht sich auf die Glosse Lost in Translation, "Die Zeit" N° 19/2014. (Die Pointe, die sich erst durch Heikamps Antwort erschließt: Hier war je Sprache nur jeweils ein Dolmetscher verpflichtet worden.)
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Archivbilder: C.E., Interview dolmetschen
(oben links: Laurent Cantet)
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Link der Woche
Sonntag, 18. Mai 2014
Mal wieder: Englisch
Hallo und willkommen auf den Seiten des ersten Weblogs Deutschlands aus dem Inneren der Dolmetscherkabine. Am Wochenende fasse ich mich gerne kurz: Link und Foto der Woche.
Neulich in Schwerin: Menschen aus mehreren Ländern kommen miteinander nach einer Filmvorführung ins Gespräch. Die Begriffe fliegen hin und her und ich als Wortjongleuse stehe mittendrin, immer eine Tonspur im Mund, eine im Ohr und eine im Kopf, so ungefähr funktioniert Dolmetschen. (Ich sehe die Spuren plötzlich verstofflicht wie Tonbandstreifen, einstmals "Senkel" genannt, die mir an Mund, Ohr und Hinterkopf kleben.)
Am Ende bedanken sich alle Beteiligten und bringen ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass ihnen "Denglisch" erspart wurde. Dieses Idiom ist in Deutschland leider viel zu weit verbreitet.
Mit Grausen erinnere ich mich an die mit einer Schnellbleiche für Grundschulenglisch in den Schulalltag entlassenen Russischlehrer, die im Berlin der Nuller Jahre allen Ernstes Plurale wie "handies" und "mouses" bildeten. Denn gute Englischkenntnisse waren im Osten so weit verbreitet, wie die Champs Elysées nah waren, pas du tout. (Und so konnte in der DDR der "Dispatcher" seinen "Goldbroiler" mit "Jus" genießen, das war's dann.)
Und weil ich als Dolmetscherin die Kommunikation absichern durfte, konnten sich alle auch in Details ergehen, drauflossprechen, wie ihnen die Schnäbel gewachsen waren, nachhaken und einander Zeit lassen. Das war wieder eine schöne Erfahrung und kein Austausch in einem Kleiner-gemeinsamer-Nenner-Idiom, bei dem sich niemand in Verästelungen wagt aus Angst, ihnen sprachlich nicht gewachsen zu sein.
Rasch dazu meine "Links der Woche": Jürgen Trabant, Emeritus der FU Berlin, beschreibt in einem FAZ-Interview, wie die Perspektiven, die Sprachen innewohnen, unsere Sicht auf die Dinge verändern und wie Englisch unsere Gesellschaften beeinflusst. Der Beitrag ist "Der sprachliche Provinzialismus gefährdet das Denken" überschrieben.
Wer praktisch mit der Rettung der deutschen Sprache fortfahren möchte, kann hier Deutsch retten. (Mein Tipp: Ton vorher ausschalten.)
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Foto: C.E. (gesehen in Schwerin;
immerhin wird da etwas versucht)
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| Original und stark vereinfachte Kopie |
Am Ende bedanken sich alle Beteiligten und bringen ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass ihnen "Denglisch" erspart wurde. Dieses Idiom ist in Deutschland leider viel zu weit verbreitet.
Mit Grausen erinnere ich mich an die mit einer Schnellbleiche für Grundschulenglisch in den Schulalltag entlassenen Russischlehrer, die im Berlin der Nuller Jahre allen Ernstes Plurale wie "handies" und "mouses" bildeten. Denn gute Englischkenntnisse waren im Osten so weit verbreitet, wie die Champs Elysées nah waren, pas du tout. (Und so konnte in der DDR der "Dispatcher" seinen "Goldbroiler" mit "Jus" genießen, das war's dann.)
Und weil ich als Dolmetscherin die Kommunikation absichern durfte, konnten sich alle auch in Details ergehen, drauflossprechen, wie ihnen die Schnäbel gewachsen waren, nachhaken und einander Zeit lassen. Das war wieder eine schöne Erfahrung und kein Austausch in einem Kleiner-gemeinsamer-Nenner-Idiom, bei dem sich niemand in Verästelungen wagt aus Angst, ihnen sprachlich nicht gewachsen zu sein.
Rasch dazu meine "Links der Woche": Jürgen Trabant, Emeritus der FU Berlin, beschreibt in einem FAZ-Interview, wie die Perspektiven, die Sprachen innewohnen, unsere Sicht auf die Dinge verändern und wie Englisch unsere Gesellschaften beeinflusst. Der Beitrag ist "Der sprachliche Provinzialismus gefährdet das Denken" überschrieben.
Wer praktisch mit der Rettung der deutschen Sprache fortfahren möchte, kann hier Deutsch retten. (Mein Tipp: Ton vorher ausschalten.)
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Foto: C.E. (gesehen in Schwerin;
immerhin wird da etwas versucht)
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Sprachschatz
Mittwoch, 14. Mai 2014
Schwerin: Erster Rückblick
Willkommen beim Blog aus der Dolmetscherkabine. Heute sitze ich nicht in dieser knapp zwei Quadratmeter kleinen Box, sondern am Schreibtisch — und sortiere Papiere, Bücher und Fotos. Letzte Woche war ich in Mecklenburg-Vorpommern beim filmkunstfest.
Neben dem Lernen kann ich richtig dabei zusehen, wie meine Lebensgeister zurückkehren. Knapp 20 Einsätze in sieben Tagen hatte ich, wobei das Moderieren von Gesprächen nur wenig anstrengender ist als sie zu verdolmetschen, für mich jedenfalls. Soweit meine schnelle Bilanz.
Zum Nachhausekommen zählt auch, die vielen Fotos durchzugehen, denn beim Knipsen erhole ich mich am besten.
Das ist mein subjektiver Stadteindruck. Es gibt einige wunderbare und mit viel Fingerspitzengefühl sanierte Altbauten. Etliche ästhetisch verirrte Neubauten allerdings, die nach der Wende zu schnell in der Innenstadt aus dem Boden gestampft wurden, habe ich erst gar nicht aufgenommen. Solche Gebäude sind nach dreißig Jahren abgeschrieben und in ihrer Substanz auch so marode, dass sie Platz schaffen könnten für die Bauwerke einer nachfolgenden Architektengeneration, die endlich wieder Sinn für Schönheit und Gespür für menschliches Maß sowie nachhaltige Materialien besitzt.
