Donnerstag, 5. Februar 2026

Kreative Pause

Will­kom­men auf mei­nen Blog­sei­ten aus der Ar­beits­welt der Spra­chen! Wie wir ar­bei­ten, ist oft nicht so ge­nau be­kannt. Zum Dol­met­schen auf Kon­fe­ren­zen ge­hört auch, dass wir stän­dig un­se­re Kennt­nis­se er­wei­tern, Ar­beits­fel­der im Blick be­hal­ten, aber auch der krea­tive Um­gang mit Spra­che, sie auch mal wört­lich zu neh­men. Heu­te: Ei­ne Nach­dich­tung!

Vor zwei Ta­gen ha­be ich mei­ne Sprach­lie­be of­fen­bart. Oh­ne sie wä­re mei­ne Ar­beit nicht mög­lich, das stän­di­ge Le­sen, Ler­nen, Schlei­fen, Wei­ter­kom­men. Life­long lear­ning: Als der Be­griff auf­kam, ha­ben wir Dol­met­sche:rin­nen uns ge­wun­dert. Wie, ist das nicht in al­len Be­ru­fen so? Für uns war das schon im­mer All­tag.

E­ben­so das Spie­len mit Wor­ten.

Die Zei­len un­ten sind ei­ne Nach­dich­tung und ei­ne Such­an­zei­ge. Ich be­saß einst ein Kin­der­buch aus den 1970-­ern mit Ding­ge­dich­ten, Da­da­is­ti­schem, vi­su­el­ler Poe­sie, es war nicht sehr groß, nicht sehr dick, ich konn­te es be­quem im Ka­buff ei­nes VW-­Kä­fers le­sen, un­se­res ers­ten Au­tos, und dann pass­ten ne­ben mir auch noch De­cken und Kis­sen rein, der Ko­a­la­bär und die Püp­pi. Es stand da­rin et­was zur Ro­ko­ko­kom­mo­de, die ei­nen Ver­lust er­litt. Das Dra­ma ist i­den­tisch, die Form kom­plett an­ders.

Ich zeich­ne jetzt Il­lus­tra­tio­nen zu mei­nen Ver­sen und ma­che ein klei­nes Kin­der­buch dar­aus. In der Zwi­schen­zeit su­che ich wei­ter nach der Vor­la­ge, um die Per­son mit der Ur­sprungs­i­dee be­nen­nen zu kön­nen. Könn­te mir bit­te je­mand hel­fen?

Kommode, schwerer Vorhang, Teppich, Spiegel, Gummibaum
Die Ro­kok­ko­kom­mo­de

Die schö­ne Ro­ko­ko­kom­mo­de
War der­mal­eins ganz schwer in Mo­de.

Stolz steht sie da, jahr­ein, jahr­aus.
Dann heißt es schlicht: „Wir zie­hen aus!“

Vor Schreck die Knäu­fe tan­zen frei,
Kom­möd­chen is­ses ei­ner­lei.

Es geht trepp­auf, es geht trepp­un­ter,
Die Ku­geln ku­geln mun­ter run­ter.

Im LKW ist’s nicht ganz e­ben,
O­o­gott­o­gott, das geht da­ne­ben!

Ein Ruck. Ein Schlag. Ein off’­nes Fach.
O folgt auf O folgt OO-­O nach.

Im Loft mit Licht und ho­her De­cke,
die Rkkk­mm­de klmmt in der E­cke.

______________________________
Zeich­nung: C.E.

Keine Kommentare: