Donnerstag, 29. Oktober 2026

DEnglishe Untertitel

Bon­jour oder bon­soir auf den Sei­ten ei­ner Sprach­ar­bei­te­rin. In die­sem di­gi­ta­len Ta­ge­buch kön­nen Sie an ei­ni­gen Ta­gen der Wo­che mit­le­sen, wie Dol­met­sche­rin­nen und Über­set­ze­rin­nen, Über­set­zer und Dol­met­scher ar­bei­ten. Die­se Wo­che war ich un­ter­wegs in ei­ner an­de­ren al­ten Hei­mat. Und schon wie­der bin ich mit der KI kol­li­diert.

Kino, Leinwand, Dolmetscherkabine, Caroline Elias
UTs aus Ur­he­ber­rechts­grün­den un­scharf
Ne­ben dem Ein­spre­chen von Fil­men konn­te ich auch nach Her­zens­lust ins Ki­no ge­hen und ha­be da­bei et­li­che Un­ter­ti­tel (UT) ge­se­hen, die au­to­ma­tisch ge­ne­riert wa­ren. 

Sol­che Un­ter­ti­tel sind oft falsch oder ein­fach nur schlecht les­bar oder wört­lich über­tra­gen, sie fol­gen eng­li­scher Gram­ma­tik, aber deut­sche Wör­ter wer­den ein­ge­blen­det. 
Das ist DEng­lish pur.

Kein Wun­der, dass die jun­gen Leu­te im­mer häu­fi­ger so ko­misch spre­chen, weil das hal­be You­Tube voll mit der­lei ist.

Bei­spiel: „Ich wur­de für das Sti­pen­di­um ab­ge­lehnt.“ Der eng­li­sche Ti­tel hat wohl ge­lau­tet: I was rejected for the grant! Und der Ti­tel müss­te ei­gent­lich hei­ßen: „Ich hab' das Sti­pen­di­um nicht ge­kriegt.“

Ei­ne Ber­li­ner Ki­no­lein­wand

Ich lie­be Film­fes­ti­vals. Lei­der ha­ben die meis­ten in­zwi­schen die Re­dak­ti­ons­stel­le ab­ge­schafft, die ein­ge­hen­de Un­ter­ti­tel ge­gen­liest.

Über das große Un­ter­ti­tel­dra­ma ha­be ich erst neu­lich ge­schrie­ben: klick! 

Sehr ger­ne dol­met­sche ich dort Fil­me si­mul­tan. Das Live-Ein­spre­chen ist in­zwi­schen ein sel­ten ge­wor­de­ner Lu­xus.

In we­ni­ger als ei­ner Wo­che 15.000 Un­ter­ti­tel ein­zuspre­chen ist sport­lich. Vor dem Fes­ti­val muss­darf un­se­rer­ei­ner ge­dul­dig und mit viel Aus­dau­er lan­ge am Schreib­tisch ar­bei­ten um die Fil­me in klein­tei­li­ger Ar­beit vor­zu­be­rei­ten. Das Fes­ti­val selbst ist die be­rühm­te Spit­ze des Eis­bergs. Und dort dür­fen wir dann was wohl zei­gen? Ex­akt, noch mehr Aus­dau­er und viel sprach­li­che En­er­gie, um die Spra­chen sau­ber zu tren­nen, sie­he oben.

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Fo­tos: C.E. und pri­vat

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