Auch für Altbaurestauratoren ist hier noch viel zu tun. Derzeit sieht manches alte Haus so aus, als hätte man gerade mal die Fassade konserviert. Als potemkinsche Kulissenbauweise gilt das auch für denkmalgeschützte Bereiche, hinter deren Eingangstüren sich zeitgenössische Gebäude verstecken.
Demnächst folgt noch ein Bilderteppich mit Arbeitssituationen.
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Collage: C.E.
(*) Vergrößerung des Bildes durch
Öffnen in einem zweiten Fenster.
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| Altstadtimpressionen Schwerin (*) |
Zum Nachhausekommen zählt auch, die vielen Fotos durchzugehen, denn beim Knipsen erhole ich mich am besten.
Das ist mein subjektiver Stadteindruck. Es gibt einige wunderbare und mit viel Fingerspitzengefühl sanierte Altbauten. Etliche ästhetisch verirrte Neubauten allerdings, die nach der Wende zu schnell in der Innenstadt aus dem Boden gestampft wurden, habe ich erst gar nicht aufgenommen. Solche Gebäude sind nach dreißig Jahren abgeschrieben und in ihrer Substanz auch so marode, dass sie Platz schaffen könnten für die Bauwerke einer nachfolgenden Architektengeneration, die endlich wieder Sinn für Schönheit und Gespür für menschliches Maß sowie nachhaltige Materialien besitzt.
Auch für Altbaurestauratoren ist hier noch viel zu tun. Derzeit sieht manches alte Haus so aus, als hätte man gerade mal die Fassade konserviert. Als potemkinsche Kulissenbauweise gilt das auch für denkmalgeschützte Bereiche, hinter deren Eingangstüren sich zeitgenössische Gebäude verstecken.
Demnächst folgt noch ein Bilderteppich mit Arbeitssituationen.
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Collage: C.E.
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Am Wegesrand aufgelesen,
Arbeitsplätze
Dienstag, 13. Mai 2014
Museum der Wörter 4
Hallo, hier bloggt eine Spracharbeiterin. Ab und zu erinnere ich
an Begriffe, die wir den jüngeren Generationen heute erklären müssen.
Idee: H.F.
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Idee: H.F.
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Museum der Wörter,
Sprachschatz
Montag, 12. Mai 2014
Ein Sack Deutsch
Hallo und herzlich willkommen auf den Seiten meines virtuellen Arbeistagebuchs. Als Dolmetscherin für die französische Sprache und aus dem Englischen arbeite ich in Berlin, Schwerin, Paris, Cannes und überall dort, wo man mich braucht.
Büroroutinen: Die gelernten Vokabeln sortieren, Fachtermini ins Glossar einpflegen, Hintergrundmaterial für den nächsten Einsatz recherchieren, mit dem Lesen und Lernen anfangen. Das gilt auch für einen neu hinzugekommenen Großeinsatz im Juni.
Derzeit arbeite ich zu den Themen
— Filmkultur als Wirtschaftsfaktor
— Agrarpolitik (*)
— Europawahlen
Dieser Tage geht es nur kurz nochmal "auf Schicht", dann kann ich meinen "Sack Deutsch" wieder schultern und lostraben.
Denn leider wurde ein größerer Filmdreh, der mich ab Freitag beschäftigt hätte, wegen Krankheit eines der zentral Beteiligten verschoben. Zu spät, um noch zum Filmfestival nach Cannes zu fahren, und auch zu spät für die in der Zwischenzeit abgesagten Projekte, um die sich jetzt die Kolleginnen kümmern. Eines kam zurück, denn auch woanders ergaben sich Terminänderungen.
Die kleine Liste, liebe Leserin, lieber Leser, dürfen Sie also gerne verlängern. Ich freue mich auf Ihre Anfrage und erstelle gerne (natürlich kostenfrei) ein Angebot.
(*) Nachtrag: Die Mitbewerberin um diesen Job ist Bauerntochter und hat schon viel in dem Bereich gedolmetscht. Ich finde, sie soll den Auftrag übernehmen. So habe ich jedenfalls die Veranstalter der Delegationsreise beraten. Um ihren Stand einigermaßen zu erreichen, müsste ich die nächsten vierzehn Tage jeden Tag vier Stunden pauken, denn es handelt sich um sechs verschiedene Themenbereiche, die innerhalb von zwei Tagen jeweils für 45 Minuten zur Sprache kommen.
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Foto: C.E.
Büroroutinen: Die gelernten Vokabeln sortieren, Fachtermini ins Glossar einpflegen, Hintergrundmaterial für den nächsten Einsatz recherchieren, mit dem Lesen und Lernen anfangen. Das gilt auch für einen neu hinzugekommenen Großeinsatz im Juni.Derzeit arbeite ich zu den Themen
— Filmkultur als Wirtschaftsfaktor
Dieser Tage geht es nur kurz nochmal "auf Schicht", dann kann ich meinen "Sack Deutsch" wieder schultern und lostraben.
Denn leider wurde ein größerer Filmdreh, der mich ab Freitag beschäftigt hätte, wegen Krankheit eines der zentral Beteiligten verschoben. Zu spät, um noch zum Filmfestival nach Cannes zu fahren, und auch zu spät für die in der Zwischenzeit abgesagten Projekte, um die sich jetzt die Kolleginnen kümmern. Eines kam zurück, denn auch woanders ergaben sich Terminänderungen.
Die kleine Liste, liebe Leserin, lieber Leser, dürfen Sie also gerne verlängern. Ich freue mich auf Ihre Anfrage und erstelle gerne (natürlich kostenfrei) ein Angebot.
(*) Nachtrag: Die Mitbewerberin um diesen Job ist Bauerntochter und hat schon viel in dem Bereich gedolmetscht. Ich finde, sie soll den Auftrag übernehmen. So habe ich jedenfalls die Veranstalter der Delegationsreise beraten. Um ihren Stand einigermaßen zu erreichen, müsste ich die nächsten vierzehn Tage jeden Tag vier Stunden pauken, denn es handelt sich um sechs verschiedene Themenbereiche, die innerhalb von zwei Tagen jeweils für 45 Minuten zur Sprache kommen.
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Foto: C.E.
Kategorien:
Werkstatt
Sonntag, 11. Mai 2014
filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern
Bienvenue — wie schön, dass Sie auf den Seiten meines Blogs gelandet sind. Hier schreibe ich, wie der Sprachberuf, ich bin Übersetzerin und Dolmetscherin, den Alltag verändert. Oft bin ich unterwegs, in der letzten Woche war ich in Schwerin. Beim 24. filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern habe ich dieser Tage moderiert und gedolmetscht. Nur am Rande konnte ich ein wenig die Stadt erkunden, was nicht am Wetter lag.
Die Müdigkeit ist zu groß, um jetzt mehr zu schreiben. Es war wunderbar, und in den Worten von Hanna Schygulla: "Ein kleines Festival ist oft viel schöner als ein großes".
Merci beaucoup an alle!
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Fotos: C.E., "Schirmkinder", ein Brun-
nen von Stephan Horota /1973)
Kategorien:
Arbeitsplätze
Freitag, 9. Mai 2014
"Meck-Pomm"
Bonjour, Moin und guten Tag! Hier bloggt eine Übersetzerin und Dolmetscherin für die französische Sprache und aus dem Englischen.
Während in Berlin die Mitbewohnerin die Balkonblumen gießt, bin ich in Mecklenburg-Vorpommern, dem Wahlkreis der Kanzlerin. Die Luft schmeckt hier leicht salzig, der Wind fühlt sich anders an als in Berlin.
Jetzt muss ich aber leise sein, später darf ich sprechen. Die Staatschefs Frankreichs und Deutschlands sind auch hier oben.
Da das Auswärtige Amt festangestellte Dolmetscher hat, sind diese für solche Einsätze zuständig. Ich berichte am Sonntag mehr über meine Reise.
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Foto: C.E.
Während in Berlin die Mitbewohnerin die Balkonblumen gießt, bin ich in Mecklenburg-Vorpommern, dem Wahlkreis der Kanzlerin. Die Luft schmeckt hier leicht salzig, der Wind fühlt sich anders an als in Berlin.Jetzt muss ich aber leise sein, später darf ich sprechen. Die Staatschefs Frankreichs und Deutschlands sind auch hier oben.
Da das Auswärtige Amt festangestellte Dolmetscher hat, sind diese für solche Einsätze zuständig. Ich berichte am Sonntag mehr über meine Reise.
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Foto: C.E.
Kategorien:
Am Wegesrand aufgelesen
Donnerstag, 8. Mai 2014
Wiederbeschaffungszeitwert
Hallo! Sie haben zufällig oder absichtlich eine Seite meines
digitalen Arbeitstagebuchs aufgeschlagen. Ich bin Dolmetscherin und
Übersetzerin für Politik, Wirtschaft, Medien, Soziales und Kultur.
Daneben übersetze ich auch im Team, denn vier Augen sehen mehr als zwei.
Lesen Sie das Nachstehende bitte einmal laut vor, schließen Sie darauf die Augen und erklären Sie sich den Inhalt selbst. Sie müssen als einzige Voraussetzung wissen, dass dem Käufer einer Industrieanlage garanierte Gewinnsummen in gleichbleibender Höhe zustehen.
Gut, ich lese den Text nochmal.
Der Käufer hat eine Rendite, die über den erwarteten 7 % liegt, weil 2003 die Gesetze zur steuerlichen Abschreibung geändert worden sind, denn nicht mehr der Kaufpreis wird als Grundlage für die Berechnungen genommen, sondern der Restwert einer Industrieanlage.
Das heißt, der Wert an sich verringert sich (mit der Zeit). Da die Summen der Entnahmen die gleichen bleiben, das war ja in einem früheren Passus festgeschrieben, müssen diese Entnahmen prozentual zum Gesamtwert immer größer werden.
Ich stutze und lese alles nochmal durch. Habe ich das jetzt richtig "übersetzt"? Und wenn ja, warum wird das nicht einfach so gesagt? Oder vielleicht noch einfacher?
Vokabelnotiz
valeur de remplacement des actifs après déduction des amortissements — Wiederbeschaffungszeitwert
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Foto: C.E.
Lesen Sie das Nachstehende bitte einmal laut vor, schließen Sie darauf die Augen und erklären Sie sich den Inhalt selbst. Sie müssen als einzige Voraussetzung wissen, dass dem Käufer einer Industrieanlage garanierte Gewinnsummen in gleichbleibender Höhe zustehen.
In Bezug auf den gezahlten Kaufpreis entsprechen die Gewinnabführungen jährlich mehr als 7% insbesondere ab 2003 nach der Änderung der Kalkulation der Abschreibungen im Tarif von AFA auf Anschaffungswerte auf AFA auf Wiederbeschaffungszeitwerte.So erleben wir Dolmetscher manche Rede. Die müssen wir uns dann im Geist erst "übersetzen", bevor wir sie in eine andere Sprache übertragen können. Besteht eine Rede nur aus solchen, in Windeseilen abgelesenen Sätzen, kann von "Rede" nicht mehr gesprochen werden. Komplexe, theoretische Textgebilde werden genauso transformiert, wie sie entstanden sind: Langsam, am Schreibtisch, mit Handapparat und Internetanschluss.
Gut, ich lese den Text nochmal.
Der Käufer hat eine Rendite, die über den erwarteten 7 % liegt, weil 2003 die Gesetze zur steuerlichen Abschreibung geändert worden sind, denn nicht mehr der Kaufpreis wird als Grundlage für die Berechnungen genommen, sondern der Restwert einer Industrieanlage.
Das heißt, der Wert an sich verringert sich (mit der Zeit). Da die Summen der Entnahmen die gleichen bleiben, das war ja in einem früheren Passus festgeschrieben, müssen diese Entnahmen prozentual zum Gesamtwert immer größer werden.
