Mittwoch, 5. Oktober 2011

Vokabelliste

Demnächst dolmetsche ich Seit' an Seit' mit renommierten, festangestellten Kollegen einer großen Institution. Ich sitze acht Tage im Voraus am Schreibtisch und lese und bastele. Ziel ist eine aktualisierte Vokabelliste zum betreffenden Wortfeld. Es ist zäh, die Materie trocken.

Dann habe ich die geniale Idee: Ich könnte da anrufen und vorsichtig fragen, ob ich die Mailanschriften der betreffenden Kollegen haben kann. Dann wäre es ja möglich, deren Liste mitzunutzen ...

Der Gedanke kam blitzartig und wurde ebenso schnell verworfen. Die Trägheit hatte sich meiner ermächtigt, oh, oh, eine Todsünde! Und ich grinse vor mich hin — dieses Lesen, Vergleichen, Raussuchen ist ja die halbe Lernarbeit.

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Foto: Archiv (in Paris)

Kommentare:

Lara (10. Klasse) hat gesagt…

Danke für Ihre Lerntipps, die für die Schule oft ganz gut sind. Aber nur solche Vokabellisten haben wir nicht, sondern das klassische Vokabelheft.

Wie kann ich die am besten Lernen? Ich suche den ultimativen Lertipp...

Gruss, Lara

caro_berlin hat gesagt…

Hallo Lara, 10. Klasse, sind Sie noch "Du" oder schon "Sie"?

Nun, so wichtig ist das nicht. Haben Sie schon die Sache mit den Vokabelkarten gesehen? Hier!

Das ist zum Festigen eine gute Methode. Zum Reinkommen können sie aber auch Mind Maps malen mit den Begriffen zu ein- und demselben Thema. Indem Sie die Begriffe zueinander ins Verhältnis setzen, üben sie 'vernetzt'. Aber ich kann mir vorstellen, dass das vielleicht nicht mit allen Schulbuchtexten klappt ;-)

Noch ein Trick: Methode Butterbrotpapier. In einem Lerntext alle Nomen unterstreichen und ggf. mit Textmarker hervorheben. Dann durch das Pergament- oder dünnes, neues Butterbrotpapier hindurch diese Begriffe übertragen, dann sich das Papier separat nehmen und aus dem Gedächtnis die Beziehungen zwischen den Begriffen ergänzen. Diese Methode ähnelt auf den ersten Blick der Mind Map, doch bildet sie nur die physische Struktur eines Textes und Einzelzusammenhänge ab. Ich konnte mit dieser Methode früher gut lernen, da ich ein fotografisches Gedächtnis habe.

Und warum nicht Vokabellisten? Der Trick ist, dass wir sie kopieren, "umdrehen" und in beiden Sprachen alphabetisch sortieren. (Dann kommen sie als Spickzettel in die Tasche.) Alphabetisch ist noch eine zugegeben willkürliche Ordnungsmethode, aber in der Beschäftigung mit den verschiedenen Herangehensweisen lernen Sie Ihre persönliche Lernweisen kennen.

Oder: Ein ultradünnes Vokabelheftchen anlegen, eine Art Auszug für die schweren Fälle, und das immer in die Jackentasche stecken (für den Schulweg.)

Hilft das? Noch Fragen? Und schreiben Sie mir, ob sie etwas ausprobiert haben und wie's lief?

Toi, toi, toi fürs Sprachenlernen.
Gruß,
Caroline