Mittwoch, 20. März 2024

Kopfschütteln (1)

Bon­jour, hier bloggt ei­ne Lin­gu­is­tin. Als Dol­met­sche­rin ar­bei­te ich mit den fol­gen­den Spra­chen: Deutsch (Mut­ter­spra­che), Eng­lisch, Fran­zö­sisch, Film. An­de­re Kol­le­g:in­nen, vor al­lem Dol­met­scher und Dol­met­sche­rin­nen, kann ich bei Be­darf aus dem Netz­werk ver­mit­teln. Die Bü­ro­kol­le­gin über­setzt ins Eng­li­sche, ar­bei­tet al­so schrift­lich. Lie­ber schüt­te­le ich den Kopf, als dass ich mich auf­re­ge, ist ge­sün­der! Da­her ei­ne neue Ka­te­go­rie für den Blog, yeah: Kopf­schüt­teln "eins" bis "hof­fent­lich end­lich".

"Nicht är­gern, nur wun­dern", sag­te einst mei­ne Schul­freun­din Ul­ri­ke zu mir, als mir je­mand blöd kam (für die Nicht-Mut­ter­spra­chler:in­nen hier: der/die ei­nen doo­fen Kom­men­tar ab­ge­ben hat). Da das Un­ter­be­wusst­sein das schö­ne Wört­chen "nicht" nicht ken­nen soll, al­so al­le Ne­ga­tio­nen als Af­fir­ma­tio­nen wahr­ge­nom­men wer­den, sage ich jetzt: Wun­dern ist bes­ser als är­gern.

So sieht die KI un­se­re Arbeit
Kopf­schüt­teln, die Ers­te: An­ge­bo­te schrei­ben und fest­stel­len, dass För­der­grund­sätze ei­nes zen­tra­len Pro­jekt­trä­gers, der im Auf­trag ei­nes Bun­des­mi­nis­te­ri­ums tätig wird, aus dem Jahr 2007 stam­men. Da­mals waren die Höchst­sätze für Si­mul­tan­dol­met­schen eines mehr­tä­gi­gen Se­mi­nar­pro­gramms, aber auch bei Tisch­, Or­ga-Kram etc. mit täg­lich 800 Euro ge­deckelt, einst durch­aus kom­for­ta­bel. Seit ei­nem Jahr­zehnt ist der Satz auch bei über­lan­gen Ta­gen über­holt.
Und noch et­was ist praxis­fremd: Es muss in 30-Minuten-Tran­chen ab­ge­rech­net wer­den. Wer soll da mit­schrei­ben? Wer prü­fen? Gilt die an­ge­fan­ge­ne hal­be Stun­de als ab­rech­nen­ba­re hal­be Stun­de? Was ist, wenn ei­ne Per­son ins Kran­ken­haus muss und wir plötz­lich 16 Stun­den ar­bei­ten? Al­les schon er­lebt. Wer sich den Ab­rech­nungs­mo­dus ein­fal­len ließ, hat nie an ei­ner sol­chen Ta­gung mit Über­nach­tung und jün­ge­ren Men­schen teil­ge­nom­men.

Aus dem Jahr 2007 stammt auch die­ser Blog, den ich re­gel­mä­ßig ver­än­de­re. Ob die Förder­grund­sätze in drei Jah­ren ihr 20-jäh­ri­ges Ju­bi­lä­um fei­ern? Spä­tes­tens dann wür­de ich hier öf­fent­lich ma­chen, wer es ist, und für mehr Reich­wei­te die Ver­bän­de mit ein­be­zie­hen.

Viel­leicht hilft Iro­nie?

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Il­lus­tra­ti­on: Dall:e (im Stil von Henri Matisse)

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