Sonntag, 23. Januar 2011

Der kleine Drache hat 'nen Vogel

Wie bereits berichtet, arbeite ich seit wenigen Wochen mit Diktiersoftware, die mir meine Arbeit aber noch nicht sehr erleichtert. Das System muss erst den Sprecher, sein Vokabular und seine Art des Schreibens kennenlernen.

Da es (ursprünglich) "Dragon" hieß, nenne ich es weiterhin meinen kleinen Drachen.

Der Drache muss zum Diktat. Der Drache hat seine liebe Müh' mit mir. Denn ich habe berufsbedingt nicht ein- und denselben Stil, benutze, anders als ein Anwalt oder Arzt, die Kernzielgruppe, eben nicht stets das gleiche Vokabular. Da gibt es schon manch' witzigen Irrtum beim Übersetzen von Drehbüchern.

Anstelle von "Yvette" schreibt er beständig "ins Bett". Ja, der Familienvater würde gern was mit dem Kindermädchen anfangen, das scheint hier der Name zu verraten.

Der Durchblick des Drachens reicht bis in noch tiefere Schichten! Er lieferte mir neulich "Schauspielhauszombies" statt "Schauspielensemble".

Die Welt des Theaters ist geschlossen, eng und klein und bringt so manche Gestalt hervor, die auf den ersten Blick und vor allem für Außenstende durchaus ein wenig wie ein Zombie wirken mag.

Aber woher zum Kuckuck weiß das mein Diktierprogramm? Probehalber subsumiere ich mich als Filmübersetzerin und Filmdolmetscherin mal unter diese Spezies, wir Filmleute wirken ja oft ähnlich exotisch auf Normalmenschen. Aber nein, das muss ich dann doch gleich wieder ablehnen, das geht so nicht.

 Der Drache hat doch 'nen Vogel ...

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Foto: Lichtspieltheater in Marseille

Kommentare:

JR hat gesagt…

Diktatursoftware!

caro_berlin hat gesagt…

Geht doch. Sooo sehr stehe ich nicht unter drächlicher Knute, leide nicht unter dem Diktat des Keine-Begleitgeräusche-machen-Dürfens ... aber fast!