Donnerstag, 23. März 2017

Anders gemeint

Konfuzius
Ob ge­plant oder zu­fäl­lig, Sie lesen hier auf den Sei­ten einer Sprach­ar­bei­ter­in. Was Dol­met­scher für Fran­zö­sisch (und Über­setzer) so machen, darüber berichte ich hier seit mehr als zehn Jahren. Und ab und zu fällt mir ein Zitat in die Hand.

 "Wenn die Worte nicht stimmen, dann ist das Gesagte nicht das Gemeinte."

Konfuzius (551–479 v. Chr.),
chinesischer Philosoph
(Abbildung aus der Tang-Zeit)



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Illustration: Wikikommons

Mittwoch, 22. März 2017

Klinkenputzen

Hallo! Hier lesen Sie regelmäßig Neues aus der Dolmetscherkabine, vom Über­set­zer­schreib­tisch und aus der Welt der Idiome ... völlig subjektiv gefiltert von mir, einer Dolmetscherin und Übersetzerin für die französische Sprache (und aus dem Englischen). Aufgrund eines Groß­pro­jekts bin ich der­zeit nur per Mail er­reich­bar.

Bunte Lederschuhe aus Marokko
Schuhauswahl in Marrakesh
Shoe-leather approach fand ich in einem Text. Erst muss ich stutzen, das He­ran­nä­hern über das Schuh­leder? Centimeweise fällt der Gro­schen, es geht um den Weg der Kunden- und Mes­se­be­su­che, Teilnahme an Kongressen und Events als Teil des Pub­li­kums, um den Auftraggebern nä­her­zu­kom­men, kurz: Es geht schlicht und ein­fach darum "sich die Hacken ab­zu­lau­fen"!

Aber auch "Klinkenputzen" klingt nicht schön. In manchen Krisen gerne ge­nom­men wird das schicke substantivierte Verb "die Verkaufe", Beispielsatz: "Er hat eine gute Verkaufe!" ... auf solchen Unsinn möch­te ich eigentlich immer nur mit ei­ner dreckigen "La­che" antworten.

Hm, der Shoe-leather-Dingsbums soll ganz neutral wirken, habe ich mir sagen las­sen. "Marketinganstrengungen unternehmen" und derlei klingt immer nach Schweiß und der Pseudo-Wissenschaft, bei der mein kleiner großer Bruder immer Zustände be­kommt. Für mich ging es in meiner Zeit als "Marketing Manager" des mit­glie­der­stärks­ten deutschen Filmverbands, der AG DOK, in den Jahren 2000 bis 2008 immer um Kontakte, Informationen und um Im-Gespräch-Bleiben.

Berberische Adiletten (vorne spitz)
Wie ich das Ding auch nenne, davon muss ich demnächst mal wieder eine Runde ma­chen. Das berühmte Ak­quise­vor­feld ist schließlich wie das Wortfeld nur ein Acker, den es jedes Frühjahr zu be­ar­bei­ten gilt.

OK, der Vergleich hinkt, die Wort­fel­der sind irgendwie IM­MER dran, nicht nur im Früh­jahr.
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Foto: C.E. (les Adidas berbères etc.)

Dienstag, 21. März 2017

Kreuz und quer

Guten Tag oder guten Abend! Hier bloggt eine Berliner Spracharbeiterin. Ich ar­bei­te europaweit mit Arbeitsort Berlin. Derzeit bin ich aufgrund eines großen Pro­jekts am bes­ten per Mail er­reich­bar.

Dieser Tage, irgendwo in Europa. Es werden die Folgen trumpscher Politik be­spro­chen, die Lage in Europa und der Türkei, diverse anstehende Wahlen und was sol­che Entwicklungen für die Meinungsfreiheit aller sowie die Grundrechte von "Frau­en, Behinderten und anderen Minderheiten" bedeutet, wie der Schnack ge­mein­hin geht, ich meine also die Mehrheit der Bevölkerung plus die Zu­ge­zo­gen­en, sexuell divers Orientierten und andere potentiell diskriminierte Gruppen.

Es haben sich zusammengefunden: Sozialarbeiter, Vertreter karitativer Verbände, Gewerkschaftsjugend, NGO-Mitglieder aller Altersgruppen, Helfer, die mit Ge­flüch­te­ten arbeiten, Leute etlicher Vereine, die mit sexuellen Minderheiten arbeiten.

Vier Kabinen, die im Kongresszentrum dauerhaft installiert worden sind, bespielen hier nur sechs statt üblicherweise acht Dolmetscher, weil nicht ständig alle Spra­chen zu dolmetschen sind, viele im Publikum sind mehrsprachig, manche allerdings eindeutig einsprachig. Dieses Sprachjonglieren geht nur, weil einige Dolmetscher mehrere B-Sprachen haben, also aktive Sprachen, in die sie arbeiten.

Luxuskabinen
Das Dolmetschteam dieser Tage ist wun­der­bar ge­mischt, Nachwuchs mit einigen Be­rufs­jah­ren, Menschen, die gerade an einer wei­te­ren B-Sprache arbeiten (ich an der eng­li­schen Sprache, die bei mir der­zeit nur Ausgangssprache ist), drei Men­schen kurz vor Renteneintritt. So komme ich bei zwei Veranstaltungsteilen als Viert­äl­tes­te im Team auf ca. 60 % der ge­sam­ten Dol­metsch­zeit, was in Ordnung geht, dol­met­sche bilateral DE<>FR und immer dann, wenn Spanisch kommt, neh­me ich vom Englischen ab, weil die Französin, die Spanisch gerade noch hinzulernt, noch nicht so gut ist, und für die beteiligten Englisch­kol­le­gen spanisches Englisch ... naja, Spanisch ist.

Sorry, vermutlich habe ich Sie jetzt abgehängt. Für uns war das glasklar: Viele von uns haben mehrere Arbeitssprachen, können nach Bedarf also flexibler arbeiten. Für die Aufteilung haben wir im Vorfeld aber viel Hirnschmalz investiert, und un­se­re Koordinatorin noch viel mehr. Nach dem Nachdenken haben wir zusammen mit dem Techniker an manchen Dolmetschpulten die Einstellungen geändert. Wir ar­bei­ten mit Handzeichen quer durch durch Raum, wenn Spre­cher­wech­sel angezeigt ist; im Zweifelsfall fliegen SMS hin und her. Einsatzübergabe mit Text­nach­rich­ten hatte ich noch nicht.

Was in den Teilzeit-Solo-Kabinen allerdings fehlt ist die Zuarbeit der Kollegin/des Kollegen, denn wir schreiben füreinander ja immer Zahlen, Eigennamen und ggf. fehlende Begriffe auf. Aber ich schreibe selbst und bin online zur Recherche in den Pausen. Geht zur Not auch. Ohne mehrjährige Erfahrung wäre das allerdings nicht machbar.

