Montag, 28. November 2016

Auf dem Schreibtisch XXXVIII

Guten Tag oder guten Abend! Sie sind mit­ten in ein Ar­beits­ta­ge­buch hinein­ge­ra­ten, in dem sich al­les um Spra­che, Dol­met­schen, Über­setzen und Kult­uren dreht. Als frei­be­ruf­li­che Sprach­mitt­lerin ar­bei­te ich in Pa­ris, Berlin, Marseille und dort, wo man mich braucht. Heute wieder: Blick auf den Schreibtisch.

... und auf dem Schreibtisch liegen zur Bearbeitung oder für das Angebot oder die Mittelfristplanung:

Büro auf Reisen
⊗ Filmherstellung + -ästhetik
Afrika und Demokratie
⊗ Ökonomie in Verbindung mit Ökologie
⊗ Nachlese Finanzwirtschaft
⊗ Frauen in der Film­wirt­schaft
⊗ Buch von Mariétou Mbaye in Ruhe fertiglesen
⊗ Nachbereitung Commons und Lebens- und Arbeits­wirk­lich­keit der Kreativwirtschaft
⊗ Marokko

Die ersten Buchungen für den März sind im Kasten. Es gibt noch freie Termine im Winter, in dem es aber immer ruhiger ist. Dann kann ich endlich wieder meine Aqua­rell­far­ben aus der Kommode nehmen!

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Foto: C.E. (von gestern)

Sonntag, 27. November 2016

Mariètou

Hier bloggt im zehn­ten Jahr ei­ne Dol­met­sche­rin und Über­set­ze­rin über den Be­rufs­all­tag. Der Sonntag ge­hört dem Sonn­tags­fo­to.

Zwei bestgelaunte Damen ...
Kleidung und Bernsteinketten waren nicht abgesprochen!
Sie wirkt eher zart, wie sie neben mir auf der Bühne sitzt. Aber ihre Energie wird bald deutlich: Sie spricht mit fester Stimme, gestikuliert, richtetet sich auf und streckt die Brüste raus, als es um die Rolle von Frauen geht ("Bin ich eine Frau? Na klar bin ich eine Frau!"). Ihr Lachen ist um­wer­fend, ihre positive Zu­ge­wandt­heit zu den Mit­men­schen auch.

Buchlesung im Bezirk Prenzlauer Berg. Die senegalesische Schriftstellerin Mariètou Mbaye alias „Ken Bugul“ ist in Berlin, um ihr Buch "Riwan oder der Sandweg" vor­zu­stel­len. Das Buch wurde von einer afrikanischen Kommission zu einem der 100 wich­tigsten afrikanischen Bücher des 20. Jahrhunderts gewählt und erhielt den be­deu­tends­ten afrikanischen Literaturpreis, den Grand Prix Littéraire de l’Afrique Noire.

Ihre Energie kann ich auch an Länge und Intensität ihrer Wortbeiträge ablesen. Manchmal unterbricht sie der Moderator, wenn sie mir keine Pause fürs kon­se­ku­ti­ve Dolmetschen lässt. Kurz wirkt sie ein wenig beleidigt, zieht eine "Fluntsch", dann lacht sie und spornt mich an.

Solche Begegnungen liebe ich. Da vergesse ich, dass ich am Morgen in Brüssel um fünf Uhr aufgestanden und wegen eines verspäteten Zugs sogar noch auf fremden Bahnhöfen rumlungern durfte.

Nach drei Stunden Autorenlesung mit Einleitung, Schilderung ihres Lebenswegs und Publikumsfragen stoßen wir mit Schaumwein an. Danke, Mariètou, und Danke, AfricAvenir!

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 Foto: privat

Freitag, 25. November 2016

BRU (II)

Hello, bonjour, guten Tag! Hier bloggt eine Sprach­ar­bei­te­rin. Während der Un­ter­mie­ter mein Berliner Heimbüro nutzt, neigt sich meine Herbstsaisonrundreise langsam dem Ende zu.
 
Copyright laws, intellectual property, crea­tive commons and working conditions re­la­ted to all that, this will be the issue of the next conference.

#1nt
#interpreting
#Brussels

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Foto: C.E.

Donnerstag, 24. November 2016

BRU (I)

Bon­jour, hello, guten Tag! Hier bloggt ei­ne Fran­zö­sisch­dol­met­sche­rin und -über­set­ze­rin über ihren Alltag (Ich übersetze auch aus dem Englischen). Ich arbeite in Berlin, Paris, Köln, Lyon, Saarbrücken ... und manchmal auch in Brüssel.

Skulptur mit "Sprung"
Ein kurzer Sprung nach Brüssel. Ein Kol­le­ge, der fest vor Ort arbeitet, erzählt mir, dass in Brüssel das Wort "Architekt" auch ohne quali­fi­zie­rendes Adjektiv als Schimpf­wort gelten würde. Die Produkte dieser Damen und Herr­en wirken auch auf mich an vielen Stellen nicht über­zeu­gend und so, wie ich sie von mei­nen bis­lang fünf Blitz­be­suchen in Erinnerung hatte.

Am Nordbahnhof empfangen mich die üb­li­chen EU-Ver­wal­tungs­gebäu­de, Wol­ken­krat­zer in Serie; ein Viertel, dessen Häu­ser­fron­ten den kühlen Wind erst richtig zu be­schleu­ni­gen scheint.
Alte Häuser, Skulptur, EU-Trumm
Später, inmitten normaler städtischer Bebauung, dann andere Trumms. Ich muss an Kreuzfahrtschiffe in der La­gu­ne von Venedig denken. Die Gebäude hier wirken wie rie­si­ge Ozeanriesen, die auf in­zwi­schen verlandeten Ka­nä­len in die Altstadt rein­ge­schip­pert und dort stecken­ge­blie­ben sind.


Quadrate, bunt beleuchtet, als Weihnachtsdeko
Brüssel-Impressionen
Später vertrete ich mir die Beine. Der Weihnachtsmarkt wird gerade aufgebaut. Die Lichtdeko zur Adventszeit, die in fast jeder Straße an­ders ist, zeigt hier zu­min­dest ganz klar an, wo­rum es bei dem Fest der Feste geht: Sie stellt Ge­schenk­pa­ke­te dar.

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Fotos: C.E.

Mittwoch, 23. November 2016

Ausstieg rechts

Bonjour, bienvenue, welcome und guten Tag! Hier bloggt eine Sprach­ar­beiterin. Den Alltag von Kon­fe­renz­dol­metschern und Über­setzern bekommen Sie hier aus erster Hand mit. Meine Hauptarbeitssprache ist Französisch. Wir stecken noch immer in der Hauptsaison ...
 
Ankunft an einem Kopfbahnhof ... in Paris, Leipzig oder Frankfurt. Der Zug bremst, hält. Eine Durchsage: "... der Ausstieg ist in Fahrtrichtung rechts."

Reisende verlassen den Zug
Im Kopfbahnhof
Der Dolmetschkopf analysiert sofort alles. Be­rufs­(ver)­bil­dung = (dé)for­ma­tion pro­fes­sion­nelle.

Der Zug steht. Gleich wird er den Kopf­bahn­hof wieder ver­las­sen. Es stehen hier also zwei Fahrt­rich­tun­gen zur Aus­wahl, allerdings nicht für die kon­kre­te Si­tua­tion, denn au­gen­blick­lich hat der Zug keine Fahrt­rich­tung mehr.

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Foto: C.E.

Dienstag, 22. November 2016

9. Arbeitsplatz in Folge: Küche

Was Dol­­­met­­­scher und Über­­­setzer ma­­­chen, ist der brei­­­ten Öf­­­fent­­­lich­­­keit oft nicht ge­­nau be­­kannt. Hier schrei­­be ich da­­rü­­ber. Heute: Fortsetzung der Bilder meines mobilen Arbeitsplatzes.

Rechner, Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaften" spezial, Blumen
In der Küche des Bruders
Phasenweise ständig von Leuten und Stimmen um­ge­ben zu sein führt dazu, dass unsereiner Stille und ruhiges Arbeiten als andere Qualität wahrnimmt.
Heute: Einen halben Tag ler­nen, blog­gen, Termine ma­chen, Rechnungen schrei­ben. Als Kind einer Großfamilie kann ich immer wieder einen er­wei­ter­ten Heimathafen an­steu­ern.

Und das sogar dann, wenn die Reiseroute anders geplant war. Das tut gut.

Ich bereite nach: Wahlen in den USA und anstehende Wahlen in Europa, ich bereite vor: die nächste Runde der Gespräche über die Zukunft der Arbeit. Das Vokabular der Architekten habe ich gestern vollständig dokumentiert. Zwischendurch lese ich in einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift und freue mich über die Arbeit eines an­de­ren Geschwisters.

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Foto: C.E.

8. Arbeitsplatz in Folge: Die Lounge

In ei­nen Blog aus der Ar­beits­welt sind Sie he­rein­ge­ra­ten: Bon­jour und herz­lich will­kom­men! Hier schreibe ich über die manchmal sehr vielseitigen Momente meines sprachbetonten Alltags.

Konzentriert vor Tagesanbruch
"Drei Mitte oder vier unten?" ... "Das ist schon mehr als wenig!" ... "Wieviel Prozent Flughöhe?" So richtig verstehe ich nicht, worum es beim Verhandeln geht, aber die Herren kennen sich und haben ihren Jar­gon. Zur Mittagszeit sitzen wir mit Bröt­chen in einer Bürolounge. Vorbereitet hat­te ich mich auch noch in der Flug­ha­fen­lounge am Aéroport Charles de Gaulle, am Abend werde ich die Lounge wechseln fürs Chillout. Klingt al­les sehr entspannt. Ist es aber nicht.
Die Nachfragelage in meinem Beruf ist schwankend. Vier Monate im Jahr passiert fast nichts, vier Monate haben wir ei­ni­ger­ma­ßen zu tun, weitere vier Monate, im Frühling und im Herbst, rappelt die Kiste.

Dann gibt es schon mal Reise- und Dolmetschphasen von acht oder 14 Tagen am Stück. Daher ist es übrigens so wichtig, dass uns Vorbereitungsmaterial mit aus­rei­chend langem Vorlauf zugeht.

Zurück in die Bürokomplexlounge. Neben mir zeichnen zwei Architekten Baupläne um, eine Statikerin will Zahlen. Die Investoren haben eine neue Führungsebene, also gibt es neue Vorgaben. Es geht um Krankenhausbauten mit angrenzenden Pfle­ge­rin­nen- und Pflegerwohnheimen.

Grundrechenarten
Ich kenne die Kunden und ergän­ze pa­ral­lel dazu die Vokabelliste. In der Kaf­fee­pau­se bitte ich um die Definition des Wor­tes "Sa­ni­tär­stand". Der Archi hat nur das al­ler­letzte Wort gehört und erklärt mir den Weg zu den Toiletten ... Merke: Der Sa­ni­tär­stand ist die Einheit aus Klosett- und Handwaschbecken.
Über vier Stunden warten wir bzw. dürfen zu einzelnen Bauwerken immer wieder etwas vortragen. Wenn es um Zahlenwerk geht, dürfen wir wieder in der Lounge Platz neh­men. Am anstrengendsten sind hier das Warten und der Stress der Si­tua­tion an sich. Die Arbeit selbst ist Erholung pur. Läuft! Bei der nächsten Planungsstufe sehen wir uns wieder.

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Fotos: C.E.

Montag, 21. November 2016

7. Arbeitsplatz in Folge: Die Schlafmaschine

Herz­lich Will­kom­men auf den Blog­sei­ten einer Sprach­ar­beiterin. Hier den­ke ich regelmäßig über den All­tag der Welt der Kon­fe­renz­dol­metscher und Über­setzer nach. Meine Hauptarbeitssprache ist Französisch. Wir stecken derzeit mitten in der Saison ...

Vending machine
Am Flughafen im Hotel übernachten, weil es am Morgen drauf zu nachtschlafener Zeit weitergeht: Ein Haus mit 800 Betten, am Rand des Foyers lauter Self service-Restaurants und vending ma­chines, Au­to­ma­ten für Getränke, Toi­let­ten­ar­ti­kel, Snacks, irgendwo geht eine Dame durch einen Gang und übt Ko­lo­ra­tu­ren, ein Papa hilft seinem Gör, beim Hüp­fen von Sessel zu Sessel nicht auf den Bo­den zu fallen, in einer Ecke sitzt barfüßig eine Japanerin und starrt auf ihr Smart­phone, dann tippt sie, dann lacht sie.

Von rechts kommen laut einige Ame­ri­ka­ner und gehen essen. Der Empfangsdesk hat Pause und unterhält sich über Politik.

Irgendwie verhalten sich alle, als wären sie alleine. Im Hintergrund kreuzen Rei­sen­de mit Rollkoffern das Bild in alle Richtungen. Eine große Theaterbühne: Ich setze mich hin und schaue eine Weile zu, lasse dieses Stück, das wie eine Mischung aus Tanztheater und Schauspiel anmutet, auf mich wirken.

Gleich weiterlernen
Ein Foto davon habe ich nicht. Hier sind der Zeitfaktor und die Größe der Bühne wichtig. Der Fotoakku ist alle; ich hätte mich wohl auch nicht getraut, das wild rumzuknipsen.

Irgendwann schleiche ich müde ins Zim­mer, Sonntagabend, ein großes Bett, Re­gen­tropfen auf der Glasscheibe dieser Schlafkabine mit als Block irgendwann mal eingeschwebter Nasszelle aus Plastik, im TV hält Sarkozy seine Abschiedsrede, er ist bei den Vorwahlen der Rechten Dritt­plat­zier­ter geworden.

Auch eine Form von Theater.

Kurzschlaf, dann bereite ich den nächsten Einsatz vor, es geht um Architektur, und te­le­fo­nie­re noch ... mit Blick aus dem Fenster.

Am Morgen drauf werde ich 40 Minuten bis zum Flugsteig brau­chen bei minimalen We­gen. Back to reality.


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Fotos: C.E.

Sonntag, 20. November 2016

6. Arbeitsplatz der Woche: Bei den Landwirten

Bon­jour, hello, guten Tag! Hier bloggt ei­ne Fran­zö­sisch­dol­met­sche­rin und -über­set­ze­rin ... derzeit aus Paris. Der siebente Tag gehört dem Sonntagsfoto.

Mikro, Beamer, Rechner, Holzdecke
Technik trifft Holzdecke
Was bedeuten Brexit und die Wahl Trumps für Europa und die künftige Politik im Bereich Landwirtschaft, Tier- und Na­tur­schutz, Arbeitnehmerrechte und Märkte? Fragen, die uns diesen Sonntag in der Nä­he von Paris beschäftigen.

Wir kommen beizeiten an und werden fast nicht wahrgenommen. Alle haben die Na­sen in ihren Vorlagen, sind konzentriert.
Wir schleichen in unsere Kiste, lesen auch noch Neues fertig und stellen uns wenig später durch die Arbeit vor, durch unsere Stim­men. Die knapp 20 Teil­neh­mer rea­gie­ren fast physisch auf uns, schauen uns an und kom­­mu­­ni­­zie­ren gestisch, wir ant­wor­ten.

Oder klopfen ans Fenster, wenn mal wieder jemand vergessen hat, sein Mikro an­zu­schal­ten. Die Scheibe aus Glas wirkt zwischendurch, als wäre sie aus Luft. (Viiiiiiel besser, als dieser One way-Screen, le miroir sans tain), von letzter Woche.

In der Kaffeepause kommen die ersten zu uns, fragen nach Feed back zu ihren Vor­trä­gen ("War ich zu schnell? Ich bin immer zu schnell!") und zeigen sich erfreut über unsere Arbeit. Vor der Wiederaufnahme der Arbeit wird eine Liste rum­ge­reicht mit der Voranmeldung fürs Abendessen. Eine der Teilnehmerinnen meldet sich sofort und fragt: "Kommen die Dolmetscherinnen mit ins Restaurant?"

Dolmetschen ist Teamarbeit. Immer. Hier besonders.

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Foto: C.E.

Samstag, 19. November 2016

5. Arbeitsplatz der Woche: Irgendwo nirgendwo

Kleine Wo­chen­über­sicht, wobei ich vor lau­ter Ar­bei­ten gar nicht die Ar­beits­or­te in der Rei­­hen­­fol­ge ihres An­steu­erns zeigen kann, da kommt noch was im De­zem­ber. Hier schreibt und denkt eine Übersetzerin und Dolmetscherin für die französische Sprache.

Passend zu den Retro-Gedanken ...
Eine wunderbare englische Orts­be­schrei­bung lautet In the middle of nowhere, inmitten von nirgendwo, wobei mir die Mitte hier auch schon zu konkret vor­kommt, siehe Titel.

Einstmals hatten die Menschen die Ei­sen­bahn erfunden, sie lief gut und um­welt­schäd­lich. Als sie dann vom Koh­le­ver­feu­ern abgekommen sind, wurde sie leiser, schneller und weniger giftig. Auf der Höhe der Diskussion um die Einsparung kli­ma­schäd­li­cher Emissionen hat die Bahn die Nachtzüge abgeschafft, mein Reisemittel der Wahl.
Und das nicht etwa mangels Erfolg, son­dern wegen zu guten Zuspruchs.

Früher, also bis vor zwei Jahren: So gegen halb acht Uhr abends Abfahrt ab Berlin Hauptbahnhof, Ankunft im Herzen von Paris etwas mehr als zwölf Stunden später zur besten Frühstückszeit in ausgeschlafenem Zustand, der Abend hat einem Buch und/oder einem Film gehört. Dann war ein Tag Ak­kli­ma­ti­sie­rung, Freunde sehen, Museen besichtigen, Ausruhen und Lernen angesagt. Oder ich hätte meinen Coach treffen können, der in Paris lebt. Und abends mit Freun­den kochen und bei ihnen übernachten.