Ich stutze und lese alles nochmal durch. Habe ich das jetzt richtig "übersetzt"? Und wenn ja, warum wird das nicht einfach so gesagt? Oder vielleicht noch einfacher?
Vokabelnotiz
valeur de remplacement des actifs après déduction des amortissements — Wiederbeschaffungszeitwert
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Foto: C.E.
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Kopfeinsichten,
Sprachschatz
Mittwoch, 7. Mai 2014
Wählen Sie unabhängige Spracharbeiter!
Auf den Seiten meines Blogs begrüße ich Sie herzlich. Hier schreibe ich über meinen Berufsalltag als Dolmetscherin und Übersetzerin, aber auch ganz allgemein darüber, was die Arbeit von Sprachmittlern auszeichnet.
Über Agenturen habe ich hier schon wiederholt berichtet.
Leider gibt es zu viele Fachfremde, die programmieren können und die sich von der Marge bei den Sprachdienstleistern was abschneiden möchten." Problem: Das "Was" kann bei 20 bis 30 Prozent liegen, in einigen selbsterlebten und im Kollegenkreis kolportierten Fällen kamen allerdings Abzüge von 50 bis 70 % vor.
Die Sprachenbranche ist nicht reguliert, und was anderswo ausbeuterischer Wucher wäre, wird von diesen Firmen, die genauso gut Dachpfannen oder Matratzen verkaufen könnten, als "normal" betrachtet.
Da verwundert es nicht, wenn ein Agenturbetreiber einer Kollegin schreibt, die aufgrund eines schwierigen Textes einen hohen Preis veranschlagt:
Liebe Investorin, lieber Investor, schauen Sie genau hin, wem Sie ihr Venture capital anvertrauen. Die Idee, Übersetzer könnten für Minigagen Bruchstücktexte übersetzen ist genau bescheuert wie der Gedanke der schnellen, billigen, guten Telefondolmetscher.
Im Netz gibt es tatsächlich Firmen die behaupten, Dolmetscher könnten per Handy zum Beispiel für Krankenhauspatienten übersetzen und die Start up, die dieses anbietet, wäre dafür die ideale Maklerfirma. Sie würde von den Betroffenen einen Euro die Minute nehmen und den Sprachmittlern 30 Cent zahlen: Hohe Rendite garantiert!
Mit Verlaub, diese Idee ist schlecht, denn ohne Vorbereitung läuft nichts. Das gilt für uns wie für die meisten inhaltsbasierten Berufe wie Lehrer, Anwälte oder Unternehmensberater. Vor Ort gibt es ständig Gesprächssituationen, die geklärt werden müssen, ein Teil der Informationen kommt über den schmalen Telefonkanal schlicht nicht durch. (Beispiel: Stammt der Patient aus einer Kultur, in der Männlein wie Weiblein über den eigenen Schmerz nicht sprechen dürfen, sind Aussagen wir I'm OK hinfällig. Wenn ich den Sprecher aber nur höre, kann ich nichts einschätzen.) Abgesehen davon, dass vertrauliche Gespräche grundsätzlich in geschlossenen Räumen geführt werden sollten.
Wenn sich dann nämliche Start up, als sie merkt, dass die eigene Idee vielleicht doch nicht so viele hunderttausend Euro erwirtschaftet wie gehofft, auf das Konferenzgeschäft schmeißt, kann es passieren, dass Dolmetschtage, die Sie, lieber Endkundin, liebe Endkunde, mit 900 Euro bezahlen, beim den Sprachmittlern als 300-Euro-Tage aufgerufen werden. Meinen Sie, dass die famose Start up so die Besten der Branche findet?
Merke: 80 % der Agenturen sind Makler. Bitte wählen Sie stattdessen lieber ein Dolmetschnetzwerk oder einen in einem solchen engagierten Sprachmittler. Fragen Sie nach einschlägigen Erfahrungen der Dolmetscher zu Ihrem Bereich, Lebensläufe usw. Bei Netzwerken engagieren "beratende Dolmetscher" nur jene Kollegen, mit denen sie auch persönlich zusammenarbeiten möchten. Das ist ein Garant für Qualität.
Zurück zur Frage, ob es schwierige Übersetzungen gibt oder nicht. Da darf ich gleich an meine Fast-pro-bono-Arbeit (*) aus der Woche vor Ostern denken: Reden zum 69. Jahrestag einer KZ-Befreiung waren ins Deutsche zu übertragen. Da schrieb jemand von der "Erlebensgeneration" (so heißt die wirklich) eine feierliche Gedenkstundenrede mit lauter Querverweisen von damals zu heute, wo jedes dritte Wort eine ganze Welt mitschwingen ließ. In einer zweiten Rede für den Folgetag erklärt der Zeitzeuge Schülern den Alltag in einem Außenlager, das ein Straflager mit Fabrik war. Da musste ich nicht nur die deutsche und europäische Geschichte permanent mitdenken, die Fachtermini des kalten Krieges draufhaben (und großenteils vermeiden), sondern auch die Honoratioren am Sonntag und die Schüler am Montag vor Augen haben. Das war vielleicht ein Gefriemel! Veranschlagte Zeit: Fünf Stunden. Damit verbrachte Zeit: das Dreifache, wobei ich an vier Tagen immer wieder neu angesetzt habe.
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Fotos: C.E. (gesehen in Kreuzberg)
(*) Es gibt einen Zuschuss für die Drucke, den Toner
und die Amortisierung des Gerätes oder so.
Über Agenturen habe ich hier schon wiederholt berichtet.
Leider gibt es zu viele Fachfremde, die programmieren können und die sich von der Marge bei den Sprachdienstleistern was abschneiden möchten." Problem: Das "Was" kann bei 20 bis 30 Prozent liegen, in einigen selbsterlebten und im Kollegenkreis kolportierten Fällen kamen allerdings Abzüge von 50 bis 70 % vor.
Die Sprachenbranche ist nicht reguliert, und was anderswo ausbeuterischer Wucher wäre, wird von diesen Firmen, die genauso gut Dachpfannen oder Matratzen verkaufen könnten, als "normal" betrachtet.
