Samstag, 7. Februar 2026

Bitte seid uncool!

Will­kom­men auf den Blog­sei­ten einer der­zeit über­wie­gend in Ber­lin le­ben­den Dol­met­sche­rin und Über­set­ze­rin für die fran­zö­si­sche Spra­che. Als Ar­bei­te­rin des ge­spro­che­nen Wor­tes bin ich oft in Pa­ris, Mar­seil­le, Köln oder an­ders­wo. Hier be­rich­te ich über die­se Ar­beit im Be­reich Kom­mu­ni­ka­ti­on und dar­über, wie sie den Blick aufs Le­ben ver­än­dert. Heu­te: Link der Wo­che.

Ei­ner sag­te mal: „Ich er­zie­he mei­ne Kin­der kaum, ich le­be ih­nen ein gu­tes, sinn­füll­tes und ver­ant­wort­li­ches Le­ben vor.“

Pup­pen­kopf, ge­se­hen in Wien
Köpf­chen be­wei­sen!
Je äl­ter ich wer­de, des­to wich­ti­ger wird die­ser Satz für mich.
Auch mei­ne Ab­leh­nung der "Cool­ness", die vor al­lem bei Ju­gend­li­chen, da be­son­ders bei männ­li­chen Ju­gend­li­chen, seit Jahr­zehn­ten en vo­gue ist, he­ge ich schon lan­ge.

Wer sich cool gibt, vor al­lem läs­sig im Un­ter­richt auf den Stuhl flezt und so tut, als ge­he ihn das al­les nicht an, oder sel­te­ner: sie, der (oder die) lernt nicht gut. Die Kri­se der Männ­lich­keit, des Bil­dungs­rück­stands der Tes­to­ste­ron­trä­ger, hängt mit der Mo­de zu­sam­men, mög­lichst ge­chil­led, un­be­tei­ligt, un­be­rühr­bar wir­ken zu wol­len.

So stump­fen Em­pa­thie und Ehr­geiz ab, wächst die Not­wen­dig­keit, sich mit kör­per­li­cher Kraft, Geld, Tri­cke­rei­en oder Ge­mein­hei­ten ei­nen Platz in der Welt zu su­chen und zu be­haup­ten.

Erst ges­tern ha­be ich da­zu Be­stä­ti­gung ge­fun­den. Ha­be den ers­ten Teil ei­ner „Na­no“-Re­por­ta­ge mit dem Ti­tel „Mein Kör­per, mein Ge­däch­t­nis“ ge­se­hen (auf 3Sat, Me­dia­the­ken­film­tipp: Link). Da wird ei­ne Schau­spie­le­rin ge­zeigt, die fünf, sechs Stück lau­fend im Re­per­toire hat und spielt, da­zu wei­te­re Stücke probt und lernt. Sie be­rich­tet, dass sie sich Din­ge no­tie­re, um sie nicht zu ver­ges­sen, zum Bei­spiel ei­nen An­ruf zu tä­ti­gen.

Das ken­ne ich aus Ge­hirn­über­las­tungs­zei­ten.

Jetzt kom­me ich rasch auf mein Ein­gangs­state­ment zu­rück. Ein grie­chi­scher Lern­for­scher wird in­ter­viewt, der Ler­nen als Vor­gang be­schreibt, bei dem es um drei Din­ge ge­he: Wie­der­ho­lung, Ver­knüp­fung mit schon Be­kann­tem, Emo­tio­nen.

Et voi­là !

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Fo­to: C.E. (Ar­chiv)

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