Sonntag, 18. Juni 2017

Work In Progress (WIP)

Bienvenue auf den Seiten einer Sprachar­bei­te­rin. Wie Übersetzerinnen, Über­set­zer, Dolmetscherinnen und Dolmetscher arbeiten, können Sie hier mitlesen. Meine Arbeitssprachen sind (neben Deutsch) Französisch und Englisch (das Idiom Shakes­peares nur als Ausgangssprache). Heute: Sonntagsbild!

Etliche meiner Dateien enden auf _WIP.docx, was bedeutet, dass etwas noch in Ar­beit ist. Derzeit kommt mir mein ganzes Leben vor wie ein WIP-Programm. Sel­ten waren so viele Baustellen parallel. Daher ist es hier derzeit etwas stiller.

Aquarellfarben, Pinsel, Block
Auf dem Beistelltisch, rechte Illustration vom Februar
Es geht um Dienstreisen, Ein­satz­pla­nung für den Herbst, die letzten großen Aufträge der Saison, das Anschieben derjenigen, die mich vor der Sommerpause beschäftigen werden, Spätfrühjahrsputz in der Wohnung (mit gründlicher Umgestaltung), Sport­pro­gramm (Muckibude!) und der eine oder andere Kleiderkauf, was für mich immer Stress bedeutet.

(Ich glaube, ich kann besser Zeichenutensilien kaufen.) Warum das mit der Gar­de­robe? Die ersten hochoffiziellen Sommertermine stehen an und bislang hatte ich, da Konferenzdolmetschen ein Saisongeschäft ist und uns überwiegend im Frühjahr und im Herbst beschäftigt, vor allem Übergangsmode als Businessdress im Schrank hängen. 

Last but not least steht wie in jedem Jahr einmal die Technikwartung an. Die neue externe Festplatte nervt allerdings. Sie ist super, sehr groß und doppelt im Ge­häu­se, aber ich muss erst lernen, wie sie formatiert wird. Und natürlich stolpere ich über eine total mies übersetzte Bedienungsanleitung.

Zugleich zuckt es mir wieder in den Fingern, ich möchte, wie im Sommer und im Win­ter üblich, an eigenen künstlerischen Projekten weiterarbeiten. Also habe ich mir an einem Marketingtag erlaubt, mit den Aquarellfarben zu spielen. Das Er­gebnis folgt demnächst hier.

P.S.: Auch gewisse aktuelle Themen halten mich vom Bloggen ab. Beim Großfeuer in London war mein erster Gedanke, dass das Material der Wärmeisolierung hier wie ein Brandbeschleuniger gewirkt hat. Fachleute warnen seit Jahren davor. Und auch in Sachen eines großen diese Woche Verstorbenen halte ich viele Nachrufe für zum Teil geschichtsvergessen. Oder liegt es schlicht an meinem Alter?

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Foto: C.E.

Kommentare:

caro_berlin hat gesagt…

Zum Thema Wärmedämmverbundsystem mit Polystyrol:
Brandkatastrophe, Wärmedämmung offenbar maßgeblich beteiligt, Quelle: Das Erste/Panorama, Stand vom 24.08.16, zur Brandkatastrophe in Duisburg vom 17. Mai 2016.

Th. hat gesagt…

Das betrifft deutsche Häuser genauso, die absurderweise oft im Rahmen von "wohnwerterhöhenden Maßnahmen" "saniert" werden. Plastik ist die billigste Lösung, weshalb es aus Gründen der "Wirtschaftlichkeit" am meisten verbaut wird. Jedes Haus in Berlin kann auch so in Flammen aufgehen, wie das neulich in London geschehen ist, von jetzt auf gleich lichterloh brennen, als sei es eine Packung Streichhölzer.

Bei Häusern bis zu 22 Metern Höhe sind brennbare Materialien nicht nur als Dämmung zugelassen, sondern werden u.U. auch bezuschusst. 22 Meter, das ist die Berliner Traufhöhe. Bewohner sanierter Altbauten mit Wohnungen im 3. oder 4. Stock sowie im ausgebauten Dach können im Brandfall ihre Rettung vergessen.

Bine hat gesagt…

Die Einwohnerschaft des Hauses hat schon vor Jahren vor der Brandgefahr gewarnt. Das Rathaus des Stadtteils hat ihnen juristische Maßnahmen angedroht, statt an der Situation etwas zu ändern.

Grenfell tower blogger threatened legal action, The Independent, 17/6/17

caro_berlin hat gesagt…

Hier eindrucksvoll, wie schnell sowas gehen kann. Das Bespiel stammt aus Frankreich: Hochhausbrand in Roubaix ...

... sowie eine fünf Jahre alte Reportage: Wärmedämmung – Der Wahnsinn geht weiter, Film von 2012, NDR.

Aus dem NDR-Beitrag: "Wir sind schon seit vielen Jahren durch viele Einsätze aufgerüttelt", meint Brandschutzdirektor der Frankfurter Feuerwehr Prof. Reinhard Ries. "Das weitere Verbauen müsste eigentlich sofort gestoppt werden."

Wie gesagt, die Reportage ist fünf Jahre alt. Im Gründe müssten jetzt in allen Ländern sofort die Fassadenverkleidungen wieder heruntergerissen werden, in denen dieses Plastik steckt, und zwar sind das nach Auskunft von Prof. Ries im heute journal (vom 14.6.17) 90 % der Fassaden. Das würde die Konjunktur anheizen, nicht aber die Häuser (sorry für den Kalauer).

Und dann wie dämmen? Das ganze Vorgehängte lässt doch immer wieder Lücken für Nager und sonstige Tiere, für Feuchtigkeitsstau und Schimmel. Was sind die Alternativen? Liest hier eine Architektin/ein Architekt mit?