Vor zwei Tagen habe ich meine Sprachliebe offenbart. Ohne sie wäre meine Arbeit nicht möglich, das ständige Lesen, Lernen, Schleifen, Weiterkommen. Lifelong learning: Als der Begriff aufkam, haben wir Dolmetsche:rinnen uns gewundert. Wie, ist das nicht in allen Berufen so? Für uns war das schon immer Alltag.
Ebenso das Spielen mit Worten.
Die Zeilen unten sind eine Nachdichtung und eine Suchanzeige. Ich besaß einst ein Kinderbuch aus den 1970-ern mit Dinggedichten, Dadaistischem, visueller Poesie, es war nicht sehr groß, nicht sehr dick, ich konnte es bequem im Kabuff eines VW-Käfers lesen, unseres ersten Autos, und dann passten neben mir auch noch Decken und Kissen rein, der Koalabär und die Püppi. Es stand darin etwas zur Rokokokommode, die einen Verlust erlitt. Das Drama ist identisch, die Form komplett anders.
Ich zeichne jetzt Illustrationen zu meinen Versen und mache ein kleines Kinderbuch daraus. In der Zwischenzeit suche ich weiter nach der Vorlage, um die Person mit der Ursprungsidee benennen zu können. Könnte mir bitte jemand helfen?
Die Rokokkokommode
Die schöne Rokokokommode
War dermaleins ganz schwer in Mode.
Stolz steht sie da, jahrein, jahraus.
Dann heißt es schlicht: „Wir ziehen aus!“
Vor Schreck die Knäufe tanzen frei,
Kommödchen isses einerlei.
Es geht treppauf, es geht treppunter,
Die Kugeln kugeln munter runter.
Im LKW ist’s nicht ganz eben,
Oogottogott, das geht daneben!
Ein Ruck. Ein Schlag. Ein off’nes Fach.
O folgt auf O folgt OO-O nach.
Im Loft mit Licht und hoher Decke,
die Rkkkmmde klmmt in der Ecke.
______________________________
Zeichnung: C.E.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen