Freitag, 7. August 2026

Moment mal! (3)

Bon­jour, hel­lo gu­ten Tag! Im 20 Jahr be­schrei­be ich, Ca­ro­li­ne Eli­as, hier mein Le­ben als frei­be­ruf­li­che Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin für Fran­zö­sisch, Deutsch (und aus der eng­li­schen Spra­che) in Ber­lin. Ge­mein­sam mit an­de­ren aus dem Dol­metsch­team be­glei­te ich De­le­ga­ti­ons­rei­sen, Fach­ge­sprä­che und in­ter­na­tio­na­le Be­geg­nun­gen, sitze dabei sehr oft irgendwo in Kon­fe­renzdolmetschkabinen. 

Der schnelle Einblick
in meinen Berufsalltag

Was se­hen Zu­hö­ren­de ei­ner Kon­fe­renz? Ihr Em­pfangs­ge­rät, ih­ren Kopfhörer, vor­ne auf dem Podium ein Mi­kro­fon oder eine gan­ze Reihe da­von. Zwei Dol­met­sche­rin­nen in ei­ner Ka­bi­ne, ein­er der bei­den kann auch ein Mann sein, zwei Män­ner sind sehr sel­ten. Dol­met­schen ist ein Frau­en­be­ruf.

Was das ge­neig­te Pub­li­kum meist ig­no­riert: die Stun­den und Tage da­vor. Je­der Ter­min be­ginnt lan­ge vor den Be­grü­ßungs­wor­ten. Wir dürfen Fach­tex­te le­sen, Be­grif­fe re­cher­chie­ren, Hin­ter­grün­de ver­ste­hen, Zu­sam­men­hän­ge er­ken­nen, Wort­lis­ten schrei­ben, Zi­ta­te über­set­zen, Pod­casts zum The­ma hö­ren, uns über Wort­sor­gen­kin­der aus­tau­schen. 

Das al­les ge­hört zur Ar­beit.

Gu­tes Dol­met­schen be­ginnt mit Zu­hö­ren, Fra­gen stel­len, Text­ar­beit und Ler­nen. Das Wort life­long lear­ning könn­te von einer Dol­met­sche­rin er­fun­den wor­den sein.

Ge­nau das ist für mich ei­ner der schö­nen Aspek­te die­ses Be­rufs: Wir sind ewi­ge Stu­dent:in­nen, dür­fen neu­gie­rig sein auf die Welt da drau­ßen, im­mer wie­der neue The­men ent­de­cken und dann, für die Dauer einer Abend­ver­an­stal­tung, ein­es Kon­gres­ses oder ei­ner De­le­ga­tions­rei­se, in an­de­re Fach­wel­ten ein­tau­chen.

Vor­ne räus­pert sich je­mand, glei­ch geht es los, das Pub­li­kum wird un­se­re Stim­men hö­ren und von der in­ten­si­ven Vor­be­rei­tungs­zeit viel­leicht so­gar et­was ah­nen.

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Grafik:
OpenAI

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