Donnerstag, 29. Dezember 2016

Museum der Wörter 15

Hallo, hier bloggt eine Spracharbeiterin. Heute im Wörtermuseum: Begriffe, die (nach unserem Eingreifen) unseren Kunden fehlen. Und es wäre zu schade, hätten wir sie im ablaufenden Jahr nicht gesehen. Wir haben uns jedenfalls tierisch ge­freut.
            
  R
indergarten, Froschung, Schweinwerfer.

   

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Idee: H.F.

Sonntag, 25. Dezember 2016

Fest des Lichts

Im zehn­ten Jahr bloggt hier eine Fran­zö­sisch­dol­met­sche­rin und -über­set­ze­rin. Die dun­kels­ten Tage des Jah­res gehören den Fa­mi­lien, der Ruhe, den Büchern, der Kul­tur, der Besinnung.

Happy Festival of Lights!


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Foto: C.E.

Dienstag, 20. Dezember 2016

Vorweihnacht

Bon­jour, hello, guten Tag! Hier bloggt seit fast zehn Jah­ren eine Über­set­ze­rin und Dol­met­sche­rin mit Ber­ufs­wohn­sitz Ber­lin.

Zum Teil vom Weihnachtsmarkt
Berlin am Abend nach dem At­ten­tat, we­ni­ge Tage vor Weihnachten. Um drei hat die Däm­me­rung eingesetzt, um vier ist es fast schon dun­kel. Die Menschen schauen ein­an­der län­ger in die Augen als sonst in der U-Bahn, grüßen ihre Mitmenschen freund­­li­­cher auf der Treppe als sonst, fra­gen nach beim Par­lan­do mit dem Bäcker.

Beim polnischen Edeltrödler um die Ecke, der einen Kaminofen hat, sitzen die Kun­den, erkundigen sich nach De­tails man­cher Objekte, bekommen Tee an­ge­bo­ten, brin­gen Vor- und Nachteile von diesem und jenem potentiellen Geschenk ins Gespräch und fangen an zu plau­dern und zu er­zäh­len.

Die Menschen nehmen sich bewusst oder unbewusst mehr Zeit, sitzen in den un­glei­chen Sesseln und auf unterschiedlichen Sofas und Hockern rum; Englisch, Spa­nisch und Deutsch verschiedenartigster Zun­gen höre ich.

Ein neuer Holzscheit wird nachgelegt. Es ist Tag eins nach dem Attentat auf dem Weihnachtsmarkt. Hass und Gewalt sind keine Antwort, alle sind sich einig. Es hat auch nichts mit den Flüchtlingen zu tun: Die Geflüchteten haben genau das hinter sich lassen wollen, was jetzt auch Deutschland trifft. Am Rand werden die Vorteile von Rotmarderhaar im Aquarellpinsel ver­han­delt, und zwei Globen stehen zur Aus­wahl, der eine zeigt Deutschland in den Grenzen von vor dem 2. Weltkrieg. Aus welcher Stadt stammt der Trödler nochmal? Danzig/Gdansk?

Die Minuten scheinen sich zu dehnen. Und bei alldem das Wissen darum, dass der Täter in dieser langen Nacht noch unterwegs ist in der deutschen Hauptstadt. Dann schnell nach Hause, Geschenke einpacken.

Dort finde ich die Nachricht eines amerikanischen Kollegen vor, der in Berlin lebt: One good thing about the terror attack is that my neighbours started talking to me in the staircase, finally! What an icebreaker... (...) This is a good sign folks. If Berliners can become cordial to each other after this kind of thing, then my faith in humanity might just be restorable.
 
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Foto: C.E. (Thank you, Jacob!)

Freitag, 9. Dezember 2016

Eco

Bonjour, hello, guten Tag! Hier bloggt um die 200 Ta­ge im Jahr eine Dol­met­sche­rin und Übersetzerin für die fran­zö­si­sche Spra­che (und aus dem Eng­li­schen) über den Ar­beits­all­tag und sprachen­re­le­van­te The­men.

"Europe's language is translation."
Umberto Eco

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Foto: folgt

Dienstag, 6. Dezember 2016

Übersetzung in Bewegung

2. Übersetztes Hochrad
Von einer alten Werbeschrift
Hallo, hier bloggt eine Dol­met­sche­rin und Über­set­zer­in über den Berufsalltag.

Übersetzung in jeder Form ist für uns professionelle Über­set­ze­rinnen und Über­set­zer na­tür­lich in­te­res­sant.

Hier, was beim ges­tri­gen Spa­zier­gang mei­ne Auf­merk­sam­keit er­reg­te.


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Foto: C.E.

Montag, 5. Dezember 2016

Visuelles Lernen

Bon­jour, hello, guten Tag! Hier bloggt seit fast zehn Jah­ren eine Über­set­ze­rin und Dol­met­sche­rin. Die Kon­gress­sai­son ist zu En­de, ich keh­re nach Ber­lin zu­rück. Und ich küm­me­re mich um meine Wort­schät­ze, auch um man­che al­te.

Hadopi und Urheberrecht, visuell dargestellt
Lexik von 2011
Andere sammeln Münzen, Schmet­ter­lin­ge oder Kunst, unsereiner sammelt Wörter. Manches lässt sich wunderbar visuell nutz­bar machen. Zur Nachsaison gehört auch, sich regelmäßig die eine oder andere Le­xik vorzunehmen und zu durchdenken. Visuelle Lösungen liebe ich sehr, ich lerne akustisch, visuell und kinästhetisch.

Von der Lexik auf der rech­ten Seite muss ich demnächst mal eine Aktualisierung zeichnen, die Situation hat sich geändert. (Das Bild lässt sich, in ein anderes Fenster geladen, vergrößern.)

Wichtig ist es, den eigenen Lerntyp zu ken­nen. Gute Lehrer helfen einem dabei.

Sehr oft mischen sich bei uns die Lerntypen, und es kommt nur darauf an, dazu passende Arbeitsmethoden auszuwählen. Über Bildglossare habe ich bereits hier geschrieben.

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Foto: C.E. (Archiv)

Freitag, 2. Dezember 2016

Global language?

Hallo, hier bloggt eine Dol­met­sche­rin und Über­set­zer­in über den Berufsalltag. Mei­ne Ar­beits­­spra­chen sind Fran­zö­sisch (aktiv und passiv) und Englisch (nur pas­siv) ...

Stimmungsvoller Kongressort (in Brüssel)
Arbeitsgruppenphase im Rah­men einer europäischen Kon­fe­renz in einem perfekt aus­ge­stat­te­ten Kongress­zen­trum. Es werden drei po­ten­tiell drei­spra­chi­ge Ar­beits­­grup­pen mit Menschen aus diversen Ländern gebildet.

Die Veranstalter bieten dazu Ver­dol­met­schung an. Wir ha­ben dazu ein Experiment in Angriff genommen.

Die jeweils ca. 60 Zuschauer in den drei Räumen ähneln sich: Jung und alt sind bunt gemischt, diverse Herkünfte und Berufstätigkeiten, Eingeborene und Zu­ge­wan­der­te, Menschen von der Basis, Familienangehörige, Fachleute, keine Kohorte dominiert. Ein echtes Durch­schnitts­pu­bli­kum! Es geht um ein sozialpolitisches The­ma.

Zu Beginn werden die Dolmetschsituation kurz vorgestellt. Dann wird der Dol­metsch­be­darf abgefragt. Die Arbeitsgruppenthemen sind vergleichbar.

Die 1. Gruppe hört die Frage: "Wer spricht nicht ausreichend gut Englisch und braucht Verdol­metschung ins Franzö­sische und Deut­sche?"
Die 2. Gruppe hört: "Wer hätte gerne die Debatte gern ins Franzö­sische und Deut­sche gedolmetscht?"
3. Gruppe: "Wer möchte lieber Französisch und Deutsch hören, wir haben hier Dolmetscher." (Mit einer raum­greifenden Geste werden zwei daneben­stehende Dolmetscher präsentiert.)

Spannend waren die Antworten. Bei Gruppe eins hat sich kaum jemand gemeldet. Einzugestehen, dass man nicht gut genug die Weltsprache Englisch beherrscht, scheint für viele Menschen ein Anlaß zur Scham zu sein.

Die zweite Gruppe hat die meiner Meinung nach neutralste Frage gehört. Hier war der "Rücklauf" schon beachtlich.

Umwerfend war die Reaktion auf die dritte, positive Frage. Es gab sogar Vor­schuss­lor­beeren für die Kolleginnen in Form von Spontanapplaus.

Eine Stunde später: Beobachtung der Dis­kus­sions­si­tua­tion in den drei Räumen. In der offen mehr­spra­chi­gen Gruppe lässt sich die lebendigste Teilnahme beobachten, sowohl, was die Anzahl der Redebeträge, als auch, was die Vielfalt der Red­ne­rin­nen und Red­ner angeht. In den anderen Grup­pen ist die Teil­nah­me er­war­tungs­ge­mäß beachtlich bzw. reduziert.

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Foto: C.E. (ein anderes Event)

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Alltag

Hallo! Sie haben die Seiten eines Berliner Blogs angesteuert (oder die Postings abonniert). Hier schreibt eine Dolmetscherin ... über Sprache und den Arbeits­all­tag.

Vokabellernschreibtisch
Grip­pa­len An­flug aus­ku­rie­ren, Vo­ka­beln ler­nen und Papiere sortieren steht auf dem Programm, denn nach dem Eisatz ist immer auch vor dem Einsatz. Was ich heute lerne, brauche ich morgen viel­leicht gar nicht, aber dann über­mor­gen oder zu einem anderen Termin, das ist die geheime Regel.
Etliche im November hier und da auf­ge­sam­mel­te oder er­le­se­ne Be­grif­fe kopiere ich aus den Fach­wör­ter­lis­ten in meine Lern­le­xik, in der auch Re­de­wen­dun­gen ste­hen und in der Englisch, Deutsch und Fran­zö­sisch vorkommen. 
Seit Oktober ist diese um gut 1000 Wör­ter länger geworden, also um 16,39 Begriffe pro Tag.

Do­lmet­schen ist Fleiß­ar­beit und Aus­dauer, und die Arbeit in der Ka­bi­ne ist eine selt­sa­me Mi­schung aus Sprints und Ma­ra­thon.

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Foto: C.E. (Archiv)