Heute: Der Coach ist oft in Berlin, also 9.30 bis 11.00 Uhr Coaching, eine Stunde zum Flughafen, eine Stunde Check-In und Warten, 100 Minuten Flug, dann Warten im Flugzeug, Warten am Gepäckband, Warten auf den RER-Vorortzug, Umsteigen in die Métro, 17.00 Uhr alle Viere von sich strecken im echten Hotelzimmer, denn als Hotelier will ich meine Freunde nicht missbrauchen. Zur Stunde, in der die Kellner essen, das Foto ist ein Suchbild, ins Restaurant, vor dem Essen noch einige Vor­la­gen studieren, ab 19.30 Uhr im Hotelzimmer lernen für den nächsten Tag.

Ich hätte heute auch in Hinterposemuckl oder Trifouilly-les-Oies ankommen kön­nen, in meinen beiden Hauptländern gibt es für dieses Nirgendwo echte Orts­na­men, sehen werde ich |außer morgen bei einem einstündigen Spaziergang vor Ar­beits­be­ginn| (gestrichen, es gießt aus Kübeln) nichts von Paris, dann folgt die nächste Konferenz.

Etwa 13 Stunden mit der Bahn, gut unterhalten oder lächelnd im Schlaf oder mit dem einfachen Gefühl, die Zeit verstreichen zu lassen und morgens frisch für den Tag zu sein ... versus sechs Stunden lang irgendwo nirgendwo mit ständigen Un­ter­bre­chun­gen, im Stehen, beim "Anschlangen" oder Runterfahren der Technik zu ver­brin­gen — "Computer müssen bei Start und bei Landung ausgeschaltet sein", mit Gedrängel, schreienden Kindern und ständigen Durchsagen, um am Abend richtig müde zu sein — Leute, Euer blöder Fortschritt bringt ganz viel Verlust von Le­bens­qua­li­tät mit sich!

Und früher, ja, ganz früher, hätte dieser Nachtzug wohl auch noch bis ein Uhr mor­gens einen Speisewagen "mitgeführt", wie das auf Bahnerdeutsch hieß. Das war erst ein Luxus!

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Foto: C.E., Restaurant Le Chantefable,
20. Arrondissement

Freitag, 18. November 2016

4. Arbeitsplatz der Woche: Schreibtisch

Hallo, hier bloggt eine Dol­met­sche­rin und Über­set­zer­in über den Berufsalltag. Dieser Tage muss ich dem Untermieter die Küchengroßgeräte erklären, die nächste Reise steht an. Doch zunächst ...

Heute wieder am heimischen Schreibtisch: Eine Übersetzung steht an. Ich lerne viel hinzu.

In der Reihe unnützen Wissens, es sei denn, ich wäre Biologin oder wollte in einer Quiz­show mit­ma­chen: Der West­li­che Flach­land­gorilla heißt Gorilla gorilla gorilla und das Braun­bauch­flug­huhn kommt am Horn von Afrika vor.

Wie konnte ich nur so viele Jahrzehnte le­ben, ohne das zu wissen? Dann packen für die nächste Kongress- und Mo­tiv­su­che­reise.


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Foto: C.E. (Archiv)

Mittwoch, 16. November 2016

3. Arbeitsplatz der Woche: Historische Konferenz

Hier schreibt und denkt eine Übersetzerin und Dolmetscherin, derzeit in Berlin. Ich arbeite aber auch in Paris, Brüssel, München, Hannover und dort, wo Sie mich brauchen.

Französisch-Kabine in Berlin
Wenn Häuslebauer zur Tat schreiten, zählen sie Kinder und Haustiere durch. Sie wis­sen, wer wann zu­hause ar­bei­tet. Sie rechnen überschlägig, wie viele Gäste, Bücher und Kunstwerke Paar nebst Brut unterbringen müs­sen und be­den­ken, was die Wege ei­nes schmut­zi­gen T-Shirts sein werden. Sie den­ken viel­leicht an den späteren Aus­zug der Kinder — und ans Alter.

Wenn der Staat baut, werden Bedarfe ermittelt, Nutzer befragt, Wege gezählt, Vergleichsgebäude besichtigt, Fachliteratur gewälzt.

Nur die Dolmetscherkabine, sofern sie fest eingebaut wird, erfindet gefühlt jeder Architekt neu. Sie sind ja auch so genial, dass sie auf einen Blick sehen, was un­ser­ei­ner so braucht.

Hier: einen schönen Fensterrahmen. Ich frage mich, warum dieser nicht aus ge­schnitz­tem Holz ist. Die Scheiben sind doppelt, großartig, ohne Kopfhörer hören wir vom Saal fast nichts. Wenn wieder jemand im Publikum das Wort ergreift, ohne sich eines Mi­kro­fons zu bedienen, können wir uns allerdings nicht durch lautes Klop­fen auf die Schei­be oder Winken bemerkbar machen. Die Scheibe ist zum Raum hin ver­spie­gelt. Wir sind einfach weg.

