Donnerstag, 27. August 2026

Herbstfarben

Hal­lo, hier kön­nen Sie im 20. Jahr Epi­so­den aus dem Ar­beits­all­tag ei­ner Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin mit Mut­ter­spra­che Deutsch le­sen. Meis­tens ar­bei­te ich als Fran­zö­sisch­dol­met­sche­rin, aber auch aus dem Eng­li­schen ins Fran­zö­si­sche und schrift­lich ins Deut­sche. Die Ar­beit ist an­stren­gend. Um­so wich­ti­ger ist gu­te Er­ho­lung: Nicht­stun ... oder et­was kom­plett an­de­res!

Stof­fe in leuch­ten­den und ge­deck­ten Far­ben, Klei­der
Erste Ideen
Nach Ta­gen mit in­tel­lek­tu­el­len Her­aus­for­de­run­gen er­ho­le ich mich mit Up­cy­cling. Bei der Haus­halts­auf­lö­sung der Mut­ter ei­ner Freun­din fie­len zwei Klei­der für mich ab. Sie sind mir zu groß, die Far­ben pas­sen nicht, aber sie sind aus gu­ter, nicht zu schwe­re Baum­wol­le.

Die Aus­gangs­schnit­te ha­ben Po­ten­zi­al. Zum Glück durf­te ich in der Schu­le Nä­hen ler­nen.

Bei­de Klei­der wer­de ich fär­ben. Ich lie­be be­son­ders Na­turtöne, zum Bei­spiel ein dunk­les, war­mes Oli­v­grün, pas­send zu mei­nem Teint. Ich mag auch die Mo­de der Twen­ties.
Ei­nes der Klei­der hat prompt ei­ne sehr tie­fe „Taille“.

Pro Kleid wer­de ich ver­mut­lich nur vier bis sechs Näh­te än­dern müs­sen, in ei­nem Fall Ta­schen weg­neh­men, die Ta­schen­klap­pen aber ste­hen­las­sen, au­ßer­dem neue Knöp­fe dran­nä­hen. Für die Knöp­fe wer­de ich auf Na­tur­ma­te­ri­ali­en zu­rück­grei­fen, auf we­nig Auf­fäl­li­ges, und mich bei der Fir­ma Paul Knopf be­ra­ten las­sen.

Ei­ne Freun­din, Kos­tüm­bild­ne­rin beim Film, hilft beim Up­cy­cling-Pro­jekt. Zu­nächst lie­fert sie „Vi­su­als“. Das hilft schon mal wei­ter. Wir mes­sen al­les Mög­li­che aus, Wei­te, Län­ge, sie steckt ab, ich nä­he. Fürs Um­fär­ben erwägen wir Dun­kel­grün, Tan­nen­grün, Oliv­grün oder Rost­rot, um die zu grel­len Farb­tö­ne zu über­fär­ben und ein span­nen­des Ge­samt­er­geb­nis zu be­kom­men. Wir über­le­gen, was wie aus­se­hen wird und möch­ten am En­de nur ei­nen Fär­be­gang ma­chen. Die fi­na­le Ent­schei­dung steht noch aus. Es wird spät­som­mer­lich bis herbst­lich wer­den.

Das ei­ne Kleid hat ei­nen zeit­lo­sen Schnitt, das an­de­re soll ein Ta­ges­kleid im Stil der 1920er wer­den. In der Kern­zeit der Twen­ties, ca. 1922–1928, lag der Saum et­wa ei­ne Hand­breit un­ter dem Knie. Das be­kom­men wir mit dem vor­han­de­nen Stoff nur knapp hin. In bei­den Fäl­len fehlt Stoff für Är­mel. Auch wenn wir in der Wei­te et­li­che Zen­ti­me­ter her­aus­neh­men, so kann ich ma­xi­mal Gür­tel dar­aus nä­hen.

Ich wer­de ei­ne Art „Jum­per Dress“ (Trä­ger­kleid) dar­aus ma­chen, bei küh­ler Wit­te­rung ein Shirt oder ei­ne Blu­se drun­ter­zie­hen und es so schnei­den, dass ich es im Hoch­som­mer auch kurz­ärmlig tra­gen kann. Das Kleid mit Hemd­blu­sen­cha­rak­ter be­kommt ei­nen au­ßer­ge­wöhn­li­chen Aus­schnitt ver­passt.

Es wird span­nend.

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Gra­fik: Adeline (en­co­re mer­ci beau­coup !)

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