Sonntag, 25. Januar 2026

Nachtrag / KI / Lernen

Bon­jour, hel­lo, gu­ten Tag! Sie le­sen in ei­nem Ta­ge­buch aus der Ar­beits­welt. Ich bin Deutsch-Mut­ter­sprach­le­rin, ar­bei­te als Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin mit Fran­zö­sisch und aus dem Eng­li­schen, was auch die Ziel­spra­che der Bü­ro­kol­le­gin ist, die schrift­lich ar­bei­tet: sie über­setzt. Klei­nes P.S. zu ges­tern.

Der Film, den ich ges­tern ver­linkt ha­be, bringt vie­les auf den Punkt. Da­für bin ich dem Team, das ihn ge­macht hat, dank­bar.

Al­ler­dings ist mir auf­ge­sto­ßen, dass er mit ei­ner KI-Stim­me ver­tont wur­de, die ei­ni­ger­ma­ßen na­tür­lich klingt, aber eben am En­de doch syn­the­tisch, was die Auf­merk­sam­keit ein­schränkt, das Ver­ständ­nis er­schwert und da­mit, ge­mes­sen an den Ab­sich­ten, ein klas­si­sches Ei­gen­tor dar­stellt … und zu­dem be­feu­ert, dass Spre­cher:in­nen ar­beits­los wer­den.

Mit den KI-Stim­men ist es so ähn­lich wie mit dem Le­sen di­gi­ta­ler Bü­cher ver­sus ech­ter Bü­cher auf Pa­pier, wie mit di­gi­ta­len No­ti­zen ver­sus hand­schrift­li­chen No­ti­zen, wie mit den von KI zu­sam­men­kom­pi­lier­ten ver­sus von ei­nem selbst er­stell­ten Tex­ten: Um wirk­lich zu ler­nen, d.h. dau­er­haf­te Ver­knüp­fun­gen im Ge­hirn her­zu­stel­len, ist das mensch­li­che Mo­ment nö­tig, hier al­so die ech­te Stim­me mit ih­ren an­de­ren Be­to­nun­gen, Pau­sen, viel­leicht auch klei­nen Un­schär­fen in der Aus­spra­che und der Sprach­me­lo­die, mit hör­ba­ren Emo­tio­nen.

Und wir brau­chen Hand­ar­beit beim Schrei­ben, beim Ver­fol­gen der Zei­len auf Buch­sei­ten ver­an­kern wir das Ge­le­se­ne an­ders, auch durch An­strei­chun­gen und Rand­no­ti­zen. In­zwi­schen be­stä­ti­gen ers­te For­schungs­er­geb­nis­se, was vie­le Leh­ren­de so­wie wir pro­fes­sio­nel­le Dau­er­ler­nen­de schon im­mer ver­mu­tet bzw. em­pi­risch „er­forscht“ hat­ten.

Zu­sam­men­fas­sung: Ler­nen ge­schieht durch Wie­der­ho­lung, Ver­knüp­fung, Emo­tio­nen, Bin­dung, Ein­satz der Sin­ne und des Kör­pers, Ver­knüp­fun­gen, die durch die Ko­or­di­nie­rung von Hand und Hirn ent­ste­hen.

Einladung: Dekolonisieren wir die Ökologie, Vorführung mit Diskussion, französischer Filmabend der Auslandsfranzosen in Berlin
Ein­la­dung zu ei­nem Ber­li­ner Ki­no­abend
Last but not least: Als be­fremd­lich emp­fand ich auch den Link un­ter dem oben er­wähn­ten Film, der zum gr­o­ßen A. ge­führt hat, und zwar zu Me­di­ta­tions­kis­sen, Bü­chern & Co. ... Statt­des­sen bit­te den klei­nen Buch­han­del an der Ecke und eu­ro­pä­i­sche Lie­fe­rant:in­nen be­vor­zu­gen, die ih­re Steu­ern in Eu­ro­pa zah­len und die mit ih­ren Ge­win­nen nicht mut­wil­lig un­se­re De­mo­kra­tien zer­stö­ren!

So, jetzt be­ginnt das frei­e Wo­chen­en­de, denn ges­tern ha­be ich mich tat­kräf­tig für ei­ne Ki­no­vor­füh­rung en­ga­giert.

Der Abend wird vom Ver­ein der Aus­lands­fran­zo­sen or­ga­ni­siert. Ich ha­be mich an der Vor­be­rei­tung be­tei­ligt und die­se Ein­la­dung ge­stal­tet.

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Gra­fik
: C.E.

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