Bonjour & hello! Sie lesen in einem digitalen Tagebuch aus der Sprachenwelt. Ich übersetze ins Deutsche und dolmetsche Französisch ⇄ Deutsch sowie aus dem Englischen. Neue Rubrik, gleicher Blog: Hier halte ich künftig diese winzigen Augenblicke fest, in denen beim Dolmetschen für einen Atemzug die Zeit stillzustehen scheint: Moment mal!
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| Ein Blick, ein Wort, eine Frage |
Etwas, das viele gar nicht wahrnehmen.
Dazwischen manchmal ein winziges Loch, ein Einrasten, ein Klick im Kopf, der Augenblick der Selbstreflexion mitten im Satz, den niemand im Saal bemerkt, außer wir Dolmetscher:innen selbst.
Genau diese Sekunden sammle ich hier ab jetzt. Keine große Dramaturgie, kein Blitz, kein Knall, nur der Moment, der sonst spurlos durch die Kabine rauscht.
Kleine Abgrenzung, weil’s mich als Sprachfrau juckt: Der Moment ist der Augenblick, das kurze Jetzt, genau das, was diese Rubrik meint. Das Moment dagegen ist etwas ganz anderes: ein Faktor, ein Umstand, ein Bestandteil einer größeren Sache, "das entscheidende Moment einer Verhandlung" zum Beispiel. Und schließlich gibt es noch das Momentum, das aus der Physik und zunehmend auch aus dem Management-Sprech herüberschwappt: Schwung, Wucht, die Kraft einer Bewegung, die (noch) trägt.
Drei Wörter, die sich ähneln, die aber nichts miteinander zu tun haben, außer vielleicht, dass ein guter Moment manchmal das Momentum eines ganzen Gesprächs kippen kann.
Am Freitag, dem meistgebuchten Tag der Woche, wird diese Rubrik landen, mein kleiner Aufruf zum Innehalten. Nicht, weil dann schon das Wochenendruhe ausbrechen würde, sondern weil gerade dann, mitten im dichtesten Programm, sich dieser Moment am häufigsten einstellt.
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Grafik: OpenAI

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