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| Der schnelle Einblick in meinen Berufsalltag |
Was sehen Zuhörende einer Konferenz? Ihr Empfangsgerät, ihren Kopfhörer, vorne auf dem Podium ein Mikrofon oder eine ganze Reihe davon. Zwei Dolmetscherinnen in einer Kabine, einer der beiden kann auch ein Mann sein, zwei Männer sind sehr selten. Dolmetschen ist ein Frauenberuf.
Was das geneigte Publikum meist ignoriert: die Stunden und Tage davor. Jeder Termin beginnt lange vor den Begrüßungsworten. Wir dürfen Fachtexte lesen, Begriffe recherchieren, Hintergründe verstehen, Zusammenhänge erkennen, Wortlisten schreiben, Zitate übersetzen, Podcasts zum Thema hören, uns über Wortsorgenkinder austauschen.
Das alles gehört zur Arbeit.
Gutes Dolmetschen beginnt mit Zuhören, Fragen stellen, Textarbeit und Lernen. Das Wort lifelong learning könnte von einer Dolmetscherin erfunden worden sein.
Genau das ist für mich einer der schönen Aspekte dieses Berufs: Wir sind ewige Student:innen, dürfen neugierig sein auf die Welt da draußen, immer wieder neue Themen entdecken und dann, für die Dauer einer Abendveranstaltung, eines Kongresses oder einer Delegationsreise, in andere Fachwelten eintauchen.
Vorne räuspert sich jemand, gleich geht es los, das Publikum wird unsere Stimmen hören und von der intensiven Vorbereitungszeit vielleicht sogar etwas ahnen.
______________________________Grafik: OpenAI

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