Man hätte auch noch ein Vorhänglein links und rechts des Fensters anbringen kön­nen. Wand­flä­che ist da­für aus­rei­chend vorhanden. Wir haben eine unverbaubare Aussicht, une vue im­pre­na­ble, auf die Fassade d'en face; am Fenster findet die Veranstaltung aber leider nicht statt. Und Podien sind überbewertet! Der Raum hier hat durchaus eines, ir­gend­wo links, da hinter dem Mauervorsprung für den Vorhang und noch weiter links. Vom rechten Sitz­platz aus sieht man vom Podium ca. ein Drittel, vom linken Sitzplatz aus: nichts. Wir sind ja anpassungsfähig.

Man möge sich kurz den Spaß vor­stel­len, den wir Dol­met­sche­rin­nen haben, wenn wir jedes Mal den Platz wechseln, die ganze Klapparatur (Rech­ner) und die Papiere mit. Und parallel zum fliegenden Platzwechsel übernimmt dann immer jeweils die andere den Dolmetschjob. Jedes Mal verknoten die Kabel etwas mehr, als da wä­ren: (Rechnerkabel mal Kopfhörerkabel) zum Quadrat plus Mikrokabel.

Das geht einige Male so. In der Kaffeepause fällt niemandem auf, dass die Dol­met­sche­rin­nen nicht da sind. In der Mittagspause stellt jemand fest, dass sie wohl wo­an­ders essen. Als abends die Danksagungen und guten Reisewünsche aus­ge­bracht sind, fällt niemandem auf, dass keine der Dolmetscherinnen noch zum Hän­de­schüt­teln erschienen ist, so intensiv waren und sind die Fachgespräche.

Wie denn auch. Fest vertäut von den Kabeln, schallisoliert von der Umwelt sitzen heftig winkend zwei ermattete Gestalten in der Box am Ende labyrinthischer Gänge und haben vergessen, dass sie niemand sehen kann.

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Foto: C.E.

Dienstag, 15. November 2016

2. Arbeitsplatz der Woche: Politisches Forum

Bon­jour, hello, guten Tag! Hier bloggt ei­ne Fran­zö­sisch­dol­met­sche­rin und -über­set­ze­rin über ihren Alltag (Ich übersetze auch aus dem Englischen). Ich arbeite in Berlin, Köln, München, Hannover, Paris, Lyon, Avignon, Marseille und auch dort, wo Sie mich brauchen.
 
Blick aus der Kabine
Je aktueller oder höher der Anlass, desto weniger Vor­be­rei­tungs­ma­terial gibt es. Hier kommen am Ende noch Unterlagen per Stic rein, was aber Zufall ist. Wir ha­ben die Kopfhörer schon auf und hören (dank eines An­steck­mi­kros), wie der erste Redner unserem Tonmann eine Po­wer­Point­Prä­sen­ta­tion an­bietet. Der winkt nur ab und sagt, er sei für die Dol­met­scher zu­stän­dig, nicht für den Vi­deo­bea­mer.
Meine Kollegin hat es auch ge­hört. Kurz nicken wir einander zu, ich flitze los und berichte dem Chef d'équipe, dieser fragt die Ver­an­stal­ter. Von da an kommt re­gel­mä­ßig jemand mit dem ak­tu­ali­sier­ten Stic vorbei, denn die Leinwand für die Teil­neh­mer ist gefühlte 50 Meter weit weg.

Zweite Sache: W-Lan. Wir bekommen einen Zugang, bei mir klappt's nicht sofort, dann aber.

Über den Rest darf ich nicht sprechen.

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Foto: C.E.

Montag, 14. November 2016

1. Arbeitsplatz der Woche: Kulturradio

Zufällig oder geplant, sind Sie hier auf Seiten eines digitalen Tagebuchs aus der Ar­beits­welt gelandet. Ich bin Dolmetscherin für die französische Sprache (und aus dem Eng­li­schen) und berichte aus dem Alltag.

Viertel vor zehn findet der Test für die Live­schal­te statt, le duxplex. Kurz nach zehn geht es los. Ich spreche einen von mir ins Französische übersetzten Text ein, die Tonregie sitzt in Paris und lässt mich wie­der­ho­len, anders betonen und ant­wor­tet auf meine Frage, wie ich den Namen Clau­dia aussprechen soll, französisch oder deutsch mit:

"Bitte die deutsche Aussprache, wir hören ja ohnehin bei dir fast keinen deutschen Ak­zent ..." Es geht um die Ereignisse in der Sil­ves­ter­nacht in Köln. Die Übersetzung illustriert ein Interview mit Alice Schwarzer ("Emma").

