Mittwoch, 25. Juli 2007

Kunstsalat zur Happy Hauer

Eine Kritik aus der Süddeutschen Zeitung von heute:

"Ein Blick auf die Speisekarte im Urlaub. Sie ist tou­risten­freund­lich auf Deutsch formuliert: "Kunstierwürgt Salat", aus den Zutaten "Hieb-Salat", "Rakete" und "Rü­be". Schmeckt bestimmt lecker, aber was zum Teufel ist das? Es handelt sich um eine wunderschöne Fehl­über­setz­ung vom Türkischen über das Englische ins Deut­sche: Ursprünglich war das Gericht ein "Artichokes Sa­lad": art = Kunst, chokes = erwürgt, macht zusammen "Kunsttierwürgtsalat". Ähnlich mysteriös wirken die Gerichte "Rasierapparat-Rohbauten", "Bringen Sie Schädel unter" oder "Abb mit gepeitschter Sahne und Wahnsinnigen".

Wenn man wörtlich übersetzt, ohne die Sprache zu kennen, sind Wortunfälle un­ver­meid­lich. Das Büchlein "Übelsetzungen" versammelt über 100 besonders krasse Fehlübersetzungen auf Speisekarten, Hinweisschildern, Ge­brauchs­an­wei­sun­gen und Rezepten. Vom Happy-Hauer-Cocktail bis zu Kartoffelnknochen ist alles dabei, die Beispiele stammen aus der ganzen Welt. Kommentiert werden die Sprachpannen mit Texten von Titus Arnu, SZ-Redakteur im Ressort Panorama."

Titus Arnu: Übelsetzungen. Sprachpannen aus aller Welt. Langenscheidt Verlag, München/Berlin 2007. 128 Seiten, 9,95 Euro.

Kommentare:

anton hat gesagt…

super lustig die texte, derlei steht ja auch oft auf gebrauchsanleitungen. und die salate machen echt hunger :-))

die fehler gehen übrigens auch mündlich und ohne großen zentralcomputer herzustellen.
ich war mal in berlin zur fortbildung, da hat mir ein französischer kollege gesagt, der schon vorgefahren war: "das gästehaus ist am wahnsee, und ich teile mein zimmer mit einem irren." er meinte einen iren, das haus lag am wannsee ...

beste grüße,
anton

caro_berlin hat gesagt…

Hi, Anton, ich sehe Deinen Eintrag erst jetzt - ob Du meine Antwort je liest? Hm, ich werde mal einen Link mailen ;-)

Witzig, die Situation ist mir auch präsent, denn ich stand neben Euch. Der Kollege war von der Ecole Normale, es war ein Seminar mit Derrida, 1988, im Jagdschloss Glienicke. Was mich im Nachhinein am meisten beeindruckt: Unser Spaziergang in Richtung "Spionbrücke" beim im Garten mit D. eingenommenen Tee ... und das Gefühl, dass diese Teilung auf ewig bestand haben würde. Und wir schön wir doch irrten.

Herzlich,
Caroline