Hallo und guten Tag! Hier schreibt eine Konferenzdolmetscherin mit Französisch als Hauptarbeitssprache. Ich dolmetsche in beide Richtungen oder, seltener, aus dem Englischen ins Französische. Deutsch ist meine Muttersprache und bei Textarbeit die häufigste Zielsprache. Die Bürokollegin übersetzt ins Englische. Dieses Posting ist Vorschau und Rückblick in einem. Der KI-Mittwoch ist heute nur ein Einwurf von der Seitenlinie.
Der Vorteil von Langlebigkeit und vielfältiger beruflicher Expertise: Gerade ist meine Untertitelkompetenz, theoretisch wie praktisch, mal wieder gefragt.
Das liegt daran, dass die Titel, die überall zu lesen sind, von Netflix über Berlinale, von Filmhochschule bis zu den Öffis, nicht selten ... naja, weit unter ihren Möglichkeiten liegen. (Jahrzehnte in Politik und Diplomatie färben ab!)
„Film und Sprache“ ist ein Thema, das die letzten Jahrzehnte allgemein vernachlässigt wurde. Und in den letzten Jahren hat dann auch noch die KI viele Menschen aus dem Beruf getrieben.
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| Untertitel brauchen kurze Wörter |
Manche von uns schätzen den Weggang von Kolleg:innen aus der Sprachbranche auf 40 Prozent. Ich kenne keinen Berufsstand, der ähnlich schnell ausgeblutet wäre.
Da geht aktuell viel Wissen verloren, das in Sachen Film über die Jahrzehnte aufgrund ständiger Kürzungsrunden (oder dem Nichterhöhen von Budgets in Inflationszeiten) ohnehin immer seltener nachgefragt wurde, zugleich aber nicht zum festen Bestandteil des Wissens oder der Grundlagenvermittlung in der Ausbildung geworden war.
Noch dieses Jahr werde ich meinen Blog auf eine eigene Webseite umziehen. Und ich werde über die Spracharbeit ein Buch schreiben. „Film und Sprache“ wird zentral sein.
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Grafik: C.E. (Archiv)

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