Bonjour & hello! Herzlich willkommen beim ersten deutschen Dolmetscherweblog aus dem Inneren der Dolmetschkabine. Ich bin Dolmetscherin und Übersetzerin, arbeite schriftlich mit Deutsch als Zielsprache (Text), mündlich meistens ins Französische, oft auch mit Englisch als Ausgangssprache. Was steht diese Woche an?
Heute ist wieder mal ein Übergangstag zwischen Angehörigenpflege und Vorsaison, der übliche Spagat einer Frau in der zweiten Lebenshälfte.
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| Alte Bürotechnik |
Auf dem Schreibtisch liegen:
♠ Untertitellektorat (Berlinale)
♠ Arbeitsjahr 2026 weiterplanen
♠ Kostenvoranschläge schreiben
♠ Angebote durchrechnen, ob noch gültig (Reisekosten)
♠ Zwei Themen willkürlich herauspicken und aktuelle Berichte dazu lesen, Vokabelliste erweitern
In diesem Jahr sind noch sehr viele Termine frei. Wir spüren die Folgen der Künstliche Intelligenz (KI) leider derzeit sehr.
Die KI kann aber nicht dolmetschen (oder: Sie ist beim Dolmetschen genauso perfekt und allumfassend gültig wie die vorausschauende, nachhaltige und kultursensible Politik eines Donald Trump).
Leider bieten manche Technikverleihe, jetzt plötzlich Fachleute für Dolmetschen, genau das jetzt immer öfter als Dienstleistung an. Bis alle Kund:innen ein- oder zweimal heftig auf die Nase gefallen sind damit, wird es etwas dauern.
Die KI ist ein Wiederkäuer, liefert nur die mathematisch wahrscheinlichsten Lösungen, nicht aber das, was bei Konferenzen oder auf Messen verhandelt wird: das Neue, das Besondere, das, was Fingerspitzengefühl und Wissen um kulturelle, politische und auch juristische Unterschiede erfordert. Die KI ist ein Werkzeug für die Hände von Profis. So eine alte Schreibmaschine wie die da oben tippt auch nicht von alleine.
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Foto: Archiv Elias Lossow
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