Mein Stolz: Die Dame, die uns den Kabinen zugeteilt hat, in der DDR-Industrie wäre das jetzt die "Dispatcherin" gewesen, hat mich mit Muttersprache Französisch ein­ge­teilt. Sie ist selbst Französin. Macht mich natürlich stolz. Andere im Team sind mit zwei Muttersprachen aufgewachsen. Trotzdem muss ich an meinem Image ar­bei­ten, denn derzeit kommen nur Übersetzungen ins Französische rein, was na­tür­lich die Kolleginnen freut. Dolmetschend arbeiten wir Bi- und Multilateralen gerne mal kreuz und quer, siehe oben; schriftlich arbeiten wir in der Regel in unsere Mut­ter­spra­che, und die ist bei mir eindeutig Deutsch. In Brüssel, wo ich dieser Tage auch war, gilt diese Regel übrigens auch für Dolmetscher: Jede(r) nur in sei­ne/ihre Muttersprache.


Aktueller Lesehinweis zum Thema Computerlin­gu­is­tik, Mut­ter­spra­che und Ge­flüch­te­te: "Software, die an der Realität scheitern muss" (Autorin: Anna Biselli), DIE ZEIT vom 17.3.201.
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Foto: C.E.

Montag, 20. März 2017

Dauerunschärfe

Welcome, guten Tag, bonjour ... auf den Blogseiten, die in der Dol­­met­­scher­ka­bi­ne und am Übersetzerschreibtisch entstehen. Ich arbeite in den Bereichen Politik, Kultur, Wirt­schaft und Soziales. Meine Arbeitssprachen sind Deutsch, Französisch (Ausgangs- und Ziel­spra­che) und Englisch (nur Aus­gangs­spra­che). Nachtrag: Link der Woche.

Dolmetscher und Interviewerin
Im Morgenmagazin
Alexander Drechsel, ein Kol­le­ge, der in Brüssel arbeitet, wurde vom ZDF in­ter­viewt. Das Gespräch ist kurz und bündig und hier zu finden: klick!

Leider ist hier ständig von Übersetzern die Rede, dabei sind Dolmetscher ge­meint.

Es gebe ja in Brüssel viele Medienvertreter, meint darauf ein anderer Kollege, die auch nach jah­re­lan­ger Tätigkeit Institutionen wie Europarat, Europäischen Rat, Kommission, Par­la­ment etc. nicht auseinander halten könnten. Solche Menschen hätten es durch­aus schwer, gewisse Details und Unterschiede zwischen Berufen wie Dol­met­scher, Übersetzer, Fremdenführer und Synchronsprecher zu erfassen. Ich ergänze: Auch der Synchronübersetzer birgt seine Abgründe.

Andere Menschen mögen nach Optik entscheiden. Der Bäcker im Kiez des Zieh­soh­nes hielt mich lange für eine Flugbegleiterin (wegen der Klamotten und der Mehr­spra­chig­keit, so seine Erklärung). Indes, auch mancher "Arbeitsvermittler" in dieser Branche ist nicht wirklich qualifiziert bis verächtlich, unsereinem gegenüber. Eine Pariser Agenturfrau sprach immer von "Messemädels" (und behandelte uns auch wie kleine Mädchen). Aber neben Messehostessen und Stewardessen gibt es noch wei­te­re Zungenfertige, die in diesem Zusammenhang ins Bild rücken müssen.

Eine Berliner ArGENToUR wollte mich mal in ein südliches Land mit Fran­zö­sisch­do­mi­nanz entsenden als Dolmetscherin im Rahmen eines irgendwie gearteten Deals. Dann kam eine Pause. Dortselbst sei im Widerspruch zur im Land herrschenden Prü­de­rie üblich, derlei Erfolge durch menschliche Annäherungen zu feiern. Ob ich denn ... naja, prüde sei. Das ist zehn Jahre her, den Namen der "argen Tour" weiß ich noch immer. Kein von Dolmetschern oder Übersetzern geführtes Büro, sondern ein Makler, der eben auch Gebrauchtwagen hätte verticken können. Da war ihm die Handelsspanne wohl aber zu gering.

Und um es nochmal genau zu sagen: Wir brauchen keine branchenfremden Agen­tu­ren. Das Agenturprinzip ist ein Maklergeschäft. Frei­be­ruf­li­che Sprach­ar­bei­ter kön­nen sich als beratende Dolmetscher durchaus selbst um die Planung größerer Projekte kümmern.

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Foto: ZDF

Sonntag, 19. März 2017

Frauen in Rabat

Guten Tag oder guten Abend! Wie Dolmetscher für Französisch und Englisch leben und arbeiten, können Sie hier mitverfolgen. Ich arbeite für Menschen aus der Po­li­tik, Wirt­schaft und Kultur. Ge­ra­de bin ich zwei Wochen in Klausur, die zweite fängt gerade an, und nur per Mail erreichbar.

Neulich war ich mit einer politischen Delegation in Rabat. In Marokko ist Fran­zö­sisch weit verbreitet, vor allem in der Hauptstadt. Die Töchter und Mütter des Lan­des sind ein wunderschönes Fotothema.

 
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Fotos: C.E.

Freitag, 17. März 2017

Museum der Wörter 17

Hallo, hier bloggt ei­ne Sprach­ar­bei­te­rin. Ich über­set­ze und dol­met­sche. Ar­beits­spra­chen: Fran­zö­sisch (aktiv und passiv) und Englisch (nur Aus­gangs­spra­che). Heute im Wörtermuseum: Gepäck oder Zoo?
            
                                A
ffe

   
"Affe" ist eine Art soldatisches Marschgepäck, das sonst "Tornister" hieß. Das Wort "Tornister" haben meine Großmütter, die beide zu Anfang des 20. Jahrhunderts geboren worden sind, auch verwendet, um den Schulranzen, die Schulmappe zu bezeichnen. Der "Affe" hat diese Ausweitung auf einen zivilen Lebensbereich nicht erfahren.

Manches Kind der Nachkriegszeit hat trotzdem einen Affen gehabt, der aber als un­be­quem gegolten hat und der zum Beispiel das Reiseutensil von Wandertagen war. Das Tragmöbel namens Affe sei fellbesetzt gewesen, erzählt mir ein älterer Kol­le­ge, vielleicht kommt daher der tierische Name?

Andere Kinder mussten sich beim CVJM in ihrer Funktion als Nachwuchs, Status "Pimpf" (!), mit einem Affen rumquälen. Der Affe wurde später durch den Rucksack ersetzt, der Schulranzen durch den Caddy.

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Idee: H.F. / Foto: C.E.


Donnerstag, 16. März 2017

Aufhübschen? Na klar!

Was Dol­met­scher und Über­setzer be­schäf­tigt und wie wir ar­bei­ten, da­rü­ber be­rich­te ich hier im zehn­ten Jahr, außerdem schreibe ich über die französische und deutsche Sprache, Englisch kommt am Rand auch vor. Schwerpunkt sind seltsame Kom­mu­ni­ka­tions­si­tua­tio­nen.

