Diese Woche ist David Hockney gestorben. Ich habe es geliebt, wie er mit Farben, Textur und Bildausschnitt auf seine Weise die Motive der Moderne variiert hat, zugleich in großer Farbigkeit mit der Flächenmalerei geflirtet und das Ganze oft genug noch mit Humor garniert hat.
Manches seiner Gartenbilder lässt mich an Henri Matisse denken, nur oft zusätzlich mit Swimming pool, und/oder mit Jüngling. In seinen Landschaften griff er die Muster der vom Ackerbau zerschnittenen Flurstücke auf und reduzierte sie auch schon mal radikal auf eindimensionale Oberflächen, zitierte irgendwie zugleich auch die Patchworkdecken älterer britischer Ladies. Straßen winden sich bei ihm widerspenstig durch die Bilder, als wären sie Schlangen in Lila oder Türkis, Stillleben zerfallen in Memorymotive. Wer hier nicht mindestens lächelt, nimmt Kultur zu ernst.
Der gebürtige Brite hat lange in Kalifornien gelebt. Ich finde, das ist zu sehen. Farben dominieren, manches Figürliche ist zugleich flächenhafte Abstraktion (oben schon in einfacheren Worten gesagt): Wir schauen hin und her und sehen wie in einem Vexierbild beides gleichzeitig.
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| Hockney in Südfrankreich |
Das macht ihn so modern und zugleich auch für uns Zusehende so spielerisch.
Was auch großen Spaß gemacht hat, ist, dass er sich so frisch neuen Themen und Arbeitsmitteln zugewandt hat. Am Ende seines Lebens hat er sich fürs Malen auf dem iPad begeistert. England, Europa, die ganze Welt, aber irgendwie auch das bis in unsere Tage immer wieder so bedrückend durchschillernde 20. Jahrhundert hat einen Großen verloren.
Grafik: pixlr.com (Zufallsfund)

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