Samstag, 25. Juli 2026

Hybrides Arbeiten

Will­kom­men bei mei­nem Blog aus der Ar­beits­welt der Spra­chen. Wie Dol­met­scher und Über­set­zer ar­bei­ten (und auch wir Frau­en im Be­ruf, die wir in der Mehr­zahl sind), ist oft nicht so ge­nau be­kannt. Zum Be­ruf ge­hört auch, dass wir uns auch dort ehren­amt­lich en­ga­gie­ren, wo wir ge­braucht wer­den.

Sams­tags­ar­beit in der Fort­bil­dung: Wir ha­ben Glück bei die­sem trans­kon­ti­nen­ta­len Event, der seit bald zehn Jah­ren im Ka­len­der steht. Es ist ei­ne Art Som­mer­uni­ver­si­tät, und es geht um Bil­dungs­ar­beit. Je­mand von ei­nem Hör­funk­sen­der ist auch da­bei.


Dol­met­schen vor ro­ter Wand
Ein hy­bri­der Stu­di­en­tag: Ein Teil der Be­leg­schaft sitzt in Deutsch­land, ein an­de­rer Teil ist über die Welt ver­streut, wir Dol­met­scher­in­nen sind im Ne­ben­raum und an ei­nem an­de­ren Ort. Sol­che Ta­ge sind seit der Pan­de­mie nicht mehr weg­zu­den­ken, wo die Kon­fe­renz­tech­nik hier­für ei­nen gro­ßen Sprung nach vor­ne ge­macht hat. Frü­her war die Akus­tik aber oft grenz­wer­tig. Auch die Net­ze bra­chen oft zu­sam­men. Al­le Be­tei­lig­ten ha­ben ge­lernt. In Afri­ka sit­zen in ei­ni­gen Städ­ten die Teil­neh­men­den in Ho­tels und tei­len sich ei­ne zen­tra­le Lei­tung.

Und jetzt die Über­ra­schung: Der Sound ist erst­mals auch dann gut, wenn die Bei­tra­gen­den im glo­ba­len Sü­den sit­zen. Nur sel­ten gibt es gro­be Ton­aus­set­zer.

Al­ler­dings sind leich­te Ver­zer­run­gen nicht zu über­hö­ren. Ei­ne Teil­neh­me­rin ver­lie­ren wir ganz, da ist un­klar, was pas­siert ist.

Grund­sätz­lich: Bit­te in die­se Rich­tung wei­ter­for­schen und wei­ter­ent­wi­ckeln, es ist noch Luft nach oben, und die­se Art der Tech­nik ist für den wich­ti­gen Aus­tausch sehr wert­voll! So wert­voll, dass im­mer mehr Mit­ar­bei­ten­de aus den Fach­mi­nis­te­ri­en so­gar in der Frei­zeit an den Mee­tings teil­neh­men, als ge­neig­te Zu­hö­rer­schaft, die mit Fra­gen wei­ter­hilft.

Zu­rück zum Sound. Der ein­zi­ge "Knall" ent­stand kurz im Ne­ben­raum.

Leu­te! Aufs Mi­kro­fon klop­fen, um zu "prü­fen", ob es funk­tio­niert, das ist Vor-Co­ro­na-Ver­hal­ten (und war auch bis 2020 nicht OK). Es fühlt sich im­mer an wie ein An­griff auf un­se­re Ge­sund­heit (was es un­be­ab­sich­tigt auch ist).

Am En­de der krö­nen­de Ab­schluss. Zwei Teil­neh­men­de sind als Ur­he­ber:in­nen von Bü­chern be­kannt ge­wor­den, sie fas­sen das Event zu­sam­men, al­so Mon­sieur, bzw. liest ei­nen neu­en Text, das war der Part von Ma­da­me. Be­geis­te­rungs­stür­me bre­chen los, wie wir sie noch nie er­lebt ha­ben. Ja, dur­ften wir denn ein Pop­event dol­met­schen?

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Fo­to:
C.E. (Ar­chiv, Sym­bol­bild)

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