Dolmetschpult
Grün: Stand by, rot: "auf Sendung"
Der Moderator kündigt einen irritierten Professor an. Die Veranstaltung hat gerade die Arbeit wiederaufgenommen. Am Vormittag war der fran­zö­si­sche Gast noch nicht da, es kann sich sogar um einen Running gag der Ver­an­stal­tung handeln. Ich denke, dass das ein Ver­spre­cher ist und mache in der Ver­dol­met­schung einen "emeritierten" Professor draus.

Ein anderer Redner vermurkst ein Sprichwort, "Das schlägt dem Fass die Krone ab", wir übertragen die anderssprachige Entsprechung ohne Vermurksung oder wil­lent­li­cher Verballhornung.

Ein Redner setzt fünfmal an, führt dann einen Satzanfang weiter, nach dem ersten Stocken greifen wir zumindest die Gedanken in einer Art substantivierten Reihung auf, damit die fremdsprachigen Gäste den gleichen Wissensstand haben, wie die­je­nigen, die mit dem Redner die Sprache teilen.

Alltag in der Kabine. Keine Pointe.

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Foto: C.E.

Mittwoch, 15. März 2017

Wortkutscher

Hallo aus Berlin! Sie sind bei einem Weblog aus der Welt der Sprachen gelandet. Hier schreibe ich über Dolmetschen und Übersetzen für Medien, Politik, Wirt­schaft, Kunst, Gesellschaft und Soziales. Ich arbeite in Berlin, Paris, München und dort, wo ich gebraucht werde. Meine Arbeitssprachen sind Französisch (2. Spra­che) und Englisch (Ausgangssprache).

Eine Stunde sind 25 Euro auf dem Taxameter. Das haben wir erst neulich erprobt, als eine kanadische Regisseurin Berlinfahrten gedreht hat. Sonntagmorgen, frischer Schnee lag auf der Straße, das Taxi war eine Zeitmaschine und dafür spottbillig. Berliner Taxi im Winter halt, granteliger Konduktor inklusive.

Pariser Taxi im Sommer
Ein Berliner Amt bittet mich, bei Befragungen zu dol­met­schen, mitten in der Woche, an mehreren Terminen je­weils mitten am Tag, so dass es andere Termine ver­un­mög­licht, die damit perfekt kol­li­die­ren.

Das Berliner Jugendamt bietet mir 12,50 Euro die Stunde an. Mit welcher Be­grün­dung soll ein mehrsprachiger, studierter Mensch für den halben Preis ar­bei­ten, den ein Berliner Dieseldroschkenkutscher ganz selbstverständlich verlangen darf?

Hier geht es um geflüchtete Jugendliche, die hochgradig traumatisiert sind. In mei­ner Freizeit, als Hobby, kann ich mir das leisten und leiste es mir auch manch­mal. Aber bitte keine regelmäßigen Werktagsaufträge dieser Art. Mit Dolmetschen verdiene ich meinen Lebensunterhalt.

Und womit verdienen Sie so Ihr Geld, werter Sozialamtsmitarbeiter? Sie sind hier doch sicher auch für ein Trinkgeld tätig? Ist Ihre Frau Staatsanwältin, Chefärztin, Abgeordnete ... oder haben Sie etwa geerbt?

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Illustration: Historisches Schulbuch

Dienstag, 14. März 2017

Gesundheit!

Bonjour! Sie haben ein digitales Logbuch aus der Welt der Sprachen angesteuert. Hier schreibe ich über meinen Berufsalltag als Dolmetscherin und Übersetzerin für die französische Sprache ... und über Sprache und gesellschaftliche Ver­än­de­run­gen.

Grand Place
Dieser Tage geht's ums Wie­der­an­kom­men, die Seele reist noch hinterher. Es stellt keinen wirklichen Mehrwert dar, sich beim Blick auf diese Plakatwerbung oder jener Durch­sa­ge in der U-Bahn zu fragen, ob ich dieses vorletzte Woche in Hamburg ge­se­hen habe oder ob mir jenes in Zu­sam­men­hang mit Fa­schings­de­ko­über­res­ten neu­lich in Köln auf­ge­fal­len ist.

Oder beim Blick auf Münchens bunt il­lu­mi­nier­ten U-Bahn-Wagen spontan zu denken: "Sieht ja aus wie der Marktplatz von Brüs­sel kurz vor Weihnachten!" War doch Brüs­sel? Oder Heidelberg, Paris, Basel, Han­no­ver?
Nee, schon richtig, war Brüssel.

Die "Türkantenbeleuchtung" der Münchener Untergrundbahn illuminiert den Zug seit Dezember jeweils passend zu seinem Halte- oder Wegfahrstatuts. Das hat der Marktplatz von Brüssel nicht, dort war es nur eine spontan wechselnde "Fest­be­zün­dung". Schick ist ja irgendwie beides, auch wenn in den dazu heller be­leuch­te­ten Wagen in Bayern jetzt die Augenringe besser auffallen, heißt es.

A propos Augenringe: Gezeichnet sind wir dieser Tage wohl alle vom Stress des Jahresanfangs. Und dann kommen diese zähen Viren ins Spiel. Um wenig Ein­falls­to­re für derlei zu bieten, bemühe ich mich seit Jahren um einen ent­spann­ten Le­bens­stil: So oft es geht gesunde Lebensmittel aus der Region, selbst genussvoll zu­be­rei­tet, positiven Stress bewusst erleben, ebenso bewusst für Ausgleich sorgen, Selbstbefragung ob das, was ich mache, sinnvoll ist oder nicht, bei entgangenen Jobs den Blick auf das Stattdessen richten.

Und dann schlägt es doch zu. Denn zwischendurch kann ich, vor allem in Zeiten ge­häuft auftretender Dienstreisen, ja nicht immer kontrollieren, ob das, was ich zu mir nehme, gesund ist. Dann sind die Tagesrhythmen im freien Wechsel, dann stecke ich schon mal länger in gefilterter Luft fest, die ich als feindlich erlebe.

Die Klimaanlagen habe ich immer wieder schnell vergessen, wenn ich zuhause an­kom­me. Einige Tage später: Meine Sprechstimme hat ihren eigenen Bas­so Con­ti­nuo, und statt hoher Orgelpfeifen tönt zwischendurch das reduzierte Volumen der Nebenhöhlen mit. Kopfkonzert, ich kann mit mir selbst im Chor singen. Die Phil­har­mo­nie­kar­ten verschenke ich.

Auch deshalb überlege ich gerade, das Wörtchen "Gesundheit!" als Reaktion auf öffentliches Niesen wieder einzuführen. Ich hatte es nie völlig abgelegt, nur an eindeutig "ruhigen" Orten, in der Ruhezone der Bahn zum Beispiel, beim Ho­tel­früh­stück inmitten lauter Morgenmuffel mich den neuen Manieren angepasst, die von einem wollen, dass man derlei schlicht ignoriert.

Ein Sprachguru, ich hab leider vergessen, wer es war, hat mal gesagt, dass das "Gesundheit"-Sagen von einst wie ein Schutzschild gewirkt habe, um die eigenen Abwehrkräfte zu mobilisieren. Sprache ist und bleibt ein Mysterium.

Und hier noch für alle, die sie nicht kennen, die Geschichte über den Indianer in Nordamerika und die Eisenbahn. Als er dieses riesige Strahlross zum ersten Mals in seinem Leben nutzt, setzt er sich am Zielort an den Schienenstrang und wartet. Einer der andere Passagiere fragt nach den Gründen. Der Indianer darauf: "Ich sitze hier und warte, dass meine Seele nachkommt." Vielleicht ist der Infekt nur eine Art Übersetzung dieser Wartezeit. Ich nehme das an. Im doppelten Wortsinn.

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Foto: C.E. (Brüssel)

Montag, 13. März 2017

Der Blick

Dol­met­scher und Dol­met­sche­rin­nen, hier: für Fran­zö­sisch und aus dem Eng­li­schen, führen ein ziemlich anderes Berufsleben als "normale" Berufs­tätige. Was unsere Arbeit auszeichnet, können Sie hier mitlesen, bei meinem Blog aus der Dol­met­scher­ka­bi­ne. Ich werde in Berlin tätig, aber auch in Paris, Casablanca, Brüssel, Köln, Cannes und München.

Nachklapp zur Berlinale-WG. Einer der Mitbewohner hat mir am Ende des Tages immer ziemlich akkurat die Anzahl der Einsätze angesehen. Nach langen Tagen (also früher eigentlich immer), war es der Job der Mitbewohner, mich vom letzten Einsatz abzuholen und nach Hause zu begleiten.

Jener Gast, Gerd Blanke, schrieb: Nach dem Dolmetschen, vor allen Dingen nach längeren Si­mul­tan­schich­ten oder Einsprechorgien, ist der Blick Deiner Augen auf einen kleinen Seh­schlitz reduziert, aus denen dann zwei ganz müde Augäpfel so­eben noch he­raus­schau­en. Als Vater hat man dann das Gefühl, dass man Dich am besten für die nächsten 30 Minuten an die Hand nimmt, damit Du überhaupt Dei­nen Weg nach Hause findest (oder wohin Du auch gerade gehst).
  
Danke, Gerd. Soso, ich löse also Beschützerinstinkte aus. Dann entspricht meine Ver­lo­ren­heit nach der Arbeit ja exakt der Genese der Berlinale-WG. Und das mit dem Sehen scheint schon beim Dolmetschen oft so ähnlich zu sein.

Dolmetscherin im Dunkel der Kabine, gestikuliert, Blick gesenkt Dolmetscherin im Dunkel der Kabine, Blick gesenkt
Die Bilder enstanden in der französischen Botschaft zu Berlin. Text und Ge­gen­schuss dazu hier: klick!!

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Foto: Merci beaucoup à Pierre-Jérôme
Adjedj, Pidji Photography

Sonntag, 12. März 2017

Männer- und Frauenberufe

Guten Tag oder guten Abend! Sie sind mit­ten in ein Ar­beits­ta­ge­buch hinein­ge­ra­ten, in dem sich al­les um Spra­che, Dol­met­scher (und Dolmetscherinnen) sowie um Kult­uren dreht. Als frei­be­ruf­li­che Sprach­arbeiterin für Französisch (und aus dem Englischen) ar­bei­te ich in Pa­ris, Berlin, Marseille, Hei­del­berg und dort, wo man mich braucht. Heute einige rasche Sonntagsbilder!

Viele Minis, zwei Erzieher, eine Mühle
Am Maybachufer
Zweimal Nord, einmal Süd! Passend zum Eintrag von gestern hier ein Link zu Is­land: Iceland becomes first country to make equal pay mandatory. Es wird das erste Land der Welt sein, das dem Prob­lem mit einem eigens geschaffenen Gesetz zu Leibe rückt. Ich finde das großartig. Die Zeit des Hinhaltens und Vertröstens ist vorbei.
Das Sonntagsfoto hat mit Dänemark zu tun. In unserer Nachbarschaft hat vor anderthalb Jahren ein dänischer Bäcker aufgemacht, der sein Mehl teilweise vor Ort in einer großen Steinmühle mahlt. Hier kommen öfter die Winzlinge der benachbarten Kindergärten vorbei und lernen grundlegende Vokabeln kennen.

Freitag übrigens paritätisch begleitet von einer Erzieherin und einem Erzieher. Sie haben auch abwechselnd erklärt. Drinnen werden u.a. Croissants verkauft, die besser sind als das, was viele Pariser Aufbäcker verkaufen.

In Paris ist regelmäßig auch der bekannteste Dolmetscher Deutschlands, in un­se­rem vom Frauen dominierten Beruf übrigens ein Mann. Da die TV- und Hör­funk­re­dak­tio­nen in der Regel Männer ein­be­stel­len, um Männer zu dol­met­schen (diese Regel wird bei Frauen oft nicht so eisern eingehalten), ist die warme Stimme des Süddeutschen, er wohnt in Stuttgart, vielen Me­dien­kon­su­men­ten be­kannt. Der Grimme-Preisträger war neulich zu Gast in einer Hör­funk­sen­dung des SWR1, zu der es eine Aufzeichnung gibt.

Jürgen Stähle
"Nur die ersten 15 Berufsjahre sind hart"

Ich spreche von Jürgen Stä­hle, dem dienstältesten Me­dien­dol­met­scher Deutsch­lands. Hier entlang zum nicht-lippensynchron auf­­ge­­zeich­ne­ten Gespräch mit einem Si­mul­tan­dol­met­scher, ein ebenso kurzweiliges wie informatives Interview, sehr angenehm geführt von Ni­cole Köster.

Nur hätte Stähle ein­gangs vielleicht klarstellen können, dass wir Si­mul­tan­­dol­met­scher und keine "Si­mul­tan­über­set­zer" sind. Oder wenigstens die Mu­sik­pau­sen da­zu nutzen (die in der Moderation noch zu erahnen sind). Monsieur, ich weiß, Sie sind ein Gentleman, aber kluge Frauen ler­nen doch immer gerne hinzu!

Eine andere kluge Frau, Barbara Cassin, Philosophin und Philologin, hat sich gerade auf France Culture, meinem Leib- und Magensender, zum Thema Übersetzen ge­äu­ßert: Que veut dire « traduire » ? Ebenso anhörenswert wie die Sendung "Essai und Diskurs" von heute Morgen, DLF, 9.30 Uhr, mit dem Titel "Erzählen in den Me­dien – Die Schrift als Fremder" von Martin Zeyn, über eine andere Art des Übersetzens.

Jede zweite Sendung höre ich übrigens als Podcast beim Wandern oder Gehen, beim Übersetzen von Energie in Bewegung. Das ist mein Lebensgenusssonntagstipp für alle Geschlechter und Berufe.


