Donnerstag, 31. Januar 2019

Wer schreibt, bleibt!

Will­­­kom­­­men auf den Sei­­ten mei­­­nes di­gi­­ta­len Ar­beits­­­ta­­­ge­buchs. Hier dreht sich alles um Spra­­­chen, Kul­­­tu­ren und das Ver­­­mit­­teln zwi­schen den­­­selben. Ich ar­bei­te mit fol­genden Spra­chen: Fran­zö­sisch (Aus­gangs- und Ziel­spra­che) und Eng­lisch (nur Aus­­gangs­­spr­ache). Das Le­ben in der Dol­met­scher­ka­bi­ne kann über­ra­schend sein.

Mikro und Dolmetschpult
Subjektive Einstellung: Dolmetscherin
"Wer schreibt, der bleibt!", sagt der Moderator, hält ein Buch in die Höhe und strahlt. Ich bin dran. Es geht ins Fran­zö­si­sche.

Sprichwörter, Witze, Psalmen und andere kul­tu­rell kon­no­tier­te Aus­drücke sind im­mer schwie­rig zu über­tra­gen, denn wer hat hier schon im­mer die Ent­spre­chun­gen pa­rat? Oft gibt es auch keine Ent­spre­chun­gen.

Mir hilft the spur of the mo­ment, die Ein­ge­bung des Augen­blicks. Geis­tes­ge­gen­wär­tig mache ich Celui qui écrit | reste dans les esprits draus. Mutig habe ich den Satz analog zum Origi­nal angefangen, dann hat der Kopf wie von selbst die sich eben­falls rei­men­de Lösung gefunden. Sie klingt so, als wür­de es diese Re­dens­art seit ewig auf Fran­zö­sisch geben. Ich er­schrecke mich ein wenig über meine glück­li­che Trou­vaille.

Null Fundstellen für die Redewendung
In der Ka­bi­ne sind wir, wenn der Flow da ist, intel­li­gen­ter als außer­halb der Kabi­ne und ohne Flow. Dann geht es mir, wie wenn ich krea­tive Texte schreibe, mich mit dem Pin­sel in der Hand oder küns­tle­ri­scher Fo­to­grafie versuche: Ich bin dann nicht al­leine.

Es fühlt sich an, als wür­de ir­gend­et­was mit­­ar­bei­ten. So gesehen ist Dol­met­schen eine künstle­ri­sche Tätigkeit.

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Foto: C.E. (Archiv)

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