Sonntag, 2. September 2012

einfach

Hallo! Hier bloggt eine Übersetzerin und Dolmetscherin (für die französische Sprache) über besondere Wörter, Episoden und diverse Alltagsmomente im Leben von Spracharbeitern.

Manche Freuden sind sehr einfach und machen die Tage besonders kostbar. Heute konnten wir wieder die Natur genießen, schöne Gespräche mit Freunden führen, in der Sonne sitzen und lesen. Damit könnte mein Beitrag schon enden. Aber Sonntags veröffentliche ich hier ja gerne meine Sonntagsbilder ...

Heute vor einem Jahr habe ich auf der IFA gedolmetscht, das war, was Messen immer sind, extrem anstrengend. Statt Job- gab's heute Privatleben, statt high tech war low tech angesagt: Am Morgen habe ich fünf Bücher über Gruppendynamik und gewaltfreie Kommunikation für meine Seminararbeit geschenkt bekommen, und zwar über freecycle, mittags ein Kleid und einen Hut über eben dieses Netzwerk verschenkt, über das wie innerhalb einer Familie oder Dorfgemeinschaft Dinge weitergegeben werden können. (Was weiter soll, wird regional ausgeschrieben, die Betreffenden verabreden sich direkt, die Sache ist einfach und praktisch.)

Dann folgten Kulturgenuss und Freundesbesuch, am Ende war ich noch auf dem Flowmarkt, der seit dem letzten Jahr 14-tägig am Maybachufer stattfindet. Hier fand ich manches Schild ziemlich witzig oder ... sagen wir mal originell.
Links: Die Leute beachteten den Stand durchaus stärker als ohne Comic-Werbung.
Der Besitzer des "blauen Koffers" wunderte sich: "Alle wollen ihn die ganze Zeit fotografieren, aber niemand will ihn kaufen." Ich äußerte vorsichtig, woran es liegen könne, also dass ICH da eine andere Farbe sehen würde ... Er: "Ja, dann sehen Sie offenbar die Farben falsch!" Hm, dann wird's wohl am Preis gelegen haben ...

Keine Preisprobleme hatte ich auf dem Nachhauseweg. Für insgesamt 22 Euro ging ich deutlich reicher weiter: Dafür bekam ich eine kleine Milchglaskugel für über dem Badezimmerschränkchen, die alte zerbrach beim Wechsel der Birne, eine Kaffeemühle, ein Stempelkarussell und eine Vase im Stil von Glasvasen, wie ich schon zwei habe.

Ich stelle zu Hause gerne ähnliche Dinge zusammen, auch die Kaffeemühle ist eine Doppelung. Die neue gibt's für kaffeetrinkenden Besuch, denn mit der ersten Mühle (aus der Erbmasse meines Urgroßvaters) schrote ich Grünkern, Einkorn, Kamut und weitere Getreidesorten aus vergangenen Zeiten zum Backen ... lecker!

Ebenso mundete der Salat mit Wildkräutern aus dem Brandenburgischen: regional, ökologisch und gesund. Naja, das Stempelkarussell vom Flohmarkt wäre nicht nötig gewesen, das neumodische tut's ja ganz gut für meine zwei, bald drei Stempel. Aber dieses alte Objekt passt wiederum hervorragend zu den Büroobjekten aus dem Kontor meiner Ahnen, die ich neben neuester Bürotechnik verwende, und für einen Euro konnte ich es nicht stehenlassen. Das neumodische Teil darf bald mit freecycle weiterwandern.

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Fotos: C. E.

Kommentare:

S. hat gesagt…

The best things in life aren't things.
S.

caro_berlin hat gesagt…

Absolument d'accord !