Vokabelnotiz
l'embargo — die Sperrfrist
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Foto: C.E., The Bread Station, May-
bachufer 16, Mo-So geöffnet.

Samstag, 11. März 2017

Gegen Diskriminierung

Hallo beim ersten Web­log Deutsch­lands aus dem In­ne­ren der Dol­met­scher­ka­bi­ne. Was Dol­met­scher und Über­set­zer für Fran­zö­sisch erleben, können Sie hier mit­le­sen. Außerdem denke ich über meine Länder und Kulturen nach. Samstags kommt der "Link der Woche".

Am Internationalen Frauentag haben viele Französinnen nach einem Drei­vier­tel­tag den Griffel fallen lassen. In Deutschland wäre das nach vier Fünftel Ar­beits­tag an­ge­sagt gewesen. Der "Gender Pay Gap" liegt im Westen irgendwo zwischen 20 und 25 Prozent. Und rechnen wir Teilzeitmodelle und Fa­mi­lien­pha­sen he­raus, kom­men wir immer noch auf zehn Prozent "echter" Gehaltsdiskriminierung.

Viele Männer glauben Diskriminierung am Arbeitsplatz bis heute nicht. Sogar man­che Frauen stellen derlei in Abrede. Es würde an den typisch weib­li­chen Be­ru­fen liegen, sagen diese. Aber das schlechte Image zum Beispiel von Aufgaben in den Bereichen Erziehung, Bildung der Kleinsten und Pflege und die Ergebnisse von Be­rufs­be­ra­tung hin zu der "richtigen" Aufgabe für die Bewerberin sind ja auch Pro­dukt unserer Gesellschaften.

NICE - NOT NICE
Gesehen in Berlin-Mitte
Beim aktu­el­len Tempo be­kom­men wir Frauen erst in 118 Jahren gerechte Ge­häl­ter, denn die Ver­bes­se­run­gen haben das Tempo einer Schnecke, da­rü­ber hat The Guardian schon 2015 be­rich­tet. In Deutsch­land ist Ar­mut ein überwiegend weib­li­ches Problem. Dabei sind in wes­tl­ichen Ländern Frauen im Durch­schnitt besser gebildet als Männer.

Nach dem Studium starten beide Geschlechter fast gleich ins Berufsleben. Doch Frauen können Kinder bekommen und werden im Beruf sogar am Aufstieg ge­hin­dert, weil sie welche bekommen könnten. (In Frankreich ist aufgrund der besseren Kinderbetreuung dieses Problem deutlich seltener.) Einen Uterus zu haben, ist auf unserer Seite des Rheins der größte Karrierekiller.

Frauen verhandeln aufgrund ihrer Sozialisation oft zaghafter, ihnen wird weniger zu­ge­traut, sie bekommen weniger Erfolgszulagen oder Dienstwagen als Männer. Über allem schwebt le plafond de verre, die gläserne Decke. Mann bleibt lieber unter seinesgleichen.

Da schwingt viel Verachtung für uns Frauen mit. Dieser Tage sorgt im Internet eine Story für Furore, die eine Reihe von Tweets er­zählt, das sind die Kurznachrichten des bei der Goldlocke beliebten Dienstes. Wie in einem Selbstversuch erprobte ein mutiger Mann, wie sich die Dis­kri­mi­nie­rung von Frauen anfühlt.

Und das kam so: Zwei Kollegen in einer Personalberatung, ein Mann, eine Frau, ein gemeinsamer Mailbriefkasten. Die Frau hatte wiederholt Ärger mit ihrem Chef, weil sie sich zu viel Zeit für ihre Kunden lassen würde. Eines Tages erlebte der Mann ohne jede Vorwarnung, out of the blue, dass ihn ein Kunde infrage stellt, wie er ruppig reagiert, nicht auf Fragen antwortet, ihn hinhält. Da fällt ihm auf, dass er die Signatur der Kollegin verwendet hatte. Er stellt sich als der Kollege vor, der das Projekt jetzt betreut.

Durch "Retweets" zu guter Reichweite
Der Angeschriebene ant­wor­tet prompt, geht auf Fragen ein, lobt sein Gegenüber für gute Ideen. Aus dem Pöbler wird ein Vor­zei­ge­kun­de.

Derjenige, der das be­rich­tet, Mar­tin R. Schneider, fasst zusammen: "Weder Tech­nik noch Rat wa­ren an­ders. Der einzige Un­ter­schied: Hier schrieb jetzt ein Mann."

Die beiden Arbeitskollegen haben dann zwei Wochen lang ganz bewusst die Rollen getauscht. Er sagt: "Es war die Hölle." Die Langsamkeit der Kollegin könne er jetzt damit er­klä­ren, dass eine Frau mehr Zeit braucht, um überhaupt anerkannt, respektiert zu werden. Und in den zwei Wochen erlebte die Kollegin die erfolgreichste Woche ihres gesamten Angestelltenlebens.

Der über den Vorgang informierte Chef wollte die Sache übrigens nicht glauben. Die Frau hat die Firma verlassen und ist heute selbständig. Hier ihr Bericht: Wor­king while female von Nicole Hallberg. Hier die Twitter-Story: Martin R. Schneiders A little story of the time.

Nicht alle Männer sind so, schreiben auch die Buddies ("Busenfreunde") Nicky und Marty. Leider dürfen wir nicht dem Glauben verfallen, dass Frauen immer die ge­rech­te­ren Chefs sind. Nicht alle praktizieren die Räuberinnenleiter. Ich selbst habe erlebt, wie eine zu Macht gekommene Frau mir aus mir bis heute unbekannten Grün­den 40 % meines Jahresumsatz durch böse Intrigen genommen hat. Be­güns­tig­ter war ... ein Mann.

Soll ich mir neben meiner Freiberuflertätigkeit eine Firma ans Bein bin­den und den jüngeren männlichen freien Mitarbeiter zum Geschäftsführer machen? Vom Hö­ren­sa­gen kenne ich solche Stroh­mann­ge­schich­ten aus islamischen Ländern. Unverlangt an Verlage eingesandte Manuskripte haben eine achtfach höhere Chance, gedruckt zu werden, wenn der Name eines Mannes als Urheber firmiert als der einer Frau. Das hat The Independent vor bald zwei Jahren beschrieben: Writing under a male name makes you eight times more likely to get published, one female author finds.

Ce sujet nous donnera encore du fil à retorde — This remains a hard nut to crack.



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Illustrationen: Twitter, C.E.,
Libby VanderPloeg

Freitag, 10. März 2017

Top secret

Guten Tag oder guten Abend! Wie Dolmetscher für Französisch und Englisch leben und arbeiten, können Sie hier mitverfolgen. Ich arbeite für Menschen aus der Po­li­tik, Wirt­schaft und Kultur. Ge­ra­de bereite ich mich auf zwei Wochen in Klausur vor. 

