Mittwoch, 30. November 2011

Messer im Rücken

Willkommen auf den Logbuchseiten einer Französischdolmetscherin und -über­set­zer­in. Hier berichte ich aus Berlin, Paris, Cannes, Marseille, München, Hamburg oder Leipzig unter Wahrung dienstlicher Geheimnisse. Meine gewählte Perspektive: entweder aus dem Inneren der Dolmetschkabine oder direkt vom Schreibtisch. Dieses Blog gibt mir die Möglichkeit, auch über die Probleme nachzudenken, die im Alltag auftreten können.

Vor einigen Monaten erlebte ich meinen absoluten Horroreinsatz als Dolmetscherin. Inhaltlich lief alles gut, ich war vorbereitet, die zu Verdolmetschenden waren freundlich und klug und interessant, alles prima von dieser Seite her.

Die andere Seite war die Unterbringung: Das Hotel eine Baustelle und mein Zimmer in direkter akustischer Verbindung zu einem Ort, wo bis |spät in der Nacht| morgens früh noch was los war. Die Veranstalter waren nicht willens oder dazu in der Lage, mir ein Ersatzquartier zu besorgen. Was die Sache für mich noch schlimmer gemacht hat, ist, dass wir schon mehrfach sehr gut zusammengearbeitet hatten. Ich bin Teil des Teams, auf deutscher Seite für die Inhalte mitverantwortlich (was aus meinen Jahren an der Uni herrührt). Ich fühle mich in diesen Arbeitszusammenhängen und auch in der fernen Stadt zu Hause.

Dem stand eine totale Übermüdung gegenüber, die meine Gesundheit gefährdete. Nachts das Feiervolk, selbst, wenn es nach meinen Beschwerden um ruhigere Stimmung bemüht war; ab morgens um acht Presslufthammer, Bohrmaschinen und was derlei Arges mehr ist. Ruhe während meiner Mittagspause: Unbekannt. Nur am Sonntag war es still genug fürs Ausschlafen.

Dolmetschen bedeutet intensive nervliche Anspannung. Ich spitzte an diesem fernen Ort täglich die Ohren, um meine Schäfchen (über den Baulärm hinweg) verstehen zu können, denn ich war mit einer Flüsteranlage unterwegs, bekam also ihren Ton nicht auf einen Kopfhörer gespielt, arbeitete ohne Techniker und zweite Kollegin. Das anwesende Team unterstützte mich nicht in meinen Versuchen, an meiner Übermüdung grundsätzlich etwas zu ändern. Ich hatte sogar den Eindruck, man fiel mir in den Rücken, wiegelte ab, es sei doch alles nicht so schlimm.

Ich aß kaum noch mit Appetit, merkte, wie ich "auf Reservetank" fuhr, biss die Zähne aufeinander, anstatt das in einer solchen Situation einzig Richtige zu machen: Frist setzen und abreisen, wenn sich nichts ändern sollte. Beim Überqueren jeder Straße war ich übervorsichtig. Ich weiß, dass sich Schlafmangel auf das Gehirn wie Alkoholexzesse auswirkt. Ich weiß, dass der Stressjob Dolmetschen allein schon ausreicht, meinen Erholungsbedarf um die Hälfte des Normalen zu erhöhen. Freizeit gab es nicht mehr, denn meine einzige Sorge galt dem Bedürfnis, noch eine Mütze Schlaf zu bekommen.

Sichtbarer Angriff auf die Gesundheit einer Person
Die Manöverkritik am Ende der Veranstaltung fiel mager aus. Hart von meiner Seite, was ich sagte, ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig; watteweich von der anderen Seite, und das auch noch in einer Weise, dass ich das Gefühl hatte, das Messer würde ein weiteres Mal in der Wunde rumgedreht werden.

Alle taten so, als sei meine von außen provozierte Insomnia das Normalste der Welt gewesen, als würde ich übertreiben. Niemand schien den Zustand wirklich ernst zu nehmen, indem ich mich nach mehreren Tagen (und Nächten) befand.

Das Messer ist das Stichwort. Ich muss jetzt vor Ende des Jahres ein weiteres Schreiben an "mein Team" aufsetzen, denn ihr inadäquates (Nicht-)Reagieren war, wie ich hoffe, schiere Unbedarftheit. Die Bedrohung, die für mich und meine Gesundheit von diesem ungastlich lauten Haus ausging, war für die anderen unsichtbar, weil sie mit ihren eigenen Programmpunkten über die Maßen beschäftigt waren.

Hätte sich aber jemand von hinten an mich herangeschlichen und mich, während ich für alle dolmetsche, mit einem Messer bedroht, wäre der Angriff für alle offensichtlich gewesen. Über eine Woche lang am Schlafen gehindert zu werden ist (nicht nur) für eine Dolmetscherin eine Gefährdung, die einem Messerangriff gleichkommt.

Dieser Text gehört eigentlich nicht hierher. Dieser Text gehört doch hierher. Als Dolmetscherin muss ich mich selbst auch in Extremsituationen zu schützen lernen, wenn ich mit allen Fasern meines Leibes auf die Arbeit konzentriert bin. Und ich muss mich im Konfliktmanagement üben. Ich erlebe jetzt das Nachspiel eines bösen Spiels, das hoffentlich nicht aufgrund stillschweigender Duldung oder Gleichgültigkeit möglich war.

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Illustration: C.E.

Dienstag, 29. November 2011

Baumscheibe

Willkommen auf der Seite einer Französischdolmetscherin und -übersetzerin aus Berlin. Hier können Sie Einblicke nehmen in unseren Alltag. Dieses Arbeitsjournal ist aber auch der Ort, an dem ich nach anstrengenden Einsätzen über das Material unserer Arbeit nachdenke, die Sprache.

Bei dieser Pariser "Baumscheibe" fehlt ein Viertel
In meinen Pariser Jahren lernte ich das deutsche Wort "Baumscheibe". Es hat mir sofort eingeleuchtet. Dann zog ich nach Berlin und hörte es wieder. Ich stutzte: Moment mal, in Berlin gibt's diese Metalldinger, die zu­sam­men­ge­setzt eine Scheibe darstellen, doch gar nicht ...?
Bis ich begriff, dass mit "Baumscheibe" das Erdreich rund um den Baumstamm gemeint war, vergingen einige Jahre.

Auf Französisch  klingt die Sache weniger technisch. Le tour de tronc und la sur­face autour du tronc bezeichnen das Baumstammumfeld bzw. die Fläche, in der der Baumstamm steht.

Nachtrag (Mai 2014): Mit dem sich immer stärker auch in Paris ausbreitenden Kon­zept des urban gardening kam in Paris der Begriff le pied d'arbre jardiné für "be­pflanz­te Baumscheibe" stärker in Gebrauch.

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Foto: C.E.

Montag, 28. November 2011

Leben wie Gott in Frankreich

Da dachte ich naiverweise, ich hätte mal eben so bei Dehillerin drei Küchenmesser gekauft, die nur in Form und Größe leicht voneinander abweichen, und als ich auf die Rechnung schaue, habe ich drei unterschiedliche Messer erworben: Ein Apfelmesser, ein Officemesser (oder "Kochmesser": am Heft breite Klinge, die spitz zuläuft; Klingenlänge mindestens 12 cm) und ein Austernmesser.

Unterschiedliche Werkzeuge für unterschiedliches Material also. Mich erinnert das Ganze an die vielen verschiedenen Begriffe für fleischgebende Partien der Schlachttierkörper, die in Frankreich üblich sind. Als Dolmetscherin bei Arbeitsessen hab ich immer meine liebe Mühe, wenn ich die Speisekarte übersetzen soll, denn ich mag keine toten Zwei- oder Vierbeiner.

Vu chez / gesehen bei www.boitearecettes.com
In einem aber lebe ich eingefleischte Vegetarierin auf der anderen Seite des Rheins wie Gott in Frankreich: Bei Käse und Gemüse. Auswahl und Frische sind dort meistens unvergeichlich gut. Um's geradeheraus zu sagen: Ja, das finde ich in Frankreich besser, da bin ich einfach nur Partei.

Und jetzt hab ich sogar ein Messer für Austern. Wie gut, dass ich seit meiner Zeit bei den Cahiers du Cinéma Fisch esse. Aber das ist eine andere Geschichte.

Sonntag, 27. November 2011

Rund

Den heutigen Beitrag muss ich am Ende nicht rund machen, er ist es schon. Nach anstrengenden Tagen erhole ich mich beim Fotografieren, regelmäßige Leser dieses Blogs wissen das. Daher zeige ich am letzten (oder ersten) Tag der Woche seit einiger Zeit meine Sonntagsbilder. Unlängst war ich, die Augen noch von den Scheinwerfern geblendet, mit einem Kameramann in einem Küchenbedarfsladen. Erst nachher habe ich gesehen, dass ich an diesem Tag ein Thema verfolgt habe.


Hier sind meine Lieblingsküchenbedarfsläden, die auch sehr gern von Kochprofis aufgesucht werden: E. Dehillerin, 18 & 200, rue Coquillière, 75001 Paris sowie Coledampf's & Companies, Prinzenstraße 85d, 10969 Berlin.

Die Zubereitung von Mahlzeiten ist ähnlich wie Fotografieren eine gute Methode, um Stress abzustreifen.

Außerdem kann ich Speisen ähnlich schön arrangieren wie Bilder.

Und jetzt kehre ich mit einem Bogen doch noch zum Ausgangspunkt zurück (boucler la boucle): Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung wechseln können.


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Fotos: C.E.

Samstag, 26. November 2011

Was machen Dolmetscher eigentlich?

Einfach genial, wie das dieser Kollege aus der Schweiz erklärt:



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Film: via YouTube

Freitag, 25. November 2011

Hybrid

Ein kurzer Terminus und fünf Parallelbegriffe in Klammern: Das ist typisch für neue Technologien, für deren Benennung sich die Fachwelt noch nicht auf einen zentralen Begriff einigen konnte. Oft stehen in Arbeitsdokumenten die entsprechenden Bezeichnungen aus anderen Sprachen dahinter ... Hier geht es um "Fernsehen", das die Zuschauer auf klassische Weise, via Internet, aber auch mit anderen Netzen (z.B. über manche Stromnetze) empfangen können, um zum Beispiel Kinofilme oder Sportprogramme zu sehen oder fürs Speichern herunterzuladen.
"Wir beobachten die Zunahme spezifischer Webportale, die dem Hybrid-Fernsehen (Connected TV oder Smart TV oder Hybrid Broadcast Broadband – HbbTV ) gewidmet sind."
Die Franzosen nennen das Ganze télévision connectée, was in etwa (multimodal) 'verknüpftes Fernsehen' bedeutet ... und in der französischen Vorlage steht an dieser Stelle ausnahmsweise mal kein englischer Begriff in Klammern dahinter.

Für Übersetzer bedeuten solche Themen grundsätzlich: Lange Netzrecherchen, um dann die wichtigsten Termini herauszufiltern, denn es sind nicht immer die gleichen englischen Begriffe, die den französischen und deutschen Sprechern so gefallen. Mal sehen, was sich am Ende wann und wo durchsetzt.

Donnerstag, 24. November 2011

Ausfall

Willkommen auf den Logbuchseiten aus der Dolmetscherkabine für die französische Sprache. Sie befinden sich in Berlin und teilen gerade mit uns eine knapp zwei Quadratmeter kleine, schallisolierte Kabine. Oder aber wir sitzen am Schreibtisch und pauken. Manchmal müssen wir böse Briefe schreiben wie diesen da: Blick auf den Schreibtisch.

Sehr geehrter Herr Soundso,

wir Konferenzdolmetscher beginnen früh mit der Einarbeitung in die Themen und Fachgebiete, zu denen wir tätig werden.
Teil der Terminplanung ist zudem, Doppelbuchungen zu vermeiden: Wenn ich an einem bestimmten Datum gebucht bin, sage ich natürlich andere Anfragen für den gleichen Tag ab.

Nun sandten Sie uns 48 Stunden vor dem Termin eine Stornierung. Bitte verstehen Sie, dass wir bei derart kurzfristigen Absagen ein Ausfallhonorar berechnen müssen. Ebenso verhält es sich mit den entstandenen Reisekosten. Die Bahn zahlt bis auf ein sogenanntes Erstattungsentgelt von 15,- Euro alles zurück; bei der Umbuchung des Rückflugs, den wir auf Ihren Wunsch zur Fortsetzung der Gespräche in Berlin reservierten, fallen leider höhere Gebühren an. Die Summe der uns entstandenen Kosten müssen wir Ihnen ebenfalls in Rechnung stellen.

Sollten wir heute oder morgen doch noch kurzfristig zum von Ihnen reservierten Tag für einen in der Vorbereitung nicht aufwändigen Einsatz gebucht werden, ziehen wir selbstredend die erhaltene Vergütung vom Ausfallhonorar ab.

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Bild: C.E. (Archiv)

Mittwoch, 23. November 2011

Wieder mal: Schlafprobleme

Die schlimmsten Schlafprobleme ever hatte ich vor zwei Jahren, als die Brüder Dardenne in Berlin waren. Ich saß in der dffb zwischen ihnen und hatte unterschätzt, was für Stilisten, Ironiker und Anekdotenliebhaber zum Quadrat diese Jungs sind. Kurz: Während der eine sprach, hörte der andere zu, und während ich dolmetschte, hatte der andere Zeit, sich Worte zurechtzulegen, die über das eben Gesagte weit hinausreichten in Brillanz, Prägnanz und Extravaganz. Anschließend sprach der zweite Bruder, ich scribbelte mit, dann sprach ich, während der erste sich wieder hübsche Dinge überlegen konnte. Kurz: Mir glühte rasch das Hürn und die berühmte Überhitzung dösselben dröhte. (|Oder so| Öder sö.)

Ich hab den Vorgang hier nie wirklich groß besprochen, weil die Filmakademie nicht so viel Geld hatte, zwei von uns mit auf die Bühne zu setzen, wo man sich doch hätte leicht denken können, dass zwei Brüder auch zweifach guten Input liefern. Kurz: Ich schaltete auf Autopilot und schaute nicht mehr auf die Uhr (*räusper*, das hab ich nie gesagt und nie geschrieben, also unsereiner dolmetscht am Stück ja nie länger als vierzig Minuten, dann kommt die Ablösung). Im Ernst: Bei Themen, in denen ich zuhause bin, hole ich meine Vokabeln von der Festplatte, im normalen Dolmetscheinsatz liefert sie der Arbeitsspeicher, das ist ungleich anstrengender. Aber der Gesundheit förderlich war das Unterfangen gewiss nicht. (Neulich schrieb sogar ein Kollege was von "bleibenden Schäden im Gehirn", konnte aber leider keine Quellen nennen.)

Eigentlich war die Veranstaltung anders geplant. Zwischen den Gesprächsblöcken sollten Filmausschnitte laufen, das wären meine Pausen gewesen. Nun verhielt es sich so, dass die Studis hochbegeistert von den Filmen waren und keine Ausschnitte sehen wollten, sondern sich jeden Morgen vor Seminarbeginn die Filme in Gänze zu Gemüte führten. Nur so kam es zu diesem Gesprächsmarathon. 

Bevor ich zuallerst und die lieben Kollegen dann auch vor Empörung eine Schnappatmung kriegen: Das war nun wirklich das Letzte, ähh, das letzte Mal, das ich sooo lange und solo gedolmetscht habe, denn abends war mein Adrenalinspiegel von der Dauerkonzentration derart hoch, dass ich selten vor vier Uhr morgens in den wohlverdienten Schlaf fand. Und das Seminar dauerte vier Tage plus einen Abend im Kino Arsenal, wo die Redakteure der Filmzeitschrift Revolver die Fragen stellten (das Heft, das dies dokumentiert, ist inzwischen auch schon im Handel, hier: klick).

Adrenalin ist nach einem solchen Dauerdings das eine, die Kopfgespräche das andere. Sie sind dann schreiend laut, brüllen die Müdigkeit nieder, stören die Ruhe der Nacht, fordern die ganze Aufmerksamkeit, haben ihr eigenes Echo, bringen die Beine zum Zappeln, als wollten diese gleich losrennen. Nun ist das Grundrauschen der Welt manchmal schon so laut, dass es mit dem Schlafen nicht einfach ist, aber in diesen Tagen konnte selbst das nicht das nächtliche Geschwätz des Hirns übertönen.

Anschließend habe ich zehn Tage lang nach Worten gesucht. Mein Umfeld kann ein Lied davon singen.

Ach so, inhaltlich war das Seminar natürlich super und umwerfend und auch ich hab seeeehr viel dabei gelernt. Nun, liebe Unis und Kunsthochschulen: Bitte plant wieder so schöne Blockseminare, Ihr dürft mich gern wieder anfragen. Aber plant bitte auch noch eine Ablösung mit ein. Ich weiß, das ist teurer, aber meine Gesundheit ist noch viel teurer.

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Fotos: Hallo, dffb-Studis, wo bleiben die
versprochenen Bilder??

Dienstag, 22. November 2011

Aaanschwunk!

Neulich im Drehbuch, dessen Übersetzung ich Korrektur lese: Eine Szene mit zwei alleinerziehenden Eltern auf dem Spielplatz, er und sie lernen sich über volle Windelhöschen, Trinkfläschchen und Teddybärchen hinweg kennen und lieben.

Eines ihrer Kinder ruft dabei regelmäßig: "Schubse mich an!" Das angerufene Elternteil steht auf und schubst das Kind an. Später im Buch steht "Schubst du mich bitte an?" Ich kenne nur wenig sehr kleine Kinder, die so sprechen. Ich schlage etwas anderes vor: "Aaanschwunk!"

In Rücksprache mit der deutschen Produktion und dem französischsprachigen Drehbuchautor nehmen wir dieses deutsche Wort, das in keinem Wörterbuch steht, allenfalls mit -g am Ende, wie der Schwung, aber die Spielplatzminis, die wir uns zur Kontrolle anhören gehen, sagen wirklich Anschwunk mit "k" am Ende.

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Foto: C.E.

Montag, 21. November 2011

Pferdewechsel im Galopp

"Wir sind ja in London", sagt Kerstin im Scherz, weil mitten in Berlin eine öffentliche Diskussion auf Englisch geführt werden soll. Für französischsprachige Gesprächsteilnehmer, die Englisch nicht verstehen, wird es eine Verdolmetschung ins Französische geben. Fürs Publikum der Afrikamera-Diskussion ist noch ein Bonbon vorgesehen: Aus dem Französischen wird ins Deutsche übertragen (und Fragen aus dem Publikum zur Not auch mal zurück). Wir sind zu dritt an zwei Orten des Vorführraums untergebracht, die Deutsch-Französisch-Nichtkabine zeigte ich gestern bereits, im schmalen Einsprecherkabuff sitzen wir zu zweit.

Bei den ganzen Kombinationen kommt Deutsch-Englisch also gar nicht vor. Es wurde verabredet, dass die Eröffnung und die Danksagungen auch auf Englisch erfolgen sollen. Nach dem Techniktest atmen wir kurz draußen durch, dann geht's an die Arbeit.

In Filmdingen dolmetsche ich durchaus aus dem Englischen ins Französische, denn Englisch ist meine C-Sprache, aber nie ins Englische. Dafür sitzt ja Lina neben mir, die erst seit einigen Jahren in Deutschland lebt. Dann geht's los. Und wie ...! Willkommensgrüße und Danksagungen ... aber auf Deutsch! Lina schaut mich fragend an, ich lege los — auf Englisch. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Wir hatten die Möglichkeit, bei Deutsch-Englisch über Relais zu gehen (also über Kerstin, die neben dem Vorführgerät ja aus dem Deutschen ins Französische dolmetscht) im Vorfeld nicht schaltmäßig durchdacht, und da unsere ganze Spontaneität beim Dolmetschen ins Sprachliche geht, ist nicht geprobtes Schalten ad hoc als Routine nicht vorhanden.

Kurz darauf steht Reinhard hinter mir, der Mann von der Dolmetschtechnik. Hab ich richtig geschaltet? Ja doch, ich bin auf dem Englischkanal und mein Mikro ist auch an. Aber Reinhard hört nichts mit seinem Kontrollkopfhörer, und dann hört der Saal auch nichts. Er nestelt am Dolmetschpult rum (la console d'interprète), ruckelt an Kabeln, schaltet hin und her. Ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen, falte mich so gut es geht zusammen und dolmetsche dabei weiter ins Englische, als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Auf den Triumph folgt die Relativierung: Es war wirklich keine Großtat, denn Begrüßungen und Danksagungen sind in der Regel nicht wirklich kompliziert, ich habe derlei schon oft (auch auf Englisch) gehört.

Reinhard steckt etwas um, offenbar ist meine Seite des Pults kaputt. Er holt ein Ersatzpult, denn gleich wird ein Film gezeigt. Ein Viertelstündchen ist dieser kurz, lang genug fürs Auswechseln der Pulte.
Nur manches Kabel ist eingeklemmt. Entspannt ist es für uns Dolmetscherinnen trotzdem nicht, denn wir fiebern mit der Technik mit.

Der Rest lief wie am Schnürchen, die Diskussion war spannend und lebendig. Nachher beglückwünschten wir uns selbst: Schwein gehabt, dass wir die Möglichkeit Deutsch-Englisch über Relais nicht im Vorfeld erwogen hatten, zum Glück bin ich spontan eingesprungen, sonst wäre die Technikpanne erst bei der Veranstaltung selbst aufgefallen und nicht beim hübschen Vorabgeplänkel. Echtes Glück im Unglück.

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Fotos: C.E.

Sonntag, 20. November 2011

Vorführkabine

Wer sich als Dolmetscher auf Film spezialisiert, darf oft an ungewöhnlichen Orten dolmetschen. Letzten Samstag saß Kerstin im Kino Arsenal zwischen den Projektoren in der Vorführkabine, während Lina und ich die kleine Einsprechkabine zur Englisch-Französisch-Kabine umwidmeten. Die Vorführkabine heißt auch Bildwerferraum, nur ist der Begriff ebenso plastisch wie veraltet.


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Foto: C.E.

Samstag, 19. November 2011

Filmlink

Im April dolmetschte ich nicht nur ein Seminar über Europa, nationale Vorurteile und (indirekt) Filmherstellung, ich gab in dem Werkchen, das dort entstand, auch die Dolmetscherin. Hier entlang (ab 12'21''):


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Film aus Strasbourg, Association Répliques.

Freitag, 18. November 2011

Katzen und Hunde

Freitagmorgen, neben mir ein Schnupfen- und Hustenkind, der weltbeste Patensohn; wir liegen im Bett und drehen uns genüsslich nochmal um. Der Husten hat uns einige Stunden Nachtschlaf gekostet, der junge Mann ist fieberfrei, aber gesund wird er jetzt doch besser zu Hause. Und er arbeitet in solchen Situationen über Stunden an seinen Schulaufgaben oder liest, das klappt prima mit den gemeinsamen Arbeitsvormittagen, wir hatten derlei schon öfter.

Leise klopft der Regen aufs Fensterbrett. Irgendwo ist an der Regenrinne was kaputt, denn draußen nieselt es eigentlich nur.
Wir spielen mit Sprache. Draußen une pluie fine, Nieselregen, mehr wäre die pluie forte, "es gießt" oder "es schüttet aus Eimern" (il pleut à seaux oder des cordes, also regnet es keine Bindfäden, sondern dicke Stricke).
Auf Englisch heißt es it's raining cats and dogs, Frühenglisch sei Dank, kennt le jeune homme bereits das englische Wort für "Katze", das Bild erfreut ihn. Die Sprachen gehen hin und her. Auch so kann bedtime teaching aussehen.

Und ich muss schmunzeln, denn ich muss an Mister und Mrs. Clark denken, an den Simultandolmetscher, der schon beim Aufwachen losdolmetscht und den eigenen Morgengruß an die werte Gattin konsekutiv bringt.

Gleich arbeiten wir aber richtig. Ich liebe es, meinen Bildungsoptimismus weiterzugeben, denn mit Wissen ist es wie mit Glück: Es vermehrt sich, wenn man es teilt.

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Foto: C.E.

Donnerstag, 17. November 2011

Worte sammeln und Tee trinken

Berufsalltag will gut organisiert sein, vor allem bei uns Freiberuflern. Die spannenden Dolmetschjobs der letzten zehn Tage gingen leider an Studis, die sich nicht wie wir mit der bei Dolmetschern üblichen Diskretion an die Mailvorgaben der Ausschreibung hielten, sondern die direkt den obersten Verantwortlichen einer Veranstaltung anriefen und bestürmten, sowie an einen alten Hasen mit, räusper, Vergangenheit und sicherem Rentenbezug. Was lehrt uns das? Dreister sein?

Nein. Ich kann nicht verstehen, warum sich unerfahrener Dolmetschnachwuchs um schwere Aufträge reißt (das war einer). Ich erinnere mich mit Grausen an den jungen Mann, der einst heulend einen komplizierten Auftrag schmiss und dann Jahre brauchte, um sich vom Schock zu erholen. Und die Rentnernummer? |Abwarten| Vokabeln sammeln und Tee trinken.

Ich genieße die Ruhe vor und nach dem Sturm (anderer Jobs) und arbeite Wortfelder auf. Dazu gehe ich gern, wenn ich den weltbesten Patensohn in die Schule gebracht habe, in ein Café mit W-Lan und großer Auswahl an Printmedien.

Hier sitze ich nicht allein. Am Tisch neben mir entsteht die Presseschau für eine bekannte französische Tageszeitung. Der Journalist erkennt mich, meint schmunzelnd, dass der Korrespondent, der für die Konkurrenz schreibe, ein Bistrot weiter säße. Der Mann sammelt Infos, ich sammle Vokabeln, zwischendurch loben wir gemeinsam das Viertel.

Nein, es ist nicht mein nördliches Neukölln, in dem ich heute bin, sondern eine andere, beliebte Gegend der deutschen Hauptstadt. In meinem Kinderkrimi habe ich diesen Kiez, den ich, weil mein Patensohn hier schon lange wohnt, als zweite Berliner Heimat begreife, ein wenig dargestellt: Die Kirche, das große weiße, Doppelmietshaus und die anderen schmucken Fassaden mit Beletage und schönen Balkonen, den Spielplatz zwischen den Brandwänden, die französischen Lädchen, die Einkaufspassage und last but not least unsere Stammbuchhandlung in der Akazienstraße.

Und auf die Vokabel- folgt die Büroarbeit: Freitag sah ich den neuen Dardenne-Film in der Pressevorführung, anschließend hab ich mich rasch um den Dolmetschjob für die Press Junkets beworben. Bei den französischen Filmtagen Tübingen hat "Sarahs Schlüssel" gerade den Verleihförderpreis erhalten, da texte ich auch gleich eine Mail wegen möglicher Einsätze. Ich lese Filmkritiken, Ankündigungen von Filmdrehs, Filmfördernachrichten (in der mitgebrachten Fachpresse). Dann überlege ich, welche Filmkritiken ich als nächstes schreibe, denn das ist mein Hobby. Schnell noch einen Kostenvoranschlag für eine politische Diskussion erstellt, gleich ist auch schon wieder Zeit fürs Mittagessen. Einszweidrei, im Sauseschritt | Läuft die Zeit, wir laufen mit. (Wilhelm Busch)

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Foto: C.E.

Mittwoch, 16. November 2011

Untertitler

Willkommen beim Dolmetscherweblog aus Berlin! Hier dürfen Sie heute einer Sprachmittlerin auf den Schreibtisch sehen. Wenn ich nicht in der Kabine sitze, auf einem Festival, für VIPs oder Privatpersonen dolmetsche, pauke ich Vokabeln, übersetze Drehbücher oder andere Textformen. Oder aber ich korrespondiere ...

Sehr geehrte Frau Elias,
mein Name ist T., ich studiere italienische und deutsche Sprachwissenschaft an der Humboldt-Uni zu Berlin. Bald werde ich mein Studium abschließen, ich mache mir deshalb viele Gedanken über den Verlauf meiner beruflichen Zukunft.

Auf der Suche nach einer Übersetzungstätigkeit beim Film in Berlin bin ich auf Ihren Namen gestoßen. Ich würde gerne von Ihnen erfahren, wie und wo ich die Möglichkeit habe, Untertitel zu übersetzen? Könnten Sie mir einen Rat oder einen Kontakt geben? Es muss nicht gleich eine Festanstellung und soll auch keine Vollzeitbeschäftigung sein.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir diesbezüglich weiterhelfen würden!
Liebe Grüße,
T.S.
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Liebe Frau T.S., 
Danke für Ihre Mail, aber ich kann Ihnen leider keine Kontakte vermitteln. Leider erhalte ich selbst derzeit zehnmal mehr Anfragen nach unbezahlter Mitarbeit als Bitten um Kostenvoranschläge für neue Aufträge. Ich fürchte, dass es daran liegt, dass der Berufsnachwuchs am Anfang zu Mondpreisen arbeitet. Nach ein, zwei Jahren gibt es dann immer jemanden, der ähnlich billig oder noch billiger ist, so dass von der zuvor fest versprochene Anpassung des Hungerlohns an ein normales Niveau keine Rede mehr ist. Von Vollbeschäftigung oder Festanstellung wagt derzeit wohl niemand mehr zu träumen.

Vor 15 Jahren war Untertitler noch ein ehrenwerter Beruf und ist es vielleicht auch heute noch für die 'happy few', die als Korrektor oder für Eilaufträge von den Firmen fest gebucht sind,  für alle anderen ist es aber inzwischen nur noch ein Sprungbrett (... aber ich weiß nicht, wohin). 

Sorry für die Drastik, aber das ist derzeit so. Solange Nachwuchs bereit ist, sich ausbeuten zu lassen, und auch niemand auf die Idee kommt, sich zu organisieren, wird sich das nicht ändern. 
Haben Sie eine Idee? 
Viele Grüße, 
C.E.
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Liebe C.E.,
ohje, das klingt wirklich dramatisch. Beim heutigen Arbeitsmarkt und der ver­lang­ten Leistung ist ein Uniabsolvent glücklich, überhaupt erst mal was gefunden zu haben, das zumindest einigermaßen Spaß macht und Freude bringt. Bei uns Geisteswissenschaftlern ist der Lohn zunächst zweitrangig. Das weiß ich von mir und Freunden und Bekannten. Die Ansprüche werden zwar steigen, aber ich denke nicht, dass sie erfüllt werden. Mehr Druck, mehr Leistung, mehr Kranke.

Ich blicke leider auch nicht sehr rosig in die Zukunft und weiß auch nicht, wie man dieses riesengroße Problem lösen könnte. Ich hoffe, Sie erhalten bald wieder mehr Aufträge zu gerechten Löhnen.
Alles Gute und vielen Dank für Ihre schnelle Antwort,
T.

Untertitelung mit Subs Factory

P.S. von C.E.: Es gibt heute sicher noch irgendwo Unternehmen, die sich moralisch einwandfrei verhalten. Aber insgesamt sind die Honorare derart gedrückt worden, dass es sich Leute mit Erfahrung und finanzieller Verantwortung (z.B. für ein Kind) einfach nicht mehr leisten können, Untertitel anzubieten, es sei denn, sie "arbeiten" nur "mit", d.h., es gibt einen Hauptverdiener. Ich bin damals aus­ge­stie­gen, als sich die Honorare in etwa halbiert hatten (vor ca. zehn Jahren), und biete UTs meinen Kunden nur noch ergänzend an. 

Ich finde die Situation dramatisch, denn sie hat direkten Einfluss auf Qualität und Rénommée der Untertitel. Ich sehe die Preisentwicklung auch in Zusammenhang mit mancher großen Firma, die ihre Fixkosten absichern muss, und das hat aus meiner bescheidenen Perspektive mit der Umstellung vom Preis "je Untertitel" auf einen Preis "je Minute" angefangen.

Wie sind die Preise heute? Über Rückmeldungen aus der Szene würde ich mich freuen.

Montag, 14. November 2011

Vokabelheft die Zwote

Das gestrige Bild zeigt eine Doppelseite eines meiner vielen Vokabelhefte. Ich benutze sie oft über Jahre, zum Teil über ein Jahrzehnt lang. Es sind mehr Bücher als Hefte. Ich habe aber auch dünne Büchlein, die in Zeiten, in denen ein Dreh den anderen jagt, in der Tasche über viele Sets reisen. Das Hauptbuch liegt stets am Schreibtisch, ein anderes wandert in der Wohnung umher. Auch die alten Büchlein ziehe ich immer wieder aus dem Regal.

Sorry für die Fotoqualität!
Ich weiß nicht, wie andere Menschen mit Vokabelheften und -büchlein arbeiten, ich habe für mich eine Methode gefunden, die sich im Alltag bewährt hat.

Zunächst schreibe ich abends die Vokabeln auf, die mir tagsüber aufgefallen sind (und zwar auch samstags, sonn- und feiertags). Das können Begriffe sein, die ich nachschlagen musste, Worte, von denen ich eine neue Bedeutung entdeckt habe oder die ich gerade anfange, zu verwenden. Ich schreibe also überwiegend Vokabeln auf, die mir schon vertraut sind ... also auch jene, von denen ich zur Zeit des Notierens sehr genau weiß, was sie bedeuten. Fällt mir sofort die anderssprachige Entsprechung ein, ergänze ich die Zeile. Das kann aber auch warten. Außerdem bleibt jede zweite Zeile und manchmal auch mal eine halbe oder ganze Seite frei (wenn ich spüre, dass hier Wortfeldarbeit angesagt ist).

Später ergänze ich die Seiten um Übersetzungen oder vergleichbare oder gegenteilige Begriffe oder Redewendungen, wann immer sie mir auf- oder einfallen. Das bedeutet, dass ich viel blättere — im Bus, unterwegs bei Pausen oder zuhause, wenn ich mal wieder an einem anderen Heft oder Buch vorbeikomme. Meine Vokabelbücher müssen also offen liegen können, dürfen kein eng gebundenes Heftchen sein, das immer wieder zuschnappt.

Ich falte die Seiten meiner Büchlein. Der Knick wird zur rasch hergestellten Mittellinie, diese zu zeichnen empfände ich als Zeitvergeudung. Anfängern empfehle ich, in die erste Spalte links das Wort in der neuen Sprache, in die zwei mittleren einen Beispielsatz und rechts die anderssprachige Entsprechung zu notieren. Der Beispielsatz fällt irgendwann weg. Ich trage jetzt in der Mitte immer französische Worte ein, außen steht das Deutsche. Ich kann so auch durch geschicktes Falten die französischen Begriffe verdecken und mich kurz selbst abfragen (was ab und zu vorkommt).

Die Vokabelbüchlein und -hefte benutze ich deshalb über Jahre, weil Lernen ja aus Kennenlernen, Lernen, Wiederholen und weiteren Wiederholungsphasen besteht. Hier trage ich also kunterbunt das ein, was ich mit Freunden, Kollegen oder Kunden jeweils neu gelernt habe, was mir beim Radiohören oder Filmesehen auffällt. Ich blättere entspannt, ja fast verspielt, in ihnen herum, nehme mir dann immer mal wieder in anderen Pausen eine oder zwei Seiten vor, schlage Begriffe nach, ergänze oder grenze ab, dazu dienen die Leerzeilen. Oder aber ich notiere endlich auch mal, was ich mir bei ihrendeinem Filmfestival vor x Jahren mal gemerkt habe: Die Waschkaue (komisches Wort), wo Bergarbeiter ihre Kleidung aufhängen, bevor diese an Ketten oder dicken Seilen nach oben gezogen wird, heißt auf Französisch la salle des pendus, "der Saal der Gehängten", das leuchtet als Bild ja sofort ein. Dieser Begriff ergänzt nun das Grubenunglück mit dem "schlagenden Wetter". Anschließend lese (oder schreibe) ich gerne bei LEO weiter.

Kurz: Ich notiere in mein Vokabelheft meistens, was ich im Augenblick weiß, ich wiederhole es dann oft und in vielen kurzen Pausen und stelle später Verknüpfungen her. Dafür lasse ich immer Zeilen oder Seiten frei ... Ich überklebe schlecht oder fehlerhaft geschriebene Stellen, weil "Tintenkiller" nach Jahren durchschlägt. Mit diesem "Dichterwerden" arbeite ich wie das Gehirn mit dichter werdenden Verknüpfungen.

Noch eins: Thematisch zusammenhängende Bereiche im Vokabelheft ergeben sich durch die Ereignisse. Ich reserviere dafür im hinteren Heftteil immer wieder etliche Seiten, von denen ich die erste mit einer selbstklebenden Adressetikette markiere und bunt anmale. Seit dem Sommer habe ich z.B. ein Heft in der Mache, in dem es zu Beginn des Jahrtausends schon einmal um Börsenereignisse ging. Hier notiere ich auch nochmal einige Kernbegriffe aus meinen Vokabellisten (oder von Karteikarten).

Mein letzter Tipp heute: Die eigene Standardgröße rausfinden und Vokabelbuch zum nächsten Taschenkauf mitnehmen.


P.S.: War der Eintrag für Sie/für Dich nützlich? Ich freue mich über Kommentare, Anregungen und weitere Fragen.
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Fotos: C.E.

Sonntag, 13. November 2011

Vokabelheft

Eine Leserin bat mich, der geneigten Leserschaft doch mal mein Vokabelheft zu zeigen (sofern ich eins führe). Hier ein altes, das immer noch in Gebrauch ist. Morgen erkläre ich, wie ich damit arbeite.

Wie diese Seiten vor der Bearbeitung aussahen, sehen Sie/siehst Du hier.
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Foto: C.E.

Samstag, 12. November 2011

Essmaschine

Manchmal kommen wochenlang nur wenige Jobs rein und dann wollen uns so viele gleichzeitig beschäftigen ... Freiberuflerschicksal! Damit umzugehen ist wirklich nicht leicht. Und die Füttermaschine von Chaplin ist ja auch keine Lösung. Aber es hilft, sich am Wochenende wieder richtig zu erholen.

Wir gehen morgen in "Modern Times" von Charly Chaplin und sehen mehr, als nur die Fütterszene. Der Film läuft im Berlin im Kino Arsenal, Potsdamer Straße 2, für große und kleine Kinder ab sechs Jahren, und auch noch mal am 20.11.2011. Mein Link der Woche!

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Film:YouTube

Freitag, 11. November 2011

Schnaps ist Schnaps!

Viele deutsche Worte sind Exportschlager: "Kindergarten", "Fahrvergnügen", "Blitzkrieg", auch das Wort "Schnaps" gehört dazu. In Frankreich ebenso, nur die "Schnapszahl" ist dort als begriffliches Konzept kennt dort niemand. Ich übersetzte für Freunde:  le nombre « schnaps » = le nombre composé de plusieurs chiffres identiques (eine Zahl, die sich aus mehreren identischen Ziffern zusammensetzt).

Trotzdem finden sich auch in französischen Zeitungen Berichte über Numerologen und andere Zahlenmystiker, die den 11.11.11. als etwas Besonderes feiern. Die Ergänzung 11.11 Uhr ist mit ihrer rechtsrheinischen, fröhlichen, oft alkoholschwangeren Zusatzbedeutung auch nicht bekannt.

Wir begehen den Tag mit einer Messung und werden sehen, wie groß das Kind geworden ist. Auf die besondere Zahl im Türrahmen (als eine von vielen) freuen wir uns schon seit einer Woche.


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Fotos: C.E.

Donnerstag, 10. November 2011

MaFo-Schnack

Gleich noch ein Nachtrag verbalprokrastinierlicher Art. Hier ein kurzer, leider repräsentativer Ausschnitt aus einem dem "lockeren Gedankenaustausch" einer Marktforschungsrunde (MaFo). Die Teilnehmer arbeiten alle im Marketing eines deutschen Großunternehmens und wurden selbst zu Produkttestern. Wenn ausländische Hersteller oder Designer oder Berater mit von der Partie sind, sitzt unsereiner oft mit der/den Betreffenden hinter der dicken, nur in eine Richtung durchsichtigen Glasscheibe und hört mit, was im anderen Raum gesagt wird. Die Worte werden nicht selten aufgezeichnet und anschließend auch noch (schriftlich) übersetzt.

Der Job war nicht einfach. Mir fiel auf, wie viele Füllworte verwendet werden, wie stark die Teilnehmer vermieden haben, kritische Meinungen zu äußern und dass sich alle den Sprachtick, dauernd "irgendwie" zu sagen, des Leitwolfs eingefangen haben. Anschließend also ein kurzer O-Ton; die Abschlussrunde selbst war eine knappe halbe Stunde lang.

Wie man derlei verdolmetscht und übersetzt, dürfen Sie sich/darfst Du Dir gern selbst überlegen.
Also, ich fand es gestern insbesondere sehr anstrengend … zum Teil … ähm, ich hätte mir persönlich noch mehr Fach… also noch mehr Infos, und noch mehr Theorie, gewünscht, um dann heute noch mehr Praxis zu machen. Aber das ist jetzt keine Kritik von mir, nur so halt meine Meinung irgendwie vielleicht. Also mir hat's echt total viel Spaß gemacht, hab auch wahnsinnig viel gelernt, hab auch so mitgekriegt, es fehlt eigentlich irgendwie der Dialog, das merkt man ja auch, wenn man aufeinander zugeht, dass man da doch schon so ein paar Gemeinsamkeiten hat irgendwie, das fand ich schon ganz gut, das auch mal mitzubekommen und mit solchen Leuten überhaupt mal zu sprechen, also sich auszutauschen, fand ich eben halt mal sehr schön.

Mittwoch, 9. November 2011

Flüsterdolmetschen

Wir Dolmetscher werden auf verschiedenste Art und Weise aktiv. Die bekannteste ist seit dem 2005 in Deutschland gestarteten Thriller "Die Dolmetscherin" von Sydney Pollack (mit Nicole Kidman) wohl das simultane Dolmetschen, hier sitzen wir in Kabinen buchstäblich fernab vom Schuss. Konsekutiv dolmetschen wir, wenn zum Beispiel ein Gastgeber/eine Gastgeberin einen Toast spricht: Es handelt sich um eine kurze Stegreifrede, die wir in ihren oder seinen Pausen übertragen. Dazu machen wir uns dann Notizen.

Ich hoffe, die Ironie wird verstanden ...
Dann ist da noch das Flüsterdolmetschen. "Die Flüsterer" werden wir zum Beispiel in Brüssel von den EU-Technikern genannt, das berichtete vor einigen Jahren der gleichnamige Film von David Bernet (an dem ich indirekt eine Aktie habe, aber das ist eine andere Story). Bei Hintergrundgesprächen, wenn die Politiker "unter vier Augen" zusammensitzen, hocken wir leicht versetzt dahinter und flüstern unseren Kunden ins Ohr. Es gibt auch Momente, wo wir keine Sicht auf die Redner haben, zum Beispiel sah ich von Steinmeier nichts, den ich im letzten Bundestagswahlkampf fürs kanadische Fernsehen dolmetschte. Da habe ich dann lieber in die andere Richtung gesehen, um mich besser konzentrieren zu können.

Flüsterdolmetschen ist die direkteste Art des Dolmetschens und das schiere Gegenteil der räumlichen Isolation vom Geschehen, die wir sonst in der Dolmetscherkabine erleben. Wir sind möglicherweise auch den Witterungen ausgesetzt. Einmal, wir drehten in Passau fürs 3. französische Fernsehen, waren die Temperaturen überraschend gefallen, um uns herum lag Schnee ... und bis auf die interviewte Passauerin war keiner von uns angemessen gekleidet. Hüpfen, um sich aufzuwäremen, ging auch nicht, dann bebte die Kamera auf dem gefrorenen Boden. Die Abende haben wir in der Sauna verbracht.

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Foto: C.E. (Archiv)

Dienstag, 8. November 2011

ganz famos

Willkommen auf den Seiten einer Übersetzerin und Dolmetscherin aus Berlin. Französisch ist meine Zweitsprache — und auch die deutsche Sprache will gepflegt sein. An der Seite eines Kindes bin ich gerne unterwegs, wir gehen oft auf Lese- und Sprachreisen.

Wenn es Abend wird, lesen wir gerne. Wir lesen aber auch morgens, auf Reisen, in Pausen und nach der Schule. Der weltbeste Patensohn und ich sind uns einig: Lesen, Sprachspiele und Wortwitze sind so ziemlich das Größte!

Der jeune homme ist kurz vor acht Lenze jung. Trotzdem genießen wir auch alte Sprechweisen, wie sie zum Beispiel in den wunderbaren Kinderbüchern von Erich Kästner vorkommen. Das ist ja kolossal! und ganz famos sind längst in unseren Sprachschatz eingegangen. Wenn wir die Umgangssprache aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht pflegen, wer soll's denn sonst machen?

Wir wissen zudem: Vorlesen ist auch was für Kinder, die schon seit langem lesen können, ein wunderbares Kulturgut, auch das wiederholte Vorlesen. Und so verbringen wir viele Abende bei gemeinsamer Lektüre, entdecken (wieder) und genießen. Lesen sogar Kästners "Mädchenbuch", denn im "doppelten Lottchen" ist gar viel von Klatschbasen und Zieraffen und Hausmütterchen die Rede. Im "Fliegenden Klassenzimmer" stören die über die lateinischen Klassennamen gelieferten Altersbeschreibungen erst ein wenig den Lesefluss, denn wenn ich mittelalterlicher Mensch erst überlegen muss, wie alt ein Tertianer nochmal ist, woher soll denn der Lütte von heute aus der JÜL-Klasse (1) das bittschön wissen?

Beim ersten Lesedurchgang hatte ich die Altersangaben der Internatszöglinge und manche Vokabel noch beim Vorlesen erklärt, aber als ganz feiner Kerl, der unser Großschatz nun mal ist, hat er mich mit viel Taktgefühl darauf aufmerksam gemacht, dass die vielen Unterbrechungen den Lesegenuss doch ein wenig stören.

"Nicht dauernd erklären, weiterlesen!", höre ich mich selbst noch und etwas ruppiger die Vokabelerklärungen meines Vaters kommentieren, ich war damals so alt wie mein Patensohn heute.
Vergesst nie Eure Kindheit, schreibt Kästner im Vorwort zum "Fliegenden Klassenzimmer", und er hat ja so Recht! Ständige Kommentare unterbrechen das Eintauchen in die Geschichte, stören das Kopfkino. Jetzt begreifen wir im Kontext, blättern regelmäßig zurück und klären anschließend die Fragen.

Am Morgen zelebrieren wir weiter diese alten Worte, die üblich waren, als die heutige Großelterngeneration in den Kinderschuhen steckte. Der weltbeste Patensohn kam vor Jahren übrigens ganz von alleine drauf. Irgendwann fing er an, mich gelegentlich mit junge Dame anzusprechen (was mir ehrlich gesagt lieber war als das Mädel, das er davor oft gesagt hat). Vorhin hörte ich: "Mademoiselle, wollen wir uns nicht langsam auf den Schulweg begeben?" Wundert mich nicht, er ist ja selbst oft der jeune homme, und wenn wir morgens lesen, müssen wir beide gut aufpassen, nicht das Schellen der Schulglocke zu verpassen, sonst schilt uns noch der Pedell (aber das ist wohl eher Goethe als Kästner, oder?) ...


(1) JÜL = Jahrgangsübergreifendes Lernen, drei Altersstufen in einem Klassenzimmer, die wie in der Dorfschule beim Film "Etre et avoir" unterrichtet werden. In der Schulklasse, die ich regelmäßig beobachten kann, klappt das ganz bonfortionös.
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Fotos: Logo, das Kind liest auch Kinderschmöker von
heute. Hier was er in den letzten zwölf Monaten nur von
diesen Reihen so angefallen ist. Wir brauchen ein neues
Regal! Und ein Ex Libris für den Jungen, damit er
Geschmack am Bücherverleihen findet.

Montag, 7. November 2011

Verbalprokrastinierer

Manchmal fürchten Sie uns zurecht. In der Kabine fallen mitunter herbe Worte.

Neulich, zweitägige Arbeitssitzung für ein größeres Projekt, wir im Kaschderl und alles flott vertont. Draußen einer, der erstmal sein mea culpa vorbringt, er hätte zu viele Aufgaben gleichzeitig zu erledigen gehabt vor den Herbstferien und aufgrund der Überlastung am Ende in totaler Urlaubsreife nur noch prokrastiniert. Wer anfängt, leer zu laufen und seine Arbeit eher vermehrt, als sie sich vom Tisch zu schaffen, wird gemeinhin Prokrastinierer genannt; warum dieser mittelhochrangige Mitarbeiter diese Strategie fuhr, wird uns erst später klar: Er steht zwei Jahre vor der Rente und wünscht rasch bald einen Mitarbeiter an seiner Seite vorzufinden, der später auch sein Nachfolger wird. Inoffizielle Altersteilzeit in einer Struktur, die das nicht vorsieht, nun gut, sind ja nur öffentliche Gelder, aber das Aufgabenfeld ist so wichtig, dass dem guten Manne (oder ist es eine Frau?) am Ende alle Wünsche erfüllt werden.

Ehe ich mich hier um Kopf und Kragen schreibe: Nein, Sie haben keine Chance, auch nur im Ansatz zu erahnen, um welche Struktur es sich handelt. Indes: Unsere Arbeitsbedingungen sind dieses Mal nicht wirklich rosig zu nennen. Bei der nächsten Honorarverhandlung werden wir nicht mehr auf niederer Ebene derart mit uns handeln lassen, wenn dem Personaler offensichtlich das Geld locker sitzt. Und es betrifft uns doppelt, denn keine(r) von uns ist oder war jemals irgendwo festangestellt.

Aber ich will auf was anderes hinaus. Über zwei Tage sondert der gute Mann (oder ist es eine gute Frau?) immer wieder mehr oder weniger Relevantes ab, vermischt mit zündenden Infos, die immer wieder eine Diskussion vom Fleck bringen, die sich ständig festzufahren droht. Und dann kommt wieder so ein blubberiger Wortbeitrag, bei dem irgendwie auch nur im Entferntesten kein Punkt, kein Komma und auch keine Aussage auszumachen ist. Man/frau hört sich gern sprechen. Und aufgrund der kleinen Initialzündungen, zu denen jene Person eben auch fähig ist, hören alle stets aufmerksam zu.

Die Honorarsache juckt uns in den Kabinen. Wir stauen Energie an, negative Energien, die ihre Entladung suchen. In der Kaffeepause, in der Gasse hinter den Kabinen an Tag eins, fällt der durch die Zähne gepresste Satz: "Das ist ja ein Verbalprokrastinierer!" Alle lachen. Gemäß der Logik deutscher AKüFi-DIN (oder auch: Abkürzungsindustrienorm) wird daraus schnell VPK. Das wird für zwei Tage unser geheimes geflügeltes Wort (das es bis zum Erscheinen dieses Eintrags bei Google nicht gegeben hat).

Samstag, 5. November 2011

20

Die Franzosen seien von der Zahl 20 wie besessen, das behauptet jedenfalls diese Woche die englische Zeitung "The Economist", während an der Côte d'Azur die G20 tagen.

Der (namentlich nicht erwähnte) Autor führt eine Reihe Belege auf: Zwanzig Punkte ist in Schule und Universität die Bestnote, die Zahl 20 wird derart geliebt, dass ohne sie kaum eine höhere Zahl zu sagen ist ("94" wird auf Französisch so gesprochen: "4-20-14", quatre-vingt-quatorze, was vier mal 20 plus 14 bedeutet). Naja, dann hat Paris 20 Stadtbezirke, der Halbmarathon der französischen Hauptstadt sind die 20 Kilomètres de Paris, Punkt 20 Uhr laufen die Hauptabendnachrichten im Fernsehen usw.

Zum Artikel geht's hier. Link der Woche!

Freitag, 4. November 2011

Fräu-lein!

Freitag und schulfrei! Bevor am späten Vormittag der "Babysitter" kommt, sitzen wir in Mantel und Schal der Sonne, Wolldecken auf den Knien, und genießen das zweite Frühstück. (Da sind wir Berliner den Moskauern ähnlich: Jeder Sonnenstrahl wird ausgenutzt.) Am Nachbartisch benimmt sich ein Töchterchen daneben, der Vater knurrt bedrohlich: "Fräu-lein!"

Ein Klassiker, dieses Wort, und doch ein Kandidat fürs Sprachmuseum. Auch wenn das Wort aktuell erscheint, ich erst neulich einen Vertrag zugeschickt bekam mit ... Mademoiselle. Zur Vertiefung dieses klassischen Wortes sei mir heute Mittag ein wenig Recycling erlaubt: Nachstehend ein Text von 2006.

Ein früher Morgen in Paris. Wir drehen hier für Arte in der Stadt, in der ich vor 15 Jahren studiert habe. Mit Schwung betrete ich die Bäckerei, mit Elan bestelle ich die Croissants fürs Team — und mit einem "Voilà, Mademoiselle !" reicht sie mir die Bäckerin.

gerade frisch im Kiosk
Dieses "Fräulein" habe ich lange nicht mehr gehört. In Frankreich ist es noch an der Tagesordnung, aber warum bin jetzt ich, eigentlich unausgeschlafen, "une mademoiselle"? "Sie haben so viel Energie, sind so jugendlich, da kommt das Mademoiselle ganz automatisch!", erklärt sich die Dame hinterm Tresen.

Mademoiselle — das war ich bis zum Ende meines Studiums in Frankreich. Als ich nach Deutschland gegangen bin, war ich von einem Schlag auf den anderen "Frau". Das passte gut zum Alter, in dem man sich Respekt wünscht. Damals sagte in Deutschland kaum einer mehr "Fräulein". Einmal, noch im Studium, war ich zu Besuch in Berlin. Die Bibliothekarin sagte in meine Richtung: "Frau Elias" — und ich drehte mich um. Ich dachte, jetzt steht meine Mutter hinter mir.

Hier entlang zur Fortsetzung. . .
[EDIT: Text N° 806 der "Gazette de Berlin" war mein Text damals. Leider ist der Link bei der letzten Prüfung, am 3.2.17, erloschen.]

Donnerstag, 3. November 2011

Ein Wort mit fünf "S"

Kongressstress. Sieht verboten aus. Leider kommt es vor.
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Mittwoch, 2. November 2011

Ungeduld

Gestern kehre ich nach der Mittagspause zurück ins häusliche Arbeitszimmer. Ich sehe, dass jemand versucht hat, mich zu erreichen, rufe zurück, es ist eine mir nicht bekannte Firma, die Sekretärin ist dran und ja, man suche wohl eine Dolmetscherin, die Ansprechpartnerin sei aber gerade in der Mittagspause. Dann ruft eine andere Kundin an, wir telefonieren genau zweieinhalb Minuten lang per Festnetz, das Mobiltelefon bleibt als 1. Leitung frei. Die Mittagspausen-Anrufer melden sich nicht nochmal. Ich eile kurze Zeit später zur Schule, um den weltbesten Patensohn abzuholen, das Handy immer dabei.

Manchmal schaue ich in die Übersichten, die Blogspot.com zum Leserverhalten der Besucher dieser Seiten anbietet. So auch an diesem Spätnachmittag, als wir vom Spielplatz heimkehren. Ich sehe den Server eines Lesers, der über eine halbe Stunde lang elf Blogseiten studiert hat und erkenne in dem Namen die Firma des mittäglichen Anrufers wieder. Ich schnappe mir das Telefon und rufe dort an. Leider sei der Job schon vergeben, erfahre ich, man habe mich ja nicht erreicht, entweder sei ich nicht da gewesen  ... oder die Leitung besetzt. Pechös ist das.

Und ja, es gibt immer noch Menschen, die das Mobiltelefon als zweitwichtigste Leitung begreifen, auch wenn die jüngere Generation oft über gar keinen Festnetzanschluss mehr verfügt, das für diese Personengruppe wichtigste Telefon. Und es gibt auch Menschen, deren Wissensdurst größer ist als die Geduld (... gegen großen Wissensdurst werde ich nie wettern).

Schade war's doch. Wie dem auch sei, bei ruhigem Telefon lässt sich's besser arbeiten!

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Foto: privat (Archiv)

Dienstag, 1. November 2011

For Ort

"Woche der öffentlichen Schriften" auf dem Weblog einer Übersetzerin und Dolmetscherin mit Wohnsitz Berlin. Hier schreibe ich, die ich vor allem mit Französisch und Deutsch arbeite, über meinen und unseren oftmals in der Allgemeinheit kaum bekannten Berufsalltag. Wer täglich mit Sprache arbeitet, wird empfindlicher, hört und sieht genauer hin. Manchmal tut es weh ...

Au weia, diese Kette hat schon so oft mit ihren Arbeitsbedingungen Schlagzeilen gemacht, dass wir sie normalerweise großräumig umfahren. Nun liegt aber eine Filiale auf dem direkten Schulweg des weltbesten Patensohns. Vor Schreck hätte ich gestern beinahe einen Unfall gebaut:

Schlecker-Slogan: For you. Vor Ort. (Allen Ernstes ..
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Foto: C.E.