In den USA sind's die Knarren, in Deutschland die Karren: alles sakrosankt. Und die Privilegien der Männer sowieso. Das ist zum Kotzen!
Es gibt Momente, in denen ich froh bin, (noch) keine Gerichtsdolmetscherin zu sein. (Das Gerichtsdolmetschen ist mein Plan D, sollten die Tech-Nerds, meistens männlich, weiter unseren Kunden, meistens männlich, Märchen über die tolle KI erzählen, wodurch wir derzeit viele Aufträge verlieren.) Denn im schlimmsten Fall müssen die Worte von Tätern durch mich hindurch.
Ich habe nicht durchgehend in Neukölln gelebt. In anderen Wohngebieten waren vor Jahrzehnten die Schulen besser. Aber damals hatten wir es ein-, zweimal die Woche mit Autorennen in einem Wohngebiet zu tun. Das ist lange her.
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| Geschlechtergerechtigkeit geht auch anders! |
Doch schon vor 20 Jahren bestand keine Notwendigkeit für diese (meistens) Jungmänner, ihr und das Leben anderer bei diesen Rennen zu riskieren.
Meistens kennen das nur Mütter (aus anderen Gründen), wie es ist, nächtelang immer wieder aus dem Schlaf gerissen zu werden.
Meistens kennen das nur Mütter (aus anderen Gründen), wie es ist, nächtelang immer wieder aus dem Schlaf gerissen zu werden.
Solche Rasereien sind in Berlin in vielen Kiezen bitterer Alltag. Die Medien berichten, wenn der Irrsinn Menschenleben fordert.
Das geschah wiederholt, am Kurfürstendamm, aber auch in der Neuköllner Hermannstraße.
Nun wurde der Autofahrer, der vor einigen Jahren mit fast 100 km/h über diese Hauptstraße Neukölln gerast ist und Fahrerflucht beging, nachdem er einen Fußgänger totgefahren hat, vom Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten und Führerscheinentzug von zweieinhalb Jahren verurteilt. Ich kann es nicht fassen, dass das fortgesetzt als Zivilverfahren verfolgt wird.
Rasereien in der Innenstadt sind potentieller Totschlag oder Mord. Wer so rast, weiß, was er macht. (Ich schreibe hier ER, weil es ist kein Fall bekannt, bei dem eine Frau beteiligt wäre.) In andern Ländern würde der Mensch jetzt länger im Gefängnis sitzen.
In Deutschland wird sowas bestraft, als sei es ein Kavaliersdelikt. Mit „Freiheit“ hat das nichts zu tun.
Und das ist nur ein Beispiel für toxische Männlichkeit in Deutschland. Meine Karriere als Konferenzdolmetscherin erlebt nicht nur jetzt, siehe oben, eine Ausbremsung durch Männerbünde.
Davor habe ich in den Medien gearbeitet. Hier bin ich an der „Besetzungscouch“ gescheitert. In anderen Worten: Ich bin stark geblieben (und habe Ohrfeigen verteilt). Später wurde mir als Journalistin und in der Öffentlichkeitsarbeit, als es um eine Festanstellung ging, ein Mann vorgezogen, obwohl mein Vertrag bis ins Detail ausgehandelt und die Farbe des neuen Bürostuhls von mir festgelegt waren.
Grund: Als Frischverheiratete würde ich sicher bald „ausfallen“ und der Mann musste sowieso die eigene Familie ernähren ... Das war in den 1990ern, und es ist heute noch genauso möglich, denn außer dem Justiziar und mir gab es keine Zeugen.
So wurde ich Dolmetscherin, denn auch hier hatte ich mich akademisch ausbilden lassen (ohne jedoch die Absicht zu haben, später hauptberuflich in der Konferenzdolmetschkabine zu sitzen).
Und heute dann der nächste Paukenschlag der toxischen Männlichkeit: Die Regierung will die Rentenpunkte für pflegende Angehörige kürzen. 87 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt. Betroffen sind vor allem Frauen. (Und ich schon wieder als Pflegende in Teilzeit.) Na toll.
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Foto: C.E. (Archiv)

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