Montag, 23. Februar 2026

Montagsschreibtisch (128)

Den Ar­beits­all­tag einer Dol­met­scherin finden Sie auf diesen Sei­ten skiz­ziert. Meine Mut­ter­spra­che ist Deutsch, ich arbei­te über­wie­gend mit Fran­zö­sisch und Eng­lisch, die Büro­kol­le­gin über­setzt in die eng­li­sche Spra­che. Ei­ne mei­ner Spe­zia­li­sie­run­gen als Si­mul­tan­dol­met­sche­rin ist Film: Dreh­buch, Pro­duk­tion, Her­stel­lung, Mar­ke­ting, Fes­ti­val.

Der Mon­tag nach der Ber­li­na­le ist für vie­le ein Schalt­tag, so ähn­lich wie bei den Leu­ten aus dem Mu­seums­be­reich oder dem Haar­sty­ling nach Ta­gen mit gro­ßem An­sturm. Auf dem Mon­tags­schreib­tisch für die­se Wo­che:

Menschen stehen in 50-er Jahre-Kleidung vor einem Nachkriegsbau
POV als Klein­dar­stel­le­rin beim Film: die Au­to­rin die­ser Zei­len
✗ Fol­low-up der Ber­li­na­le­tref­fen
✗ Be­grif­fe, Ma­te­rial, Fo­tos sor­tie­ren
✗ Strategieüberlegungen
✗ Kos­ten­vor­an­schlag
✗ Über­set­zungs­lek­to­rat (ein ech­tes, kein KI-Bull­shit-Auf­räu­men)

Im Fo­to­ar­chiv habe ich die­sen Schnapp­schuss aus mei­nen An­fän­gen in der Film­sprach­ar­beit ge­fun­den, als ich als Kom­par­sin Vo­ka­beln ge­sam­melt ha­be.

Hier hat­te ich Glück: Ich durf­te am Set aus nächs­ter Näh­e al­len auf die Hän­de se­hen und ge­nau zu­hö­ren und muss­te nur sel­ten (wie die meis­ten) in ir­gend­ei­nem Auf­ent­halts­raum ab­hän­gen. Der Grund: Mit Sprech­aus­bil­dung wur­de ich oft di­rekt zur Klein­dar­stel­lerin be­för­dert.

Aus recht­li­chen Grün­den ord­ne ich dem Fo­to jetzt kei­nen Film zu. Am Dreh­tag ent­stand eine be­rühm­te „Film-im-Film“-Sze­ne, die in der deut­schen Nach­kriegs­zeit ver­or­tet war.

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Foto: C.E.

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