Mund mit Zeigefinger drauf
Pssst!
Mein Einsatz der nächsten |Tage| zwei Wochen ist
top secret ☜.
Seit Unterzeichnung der Ver­trau­lich­keits­ver­ein­ba­rung darf ich nicht einmal meinem Mitbewohner etwas erzählen. Das ist normal in unserem Be­ruf, der auf Diskretion be­ruht. Die Franzosen kennen dafür einen Begriff, der schon beim Zuhören Schmerzen bereitet.

Ich spreche von der Redewendung avoir le bec cloué, einen zugenagelten Schnabel haben.

Mein Beruf lebt normalerweise von Empathie, vom Sich-in-andere-Hineinversetzen. Ich verweigere das hier. ⛔ Ich mache nur meinen Job, agiere professionell und werde nach der Arbeit versuchen, meine Erinnerung abzustreifen. Soviel darf ich sagen: Es geht um ein juristisches Thema.

Und ich werde weiter über das berichten, was ich daneben sonst mache.

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Foto: C.E.

Donnerstag, 9. März 2017

Shootings

Hier bloggt eine Übersetzerin und Dolmetscherin für die französische Sprache (so­wie aus dem Englischen). Nachdem es gestern in Sachen Gleichheit etwas trau­ri­ger war, dürfen wir heute lachen.

Übersetzer und Dolmetscher sind oft mit zwei unangenehmen Situationen kon­fron­tiert. An erster Stelle steht die Frage: "Und was machen Sie im richtigen Leben, al­so als echten Beruf, meine ich?!" An zweiter kommt gleich: "Können Sie mir bitte sagen, was das Wort *somethingweird* auf Deutsch heißt?" Zwischen die Sternchen packen Sie bitte die Vokabel ihrer Wahl. Refrainartig rufen wir Sprach­ar­beiterinnen und Sprach­arbeiter dann immer laut und im Chor: "Kontext!"

Denn der Zusammenhang macht wirklich den Unterschied aus. Hier ein Beispiel.

Eine Recher­cheurin aus Paris, die Deutsch an der Schule gelernt hat, bittet mich dieser Tage um Hilfe in Sachen Archiv­recherche. Es geht um eine bekannte deutsche Politikerin, um Wahlen und Re­den. Die Re­cher­cheu­rin beschreibt eine längere Film­sequenz, liefert rückübersetzte Zi­ta­te, sie hat einen Zeitungsartikel gelesen, der die Momente als Stimmungsbild be­schrie­ben hat. Dann kommt die Frage der Fragen, die an den Sender gehen soll: "Haben Sie die ganze Siegesrede erschossen?"

To shoot = to film = drehen
To shoot = fusiller / abattre qn. = jemanden erschießen

Erinnert mich an eine serbische Kamerafrau in den 1990-er Jahren. Ihre Einreise in die USA ging am Flughafen John F. Kennedy ein bisschen lang­samer als geplant von­stat­ten. Auf die Frage, was denn der Anlass ihrer Reise sei, sagte diese frei­mü­tig und ohne nach­zu­denken: I come for shootings.

Die kombinierten Stichwörter "Shootings" und "Kontext" lösten auch noch diese Assoziation aus. Hier spielen Übersetzer eine wichtige Rolle. Und die Wirkung von Sprache ...



Und hier noch eine aktuelle Varia­tion zum The­ma Schuss und Waf­fe, dies­mal aus dem Wirt­schafts­krieg, in dem wir leben: Ri­chard Mos­se: Flücht­linge mit der Wär­me­bild­ka­me­ra "ge­schos­sen".
Dank an Diet­rich Brüg­ge­mann für den Hin­weis.

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Film: Monty Python

Mittwoch, 8. März 2017

Frauentag

Welcome, guten Tag, bonjour ... auf den Blogseiten, die in der Dol­met­scher­ka­bi­ne und am Übersetzerschreibtisch entstehen. Ich arbeite in den Bereichen Politik, Kultur, Wirt­schaft und Soziales. Meine Arbeitssprachen sind Deutsch, Französisch (Ausgangs- und Ziel­spra­che) und Englisch (nur Aus­gangs­spra­che).

Blick aus der Kabine in den Publikumsraum. Wer hier etwas sehen möchte, muss sich hinstellen und dann so nah wie möglich an die Scheibe ran ...
Steh-Dolmetschpult (unergonomisch)
Gestern waren wir wieder in der Französischen Botschaft, in einer der Berliner Kabinen mit der selten schlechten Sicht. Jedes Mal muss ich an den ge­hei­men Ori­gi­na­li­täts­wett­be­werb der Ar­chi­tek­ten den­ken, bei dem es darum geht, möglichst un­prak­ti­sche bis nutzlose Dol­metsch­ka­bi­nen zu bauen. Auch hier sieht man im Sitzen buch­stäb­lich nichts von der Bühne.

Das ist ungefähr so praktisch, wie wenn Bäcker plötzlich auf die gran­diose Idee ver­fal­len würden, Brot aus Zement zu backen. Sieht (angemalt) aus wie Brot, ist sogar viel schicker als Brot, denn es hat einen unüber­trefflichen Vorteil: Es verfügt auch nach einigen Tagen noch über das gleiche Gewicht und es wird garantiert nicht trocken. Total haltbar! Hier: Drei wun­der­schöne eingebaute Kabinen mit viel Platz für bis zu drei Kolleginnen je Sprache, exzellent schallisoliert, bequeme Aus­stat­tung. Aber fragt ja nicht nach dem Blick auf das Mundbild oder wer bei raschen Spre­cher­wech­seln jetzt gerade dran ist.

Gefühlte 90 % der Dolmetscher sind Frauen, gefühlte 90 % der international tätigen Architekten sind Männer. Gibt es da irgendeinen Zusammenhang?

Unter der Überschrift "Frauen, Kulturen, Freiheit" reihten sich gestern Abend die Höhepunkte aneinander: Eine Performance mit Step dance, eine Film­vor­füh­rung und Podiumsdiskussion, moderiert von der Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin des Deutsch-Fran­zö­si­schen Kulturrates, Doris Pack. Es sprachen: Frédérique Bedos, Jour­na­lis­tin und Regisseurin, und Nadia Beugré, Choreographin aus der Côte d'Ivoire, die in ihren sehr politischen Aufführungen auch die Lage der Frauen in Afrika the­ma­ti­siert.

Einer der springenden Punkte des Genderthemas, und hier gefällt mir eigentlich das fran­zö­si­sche le nerf de la guerre viel besser, ist das Finanzielle. Ich habe mir folgende Zeilen aus dem Film "Des femmes et des hommes" von Frédérique Bedos notiert: Frauen leisten 66 % der Arbeit auf der Welt, stellen 50 % der Lebensmittel her, bekommen 10 % des Einkommens und verfügen über 1 % des Reichtums.

Vielen Dank ans Team der Ambassade de France à Berlin für diesen an Anregungen reichen Abend!

