Montag, 3. August 2026

Montagsschreibtisch (151)

Bonjour & hello! Hier erfahren Sie, wie der Ar­beits­all­tag ei­ner Konferenz­dol­met­scher­in aussieht, die auch als Über­set­ze­rin arbeitet. Als Deutsch-Mut­ter­spra­ch­le­rin ar­bei­te ich mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch. Die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che. Jetzt, im Som­mer, läuft al­les lang­sa­mer.

PAUSE
Som­mer, Pau­se und doch im Be­reit­schafts­dienst
In der Sai­son be­ar­bei­ten wir von Zeit zu Zeit im Team in grö­ße­rem Um­fang ge­mein­sam Tex­te. Jetzt aber sind die meis­ten Kund:in­nen im Ur­laub und auch wir ha­ben Som­mer­pau­se, sind aber vor Ort und unter­stüt­zen Sie zwischen­durch mit dem größ­ten Ver­gnü­gen bei Ihren Ter­mi­nen beim Amt oder beim No­tar, in der Kli­nik oder bei Shop­ping- und Städ­te­tou­ren!

Kurz gesagt, liegt nicht viel auf dem Mon­tags­schreib­tisch:
❦ Ter­mi­no­lo­gie­lis­te des letz­ten Ein­sat­zes nach­be­rei­ten
❦ Mahn­we­sen
❦ Ter­mi­ne mit Blei­stift in den neu­en Ka­len­der schrei­ben

„Rein­ge­blei­stif­te­te Ter­mi­ne“ sind Ter­mi­ne, zu de­nen wir Kos­ten­vor­an­schlä­ge ge­schrie­ben ha­ben. Die­se Ter­mi­ne re­ser­vie­ren wir erst­mal un­ter Vor­be­halt. Frü­her be­ka­men wir zu je­dem drit­ten Kos­ten­vor­an­schlag ei­ne Zu­sa­ge, heu­te ist es eher je­des 15. An­ge­bot. Wir müs­sen al­so oft das Ra­dier­gum­mi be­nutz­en.

In der Po­li­tik wird immer häufiger Glo­bish ge­spro­chen, bis die Re­fe­rent:innen und Mit­ar­bei­ter:innen der Spra­chen­diens­te zu viel re­pa­rie­ren müs­sen und es ei­nen Rück­lauf gibt. Da­ne­ben ver­schau­keln so man­che Inter­net-„Agen­tu­ren“ die Kund­schaft, das sind Fir­men, die oft unter Ein­be­hal­tung von 50 Pro­zent un­se­rer Ho­no­ra­re die Auf­trä­ge an jene wei­ter­ge­ben, die das bö­se Spiel mit­ma­chen. Ich per­sön­lich hal­te fünf bis 15 Pro­zent für ver­tret­bar, da­nach wird es kri­tisch.

Die drit­ten Par­tei­en, die der­zeit zum Fut­ter­trog strö­men, sind Tech­nik­fir­men, die „KI-Dol­met­schen“ ver­kau­fen. Da­bei wis­sen wir jetzt, dass die KI es nicht kann. Ihr fehlt die Aus­bil­dung, die Er­fah­rung, der Über­blick und die Ge­wis­sen­haf­tig­keit, die wir Men­schen an den Tag le­gen, da­zu ein Be­wusst­sein für das, was Kom­mu­ni­ka­tion aus­macht, und aus­rei­chend Vor­wis­sen, die End­kund­schaft rich­tig ein­zu­schät­zen, sich auf sie ein­zu­stel­len, bei Ver­ständ­nis­pro­ble­men di­rekt nach­zu­schär­fen und auch Dis­kre­tion wal­ten zu las­sen.

Mal se­hen, wel­cher „Auf­räum­job“ mich im Som­mer noch er­eilt. Meis­tens sind es KI-Über­tra­gun­gen von Tex­ten in an­de­re Spra­chen, wo Feh­ler, Fehl­stel­lun­gen und Hal­lu­zi­na­ti­o­nen das Er­geb­nis zur Unt­kennt­lich­keit ent­stel­len. Denn was nüt­zen In­for­ma­ti­o­nen, die zu ca. 20 Pro­zent (Tex­te) oder knapp zur Hälf­te (münd­li­che Über­tra­gun­gen) falsch sind?

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Gra­fik: C.E. mit pixlr.com + Let­ter­set

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