Bonjour ! Mein Name ist Caroline Elias, ich sitze meistens in der Französischkabine bei Konferenzen oder begleite Delegationen oder auch Kundschaft individuell. Was liegt diese Woche auf dem Schreibtisch? Mein Montagsschreibtisch mal wieder am Dienstag!
Was Dolmetscherinnen und Dolmetscher machen, wie wir arbeiten, davon erhalten Sie seit 2007 auf diesen Seiten einen Eindruck. Ich bin Dolmetscherin für Französisch. Meine Muttersprache ist Deutsch, die Drittsprache Englisch. Meine Bürokollegin übersetzt in die englische Sprache, gemeinsam arbeiten wir ins Deutsche. Eine meiner Spezialisierungen als Simultandolmetscherin ist Film und Medien (Link): Drehbuch und Dreharbeiten, Produktion, Marketing, Festival.
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| Stifte und Pinsel und ein Souvenir |
Noch ein Grund, der mich derzeit stark belastet: gewisse KI-Nerds, die vorgeben, diese Technik könne ganz allein und ohne Menschen dolmetschen. Diese Herrschaften haben nicht mir seit Monaten zu viel Umsatz gestohlen. Anders als Diebstahl kann ich es nicht bezeichnen.
Die Endkundschaft bekommt Fake-Dolmetschen, auch KI-Bullshit genannt: Streckenweise gut, also satzweise, dann Pausen, dann Überschallgeschwindigkeitswortsalat, dann erfundene Verben, dann Silbensalat (hier: Link).
Mancher Veranstalter spricht am Ende von „keinen oder wenigen Beschwerden“, dabei reicht es doch selbst, mal reinzuhören oder die Augen aufzumachen, wenn die „Übertragung“ per Untertitel geschieht. Es ist auch ein Problem Mann-Frau. Die Entscheider sind sehr oft Männer. Sie waren in der Spracharbeit schon immer von einem Berufsstand abhängig, in dem hauptsächlich Frauen arbeiten. Am Ende geben sich die Kerle High-five und üben sich in Schulterklopfen: „Wir sind Pioniere, die Technik wird schon!“
Wird sie nicht. Die Technik ist zu eindeutig, verglichen mit dem Chaos menschlicher Kommunikation, die sie dauerhaft überfordert, auch mit „selbstlernender KI“. (Und noch ein Link.)
Warum gibt es so wenig Beschwerden? Das ist wichtig: Die Leute haben das Gefühl, dass sie die Spracharbeit gratis bekommen ... und einem geschenkten Gaul ... Naja. Oder aber sie lachen die Technik im Grunde aus und versuchen es ohne oder mit den groben Anhaltspunkten zum Inhalt, die sie liefert. Dass es hier zu ökonomischen Schäden kommt, dass die Endkundschaft ein Anrecht auf gute Spracharbeit hat, z.B. wenn sie hohe Eintrittspreise für eine Messe entrichtet, dämmert den Ersten.
So, nun zum Programm der Woche:
✗ Zwei Buchtitel prüfen, ob ich sie übersetzen mag (Rechte werden derzeit verhandelt)
✗ Frauen, Wissenschaft, Kunst
✗ Kostenvoranschläge
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Foto: C.E.

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