Über die Situation in Deutschland hat eine gute Bekannte einen Film gemacht: "Makro: Ehebonus vor dem Aus?" zeigt der Sender 3sat am 10. März um 21.00 Uhr, anschließend ist er in der Mediathek verfügbar. Im deutschsprachige Kultursender läuft derzeit die Themenwoche, welche "Zukunft ist weiblich" überschrieben ist. Der Film von Ilona Kalmbach und Sabine Jainski ist dem Ehegattensplitting ge­wid­met, dem Steuersparmodell der 1950er Jahre, das bis heute die Weltsicht vieler Männer und Arbeitgeber prägt. Das Steuerrecht hütet das weibliche Rol­len­bild der Ehe- und Hausfrau — sie muss nicht einmal Mutter sein, damit das Paar in den Ge­nuß großer Vergünstigungen kommt.

Dabei fehlt vor allem Geld für Kinder. Das Ehegattensplitting kostet uns alle jähr­lich 21 Milliarden Euro, dieses Geld fehlt in der Ausbildung und Betreuung für alle Kinder — egal welcher Herkunft.

Girls just wanna have FUNdamental rights.
Der Spruch nicht nur für heute
Als absurde Krönung dieser Bevorzugung der Haus­frau­en­ehe, die in der Be­völ­ke­rung schon lange nicht mehr das zentrale Partnerschaftsmodell ist, müssen selbst Al­lein­er­zie­hen­de diese Lebensform mit­fi­nan­zie­ren.

Steuerberaterin Reina Becker hat dies nach dem Tod ihres zuvor kranken Mannes selbst erfahren. Sie musste plötzlich 42 Prozent Einkommenssteuer zahlen und nicht mehr 35 wie zovor, Ergebnis des weg­fal­len­den Ehegattensplittings.

Raina Becker klagt nun dagegen, halten wir ihr die Daumen. Hier mehr dazu im "Stern": Ehe­gat­ten­split­ting — wie der Staat Alleinerziehende abzockt.

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Foto: C.E.

Freitag, 3. März 2017

Eilauftrag

Bonjour, hello, guten Tag beim ers­ten deut­schen Weblog aus dem In­ne­ren der Dol­met­scher­ka­bi­ne (oder vom Übersetzerschreibtisch) Meine Sprachen sind Fran­zö­sisch (aktiv und passiv) und Englisch (passiv).

Miniatureiffeltum, Orangenmarmeladetopf für die Stifte, Ührchen
Auf meinem Schreibtisch
Mittwoch ist der Text in mei­ner Mailbox, am nächsten Mor­gen liefere ich eine vor­läu­fige Fassung für die in­ter­ne Be­spre­chung, Donnerstag die de­fi­ni­ti­ve, zusammen mit der Rechnung. Freitagmittag ist der Rech­nungs­be­trag auf dem Konto, das ist eine Spit­zen­leis­tung!

Der Kunde darauf: "Du warst ja auch schnell :-)"

Eigentlich wär's normal, aber das ist es leider heutzutage immer weniger — und zieht dann bei wirklich großen Summen, die in Verzug sind, weiteren Verzug nach sich. Wenn ich etwas an meinem Beruf richtig hasse, dann das.

Daher nochmal ♥lichen Dank an den Eilkunden dieser Woche! Tusch!

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Foto: C.E. (Archiv)

Donnerstag, 2. März 2017

Auf dem Schreibtisch XXXX

Mitten in ei­nen Blog aus der Ar­beits­welt sind Sie rein­ge­ra­ten: Bon­jour und herz­lich will­kom­men! Hier stehen kurze (anonymisierte) Episoden aus meinem mit­un­ter sehr vielseitigen Alltag, Gedanken zu Kultur und Sprache sowie Hinweise zu meinen Arbeitsfeldern.

In der Digitalpost: Die gefühlt 32.448. Anfrage nach meinem "Bestpreis" mit Bitte um Zusendung meines Lebenslaufs. Der Absender ist eine Übersetzungsagentur, die ich nicht kenne. Man habe regelmäßig Anfragen für FR>DE, heißt es, und sei an EU-Aus­schrei­­bun­gen beteiligt. Ich schaue mir die Webseite des Unternehmens an, vor allem die Preise, die im mittleren Segment liegen, und lese Fragen und Ant­wor­ten zum Thema Qualitäts­kontrolle, es sind genau zwei und sie sind wenig aus­sa­ge­kräf­tig. Dann sehe ich mir die Geschäfts­führer genauer an. Junge, hungrige BWLer, die von Dolmetschen, Übersetzen und sogar von Sprache kaum eine Ahnung haben. Sie sehen aus, als wäre ihnen egal, was sie verkaufen. (Agenturen sind in der Regel Makler; ich kenne leider bislang keine, die wirklich fair arbeitet.)

Solche Anfragen landen bei mir sofort im Müll. Die Webseite der Firma ist von Aus­druck und Präg­nanz her sehr ... vielseitig, das ist nicht in "einem Atem" ge­schrie­ben, das ist Copy & Paste, die Textbausteine sind vermutlich bei der Konkurrenz geklaut. Und dann sammelt man Lebensläufe ein von Menschen, mit denen man gar nichts zu tun hat, winkt bei Ausschreibungen kräftig mit ihnen, nutzt sie als An­ge­bots­be­schaf­fer — und vergibt am Ende das Projekt auf dem Markt an den/die Günstigste(n). CV-Phishing nennen wir das.

Ja, das ist legal. Leider. Im Zweifelsfall würde dem Kunden erzählt, ich sei für die­ses oder jenes Projekt nicht verfügbar gewesen.

Bürostillleben
Für die Filmwirtschaft übersetze ich eine ministerielle Erklärung zum Thema Ur­he­ber­recht. Auch hier, bei dem Ergebnis von Verhand­lungen, spüre ich mehrere Au­to­ren, es ist ein ziemliches Wör­ter­puzzle. Und da der EU-Rechtsrahmen alles einfasst und die EU ihren eigenen Jargon hat, schla­ge ich gefühlt 100 Mal mehr nach als sonst, welches Wort sich hier in |das Kauderwelsch| den Politik­jargon besser einfügen würde und wie sich das Mehr­deu­ti­ge, das die franzö­sische Sprache manch­mal hat, dort ins Deutsche retten lässt? Plötzlich fühle ich mich wie eine An­fän­ge­rin. Aber wie sagte unsere Lehrerin der­mal­einst: "Sprach­ar­bei­ter wachsen mit jedem Auf­trag."

Weitere Themen:
⊗ Frauenemanzipation
⊗ Marokko
⊗ Ökologische Transition (Wirtschaft)

P.S.: Ich habe keinen "Bestpreis". Jedes Projekt erfordert ei­nen an­de­ren Auf­wand, da­her er­stel­le ich stets da­zu pas­send mein An­ge­bot.

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Foto: C.E. (Archiv)

Mittwoch, 1. März 2017

⇒ BONJ☼UR

... und will­kom­men! Als Dol­met­scher­in und Über­setz­er­in mit den Schwer­punkten Wirt­schaft, Po­li­tik, Kultur und Soziales arbeite ich in Berlin, Paris und dort, wo Sie mich brauchen. Hier schreibe ich (stets ver­all­ge­mei­nernd) über den Be­ruf.

