Mittwoch, 22. Juli 2009

Fachvokabular

Bon­­jour beim ersten deut­­schen Blog, das in ei­­ner zwei Qua­­drat­­me­ter klei­nen Box ent­steht — oder am Über­­setzervs­chreib­­tisch. Die Welt der fran­­zö­­si­­schen und deut­schen Spra­che be­schäftigt mich täg­lich, auch jen­seits der Dol­met­scher­ka­bine. 

An einem Sonntagabend läutet das Telefon. Das Kamerateam, mit dem ich ab Montag drehen soll, ist an der Strippe. Das Team stammt aus Paris, wir drehen in Berlin, ich arbeite als Dolmetscherin und Journalistin für die Filmleute.

Die Franzosen hängen auf dem Flughafen fest    und sie haben etwas vergessen. Ich möge doch bitte morgen in aller Frühe beim Kameraverleih vorbeifahren und zum Treffen um acht Uhr im Hotel einige gélatines mitbringen. Das erste Problem: Ich bin nämlichen Sonntagabend bei Freunden zum Fest   und daher nimmt der Automat den Anruf entgegen, ich kann also nicht nachfragen. Das zweite Problem: Ich weiß nicht, was gélatine bedeutet.

Das Ereignis ist viele Jahre her. Es war die Zeit, bevor das Internet zum Beispiel über die Suche nach "Bildern" mir hätte helfen können. Zum Glück habe ich einen wohlsortierten Bücherschrank: Ich fand durch Nachlesen in einem französischen Kameralehrbuch das Wort gélatine - eine Folie für die Scheinwerfer ist gemeint, sie verändert das Licht.

Seither sammle ich Filmwörter, denn ein gutes Wörterbuch gibt es dafür nicht. Und ich fotografiere für die ein zweites Filmvokabellernmemory, eine erste Auflage davon habe ich mir letztens selbst konfektioniert und von einem im Internet entdeckten Anbieter drucken lassen. Jeweils zwei Sätze einmal die Bilder, einmal die Vokabeln auf Deutsch und Französisch. Das ist als erste Annäherung an die Fachbegriffe in deutsch-französischen Lerngruppen super. Bilder- und Vokabelkarten durcheinandergemischt, zwei Spiele gebaut und schon bringen sich die Teilnehmer in Kleingruppen die Worte gegenseitig bei.


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Fotos (C. Elias): Was machen "Saugnäpfe" beim Film?
Und wie heißt der "Cateringwagen" auf Französisch?

Kommentare:

Vega hat gesagt…

Liebe Caroline,

au, die hätten wir auch gerne! Wozu genau gehen die? Das Beispiel sieht ja nach Dreharbeiten aus! Und weißt Du, dass die Bilder genau die blasse Tönung haben wie die Memory-Karten meiner Kindheit?

Verregnete Sommergrüße,
Bine

caro_berlin hat gesagt…

Hallo Bine,

ja, das merke ich jetzt auch. War unbeabsichtigt. Offenbar hatten wir die gleiche Memory-Sehschule. Ich fand soeben im Netz mein altes Spiel wieder, und siehe da: Die Müsterken, die blassen Farben, das passt! Hier: http://illuopa.blogspot.com/2008/10/memorykarten.html

Dir und Euch schöne Ferien, gute Erholung und kommt gesund wieder!! Auf den angedrohten Spätsommergrillabend freut sich schon jetzt
mit Gruß:
Caroline

caro_berlin hat gesagt…

P.S.: Teil eins: Kino / Kamera / Film / Schnitt
Teil zwei: Das Drumherum bei Dreharbeiten