... muss es nicht schick aussehen.
Bonjour & hello! Hier erhalten Sie Einblick in meinen Alltag aus der Sprachenwelt. Ich übersetze ins Deutsche und dolmetsche Französisch ⇄ Deutsch und aus dem Englischen. Der Einblick ist heute höchst wörtlich zu nehmen.
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| Hauptsache funktional! |
Während der Veranstaltung sind nur wir hier, die Dolmetscherinnen.Wir liefern den Ton der zweiten Sprache für den Veranstaltungsraum hinter der vierten Wand, hinter der mit vielen Türen, aber parallel auch für die Menschen draußen, die online teilnehmen. Seit der Pandemie haben wir es immer öfter mit hybriden Events zu tun. Praktisch für die Veranstalter:innen, die sich die Miete für eine Dolmetschkabine sparen. (Für uns geht es nicht immer auf, weil wir gerne durchgehend die Person sehen möchten, die spricht.)
Schönheit ist bei diesem Setting nicht wichtig [auch nicht unsere ;-)]. Wir bekommen zu unserem Headset für den digitalen Raum auch noch ein Handheld-Mikrofon für die Gäste vor Ort, also eines zum Jonglieren für die Hand. Dabei arbeiten wir gerne parallel mit den Händen, schreiben Begriffe auf, suchen rasch was im Rechner. Ein Stativ wird geholt, die Systeme passen nicht recht zusammen, und Gaffaband hilft immer. Ach, schön.
Und nachdem wir den Termin zur großen Freude aler souverän jongliert haben, kommt beim Empfang wieder dieser Satz, der gerne mit einer Spur Herablassung gesprochen wird: „Ach, Sie sind ja sicher bald arbeitslos, jetzt, wo die KI alles übernimmt!“
Lauter Leute, die nicht gemerkt haben, was beinahe schiefgegangen wäre auf der zweiten Tonspur, wenn wir nicht gewesen wären. Leute, die auch nicht gehört haben, dass wir bei den manchmal recht komplexen Verschachtelungen eines ansonsten glasklar argumentierenden Professors die Satzteile auch schon mal entschachtelt haben. Und Leute, die nicht mitbekommen haben, dass wir die französischen Kürzel CNC und CNL erklärend verdolmetscht haben, ebenso das Filmfördertool avance sur recette, dass wir trotz sehr unterschiedlicher Sprachdichte und -geschwindigkeit immer ruhig und verständlich ... und vollständig ... und ohne Halluzinationen ...
Ich mag es gar nicht mehr erklären müssen. Mein Mund ist müde, und nach dem Einsatz ist es auch das Gehirn. Seit zwei Jahren erkläre ich unbezahlt, was die KI nicht kann und was wir leisten. Mir ist langweilig. Die Medien decken den Hoax der „KI“-„Dolmetscher“ nicht auf, weil es gefühlt an allen Ecken brennt, Endkund:innen werden ständig geleimt, haben das Nachsehen, zahlen die teuren Folgekosten für Missverständnisse oder fehlende Infos.
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Foto: C.E.

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