Portrait mit Brille
Caroline Elias, +49(0)172 499 8902
caroline@adazylla.de
Ich biete Ihnen:
mehr als 15 Jahre Erfahrung
DOLMETSCHEN DE ⇆ FR und aus dem Englischen mit den Schwerpunkten Poli­tik, Kul­tur, Wirtschaft und Handel, Medien, Bildung und Soziales, EU-Se­mi­na­re, Kino-, Film- und Kul­tur­­wirt­­schaft, Luxusgüter, deutsch-fran­zö­si­sche Be­zie­hun­gen, Lan­des­kun­de, Ur­ba­nis­mus, (In­nen-)Ar­chi­tek­­tur, Li­te­ra­tur, Ge­schich­te Ber­lins und der DDR, Afrika (Wirt­schaft/Soziales)
ÜBERSETZEN ins Deutsche (schrift­lich die stär­ke­re Sprache), z.B. Dreh­buch, Film­auf­nah­men, Webseite, Projekt, För­der­an­trag
— bei Konferenz, Filmdreh, Verhandlung usw.
— für Politiker (*), Wissenschaftler, Fir­men- und Pri­vat­kun­den, Filmmitarbeiter usw.
ZUSAMMENSTELLUNG von Kollegenteams

Ich berate persönlich per Telefon oder Mail, denn jeder Einsatz ist anders, jedes Thema besonders, kurz: Ihre Gäste und Kunden haben den besten Service verdient für das von Ihnen gezahlte Honorar, das bei uns Freiberuflern fast ausschließlich in die Arbeit fließt (da wir Marketing, Verwaltung und Management selbst machen und die Grundkosten gering halten).

Außerdem bin ich versiert in den Bereichen:

— "Synchron"bücher für Dokumentarfilm, Exposés (Rewriting), Untertitel, Übertitel (Theater)
— Audio­des­krip­tion für Sehbehinderte bzw. Untertitel für Hör­­geschädigt­e, Er­stel­lung und Lek­to­rat, in Zusammenarbeit mit einer langjährigen Regieassistentin
 — Texten, Rewriting und Recherche (Themen auf Anfrage). Als Autorin/Koautorin war ich bislang namentlich an vier Büchern beteiligt. 


Hier, zu welchen Inhalten ich 2015 und 2014 aktiv war sowie einige Referenzen.
Gerne erstelle ich ein kostenfreies Angebot! Über caroline[at]adazylla.de und mobil können Sie mich erreichen. Unabhängige Dolmetscher, keine Makler oder Agentur! Réseau d'interprètes indépendants, pas d'agence ! Paris, Berlin, Französisch, Deutsch, simultan, Konferenz, VIPs, Untertitel, Begleitdolmetschen, simultan, synchron, konsekutiv, conférence, français, allemand, Hambourg, Cologne, Munich, Paris, interprète de conférence et d'accompagnement, chuchotage, Drehbuchübersetzung, traduction de scénario.
(*) und selbstverständlich jeweils auch die -innen! +491724998902, 01724998902, +0049172 4998902
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Foto: Dr. des. Friederike Elias

Aus dem Archiv: "Originelle Spezialisierung"

Bonjour, welcome, guten Tag! Seit zehn Jahren können Sie hier lesen, was Fran­zö­sisch­dol­met­scher und -über­setzer umtreibt, wenn sie neben Politik und Wirtschaft Schwer­punk­te wie Film und Fernsehen haben. Darf ich im Jubiläumsjahr ganze Bei­träge zitieren? Ja, ich darf. Und arbeite rasch weiter in meinen anderen Fach­ge­bie­ten, heute Politik. Hier also der Beitrag vom 27. Februar 2014.

Ja, es gibt ein Leben jenseits der Ber­li­na­le: kleinere Festivals, Drehbücher und Fi­nan­zie­rungspläne, die übersetzt werden dürfen. Wir Fachdolmetscher sind immer froh, wenn wir in der Kabine Platz nehmen dürfen. Mitunter dürfen wir vor dem Einsatz noch die Kolleginnen 'briefen', die vielleicht etwas weniger als wir Film­dol­met­scher mit der (heute kaum noch) flimmernden Bildkunst zu tun haben.

Beispiele. Le scénario original est de ... so beginnt ein typischer Pressekonferenzsatz, ein Satz, der seine Tücken hat. Denn leider ist es falsch, ihn so zu übersetzen: "Das originelle Drehbuch ist von ...", auch wenn der betreffende Film seine ungewöhnlichen Momente gehabt haben mag. Es handelt sich vielmehr um das Ori­gi­nal­drehbuch (und eben um keine Ro­man­ver­filmung).

Drei Sätze weiter ist vom script girl die Re­de. Dumm, wenn aus la scripte dann "das Mädchen, das das Drehbuch ge­schrie­ben hat" wird, der Kontext vermag derlei ein­zu­flüstern. (Vermeiden lässt sich das nur durch Vorbereitung und "Briefing".)

Das Script girl wurde auf DDR-Deutsch "Ateliersekretärin" genannt. Sie ist immer am Set, schreibt ins Buch, welche Dialogteile in welchen Einstellungen gedreht wurden, nimmt eventuelle Dialogänderungen auf, da nicht immer alles exakt so umgesetzt wird, wie es original im Drehbuch steht. Die überarbeitete Fassung ist wichtig für die Etappen der Endfertigung.

"Original" ist überhaupt ein schwieriges Wort. Der Originalschauplatz heißt auf Fran­­­zö­sisch décor naturel und nicht, wie Fachfremde vielleicht meinen mögen, das "natürliche Dekor". Diese Übelsetzung klingt sehr nach "Franzosentheorie", nach 1:1-Über­tra­gung, deren Opfer in den 1990-er Jahren die französische Soziologie in Deutschland geworden ist. Prägnantes Beispiel hierfür: La trajectoire de l'artiste, der individuelle Weg des Künstlers, der damals auf Deutsch regelmäßig mit "die Flugbahn des Künstlers" wiedergegeben wurde (und den heute viele in bestem Beamtendeutsch als "Laufbahn" des Künstlers übertragen).

Oder das von mir hier schon einmal vorgestellte "verweigerte Happy-End" für eine nicht erfolgte Risikoversicherung, completion bond oder "Fer­tig­stel­lungs­ga­ran­tie" auf Deutsch. Hintergrund dieses (wundervollen) Lapsus: Die Franzosen nen­nen derlei eine clause de bonne fin.

Das sind alles Originalbeispiele und keine originellen Beispiele. Und péché originel heißt "Sündenfall" auf Französisch. Ja, für uns Profis fühlt es sich wie ein solcher an, wenn mancherorts Amateure oder Profis mit anderen Fach­be­reichen zu Film­ter­mi­nen einbestellt werden. Schlussklappe!

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Foto: C.E. (Archiv)