Donnerstag, 5. November 2026

Unsittlicher Antrag

Sie sind hier auf der Blog­sei­te einer Sprach­ar­bei­te­rin ge­lan­det. Mein Name ist Ca­ro­line Eli­as, ich bin Kon­fe­renz­dol­met­sche­rin für die fran­zö­si­sche Spra­che und aus dem Eng­li­schen. Seit über 20 Jah­ren ar­bei­te ich in Ber­lin, Pa­ris, Mün­chen, Bor­deaux, Brüs­sel, Lau­sanne und dort, wo Sie mich brau­chen.

Har­ter To­bak. Da schreibt mir je­mand und stellt sich als „Kol­le­ge“ vor. Ich ha­be ihn nie ken­nen­ge­lernt. Er bie­tet uns (auf Eng­lisch) die Zu­sam­men­ar­beit an. Dabei ruft er zu Ho­no­rar­sät­zen auf, die ein­fach nur un­ter­ir­disch sind und jeg­li­ches öko­no­mi­sche Denk­ver­mö­gen ver­mis­sen las­sen.

Kurz die Alarmglocke läuten ...
Wie sag' ich's sol­chen Leu­ten? 

Die ge­schäft­li­che Ant­wort (mit ordent­lich Gift): I’m afraid your of­fer is so far be­low any rea­son­a­ble pro­fes­sion­al rate that I’m not even sure how to re­spond.
Please don’t waste my time with such pro­pos­als. 

Und hier wä­ren wir bei ei­ner eher bri­ti­schen Höf­lich­keit: I ap­pre­ci­ate the of­fer, but I must say it’s ra­ther dif­fi­cult to take it se­ri­ous­ly. I sug­gest you re­con­si­der your un­der­stand­ing of what pro­fes­sion­al work is worth.

Auf Fran­zö­sisch ge­dacht gin­ge es in die­se Rich­tung: I am a pro­fes­sion­al, not some bored litt­le house­wi­fe mar­ried to a high-earn­ing hus­band who thinks deal­ing with fe­ma­le custo­mers in a bou­ti­que is too much work. If you think my work is worth 15 eu­ros an hour, you’re way off. Please move along.  

Am En­de habe ich et­was an­ders ge­dacht, nicht zi­tier­fä­hig hier. Wä­re es in ei­nem Film, ich wür­de es na­tür­lich 1:1 wie­der­ge­ben.

I’m not sure whe­ther you’re jok­ing or se­ri­ous­ly un­der­es­ti­ma­t­ing the va­lue of pro­fes­sion­al work. Ei­ther way, this of­fer is quite frank­ly in­sul­t­ing. ... das wä­re die eher nüch­ter­ne Ant­wort. So rich­tig un­emo­ti­o­nal kann ich beim The­ma Preis­dum­ping aber nicht blei­ben. 

Das Wort dump heißt auf Deutsch auch Müll­kip­pe. Da ge­hö­ren sol­che „An­ge­bo­te“ hin. 

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Fo­to: Car­toon à la Tin­tin

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