Sonntag, 21. Juni 2026

Der Sommerrock

Bon­jour & hel­lo! Sie le­sen in einem di­gi­ta­len Ta­ge­buch aus der Spra­chen­welt. Ich über­set­ze ins Deut­sche und dol­met­sche Fran­zö­sisch ⇄ Deutsch und aus dem Eng­li­schen. Sonn­tags wer­de ich hier pri­vat.

Beim Nä­hen muss­te ich die gan­ze Zeit ki­chern, denn ich ar­bei­te an ei­nem tex­ti­len Witz. Mei­ne An­ge­hö­ri­ge, die lei­der de­ment ist, hat mich lau­fend ge­fragt, was ich ma­che. [Die Er­zie­he­rin­nen im Kin­der­gar­ten ha­ben am Montag auch ge­lacht.]

Vom Apfel­rock zum Zi­tat
Es war ein­mal ein Som­mer­rock, lie­be­voll ma­schi­nen- und hand­ge­näht, Stoff aus den Sieb­zi­gern. Der soll­te ein klei­nes Mäd­chen fei­ner ma­chen.

Al­ler­dings ist nicht je­des klei­ne Mäd­chen auch ein fei­nes Mäd­chen. Ich er­in­ne­re mich an den Satz Ho­sen, dun­kel­grün, dun­kel­blau, dun­kel­bor­deaux und fei­ner Cord, der noch in der Wo­che, in der sie an­ge­schafft wur­den, zu kur­zen Ho­sen wur­de (na­tür­lich zur hel­len Freu­de mei­ner Mum).
Ich se­he einen Rock mit Äp­feln, den ein klei­nes Mäd­chen trägt, wäh­rend es mit­ten im Obst­baum sitzt, Ap­fel, Pflau­me oder Kir­schen, und auf­passt, dass der Rock ja kei­nen Fle­cken be­kommt. 

Aber beim Run­ter­klet­tern kommt ein Riss hin­ein. 

Ein Gür­tel hät­te das Malheur ka­schie­ren kön­nen. Die Idee kommt nicht auf, der Rock in ei­ne Tü­te auf den Dach­bo­den.

Zeit­sprung: Ta­ta Li­ne (ich) sucht auf dem Ber­li­ner May­bach­ufer­markt nach ei­nem ge­stick­ten Fli­cken mit Kir­sche, Schmetterling, Ap­fel, Blatt oder Ähn­li­chem und wird erst im Netz fün­dig.

Und nun al­so „die klei­ne Rau­pe Nim­mer­satt“, pas­send zum De­sign des Rocks, denn das Kin­der­buch des deutsch-ame­ri­ka­ni­schen Kin­der­buch­au­tors und -il­lus­tra­tors Eric Car­le wur­de schon 1969 ver­öf­fent­licht. Ver­mut­lich ist es DAS Buch, das al­le Ge­ne­ra­tio­nen eint, so ähn­lich wie frü­her die Grimm'schen Mär­chen.

Der Rock ist leider schon ein My zu eng für das gro­ße Fräu­lein, hier hat die Tan­te ge­schla­fen. Aber er ist per­fekt für die Lüt­te. Das gro­ße Fräu­lein, ein we­nig un­di­plo­ma­tisch: „Das ist per­fekt, die isst ja so gern und auch viel! Ist ja selbst ei­ne Rau­pe Nim­mer­satt!“

Zum Glück hat die Be­trof­fe­ne sehr viel Hu­mor. Wir ha­ben uns schief­ge­lacht, wir drei.

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Fo­tos: C.E.

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