Da verwundert es nicht, wenn ein Agenturbetreiber einer Kollegin schreibt, die aufgrund eines schwierigen Textes einen hohen Preis veranschlagt:
Es gibt keine schwierigen Texte oder Sprachkombinationen. Es gibt lediglich Übersetzer, die sich in bestimmten Fachbereichen weniger gut auskennen, bzw. die sich anmaßen, in die Fremdsprache zu übersetzen, und deshalb diese Bereiche oder diese Sprachkombination in eine Fremdsprache als schwieriger empfinden. Das Ergebnis solcher Übersetzungen ist in der Regel trotz höheren Aufwandes qualitativ schlechter. Diesen höheren Aufwand versuchen diese Übersetzer paradoxerweise mit einem höheren Preis zu kompensieren, statt umgekehrt für das qualitativ schlechtere Ergebnis einen niedrigeren Preis zu veranschlagen. (...) An eine Lieferung qualitativ minderwertigerer Texte, sei es, dass sie als besonders schwierig empfunden werden oder dass sie aus der Muttersprache in die Fremdsprache übersetzt wurden, sind wir, selbst gegen entsprechende Preissenkung, nicht interessiert.Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, solche Fuzzis sollten wir einfach aushungern lassen. Die haben keine Ahnung und machen Euch zu Galeerensklaven.
Liebe Investorin, lieber Investor, schauen Sie genau hin, wem Sie ihr Venture capital anvertrauen. Die Idee, Übersetzer könnten für Minigagen Bruchstücktexte übersetzen ist genau bescheuert wie der Gedanke der schnellen, billigen, guten Telefondolmetscher.Im Netz gibt es tatsächlich Firmen die behaupten, Dolmetscher könnten per Handy zum Beispiel für Krankenhauspatienten übersetzen und die Start up, die dieses anbietet, wäre dafür die ideale Maklerfirma. Sie würde von den Betroffenen einen Euro die Minute nehmen und den Sprachmittlern 30 Cent zahlen: Hohe Rendite garantiert!
Mit Verlaub, diese Idee ist schlecht, denn ohne Vorbereitung läuft nichts. Das gilt für uns wie für die meisten inhaltsbasierten Berufe wie Lehrer, Anwälte oder Unternehmensberater. Vor Ort gibt es ständig Gesprächssituationen, die geklärt werden müssen, ein Teil der Informationen kommt über den schmalen Telefonkanal schlicht nicht durch. (Beispiel: Stammt der Patient aus einer Kultur, in der Männlein wie Weiblein über den eigenen Schmerz nicht sprechen dürfen, sind Aussagen wir I'm OK hinfällig. Wenn ich den Sprecher aber nur höre, kann ich nichts einschätzen.) Abgesehen davon, dass vertrauliche Gespräche grundsätzlich in geschlossenen Räumen geführt werden sollten.
Wenn sich dann nämliche Start up, als sie merkt, dass die eigene Idee vielleicht doch nicht so viele hunderttausend Euro erwirtschaftet wie gehofft, auf das Konferenzgeschäft schmeißt, kann es passieren, dass Dolmetschtage, die Sie, lieber Endkundin, liebe Endkunde, mit 900 Euro bezahlen, beim den Sprachmittlern als 300-Euro-Tage aufgerufen werden. Meinen Sie, dass die famose Start up so die Besten der Branche findet?
Merke: 80 % der Agenturen sind Makler. Bitte wählen Sie stattdessen lieber ein Dolmetschnetzwerk oder einen in einem solchen engagierten Sprachmittler. Fragen Sie nach einschlägigen Erfahrungen der Dolmetscher zu Ihrem Bereich, Lebensläufe usw. Bei Netzwerken engagieren "beratende Dolmetscher" nur jene Kollegen, mit denen sie auch persönlich zusammenarbeiten möchten. Das ist ein Garant für Qualität.
Zurück zur Frage, ob es schwierige Übersetzungen gibt oder nicht. Da darf ich gleich an meine Fast-pro-bono-Arbeit (*) aus der Woche vor Ostern denken: Reden zum 69. Jahrestag einer KZ-Befreiung waren ins Deutsche zu übertragen. Da schrieb jemand von der "Erlebensgeneration" (so heißt die wirklich) eine feierliche Gedenkstundenrede mit lauter Querverweisen von damals zu heute, wo jedes dritte Wort eine ganze Welt mitschwingen ließ. In einer zweiten Rede für den Folgetag erklärt der Zeitzeuge Schülern den Alltag in einem Außenlager, das ein Straflager mit Fabrik war. Da musste ich nicht nur die deutsche und europäische Geschichte permanent mitdenken, die Fachtermini des kalten Krieges draufhaben (und großenteils vermeiden), sondern auch die Honoratioren am Sonntag und die Schüler am Montag vor Augen haben. Das war vielleicht ein Gefriemel! Veranschlagte Zeit: Fünf Stunden. Damit verbrachte Zeit: das Dreifache, wobei ich an vier Tagen immer wieder neu angesetzt habe.
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Fotos: C.E. (gesehen in Kreuzberg)
(*) Es gibt einen Zuschuss für die Drucke, den Toner
und die Amortisierung des Gerätes oder so.
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Dienstag, 6. Mai 2014
Wechsel
Willkommen auf den Seiten des ersten deutschen Blogs aus dem Inneren der Dolmetscherkabine.
Jetzt muss ich meine Stammapotheke wechseln. Und zwar die in Berlin, nicht irgendwo in Frankreich, wie das Foto vermuten lässt.
Ich bin von französischsprachigen Menschen umgeben, sogar in Neukölln. Etliche haben eine dunklere Hautfarbe. Sie oder ihre Eltern kommen aus Afrika, Haiti, Frankreich — oder aus Unna.
