Donnerstag, 11. August 2011

Speisekammer

Feigen- und Quittenmarmelade aus der Touraine,
Senf aus Dijon
Meinen heutigen Tipp fand ich in der Speisekammer. Nein, es geht nicht um die Taschenbuchregälchen aus der Studentenzeit (passend zu den winzigen Pariser Mansarden), die in die Speisekammer gewandert sind. Und auch nicht um die Weckgläser mit Deckel, in die systematisch alle Vorräte wandern, Motten adé!

Ich habe einen Lerntipp parat bzw. die neue Variation eines alten. Wer nicht von eigenen oder befreundeten Tanten oder Schwiegermüttern aus Frankreich Marmelade geschenkt bekommt, kann sie sich auch im Urlaub besorgen, zum Beispiel verkaufen viele Bauern direkt ihre überschüssigen Produkte. Das 'leckere' Ergebnis vor dem kulinarischen Genuss: Wer dann z.B. beim Rausholen vom Reis aus der Speisekammer oft das COING-Schild sieht, lernt le coing - die Quitte ganz nebenbei. (Umgekehrt gilt das für Deutschlernende. Die liebevollsten home made marmelades aus Berlin-Neukölln mitsamt deutschsprachigen Etiketten fand ich auf dem historischen Weihnachtsmarkt am Richardplatz.)

Noch eine Möglichkeit: Fremdsprachige Rezepte nachkochen und dann die Schildchen entsprechend gestalten. (Für Not- und Zweifelsfälle empfiehlt es sich, Muttersprachler parat zu haben, und sei's zur Krisenintervention per Telefon.)

Liebe geht durch den Magen. Die Liebe zur Sprache auch.


P.S.: le coing klingt übrigens wie le coin - die Ecke
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Foto: C.E.

Kommentare:

André hat gesagt…

Wofür ich unserem Karstadt vor Ort dankbar bin: Er hat Teisseire im Programm (und das zu humanen 2,99 für 600ml). Ohne den Sirup als Getränkegrundlage käm ich nicht über die Woche und auf Messen ist er zusammen mit Halsbobons die Rettung für meine Stimme. Während die anderen nur npch krächzen können, hab ich immer noch ne gute Stimme, auch wenn die dann auf die Dolmetschstimme runtergerutscht ist.

caro_berlin hat gesagt…

Noch'n Tipp: Emser Salz und isländisch Moos.

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