Das schlimmste Video, das ich dieser Tage gesehen habe, war ein humanoider Roboter, der ein Kleinkind betreut, mit ihm mit Bauklötzen spielt, ihm ein Geschenk bringt. Das Kind strahlt — und schaut in eine abgerundete Metallplatte in Gesichtsform.
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| Perspektiven im Nebel |
Diese Roboter, so ist zu hören und zu lesen, würden uns künftig die Haushaltsaufgaben abnehmen, aber auch Oma, Baby und den Familienhund betreuen, während wir ... bitte was? Wir hätten dann Zeit, um mehr zu arbeiten. Zugleich rabuliert so mancher der Tech-Granden, dass 90 Prozent der Arbeitsplätze aufgrund der KI verschwinden würden.
Ja, was denn nun?
Viele Länder erleben derzeit dramatische Tage: Feuer gigantischen Ausmaßes verzehren Wälder und Ortschaften. Jetzt greifen sie nach Großstädten. Retter sterben, Flora und Fauna werden vernichtet. Die Bilder sind apokalyptisch.
Das Klimasystem, in und von dem wir leben, wackelt und bricht vor unseren Augen teilweise zusammen. Diese Katastrophen treten früher ein, als von der Wissenschaft berechnet. Es wären Sofortmaßnahmen nötig, weltweit, nein: es SIND.
Die Folgen des Verbrennens fossiler Stoffe wurden schon parallel zur Industrialisierung benannt. In den 1840er-Jahren gründeten sich in England erste Vereine gegen den Ruß und die Luftverschmutzung in Industriestädten wie Manchester. Und Svante Arrhenius, ein schwedischer Wissenschaftler, legte im Jahr 1896 eine Studie vor, in der er beschrieb, dass das Verbrennens fossiler Energieträger zu einer globalen Erwärmung führen wird (allerdings ohne die Gefahren im Blick zu haben).
In den 1970er Jahren gab dann die Ölindustrie eigene Forschungsarbeiten in Auftrag, sie warnten eindeutig vor den Risiken. Die Prognosen von ExxonMobil aus den Jahren 1977 bis 2003 waren, so eine Studie von Harvard, „erschreckend“ genau. Diese Studien wanderten in den Giftschrank, entwarnende Papers wurden veröffentlicht. Die Menschen wähnten sich in Sicherheit. Shame on you, Wissenschaftler, dass hier niemand als whistle blower laut wurde.
Wir kennen dieses Vorgehen von der Tabakindustrie. Es hat Jahrzehnte gebraucht, bis die seriösen wissenschaftlichen Stimmen sich gegen gefälschte Studien durchgesetzt haben, von denen einige sogar die gesundheitlichen Vorteile des Rauchens rühmten.
Und dieser Tage tauchen wunderbare Zitate der Herren der KI im Netz auf: In zehn Jahren werde Geld praktisch keine Bedeutung mehr haben, alles könne es im Überfluss geben, für jede und jeden, ich paraphrasiere. Gesagt hat das exakt jener, der als Aufräumer des mächtigsten Präsidenten in Übersee die Gesundheits- und Nothilfen für Kranke und Hungernde in armen Ländern, aber auch in armen Regionen des eigenen Landes zerschlagen und damit schon jetzt für Millionen von Toten gesorgt hat. Keine Namen, ich will nicht den Algorithmus füttern. Wir wissen alle, wer gemeint ist.
Dieser Zyniker hat Blut an den Händen. Seine Konsorten sind nicht besser.
Was das Übermaß an KI im Übermaß braucht: Energie, Wasser, Fläche. Also alles, was knapp und teuer ist und in Zeiten der Knappheit die Biodiversität bedroht.
Und jetzt habe ich noch nicht von einer komplett freilaufenden KI und Robotisierung von Industrie und Wirtschaft gesprochen. Die Tech-Granden träumen davon, überall den Mehrwert und die Einkommen abzuschöpfen und am liebsten auch noch fortgesetzt kaum bis keine Steuern zu zahlen.
Jede(r), der ein wenig nachdenken kann, sieht die Sackgasse.
Wir dürfen nicht aufgeben. Nicht, was das Klima angeht, die Umweltverschmutzung und auch nicht darin, ethische Gesetze zur KI zu fordern, die Menschen, ihre biologischen und ökonomischen Grundlagen schützen und die größten Vermögen endlich wieder an den Ausgaben unserer Gesellschaften zu beteiligen.
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Foto: pixlr.com (Zufallsfund)

1 Kommentar:
Ciao bella, in Spanien hat der Ministerrat gerade ein Expertengremium für unabhängige Klimaberichte zur Steuerung der Politik angekündigt, ab September sollen die aktiv werden! Mehr bei Euronews!
Grüße, Bine
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