Wir hatten gerade das Haus verlassen um spazieren zu gehen, da zog sich ein Besuchsgast am eigenen Autoschlüssel, der plötzlich an einer Stelle einen scharfkantigen Grat aufwies, eine kleine Verletzung zu. Wir strebten also die nächstgelegene Apotheke an, um eine akute Verletzung zu versorgen. Schon die Art und Weise, wie dieser Freund angeschaut wurde (und dann ich), verschlug mir den Atem. Widerwillig wurde uns dann eine Packung Pflaster verkauft, und Desinfektionsspray sei gerade "aus", beschied man uns. Es fiel kein Wort, alles lag in Blicken und Gesten, aber die Botschaft war klar. Hatte ich schon erwähnt, dass dieser Freund keinen weißen Teint hat?
Ein Düsseldorfer Strafverteidiger beschrieb eine weitaus heftigere Parallelszene: Mitte April, ein Mann wirft abends einen Umschlag in den Briefkasten des Bundesverfassungsgerichts. Er wird daraufhin von einem Polizisten angesprochen, der wissen will, was er da eingeworfen habe. Der Einwerfende soll darauf geantwortet haben: "Das geht Sie nichts an." Wenig später findet er sich am Boden in Handschellen wieder. Der Einwerfende ist Jurist, er hat dunkle Hautfarbe.
Zurück in die Apotheke. Mir reichen Blicke und Gesten. Hätte ich mir den Finger angeritzt, der Apotheker hätte mir (wie bereits einmal geschehen) höchstpersönlich aus dem "Hausapothekenbestand" seines Unternehmens etwas auf die Wunde gesprayt und mir ein Pflaster geschenkt. Zu den bösen Blicken kam die totale Abwesenheit jeglicher Hilfsbereitschaft.
In Frankreich heißt das einzige, dessen sich dieser Freund und der Jurist schuldig gemacht haben, un délit de sale gueule, ein Schmutzige-Fresse-Delikt.
Ein anderer Kumpel, er stammt aus Unna, ist Professor und hat den hellen Teint seiner nordfranzösischen Mutter, fährt immer mit einem besonders großen Zeitpuffer zum Flughafen. Denn jedes Mal wird er besonders genau überprüft. Seinen Namen würde man eher dem arabischen Raum zuordnen. Leider hilft seit nine eleven nicht mehr, wenn er einfach drauflosredet, wobei sein Ruhrpottdeutsch schon sehr gut kommt.
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Foto: C.E. (Archiv)
Jetzt muss ich meine Stammapotheke wechseln. Und zwar die in Berlin, nicht irgendwo in Frankreich, wie das Foto vermuten lässt.
Ich bin von französischsprachigen Menschen umgeben, sogar in Neukölln. Etliche haben eine dunklere Hautfarbe. Sie oder ihre Eltern kommen aus Afrika, Haiti, Frankreich — oder aus Unna.
Wir hatten gerade das Haus verlassen um spazieren zu gehen, da zog sich ein Besuchsgast am eigenen Autoschlüssel, der plötzlich an einer Stelle einen scharfkantigen Grat aufwies, eine kleine Verletzung zu. Wir strebten also die nächstgelegene Apotheke an, um eine akute Verletzung zu versorgen. Schon die Art und Weise, wie dieser Freund angeschaut wurde (und dann ich), verschlug mir den Atem. Widerwillig wurde uns dann eine Packung Pflaster verkauft, und Desinfektionsspray sei gerade "aus", beschied man uns. Es fiel kein Wort, alles lag in Blicken und Gesten, aber die Botschaft war klar. Hatte ich schon erwähnt, dass dieser Freund keinen weißen Teint hat?
Ein Düsseldorfer Strafverteidiger beschrieb eine weitaus heftigere Parallelszene: Mitte April, ein Mann wirft abends einen Umschlag in den Briefkasten des Bundesverfassungsgerichts. Er wird daraufhin von einem Polizisten angesprochen, der wissen will, was er da eingeworfen habe. Der Einwerfende soll darauf geantwortet haben: "Das geht Sie nichts an." Wenig später findet er sich am Boden in Handschellen wieder. Der Einwerfende ist Jurist, er hat dunkle Hautfarbe.
Zurück in die Apotheke. Mir reichen Blicke und Gesten. Hätte ich mir den Finger angeritzt, der Apotheker hätte mir (wie bereits einmal geschehen) höchstpersönlich aus dem "Hausapothekenbestand" seines Unternehmens etwas auf die Wunde gesprayt und mir ein Pflaster geschenkt. Zu den bösen Blicken kam die totale Abwesenheit jeglicher Hilfsbereitschaft.
In Frankreich heißt das einzige, dessen sich dieser Freund und der Jurist schuldig gemacht haben, un délit de sale gueule, ein Schmutzige-Fresse-Delikt.
Ein anderer Kumpel, er stammt aus Unna, ist Professor und hat den hellen Teint seiner nordfranzösischen Mutter, fährt immer mit einem besonders großen Zeitpuffer zum Flughafen. Denn jedes Mal wird er besonders genau überprüft. Seinen Namen würde man eher dem arabischen Raum zuordnen. Leider hilft seit nine eleven nicht mehr, wenn er einfach drauflosredet, wobei sein Ruhrpottdeutsch schon sehr gut kommt.
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Foto: C.E. (Archiv)
Kategorien:
Am Wegesrand aufgelesen
Montag, 5. Mai 2014
Begleitdolmetschen
Guten Tag oder Abend! Sie lesen in einem Arbeitstagebuch. Ich bin Französischdolmetscherin und spreche für Politiker, Künstler, Wirtschaftsbosse und diverse Vertreter der Zivilgesellschaft, aber auch für Privatkunden.
"Bulimisches Lernen", nennt das meine Schwester: Rasch alles in sich hineinschaufeln und dann sehr schnell wieder abgeben.
So lassen sich Sonntage auch verbringen: Vom Brunch mit Freunden weggeholt, an den Schreibtisch geschickt, damit ich einen Tag später Gespräche zur Vorbereitung einer Messe verdolmetschen kann.
Die Dolmetschart, die hier zur Anwendung kommen wird, heißt Begleitdolmetschen, oft wird dabei halb simultan, halb konsekutiv übertragen. In der Regel arbeiten wir Dolmetscher an solchen Tagen allein, denn zwischen den einzelnen Terminen, die oft nur 30, 40 Minuten lang dauern, gibt es Wege- und Fahrtzeiten, in denen sich das Hirn ausruhen kann. Meistens jedenfalls. (Wenn wir nicht gerade als menschlicher Navi den Chauffeur durch Baustellenberlin lenken.)
