Dienstag, 11. März 2008

Konferenzdolmetschen: Stichwort "Pivot" und "Relais"

Alltag im Büro: Kostenvoranschläge schreiben. Bei großen Konferenzen werden oft mehrere Sprachen parallel gesprochen, und manche Sprachkombinationen sind selten. Wir arbeiten dann bei simultanen Einsätzen im "Relais"-Modus, hier kommt ein "Pivot" zum Einsatz. Beide Begriffe stammen nicht zufällig aus der Sprache der Technik.
le pivot - der Dreh- und Angelpunkt
le relais - die Weiterschaltung
Denn ohne ausgefeilte Konferenztechnik wäre derlei nicht möglich. So aber überwinden wir Dolmetscher mit ihrer Hilfe manche Sprachgrenze.

Da auf großen Konferenzen meist nicht alle Dolmetscher aus und in alle Richtungen dolmetschen können also nicht alle alle Arbeitssprachen beherrschen wird eine Sprache zur Relaissprache erklärt. Diese Relaissprache ist eine weiter verbreitete Arbeitssprache, z.B. Englisch, aus der dann in die anderen Sprachen weitergedolmetscht wird. Der Dolmetscher, der in der "Leitkabine" die zentrale "Verbindungssprache" für alle spricht, ist dann "der Pivot" und zu dessen Verdolmetschung schalten sich alle hinzu, die nicht im Original verstehen, was der Redner gerade vorträgt.

Daher ist leicht nachzuvollziehen, dass die Rolle desjenigen Dolmeschers, der die Rolle des "Pivot" einnimmt, verantwortungsvoller ist als die seiner Kollegen.

Relais etwas "genauer" hier: klick!

Kommentare:

Gargantua hat gesagt…

Aus diesem Grund wurde ich nach einem Ärztekongress gefragt, seit wann ich so gut Russisch kann. Ich hatte aber einen sehr zuverlässigen Kollegen in der Englischkabine, von dem ich die Englischübersetzung des russischen Redners übernommen habe, der war für uns alle die Relaisstation.

caro_berlin hat gesagt…

Ja, das Publikum kann sich oft nicht vorstellen, wie wir arbeiten ...