Historische Vergleiche hinken meistens. Die neuen deutschen „Herren“ aus einem kleinen, östlichen Bundesland mit 1,7 Millionen Einwohnern, die sich gerade aufschwingen, dort die Macht zu ergreifen, verbindet eines mit dem Aufstieg der Nazis vor bald 100 Jahren: Es waren und sind überproportional viele Vorbestrafte dabei, Betrüger und andere fragwürdige Gestalten.
Ich fasse hier kurz zusammen, was in Summe gegen die neuen Abgeordneten vorliegt: Diebstahl, Urkundenbetrug, Drogenmissbrauch, Rotlichtmilieu (Pornoproduktion), Subventionsbetrug (Corona-Hilfen, mehrfach), Verwendung verbotener Nazi-Parolen, Beihilfe zu schwerer Körperverletzung, gefährliche Körperverletzung (mehrfach), Volksverhetzung, Geldwäsche, Nötigung, Gewaltdelikte mit Waffengebrauch, Spionage im eigenen Büroumfeld, Volksverhetzung (mehrfach), vorgetäuschte Überfälle, häusliche Gewalt, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr (mehrfach), Verletzung des Dienstgeheimnisses, Verwendung von Symbolen verfassungswidriger Organisationen, Engagement in neonazistischen Strukturen, mutmaßliche finanzielle Einflussnahme.
Und dann ist da noch die Mitwirkung, z.T. in leitender Funktion, in der DDR-Staatssicherheit. „Wir holen uns unser Land zurück“, bekommt da einen ganz schalen Beigeschmack.
Etliche der Herrschaften wurden wiederholt wegen Beleidigung sowie einer gut erkennbaren Nähe zu russischen Informationsnetzwerken aktenkundig, wegen Besuchen in Botschaften oder direkt vor Ort und Auftritten in russischen Staatsmedien.
Und was wäre, wenn der vereitelte Drohnenangriff auf den Leipziger Flughafen einfach nur Wahlkampfhilfe für die Extremisten gewesen wäre? Wiederholt wird von der internationalen Presse kommentiert, dass mit dem Sieg der Deutschtümler nun Pläne aus Russland aufgehen würden, die in letzter Konsequenz die Zerstörung der EU anvisiere.
![]() |
| „Deutschlands Brexit-Moment“ |
In einem Kommentar der Zeitung „Independent“ schreibt die Journalistin Anne McElvoy, die sogar schon im Herbst 1989 vor Ort gewesen war, den Erdrutschsieg so: „Das ist Deutschlands Brexit-Moment — nur weitaus gefährlicher“. Und weiter: „Ich war vor Ort und habe miterlebt, wie sich diese außergewöhnliche Geschichte zugetragen hat, und kann sowohl ihre Wucht als auch ihre Zerstörungskraft bezeugen.“
In ihrem Kommentar wirft sie der etablierten Politik in Berlin einen langjährigen Entfremdungsprozess zu den Wählern in den östlichen Bundesländern vor. Sie spricht über Politiker aus London und Berlin gleichermaßen von einem „verschlafenen und oft selbstgefälligen politischen Establishment“.
Und jene, vor Ort, die es „den Mächtigen“ in Berlin mal so richtig zeigen wollten, bekommen nun prompt Lob, Gratulation und vielleicht sogar Blumensträuße von gewissen Menschen aus Nordamerika, die vor allem präsent sind im Anstreben der Weltherrschaft durch eine technische Revolution.Als Tochter eines Historikers, der im letzten Jahr der Weimarer Republik auf die Welt gekommen ist, muss ich jetzt leider sagen, dass ich froh bin, dass er das nicht mehr miterleben muss.
______________________________
Grafik: Independent

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen