Freitag, 18. September 2026

Moment mal! (9)

Will­kom­men auf mei­nen Blog­sei­ten! Ich hei­ße Ca­ro­li­ne Eli­as und ar­bei­te seit mehr als 20 Jah­ren als frei­be­ruf­li­che Kon­fe­renz­dol­met­scher­in für Fran­zö­sisch, Deutsch und Eng­lisch in Ber­lin. Ge­mein­sam mit Netz­werk­kol­leg:in­nen be­glei­te ich Kon­fe­ren­zen, De­le­ga­ti­ons­rei­sen, Fach­ge­sprä­che und in­ter­na­tio­na­le Be­geg­nun­gen. Heu­te wie­der der kur­ze Mo­ment aus der Dol­met­scher­ka­bi­ne.

Der schnel­le Ein­blick
in mei­nen Be­rufs­all­tag

The floor is yours! Eben wur­de die nächs­te Red­ne­rin an­ge­kün­digt. Ich ha­be sämt­li­che Na­men der Ta­gung ge­le­sen, auch schon mal aus­ge­spro­chen, zur Pro­be. Aber die­ser Na­me klingt neu. Ich wie­der­ho­le ihn lei­se und mit Fra­ge­zei­chen, aber ex­akt so, wie die Sit­zungs­lei­te­rin ihn aus­ge­spro­chen hat. Die Kol­le­gin schüt­telt den Kopf.

Noch ein­mal über­flie­ge ich die Lis­te der Red­ner:in­nen.
Dann löst sich ei­ne Da­me aus den Stuhl­rei­hen, schält sich aus ei­nem rie­si­gen Schal, als wür­de sich ein Schmet­ter­ling ent­pup­pen. Auf ho­hen Ha­cken­schu­hen geht sie mög­lichst wür­de­voll zum Pult. Das Wort „schrei­ten“ wür­de hier nicht ganz pas­sen.
Ich hal­te die Luft an.

Bis­lang ha­be ich ih­ren Na­men nicht durchs Mi­kro­fon ge­spro­chen, ih­re An­kün­di­gung mit „Ich be­grü­ße die nächs­te Red­ne­rin!“ be­en­det …

Ich mer­ke, dass mei­ne über­aus ge­naue Be­ob­ach­tung ih­res We­ges zum Pult mit der Schreck­se­kun­de zu­sam­men­hängt, die das Nicht­fin­den ih­res Na­mens in der Lis­te aus­ge­löst hat. Es ist, wie in Zeit­lu­pe vom Fahr­rad zu flie­gen.

Die Da­me steht be­reit, sie nickt dem Pu­bli­kum zu. Dann stellt sie das Mi­kro auf ih­re Hö­he ein. Sie trinkt ei­nen Schluck aus dem Was­ser­glas, das ihr ge­ra­de hin­ge­stellt wur­de. Sie macht es span­nend.

Die Da­me be­ginnt mit: „Sie wer­den sich fra­gen, wer vor Ih­nen steht!“ Mir fällt ein Stein vom Herzen, wäh­rend sie ei­ne Kunst­pau­se macht.

Sie schmun­zelt ins Pu­bli­kum, fun­kelt dann lus­tig die Sit­zungs­lei­te­rin an, spricht sie mit Vor­na­men an: „So­was kommt von so­was. Wir du­zen uns seit 20 Jah­ren, und of­fen­bar hat­ten wir noch nicht die Ge­le­gen­heit, an ein- und der­sel­ben Kon­fe­renz teil­zu­neh­men. Mein Na­me spricht sich näm­lich so aus: …“ Und sie spricht ihn aus.

Die­sen Na­men hät­te wohl je­der ver­semmelt. Al­le la­chen. Ich muss kurz den MUTE-Knopf drü­cken, al­so das Mi­kro stumm stel­len, weil auch ich la­che.

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Gra­fik: KI (OpenAI)

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