Donnerstag, 18. Juni 2026

Vorsorgeprinzip adé?

Bon­jour, hel­lo, herz­lich will­kom­men! Mein Na­me ist Ca­ro­li­ne Eli­as, ich bin Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin, sit­ze meis­tens in der Fran­zö­sisch­ka­bi­ne, wenn ich kei­ne De­le­ga­tio­nen oder auch Kund­schaft in­di­vi­du­ell be­glei­te. Heu­te eine Kurz­no­tiz zum All­tag in Eu­ro­pa.

Par­kin­son ist fast eine Volks­krank­heit un­ter al­ten Men­schen, be­son­ders auf dem Land. Der Nach­satz war ein Hin­weis für die For­schung, die ein­deu­tig be­le­gen kann, dass so­ge­nann­ten Pflan­zen­schutz­mit­tel die Ge­sund­heit von Men­schen in der Land­wirt­schaft und An­rai­nern be­drohen. Das ist jetzt vor­sich­tig for­mu­liert. Ich bin Dol­met­sche­rin.

In Fran­kreich ist Par­kin­son schon seit 2012 als Be­rufs­krank­heit an­er­kannt. 

Sa­lat in ei­nem Sieb
Wild­kräu­ter­sa­lat (Bio­wa­re)
In Deutsch­land schei­tert das bis­lang, da die Fol­ge­kos­ten für die Be­rufs­ge­nos­sen­schaf­ten sehr hoch wä­ren. Die Be­trof­fe­nen sind al­lein­ge­las­sen. Auch das führt zu De­mo­kra­tie­fer­ne, wie ich bei vie­len Ein­sät­zen fest­stel­len muss­te.

Im Eu­ro­päi­schen Par­la­ment wur­den ges­tern ei­ni­ge Ent­schei­dun­gen ge­fällt, wo­bei es die Brand­mau­er zur ex­tre­men Rech­ten nicht mehr zu ge­ben scheint.

Rechts und ex­trem Rechts haben ge­mein­sam für die Rück­kehr der GVO ge­stimmt, das sind gen­tech­nisch ver­än­der­te Or­ga­nis­men (GVO), auch gen­tech­nisch mo­di­fi­zier­te Or­ga­nis­men und auf EN ge­ne­ti­cal­ly mo­di­fied or­ga­nism (GMO) ge­nannt. Mehr da­zu bei der Bun­des­zen­tra­le für Po­li­ti­sche Bil­dung: Link zur bpb.de: GVO.

Mir be­rei­tet das Bauch­schmer­zen. Wir Kon­su­ment:in­nen sol­len künf­tig nicht er­fah­ren, ob un­ser Ge­trei­de, Obst oder Ge­mü­se GVO ent­hält. Ei­ne Aus­zeich­nungs­pflicht auf den Eti­ket­ten ist aus­drück­lich nicht er­wünscht. Fun fact: Um­fra­gen zu­fol­ge wünscht die Be­völ­ke­rung in et­li­chen Eu­ro­pä­ischen Län­dern ge­nau ei­ne sol­che Kenn­zeich­nung (bzw. we­ni­ger Ge­fahr­stof­fe im All­tag).

Es gab und gibt ei­ni­ge „Ge­sund­heits­flops“ in Zu­sam­men­hang mit Mas­sen­pro­duk­ti­on: As­best, et­li­che „Pflan­zen­schutz­mit­tel“, sie­he oben, die Mi­kro­plas­tik­seu­che. Wo bleibt das sonst in Eu­ro­pa üb­li­che Vor­sor­ge­prin­zip? 

Es war auch lan­ge vom mün­di­gen Ver­brau­cher, von der mün­di­gen Ver­brau­che­rin die Re­de. Im­mer stär­ker wur­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf Wahl­frei­heit ge­setzt. Nun al­so die Rol­le rück­wärts.

Wenn wir nicht mehr wis­sen, ob un­ser Es­sen GVO ent­hält, be­deu­tet das für mich: Ich zah­le mit mei­nen Steu­ern ei­ne zer­stö­re­ri­sche Land­wirt­schaft mit und in­di­rekt auch aus­wärts bei der Ar­beit an­ge­bo­te­nes Es­sen, auf das ich ver­zich­ten soll­te, denn auch oh­ne die Sor­gen um schlum­mern­de neue Ge­fah­ren ha­be ich schon jetzt vie­le Al­ler­gien, viel­leicht eben auch, weil ich als Ju­gend­li­che ne­ben Äckern auf­ge­wach­sen bin.

Das be­deu­tet auch, dass wir we­ni­ger ins Res­tau­rant ge­hen wer­den. Durch die Al­ler­gien kam ich üb­ri­gens zu ei­nem mei­ner Fach­ge­bie­te: Land­wirt­schaft, be­son­ders Öko-Land­bau, Bo­den­re­ge­ne­ra­ti­on, Hu­mus­auf­bau, Bio­di­ver­si­tät.

Auch in der Po­li­tik brau­chen wir ein Vor­sor­ge­prin­zip. Mich treibt um, dass das Wis­sen um die Ge­schich­te des 20. Jahr­hun­derts, die Macht­er­grei­fung der Na­zis, so we­nig ver­brei­tet scheint.


Vo­ka­bel­no­tiz

die Brand­mau­er — le cor­don sa­ni­tai­re

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Fo­to: C.E. (Ar­chiv)

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