![]() |
| Back to the future: Kreidezeitalter! |
Jede(r) von uns ist für verschiedene Lernkanäle besser oder weniger gut begabt. Das spiegelt die Vielfalt unserer Biologie. Bei mir ist es ein Mix aus verschiedensten Methoden: lesen, hören, schreiben, sehen und selbst Themen visuell darstellen.
Am Anfang von Lernphasen sollte also stehen, sich selbst und seine Vorlieben kennenzulernen.
Lernen mit allen Sinnen und ein stetiger Wechsel der Methoden verstärken diesen Prozess.
Vom Allgemeinen zum Detail, vom Hören zum Sprechen, vom Lesen zum Anwenden – diese Dynamik hilft dem Gehirn, Strukturen aufzubauen und Wissen sicher zu verankern. Ein hervorragender Tipp ist: hands on! Machen! Mit der Hand schreiben, zeichnen, Versuche aufbauen, umsetzen.
Neurowissenschaftliche Studien zeigen deutlich ...
— Aktives Abrufen von Wissen kann die Behaltensleistung um bis zu 50 % steigern im Vergleich zum bloßen Wiederlesen.
— Bewegung während des Lernens kann die Gedächtnisleistung um rund 10–20 % verbessern.
— Multimodales Lernen (mehrere Sinne) führt zu deutlich höherer Transferleistung als einkanaliges Lernen.
— Die Aufmerksamkeit sinkt bei rein passivem Zuhören oft schon nach 15–20 Minuten, bei Kindern, die früh mit diversen Medien in Kontakt getreten sind, sogar nach nur einer Minute.
Gleichzeitig wächst die Kritik an klassischen Unterrichtsformen weiter. 90 Minuten stillsitzen, zuhören, notieren, das widerspricht dem, was wir über Aufmerksamkeit wissen. Moderne didaktische Konzepte setzen deshalb auf kürzere Einheiten, Bewegung, Interaktion, Phasen selbstbestimmten Lernens, echte Aktivierung.
Auch die Digitalisierung wird inzwischen differenzierter betrachtet. Lange galt: Tablet + Bildschirm = Fortschritt. Inzwischen zeigt sich ein komplexeres Bild.
— Das Leseverständnis sank messbar
— Die Konzentrationsfähigkeit nahm ab
— Grundlegende Fertigkeiten verschlechterten sich
Die Reaktion der Gesellschaft ist klar: Es ging zurück zu gedruckten Lehrbüchern, es wird wieder mehr handschriftlich gearbeitet. Studien zeigen, dass Lesen auf Papier häufig zu besserem Verständnis führt und handschriftliches Schreiben mehr Gehirnaktivität auslöst als Tippen.
Gleichzeitig gilt: Digitale Werkzeuge sind nicht das Problem, ihr unreflektierter Einsatz war es. Als Ergänzung können sie Lernen vertiefen, vernetzen und individualisieren, wenn die Grundlagen stimmen.
Denn was die Maschine liefert, ist oft nur ein (schwacher) Entwurf, manchmal gut, oft genug Silbenrauschen, Blendwerk, manchmal schlicht Murks. Nur, wer das erkennt, kann nacharbeiten und verbessern, im schlimmsten Fall einfach neuschreiben.
So, wie eine Schreibmaschine nicht selbst textet, kann es auch das tote System aus Bits und Bytes nicht ohne uns.
Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft: Lernen und Kreativität bleiben unsere Aufgaben. Die Werkzeuge werden modernisiert. Und Technik in Kinderhänden: Obacht!
______________________________
Bild: pixlr.com (Zufallsfund)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen