Mittwoch, 12. August 2020

COVIDiary (126)

Ob ge­plant oder zu­fäl­lig: Sie le­sen hier im ers­­ten deut­schen Dol­­met­scher­blog aus dem In­neren der Dol­metscherkabine. Gerade schreibe ich vom Büro aus, das seu­chen­bedingt brachliegt. Ich do­ku­men­tie­re hier auch unsere Zeit.

Altes Wandtelefon
A gangster calls
Oha! Gangster sind schnell, die nächste Betrugsmasche kursiert schon längst. Bei einer Nachbarin klingelt das Telefon. So ähnlich ist das Gespräch ab­ge­lau­fen:

— Guten Tag! Frau Müller am Ap­pa­rat, Gesundheitsamt Neukölln. Das Co­ro­na­warn­ys­tem zeigt an, dass Sie Kontakt zu einer Person hatten, die positiv auf Co­vid-19 getestet wurde. Sie müs­sen sich sieben Tage lang in Qua­ran­täne be­ge­ben und einen Covid-19-Test durchführen.
— Danke für die Nachricht. Können Sie mir bitte sagen, wer die Person war?
— Nein, das dürfen wir leider aus Da­ten­schutz­grün­den nicht.
— Schade!

— Sie müssen in­ner­halb der nächsten 72 Stunden getes­tet werden. Können Sie mir bitte Ihre genaue Postan­schrift geben, damit wir Ihnen das Testkit zusenden können?
— (nennt die Anschrift)
— Gut. Jetzt bitte noch Ihre Zahlungs­an­ga­ben, am besten eine EC- oder Kre­dit­karte, damit wir Ihnen das Kit senden können.

Gesehen in Neukölln
— Wieso denn, ich dach­te, das wäre kostenlos?
— Nein, tut mir leid. Nur die Tests an den Flug­­hä­fen sind kos­ten­los. Hier wird ei­ne ein­ma­li­ge Ge­bühr von fün­fzig Euro fäl­lig. Kön­nen Sie mir jetzt bit­te die Kar­­ten­­num­­mer, das Ablauf­da­tum und den Sicherheits­code vor­le­sen? 
— Nein, das kommt gar nicht infrage!

— Nen­nen Sie mir jetzt bitte die er­for­der­li­chen An­ga­ben, das ist sehr wichtig! Im Falle von Verstößen hat der Gesetzgeber empfindliche Strafen vorgesehen!

Das Ganze ist natürlich eine Betrugsmasche. Ich fürchte, dass es Ahnungslose gibt, die darauf reinfallen werden. Die Nachbarin war schlau genug.

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Foto: C.E. (u.a. Archiv)

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