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The floor is yours! Eben wurde die nächste Rednerin angekündigt. Ich habe sämtliche Namen der Tagung gelesen, auch schon mal ausgesprochen, zur Probe. Aber dieser Name klingt neu. Ich wiederhole ihn leise und mit Fragezeichen, aber exakt so, wie die Sitzungsleiterin ihn ausgesprochen hat. Die Kollegin schüttelt den Kopf.
Noch einmal überfliege ich die Liste der Redner:innen.
Dann löst sich eine Dame aus den Stuhlreihen, schält sich aus einem riesigen Schal, als würde sich ein Schmetterling entpuppen. Auf hohen Hackenschuhen geht sie möglichst würdevoll zum Pult. Das Wort „schreiten“ würde hier nicht ganz passen.
Ich halte die Luft an.
Bislang habe ich ihren Namen nicht durchs Mikrofon gesprochen, ihre Ankündigung mit „Ich begrüße die nächste Rednerin!“ beendet …
Ich merke, dass meine überaus genaue Beobachtung ihres Weges zum Pult mit der Schrecksekunde zusammenhängt, die das Nichtfinden ihres Namens in der Liste ausgelöst hat. Es ist, wie in Zeitlupe vom Fahrrad zu fliegen.
Die Dame steht bereit, sie nickt dem Publikum zu. Dann stellt sie das Mikro auf ihre Höhe ein. Sie trinkt einen Schluck aus dem Wasserglas, das ihr gerade hingestellt wurde. Sie macht es spannend.
Die Dame beginnt mit: „Sie werden sich fragen, wer vor Ihnen steht!“ Mir fällt ein Stein vom Herzen, während sie eine Kunstpause macht.
Sie schmunzelt ins Publikum, funkelt dann lustig die Sitzungsleiterin an, spricht sie mit Vornamen an: „Sowas kommt von sowas. Wir duzen uns seit 20 Jahren, und offenbar hatten wir noch nicht die Gelegenheit, an ein- und derselben Konferenz teilzunehmen. Mein Name spricht sich nämlich so aus: …“ Und sie spricht ihn aus.
Diesen Namen hätte wohl jeder versemmelt. Alle lachen. Ich muss kurz den MUTE-Knopf drücken, also das Mikro stumm stellen, weil auch ich lache.
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Grafik: KI (OpenAI)

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