Wir haben exakt 60 Minuten Zeit. Nach einer knappen halben Stunde sind wir fertig, obwohl ich mich für mein Gefühl viel zu oft versprochen habe. Ich darf den Anfang des Texts nochmal lesen, damit stimmlich alles aus einem Guss ist, damit der Beginn, bei dem ich den gewünschten Tonfall vielleicht noch nicht vollständig getroffen hatte, zum Rest passt.

Bei meinem "Einsprechen" in der War­te­zeit war mir übrigens sofort wieder ein­ge­fal­len, wie ich raschelfrei die Blät­ter weg­le­gen kann: Mit Eselsohren. Ich falte rasch diese kleinen Griffs­flä­chen und übe. Es klappt!

Dann fällt mir der Blog ein und ich knips' schnell was.
Als es losgeht, höre ich mich im Echo und die Franzosen sind übersteuert. Aber die Profis auf beiden Seiten haben das schnell im Griff. Sprechen macht mir Spaß. Das könnte ein Spielbein für die Zukunft werden. Aber mehr Routine brauche ich hier. Mal schauen, wie ich dazu komme.

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Danke, Gilles, fürs Korrekturlesen!
Fotos: C.E.

Sonntag, 13. November 2016

Bausachen

Guten Tag oder guten Abend! Hier bloggt eine Berliner Spracharbeiterin. Zeit für ein Sonn­tagsfoto.

Ganz knapp außerhalb des S-Bahn-Rings
Spaziergang im Bezirk Prenzlauer Berg. Die Sonne scheint, es ist kalt, und mit der Wahl des passenden Ausschnitts lassen sich auch 27 Jahre nach Mauerfall rotten east Berlin-Bilder schießen, hier der Zaun an einer S-Bahn-Schneise.

In Berlin werden solche öffentlichen "Mö­bel" ähnlich wie Papierkörbe und Park­bän­ke regelmäßig vernachlässigt, was extrem idiotisch ist, weil der Nach­kauf­preis am Ende höher liegt als die ständige Pflege. Ich versteh's nicht.

Und schon fängt der Kopf wieder an zu rö­deln in Sachen Bauvokabular, das für mich bald wieder aktuell werden wird.

Der Karlsruher Kollegin Giselle Chaumien sei Dank habe ich jetzt eine wunderbare neue Lexik in Sachen Bauen, sie sandte einen Link mit Materialien: Rheinland Pfalz / Landesprojekte / Grenzüberschreitendes Wohnen; die Wörterbücher stammen vom Deutsch-französischen Institut für das Bauwesen.

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Foto: C.E.

Mittwoch, 9. November 2016

Mauerbauer

Bon­jour, hello, guten Tag! Hier schreibt ei­ne Fran­zö­sisch­dol­met­sche­rin und -über­set­ze­rin Randnotizen aus dem sprachbetonten Alltag auf. Ich übersetze auch aus dem Englischen. Mein Morgenenglisch (BBC 4 vor dem Aufstehen) war heute nicht so erbaulich.

Aufgewacht bei Morgengrauen. Mit Morgengrauen.

Schales Gefühl: 1989 haben wir uns auch schon gefragt, warum immer dieser Tag? Am 9.11.16 ist also in den USA ausgezählt, ein Mauerbauer wird die nächsten vier Jahre dieses Land regieren. Seine Reden, sein Brüllen, die Hasstiraden gegen Frau­en, Moslems und Schwache, sein Vereinfachen, Verdrehen (Leugnen der men­schen­ge­mach­ten Klimafolgen) und Hetzen hat immer wieder an ganz andere Redner er­in­nert. Was Hass und ein Sich-Hinwegsetzen über Men­schen­rechte anrichten, sehen wir in der Türkei, in Ungarn, in Polen, jedes Land auf sei­ne Weise.

Populismen versus angeschlagene Demokratie, "gefühlte" Post­fak­tis­men vs. Fakten, Antiintellektualismus vs. Aufklärung, ein Maulheld des frau­en­ver­ach­ten­den Trash-Fern­se­hens vs. die (von Lobbyisten und Finanzindustrie an­ge­schla­ge­ne) Bedeutung des Amts ... und das Rad der Ge­schich­te fröhlich zu­rück­ge­dreht (drohende Le­ga­li­sie­rung von Folter in den USA und der Todesstrafe in der Türkei usw.), das sind al­les keine gute Perspektiven für die USA und den Rest der Welt.

Die so oft beklagte Trägheit des Beamtenapparats und der Institutionen erweist sich hier paradoxerweise als Hoffnungsschimmer. 

In Berlin-Kreuzberg
Zweiter Lichtstreif: Angesichts der Abgründe, die in ge­wis­sen Wahl­k(r)amp­freden zu hören waren, wird hoffentlich Europa enger zu­sam­men­rücken, viel­leicht doch den Auftrag seiner Bürger ernster nehmen und nicht mehr in erster Linie eine Politik für die Großen (Industrie, Handel, Ag­rar­in­dus­trie) ma­chen.


Und ich denke jetzt an die Dolmetscherinnen und Dolmetscher, die die Reden des Neugewählten übertragen müssen. Er hat oft Sprachniveau und -duktus eines trot­zen­den Kleinkinds. Das wäre für mich ein komplett neues Wortfeld (hab das alles schon wieder vergessen).

Former german president Richard von Weizsäcker said in 1985: Don't believe we became better people. We just know now what the human kind is capable of and we have the duty to prevent this continual threat which exists in each of us, in every country, by making the remembering of the past the guideline of our po­li­tics. We should all make more room to history in medias, politics, houses and schools. We should.

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Merci à Géraldine Schwarz für die eng-
lische Fassung des Weizsäcker-Zitats.

Freitag, 4. November 2016

Auf dem Schreibtisch XXXVII

Bonjour, bienvenue, welcome und guten Tag! Hier bloggt eine Sprach­ar­beiterin. Den Alltag von Kon­fe­renz­dol­metschern und Über­setzern bekommen Sie hier aus erster Hand mit. Meine Hauptarbeitssprache ist Französisch. Wir stecken noch immer in der Saison ...

Sekretär, Rechner, Kalender, Bücher, Wörterbuch, Vokabelkarten im Carton
Vokalbellern- und Planungstisch
... und auf dem Schreibtisch liegen zur Bearbeitung oder für den Kos­ten­vor­an­schlag/die Mittelfristplanung:

⊗ Aktuelle Politik (semper idem)
⊗ Übersetzung von Legenden zu einer Fotoausstellung (Umweltthema)
⊗ Zukunft der EU
⊗ Krisenherde Afrikas
⊗ Migration, Flucht, Kirchenasyl
⊗ Arbeitsrecht in F, D und anderen Län­dern der EU
⊗ Klimawandel und klimaneutraler Umbau der Wirtschaft
⊗ Musik in der deutschen Nachkriegszeit
⊗ Burka und Co. als Migrationsthema
⊗ Heizung in einer Lehmwand

Diese Themen beschäftigen mich als Übersetzerin und Dolmetscherin in Berlin, Paris und auch in Brüssel im Rahmen von Tagungen mit Betroffenen, Ex­per­ten­fo­ren, einer Ausstellung, einer Baustelle, einer Buchübersetzung, einer Au­to­ren­le­sung und fürs Radio. (So viel Vielfalt war lange nicht.)

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Foto: C.E. (Archiv)

Mittwoch, 2. November 2016

POV XII: Widerstand und Kunst in Afrika (I)

Ob ge­plant oder zu­fäl­lig, Sie lesen hier auf den Sei­ten einer Sprach­ar­bei­ter­in. Was Dol­met­scher für Fran­zö­sisch (und Über­setzer) so machen, darüber schreibe ich hier seit mehr als neun Jahren, derzeit wieder aus Berlin. Weiter geht's mit der Reihe POV, Point of view. Das ist der nur knapp kommentierte sub­jek­ti­ve Blick aus der Spracharbeit und dem, was damit zusammenhängt.

Publikum von hinten, Leinwand und Laptop mit Film
Blick aus der Kabine
Wir dolmetschen mal wieder eine Af­ri­ka­kon­fe­renz. Es geht um die Situation in vie­len Ländern aus der Gegend der Großen Seen. Live-Dolmetschen von Film­aus­schnit­ten ... im Voraus vorbereitet ... Der Trick für die Kabine: Die Ver­sion auf mei­nem Lap­top hat ein wenig Vorlauf ge­gen­über der Version von der Lein­wand, um den Zeit­ver­zug bei der "Live-Syn­chro­ni­sie­rung" zu minimieren.

Une fois de plus, nous sommes en cabine pour une conférence sur l'Afrique. On parle de la situation de bon nombre de pays de la région des Grands Lacs. Trans­fert lin­guis­tique « en direct » d'extraits de films préparés à l'avance ...!  

L'astuce pour la cabine : J'avance un peu sur l'ordi pour avoir moins de décalage par rapport à la version sur grand écran. C'est de la « synchronisation live ».

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Foto: C.E.