Eine Unilehrerin für Englisch nannte dieses Begleitdolmetschen übrigens zu unserem großen "Amüsemang" einst elbow interpreting. Hier interpretieren keine Röntgenärzte für den Konkurrenzkampf strategisch relevante Körperteile, sondern unsereiner sitzt coude à coude ("Ellenbogen an Ellenbogen") neben dem Kunden.
Der andere englische Begriff brachte auch einige zum Kichern, denn "Begleitdolmetschen" heißt wörtlich übersetzt escort interpreting. To escort heißt "begleiten", andere Nebenbedeutungen entstehen im Kopf des Lesers und haben mit der Arbeit der Autorin dieser Zeilen nichts zu tun. Wobei ... Zu Beginn meiner Dolmetschtätigkeit habe ich meinen Lebenslauf allen möglichen Agenturen geschickt und durfte erstmal Fragebögen ausfüllen. Daraus haben sich etliche Jobs ergeben, bis ich genügend Direktkunden gefunden habe. (Heute arbeite ich im Netzwerk mit erfahrenen Kollegen und höchst selten für Agenturen, da ein Gros von ihnen nur Makler von Dienstleistungen sind und als Fachfremde oder -ferne unsere Interessen nicht fördern.)
Damals lud mich eine Agentur zu einem Vorstellungsgespräch ein. Es war eigentlich keine Dolmetschagentur, sondern eine Veranstaltungfirma, die bis heute eng mit einer namhaften Agentur aus Berlin verlinkt ist (die sich wiederum leider auf ihren Webseiten als Netzwerk präsentiert, nach Informationen früherer Mitarbeiter aber keines ist). Zurück zum Vorsprechen. Ich fuhr also ins tiefste Ostberlin und durfte mich bei einer Tasse Kaffee fragen lassen, ob ich denn bei Einsätzen z.B. für Industriekunden im Ausland auch ...naja, auch mal offenherzig sei. Auf meinen entsetzten Blick hin kam etwas à la derlei werde zum Feiern großer Deals erwartet und es werde auch großzügig vergütet.
Ich weiß leider nicht mehr, was meine Antwort war. Im Zweifelsfall aber erlebte ich meine Schlagfertigkeit frei nach Mark Twain als etwas, das einem einfällt, wenn man den Ort des Geschehens gerade wieder verlassen hat.
In Sachen harmloserer Grenzüberschreitung hatte ich bislang nur einmal den Fall, dass mich ein (mir zuvor bekannter) Kunde bat, mit ihm auf die Hochzeit seiner Ex zu gehen. Er wollte dort nicht ohne weiblichen Begleitschutz hin und seine Neue, eine Dolmetscherin, hatte ihn gerade verlassen. Da mir der Kunde sympathisch war und die Hochzeit völlig außerhalb meiner sozialen und geografischen Kreise stattfand, habe ich mich darauf eingelassen, drei wunderbare Tage verbracht — und einen guten Bekannten gewonnen. Aber das ist|eine andere Geschichte| ein anderes Drehbuch.
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Foto: C.E. (Archiv)
"Bulimisches Lernen", nennt das meine Schwester: Rasch alles in sich hineinschaufeln und dann sehr schnell wieder abgeben.
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| Nur nichts anbrennen lassen? |
Die Dolmetschart, die hier zur Anwendung kommen wird, heißt Begleitdolmetschen, oft wird dabei halb simultan, halb konsekutiv übertragen. In der Regel arbeiten wir Dolmetscher an solchen Tagen allein, denn zwischen den einzelnen Terminen, die oft nur 30, 40 Minuten lang dauern, gibt es Wege- und Fahrtzeiten, in denen sich das Hirn ausruhen kann. Meistens jedenfalls. (Wenn wir nicht gerade als menschlicher Navi den Chauffeur durch Baustellenberlin lenken.)
Eine Unilehrerin für Englisch nannte dieses Begleitdolmetschen übrigens zu unserem großen "Amüsemang" einst elbow interpreting. Hier interpretieren keine Röntgenärzte für den Konkurrenzkampf strategisch relevante Körperteile, sondern unsereiner sitzt coude à coude ("Ellenbogen an Ellenbogen") neben dem Kunden.
Der andere englische Begriff brachte auch einige zum Kichern, denn "Begleitdolmetschen" heißt wörtlich übersetzt escort interpreting. To escort heißt "begleiten", andere Nebenbedeutungen entstehen im Kopf des Lesers und haben mit der Arbeit der Autorin dieser Zeilen nichts zu tun. Wobei ... Zu Beginn meiner Dolmetschtätigkeit habe ich meinen Lebenslauf allen möglichen Agenturen geschickt und durfte erstmal Fragebögen ausfüllen. Daraus haben sich etliche Jobs ergeben, bis ich genügend Direktkunden gefunden habe. (Heute arbeite ich im Netzwerk mit erfahrenen Kollegen und höchst selten für Agenturen, da ein Gros von ihnen nur Makler von Dienstleistungen sind und als Fachfremde oder -ferne unsere Interessen nicht fördern.)
Damals lud mich eine Agentur zu einem Vorstellungsgespräch ein. Es war eigentlich keine Dolmetschagentur, sondern eine Veranstaltungfirma, die bis heute eng mit einer namhaften Agentur aus Berlin verlinkt ist (die sich wiederum leider auf ihren Webseiten als Netzwerk präsentiert, nach Informationen früherer Mitarbeiter aber keines ist). Zurück zum Vorsprechen. Ich fuhr also ins tiefste Ostberlin und durfte mich bei einer Tasse Kaffee fragen lassen, ob ich denn bei Einsätzen z.B. für Industriekunden im Ausland auch ...naja, auch mal offenherzig sei. Auf meinen entsetzten Blick hin kam etwas à la derlei werde zum Feiern großer Deals erwartet und es werde auch großzügig vergütet.
Ich weiß leider nicht mehr, was meine Antwort war. Im Zweifelsfall aber erlebte ich meine Schlagfertigkeit frei nach Mark Twain als etwas, das einem einfällt, wenn man den Ort des Geschehens gerade wieder verlassen hat.
In Sachen harmloserer Grenzüberschreitung hatte ich bislang nur einmal den Fall, dass mich ein (mir zuvor bekannter) Kunde bat, mit ihm auf die Hochzeit seiner Ex zu gehen. Er wollte dort nicht ohne weiblichen Begleitschutz hin und seine Neue, eine Dolmetscherin, hatte ihn gerade verlassen. Da mir der Kunde sympathisch war und die Hochzeit völlig außerhalb meiner sozialen und geografischen Kreise stattfand, habe ich mich darauf eingelassen, drei wunderbare Tage verbracht — und einen guten Bekannten gewonnen. Aber das ist
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| Messe Paris |
Foto: C.E. (Archiv)
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Sonntag, 4. Mai 2014
Durchblicke
Hallo! Hier bloggt eine Spracharbeiterin. Was Französischdolmetscher und -übersetzer umtreibt, wenn ihre Arbeitsschwerpunkte Wirtschaft, Politik, Soziales und Kultur sind, lesen sie hier. Daneben arbeite ich auch mit der englischen Sprache.
Genaues Hinsehen, neue Einsichten und Erkenntnisse gewinnen und Licht und Farben genießen, kurz: Sonntage stehen für Entspannung und Wissenszuwachs.
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Foto: C.E.
Genaues Hinsehen, neue Einsichten und Erkenntnisse gewinnen und Licht und Farben genießen, kurz: Sonntage stehen für Entspannung und Wissenszuwachs.
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Foto: C.E.
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Sonntagsbilder
Samstag, 3. Mai 2014
Gerichtsdolmetschen heute
Hallo! Hier lesen Sie täglich außer freitags Neues aus der Dolmetscherkabine, vom Übersetzerschreibtisch und aus der Welt der Idiome ... völlig subjektiv gefiltert von mir, einer Dolmetscherin und Übersetzerin für die französische Sprache. Samstags veröffentliche ich hier immer meinen "Lieblink".
Der Landesverband Bayern des Verbandes der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) hat Ende 2013 eine Gerichtsverhandlung simuliert, um die Arbeit der Gerichtsdolmetscher zu verdeutlichen. Bei Gericht habe ich nur selten gedolmetscht, und vor allem bei sehr kurzen Befragungen. Kolleginnen und Kollegen nannten den Film sehr realistisch.
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Film: BDÜ e.V.
Der Landesverband Bayern des Verbandes der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) hat Ende 2013 eine Gerichtsverhandlung simuliert, um die Arbeit der Gerichtsdolmetscher zu verdeutlichen. Bei Gericht habe ich nur selten gedolmetscht, und vor allem bei sehr kurzen Befragungen. Kolleginnen und Kollegen nannten den Film sehr realistisch.
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Film: BDÜ e.V.
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Link der Woche
Freitag, 2. Mai 2014
Zeichen zählen
Willkommen, bienvenue, welcome! Sie lesen in einem elektronischen Arbeitstagebuch einer Sprachmittlerin. Ich übersetze und dolmetsche in Berlin, Paris und dort, wo mich meine Aufträge hinführen.
In anderen Ländern werden Übersetzungen meistens nach der Anzahl von Wörtern abgerechnet. Wir Deutschen lieben weiterhin das Abrechnen nach Anschlägen, denn es ist nicht schön, sich vorwerfen lassen zu müssen, man sei im internationalen Vergleich doch recht teuer.
Die Gründe dafür liegen in der deutschen Sprache.
Der "Fußbodenschleifmaschinenverleih" heißt auf Englisch ground floor grinding machine rental und auf Französisch magasin de location de ponçeuses pour sols.
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Illustrationen: Wikicommons, Excel
In anderen Ländern werden Übersetzungen meistens nach der Anzahl von Wörtern abgerechnet. Wir Deutschen lieben weiterhin das Abrechnen nach Anschlägen, denn es ist nicht schön, sich vorwerfen lassen zu müssen, man sei im internationalen Vergleich doch recht teuer.Die Gründe dafür liegen in der deutschen Sprache.
Der "Fußbodenschleifmaschinenverleih" heißt auf Englisch ground floor grinding machine rental und auf Französisch magasin de location de ponçeuses pour sols.
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| Anschläge inklusive Leerzeichen |
Illustrationen: Wikicommons, Excel
Kategorien:
Am Wegesrand aufgelesen,
Grundsätzliches
Donnerstag, 1. Mai 2014
Tag der Arbeit
Bonjour, hello und salut ... auf den Seiten dieses Blogs.
Hier schreibt eine Dolmetscherin und Übersetzerin über ihren
Alltag in Berlin, Paris, Köln und dort, wo sie gebraucht wird.
Geduld und Kleinteiligkeit zeichnet manche mechanische Aufgabe aus, aber auch das Schleifen an einer Übersetzung. Daher gefiel mir dieser kontemplative Film zum Tag der Arbeit sehr.
Leica hat diesen Meditationsfilm als Werbung ins Netz gestellt. 45 Minuten lang lässt sich hier beobachten, wie ein Alukorpus von Hand geschmirgelt und auf Hochglanz gebracht wird. Ganz gewiss weder happy snap (Schnappschuss) noch quick fix (Sofortlösung): 4.700 kleine Bewegungen sind nötig, um so ein Kameragehäuse zu bearbeiten.
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Film: YouTube
Geduld und Kleinteiligkeit zeichnet manche mechanische Aufgabe aus, aber auch das Schleifen an einer Übersetzung. Daher gefiel mir dieser kontemplative Film zum Tag der Arbeit sehr.
Leica hat diesen Meditationsfilm als Werbung ins Netz gestellt. 45 Minuten lang lässt sich hier beobachten, wie ein Alukorpus von Hand geschmirgelt und auf Hochglanz gebracht wird. Ganz gewiss weder happy snap (Schnappschuss) noch quick fix (Sofortlösung): 4.700 kleine Bewegungen sind nötig, um so ein Kameragehäuse zu bearbeiten.
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Film: YouTube
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